Основы межкультурной коммуникации на немецком языке туристический дискурс. Учебное пособие
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nur einer, die Newa, ihn verlässt. Das Wasser erwärmt sich nur langsam im Sommer und gefriert ebenso langsam im Winter.
Unter den vielen Fischarten, die im See leben, befinden sich auch Ostseelachs und —stör. Die Schifffahrtsbedingungen auf dem See sind sehr kompliziert, weil er im Herbst stürmisch ist.
So, werte Reisegäste, es wäre alles mit der Streckeninformation für heute. Die nächste Streckeninformation kommt schon morgen um 9.10 Uhr morgens. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Ihre Reiseleitung wünscht Ihnen einen angenehmen Abend am Bord unseres Schiffes.
St. Petersburg — Mandrogi |
Am frühen Morgen |
Guten Morgen, werte Gäste, hier ist Ihre Reiseleitung mit der Streckeninformation. Wir sind in den frühen Morgenstunden in den Fluss Swir eingefahren.
Die Swir ist die Verbindung zwischen dem Ladoga See und dem Onega See. Der Fluss ist 218 km lang und überwindet auf dem Wege zum Ladoga See einen Höhenunterschied von 28 m (dabei wird das Schiff zweimal geschleust).
Die Swir besteht aus drei Abschnitten: Obere Swir, 93 km; Mittlere Swir, 45 km; Untere Swir, 80 km. Die Breite des Flusses reicht von 100 m bei Podporoshje bis 10–12 km in der Iwerski Bucht mit einer Flächengrösse von 84,4 quadratkm. 30 Nebenflüsse münden in die Swir. Die grössten anliegenden Orte sind Wosnesenje, Podporoshje, Swirstroj u.a.
Der erste Ort an der Swir ist der Wahrenumschlagsplatz Swiriza, wo beide Umgehungskanäle zwischen den Mündungen der Flüsse Swir, Wolchow, und Newa — Alter Ladoga Kanal (gebaut 1731–1810) und neuer Ladoga —Kanal (gebaut 1866–1875) ihren Anfang nehmen. Schon im 18. Jahrhundert war das Dorf Handelsplatz der Nowgoroder Händler.
Auf den folgenden Kilometern sind keine Siedlungen an den steilen Ufern anzutreffen, der Flussverlauf ist gewunden, das Fahrwasser ist mit Bojen markiert.
Am rechten Ufer ist dann die grösste Stadt an der Swir — Lodejnoje Pole. Die Kreisstadt ist Verkehrsknotenpunkt, Wirtschaftsund kulturelles Zentrum. Sie wurde auf Befehl Peters des Ersten 1702 gegründet: die hier errichtete Olonezker Werft versorgte die russische Flotte auf der Ostsee mit allen Arten von Schiffen, angefangen von Fregatten mit mehreren Kanonen bis hin zum kleinen Ruderboot.
Der Ort Swirstroj ist als Siedlung der Bauarbeiter entstanden. Auch heute noch leben die Einwohner zum grössten Teil von den Unterhaltungsarbeiten und vom Wald. Neben den heimischen Fichten und Tannen werden auch Kiefern, Linden, Eschen und Weissdorn angepflanzt und genutzt.
In der Schleuse, die wir ungefähr um 12.00 passieren werden, wird ein Höhenunterschied von 12 m überwunden, vom Ladoga See kommend werden die Schiffe gehoben. Es ist die erste Schleuse auf dem Weg nach Moskau. Die Schleusenkammer ist 200 m lang und 21,5 m breit.
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Die hydrotechnischen Anlagen an der Unteren Swir sind vom weiten zu erkennen. Der Bau wurde in den 1920 aufgestellten Plan aufgenommen, allerdings verzögerte die materielle Lage des Landes den Baubeginn. Zu dem war die Planung sehr aufwendig, da zum ersten Mal eine Staumauer auf weichem Grund errichtet werden musste. Die Schifffahrt auf dem Fluss ging während der Bauarbeiten weiter, indem man die beiden Flussarme, die durch die kleine Insel Negeschma gebildet wurden, nutzte. 1933 wurde der erste Strom geliefert, 1935 ging das Wasserkraftwerk völlig ans Netz.
