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Практикум по переводу научных и публицистических текстов с немецкого языка на русский

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Перевод научных текстов

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5.Выявите средства связи между абзацами, в том числе лексический повтор, создающие когерентность текста.

6.Если вы решите передать собственные имена буквами русского алфавита (не оставите их в форме оригинала), уточните, какую графическую форму имеют имена ученых, труды которых переводились на русский язык, например:

Benedetto Croce — Бенедетто Кроче, а также имена отечественных авторов.

7.Оцените функцию графических средств выделения и отразите ее в переводе.

8.Переведите текст.

K. Paul

AUS DER GESCHICHTE UNSERER RUFNAMEN

Die ältesten deutschen Vornamen reichen bis in die altgermanische Zeit zurück. Namenforscher geben als die Blütezeit der germanischen Namenbildung das 7. bis 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung an.

Diese alten Rufnamen bestehen wie die der Mehrzahl der indoeuropäischen Völker in der Regel aus zwei Gliedern, die als eine Art Heilwunsch eine Sinneinheit bildeten. Nach den damaligen Vorstellungen schrieb man den Namen eine magische Kraft zu und glaubte, dass bei der Namengebung, die in jenen Zeiten eine kultische Handlung war, durch einen Zauber die in den Namenbestandteilen verkörperten Eigenschaften auf das Kind übergingen. Die Eltern nannten z. B. ihren Sohn Bernhard, weil sie wünschten, dass er so stark werde wie der Bär, der bei den Germanen der Herrscher der Wälder und Tiere war. Stärke, Waffen und Kampf, Sieg und Ruhm spielten in den germanischen Namen eine groβe Rolle. Auch die Frauennamen gehörten der gleichen Gedankenwelt an, war doch die Frau die Helferin und Mitkämpferin des Mannes. Namenglieder wie -hild, -gund und -wig bedeuten Kampf, -rade, -berga und -burg weisen auf die Rolle der Frau als Beraterin und Schützerin in Haus und Kampf hin.

Schon zur Zeit Karls d. Gr. waren die germanischen Namen nur mehr Bezeichnungen einer Person, der Sinn für die Bedeutung war verlorengegangen. Dazu mag auch der Umstand beigetragen haben, dass die alten Namen der gehobenen Dichterund nicht der Umgangssprache entstammten. Die Möglichkeit, neue Namen aus den germanischen Stammwörtern zu bilden, war fast unbegrenzt. Man fügte die einzelnen Namenglieder nicht mehr dem Sinne,

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sondern mehr dem Klang nach zusammen oder man bildete mechanisch durch Kreuzungen zweier Namen neue Rufnamen, oft aus Rücksicht auf die Tradition aus dem väterlichen und mütterlichen Namen.So wurde z.B.aus dem väterlichen Gerhard und der mütterlichen Guntlind der Knabenname Gunthard und der Mädchenname Gerlind. Auch veranlasste die Länge der zweigliedrigen Namen die Eltern schon damals, ihre Kinder mit abgekürzten Namen zu rufen (siehe Abschnitt »Kurzund Kosenamen«. S. 22). Die schöpferische Namengebung hörte auf. Die reiche Fülle des germanischen Namengutes schmolz immer mehr zusammen.

Die Ausbreitung der alten germanischen Personennamen war erstaunlich. Mit der Völkerwanderung und den Kriegszügen der deutschen Könige und Kaiser drangen die deutschen Namen über die Volksgrenzen hinaus, z. B. nach Frankreich und Spanien und sogar nach Italien, und behaupteten sich dort trotz der engen Berührung mit der romanischen Welt lange Zeit. In Frankreich beherrschten sie sogar das Namensystem des Adels bis in das 12. Jahrhundert.

