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Практикум по переводу научных и публицистических текстов с немецкого языка на русский

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Перевод научных текстов

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wird, liegt dann vor, wenn in einem Translat die linguistischen Normen des Sprachsystems eingehalten werden, aber aus mangelnden Kulturkenntnissen gegen die »Üblichkeitsnormen« im Sprachverhalten verstoβen wird, und zwar durch die Übertragung eigener Verhaltensmuster. So wäre in unserem eingangs erwähnten Beispiel die äuβerung »Where are you going?«, die nicht als Frage, sondern mit rein phatischer Funktion als Auftakt in einem Begrüβungsritual gemeint war, ein klassischer Fall der kulturbedingten Interferenz, wobei die Angesprochene gerade durch die rein linguistische »Richtigkeit« des Satzes umso mehr in die Irre geleitet wurde.

Задания к тексту:

1.Прочитайте текст. Уясните: 1) почему произошло курьезное непонимание между людьми, представляющими разные культуры, при условии, что оба собеседника владеют английским языком (первый абзац); 2) какие две нормы имеет

ввиду автор статьи (пятый абзац) и как они влияют на процесс перевода?

2.Найдите соответствия терминам: Muttersprachler m, Begrüβungsformel f, transkodieren, interkulturell, Kommunikation f, Regelsystem, Zeicheninventar n, Sprache als Verhalten, Intention f, Sprechakt m, Ergänzungsfrage f, strukturalistisch, Sprache als Kode, Übersetzungswissenschaft f, Umkodierung f, Substitution f, Translation f, kultureller Transfer, Sprachmittlung f, Kulturmittlung f, Übersetzungseinheit f, Ausgangssachverhalt m, Kollokationsmöglichkeit f, Sprachgebrauch m, Translat n, phatische Funktion.

3.Переведитесловаисловосочетания:ungläubigesStaunen; sich danebenbenehmen; schieflaufen; der südindische Sprecher; die englischsprachige Kultur; Fehlkommunikation; im Brennpunkt des Interesses stehen; erwartungskonform; Konsequenzen ziehen; bezüglich der grammatischen Regeln der Wortbildung oder Kollokationsmöglichkeiten; eingangs erwähnt; in die Irre leiten.

4.Обратите внимание на контекстуальные значения модальных глаголов в четвертом абзаце и продумайте возможные переводы глагола können.

5.Переведите текст; проанализируйте вашу переводческую стратегию и использованные переводческие приемы.

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Marry Snell-Hornby

INTERFERENZ IM SPRECHAKT

DiekulturbedingteInterferenzkommtkeineswegsnuralsseltenesPhänomen exotischer Völkergruppen vor, wie unser fernöstliches Beispiel vermuten lassen könnte, sondern ist auch in der innereuropäischen Übersetzungspraxis geradezu alltäglich. Mit authentischen Beispielen könnte man Bände füllen. So liest man auch zu Beginn des wegweisenden Buches von Hönig/Kuβmaul:

GOOD BYE IN LAKE PLACID konnte man 1976 auf einer riesigen Leuchtschrift lesen, als die Olympischen Winterspiele in Innsbruck in einer Schlussveranstaltung zu Ende gingen. Millionen von Zuschauern an den Fernsehapparaten konnten diese wahrhaft olympische Fehlleistung bewundern — von Protesten wurde nichts bekannt. (1982, 9)

