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Практикум по переводу научных и публицистических текстов с немецкого языка на русский

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Перевод научных текстов

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aus Frankreich und Deutschland für die nächsten zwölfhundert Jahre feindliche Brüder werden lieβ.

Damit beginnt die deutsche Geschichte.

Задания к тексту:

1.Внимательно прочитайте текст; определите, какой этап

иисторический период становления германского государства он отражает.

2.Найдите соответствия в русском языке: именам собственным — антропонимам, относящимся к так называемым историческим номенклатурным именам — Cicero, Vergil, Romulus Augustulus, Karl der Groβe, Alkuin von York, Konstantin der Groβe, Ludwig, Lothar; топонимам — Rom, die Eider, der Tiber, die Elbe, der Ebro, der Ärmelkanal, der Plattensee, Gallien, der Rhein, Aachen, Lotharingien; реалиям — Germanenvölker, Reich n, Kaiser m, König der Franken, Sachse m, Langobarde m, Königreich n, Herzogtum m, Angelsachse m, Karolingen, Gau f, Bezirk m, Herzog m.

3.Найдите в тексте лексику, относящуюся к семантическому полю «религия/церковь» и соответствия в русском языке.

4.Сопоставьте по семантическим, графическим, фонетическим и морфологическим признакам следующие интернационализмы в немецком и в русском языках: Hierarchie, Bürokratie, kulturell, Institution, antik, reformieren, Zivilisation, Renaissance, Autor, Titel, regional.

5.Продумайте возможные варианты перевода: а) сложных существительных — Reichsverwaltung f, Messgewände (Pl.), Amtstracht f, Kalenderrechnung f, Kulturangelegenheit f, Siedlungslandschaften (Pl.), Verwaltungsnetz n, Stammesführer m, Sendbote m, Erbstreitigkeiten (Pl.), Grundkonstellation f, Zwischenreich n; б) словосочетаний — wurde zum spirituellen Mittelpunkt; nach und nach; in gewisser Hinsicht; karolingische Renaissance; grobmaschiges Verwaltungsnetz, als Lothars Geschlecht erlosch; die verschwisterten Reiche; feindliche Brüder.

6.Исходя из содержания текста, решите, следует ли оставить без перевода вкрапления на латинском языке (в трех случаях их значение раскрыто в обособленных приложениях).

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7.Переведите текст.

8.Сравните перевод с оригиналом и уясните, какие переводческие приемы вы использовали.

Z. Konstantinovič

VOM WERDEN EINER METROPOLE

Die Berührung der verschiedenen in Wien anwesenden Kulturen in einer Epoche der »nationalen Wiedergeburt«, das dadurch unter der deutschstämmigen Bevölkerung geförderte ausgeprägte Österreichbewusstsein, welches wiederum in Einklang zu bringen war mit einem übernationalen Zugehörigkeitsgefühl zu den Ländern unter der Habsburger Krone, kennzeichnen eine komplexe Situation, die nicht zuletzt auch von der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung her zu beleuchten ist. Es war zu einer ersten Industrialisierung durch die Gründung von Manufakturbetrieben gekommen: neben der zwischen 1780 und 1813 mächtig florierenden Wiener Seidenmanufaktur sind die Buchdruckerei Trattner und vor allem die l718 gegründete Roβauer »k. k. Porcellain-Fabrique« zu nennen, deren Erzeugnisse noch heute als »Augarten-Porzellan« berühmt sind. Auf der anderen Seite hatten die Zentralisierungsbestrebungen vor allem von Joseph II (1741–1790) eine multinationale Beamtenschaft geschaffen, die, zusammen mit den Offizieren, von nun an ein wesentliches Bevölkerungselement Wiens sein wird. Mit der Einführung der deutschen Sprache als obligater Amtssprache für das ganze Reich war ein spezifi sches Element für die Monokulturalität geschaffen. Die Einführung der deutschen Sprache als Amtssprache stieβ zwar auf Widerstand, aber anderseits erfüllte sie unbemerkt zweifellos eine integrative Funktion, wenn es um den kulturellen Bereich ging. Unter den zahlreichen Theatergründungen war in diesem Zusammenhang besonders die Institutionalisierung des Burgtheaters als Nationaltheater durch Joseph II. im Jahr 1776 von allergröβter Wirkung. Ähnliches gilt auch für die Schulen, für die Krankenhäuser und die wissenschaftlichen Institutionen.

