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Praktische Phonetik der deutschen Sprache. Учебное пособие

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Bei der Aussprache des langen u-Lautes sind die Lippen besonders stark gerundet
und vorgestülpt. Die Artikulationsspannung ist beim [u:] stärker als beim [υ], die Mundöffnung ist sehr klein. Die Hinterzunge ist stark zum weichen Gaumen gehoben. Die Zungenspitze ist gesenkt und berührt die unteren Vorderzähne. Das lange geschlossene [u:] ist länger als das russische „у“ (бусы – Fuß).
Beim kurzen [υ] sind die Lippen weniger vorgestülpt und gerundet als beim langen [u:]. Die Mundöffnung ist größer als beim [u:]. Die Hinterzunge ist stark zum weichen Gaumen gehoben, weniger aber als beim langen [u:]. Das kurze deutsche [υ] ist kürzer als das russische „у“ (бусы – Futter). U-Laute sind labialisierte Vokale der hinteren Reihe der hohen Zungenhebung, z.B.: Schule, du, rufen, Kunst, Mutter, kurz.
Übungen
Übung 37. Üben Sie. Beachten Sie die Artikulation der Vokale
[u:]
[υ]
Uhr
Buch
du
um
Kuss
Ufer
Mut
Känguru
Ulm
Brust
U-Boot
Blut
Kakadu
unter
Kunst
uralt
rufen
Kuh
Unglück
Mutter
Unikum
Schuster
Schuh
unser
Duft
Übung 38. Üben Sie die Vokale [u:] und [υ] in Wortpaaren:
Schule – Schulter Mut – Mutter Stube – Stunde Ruhe – Runde Bruder – Butter
Gruß - Kuss Kur - kurz Juni - jung gut - bunt Zug - Zucht
Hut - Hund tun - turnen Ufer - unter Blut - Pult suchen - Suppe
Übung 39. Lesen Sie die Sprichwörter vor und finden Sie ihre Bedeutung
Wer sucht, der findet.
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In einer Stunde heilt keine Wunde. Dem Glücklichen schlägt keine Stunde. Wie die Zucht, so die Frucht.
2.3.5. Die Vokale [y:], [Y]
Es gibt im Deutschen lange geschlossene [y:]- und kurze offene [Y]- Laute. Im Russischen gibt es keinen entsprechenden Laut. Bei der Artikulation der ü-Laute haben die Lippen dieselbe Stellung wie bei der Aussprache der u-Laute. Bei der Aussprache des kurzen [Y] -Lautes hat die Zunge
die Stellung des kurzen [υ]-Lautes; sie ist aber weniger nach vorne geschoben als beim langen [y:], die Zungenspitze berührt die unteren Vorderzähne. Die
Vorderzunge ist zum harten Gaumen gehoben, weniger aber als beim langen [y:]. Die Muskeln sind weniger gespannt als beim langen [y:], die Mundöffnung ist
größer als beim [y:]. Die Lippen haben dieselbe Stellung wie bei der Artikulation
des kurzen u-Lautes, d.h. die Lippen sind gerundet und vorgestülpt, weniger aber als beim [y:], z.B.: Süden, rühren, für, müde, Stücke, Küsse, Syntax, nützlich.
Übungen
Übung 40. Üben Sie:
[y:]
[Y]
Übung
Typ
Ülzen
fünf
Übel
Bücher
üppig
Nymphe
Übermut
Zypern
Üppigkeit
Lücke
Überdruss
Mühe
Ypsilon
Dünn
üblich
Analyse
Yttrium
Glück
Übung 41. Üben Sie die Vokale [y:] und [Y] in Wortpaaren:
Stühle - Stücke für - fünf
Lyrik - Syntax
typisch - tüchtig
Bühne - Brücke lügen - Lücke
Mühe - Mücke klüger - dümmer kühl - kürzer
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fühlen - füllen Süden - Sünde
Hüte - Hütte Güte - Günter
Tür - Türke Krüge - Krücke
Übung 42. Lesen Sie die Sprichwörter vor und finden Sie ihre Bedeutung
In der Kürze liegt die Würze. Lügen haben kurze Beine. Glück und Glas – wie leicht bricht das. Verbotene Früchte sind süß.
Übung 43. Lesen Sie das Gedicht Meeresstille“ von Johann Wolfgang von Goethe vor und lernen Sie es auswendig
Meeresstille
Tiefe Stille herrscht im Wasser, Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer Glatte Fläche ringsumher.
Keine Luft von keiner Seite! Todesstille fürchterlich! In der ungeheuern Weite reget keine Welle sich.
Johann Wolfgang von Goethe
2.3.6. Die Vokale [o:], [ɔ]
Man unterscheidet kurze offene und lange geschlossene o – Laute im Deutschen. Bei der Aussprache des langen geschlossenen o-Lautes sind die Lippen stark
gerundet und vorgestülpt. Die Hinterzunge ist zum weichen Gaumen gehoben (höher als beim kurzen [ɔ]). Die Muskeln sind stärker gespannt als beim kurzen
[ɔ].Die Zungenspitze ist gesenkt und berührt die unteren Vorderzähne.