Eine knappe Stunde nach der Schleuse erreichen wir Mandrogi. Dies war vor dem Krieg ein Fischerdorf. Die Männer zogen alle in den Krieg und kehrten nicht zurück. Das Dorf und die Frauen verarmten vollkommen. Nach der Wende kaufte ein wohlhabender Russe das Land auf. Er liess die besten zimmerleute des Landes kommen und bauete mit ihnen traditionelle russische Häuser auf. Sie sehen hier wunderschöne russische Holzbaukunst. Es gibt 2 Hotels, ein Wodkamuseum, eine Banja, eine Elchfarm, eine Poststation, Kunstgewerbeproduktion und vieles mehr. Vielleicht mutet es etwas an wie ein Disneiy Land auf russisch. Im Sommer wird es überflutet von Touristen, im Winter gibt es hier die Möglichkeit für Langlauf, Troikafahrten und Eisangeln auf der Swir, Bärenjagd und Schlittschuhlaufen. Dann kommen fast ausschliesslich wohlhabende Russen an diesen Platz. Geniessen Sie den heutigen Tag bei einem entspanennden Spaziergang und einem Picknick unter dem Dach.
So, werte Reisegäste, dies wäre alles mit der Streckeninformation für den Moment und die nächste Streckeninformation kommt nach der Abfahrt. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Einen erlebnisreichen Tag wünscht Ihnen Ihre Reiseleitung.
Mandrogi — Kishi |
Am Nachmittag |
Schönen guten Tag, liebe Reisegäste, hier ist Ihre Reiseleitung mit der Streckeninformation. Wir haben Mandrogi verlassen und fahren in Richtung Kishi weiter. In der Nacht erreichen wir den Onega See und in den frühen Morgenstunden die Museumsinsel Kishi. Die Streckenlänge von der grünen Station Mandrogi bis zur Museumsinsel Kishi beträgt 277 km und die Fahrt dauert ca. 18 Stunden.
Am Fluss Swir liegt die große Stadt Podporožje. Im Jahre 1709 ließ Peter 1. hierher erfahrene Lotsen übersiedeln, die die Schiffe durch die Stromschnellen bringen sollten. Sie nannten ihre Siedlung Podporožje, was in der Übersetzung aus dem Russischen „an den Stromschnellen“ bedeutet.
Vor dem 2. Weltkrieg war die Stadt, die sich jetzt auf beiden Uferseiten erstreckt, ein kleines Dorf. Während des Krieges war es im Laufe von 3 Jahren von deutschen Truppen besetzt. Dort gibt es viele Kriegsdenkmäler. Podporožje wurde während des Baus des Oberswir-Wasserkraftwerks zu einer wichtigen Siedlung. Heute ist sie ein Industriestandort und Hauptquartier der Navigationsabfertigung der Swir. In der Stadt gibt es ca. 20 Betriebe.
Hinter Podporožje befindet sich die 2. Schleuse mit dem Oberswir-Wasserkraft- werk, die wir nun ungefähr um 19.00 passieren müssen. Die Distanz zwischen der
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ersten und zweiten Schleuse beträgt 43 km. Das Wasserkraftwerk liegt inmitten von Schiffswerften, Holzstapelplätzen und Frachthäfen. Es gibt einige besondere Dinge in der und um die Schleuse herum zu sehen.
Auf den Türmen befinden sich Relieftafeln, die den Bau der Schleuse darstellen. Die unteren Türme werden von gipsernen Hammerund Sichelskulpturen gekrönt, auf denen eiserne Nachbildungen verschiedener Schiffe stehen.
Die 4 Modelle stellen die Geschichte der Schifffahrt dar: ein Segelboot, eine Galeere, ein Dampfschiff und ein Motorschiff.
Die Einkammerschleuse des Wasserkraftwerks, in der eine weitere Hebung um 14 m erfolgt, ist 281 m lang, 21,5 m breit und 4,5 m tief. Der Bau der Anlage begann im Jahre 1932, wurde durch den Krieg unterbrochen und erst 1951 abgeschlossen. Die Leistung des Wasserkraftwerks beträgt 16.000 Kilowatt. Auf dem Damm, auf der Höhe von 30 m, liegt eine Autostraße, die St. Petersburg mit Karelien verbindet.
Ab hier wird die Swir bis zum Onegasee gestaut, wodurch sich der Wasser-Spiegel teilweise über 1 m erhöht hat. Der Fluss weitet sich zum Ivinsker Becken aus. Auf der Strecke dorthin befanden sich früher die berüchtigten Stromschnellen der Swir. Hier fuhren Schiffe ca. 90 km nur einzeln. An den Ufern gibt es keine größeren Ortschaften. Das ist dadurch zu erklären, dass sich der Wasserspiegel gehoben hat und die dort gelegenen Dörfer ins Landesinnere verlegt wurden. Das Ivinsker Becken liegt in einem eiszeitlichen Talkessel. Dieser künstlich angelegte See hat eine Fläche von 117 qkm.
