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73 Mündlicher Stil

Hier haben sich neue Konventionen angebannt, die sinnvoll die Technik ins Spiel bringen. Dem Monolog, dem Alleingespräch, entgegengesetzt war in der älteren Dramatik der ↑ Dialog, das Zwiegespräch. Da der Monolog heute oft als nicht geäußert dargestellt wird, nähert er sich dem ↑ inneren Monolog.

morphologische Synonyme ↑ unter Synonyme.

mündlicher Stil, mißverständliche Bezeichnung Sprechstil: durch die mündliche Kommunikationsart bestimmter Stil im Unterschied zum ↑ schriftlichen Stil. Der mündliche Stil ist infolge der Eigenheiten mimischer, gestischer und akustischer Mittel gegenüber graphischen Mitteln und auch — wenn es sich nicht um fernmündliche Mitteilung (Hörfunk usw.) handelt — durch den Einfluß der Situation vom schriftlichen Stil potentiell verschieden. Bestimmend für den mündlichen Stil ist die Möglichkeit, durch Mimik, Gestik und phonetische Mittel (Betonung, Sprechtempo, Lautstärke, Tonhöhe) Sinnwichtiges hervorzuheben oder überhaupt den Schlüssel zum Verständnis zu geben (mimische Zeichen für ↑ Ironie usw.); bestimmte Redeteile erübrigen sich durch den Kontext (↑ Kontext 2), durch Gestik usw. Andererseits entbehrt die mündliche Äußerung differenzierender Zeichen zur gedanklichen Gliederung; sie ist im Vergleich zur schriftlichen nicht überschaubar. Gegebenenfalls muß im Inhalt der Äußerung auf die Struktur und auf das quantitative Verhältnis des Gehörten zum noch zu Hörenden hingewiesen werden (Damit kommen wir zu .. . / Ich beginne mit . .. / Nun ein Wort zu .. . / Ich zitiere: / Zitat-Ende / Ich komme nun zum Schluß). Im allgemeinen weist der mündliohe Stil relativ — d. h. in Abhängigkeit vom Bildungsgrad des Sprechenden und vom Gegenstand der Mitteilung — einfacheren Satzbau auf, er ist mehr verbal als nominal orientiert, ↑ Zuordnungsfolge und ↑ Zuordnungshäufung werden gemieden oder parataktisch aufgelöst. Unregelmäßigkeiten der Syntax wie ↑ Satzbruch und ↑ Gedankenabbruch sind bestimmten, mündlichen Formen, etwa dem Erlebnisbericht oder dem ↑ Dialog (↑ auch Satzkonstanz), angemessen; die formale Vollendung der Rede kann sich durch außersprachliche Faktoren erübrigen. Andererseits zwingt die Flüchtigkeit des gesprochenen Worts — abhängig von Stoff und Hörer — mehr zu Breite und Wiederholungen.

Nachdruckformen 74

Der real vorhandene Partner wirkt nicht nur im Dialog, sondern auch bei monologischer Mitteilung auf die sprachliche Form ein. Inwieweit die besonderen Bedingungen der modernen Massen-medien (etwa die Unsichtbarkeit des Sprechers im Hörfunk oder das Überwiegen der Bildkomponente innerhalb des Bild-Wort-Komplexes im Fernsehfunk) den mündlichen Stil modifizieren, ist noch nicht schlüssig untersucht.

N

Nachdruckformen: attributive Formulierungen anstelle von Komposita, z. B. Ministerium der Finanzen für ,Finanzmini-sterium', Rat des Kreises für ,Kreisrat', Theorie der Entstehung für ,Entstehungstheorie', oder anstelle von Präpositionen, z. B. in der Zeit ihres Aufenthalts für ,während ihres Aufenthalts', in den Spalten der Zeitung für ,in der Zeitung'. Üblich gewordene Nachdruckformen sind ↑ Fertigstücke und haben nicht mehr Gewicht als Komposita; sie begünstigen die Bildung von Genitiv-ketten.

Nachdruckstellung ↑ stilistische Satzgliedfolge.

Nachholtechnik: mögliche übergreifende Bezeichnung für das Prinzip, Ursache, Vorgeschichte, Vorbedingung nach der Sache anzuführen, auch wenn sie wichtiger sind als die Sache selbst und wenn diese nur eine der möglichen oder tatsächlichen Folgen bildet. Zur klaren Scheidung des Nachzuholenden von der eigentlichen ↑ Zeitebene des Textes dienen meist die relati-ven Tempora Plusquamperfekt und Perfekt. Steht das Nach-geholte im gleichen Tempus wie der übrige Text und ohne besondere Zeitadverbiale, so kann dies auch als Fehler in der Gedankenfolge erscheinen.

Eine ↑ rhetorische Figur der Nachholtechnik im engeren Sinne bildet das ↑ Hysteron-Proteron; Ergebnis der Nachholtechnik im weiteren Sinne, bei Schilderung größerer Zusammenhänge, sind ↑ Rückgriff und ↑ Rückblende. ↑ auch Nachtrag.

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