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Praktische Phonetik der deutschen Sprache. Учебное пособие

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11
Programm
tun
klein
grob
Oktober
nackt
plappern
tot
kennen
halb
unterwegs
dick
Übung 3. Üben Sie:
A: Wo haben Sie gesessen? B: Das habe ich vergessen. A: Was haben Sie gegessen? B: Das habe ich auch vergessen. A: Wo sind Sie gewesen? B: Ich habe im Bett gelegen und ein Buch gelesen.
Er ist aufgewacht. Er hat an sie gedacht. Sie hat den Kaffee gebracht und das Fenster aufgemacht.
Er hat vom Urlaub geträumt und sie hat aufgeräumt.
Sie hat etwas gefragt, doch er hat nichts gesagt.
(Delfin, LB, S.64)
Übung 4. Lesen Sie das Gedicht „Herbstlied“ von Johann Gaudenz von Salis- Seewis vor und lernen Sie es auswendig:
Herbstlied
Bunt sind schon die Wälder, Gelb die Stoppelfelder Und der Herbst beginnt. Bunte Blätter fallen, Graue Nebel wallen, Kühler weht der Wind.
Seht, die volle Traube Aus dem Rebenlaube Purpurfarben strahlt! Am Geländer reifen Pfirsiche mit Streifen Rot und weiß bemalt.
Johann Gaudenz von Salis-Seewis
1.2. Der menschliche Sprechapparat
Er besteht aus Sprachorganen. Die Sprachorgane befinden sich im Sprachkanal. Zu den Sprachorganen gehören:
der Kehlkopf mit seinen
Stimmbändern
12
die Kehle (der Rachenraum)
die Mundhöhle
die Nasenhöhle
In der Mundhöhle befinden sich:
die Zunge
die Zähne
die Alveolen
der harte Gaumen
der weiche Gaumen
das Zäpfchen
Bild 1: Sprechapparat
I. Luftröhre. II. Kehlkopf. III. Rachenhöhle. IV. Mundhöhle. V. Nasenhöhle. VI. Speiseröhre.
1. Lippen. 2. Zähne. 3. Alveolen. 4. harter Gaumen. 5. weicher Gaumen. 6. Zäpfchen, 7. Zunge. 8.
Zungenspitze. 9. Vorderzunge. 10. Mittelzunge. 11. HinterLunge. 12. Zungenwurzel. 13. Kehldecke. 14.
Stimmbänder.
Die Grundlage für alle Sprachlaute bildet der Luftstrom beim Ausatmen. Die ausgeatmete Luft strömt aus den Lungen durch die Luftröhre (трахеи). Dann strömt die Luft durch den Kehlkopf, den Rachen (зев), den Mund oder durch die
Nase. Einige Sprachorgane sind aktiv, sie bewegen sich und nehmen verschiedene
Stellungen ein (die Stimmbänder, die Zunge, die Lippen, das Zäpfchen, der weiche
Gaumen). Die anderen Sprachorgane sind passiv (die Zähne, die Alveolen, der harte Gaumen). Beim Beschreiben der Artikulation unterscheidet man die Zungenspitze, die Vorder-, Mittel- und Hinterzunge. Alle diese Zungenteile sind beweglich. Den Mundraum verschließen die Lippen.
Übungen
Übung 5. Üben Sie:
Sie hat studiert. Erst hat sie markiert, dann hat sie notiert, danach korrigiert
Er hat seinen Koffer gewogen und ist nach Mallorca geflogen. Sie ist zu Hause geblieben und hat einen Brief geschrieben.
13
und zum Schluss telefoniert. Sonst ist nichts passiert.
Er ist nach Hause gekommen und hat sie in den Arm genommen.
(Delfin, LB, S. 64)
Übung 6. Lesen Sie das Gedicht Wanderers Nachtlied“ von Johann Wolfgang Goethe vor und lernen Sie es auswendig:
Wanderers Nachtlied
Über allen Gipfeln Ist Ruh,
In allen Wipfeln spürest du Kaum einen Hauch; Die Vögelein schweigen im Walde. Warte nur, balde Ruhest du auch.