Die Swir erreicht bei der Stadt Voznesenje (deusch bedeutet Himmelfahrt) den Onegasee. Diese Stadt bekam ihren Namen von dem Himmelfahrtskloster, das hier im 16. Jh. errichtet wurde. Mit der Eröffnung des Onega-Umleitungskanals im 19. Jahrhundert wurde die Stadt recht groß, so dass sie sich heute beiderseits des Ufers erstreckt.
Und jetzt ein paar Worte vom Onega See. Der Onega See ist der zweitgrösste Binnensee Europas. Er erstrckt sich über fast 10.000 qkm. Die Länge beträgt 248 km, die maximale Breite ist 90 km. Die mittlere Tiefe — 30 m, die maximale —120 m. Der altrussische Name Onego, karelisch und finnisch Ääninen, liegt im Nord-Westen Russlands in Karelien, im Gebiet Leningrad und Wologda. Das nördliche und nordwestliche Ufer ist felsig und mit grossen Buchten, das südliche Ufer ist niedrig und eben. Am See gibt es zahlreiche kleine Inseln, die die Landschaft besonders schön und reizvoll, den Schiffverkehr aber schwer machen. Der See hat mehrere Zuflüsse, aber nur einen Abfluss — die Swir zum Ladoga See. Vom November bis zum Mai ist der Onega mit Eis bedeckt. Der Wasserablauf aus dem Onega See in den Fluss Swir wird von einem Staudamm des Wasserkraftwerkes Werchneswirsk reguliert. Der See ist schiffbar und fischreich. Durch den Wolga-Ostsee-Wasserweg ist der Onegasee mit dem Stromgebiet (Einzugsgebiet) der Wolga verbunden.
Von 8.00 bis 12.00 Uhr morgen vormittags ist ein Aufenthalt auf Kishi mit einem Landgang über das Gelände des berühmten Kishi Freilichtsmuseums für Holzbaukunst vorgesehen. Der Besuch dieser Museumsinsel ist ein Muss in der touristischern Landkarte Russlands. Die mit silbrig schimmernden Holzschindeln gedeckten Kirchen sind der Inbegriff nordrussischer Holzbaukunst geworden. Die Insel ist 6 km
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lang, einen km breit und leicht hügelig. Neben den Museumbauten gibt es auf der Insel nur den Anleger, ein Restaurant und im westlichen Teil einige Gehöfte. Im Winter leben ca. 100 Menschen auf Kishi, im Sommer können es bis zu 2.000 sein. Den Kern des Museums bilden einige Gebäude des Dorffriedhofes und einige Bauernhäuser, die im 18./ 19. Jahrhundert auf der Insel selbst gebaut wurden. Heute sind 82 Denkmäler der Holzbaukunst, Gegenstände des täglichen Gebrauchs und der angewandten Kunst zu besichtigen. Eröffnet wurde das Museum 1966. Die 22kupplige Verklärungs-Kir- che, die zu einem Gebäudekomplex des Museums gehört, ist eine Sommerkirche, d.h. es wurden nur Gottesdienst in dem kurzen nordischen Sommer abgehalten.
Man unternimmt einen Fussweg durch den interessantesten Teildes Museums an der Südseite der Insel, der ca. 2 Stunden dauert. Der Weg ist gut begehbar, dennoch sollte man auf festeres Schuhwerk nicht verzichten. Im Freilichtmuseum ist das Rauchen untergesagt.
So, werte Reisegäste, dies wäre alles mit der Streckeninformation für den Moment und die nächste Streckeninformation kommt dann morgen nach der Abfahrt aus der Insel Kishi. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Ihre Reiseleitung wünscht Ihnen einen angenehmen Abend noch am Bord des Schiffes.
Kishi — Goritzy |
Kurz nach dem Verlassen von Kishi |
Schönen guten Tag, liebe Gäste, hier ist Ihre Reiseleitung mit der Streckeninformation. Vor wenigen Minuten hat unser Schiff die Insel Kishi verlassen und den Kurs auf Goritzy genommen. Vor uns liegt eine Strecke von 375 km. Unsere Fahrt dauert 27 Stunden. Die Fahrt geht zuerst 176 km auf dem Onega See in südöstlicher Richtung und dauert bis zum Ort Wytegra ca. 9 Stunden.
Der Onega See ist ein Süsswassersee und zweimal kleiner als der Ladogasee, aber immer noch grösser als alle anderen europäischen Seen. Er erstreckt sich über eine Fläche von 9.890 qkm (zum Vergleich: der Bodensee hat 539 qkm). Der See hat die Form eines Krebses, der mit seinen Scheren nach Nord-Westen zeigt und eine Halbinsel bildet. Die in vielen Buchten zerschnittenen nördlichen Ufer sind steil mit vielen Klippen und vorgelagerten Felsen und mit Nadelwald bewachsen. Es gibt im Nordteil 1650 Inseln mit insgesamt einer Fläche von 250 qkm.