Auf die Dauer konnte es aber nicht ausbleiben, dass auch fremde Namen unserem Rufnamenschatz zuströmten. Dieser Prozess setzte etwa seit der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts ein. Nach der Annahme des Christentums, das sich nur langsam von Italien her nach Deutschland ausbreitete, waren es zuerst hebräische Namen des Alten Testaments, z. B. Adam, Daniel, David, Samuel, Judith und Susanna, dann griechische, z. B. Andreas, Petrus, und lateinische, z. B. Benedikt, Klemens, Konstantin, Beata, biblische und seit etwa der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts Heiligennamen. Die Zahl der fremden Namen war zwar bis zur Mitte dieses Jahrhunderts noch sehr klein, aber im 15. Jahrhundert drängten sie die einheimischen Namen schon sehr stark zurück. Ein Hochfl ut fremder Namen brachte die Reformation. Das Alte und das Neue Testament boten ein reiches Feld für die Namenwahl. Während die Katholiken bei der Bevorzugung von Heiligennamen z. T. bis auf den heutigen Tag blieben, stützten sich die Lutheraner und Reformierten mehr auf die Bibel, die Reformierten besonders auf das Alte Testament. Der Pietismus des 18. Jahrhunderts brachte neue zweistämmige religiöse Wunschnamen z. В. Gotthelf, Traugott, Fürchtegott; die alttestamentlichen Namen traten wieder in den Hintergrund. Seit der Romantik wurden die alten deutschen Rufnamen neu belebt. Sie sind auch heute noch üblich, werden aber langsam durch fremde Namen verdrängt.

Später kamen Namen aus anderen Sprachgebieten hinzu, z. B. französische (Annette, Charlotte, Claire usw.) zur Zeit Ludwigs XIV. (1638 bis 1718), englische (Harry, Willy, Elinor) etwa seit dem 19. Jahrhundert. Die enge Berührung mit slawischen Völkern brachte die Namen Kasimir, Wenzel, Olga,

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Wanda. Aus den nordischen Gebieten kamen Knut, Olaf, Ingrid, Sigrid. Dieser Vorgang des Eindringens fremder Namen ist heute noch nicht abgeschlossen. Die Welt ist durch die schnellen modernen Verkehrsund Nachrichtenmittel klein geworden.

Solange das Land noch dünn besiedelt war, jeder jeden kannte, genügte ein Name zur Bezeichnung einer Person. Als aber die Bevölkerungsdichte zunahm, Besitztum häufi g wechselte, Fremde sich ansiedelten, viele Bauern in die Stadt zogen, um der Ausbeutung durch die Feudalherren zu entgehen, reichte ein Name nicht mehr aus, weil es viele Personen gleichen Namens gab. Mit dem Aufblühen von Handel und Verkehr nahm die Zahl der Verträge und Urkunden zu. Man musste die einzelnen Personen genauer kennzeichnen. Dies geschah z. B. durch Hinzufügen des Namens des Vaters (Petersen — Peters Sohn), des Berufs (Müller), des Wohnsitzes (Bachmann — am Bach), persönlicher Eigenschaften (Lange, Kleine) usw. Diese Zusätze, die nach dem eigentlichen Namen stehen (daher Nachnamen), wurden mit der Zeit erblich und entwickelten sich zu den Familiennamen. Die bisherigen Personennamen wurden nunmehr zu Vornamen. Diese Entwicklung war etwa mit dem Beginn der Neuzeit abgeschlossen. Nur an der Nordseeküste war die Bezeichnung mit Vorund Vatersnamen bis in das 19. Jahrhundert hinein üblich…

Die nunmehrigen Vornamen wurden seitdem immer mehr der Tradition entrückt und zu einer Angelegenheit des Geschmacks und der Mode.

Задания к тексту:

1.Прочитайте текст, определите текстотип.

2.Уясните темы и тематическую связь абзацев, ответив на следующие вопросы: какие представления связывали древние германцы с именами людей; с какого времени у древних германцев возникло представление о том, что семантика имен собственных оказывает влияние на жизнь человека; какие факторы стали учитываться при образовании (создании) имен; какие исторические события способствовали распространению германских имен в Европе; какие религиозные источники и события нашли отражение в системе немецких антропонимов, начиная со второй половины VIII в.; с чем связано появление фамилий?

3.Выпишите из текста сложные слова с компонентом Name-, -name и переведите их, опираясь на контекст. (Обратите внимание на то, что отсутствующий/повторяю-

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щийся компонент обозначается дефисом — соответственно после или перед имеющимся компонентом.)

4.Продумайте перевод в данном контексте следующих слов и словосочетаний: die ältesten Vornamen; altgermanische Zeit; die Blütezeit; nach den damaligen Vorstellungen; die Gedankenwelt; das germanische Namengut; romanische Welt; fremde Namen; auf die Dauer; Rufnamenschatz; Verkehrsund Nachrichtenmittel; dünn besiedelt; die Bevölkerungsdichte; die Reformierten; das alte Testament; die alttestamentlichen Namen.