Johann Wolfgang Goethe
1.3. Der Neueinsatz der Vokale
Im Gegensatz zu den russischen Vokalen werden die deutschen Vokale am Anfang des Wortes oder der Silbe scharf abgetrennt und mit Spannung ausgesprochen. Diese Spannung entsteht dadurch, dass die Stimmritze, die zuerst fest geschlossen
ist, plötzlich mit einem Geräusch geöffnet wird. Die Stimmbänder bilden einen Verschluss und dann beginnen sie zu vibrieren. Das Geräusch, welches man vor dem Vokal hört, nennt man den festen oder den neuen Einsatz (den Knacklaut) [’].
Der Neueinsatz fehlt in Adverbien mit hin-, her-, dar-, darin-, z.B. hinein, hinauf,
herein, heraus, darüber, daraus, und in solchen Wörtern wie: vollenden, warum,
Aufenthalt. aber: The’ater, Alve’olen, ge’übt, er’obern
z.B.: gearbeitet, erinnern, erarbeiten, Beamter, überall, Wanduhr, Abendessen, unter allen Umständen, am anderen Ende, er oder ich
14
Übungen
Übung 7. Üben Sie die folgenden Wörter und Wortverbindungen mit Neueinsatz:
ich, immer, essen, oben, üben, das Ende, das Obst, der Urlaub, das Ei, das Auge, die Eule, gegenüber, verändern, zur Erinnerung, zur Eröffnung, gearbeitet,
beachten, anerkennen, unangenehm, hinauf, herein, darein, bergauf und bergab, eine Übung beenden
Übung 8. Üben Sie die folgenden Zungenbrecher:
Essig ess ich nicht. Ess ich Essig, ess ich Essig nur mit Kopfsalat.
Ob er aber über Oberammergau oder aber über Unterammergau oder aber überhaupt nicht kommt, ist nicht gewiss.
Übung 9. Lesen Sie die folgenden Wortpaare, beachten Sie den Neueinsatz der Vokale:
Delikatessen
-
delikatt essen
Bettdecke
-
Bettecke
Essig
-
ess’ ich
viel Leere
-
viel Ehre
willig
-
will ich
deutschsprachig
-
Deutsch sprach ich
am Mast
-
am Ast
im Mai
-
im Ei
Test zum Modul I
1. Wählen Sie richtige Variante. Phonetik ist …
a) …. die Lehre von den Lauten und von der Bildung dieser Laute b) ….. die Lehre von der menschlichen Sprache
2. Verteilen Sie bitte aktive und passive Sprachorgane:
die Stimmbänder, der harte Gaumen, die Zunge, der weiche Gaumen, die Zähne, die Lippen, die Alveolen, das Zäpfchen
aktive Sprachorgane
passive Sprachorgane
1.
1.
2.
2.
3.
3.
15
4.
4.
5.
5.
3. Finden Sie die Wörter, die mit dem Neueisatz ausgesprochen werden:
Aber, immer, Himmel, Name, und, hinauf, ich, Essig, erkennen, beenden, Neueinsatz
mit Neueinsatz
ohne Neueinsatz
Auswertung der Testaufgaben zum Modul I
Der gesamte Test besteht aus 20 Aufgaben. Jedes richtige Item erhält einen Punkt. Das maximale Gesamtergebnis beträgt also 20 Punkte. Der Test gilt als bestanden,
wenn mindestens 60% oder 12 Punkte erreicht sind. Die Umrechnung der Testwerte auf die Notenskala (ein Fehler kostet ~0,18 Punkte im Punktebewertungssystem):
Prozentzahl
Punktzahl
Auswertung
Note
Punkt im
Punktesystem
100-90%
20-18 Punkte
Ausgezeichnet
5
2-1,6
89-75%
17-15 Punkte
Gut 4 1,5-1
74-60%
14-12 Punkte
Befriedigend
3
0,9-0,5
59-
11-
Ungenügend
2
0
Wenn die nötige Prozentzahl nicht erreicht ist, wiederholen Sie den Lernstoff und machen Sie den Test noch einmal. Die Testzeit sollte rund 15 Minuten betragen.