Denn auf diese Weise wuchs die Anziehungskraft der Stadt, ihre Fähigkeit, Fremdes in sich aufzunehmen und dieses sich anzupassen. Diese Anziehungskraft nach allen Seiten hin scheint in geradezu spektakulärer Form durch Friedrich Schlegel (1772–1829) bewiesen, der 1808 nach Wien kommt, um in österreichische Dienste zu treten. Auch August Wilhelm Schlegel (1767– 1845) hält im gleichen Jahr seine literarischen Vorlesungen in Wien und die Dame, die er begleitet, Madame de Staël (1766–1817), wird in ihrem Buch De l’Allemagne (Deutschland, 1810, dt. 1814) ein Kapitel auch Wien widmen. Die Stadt scheint eine Reise wert geworden zu sein. Dann aber wird sie nach

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dem Sieg über Napoleon durch den Wiener Kongress zu einem Mittelpunkt des Weltgeschehens, und durch die bekannte Art, wie man diesen Kongress, 1815, gestaltet hat, bestätigt sie einmal mehr den Ruf einer Stadt, die einen besonderen Glanz ausstrahlt und zu feiern versteht.

Задания к тексту:

1.Прочитайте текст.

2.Уточните значение и передайте средствами русского языка культурно-исторические реалии: «nationale Wiedergeburt», Habsburger Krone, Augarten-Porzellain, Burgtheater n; Wiener Kongress.

3.Передайте, не отступая от традиции, антропонимы.

4.Продумайте предварительно перевод следующих слов

исловосочетаний: deutschstämmige Bevölkerung, Österreichbewusstsein, Zugehörigkeitsgefühl, die Zentralisierungsbestrebung,

multinationale Beamtenschaft, Bevölkerungselement, obligate Amtssprache, Monokulturalität, integrative Funktion, Institutionalisierung, Institution, Anziehungskraft, spektakulär, in österreichische Dienste treten, eine Reise wert sein, Mittelpunkt des Weltgeschehens. Не забудьте, что интернационализмам могут соответствовать и лексемы языка перевода.

5. Переведите.

Hans-Dieter Dopmann

DIE KIRCHE IM KIEWER STAAT

I

Die Annahme des Christentums

Die altrussische Nestorchronik berichtet, der Apostel Andreas habe auf einer Reise vom Schwarzen Meer nach Rom die von Skandinavien nach Konstantinopel führende »Straβe von den Warägern zu den Griechen« benutzt, die Gründung Kiews als einer christlichen Metropole geweissagt und das Gebiet des späteren Nowgorod besucht.

Es fi nden sich jedoch früheste Spuren einer Berührung mit dem Christentum erst in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts, so in einem Rundschreiben des Patriarchen Photios von Konstantinopel (858–867, 877–886).Es ist die Zeit, in der sich die ostslawischen Stämme unter Teilhabe warägischer (skandinavischer)

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Fürsten zum Kiewer Staat (Kiewskaja Rus), einem frühfeudalen Staatsverband mit den Zentren in Kiew und Nowgorod, zusammenschlossen.

