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Praktische Phonetik der deutschen Sprache. Учебное пособие

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3.8.4. Verschlussöffnungslaute
3.8.4.1. Der Konsonant [m]
Das deutsche [m] wird ebenso gebildet wie das russische [м]. Bei seiner Artikulation bilden beide Lippen einen Verschluss wie bei [p], aber der weiche Gaumen ist gesenkt, und dem Luftstrom steht der Weg durch den Nasenraum frei. Das deutsche [m] unterscheidet sich vom russischen [м] nur durch seine stärkere
Spannung und seine Dauer, was besonders nach kurzen Vokalen auffällt,. z.B.
komm, schwimmen, stumpf. [m] ist ein nasaler Verschlussöffnungslaut, ein reiner Lippenlaut, ein Sonant, z.B. Messer, Milch, atmen, nehmen, Strom, Phonem.
Übungen
Übung 155. Üben Sie:
[m]
Mal
Name
im
Mühle
nehmen
Heim
Motto
Summe
bequem
Möbel
Himmel
Rom
Mensch
Heimat
Raum
Übung 156. Üben Sie das [m] in Wortgruppen
zweimal im Monat, im Mantel kommen, von Mund zu Mund, am Morgen
Milchmus essen, im Umgang mit Menschen, Umstände machen, jemanden beim
Wort nehmen.
Übung 157. Üben Sie den folgenden Zungenbrecher
Wenn mancher Mann wüsste, wer mancher Mann wär, schenkt’ mancher Mann manchem Mann manchmal mehr Ehr’. Doch mancher Mann weiß nicht, wer
mancher Mann ist, drum mancher Mann manchen Mann manchmal vergisst.
Übung 158. Üben Sie den Abzählreim
Au, au, au
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Mann oder Frau
meergrün oder grau weiß oder blau Maus oder Katz‘
Geh an deinen Platz.
Übung 159. Lesen Sie die Sprichwörter vor und finden Sie ihre Bedeutung
Ein Mann – kein Mann. Morgenstunde hat Gold im Munde. Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
3.8.4.2. Der Konsonant [n]
Der deutsche Sonant [n] und der russische Sonant [н] werden verschieden gebildet. Beim deutschen [n] sind Zungenspitze und Vorderzunge an die Alveolen
gepresst; der übrige Teil der Zunge liegt flach. Der weiche Gaumen ist gesenkt,
der Luftstrom geht durch den Nasenraum. Im Unterschied zur Artikulation des deutschen [n] liegt beim russischen [н] die Zungenspitze an den Unterzähne, und die Vorderzunge ist nicht nur an die Alveolen, sondern auch an die oberen
Vorderzähne gepresst. Beim deutschen [n] sind die Muskeln stärker gespannt, und
die Artikulation dauert länger als beim russischen [н], besonders nach kurzen Vokalen. z.B. nennen, wann, manche.
[n] ist ein nasaler Verschlussöffnungslaut, ein alveolarer Vorderzungenlaut, ein Sonant, z.B. Natur, Nest, drinnen, kennen, schön, braun, wen.
Übungen
Übung 160. Üben Sie:
[n]
Naht
kennen
kühn
Nase
ohne
Sohn
neben
Biene
Wien
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niemals
Drinnen
Mein
nun
Leine
Zaun
Übung 161. Üben Sie das [n] in Wortgruppen
Neffen und Nichten, dann und wann, bei Nacht und Nebel, ein wenig Senf nehmen, keinen Namen nennen, den Ton angeben, außer Rand und Band sein, sich an niemanden wenden, einen neuen Nussknacker nehmen
Übung 162. Üben Sie den Neckvers
Ein Autohalter ist ein Mann, der einen Wagen halten kann. Ob er‘s tatsächlich auch vermag, bringt erst die Praxis an den Tag.
Übung 163. Lesen Sie die Sprichwörter vor und finden Sie ihre Bedeutung
Muss ist eine harte Nuss. In der Not schmeckt jedes Brot. In der Not erkennt man den Freund.
Übung 164. Üben Sie und achten Sie dabei auf „m“ und „n“
dem oder den? meinem oder deinen? wem oder wen? deinem oder deinen? einem oder einen? seinem oder seinen?
Übung 165. Lesen Sie den Dialog mit guter Aussprache vor:
Der eingebildete Kranke
A. Herr Doktor, ich bin nicht gesund. B. Na, wo fehlt‘s denn? A. Das weiß ich auch nicht. Ich weiß nur, ich bin nicht ganz gesund. B. Sie sind also krank? A. Krank? Glauben Sie, ich bin krank? B. Das weiß ich doch nicht!