DenAusgangstext kann man bei diesem Beispiel mühelos diagnostizieren als die im deutschen Kulturraum in der gegebenen Situation übliche Wendung »Auf Wiedersehen in Lake Placid«. Auch hier liegt ein Fall von kulturbedingter Interferenz vor, auch hier hatte sich der Übersetzer lediglich an den einzelnen Sprachzeichen orientiert, wohl in der Vermutung, Auf Wiedersehen »heiβe« einfach Goodbye. Die Aufgabe des Übersetzers war es aber auch hier, nicht die Wörter, sondern den Sprechakt in der englischen Sprache neuzugestalten: In diesem Fall handelt es sich um einen Abschied auf Zeit, bei dem die Aufmerksamkeit auf das Wiedersehen gelenkt wird. Im Sprachgebrauch ist Goodbye jedoch keineswegs identisch mit Auf Wiedersehen: etymologisch geht die Wendung auf »God be with ye« zurück, und somit wird die Aufmerksamkeit auf die Trennung gelenkt und nicht auf die nächste Begegnung. Auch wenn im heutigen Englisch Goodbye so flexibel verwendet wird, dass meistens mit einem Wiedersehen irgendwann gerechnet wird, ist es unter manchen Bedingungen nicht akzeptabel, und zwar wenn im Rahmen des Abschieds Ort, Zeit oder sonstige Einzelheiten der nächsten Begegnung explizit genannt werden, wie im vorliegenden Fall. Ganz undenkbar wäre die Wortsequenz »Goodbye in Lake Placid« im Rahmen des englischen Sprachsystems aber nicht, solange sich die Ortsangabe auf den Abschied bezieht; möglich wäre sie zum Beispiel als Titel eines Kriminalromans mit der Bedeutung »Abschied in Lake Placid (etwa als Anspielung auf den Mord). Als rein linguistischer Normverstoβ auf der Innsbrucker Leuchtschrift wäre also nur die Schreibweise Good bye zu bezeichnen. In der hier intendierten Funktion jedoch ist der Satz »Goodbye in Lake Placid« eine peinliche Übersetzerische Fehlleistung. Eine Lösung

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ist allerdings nicht leicht, und der übersetzer muss sich nicht nur in den englischen Abschiedsformeln, sondern auch in den verschiedenen sozialen Konventionen im Sprachverhalten auskennen. Ein weiteres Merkmal der gebräuchlichen deutschen Wendung »Auf Wiedersehen in…« kann mit Bezug auf die Sprechakttheorie so formuliert werden: der Adressat ist die Allgemeinheit, bestimmte Personen werden nicht angesprochen. Im englischen Kulturraum kennt man zwar eine Abschiedsformel, die den Blick auf die nächste Begegnung lenkt, und zwar »See you again in…«, aber sie ist direkter und persönlicher als die deutsche Wendung, dazu auch etwas salopp im Stil, und deshalb für die gegebene Situation nicht ideal. Da aber bei einem solchen Anlass ein Abschied dieser Art im Englischen ohnehin nicht spontan entstanden wäre, hätte der Übersetzer auch folgendermaβen argumentieren können: Die deutsche Wendung »Auf Wiedersehen« ist so bekannt (auch oft bei denjenigen, die sonst kein Deutsch können), dass es durchaus zu verantworten wäre, diesen deutschen Brauch in deutscher Sprache zu belassen — und dazu, für diejenigen, die nicht wissen, was das bedeuten soll, in kleineren Buchstaben als Übersetzung erkennbar, der Text »See you again in Lake Placid«.

Задания к тексту:

1.Прочитайте текст. Уясните, почему ошибся переводчик, приравнявший немецкую формулу прощания Auf Wiedersehen

английской Goodbye в слогане «Auf Wiedersehen in Lake Placid»? Сопоставьте формулу прощания: Auf Wiedersehen — Goodbye

впредложениях с обстоятельствами места и времени.

2.Найдите соответствия следующим словам: authentisch, diagnostizieren, Ausgangstext, flexibel, akzeptabel, explizit, Wortsequenz, Normverstoβ, intendierte Funktion, salopp, spontan, Schlussveranstaltung, Fehlleistung; обратите внимание на значения глагола heiβen в предложении …Auf Wiedersehen heiβe einfach Goodbye.

3.Продумайте варианты перевода глагола können в предложении …hätte der Übersetzer auch folgendermaβen argumentieren können: Die deutsche Wendung «Auf Wiedersehen» ist so bekannt (auch oft bei denjenigen, die sonst kein Deutsch können)…

4.Первая цитата в тексте содержит игру слов: Olympische Winterspiele — olympische Fehlleistung — обратите внимание

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на орфографический нюанс! В этой же цитате словосочетание von Protesten wurde nichts bekannt имеет, несомненно, эмоциональный компонент. Учтите при переводе!

