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Praktische Phonetik der deutschen Sprache. Учебное пособие

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Schlaf – schlaff
ihn – in
Wüste – wüsste
Wahn – wann
schief – Schiff
Öfen – öffnen
Haken - hacken
Sohn – Sonne
Hüte – Hütte
Bube - Puppe
den – denn
pökeln - Pocken
3.2.1. Lippenstellung
Der Lippenstellung nach unterscheidet man labialisierte und nichtlabialisierte
Vokale. Bei der Artikulation der Vokale können die Lippen gerundet oder oval
sein. Bei der Aussprache der labialisierten Vokale sind die Lippen gerundet und
vorgestülpt. Labialisierte Vokale sind: [o:] [ɔ]; [ø:] [œ]; [u:] [υ]; [y:] [Y]. Bei den Vokalen [o:], [ø:], [u:], [y:] sind die Lippen stärker vorgestülpt als bei den
Vokalen [ɔ], [œ], [υ], [Y]. Bei den nichtlabialisierten Vokalen sind die Lippen oval. Nichtlabialisierte Vokale sind: [i:], [I]; [e:] [ε] [ε:], [ɑ:] [a]. Bei [i:] und [e:] sind die Lippen leicht gespreizt.
Übung 17. Üben Sie:
Oder – Tor - froh Ohr - Ton - so ohne - los - Auto Oper - vor - Kino Obst - Boot – wo
Öfen – Löwe Öde - Höfe Öl - Möbel öden - böse Öse - schön
Uhr - Juni – Kuh Ufer – Kur – Ruh’ Uta - Hut – zu Usus – tun - du uralt – nur – Tabu
über - für – früh üben - Hüte übel - grün übrig - süß üblich – Tür
3.2.2. Stellung des Zäpfchens
Der Stellung des Zäpfchens nach unterscheidet man reine und nasalierte Vokale. Bei der Aussprache der reinen Vokale ist das Zäpfchen gehoben und die Luft strömt durch den Mund aus. Bei der Aussprache der nasalierten Vokale ist das Zäpfchen gesenkt, und die Luft strömt teils durch die Nase, teils durch den Mund
aus. Diese Laute bekommen eine Nasenresonanz. Im Deutschen gibt es nur reine
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Vokale. Nasalierte Vokale spricht man in den Wörtern französischer Herkunft, z.B.: Ensemble, Engagement, Amüsement. Im Französischen gibt es vier solche Laute [ ã:], [õ:], [ε:], [œ:].
Dem Grad der Muskelspannung nach unterscheidet man gespannte und nicht gespannte Vokale. Alle engen Vokale sind gespannt, die weiten Vokale sind nicht gespannt, aber [ɑ:] und das lange [ε:] sind weit und gespannt.
Übung 18. Lesen Sie das Gedicht Du liebst mich nicht“ von Heinrich Heine vor und lernen Sie es auswendig:
Du liebst mich nicht
Du liebst mich nicht, Das kümmert mich gar wenig. Schau ich dir nur ins Angesicht, So bin ich froh, wie’ n König.
Du hassest, hassest mich sogar, So spricht dein rotes Mündchen.
Reich mir es nur zum Küssen dar, So tröst’ ich mich, mein Kindchen.
Heinrich Heine
3.2.3. Zungenhebung
Der Zungenhebung nach unterscheidet man:
Vokale der tiefen (unteren) Zungenhebung [ɑ:] [a];
Vokale der mittleren Zungenhebung [e:] [ε:] [ε] [ ə], [o:] [ɔ], [ø:] [œ];
Vokale der hohen (oberen) Zungenhebung [i:] [I], [u:] [υ], [y:] [Y];
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Der Zungenrücken kann bei der Artikulation der Vokale in verschiedenem Grade
gehoben werden. Wenn die Zunge stark gehoben ist, entstehen Vokale der hohen
Zungenhebung. Wenn die Zunge schwächer gehoben ist, entstehen Vokale der
mittleren Zungenhebung. Wenn die Zunge wenig gehoben wird oder flach liegt, entstehen Vokale der tiefen Zungenhebung.