Das Wasser des Sees ist einzigartig: so dunkel wie es ist, scheinte es undurchsichtig. Von der chemischen Zusammensetzung her gleicht es jedoch fast destilliertem Wasser. An den Ufern des Sees befinden sich die grössten Granitfundstellen des Landes. Viele repräsentative Bauten in Moskau und St. Petersburg sind mit karelischem Stein gebaut: grauer und rosa Granit, Marmor und schwarzer Schiefer.
Der See liegt in Karelien. Und Karelien befindet sich im Nordwesten des europäischen Teils Russlands. Das Territiorium hat eine Fläche von 172.400 qkm. Die Einwohnerzahl beträgt 800.000 Menschen, darunter 90.000 (12 %) Karelier. Im Karelien leben Russen, Finnen, Wepsen und andere Nationalitäten. Auf dem Territorium der Republik liegen 15 administrative Kreise und 13 Städte. Das Relief Kareliens bildet eine hügelige Ebene mit zahlreichen Seen, die miteinander durch Flüsse verbunden
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sind. Das Klima ist feucht und kühl. Die durchschnittliche Temperatur im Februar beträgt —9 bis —13 Grad, im Juli +14 bis +16 Grad. Karelien ist reich an Bodenschätzen: Eisen, Buntmetalle, Glimmer, Granit und Marmor. Die führenden Industriezweige sind: Holzverarbeitung, Papierund Zellstoffindustrie, Maschinenbau, Bergbau und Metallbearbeitung. Die Landwirtschaft spezialisiert sich auf Milchproduktion. Im Süden Kareliens wird Roggen, Gerste und Hafer angebaut. Eine wichtige Rolle spielen Fischfang und Pelztierzucht. Verkehrsmässig ist Karelien durch die Eisenbahn und den Weissmeer-Ostsee-Kanal erschlossen.
Karelien hat seine eigene Sprache — Karelisch, die wiederum verschiedene Mundarten hat.
Die Hauptstadt von Karelien ist Petrosawodsk. Der Name der Stadt erklärt ihre Entstehung: 1703 wurden auf Befehl Peter des Ersten in Karelien mehrere Gusseisenwerke gegründet. Um das Werk, in dem an den Ufern des Flusses Lososinka Waffen geschmiedet wurden, entstand die Peterssiedlung.
Das heutige Petrosawodsk ist das industrielle, wissenschaftliche und kulturelle Zentrum Kareliens. In Petrosawodsk wird die Hälfte der Gesamtproduktion Kareliens hergestellt. Ausserdem gibt es in der Stadt eine Universität, eine Philharmonie, mehrere Hochschulen, Theater und Museen.
Und nach dem Verlassen des Onega Sees fährt unser Schiff gemäß dem Fahrplan um 19.30 Uhr in den Fluss Wytegra ein. Der Fluss Wytegra ist 64 km lang, entspringt dem Matko See und fliesst in den Onega See. Hier beginnt der Abschnitt, in dem fünf Schleusen in kurzem Abstand aufeinander folgen. Insgesamt wird unser Schiff in 6 Schleusen um 80 m gehoben.
Die Nr. 1 Wytegra-Schleuse ist die erste von den 6 Schleusen der Kaskade. Die Schleusen Nr. 1–6, die wir ab 19.30 bis 00.40 passieren werden, haben eine Länge von 264 m und erfordern mit ihrer Breite von 17,7 m einiges an Geschick, da sie nur einen Meter breiter sind als unser Schiff.
Am Fluss Wytegra bei der Schleuse Nr.1 befindet sich auch die gleichnamige Stadt. Die Stadt Wytegra hat 1773 die Stadtrechte erhalten. Und 1952 wurde hier die Hauptverwaltung für den Bau des Wolga-Ostsee-Wasserweges gelegt, und 12 Jahre lang blieb die heranwachsende Stadt das Hauptquartier der grössten Baustelle der damaligen UdSSR.
Zum 100järigen Jubiläum wurde die Stretenskij-Kathedrale errichtet, die im Panorama der Stadt gut auszumachen ist. Heutzutage hat die Stadt Wytegra 13.000 Einwohner, Hauptverwaltung des Kanals mit ca. 600 Mitarbeiter, eigenem Maschinenpark mit Baggern, Schleppern, Tauchstationen und Versorgungsschiffen.