Möglicherweise gehen diese Anfänge des Christentums auf griechische Mönche zurück, die während der Bilderstreitigkeiten im 8. Jahrhundert über die byzantinischen Kolonien am Nordrand des Schwarzen Meeres ins ostslawische Gebiet geflohen waren. Den Abschluss eines Vertrages zwischen Fürst Igor (913–945) und dem Byzantinischen Reich im Jahre 945 beschworen, wie es in der Nestorchronik heiβt, dessen christliche Mannen in der Kiewer Eliaskirche, die heidnischen beim Gotte Perun. Igors Witwe, die Fürstin Olga, die für ihren noch minderjährigen Sohn Swjatoslaw (946–972) die Regentschaft führte, hat im Jahre 957 (das Datum ist in der Forschung umstritten) in Konstantinopcl die Taufe empfangen. Von den dort geführten Verhandlungen enttäuscht, wandte sie sich dann im Jahre 959 an den deutschen König Otto I., der den in Trier zum Bischof geweihten Benediktinermönch Adalbert nach Kiew entsandte. Diese Ereignisse blieben jedoch ohne spürbare Wirkung.

Zur Christianisierung des Kiewer Staats entschloss sich erst Swjatoslaws Sohn Wladimir (978–1015). Die Chronikberichte über eine vorherige Prüfung der verschiedenen Religionen lassen trotz ihres legendären Charakters vielfältige Beziehungen zu den Nachbarvölkern sowie die Kenntnis ihrer Kultur und Religionenerkennen:dergriechisch-byzantinischenOrthodoxie,deslateinischen Katholizismus, des jüdischen und mohammedanischen Glaubens. Abgesehen von seiner persönlichen religiösen Haltung und der Wahrscheinlichkeit, dass einige der fünf Frauen, die er vor seiner Taufe genommen hatte, Christinnen waren, konnte Groβfürst Wladimir nicht übersehen, welche Bedeutung die Annahme des Christentums für die Anerkennung im Kreise der damaligen christlichen Mächte darstellte.

SeinenEntscheidfürdasorthodoxeChristentumerleichtertemöglicherweise die byzantinische Konzeption des Verhältnisses von Staat und Kirche mit ihrer Vorstellung der von Gott verliehenen Machtfülle des irdischen Herrschers. Als Vorbild konnte den Kiewern das im 9. Jahrhundert nach kurzer und enttäuschender lateinischer Zwischenphase von Byzanz her christianisierte Erste Bulgarenreich dienen, nicht zuletzt durch das dort auf der Basis des sogenannten kyrillischen Alphabets entwickelte altbulgarisch-kirchenslawische Schrifttum. Demgegenüber war bei den katholischen Westslawen, den Polen und Tschechen, die lateinische Kirchensprache eingeführt worden.

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Den konkreten Anlass gab schlieβlich ein von Byzanz unterbreitetes Ersuchen um militärische Hilfe. Dabei erreichte es Wladimir, gegen das Versprechen, sich taufen zu lassen, die Schwester der byzantinischen Kaiser, Anna, zur Frau zu bekommen und somit sein und des Kiewer Staates Ansehen zu erhöhen. Angesichts der Widersprüchlichkeit der Quellen bleibt es offen, ob die Taufe in Kiew oder Korsun (Cherson) auf der Krim, im Jahre 988 oder 989 stattfand. Nach befohlener Massentaufe der Kiewer im Dnepr und Zerstörung der heidnischen Kultstätten entstanden vielerorts zunächst aus Holz gezimmerte Kirchen. Auf jenem Kiewer Hügel, wo vordem die Statuen des Perun und anderer Gottheiten standen, errichtete man eine Basilioskirche und in Nowgorod eine Sophienkirche, die bereits mit dreizehn Kuppeln bekrönt gewesen sein soll. Byzantinische Architekten erbauten, unter Berücksichtigung einheimischer Stilelemente, 989–996 in Kiew eine erste, der Gottesmutter geweihte Steinkirche, auch Zehntkirche genannt (Desjatinnaja zerkow), weil Wladimir zu ihrem Unterhalt den zehnten Teil seiner Einkünfte zu geben gelobte.