5.Определите стратегию перевода относительно английских слов и словосочетаний: сохранение с внутренним переводом, сохранение со сноской, снабжение текста перевода поясняющей сноской/сносками. Перевод этого текста предполагает некоторый уровень знания и английского языка либо возможность воспользоваться справочной литературой по английскому языку: как известно, в современных немецких текстах вкрапление английских слов и словосочетаний — обычное явление.

6.Переведите текст; обобщите работу по интерпретации

ипереводу в аналитическом комментарии.

K. H. Kasper, D.Wuckel

DRAMATIK

Der dramatische Schriftsteller drückt sein Wirklichkeitsverständnis als widerspruchsvolle Handlung zwischen Figuren in Rede und Gegenrede aus. Handlung und Fabel sind Grundvoraussetzungen für das Drama. Die Handlung umfasst alle Schritte des dramatischen Geschehens, auch die Vorgänge im Inneren der Figuren und die episodischen Situationen und Begebenheiten. Sie umschlieβt auch die verdeckte Handlung, die sich zwischen den Akten und Auftritten oder hinter der Bühne vollzieht und die z. B. in der Form des Botenberichtes oder der Teichoskopie (Mauerschau) dramatisch vergegenwärtigt wird. Die Fabel, von Aristoteles als »Seele« des Dramas (Aristoteles. S. 29), von B. Brecht als »Herzstück« bezeichnet (Brecht, Organon, 1964. S. 53), bedeutet chronologische und logisch-kausale Verknüpfung der wesentlichen Begebenheiten der Handlung zu einem Geschehnisund Sinnzusammenhang.

Die Forderung des Aristoteles nach Einheit der Handlung, nach Darstellung einer ganzen und in sich abgeschlossenen Handlung, enthält »die Forderung nach gröβter Präzision, gröβter Dichte und gröβter Einfachheit der dramatischen Mittel« (Dürrenmatt, S. II). Das aristotelische Prinzip der Einheit der Handlung garantierte an Höhepunkten der Dramenentwicklung, in Werken Shakespeares, der deutschen Klassik und des kritischen Realismus, völliges poetisches Ausschöpfen der einheitlichen und in sich geschlossenen

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Begebenheit, psychische Intensität der Figurengestaltung und leichte überschaubarkeit des dramatischen Geschehens. Die Ausdehnung des Prinzips der Einheit der Handlung auch auf die Behandlung von Schauplatz und Zeit, die Theorie von den drei Einheiten, führte im klassizistischen französischen Drama zu Wirklichkeitsverlusten, die besonders gegenüber dem vorausgegangenen Drama Shakespeares augenfällig sind. Lessing verteidigte daher nur die Einheit der Handlung, nicht auch die Einheiten des Schauplatzes und der Zeit.

Eine weitere wichtige Kategorie des Dramas ist der Konflikt bzw.die Kollision als höchste Zuspitzung der dramatischen Widersprüche. Aber nicht in jedem Drama ist die Handlung bis zur unmittelbaren, erregenden Auseinandersetzung zwischen Spielern und Gegenspielern gesteigert. Die duellhafte Zuspitzung der Handlung begegnet uns zum Beispiel im sog. klassischen Konfliktdrama […].

Von groβer Bedeutung für das Dramal sind die Träger von Handlung und Fabel, die Figuren, auch als Personen, Gestalten und Charaktere bezeichnet […] Typenhafte Figuren begegnen uns vorrangig in soziologisch geprägter Dramatik, in der Dramaturgie Erwin Piscators und des frühen Bertolt Brecht, und in Komödien, in der Typenkomödie und als Nebenfi guren in der Charakterund Sittenkomödie; vielschichtige, widerspruchsvolle Figuren stehen im Mittelpunkt der Tragödie.

Die Figureneinführung kann auf direktem oder indirektem Wege erfolgen. In Formen des epischen Dramas und Theaters führt sich die Figur bisweilen durch Selbstvorstellung ein. Zur direkten Charakterisierung gehört auch die Kennzeichnung einer Figur durch die andere. Im aristotelischen Drama profiliert sich die Figur im allgemeinen indirekt durch ihre Aktionen und Reaktionen.