Übungen
Übung 19. Üben Sie:
legen liegen
töten – Tüten
groß – Gruß
wegen wiegen
Söhne – Sühne
goss – Guss
setzen – sitzen
Ohr – Uhr
Schloss – Schluss
necken – nicken
Ton – tun
Fox – Fuchs
Senken – sinken
Rom – Ruhm
Hohn – Huhn
3.2.4. Zungenstellung
Der Zungenstellung nach unterscheidet man:
Vokale der mittleren Reihe [ɑ:] [a], [ə];
Vokale der vorderen Reihe [e:] [ε:] [ε], [ø:] [œ], [i:] [I], [y:] [Y];
Vokale der hinteren Reihe [u:] [υ], [o:] [ɔ].
Bei der Artikulation der Vokale kann die Vorderzunge, die Mittelzunge oder die Hinterzunge gehoben werden. Wenn die Vorderzunge gehoben wird, entstehen Vokale der vorderen Reihe. Wenn die Mittelzunge gehoben wird, entstehen Vokale der mittleren Reihe. Wenn die Hinterzunge gehoben wird, entstehen Vokale der hinteren Reihe.
Übungen
Übung 20. Üben Sie:
Bake - Backe
log - Locke
Vogel – Vögel
Ekel - Ecke
Luke - Lücke
Lohn – Löhne
beten - Betten
Liebe - Lippe
Tochter – Töchter
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häkeln - Häcksel
Basen - passen
Zug – Züge
Laken - Lack
Lücken - lügen
Kunst – Künstler
Übung 21. Üben Sie die Abzählreime
Ehne, dehne, Tintenfass. Geh in die Schul’ und lerne was! Wenn du was gelernet hast, komm zu mir und sag mir was!
Neunundneunzig Schneider, die wiegen hundert Pfund. Und wenn sie die nicht wiegen, dann sind sie nicht gesund.
2.2. DAS VOKALDREIECK
Das Vokaldreieck stellt die Lage der Zunge gegen den Gaumen dar. Rechts sind Vokale der hinteren Reihe, links Vokale der vorderen Reihe. Von [a] bis [i:] ist die Hebung der Vorderzunge gegen den harten Gaumen. Von [ɑ:] bis [u:] ist die Hebung der Hinterzunge gegen den weichen Gaumen. Durch eine gebogene Linie stellen wir den Gaumen dar, durch zwei Gerade – die Zungenhebung. So erhalten wir die bildliche Darstellung der Vokale nach der Artikulation der Zunge, die man der Form nach als Vokaldreieck bezeichnet. Die Wellenlinie zeigt uns die Lage der Zunge bei der Aussprache der a-Laute. Bei [i:] hat die Vorderzunge die höchste Stellung, bei [u:] – die Hinterzunge, bei [ɑ:] [a] ist die Mittelzunge kaum merkbar gehoben, sie liegt flach im Munde.
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Die Lippenvokale sind in runden Klammern bezeichnet. Das Vokaldreieck zeigt die Reihe des Vokals (die Zungenstellung), die Zungenhebung, die Labialisierung, die Quantität. z.B.: das [u:] ist ein langer, enger, labialisierter, reiner, gespannter Vokal der hinteren Reihe, der hohen Zungenhebung.
Übungen
Übung 22. Charakterisieren Sie die unterstrichenen Vokale in den folgenden
Wörtern:
viel, Weg, Nase, grün, Loch, Takt, Spinne, Klub, Bär, böse, übrig, in, Beete, fett, weg, Chor, köstlich, zur Übung 23. Beantworten Sie die Fragen zur Selbstkontrolle
1. Was bildet die materielle Grundlage eines Vokals?
2. Welche Grade der Zungenhebung sind zu unterscheiden?
3. Wie unterscheidet man die Vokale nach der Lage der Zunge im Mundraum?
4. Das Vokaldreieck ist, wie bekannt, die schematische Darstellung der
Zungenartikulation. Was zeigen die waagrechten Linien? Was zeigen die schrägen Linien? Was bedeuten die runden Klammern?
5. Wie entsteht der feste Vokaleinsatz? Wann wird der Vokal mit festem Einsatz
gesprochen?
6. Nennen Sie bitte die Regeln der Vokaldauer und Vokalkürze.
2.3. DIE ARTIKULATION DER VOKALE
2.3.1. Die Vokale [e:], [ε], [ε:], [ǝ]
Im Deutschen unterscheidet man: das lange geschlossene [e:], das kurze offene [ε], das lange offene [ε:] und das reduzierte [ə] Laute.