Mit den aus Byzanz gekommenen Geistlichen verbreiteten sich christlichbyzantinische Rechtsauffassungen. Laut Chronik forderten die Bischöfe vom Groβfürsten, er solle zur Bekämpfung des damals verbreiteten Räuberunwesens die Schuldigen nach byzantinischer Rechtsauffassung hinrichten, statt, nach altrussischem Brauch, nur Geldstrafen aufzuerlegen. Wladimirs allerdings nur in späteren Handschriften erhaltener »Ustaw« (Statut) mit ersten Festlegungen über die Rechtsstellung der Kirche im Kiewer Staat beruft sich ausdrücklich auf den griechischen Nomokanon, die für Byzanz charakteristische Verbindung kaiserlicher Gesetze (nomoi) und kirchlicher Rechtsbestimmungen (kanones) in einem einheitlichen Gesetzeswerk, für dessen slawische, den dortigen Verhältnissen angepasste Fassungen bald die Bezeichnung »Kormtschaja kniga« (Steuermannsbuch, von griech. pedalion) üblich wurde. Bereits dieser »Ustaw« erkannte der Kirche die Rechtsprechung in den wichtigsten Familienangelegenheiten, Scheidungen, Besitzund Erbstreitigkeiten, zu.

Während im Gebiet von Tmutorokan am Asowschen Meer und in Wolynien, wo der Groβfürst die nach ihm genannte Stadt Wladimir gründete, bereits vordem christliche Gemeinden bestanden, stieβ die Christianisierung nicht nur in Nowgorod, das damit wohl auch seine Eigenständigkeit unter Beweis stellen wollte, vielfach auf heftigen, von heidnischen Wahrsagern und Zauberern organisierten Widerstand und wird sich anfangs nur in einigen Zentren des Kiewer Staates durchgesetzt haben. Sie blieb zunächst noch recht äuβerlich, zitiert es doch selbst die Nestorchronik als Volksmeinung: »Wäre dieser Glaube

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nicht gut, so hätten ihn der Fürst und die Bojaren gewiss nicht angenommen«.Die heidnische Religion war mit der Vernichtung ihrer Kultstätten nicht überwunden. Heidnische Elemente verbanden sich mit dem christlichen Glauben zu jenem sogenannten »Doppelglauben« (dwojewerije), mit dem die russische Kirche noch lange zu ringen haben sollte.

Über dieAnfänge des geistlichen Lebens lassen uns die Quellen im unklaren. Aus Byzanz werden nur wenige Geistliche gekommen sein. Auch bedurfte das des Griechischen unkundigeVolk von vornherein des slawischen Gottesdienstes. So liegt die Vermutung nahe, dass auβer slawisch sprechenden Priestern aus dem zweisprachigen byzantinischen Grenzgebiet Geistliche aus Bulgarien gekommen waren und von dort die kirchenslawischen Gottesdienstformulare und weiteres Schrifttum mitgebracht hatten. Wladimir befahl, »die Kinder der angesehensten Männer zu holen, damit sie in der Schrift unterwiesen würden«. Laut Chronik fand dies keineswegs ungeteilte Zustimmung: »Die Mütter dieser Kinder aber weinten sehr, denn sie waren noch nicht im Glauben gefestigt. Sie beweinten sie wie Tote«.

Unklar bleibt ferner, wie viele Bischofssitze und in welchen Orten errichtet wurden. Die aus dem völligen Schweigen der Quellen über den jurisdiktionellen Status der Kirche des Kiewer Reiches vor dem Jahre 1039 abgeleitete Hypothese, diese habe nicht dem Patriarchen von Konstantinopel, sondern dem bulgarischen Patriarchen unterstanden, lässt sich nicht beweisen und entbehrt der Glaubwürdigkeit.

Zu Wladimirs Lebzeiten zeichneten sich erst die Anfänge der russischen Kirche ab. Aber als dem Bringer des christlichen Glaubens sah das gläubige Volk in ihm bald einen Heiligen, verehrt ihn als den Apostelgleichen.