5.Определите, какую функцию выполняет союз während

впредложении: Während die Katoliken… (четвертый абзац); при переводе предложения: Dazu mag auch der Umstand beigetragen haben, dass… Обратите внимание на значение в нем глагола mögen.

6.Расшифруйте сокращения Karl d.Gr.; z.T.; usw.

7.Переведите текст, продумав предварительно, какие приемы вы используете для передачи антропонимов.

K. Paul

DOPPELNAMEN

Die Sitte, den Kindern zwei oder mehr Namen zu geben, geht auf fremde Einflüsse zurück. Doppelnamen treten etwa seit dem 16. Jahrhundert auf. Dass auch diese Sitte eine Erscheinung der Mode ist, beweist deren Beliebtheit und rasche Zunahme in der Zeit nach 1900 und ihrer langsamen Abnahme in der Gegenwart. Den Eltern ist es freigestellt, welche und wieviel Vornamen sie ihrem Kinde geben wollen. Doch geht man heute selten über 2 zwei Vornamen hinaus. Soweit noch heute mehrere Vornamen erteilt werden, spielt die Tradition eine gewisse Rolle. In manchen Gegenden ist es Sitte, einen bestimmten Vornamen von Generation zu Generation weiterzugeben, zu dem sich dann noch ein zweiter gesellt, in anderen wieder kommt zum Rufnamen der Name eines Groβelternoder Elternteiles, eines Paten usw. In der Gegenwart ist zu beobachten, dass die Eltern es vorziehen, nur einen Namen zu geben. Schlieβlich kann man das Kind nur mit einem Namen rufen.Die Beliebtheit der Bindestrich-Doppelnamen scheint ebenfalls auf das Bestreben, nur einen Namen zu geben, hinzudeuten. Hat man früher die beiden Vornamen als zwei selbständige Vornamen nebeneinandergesetzt, so trat später ein Bindestrich dazwischen. Diese Bindestrich-Doppelnamen sind eine ausgesprochen modische Erscheinung. Die Kopplung entspricht auch nicht ganz

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den Regeln der Rechtschreibung. Viele dieser Doppelnamen sind im Laufe der Zeit zu einer Einheit zusammengewachsen, die man kaum mehr als Doppelnamen empfindet, z. B. Anneliese, Hannelore, Marianne, Karlheinz. In neuerer Zeit hat man diese Namen leider wieder durch einen Bindestrich auseinandergerissen, z. B. Marie-Anne, Karl-Heinz.

Interessant ist, dass Vornamen, die heute in den Hintergrund getreten sind, durch die Doppelnamen wieder zu neuen Ehren gelangten.Von 190 männlichen Doppelnamen, die wir in unseren Vornamenkarteien gesammelt haben, bilden den ersten Teil Hans 50, Karl 27, Ernst 14, Heinz und Klaus je 8, Peter 5mal, von 80 Frauendoppelnamen Anna 17, Maria oder Marie 10, Ilse 6 mal. Bei den zweiten Namenteilen verschiebt sich das Bild. Peter kommt 10, Heinz 9, Hans nur 3 mal, Marie 23, Anna nur 3 mal vor. Aus dieser Zusammenstellung geht auch hervor, dass Doppelnamen bei Jungen häufi ger auftreten.

Задания к тексту:

1.Прочитайтетекст;определитееготипитему. Проследите логическую последовательность изложения и членения текста на два абзаца. Ответьте на вопрос, следует ли передавать на русский язык немецкие антропонимы в этом тексте.

2.Подберите соответствия для данного контекста следующим словам и словосочетаниями: Sitte f, fremde Einflüsse

(Pl.); Beliebtheit f; rasche Zunahme — langsame Abnahme; hinausgehen (über etw.); Gegend f; von Generation zu Generation; Groβeltern-oder Elternteil n; Bindesstrich-Doppelname m; dazwischentreten; auseinanderreiβen; zu neuen Ehren gelangen; Namenteil n; Doppelnamen der Jungen.

2.1.Найдите в тексте и переведите предложения с местоимением man.

2.2.Найдите в тексте: пассивные конструкции, конструкции sein + Partizip II, sein + zu + Infinitiv, определите оптимальный из возможных вариантов перевода.