Die Ortschaft Dewjatin ist sehr malerisch am hügeligen linken Ufer gelegen. Bei gutem Wetter soll man den Onega See sehen können. Erhalten ist die Himmelfahrtskirche von 1770.
So, sehr verehrte Gäste, es wäre alles mit der Streckeninformation für diesmal und die nächste Streckeninformation ist dann morgen um 11.45. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Reiseleitung wünscht Ihnen einen angenehmen Tag.
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Kishi — Goritzy |
Am nächsten Tag nach dem Verlassen von Kishi |
Am Abend und in der Nacht haben wir 6 Schleusen und sind jetzt auf dem Plateau der Wasserscheide.
Wir passierten den Ort Rubesch („Grenze“), der seinen Namen erhielt, weil er direkt an der Wasserscheide liegt. Er befindet sich an dem Abschnitt des ehemaligen Mariensystems, an dem die meisten Schleusen lagen. Der Ort liegt auch etwa in der Mitte zwischen dem Onega See und dem Weissen See und damit den nächst größeren Orten. Deshalb gab es hier schon früh ein Krankenhaus mit 40 Betten für die Bauleute und Schiffer.
Am linken Ufer war das historische Dorf Annenskij Most (Annen Brücke). Seinen Namen erhielt das Dorf von der alten Schleuse der heiligen Anna und dewr zugehörigen Brücke. Hier leben Fischer, Waldarbeiter und Beschäftigte der Holzindustrie.
Einige Kilometer weiter nach Süden war der Verbindungskanal zwischen Wytegra und Kowscha, der die Wasserscheide zwischen den beiden Flüssen überwandt und so die Wolga mit dem Ostseebecken verbindet.
Jetzt befahren wir den Weissen See. Der Weisse See hat eine Ost-West-Ausdeh- nung von 46 km, seine Breite beträgt 33 km, die Tiefe nicht mehr als 6 m. Die Fahrt durch den Weissen See dauert ca. 2,5 Stunden. Der Weise See war, ungeachtet seiner geringen Grösse eine schwierige Passage innerhalb des Mariensystems. So, z.B. hat im Herbst 1832 ein kräftiger Sturm 62 Schiffe auf dem See zum Kentern gebracht und geschädigt. Bei Wind, der vorherrschend aus nördlicher Richtung kommt, können die Wellen bis zu eineinhalb Metern erreichen. Öfter als an anderen Stellen des Wasserweges kommt es auf dem See zu Nebelbildung.
Direkt an der Ausfahrt aus dem See passiert unser Schiff eine ehemalige Kirche, die überschwemmt im Wasser steht. Die Christi-Geburtskirche gehörte zu der Ortschaft Krochino. Diese wurde 1673 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Sie entwickelte sich nahe einem Kloster, das an der Quelle der Scheksna aus dem Weissen See im 15. Jh. von dem ersten Belosersker Fürsten Gleb gegründet worden war. Mit der Eröffnung des Kanals um den Weissen See 1846 war es mit der Grösse aber schnell vorbei, da die meisten Schiffe Krochino nicht mehr anfuhren. Die Ortschaft wurde bis auf die Kirche abegetragen und 1960 überflutet.
Bald erreichen wir die nächste Station in unserer Reise — Goritzy, wo Sie das Ki- rillow-Beloserskij Kloster besuchen werden.
Das Kloster wurde 1397 von einem Mönch aus dem Moskauer Simonow-Kloster gegründet: Kirill. Es entwickelte sich ständig und wurde im 16. Jh. zum grössten feudalen kulturellen Zentrum des Gebietes. Es gab eine bedeutende Bibliothek, es arbeiteten hier Maler, Holzschnitzler, Silberschmiede und es entwickelte sich eine eigene Schule des Chorgesanges. Die Mauern des Klosters erreichen eine Länge von fast zwei Kilometern. Von besonders hohem Wert ist die Ikonensammlung des Museums. Die Besonderheit besteht darin, das in den verschiedenen Klosterkirchen fast ausnahmslos die Ikonostasen datiert erhalten geblieben sind. Von besonderer Bedeutung im Kirillow-Museum sind die Werke des Ikonenmalers Dionissij. Die Ikonenmalerei im
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Kirillow-Kloster wird zu den traditionellen gezählt. Neben den Ikonen werden Gegenstände der angewandten Kunst, alte Handschriften, Waffen und archäologische Ausgrabungen gezeigt.
40 km nördlich von Kirillow beginnt das Belosersker Gebiet, das seinen Namen vom Weissen See (Beloe Osero) erhielt. Das Gebiet ist zentral gelegen, war reich an Fischen und Pelztieren, wurde aber nie zum Zankapfel der angrenzenden Fürstentümer. Moskau verleibte sich das Gebiet 1389 ein.