II

Das Gestaltwerden der russischen Kirche

Noch zu Lebzeiten hatte Wladimir seine Söhne in den verschiedenen Teilen des Kiewer Staates als »Possadniki« (Statthalter) eingesetzt, die dem Groβfürsten von Kiew untertan und abgabepflichtig blieben. Ihre Interessen als Feudalherren lieβen sie jedoch nach eigenem Machtzuwachs streben. Als der in Nowgorod residierende Jaroslaw die Abgaben nach Kiew verweigerte, verhinderte nur Wladimirs Tod (1015) einen Feldzug gegen den eigenen Sohn.

Es kam zum blutigen Zwist der Brüder um die Kiewer Thronnachfolge. Nachdem Swjatopolk die Macht an sich gerissen hatte, lieβ er seine Brüder,

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die Fürsten Boris von Rostow und Gleb von Murom, ermorden. Als Märtyrer und Symbol christlicher Gewaltlosigkeit verehrt, wurden sie mit ihrer Kanonisierung im Jahre 1019 die ersten russischen Heiligen. Obwohl sich Swjatopolk mit den Petschenegen im Osten verbündete und ihm sein Schwiegervater, der polnische Herrscher Boleslaw I. Chrobry (992–1025) zu Hilfe eilte, vermochte ihn der aus Nowgorod heranziehende Jaroslaw endgültig zu besiegen und herrschte, indem er 1024 auch Mstislaw in Tmutorokan überwand, von 1019 bis 1054 als Groβfürst von Kiew.

Jaroslaw, genannt der »Weise« (Mudry), hielt die Macht fest in seiner Hand, band Nowgorod enger an Kiew und festigte die Grenzen des Staates. Das unter Boleslaw polnisch gewordene Gebiet konnte zurückgewonnen werden. In den Randgebieten entstanden neue Städte, darunter Jaroslawl an der Wolga und die nach Jaroslaws Taufnamen Georgi bzw. Juri benannte Stadt Jurjew (Dorpat, Tartu). Sein Bemühen um friedliche Beziehungen zu den Nachbarn zeigte sich auch in vielfältigen dynastischen Verbindungen. Polens Herrscher Kasimir I. (1034–1058) heiratete die Schwester Jaroslaws und dessen Sohn und Nachfolger Isjaslaw (1054–1068, 1069 bis 1073, 1076–1078) die Schwester Kasimirs.Jaroslaws Töchter wurden zu Frauen von französischen, norwegischen und ungarischen Königen. Drei seiner Söhne hatten deutsche Frauen, einer eine griechische.

Unter Jaroslaws Regierung wurden weitere Maβnahmen zur Ordnung von Staat und Kirche getroffen. Die unter Jaroslaw zusammengestellte, unter seinen Söhnen überarbeitete (z. B. Abschaffung der Blutrache) und schlieβlich um den »Ustaw« des Groβfürsten Wladimir Monomach (1113 bis 1125) erweiterte Rechtssammlung »Russkaja prawda« (»prawda« bedeutet zugleich »Recht« und »Wahrheit«) stützte sich auf überkommenes ostslawisches Rechtsdenken und zeigte zunächst nur geringen christlich-byzantinischen Einfl uss. Dagegen befasst sich das ebenfalls nur in späterer Überarbeitung erhaltene »Kirchenstatut (Zerkowny ustaw) des Groβfürsten Jaroslaw« mit den Rechten der Geistlichkeit, bekräftigt unter Berufung auf den Nomokanon und die Überlieferungen der Kirchenväter eine gewisse Gerichtshoheit des Metropoliten und der Bischöfe auch in weltlichen Dingen.