Das lange geschlossene [e:] ist dem russischen „e“ in den Wörtern «пели, сели» ähnlich. Aber das deutsche [e:] ist länger und gespannter als das russische „e“. Bei
der Aussprache des langen geschlossenen e-Lautes sind die Lippen leicht
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gespreizt. Die Zunge ist nach vorne geschoben. Die Zungenspitze stößt an die unteren Vorderzähne. Die Vorderzunge ist etwas zum harten Gaumen gehoben,
weniger aber als beim i-Laut. Die Muskeln sind stark gespannt, z.B.: der Weg, Ehre, es regnet, schwer, nehmen. Das kurze offene [ε] ist dem russischen „э“ in den Wörtern «этот, шест» ähnlich. Aber das kurze deutsche [ε] ist kürzer als das russische „э“. Die Zunge ist nach
vorne verlegt, die Zungenspitze berührt die unteren Vorderzähne. Die
Vorderzunge ist zum harten Gaumen gehoben, weniger aber als beim [e:]. Die Lippen sind oval. Der Kieferwinkel ist fast wie beim [a], z.B.: fett, Dozent, glänzt, schnell. Das lange offene [ε:] wird genauso wie das kurze artikuliert. Die Zungenspitze hat Kontakt mit den unteren Schneidezähnen. [e:], [ε] und [ε:] Laute sind nichtlabialisierte Vokale der vorderen Reihe der mittleren Zungenhebung, z.B.: Bär, Käse, Mädchen, erzählen, Fakultät.
Übungen
Übung 24. Üben Sie die Vokale [e:] [ε], [ε:] in den Wortpaaren:
Esel - essen - äsen Seele - nger - sägen lesen - lässig - läsen legen - lecken - lägen
sehen - sennen - säen Reeder - Retter - Räder stehlen - stellen - stählen Leder - Letter - Läden
Neger - necken -Nägel Ehre - Erbe - Ähre Feder - Vetter - Väter Beete - Bett - Bär
Übung 25. Üben Sie:
[e:]
[ε]
[ε:]
ewig
Thema
Allee
Echo
Bett
Ähre
Väter
eben
Meter
Klee
etwas
Netz
Ärzte
mähen
edel
Besen
Armee
extra
Decke
äsen
Mädchen
Ethik
schwer
je
älter
Hemd
äsopisch
Bär
Erde
quer
Cafe
Elster
Fell
ähnlich
Gemälde
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Eva
Beet
Reh
Ebbe
Feld
ähneln
Gläser
Erika
der, den
Schnee
Ecke
Geld
Ära
Träne
Erz
leer
Spree
essen
fest wählen
Epos
sehr
See
Ärger
Nerz
Rätsel
erstens
nehmen
Zeh
Elbe
Becher
nächst
ehrlich
leben
weh
Ernte
Stelle
nämlich
Ehre
Kegel
Tee
Essig
weg Revolutionär
Übung 26. Lesen Sie die Sprichwörter vor und finden Sie ihre Bedeutung
Wer anderem eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Was man sät, das erntet man.
Nach dem Essen soll man ruhn oder tausend Schritte tun. Vier Augen sehen mehr als zwei.
Rede wenig, höre viel. Langes Fädchen – faules Mädchen, kurzes Fädchen – fleißiges Mädchen.
Übung 27. Lesen Sie das Gedicht „Die Ähren sind von Körnern schwer“ von Hans Lorbeer vor und lernen Sie es auswendig:
Die Ähren sind von Körnern schwer
Die Ähren sind von Körnern schwer, Das Korn steht schnittbereit. Das Land gleicht einem goldnen Meer In dunkler, schwerer Zeit.
Nun schärft die Sensen! Mäht und mäht! Und fahrt die Ernte ein! Nur dem das Brot, der mitgesät – und es wird Frieden sein ...
Hans Lorbeer
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Das reduzierte [ǝ]
Dieser Vokal ist ein reduzierter Vokal der mittleren Reihe, der mittleren Zungenhebung. Er kommt in den unbetonten Präfixen be-, ge- und Suffixen und im Wortauslaut vor.