Wernn wir auf der Backbordseite (also links voraus) den strahlend weissen Komplex eines direkt am Ufer gelegenen Klosters erblicken, haben wir das Auferstehungs-Non- nenkloster in Goritzy erreicht. Es steht heute auch unter der Kirillower Museumsverwaltung. Die Kirchen und Gebäude sind baufällig und es wurde wenig restauriert. Es handelt sich um ein Frauenkloster, das 1544 von Jefrosinia, einer Schwiegertochter Iwan des Grossen, gegründet wurde. Und wie die Ironie des Schicksals es will, wurde sie etwa 20 Jahre später von Iwan dem Grossen nach einem Komplott in das Kloster verbannt. Ihr Mann Andrej Staritsky wurde in Moskau hingerichtet. In den nächsten Jahrhunderten wurde das Kloster zu einem Verbannungsort für in Ungnade gefallene Frauen. Bis zu 500 Frauen sollen sich dort (unfreiwillg) aufgehalten haben.
Etwa 7 km landeinwärts von Goritzy über den Berg Maura in südöstliche Richtung nach Kirillow. Die nächste Streckeninformation kommt heute um 18.30 nach der Abfahrt aus Goritzy. Wir wünschen Ihnen einen interessanten Ausflug in Goritzy und zum Kirillow-Kloster.
Goritzy — Jaroslawl |
Am Nachmittag |
Guten Tag, liebe Gäste, hier ist Ihre Reiseleitung mit der Streckeninformation. Wir haben soeben Goritzy verlassen und fahren in Richtung Jaroslawl weiter. Die Strecke von Goritzy bis Jaroslawl beträgt 390 km und die Fahrt dauert ca. 23 Stunden.
Nach 5 Stunden auf der Scheksna kommt das Schiff zu den Doppelschleusen Nr. 7 und Nr. 8. Hier wird unser Schiff um über 13 m gesenkt. Die Schleuse war so überlastet, weshalb 1990 die Bauarbeiten für eine zweite Schleusenkammer begonnen wurden. Und jetzt liegt die Schleuse Nr. 8 parallel zur alten.
Das Teilstück von der Schleuse, bis zur Stadt Tscherepowez wird Tscherepowezer Stausee genannt. Der See, gestaut durch eine Wehr am Tscherepowezer Kraftwerk, wurde 1963–1964 geflutet. Er verbesserte die Navigationsbedingungen und dient der Stromerzeugung. Die Stadt Tscherepowez ist ein Indusriezentrum im Wologodsker Gebiet mit heute 400.000 Einwohnern. Entstanden ist die Stadt im 14. Jh. als Siedlung um das Auferstehungs-Kloster. Später war es bekannt als Handelsund Handwerkerdorf. Mit dem Bau des Wolga-Ostsee-Kanals waren die verkehrstechnischen Vorausetzungen zur weiteren wirtschaftlichen Erschliessung des Gebietes gegeben: es wird hier Eisen, Stahl und Walzgut erzeugt.
Danach fährt unser Schiff eine Strecke von 205 km auf dem Rybinsker Stausee. Die Fahrt über den Stausee dauert 12,5 Stunden. Das „Rybinsker Meer“ gehört zu den grössten künstlich angelegten Gewässern der Welt. Drei Gebiete Russlands —Wologda, Twer
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und Jaroslawl grenzen an diesen Stausee. Es wurde in den Jahren 1941–1946 geflutet, d.h. im Laufe von 6 Jahren. Die Länge des Stausees ist mehr als 200 km, die maximale Breite 60 km. Die maximale Tiefe ist mehr als 20 m. Der Stausee besteht aus einem grossen und drei kleineren Teilen, die durch die Abflüsse der Flüsse Wolga, Mologa und Scheksna gebildet werden. Der Stausee wurde angelegt, um die Schiffartsbedingungen zu verbessern, die Energie und Wasserversorgung zu gewährleisten.
Der Rybinsker Staudamm hebt den Wasserstand der Wolga um 14 m. Der Wasserstand ist nicht stabil, die Schwankungen erreichen 5 und mehr Meter. Beim Bau des Stausees wurden mehr als 700 Ortschaften umgesiedelt und überschwemmt. Durch diesen Stausee werden die Wolga und ihre Nebenflüsse mit der östlichen Barentssee und dem Weissen See verbunden.