In einer Zeit, in der der christliche Glaube das gesamte gesellschaftliche Leben mitprägte, war eine Einfl ussnahme der Kirche auf alle Lebensbereiche selbstverständlich. Allmählich wurde es üblich, dass sich die Fürsten mit den Bischöfen und anderen Geistlichen in wichtigen Fragen berieten. Schlieβlich stellten Klerus und Mönche den gebildetsten Teil der damaligen Gesellschaft

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dar. Durch den Abt Feodossi des Kiewer Höhlenklosters bürgerte sich seit dem 11. Jahrhundert der Brauch ein, sich einen Beichtvater, und zwar häufi g einen Mönchspriester, auszuwählen. Vor Feldzügen holten die Fürsten den Segen des Metropoliten und der Synode ein. Sie wandten sich zur Schlichtung von Streitigkeiten an den Metropoliten und beschworen ihre Verträge durch Küssen des ihnen vom Metropoliten oder einem Bischof dargereichten Kreuzes. Mit schweren Strafen bedrohte die Kirche den, der ihre Normen verletzte. Ihr Verdammungsspruch: «Unser Segen sei für dieses und das künftige Leben von dir genommen» hatte für den Betroffenen schwerwiegende Folgen und zwang selbst Fürsten zur Buβe.

Das illustriert die Vita des heiligen Feodossi. Als nach Jaroslaws Tod (1054) unter dessen Söhnen blutiger Zwist ausbrach und Swjatoslaw im Jahre 1073 seinen rechtmäβig auf dem Kiewer Groβfürstenthron sitzenden Bruder Isjaslaw vertrieben hatte, verweigerte, wie es heiβt, Abt Feodossi jede Anerkennung Swjatoslaws und unterstützte die Opposition gegen ihn. Drohungen konnten den Asketen nicht schrecken. Schlieβlich sah sich Swjatoslaw zum Nachgeben gezwungen.

Grundsätzliche Erwägungen über das Verhältnis der Herrscher zur Kirche fanden sich im Kiewer Staat nur im Ansatz. Laut Nestorchronik hatte man Wladimir darauf hingewiesen, er besäβe seine Macht »von Gott, um die Bösen zu strafen und den Guten Barmherzigkeit zu erweisen«. In seiner »Belehrung an die Brüder« schrieb der Nowgoroder Bischof Luka Shidjata (1034–1054, 1057–1059): »Fürchtet Gott, ehrt den Fürsten: wir sind zuerst Gottes, aber dann des Herrschers Knechte«. Der Kiewer Metropolit Nikifor (1103–1121) erklärte in einem Schreiben an Wladimir Monomach: »Die von Gott erwählten und zu seinem wahren Glauben berufenen Fürsten müssen die Lehre Christi als die feste Grundlage der Kirche gut kennen, damit sie selbst durch Erbauung und Belehrung der ihnen von Gott anvertrauten Menschen der Kirche Unterstützung gewähren können.« Schlieβlich legte Groβfürst Wladimir Monomach in der wohl kurz vor seinem Tode (1125) verfaβten »Poutschcnije« (Belehrung) seinen Söhnen die Unterstützung der Kirche und ein gutes Einvernehmen mit der Geistlichkeit nahe: »Was die Bischöfe und Priester und Äbte betrifft, so empfanget voller Liebe von ihnen den Segen und wendet euch nicht von ihnen und liebt und beschirmt sie nach Kräften, damit sie für euch zu Gott beten«. Obwohl die Quellen aus der Kiewer Zeit mehr dem vom Glauben geprägten Wunschbild als den Realitäten entsprechen, spiegeln sie doch ein Anknüpfen an das byzantinische Ideal eines harmonischen Zusammenwirkens (symphonia) der weltlichen und geistlichen Gewalt in gleichberechtigtem Nebeneinander wider.

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Задания к тексту:

Предлагаемый для перевода текст содержит сведения о введении на Руси христианства.

1.Рекомендуем уточнить ваши знания об этом историческом периоде и о самом событии, используя справочную литературу.

2.Прочитайте текст. Пронумеруйте абзацы и сформулируйте для себя основную мысль каждого абзаца.

3.В тексте встречаются названия книг и документов Киевской Руси, переданные с помощью транслитерации и перевода. Оцените: а) последовательно ли авторы используют эти приемы; б) следует ли для русскоязычного читателя сохранить немецкие пояснения.