Die Figurenentwicklung vollzieht sich in der wechselseitigen Auseinandersetzung der Personen als Repräsentanten gegensätzlicher Kräfte, etappenweise auch im inneren Ringen der Gestalt bzw. in der Wechselwirkung äuβerer und innerer Konflikte. Die dramatischen Widersacher können jedoch sozial einander so entfremdet und so weit von einander getrennt sein, dass es zu keiner unmittelbaren Kollision, zu keinem unmittelbaren dramatischen Ringen und damit nicht zur Bewegung und Entwicklung der Widersprüche kommt; das naturalistische Drama bleibt oft mehr oder minder in der Exposition der Widersprüche stecken und endet mit offenem Schluss. Der Wert des Stückes besteht dann im Aufwerfen sozialer Probleme, im Stellen notwendiger Fragen. Es dominieren die Umstände bzw. die vorwiegend vom Milieu her gezeichneten Gestalten. […] Realistische Dramatiker sind im allgemeinen sehr um die Dialektik von Umwelt und Individuum, Situation und Figur, Kollision und Charakter als Voraussetzungen für einen widerspruchsvollen Figurenaufbau bemüht.

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Die weltanschauliche Position des Dramatikers kann sich im Drama direkt äuβern, durch Pround Epilog, durch einen kommentierenden Sprecher, Sänger oder Chronisten. Im allgemeinen offenbart sich der Autorenstandpunkt im Drama indirekt im Stückverlauf, in der Handlung, im dramatischen Zusammenspiel der Figuren.

Der äuβere Aufbau des Dramas ist durch die Einteilung in Szenen (Auftritte) und Akte (Aufzüge) bzw. durch die Gliederung in Bilder bestimmt. Die kleinste dramatische Einheit ist die Szene. Sie ist gekennzeichnet durch das Auftreten einer neuen und durch den Abgang einer bisher anwesenden Person und durch den damit verbundenen Handlungsfortschritt; sie besitzt dadurch eine gewisse dramatische Abgeschlossenheit, die ihre straffe Einordnung ins Handlungsgefüge nur unterstreicht. Numeriert begegnet sie hauptsächlich im klassizistischen und im klassischen Drama und überhaupt im aristotelischen Drama. Das mittelalterliche Drama kannte sie in dieser Prägnanz noch nicht; das naturalistische Drama mit seiner Tendenz zu epischer Wirklichkeitsfülle kennt sie nicht mehr, zumindest nicht in scharf abgegrenzter numerierter Gestalt. Die numerierte Szene ist fest integrierter Bestandteil des Aktes als eines geschlossenen und abgehobenen Teiles der Haupthandlung.

Das szenisch straff gegliederte Aktdrama bzw. die Aktdramaturgie entwickelte sich aus dem moralisch-politischen Emanzipationskampf des Bürgertums heraus und erreichte bei H. Ibsen einen späten Höhepunkt. […] Das griechische Drama kannte die strenge Akteinteilung noch nicht; es wurde durch Auftritte des Chors und durch Monologe locker gegliedert. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert treten dramatische Formen von sehr verschiedener Aktzahl auf. Um die Jahrhundertwende begegnen uns sowohl der Vierakter (bei A. Tschechow und G. Hauptmann) als auch der Zweiakter (bei G. Hauptmann) und der Einakter (bei A. Strindberg, H. v. Hofmannsthal, A. Schnitzler und M. Maeterlinck). Die unterschiedliche Aktzahl ist zunächst als Ausdruck des Bemühens zu werten, veränderter Realität dramaturgisch Rechnung zu tragen. […]

Die szenischen Anmerkungen bezeichnen im allgemeinen das, was aus der Figurenrede nicht oder nicht unmittelbar hervorgeht. Sie dienen der Einführung in Stück und Szene. Sie informieren über die jeweils anwesenden Personen, über Zeit und Ort der Handlung und über stumme Vorgänge. Ihr Umfang ist unterschiedlich. Im allgemeinen strebt der Dramatiker nach Transparenz und Umsetzbarkeit der szenischen Anmerkungen, die als Hilfe für Leser, Schauspieler und Regisseure gedacht sind.