Der Rybinsker Stausee ist ein riesiges Labor des „Forschungsinstituts für Biologie der Stauseen der Akademie der Wissenschaften Russlands“. Er veränderte die Geographie dieser Region, beeinflusste den Fischfang und das Leben der Schwimmvögel und ihre Existenzbedingungen. Es gibt Hechte, Brassen, Barsche, auch Flussgründlinge (Karpfen). Hier nisten bis zum Spätherbst Enten, Gänse, Möwen, Reiher und Schnepfen.
Morgen früh kommen wir an der Ausfahrt des Stausees an die Rybinsker Schleuse und befahren dann die Wolga in süd-östlicher Richtung nach Jaroslawl. Ihre Reiseleitung meldet sich mit der nächsten Strekeninformation morgen um 9 Uhr, bevor wir in die Rybinsker Schleuse einfahren werden.
Goritzy — Jaroslawl |
Am frühen Morgen |
Einen wunderschönen Guten Morgen sehr verehrte Damen und Herren. Schiff voraus können wir in der Ferne bereits das Gebäude der Rybinsker Schleuse erkennen. Bevor wir diese erreichen, sehen Sie auf der Steuerbordseite, an der Spitze des Einfahrtkanals zur Schleuse, eine der schönsten, Wolgaskulpturen, die 24 m-hohe allegorische Frauenfigur. Diese verkörpert „Mütterchen Wolga“. Mit der rechten Hand zeigt sie auf die Wolga, die hier, von Westen kommen, durch die Schleuse Richtung südosten weiterließt. Zu ihren Füssen sehen wir eine Möwe.
An der Innenseite des zentralen Turms der Schleuse selbst ist das Relief „Stepan Rasin an der Barke“ zu sehen. In 2–17 km Entfernung liegt beiderseits der Wolga die altrussische Stadt Rybinsk. Die Stadt wurde im Jahre 1777 als Fischerdorf gegründet. Früher war Rybinsk als „die Stadt der Treidler“ bekannt. Heute ist es ein Grossindusriezentrum mit einer Einwohnerzahl von 260.000.
Die 2 wichtigsten Bauwerke der Stadt sind auf der Steuerbordseite zu sehen: Christi-Verklärungskirche (1838–1851 errichtet); Hauptgebäude aus dem 19. Jh. (Messegebäude).
40 km von Rybinsk entfernt liegt die Stadt Tutajew. Diese Stadt wurde im Jahre 1822 aus zwei Städten Romanow (14. Jh.) und Borisoglebsk (15. Jh.) gegründet. Bis 1918 trug die Stadt den Namen Romanow-Borisoglebsk. Im Jahre 1918 wurde sie in Tutajew umbenannt. Hier gibt es ausgebaute Leichtund Nahrungsmittelindustrie.
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Tutajew ist als Zentrum der Schafzucht der Romanower Rasse bekannt. Heute ist Tutajew ein architektonisches Denkmal der 17.–18. Jahrhunderts.
Jaroslawl ist heute nicht nur die Stadt der schönsten Kirche, sondern auch eine Industriestadt. Nahrungsmittel, Lacke, Farben, Textilien und Schnittholz wurden bereits hier Anfang des 20. Jh. produziert. Heute in Jaroslawl auch erdölverarbeitende Leichtund andere Industrie vertreten. Zum ersten mal auf der Welt wurden in Jaroslawl Autoreifen aus synthetischen Kautschuk hergestellt. In der Textilfabrik hat die erste Kosmonautin der Welt Walentina Tereschkowa gearbeitet.
Ab 16 Uhr werden wir in der Stadt Jaroslawl sein. Dann wünschen wir Ihnen einen interessanten Aufenthalt in dieser schönen altrussischen Stadt. Ihre Reiseleitung.
Uglitsch — Moskau |
Am Nachmittag |
Guten Tag, liebe Gäste, hier ist Ihre Reiseleitung mit der Streckeninformation. Wir haben die Stadt Uglitsch verlassen und fahren in Richtung unserer Endstation — Moskau. Die Strecke von Uglitsch bis Moskau beträgt 266 km und die Fahrt dauert ca. 23 Stunden.
In wenigen Minuten passieren wir die Ugltscher Schleuse. Das Schiff wird um 11 Meter gehoben. Danach befahren wir den Uglischer Stausee. Die Streckenlänge ist 143 km. Etwa 50 km von Uglisch entfernt liegt der Glockenturm der überfluteten Nikolaus-Kirche der Stadt Kaljasin. Der Glockenturm erhebt sich aus dem Wasser. Bis zum Bau des Uglitscher Stausees stand er auf dem Marktplatz der Stadt. Die anderen Gebäude der zu überschwemmenden Stadt wurden abgerissen, der Glockenturm blieb aber zum Andenken erhalten. Ungefähr in 2,5 Stunden fährt unser Schiff am Glockenturm Kaljasin vorbei und lässt diesen auf der Backbordseite liegen. Das ist ein schönes und attraktives Fotomotiv.
