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Kleines_woerterbuch_der_stilkunde.doc
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57 Historisches Präsens

aktuelle Aussage einer Nachricht oder die ↑ Pointe. Die Hauptaussage ist nicht an eine bestimmte syntaktische Form gebunden. Sie kann z. B. in einem Nebensatz enthalten sein, die ↑ Nebenanssage in einem Hauptsatz (Typ: A. stellte fest, daß . . .). Es kann jedoch als Stilfehler gelten, wenn Haupt-aussagen wiederholt in Nebensätzen — also entgegen der syntaktischen Ordnung — untergebracht werden.

Hauptgedanke: Gedanke, der in bezug auf eine argumentierende Texteinheit die höchste verallgemeinernde Aussage enthält, z. B. die Schlußfolgerung (Conclusio f) eines ↑ Syllogismus. ↑ Hauptaussage, Nebenaussage.

Hervorhebungsmittel: Mittel der Hervorhebung eines Begriffs, eines Bezugs, einer Aussage. Solche Mittel können sein: (1) stilistische Mittel, z. B. ein charakterisierendes ↑ Synonym, eine unerwartete syntaktische Fügung; (2) mit dem Sprechen verbundene Mittel wie Lautstärke, Betonung, Stimmführung, Stimmklang und -charakteristik (z. B. Imitation, Parodie), Pausen; (3) graphische und typographische Mittel wie Satzzeichen, Anführungszeichen (Ironie, Zitat), Einzug, Sperrung, Versalienschreibung, Unterstreichung, Fettdruck, Kursivdruck, Farbdruck, andere Schriftgröße, andere Schriftart; (4) akustisch-technische Mittel wie Geräusch, Hall, Stimmverzerrung, Sprecherwechsel, Originalton.

Heteronyme n pl, landschaftliche Dubletten f pl, land-schaftiiche Synonyme n pl: landschaftlich begrenzte, aber in der Landachaft schriftsprachlich verwendete Sprachformen (meist Wörter, selten morphologische und syntaktisehe Formen) für ein und denselben Sachverhalt, z. B. Samstag/Sonnabend, bügeln/plätten. In solchen Fällen hat sich die Sprachgemeinschaft noch nicht auf eine einheitliche Bezeichnung festgelegt. Zum Teil handelt es sich um Wörter, die an staatliche Grenzen gebunden sind, z. B. bei schweizerischRundspruchfür das in den übrigen deutschsprachigen Gebieten gültigeRundfunk.↑ auch stili-stische Synonyme, ↑ auch unter Dubletten.

Hiatus ↑ unter Elision.

hintergründige Gedankenführung ↑ Gedankenführung.

historisches Präsens: Bezeichnung für ein Präsens, das in oft dramatisierender Absicht ein vergangenes Geschehen darstellt. Zum Teil wird Vergangenes bereits konventionell mit dem Prä-

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sens bezeichnet, so beim Zitat (DieZeitung schreibt: ...) und in historischen Tafeln (7765—1768: Goethe studiert in Leipzig). Hier und bei ausschließlichem Gebrauch in Berichten ist die vergegenwärtigende Wirkung meist abgestumpft; hingegen ist ↑ Identifikationszwang oft dem Präteritum (↑ episches Präte-ritum, Präteritalanziehung) zuzuschreiben. ↑ Tempuswahl.

Historismus: historisches Wort, historische Wortfügung, der Koloritzeichnung dienend. ↑ Stilfärbung.

Hochsprache ↑ unter Literatursprache.

Höflichkeitsperiphrase ↑ Bescheidenheitsperiphrase.

Homogramme ↑ unter Gleichklang.

Homonyme n pl: gleichlautende sprachliche Formen (meist Wörter), die verschiedene Gegenstände und Sachverhalte be-zeichnen, z. B. Du hast ein Anrecht auf ein Anrecht (Theater-werbung). Der genannte Satz enthält zwei Homonyme, es werden zwei Dinge mit demselben Namen bezeichnet. Vom Standpunkt der Bedeutungslehre existiert hier nur ein Wort, ein ↑ Polysem. Beide Gesichtspunkte sind für die Stilistik wichtig, der der Bezeichnungslehre z. B. für ↑ Gleichklang, ↑ stilistische Variation, ↑ kontextuale Verdeutlichung, der der Bedeutungs-lehre z. B. für ↑ Wortspiel, ↑ Doppelsinn.

Homöophone ↑ unter Gleichklang.

Homophone ↑ unter Gleichklang.

Hyperbaton n: von der erwarteten Folge abweichende Satzgliedfolge; ↑ stilistische Satzgliedfolge.

Hyperbel f: Art des ↑ Tropus; graduelle Überbietung einer Bezeichnung, einer Feststellung, eines Urteils, insbesondere in der Umgangsaprache und in satirischen bzw. humoristischen Texten. Erscheinungsformen sind u. a. die bildliche Hyperbel (sich die Füße in den Leib steheri), die Zahlenhyperbel (schon hundertmal gesagt), die Übersteigerungsformel (wahnsinnig komisch), der groteske Vergleich (die Frau Schwester . . . Das Gesicht nur ein Mund zwischen den Ohren, die Brust trostlos öde wie die Lüneburger Heide; die ganze ausgekochte Gestalt glich einem Freitisch für arme Theologen [Heine]). Eine besonders gefährliche Form der Hyperbel ist die chauvinistische Hyperbel (größter Führer aller Zeiten).

Die gedankenlose Übertreibung bei ernstgemeinter Verständi-gungsabsicht mindert die Überzeugungskraft der Aussage:

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