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A. Aber – Sie sind doch der Arzt! B. Hören Sie! Haben Sie Schmerzen? A. Ich? Wo? B. Mein Gott, das weiß ich doch nicht! Tut Ihnen irgend etwas weh? A. Nein, das nicht. Irgendetwas tut mir nicht weh. B. Schmerzen haben Sie also keine? A. Bis jetzt noch nicht. Aber vielleicht kommt das noch. B. Unsinn! – Wie ist Ihre Verdauung? A. Nicht gut – gar nicht gut. B. Aha! Sie verdauen schlecht! A. Wenig, Herr Doktor, sehr wenig. B. Mit einem Wort, Ihre Verdauung ist schlecht. A. Das will ich nicht sagen. Ich verdaue nur wenig. Aber das dann sehr gut. B. Jetzt aber Schluss. A. Herr Doktor – ich esse auch sehr wenig. B. Aha, Sie haben keinen Appetit. A. Oh doch! B. Aber Sie sagten doch gerade... A. Herr Doktor, ich esse auch wenig. Aber das mit großem Appetit. B. Also, Sie sind vielleicht komisch! A. Sehen Sie! Deshalb komme ich ja zu Ihnen! B. Was ist mit Ihren Nieren? Funktionieren die? A. Das ist auch so ein Punkt, Herr Doktor, meine Nieren funktionieren fast gar
nicht!
B. Aha! A. Manchmal frage ich mich: hast du überhaupt Nieren? B. Unsinn! Jeder Mensch hat Nieren. A. Sind Sie ganz sicher?
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B. Wahrscheinlich trinken Sie auch wenig. A. Nein, Herr Doktor, ich trinke sehr viel. Bier, Limonade und vor allem
Wasser.
B. So, so. – Und wo bleibt das alles? A. Das frage ich mich auch. Ich glaube, ich schwitze alles wieder aus. B. Was Sie nicht sagen. – Und warum schwitzen Sie so viel? A. Ich – wissen Sie ... ich laufe ständig zum Arzt... B. Ich verstehe! Fünfzig Euro! Für die Konsultation! A. Fünfzig Euro. – Sehen Sie, Herr Doktor, jetzt fange ich schon wieder an zu
schwitzen!
(Themen, LB, S.113)
3.8.4.3. Der Konsonant [ŋ]
Für den deutschen Sonanten [ŋ] gibt es im Russischen keinen entsprechenden Laut. Der Laut [ŋ] wird auf folgende Weise gebildet: Die Zungenspitze ist an die Unterzähne gepresst, die Mittelzunge liegt flach. Die Hinterzunge ist gehoben wie
bei [g] und [k], aber der weiche Gaumen ist gesenkt und lässt den Weg durch den Nasenraum frei. Der Verschluss wird nur zwischen der Hinterzunge und dem
weichen Gaumen gebildet, der übrige Teil der Zunge liegt flach. [ŋ] ist ein nasaler Verschlussöffnungslaut, ein Hinterzungenlaut, ein Sonant, z.B. bang, lang, Ding, Ring, Zunge, singen, bringen, klinge, Wohnung, Prüfung.
Übungen
Übung 166. Üben Sie:
[ŋ]
Bang
Ding
Angel
jung
Ring
Fangen
Zeitung
eng
Hunger
Lösung
streng
Zange
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Diphthong
Messing
Lunge
Übung 167. Üben Sie den Konsonant [ŋ] und die Lautverbindung [ŋk] in Wortpaaren
Anger – Anker bang - Bank rangen – ranken Klinge – Klinke Zange – zanken singen – sinken Engel – Enkel Drang – trank dringen – trinken Schlange - schlanke Wangen – wanken hingen – hinken
Übung 168. Üben Sie die folgenden Zungenbrecher:
Eine lange Schlange ringelt sich um eine lange Stange. Einem kleinen Jungen ist es gelungen, eine lange Schlange zu fangen.
Übung 169. Lesen Sie die Sprichwörter vor und finden Sie ihre Bedeutung
Wonach einer ringt, danach ihm gelingt.
Zwang währt nicht lang. Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Übung 170. Üben Sie
Die Tante singt, der Onkel springt, Die Tante winkt, der Onkel trinkt, der Junge trinkt, der Enkel winkt. der Junge singt, der Enkel springt. Die Tante springt, der Onkel singt, Die Tante sinkt, der Onkel sinkt, der Junge winkt, der Enkel trinkt. die Sonne sinkt, der Junge winkt.
Übung 171. Lesen Sie vor und ergänzen Sie „nk“ oder „ng“
a) Er steht am Einga__ und wi__t la__sam. b) Sie de__t an die Einladu__, denn sie braucht noch ein Gesche__. c) Die la__e Schla__e liegt im Schra__ und ihre Augen fu__eln. d) Der Ju__e ist kra__, deshalb hat er keinen Hu__er. e) Sie machen die Vorhä__e zu und fa__en an, Ta__o zu tanzen. f) Er hat angefa__en, am Fluss zu a__eln, und hat viele Fische gefa__en.