Etwa um 19.00 Uhr machen wir einen technischen Halt vor Moskau — nicht weit von der Stadt Kimry. Sie ist seit ihrer Gründung im 14. Jh. als Zentrum der Lederund Schuhherstelleng bekannt. Die Stadtrechte 1919 erteilt. Heute gibt es neben anderen Industriezweigen vorzugsweise grosse Schuhfabriken.
Noch 25 km weiter ist die letzte Stadt an der Wolga — Dubna. Diese Stadt wurde im Jahre 1956 als Atomforschungszentrum des Landes gegründet. Die Einwohnerzahl von Dubna beträgt 70.000. In Dubna verbinden sich die Gewässer von Wolga mit dem Moskwa-Kanal. Der 128 km lange Moskwa-Wolga-Kanal wurde in nur vier Jahren von September 1932 bis Mai 1937 gebaut, wobei ein Höhenunterschied von 50 m überwunden werden musste. Dafür wurden zehn Schleusen vorgesehen. Die kurze Bauzeit konnte nur durch eine große Anzahl von Menschen erreicht werden. Zeitweise arbeiteten bis zu 40.000 Personen, zu einem Großteil auch Kriegsgefangene, mit Schaufeln und Schubkarren gleichzeitig auf der Baustelle. Maschinen setzten die Bauverantwortlichen nur sehr begrenzt ein. Es wurden nur 170 Bagger genutzt. Bedenkt man, dass für den 1869 errichteten Suezkanal 10 Jahre nötig waren und nur 1/3 der Erdarbeiten anfielen, so hat man eine Vorstellung, wie hart die Arbeitsbedingungen waren.
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Die zuerst aus Steinen errichtete Uferbefestigung erwies sich im Laufe der Zeit als nicht dauerhaft, so dass diese Betonplatten weichen mussten. Von dieser Notwendigkeit konnten wir uns selber an den Wellen der 70 km/h schnellen Tragflächenboote vom Typ „Raketa“ überzeugen. Die Abdichtung der Kanalsohle und —böschungen erfolgt durch Tonerde.
Die einzelnen Schleusen stimmen alle in ihren Abmessungen und ihrem Aufbau überein. Die Länge beträgt 290 m, die Breite 30 m. Der Einlauf am Oberhaupt erfolgt über einen in Stufen versenkbarem Segmentverschluss. Am Unterhaupt befinden sich Stemmtore. Während des Absenkens des Wasserspiegels fließt das ausströmende Wasser durch seitliche Umleitungen an diesen vorbei ins Unterwasser.
Für die Aufrechterhaltung der Wasserstände und der Wasserversorgung Moskaus installierte man fünf Pumpstationen mit fünf Kaplanpumpen von je 25 m³/s Leistung. Anfangs errichtete man erst zwei Stationen, die restlichen baute man im Zuge des ständigen Wachstums der Millionenmetropole. Dieses System ist weltweit nur hier verwirklicht worden, normalerweise wird hierfür ein Extrakanal bzw. eine Extrarohrleitung vorgesehen. Die Wasseraufbereitung geschieht in einem Stausee, in dem das Wasser drei Monate absteht. Die Hauptaufbereitungsanlage befindet sich 19 km oberhalb davon. Ein Teil des aus der Wolga entnommenen Wassers dient auch als Zufluss zur Moskwa, um eine ganzjährige Schiffbarkeit zu gewährleisten.
Das Schleusensystem am Moska-Wolga-Kanal besteht aus 6 Schleusen. Die Schleuse Nr. 1, wo unser Schiff um 11 m gehoben wird, passieren wir ca. um 21.45 Uhr. Weiter ist der Anleger „Grosse Wolga“ mit einem Leuchturm und dem 15-m-hohem Lenin-Denkmal. Zwischen den Schleusen Nr. 2 und Nr. 3 liegt die Dimitrow aus dem 12. Jh. Mit 66.000 Einwohner und einer Reihe von Sehenswürdigkeiten aus dem Mittelalter. Die schönste von allen sechs ist die Schleuse Nr. 3, die mit Bronzemodellen der Caravelle Colunbus „Santa Maria“ geschmückt ist. Die Gesamthebung in allen 6 Schleusen beträgt 49 m. Die letzte Schleuse Nr. 6 müssen wir am frühen Morgen passieren.
So, liebe Reisegäste, dies war die Streckeninformation. Wir bedanken uns bei Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Ihre Reiseleitung wünscht Ihnen einen stimmungsvollen Abend am Bord.