Die Hauptaufgaben der Sprache im Drama sind die Artikulierung der Handlung und die Charakterisierung der Figuren. Fast alle Handlung im Drama

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(Auseinandersetzung zwischen den Figuren, Vorbereitung und Vollzug von Entscheidungen) ist von Dialog oder Monolog begleitet. Der Dialog als zwischen zwei oder mehreren Personen abwechselnd geführtes Zwiegespräch ist ein grundlegendes sprachliches Gestaltungsmittel des Dramas. […] Der Monolog dient am Stückanfang der Mitteilung der Vorgeschichte des dramatischen Geschehens; im weiteren Werkverlauf ist er oft Ausdruck des inneren geistigen und weltanschaulichen Ringens der Figur um eine Entscheidung. Als Reflexionsmonolog ist er vom sog. Beiseitesprechen in der commedia dell’arte und in der Volkskomödie, das Widersprüche der Figur zwischen ihrem Verhalten und ihrer inneren Haltung zum Ausdruck bringt, zu unterscheiden.

Задания к тексту:

1.Прочитайте текст.

2.Найдите соответствия в русском языке следующим литературоведческим терминам (словам и словосочетаниям):

Dramatik f, Handlung f, Figur f, Rede f, Gegenrede f, Drama n, Fabel f, dramatisches Geschehen, Situation f, Begebenheit f, verdeckte Handlung f, Akt m, Auftritt m, Bühne f, Botenbericht m, Teichoskopie f, Mauerschau f, vergegenwärtigen (dramatisch), Geschehensund Sinnzusammenhang m, Einheit der Handlung, Darstellung f, Höhepunkt m (der Dramenentwicklung), physische Intensität der Figurengestaltung, die Einheit des Schauplatzes und der Zeit, die Theorie von den drei Einheiten, das klassizistische Drama, Konflikt m, Kollision f, Zuspitzung der dramatischen Widersprüche, das klassische Drama, Spieler und Gegenspieler, Konfliktdrama n, Träger von Handlung und Fabel, Person f, Gestalt f, Charakter m, Dramaturgie f, Komödie f, Typenkomödie f, Sittenkomödie f, Figureneinführung f, Selbstvorstellung f, Aktion f, das naturalistische Drama, dramatischer Widersacher, der offene Schluss, Sprecher m, Vierakter m, Zweiakter m, Einakter m, die szenischen Anmerkungen, Artikulierung der Handlung, Reflexionsmonolog m, Beiseitesprechen n.

3.Передайте, следуя правилам и используя таблицу звуко-буквенных соответствий, но не нарушая традицию, собственные имена: Aristoteles, Brecht, Shakespeare, Lessing,

Erwin Piskator, Tschechow, G. Hauptmann, A. Strindberg,

H.v. Hofmannsthal, A. Schnitzler, M. Maeterlinck.

4.Переведите текст.

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K. H. Kasper, D.Wuckel

EPOS

Bei den meisten Völkern entstanden in der Urund Frühzeit sagenhafte Erzählungen über die Entstehung und Entwicklung der Welt und der Menschen, über Naturerscheinungen (z. B. Sintfl utsagen als Ausdeutung groβer Überschwemmungen), Ursachen und Verlauf früherer Kriegszüge sowie die Taten herausragender übermenschlicher Heroen. Solche Helden-, Götterund Dämonensagen bezeichnen wir als Mythen (griech. mythos; Wort, Rede, Erzählung).Durch die Begegnung derVölker verschmolzen oft verschiedenartige Mythen miteinander, so dass es im Laufe der Jahrhunderte zur Überlagerung von Stoffkomplexen kam (z. B. Ablösung älterer Göttergeschlechter durch jüngere). In den Mythen spiegelt sich in Jahrmillionen gesammelte Erfahrung der Menschheit in ihrem Entwicklungsprozess wider […].