16
Modul 2. DEUTSCHES VOKALSYSTEM
Das komplexe Ziel des Moduls II ist Systematisierung der Kenntnisse über das Vokalsystem des Deutschen, Beschreiben der Merkmale der deutschen Vokale, ihre Klassifikation, Charakteristik und Artikulation.
In der deutschen Sprache gibt es mehr als 40 Laute. Die Laute werden in Vokale und Konsonanten eingeteilt. Im Deutschen gibt es 19 vokalische Laute: darunter 16 einfache Vokale und 3 Diphthonge. Die Grundlage der Vokale bildet der Stimmton, der im Kehlkopf entsteht.
2.1. DIE KLASSIFIKATION DER VOKALE
Man klassifiziert die deutschen Vokale nach der Quantität und nach der Qualität, nach der Lage der Lippen, der Zunge, des Zäpfchens und nach dem Grad der
Muskelspannung der Sprachorgane.
Übungen
Übung10. Üben Sie:
Sie ist durch die Wiesen geritten und hat 100 Blumen geschnitten. Er ist zum Fluss gerannt. Sie hat ihn nicht erkannt. Er ist ins Wasser gesprungen, und sie hat gesungen.
(Delfin, LB., S.64)
2.1.1. Die Quantität der Vokale
Die deutschen Vokale können lang oder kurz sein; das ist die Länge oder die Quantität der Vokale. Unter Quantität versteht man die Zeit, die nötig ist, um den
Vokal richtig auszusprechen.
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Übung 11. Üben Sie und beachten Sie die Quantität des Vokals im Suffix –ig:
hastig
sorgfältig
ruhig
schwierig
geduldig
wichtig
gierig
wenig
mutig
richtig
häufig
freudig
2.1.2. Die Regeln der Vokaldauer und Vokalkürze
Nach der Vokaldauer unterscheidet man im Deutschen lange und kurze Vokale. Die Vokaldauer unterscheidet im deutschen den Sinn der Wörter.
1. Der Vokal ist lang: in einer offenen betonten Silbe (Anmerkung: Eine Silbe ist
offen, wenn am Ende der Silbe ein Vokal steht. Eine Silbe ist geschlossen, wenn sie auf einen Konsonanten auslautet), z.B. sagen, lesen, leben, Schule, Tafel.
2. Der Vokal ist lang: wenn er in einer geschlossenen Silbe steht, die man durch
die Veränderung des Wortes öffnen kann, z.B. Tag Tage, rot – rote.
3. Der Vokal ist lang: wenn nach dem Vokal ein Dehnungszeichen (h) steht, z.B.
fahren, ihm, Ohr, Uhr.
4. Der Vokal ist lang: in der Schreibung -ie, -ieh, z.B. wieder, sieht.
5. Der Vokal ist lang: wenn er verdoppelt ist, z.B. Haar, Boot, leer.
6. Der Vokal ist lang: im Auslaut, z.B. Auto, Eva, Wolga, wo, Kino.
7. Der Vokal ist lang in vielen einsilbigen unveränderlichen Wörtern: nur, vor,
er, der, dem, den, wer, wem, wen, für, nun, nach, erst, schon, bloß.
8. Der Vokal ist lang: in deutschen und fremden Suffixen wie -bar, -sam, -sal, -
tum, -ur, -tät, -tion, -al, -soph, -tat, -or, z.B. dankbar, einsam, das Schicksal, der Reichtum, die Kultur, die Solidarität, die Station, genial, der Philosoph, das Diktat, der Traktor.
9. Der Vokal ist lang: oft vor -rd, -rt, -rst, -erst, z.B. Erde, Art, Geburt, gebürtig,
werden, erst.