2.3.Определите функцию глагола wollen в предложении

…welche und wieviel Vornamen sie …geben wollen.

2.4.Продумайте варианты перевода союза soweit в предложении: Soweit noch heute

2.5.Конструкция типа Viele dieser Doppelnamen называется «разделительный генитив» (partitiver Genitiv); переведите ее, запомните способ перевода.

186Практикум по переводу научных и публицистических текстов

3.Переведите текст.

4.Сравните свой перевод с вариантом, выполненным студентами; проанализируйте критически оба перевода и предложите третий, сводный, вариант.

Двойные имена

Традиция давать детям два имени или больше пришла из других стран. Двойные имена появились примерно с XVI в. О том, что этот обычай является данью моде, свидетельствует их популярность и быстрое распространение после 1900 г. и постепенный спад популярности в настоящее время. Родители сами решают, сколько и какие имена давать своему ребенку. Однако сегодня детям редко дают больше двух имен. Если сегодня дается более одного имени, определенную роль играет традиция. В некоторых регионах существует обычай передавать имя из поколения в поколение, присоединяя второе; в других — к имени добавляется имя дедушки/бабушки, одного из родителей, крестного/крестной и т. д. В настоящее время родители предпочитают давать одно имя: ведь в обиходе возможно обращение к ребенку и по одному имени. Популярность «двойных имен через дефис», по всей видимости, можно объяснить также стремлением дать одно имя. Если раньше два имени писались раздельно, то позднее их соединили в одно имя дефисом. Эти «двойные имена через дефис», безусловно, (про)явление моды.Такое соединение само по себе не вполне соответствует нормам правописания. С течением времени многие из них срослись в единое целое, так что их более едва ли воспринимают как двойные имена, например: Anneliese, Hannelore, Marianne, Karlheinz. К сожалению, в настоящее время эти имена снова разделили дефисом; например: Marie-Anne, Karl-Heinz.

Интересно, что имена, которые сейчас утратили популярность, благодаря двойным именам снова в чести. В 190 мужских двойных именах, собранных в нашей картотеке, первой частью являются Hans (50), Karl (27), Ernst (14), Heinz и Klaus (8 каждый), Peter (5). В 80 женских двойных именах Anna (17), Maria или Marie (10), Ilse (6). Вторые части показывают другую картину: Peter встретился 10 раз, Heinz — 9, Hans только 3 раза, Marie — 23, Anna только 3 раза. Соотношение свидетельствует о том, что мужские двойные имена встречаются чаще.

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K. Paul

KURZUND KOSENAMEN

Текст для самостоятельного предпереводческого анализа и перевода

Die Länge der alten zweigliedrigen Vollnamen veranlasste schon in sehr früher Zeit die Eltern, ihre Kinder mit gekürzten Namen zu rufen. Die Zahl der einstämmigen Rufnamen (z. B. Ernst, Karl, Bruno, Gerda) war sehr klein, deshalb mussten neue Kurzformen geschaffen werden. Man behielt meist das erste Glied der Vollform bei und lieβ das zweite wegfallen, z. B. Wolf aus Wolfram, oder man zog Vollnamen zu Kurzformen zusammen, z. B. Bernhard zu Bernd, Gerhart zu Gert. Diese so gewonnenen Kurznamen versah man noch mit Verkleinerungssilben und bildete auf diese Weise die Koseformen. So wurden Heinrich zu Heinz, Konrad zu Kunz, Ludwig zu Lutz. Die aus zweigliedrigen Vollnamen hervorgegangenen Kurznamen Otto, Hugo, Berta galten schon sehr früh als einstämmig. Viele der neugebildeten Kurzformen wurden im Laufe der Zeit zu selbständigen Vornamen.

Kurznamen erfreuen sich gegenwärtig groβer Beliebtheit. Sie lassen aber nicht immer eindeutig das Geschlecht des Namenträgers erkennen und führen zu Schwierigkeiten bei den Standesämtern. Oft wird man dann dem Kinde einen zweiten Vornamen geben müssen, der das Geschlecht klar erkennen lässt. Bei der Wahl von Kosenamen, die stets eine Verniedlichung darstellen, sollten die Eltern sich überlegen, ob der verniedlichte Name später, wenn das Kind erwachsen sein wird, nicht lächerlich wirken wird. Sollte man nicht lieber die Vollform eintragen lassen und die Koseform im Bereiche der Familie verwenden? Spätere Namensänderungen machen Schwierigkeiten und verursachen Kosten.