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Das lange deutsche [o:] ist länger und gespannter als das russische „o“. Bei der
Artikulation des offenen kurzen [ɔ]-Lautes sind die Lippen weniger vorgestülpt und weniger gerundet als beim langen [o:]. Die Artikulationsspannung ist schwächer. Die Mundöffnung ist ziemlich groß. Die Hinterzunge ist weniger zum weichen Gaumen gehoben als beim langen [o:]. Das kurze deutsche [ɔ] ist kürzer als das russische „o“. O – Laute sind labialisierte Vokale der mittleren Zungenhebung der hinteren Reihe, z.B.: Ofen, oder, wohnen, wollen, Kontrolle, Sonne.
Übungen
Übung 44. Üben Sie:
[o:]
[ɔ]
Ohr
Boot
Zoo
ob
Topf
Obst
Not
wo
oft
Post
oben
Zone
so
offen
toll
Oma
schon
froh
Onkel
folgen
Ozean
Wohl
hallo
Oktober
Sockel
Übung 45. Üben Sie die Vokale [o:] und [Ɔ] in Wortpaaren:
Ofen – offen Mode – Motto Tor – Torr bog – Bock wohl - wollen
wohnen – Wonne Sohle – sollen Note – Nonne groß – Tross loben - Loch
hole – Holle rote – Rotte Ton – Tonne Chor – Korn Dose - Doktor
Übung 46. Üben Sie den folgenden Zungenbrecher
Der Mondschein schien schon schön.
Übung 47. Üben Sie die Abzählreime
Lotte lockt die Motte In die Grotte. Tolle Motte,
Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp! Über Stock und über Steine,
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Diese Lotte! Motte tot, Grotte grot, Grottentod.
aber brich dir nicht die Beine! Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp!
Übung 48. Lesen Sie die Sprichwörter vor und finden Sie ihre Bedeutung
Keine Rose ohne Dornen. Morgenstunde hat Gold im Munde. Salz und Brot macht Wangen rot. In der Not schmeckt jedes Brot.
2.3.7. Die Vokale [ø:], [œ]
Man unterscheidet im Deutschen das lange geschlossene [ø:] und das kurze offene [œ]. Im Russischen gibt es keine entsprechenden Laute. Bei der Aussprache des langen [ø:]-Lautes hat die Zunge dieselbe Stellung wie bei
der Aussprache des langen e-Lautes, aber die Lippen haben dieselbe Stellung wie bei der Aussprache des langen o-Lautes. Die Zunge ist nach vorne geschoben.
Bei der Aussprache des kurzen [œ] -Lautes hat die Zunge dieselbe Stellung wie beim kurzen [ε], d.h. die Zunge ist nach vorne geschoben und berührt die unteren Vorderzähne. Die Vorderzunge ist zum harten Gaumen gehoben, weniger aber als beim langen [ø:]-Laut. Die Lippen haben dieselbe Stellung wie beim kurzen [Ɔ], d.h. die Lippen sind vorgestülpt und gerundet, weniger aber als beim [ø:]. Die Artikulationsspannung ist geringer und die Mundöffnung ist größer als beim [ø:], z.B.: lösen, Möbel, Löffel, zwölf, Goethe, Köln.
Übungen
Übung 49. Üben Sie:
[ø:]
[œ]
Öl
König
Öffnung
Löffel
Öhr
Löwe
Milieu
öfter
Können
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Öfen
schön
Monsieur
Öchslein
fördern
öde
Chauffeur
öffnen
Köln
Österreich
Ingenieur
öffentlich
plötzlich
Übung 50. Üben Sie die Vokale [ø:] und [œ] in Wortpaaren:
Höhle - Hölle Söhne - Söldner böse - Böcke lösen - löschen König - können
Goethe - Götter mögen - möchten Löwe - Löcher Öde - öffnen Chöre - Köln
stören - Stöcke Löhne - Löffel Vögel - fördern Öfen - öffnen Möwe - Mönch
Übung 51. Üben Sie den folgenden Zungenbrecher:
Der Österreicher wollte schöne Kleider für seine Töchter kaufen.
Übung 52. Üben Sie die Abzählreime
Himmel Hölle Wurst mit Pelle Mausekuchen – Du musst suchen
Hokuspokus Kokosnuss Hexenzwirn und Löwenfuß Eulenschwanz und Nudelmann – der - ist - dran.
Übung 53. Lesen Sie die Sprichwörter vor und finden Sie ihre Bedeutung
Wer nicht hören will, muss fühlen. Böse Beispiele verderben gute Sitten. Höfliche Worte vermögen viel. Rede wenig, höre viel.
Übung 54. Lesen Sie das Gedicht Gefundenvon Johann Wolfgang Goethe vor und lernen Sie es auswendig
Gefunden
Ich ging im Walde So für mich hin.