Übungen
Übung 28. Üben Sie:
[ə]
Lage
beachten
Gebiet
Mädchen
Hilfe
diesem
Ecke
bedecken
geraten
Veilchen
Riegel
welchem
danke
begehen
gegeben
Tafel
arbeitet
Rolle
bequem
gemein
Tischler
antwortest
Rabe
Bericht
Gesicht
Gärtner
fehlen
Übung 29. Üben Sie das reduzierte [ə] in den folgenden Wortgruppen:
auf dem Gebiet, etwas genau besprechen, genug gestritten, auf dem Messegelände, hat den Befehl gegeben, gerecht geurteilt, der Gefahr entgehen, ins Gefängnis geraten, gerade dabei sein.
Übung 30. Üben Sie die Abzählreime. Beachten Sie die Artikulation der Vokale
Eberhard Eben lebt von Reben. Von Reben Na, eben.
Heile, heile Segen, sieben Tage Regen, sieben Tage Schnee ’s tut mir nimmer weh.
Man muss das Leben eben nehmen, wie das Leben eben ist.
2.3.2. Die Vokale [i:] und [I]
Man unterscheidet kurze offene [I]- und lange geschlossene [i:]- Laute. Bei der Artikulation des langen geschlossenen i-Lautes sind die Lippen leicht gespreizt (breit gespannt). Die Zunge ist nach vorne verlegt, die Zungenspitze stößt an die unteren Vorderzähne. Die Vorderzunge ist besonders stark zum harten Gaumen gehoben, weil es ein Vokal der hohen Zungenhebung ist. Das lange
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deutsche [i:] ist länger als das russische „и“. Die Artikulationsspannung ist größer als beim kurzen [I] und als beim russischen „и“.
Bei der Aussprache des kurzen offenen i-Lautes ist der Unterkiefer stärker gesenkt als beim langen [i:]. Die Zunge ist weniger nach vorne verlegt, die Zungenspitze berührt die unteren Vorderzähne. Die Lippen sind oval. Die Vorderzunge ist stark zum harten Gaumen gehoben, weniger aber als beim langen [i:]. I – Laute sind nicht labialisierte Vokale der vorderen Reihe der hohen Zungenhebung, z.B.: bitte, Winter, Tinte, viel, studieren, Kindertisch.
Übungen
Übung 31. Üben Sie. Beachten Sie die Artikulation der Vokale [i:] und [I]
[i:]
[I]
Ihm
Dieb
die
in
Kinn
Ihn
Kiel
nie
ist
Kind
Ihnen
Lied
wie
innen
Sinn
Igel
Sieg
Vieh
Immer
widmen
Ikarus
Spiel
Ironie
Inder
schicken
Übung 32. Üben Sie die Vokale [i:] und [I] in Wortpaaren:
ihn – in sie – sind vier - fix rief - Riff viel - Film
Liebe – Lippe biete - Bitte Giebel - Gipfel Kien - Kind Riese - Risse
Miene - Minne Sieden - Sitte Biene – binnen Tiger - ticken wiegen – wickeln
Übung 33. Üben Sie die folgenden Zungenbrecher
Fischers Fritze fischte frische Fische, frische Fische fischte Fischers Fritze. Wenn fliegende Fliegen hinter fliegenden Fliegen fliegen, dann fliegen fliegende Fliegen hinter fliegenden Fliegen her.
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Übung 34. Üben Sie die Abzählreime
Sieben liebe Riesen liefen durch die Wiesen. Als die Winde bliesen, kriegten sie das Niesen.
Zisch, zisch, zisch Der Tischler hobelt glatt den Tisch. Tischler, hoble den Tisch mir glatt, dass er keine Löcher hat! Zisch, zisch, zisch der Tischler hobelt glatt den Tisch.
Sieben Ziegen blieben liegen. Sieben Fliegen flogen weg.
Übung 35. Lesen Sie die Sprichwörter vor und finden Sie ihre Bedeutung
Stille Wasser sind tief. Liebe macht erfinderisch.
Probieren geht über Studieren. April, April, der weiß nicht, was er will.
Übung 36. Lesen Sie das Gedicht Der Brief“ von Heinrich Heine vor und lernen Sie es auswendig
Der Brief
Der Brief, den du geschrieben, er macht mich gar nicht bang. Du willst mich nicht mehr lieben, aber dein Brief ist lang.
Zwölf Seiten, eng und zierlich, ein kleines Manuskript. Man schreibt nicht so ausführlich, wenn man den Abschied gibt.
Heinrich Heine
2.3.4. Die Vokale [u:], [υ]
Es gibt im Deutschen kurze offene und lange geschlossene u – Laute.