G. Helbig, J.Wuckel

APPOSITION

Auch die Apposition ist eine Art Attribut. Sie zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

(1)Die Apposition ist referenzidentisch mit ihrem Bezugswort, d. h., Apposition und Bezugswort beziehen sich auf den gleichen Sachverhalt in der auβersprachlichen Realität (semantisch).

(2)Die Apposition ist immer weglassbar und kann an die Stelle ihres Bezugswortes im Satz substituiert werden (syntaktische Oberfläche).

188Практикум по переводу научных и публицистических текстов

(3)Die Apposition ist ein reduzierter Kopulasatz. Es gelten folglich die gleichen Selektionsbeziehungen zwischen Apposition und Bezugswort wie zwischen Subjekt und Prädikativ des entsprechenden zugrunde liegenden Kopulasatzes (syntaktische Grundstruktur).

(4)Die Apposition wird durch ein Substantiv repräsentiert (morpholo-

gisch).

(5)Das als Apposition fungierende Substantiv ist im Kasus mit dem Bezugswort identisch (morphologisch).

In formaler Hinsicht ist zwischen einer engen und einer lockeren Apposition zu unterscheiden. Die enge Apposition ist nicht durch Kommas vom Bezugswort abgetrennt und kommt in Vorderund Nachstellung vor. Die lockere Apposition wird durch Kommas abgetrennt und ist immer nachgestellt. Die enge und die lockere Apposition unterscheiden sich auch in der Flexion: Während die lokkere Apposition gewöhnlich mit dem Bezugswort im Kasus übereinstimmt, ist die enge Apposition zumeist morphologisch nicht gekennzeichnet. Diese fehlende Kennzeichnung der engen Apposition erlaubt im allgemeinen auch die Bestimmung dessen, welches Wort der Verbindung Apposition und welches Wort das Bezugswort ist, denn im Unterschied zur Apposition wird das Bezugswort flektiert. Deutlich wird dies besonders dann, wenn Bezugswort und Apposition als Genitiv-Attribut erscheinen. Vgl. dazu unten die Beispiele.

Zu den Appositionen im hier charakterisierten Sinne gehören auch die substantivischen Gruppen mit der Präposition als. Zu den Flexionsbesonderheiten der als-Gruppen vgl. 7.3.2. unter »als« Anm. (1).

Задания к тексту:

1.Прочитайте текст, определите его тип. Уясните содержание текста, ответив себе на следующие вопросы: каков грамматический статус приложения, каковы его основные признаки — семантические, синтаксические, морфологические?

2.2.1. Найдите соответствия базовым понятиям текста:

Bezugswort n; Sachverhalt m; Kopulasatz m; enge Apposition f; lockere Apposition f; Kennzeichnung f. 2.2. Переведите сложное прилагательное referenzidentisch (его значение раскрыто

впервом абзаце), прилагательное weglassbar; сложные существительные Selektionsbeziehungen, Vorderund Nachstellung, Flexionsbesonderheiten.

3.Продумайте перевод предложений с конструкцией sein + zu + Infinitiv, пассивом и распространенным определением. Определите, в каком значении употреблен союз während (шестой абзац).

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4.Расшифруйте сокращения; уточните русские соответствия.

5.Переведите текст.

Mary Snell-Hornby

ANDERE LÄNDER, ANDERE SITTEN.

Zum Problem der kulturbedingten Interferenz in der Translation

Während eines Besuchs in Kerala/Südindien vor etwa zwanzig Jahren wurde die Verfasserin des vorliegenden Beitrags immer wieder auf der Straβe mit folgender Frage angesprochen: »Where are you going?« Etwas verblüfft über die Neugierde der offensichtlich freundlich gesinnten Einheimischen, aber bestrebt, nicht unhöflich zu wirken, antwortete ich: »I’m going to the temple« oder »То the bus station« oder »I’m just off to the bazaar«, oder was sonst noch jeweils zutraf. Daraufhin verwandelte sich jedoch die Freundlichkeit der Fremden in ungläubiges Staunen, und sie gingen entrüstet davon. Trotz aller guten Vorsätze hatte ich mich offenbar danebenbenommen. Das Rätsel wurde schlieβlich durch einen Muttersprachler des Malayalam gelöst, der mir die dort üblichen Begrüβungsformeln erklärte und wie folgt ins Deutsche transkodierte:

A.Wo gehst du hin? В. Nur bis dorthin.