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3.8.4.4. Der Konsonant [l]
Der deutsche Sonant [l] unterscheidet sich in seiner Artikulation von den beiden russischen Sonanten [л] und [л`]. Beim deutschen [l] ist die Zungenspitze an die
Alveolen gepresst, der ganze übrige Zungenrücken ist gesenkt, die Ränder der Mittelzunge sind auch gesenkt und berühren die oberen Seitenzähne nicht. Den
Verschluss bilden nur Zungenspitze und Alveolen. Der weiche Gaumen ist gehoben. Der Luftstrom steigt in den Mundraum und umgeht den Verschluss von
beiden Seiten (zwischen den Seitenrändern der Zunge und den oberen Seitenzähnen). Beim [l] liegt die Mittelzunge flach, bei [л`] ist sie zum harten
Gaumen gehoben. Beim [l] liegt die Hinterzunge flach, bei [л] ist sie ein wenig gehoben, die Mittelzunge ist gesenkt und bildet eine Vertiefung. Das deutsche [l]
ist stärker gespannt und seine Artikulation ist dauernd, besonders nach kurzen
Vokalen. [l] ist ein lateraler Verschlussöffnungslaut, ein Sonant, z.B. Lust, Laune, lang, wollen, Bild, selten, hell, Zahl.
Übungen
Übung 172. Üben Sie:
[l]
Laden
wollen
Zoll
Lob
Schule
Null
locker
eilig
Gaul
lesen
bald
Viertel
Löcher
Puls
Fackel
Übung 173. Üben Sie das [l] in Wortgruppen
viel leisten, lustig machen, laut und leise, Felder und Wälder, Gold und Silber, Frühlingslieder trillern, schalten und walten, auf der Lauer liegen, schnell laufen,
zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
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Übung 174. Üben Sie den folgenden Zungenbrecher:
In Ulm und um Ulm und um Ulm herum gibt es viele Ulmen.
Übung 175. Üben Sie den Abzählreim
Langsam ist nicht schnell, dunkel ist nicht hell, gut ist nicht schlimm, dick ist nicht dünn. Grad ist nicht krumm, du bist nicht dumm.
Übung 176. Lesen Sie die Sprichwörter vor und finden Sie ihre Bedeutung
Kleider machen Leute. Man lernt, solange man lebt. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Übung 177. Lesen Sie das Gedicht Was es ist“ von Erich Fried vor und lernen Sie es auswendig:
Was es ist
Es ist Unsinn sagt die Vernunft Es ist was es ist sagt die Liebe
Es ist Unglück sagt die Berechnung Es ist nichts als Schmerz sagt die Angst
Es ist aussichtslos sagt die Einsicht Es ist was es ist
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sagt die Liebe Es ist lächerlich sagt der Stolz Es ist leichtsinnig sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich sagt die Erfahrung Es ist was es ist sagt die Liebe
Erich Fried
3.8.5. Wechselengelaute
3.8.5.1. Der Konsonant [r]
Die Bildung des deutschen Sonanten [r] und des russischen [р] ist fast dieselbe. Bei der Artikulation des deutschen [r] ist die Zungenspitze an die Alveolen
gehoben, die Muskeln der Zunge sind gespannt, die Ränder der Zunge berühren die Oberzähne. Der weiche Gaumen ist gehoben. Zwischen der Zungenspitze und
den Alveolen entsteht eine sehr schmale Enge. Der Luftstrom drängt durch diese Enge und versetzt die Zungenspitze in Schwingungen. Dadurch wird die Enge abwechselnd weiter und schmaler. Die Anzahl dieser Bewegungen kann verschieden sein. Beim deutschen [r] macht die Zungenspitze 1 – 2 Schwingungen, beim russischen [р] – 3 – 4. Beim deutschen [r] sind die Muskeln schwächer gespannt, deshalb klingt es nicht so rollend wie das russische [р]. [r] ist ein Wechselengelaut, ein alveolarer Vorderzungenlaut, ein Sonant.
Im Deutschen gibt es noch ein Zäpfchen [R]. Es ensteht durch Schwingungen des Zäpfchens an der Hinterzunge.
z.B. Rose, Reise, Frage, früh, fröhlich, bohren, dürfen, Paar, Tür, sehr, leer.
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Übungen
Übung 178. Üben Sie:
[]
[r]
[R]
aber
Rad
Brett
Oper
Rand
Brot
Ufer
rot
Brust
Hunger
Rock
Brei
Mutter
rund
braun
kälter
retten
Bräutigam
Butter
rechts
treu
Fächer
Rügen
froh
Leiter
reiten
Frucht
wandern
reisen
Frage
feiern
rauben
Darm
zittern
Röslein
Dirne
Übung 179. Üben Sie das [r] in Wortgruppen
Krieg und Frieden, frisch und fröhlich, hinter die Ohren schreiben, einen Rat brauchen, eine Reise ins Gebirge, zwischen Vater und Mutter, von Ohr zu Ohr, Herr Professor Meyer, in den dreißiger Jahren, ihr netter Vetter.
Übung 180. Üben Sie die folgenden Zungenbrecher:
Die schwarze Katze tritt die Treppe krumm, krumm tritt die schwarze Katze die Treppe. 333 riesige Reiter ritten 333 mal um das große runde Rathaus.
Übung 181. Lesen Sie die Sprichwörter vor und finden Sie ihre Bedeutung
Wer Rosen pflücken will, darf der Dornen nicht achten. Wer rastet, der rostet. Wie du mir, so ich dir. Borgen macht Sorgen.