4.Запомните написание следующих собственных имен; передайте их на русский язык; идентифицируйте имена князей

итопонимы периода Киевской Руси: Andreas, Skandinavien, Konstantinopel, Swjatoslaw, Adalbert, Benedektiner (Mönch), Byzanz (byzantinisch), Cherson (Korsun), Basilios (Kirche), Sophien (Kirche), Tmutarakan, Asowsche Meer, Wolynien, Jaroslaw, Jaroslawl, Swjatopolk, Boleslaw I. Chrobry, Georgi, Juri, Jurjew (Dorpat, Tartu), Isjaslaw, Feodossi, Luka Shidjata.

5.Найдите и запомните соответствия религиозным/ церковным реалиям: Kloster n, Mönch m, Bischof m, Kiewer Höhlenkloster, Beichtvater m, Mönchpriester m, Patriarch m, Metropolit m, Segen m, den Segen einholen, Taufe f, Synode f, Küsse des Kreuzes, Verdammungsspruch m, die Taufe empfangen, Buβe f, Abt m, Klerus m, Gott m (два соответствия),

Barmherzigkeit f, Gottes Knechte, Geistlichkeit f, Christentum n, Christinne f, Askete m, Apostel m, Kanonisierung f.

6.Приведите русские варианты интернациональной лексики1: Chronik f, Waräger m (von den Warägern zu Griechen), Orthodoxie f, mohammedanisch, orthodox, Konzeption f, jurisdiktionell, Hypothese f, residieren, Pole m, Bulgare m, Grieche m, Tscheche m.

7.Найдите соответствия следующим словосочетаниям и клише научного стиля (здесь и далее в скобках номер абзаца): die Chronik berichtet (1); wie es in der Nestorchronik heiβt (3); das Datum ist in der Forschung umstritten (3), Entscheid für… (5);

1 Церковная лексика также частично интернациональна.

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Angesichts der Widersprüchlichkeit der Quellen bleibt es offen (6); so liegt die Vermutung nahe (9); unklar bleibt ferner; die aus dem völligen Schweigen der Quellen abgeleitete Hypothese entbehrt der Glaubwürdigkeit (10).

8.Обратите внимание на структуру синтаксических конструкций и значение отдельных слов, продумайте вариант/варианты их перевода: (1) habe… benutzt, geweissagt, besucht (косвенная речь); die… führende Straβe (распространенное определение) (2); erst in der zweiten Hälfte; so in einem Rundschreiben; Es ist die Zeit, in der… (3); Den Abschluss eines Vertrages zwischen Fürst Igor (913–945) und dem Byzantinischen Reich im Jahre 945 beschworen, wie es in der Nestorchronik heiβt, dessen christliche Mannen… (придаточное определительное относится к Igor) (4); vorherige Prüfung; trotz ihres legendären Charakters; lassen… erkennen; einige der fünf Frauen (5); die von Gott verliehene Machtfülle; enttäuschende lateinische Zwischenpause; nicht zuletzt (6); befohlene Massentaufe; vielerorts; bekrönt gewesen sein soll (сложное глагольное сказуемое, состоящее из инфинитива II bekrönen и глагола sollen в спрягаемой форме в значении чужого высказывания); eine erste (7);

Räuberunwesen; unter Beweis stellen (8); wird sich durchgesetzt haben(глаголwerdenвмодальномзначениипредположение)(9);

…werden nur einige Geistliche gekommen sein (10); lässt sich nicht beweisen (11); Bringer des christlichen Glaubens (12); untertan und abgabepflichtig (14); in den Randgebieten (15); überkommenes ostslawisches Rechtsdenken (16); in einer Zeit, in der… (передача неопределенного артикля при абстрактном существительном) (17); die Vita (18); er besäβe (конъюнктив косвенной речи).

9.Переведите текст.

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