A.Wozu?

В. Nur so.

Was bei diesen interkulturellen Kommunikationsversuchen schiefgelaufen war, lag an dem auch heute noch häufi g verwischten Unterschied zwischen Sprache als Regelsystem bzw. Zeicheninventar und Sprache als Verhalten. Die Intention der südindischen Sprecher war es offenbar, eine Begrüβung auszusprechen. Dazu verwandelten sie aber die einzelnen Zeichen der ihnen vertrauten Begrüβungsformeln in die ihnen bekannten englischen Äquivalente. In der englischsprachigen Kultur wird die Summe dieser Äquivalente jedoch nicht zur Begrüβung benutzt, und der Sprechakt »Begrüβung« wurde als Ergänzungsfrage aufgefasst und dementsprechend beantwortet. Für den Sprecher des Malayalam bestand der Affront darin, dass eine solche Antwort der üblichen Erwiderung im Begrüβungsritual aber nicht entspricht, und die erwünschte, an sich so einfache und harmlose Kommunikation kam nicht zustande.

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Die strukturalistische Auffassung von Sprache als Kode, als Regelsystem und Zeicheninventar hat auch, besonders in den sechziger und den frühen siebziger Jahren, die Übersetzungswissenschaft stark geprägt, wie aus Kollers Defi nition der Übersetzung (1972, 69–70) deutlich hervorgeht:

Linguistisch kann die Übersetzung als Umkodierung oder Substitution beschrieben werden: Elemente a1, a2, a3… des Sprachzeicheninventars L1 werden durch Elemente b1, b2, b3… des Sprachzeicheninventars L2 ersetzt.

Gerade solche linguistische Substitution, die hier als Transkodierung bezeichnet wird, hat jedoch in dem oben genannten Beispiel der südindischen Begrüβung zur Fehlkommunikation geführt. Im Gegensatz dazu bezieht sich der hier verwendete Begriff Translation in erster Linie auf einen kulturellen Transfer (vgl. Vermeer 1986), wobei die Sprache als Teil einer Kultur aufgefasst wird. Somit verstehen wir unter »Translation« nicht nur Sprachmittlung, sondern vor allem »Kulturmittlung«. Im Brennpunkt des Interesses steht nicht mehr die Übersetzungseinheit wie in der oben zitierten linguistischen Defi nition, sondern der Text als »der verbalisierte Teil einer Soziokultur« (Hönig/Kuβmaul 1982, 58), und die Translation ist »…eine komplexe Handlung, in der jemand unter neuen funktionalen und kulturellen sprachlichen Bedingungen in einer neuen Situation über einen Text (Ausgangssachverhalt) berichtet« (Vermeer 1986, 33). Dabei verstehen wir den Schlüsselbegriff Kultur wie in der folgenden Defi nition von Heinz Göhring (1977, 10): »Kultur ist all das, was man wissen, beherrschen und empfi nden können muss, um beurteilen zu können, wo sich Einheimische in ihren verschiedenen Rollen erwartungskonform oder abweichend verhalten, und um sich selbst in der betreffenden Gesellschaft erwartungskonform verhalten zu können, sofern man dies will und nicht etwa bereit ist, die jeweils aus erwartungswidrigem Verhalten entstehenden Konsequenzen zu tragen«.

Wesentlich ist hier, neben der ganzheitlichen Auffassung von Kultur und deren Verbindung zum sozialen Verhalten, die Abhängigkeit von Normen. Für die Translation im allgemeinen und für unser Thema im besonderen gelten zweierlei Normbereiche, die sich in der Praxis zwar überschneiden, im Kern jedoch zumindest theoretisch auseinandergehalten werden können: die »rein linguistischen« Normen im Sprachsystem, etwa bezüglich der grammatischen Regeln, der Wortbildung oder der Kollokationsmöglichkeiten, und die eher pragmatischen Normen des Sprachgebrauchs oder Sprachverhaltens. Im ersten Fall geht es um die Frage, was in einem Sprachsystem grundsätzlich möglich ist, und im zweiten Fall um die Frage, was in der gegebenen Situation üblich wäre. Die kulturbedingte Interferenz, wie sie im vorliegenden Beitrag verstanden

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