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Und nichts zu suchen, Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich Ein Blümchen stehn, Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön. Ich wollt’ es brechen,
Da sagt es fein: Soll ich zum Welken Gebrochen sein?
Ich grub’s mit allen Den Würzlein aus, Zum Garten trug ich’s Am hübschen Haus.
Und pflanzt’ es wieder
Am stillen Ort; Nun zweigt es immer Und blüht so fort.
Johann Wolfgang von Goethe
2.3.8. Die Vokale [ɑ:], [ɑ]
Im Deutschen gibt es kurze und lange a-Laute. Der kurze deutsche [a]- Laut ist
kürzer als der russische a-Laut, der lange deutsche [a:]- Laut ist bedeutend länger (kann – сад – kam). Bei der Artikulation der Laute ist die Mittelzunge
kaum merkbar gehoben, die Zunge liegt recht locker und flach im Mundboden,
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darum nennt man sie Vokale der tiefen Zungenhebung. Bei diesen Vokalen liegt
die Zungenspitze dicht an den unteren Vorderzähnen. Die Mundöffnung ist etwa
fingerbreit. Die Lippen sind locker geöffnet, oval. Im Auslaut wird [a] nicht reduziert, z.B.: Ader, Abend, Atem, Apfel, Achtung, allein, Olga, Wolga, Drama, Afrika
Übungen
Übung 55. Üben Sie:
[a:]
[a]
Aal
Bar
da
ab, an
Band
Art
Schaf
nah
Ast
hart
Abend
Harz
Thema
als
krank
aber
Tag
Anna
alt
Tanne
Ahnen
wahr
Gotha
Affe
Salz
Übung 56. Üben Sie die Vokale [a:] und [a] in Wortpaaren:
Abend - Apfel Saat - satt war - warm Tat - Tanz nahm - nackt
Staat - Stadt Aal - All Kahn - Kamm Tag - Takt Stahl - Stall
kahl - kalt Nase - nasse Hase - hassen Vase - Wasser Hahn - Hand
Übung 57. Üben Sie die folgenden Zungenbrecher:
Ein Ackerer ackert auf einem Acker, ein anderer auf einem anderen Acker. Herr von Hagen, darf ich wagen Sie zu fragen, wie viel Kragen Sie getragen, als Sie lagen krank am Magen in der Hauptstadt Kopenhagen.
Übung 58. Üben Sie den Abzählreim
Saß ein Has’ im Grase, hat ’ne nasse Nase.
Nasse Nase ist nicht fein.
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Nimm ein Blatt und putzt dich rein.
Übung 59. Lesen Sie die Sprichwörter vor und finden Sie ihre Bedeutung
Aller Anfang ist schwer. Saat macht satt. Gesagt – getan. Andere Jahre, andere Haare.
Übung 60. Lesen Sie das Gedicht „Heidenröslein“ von Johann Wolfgang Goethe vor und lernen Sie es auswendig:
Heidenröslein
Sah ein Knab’ ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden, war so jung und morgenschön,
lief er schnell, es nah zu sehn.
Sah’s mit vielen Freuden.
Röslein, Röslein, Röslein rot. Röslein auf der Heiden.
Knabe sprach: „Ich breche dich, Röslein auf der Heiden“, Röslein sprach: „Ich steche dich,
dass du ewig denkst an mich,
und ich will’s nicht leiden“
Röslein, Röslein, Röslein rot. Röslein auf der Heiden.
Und der wilde Knabe brach
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`s Röslein auf der Heiden, Röslein wehrte sich und stach,
half ihm doch kein Weh und Ach,
mußt es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot. Röslein auf der Heiden.
Johann Wolfgang Goethe
2.3.9. Die Diphthonge
Die Diphthonge sind Verbindungen von zwei Vokalen in einer Silbe. Bei der Artikulation der Diphthonge gleiten die Sprachorgane aus einer Lage in eine andere. Bei den deutschen Diphthongen ist der erste Vokal betont und silbisch, er ist kurz und wird sehr deutlich ausgesprochen; der zweite Vokal ist unsilbisch, unbetont und auch kurz, der zweite Vokal wird flüchtig ausgesprochen. Im Deutschen gibt es drei Diphthonge: [ae], [ɔø], [ ao]. Bei der Artikulation des Diphthonges [ae] ist die Mundöffnung zuerst groß, die Mittelzunge ist etwas gehoben wie beim kurzen offenen [a]. Dann gleiten die Sprachorgane fast unmerklich in die Lage des langen geschlossenen [e:], d.h. die
Vorderzunge wird gehoben und die Mundöffnung wird klein. Zur Zeichnung des
Diphthonges [ae] dienen die Buchstabenverbindungen: ei, ai, ay, ey, z.B.: Wein, mein, Mai, Bayern, Meyer.
Übungen
Übung 61. Üben Sie:
[ae]
Ei
Eimer
Bein
Seite
Kai
Druckerei
Eis
Einfall
Wein
zeigen
Drei
bei
Eile
Eiche
sein
weinen
Mai
frei