Erst in viel späterer Zeit wurden die mündlich überlieferten Mythen literarisch ausgeformt, fi xiert und so der Nachwelt erhalten. Aus solchen poetischen Zusammenfassungen überlieferter Mythen — häufi g über teils nur vermutbare kleinere Vorstufen wie Heldenlieder — entstand das Epos. So wurden im 8. Jahrhundert v. u. Z. durch Homer (»Ilias«, »Odyssee«) und Hesiod (»Theogonie«) Mythen des vorderasiatischen und griechischen Raumes zu einem relativ geschlossenen Weltbild kompiliert, und für fast ein Jahrtausend prägte diese organische Einordnung des Menschen in einen Kosmos dasWeltbild der Antike. Der Gleichnischarakter lässt diese Werke aus der Entstehungszeit der Sklavenhaltergesellschaft weiter wirken bis in die Gegenwart hinein. Wegen der in ihnen gestalteten Menschheitsprobleme sind sie so unvergänglich, wie es echte Kunst ihrem Wesen nach immer ist.

Die Art der Kommunikation prägte weitgehend die Form; denn das Epos wurde von einem Dichter-Sänger, einem Rhapsoden (bei den Kelten einem Barden, bei den Germanen Skalden usw.) mündlich vorgetragen, und das Publikum bestand zum groβen Teil aus Analphabeten. Das zwang zu einer Vortragsart, die eingängig und leicht merkbar war. Daher dominieren die gehobene Sprache, die Rhythmisierung und die Versform, aber auch — in poetischer Verfremdung — die Fülle von Informationen, die damals auf andere Art nur schwer zu vermitteln war.Der Rhapsode war Dichter, Rezitator, Historiker, Geograph, Philosoph und Lehrer seines Volkes in einer Person. Auf Grund der Polyfunktionalität und der Besonderheiten der mündlichen Kommunikation sind für Epen relative Selbstständigkeit der Teile, ausführliche Darstellung von Ereignissen, Situationen und Taten, umfassende Beschreibung von Details

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(Waffen u. a.), Vorausdeutungen, Wiederholungen und feststehende Formeln charakteristisch. Ein wichtiges Kennzeichen ist der über den Dingen stehende, allwissende Erzähler.

Bis ins 18. Jahrhundert sehen viele Poetiken das Epos als Krone jeder erzählenden Dichtung an und leiten Defi nitionen und Abgrenzungen der Epik ausschlieβlich von ihm ab, insbesondere von den Epen Homers und von Vergils Kunstepos »Aeneis«.

Epen sind bei vielen Völkern durch spätere Aufzeichnungen erhalten geblieben — manchmal allerdings nur in Fragmenten. Die älteste derartige Dichtung, das »Gilgamesch«-Epos, dessen Kern im sumerisch-akkadischen Kulturkreis um 2400 v. u. Z. entstand, ist in Keilschriftbruchstücken etwa aus dem 6. Jahrhundert v. u. Z. überkommen. Andere bedeutende Epen der Weltliteratur sind das indische Mahābhārata oder Valmikis »Ramāyana«, das persische »Schach-Nameh« (Königsbuch) von Firdusi, das englische «Beowulf»-Epos, das deutsche Nibelungenepos. Das Epos bleibt auch nach dem Untergang der Sklavenhaltergesellschaft, noch während des Feudalismus, die dominierende Groβform der erzählenden Dichtung, weil sich an der Art der Kommunikation nichts Wesentliches geändert hat. Immer noch dominiert der mündliche Vortrag vor einem Publikum. Allerdings werden die Götterund Heldenmythen der Vergangenheit nun durchsetzt bzw. abgelöst durch ein anderes, wiederum geschlossenesWeltbild und diesem entsprechende stoffliche Elemente. Christliche Inhalte werden eingefügt und die Moralauffassung der höfi sch-feudalen Gesellschaft verkündet, die sich von der der Antike wesentlich unterschied. Dieses höfi sche Epos erreichte in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts in Frankreich sowie um 1200 in Deutschland mit Wolfram von Eschenbach (»Parzival«), Gottfried von Straβburg (»Tristan und Isolde«) und Hartmann von Aue (»Erec«, »Iwein«) seinen Höhepunkt.

In den drei Jahrhunderten, in denen sich in den Ländern Europas (ausgehend von den ökonomisch am stärksten entwickelten Stadtstaaten Oberitaliens) der Niedergang des Feudalismus abzeichnete und mit der weiteren Entwicklung der Ware-Geld-Beziehungen die Voraussetzungen für das Entstehen kapitalistischer Produktionsverhältnisse heranreiften, kam es zu wesentlichen Veränderungen der Epen. Einerseits erlebte das Epos in modifi zierter Form eine letzte groβe Blüte. So gab Dante Alighieri noch einmal eine poetische Zusammenfassung und Vollendung des mittelalterlich-christlichen Weltbildes (»Divina Commedia«, 1307–1321). Andererseits sind schon wesentliche neue Züge erkennbar: die Rückbesinnung auf die diesseitsbetonte Antike in der Huldigung an Vergil und die damit im Zusammenhang stehende hohe Wertung des Menschen, des Individuums, der Persönlichkeit. Dante verwendete in

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seiner Terzinendichtung die Volkssprache und wurde so zu einem Verfechter der italienischen Nationalsprache.

Demgegenüber wird in Ariosts romantischem Epos »Orlando furioso« (Der rasende Roland, 1479–1494) das mittelalterliche Ideal heiter gebrochen. In den folgenden Jahrhunderten wurde das ungebräuchlich gewordene Genre nur noch von einzelnen Autoren bewusst genutzt. Diese Ansätze zur Wiederbelebung des Genres, die bis in die Gegenwart hineinreichen, sind im einzelnen durchaus interessante Versuche, sie vermochten es jedoch nicht, eine Renaissance des Epos herbeizuführen.

Mit den ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen in der Renaissance wandelt sich auch die literarische Kommunikation. Im 15. Jahrhundert erfand Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Metalltypen. Damit war sowohl die Voraussetzung für eine massenhafte Verbreitung literarischer Werke wie auch für die allmähliche Überwindung des Analphabetentums geschaffen. Die »epische Ursituation« (Kayser) wurde gesprengt. Der Rhapsode verwandelte sich in den Autor, aus dem Zuhörerkreis wurde der Leser, der die Lektüre isoliert von anderen, individuell, vornimmt. Bindeglied zwischen beiden ist der gedruckte Text. Damit bildeten sich zugleich neue Bedürfnisse heraus, und es entstanden andere Bedingungen. Bestimmte Informationen brauchten nicht mehr durch epische Werke vermittelt zu werden; denn das übernahmen gedruckte Texte anderer Art.

Als mit der Herausbildung und dem allmählichen ökonomischen Erstarken des Frühbürgertums die Jenseitsorientierung des Mittelalters überwunden wurde, trat der moderne europäische Roman in die Kulturgeschichte der Menschheit ein. Die Renaissance als geistige und künstlerische Bewegung, die der neuen humanistischen Ideologie Geltung verschaffte, knüpfte auf neuer Stufe an die Auffassung vom Menschen der Antike an. Unter diesen Bedingungen musste das der höfi sch-feudalen Gesellschaft und ihren Kommunikationsbedingungen entsprechende Epos allmählich zurücktreten. Die Suche nach neuen Möglichkeiten zur poetischen Aneignung, Verarbeitung und Vermittlung der sich rapid verändernden Welt führte zur Entstehung des Romans.Ein Spezifi kum des Romans gegenüber den meisten anderen epischen Genres ist es, »dass er aus münldicher Tradition weder kommt noch in sie eingeht« (Benjamin). Der einige Jahrhunderte dauernde, allmähliche Siegeszug des Romans ist untrennbar verbunden mit der Erfi ndung des Buchdrucks, welcher die massenhafte Verbreitung literarischer Werke ermöglichte.

Im 20. Jahrhundert ist der Roman zum dominierenden Genre der Epik, ja der gesamten Literatur geworden. Er hat eine Breite und Vielfalt erreicht

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