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Besondere Fälle der Vokaldauer
[a:] der Adler, Afra, die Art, artig, der Bart, brach, drasch, die Jagd, der Harz, die
Heirat, die Magd, nach, der Papst, Quarz, zart
[a]
die Aula, der Bräutigam, die Grammatik, der Januar, der Monat
[o:] bloß, hoch, der Jogurt, Jost, das Kloster, der Mond, der Montag, das Obst,
Ostern, Prost, schon, der Trost,
[ɔ] anno, der Bischof, desto, der Doktor, die Hochzeit, der Lorbeer, polnisch, die
Post, der Vorteil, Zorn
[ø:]
die Behörde, hörst, Österreich, stößt, trösten
[u:] das Buch, Buche, Buchstabe, die Dusche, buk, die Geburt, der Gruß, fusle,
der Husten, der Kuchen, nun, nur, pusten, der Schuster, suchen, das Tuch, wusch, wuchs, zu
[υ]
bewusst, die Brust, der Klub, plus, das Urteil, wusste
[y:]
die Büste, düster, für, das Küchlein, plüsch, die Rüsche, die Wüste
[Y]
amüsieren, das Büro, debütieren, gebürtig, rüsten, wüsste
[e:] Dresden, Gerhard, Hedwig, Schleswig, das Pferd, die Erde, edle, die Herde,
werden, der Wert, wert, das Schwert, der Krebs, nebst, stets, Еstland, estnisch, regnen
[ε:] das Älchen, die Bärte, der Chef, die Gebärde, das Gemälde, das Mädchen,
das Rätsel, die Städte, das Städtchen, zärtlich
[ε]
das Billett, das Hotel, weg
[i:]
gib, die Nische, vier
[I]
das Kapitel, vielleicht, das Viertel, vierzehn, vierzig
Übung 12. Erklären Sie, warum der Vokal in den folgenden Wörtern lang ist:
Fieber, Kloster, Aal, während, Buch, tun, Bär, Vase, Ada, Tiger, wem, Blume, Papier, Stuhl, Tür, Nebel, strahlen, war, Glas, Video, Wolga.
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Der Vokal ist kurz:
1. Der Vokal ist kurz: wenn er in einer geschlossenen Silbe steht, die man nicht
öffnen kann (vor 2 oder mehreren Konsonanten des Wortstammes), z.B. fand, Herbst, Mund, Winter, Lampe, Fenster;
2. Der Vokal ist kurz: wenn der Vokal vor einem Doppelkonsonanten steht, z. B. kommen, füllen, Wasser, bitte;
3. Der Vokal ist kurz: wenn er vor den Buchstabenverbindungen -dt, -ck, -tz, -ng,- nk, -pf, -sch, -tsch steht, z.B. Stadt, Ecke, sitzen, singen, waschen, klatschen;
4. Der Vokal ist kurz: wenn er in einsilbigen unveränderlichen Wörtern vor einem Konsonanten steht: ab, am, an, bin, das, des, es, hat, hin, im, in, man, mit, ob, vom, von, was, weg;
5. Der Vokal ist kurz: wenn er in folgenden deutschen und fremden Suffixen steht:
-in, -nis, -ismus, -lich, -ig, -um, -isch, z.B. Studentin, Hindernis, Kommunismus, lieblich, lustig, neidisch, Museum;
6. Der Vokal ist kurz: wenn er in den Präfixen un-, emp-, ent-, miss-, er-, ver-, zer- steht, z.B. ungenau, empfehlen, entlassеn, misslingen, ertragen, versprechen, zerbrechen.
Übungen
Übung 13. Erklären Sie, warum der Vokal in den folgenden Wörtern kurz ist:
Fluss, Hund, Stock, verstehen, Sanatorium, Schwester, Konzert, Kamm, weg, fleißig, Socken, ist, Gipfel, Matsch
Übung 14. Bestimmen Sie, ob der Vokal kurz oder lang ist
gefahren gelesen geschrieben gehalten gesehen geschlafen gestellt geholfen gewusst gesagt gelegt geschoben geblutet gepackt
studiert geflogen gerissen gekommen gemalt gesessen geschnitten gesucht geholt gerufen
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Übung 15. Lesen Sie das Gedicht Ein Fichtenbaum“ von Heinrich Heine vor und lernen Sie es auswendig:
Ein Fichtenbaum
Ein Fichtenbaum steht einsam
Im Norden auf kahler Höh’. Ihn schläfert: mit weißer Decke Umhüllen ihn Eis und Schnee. Er träumt von einer Palme,
Die, fern im Morgenland, Einsam und schweigend trauert Auf brennender Felsenwand.
Heinrich Heine
2.1.3. Die Qualität der Vokale
Unter Qualität versteht man, wie die Vokale ausgesprochen werden. Der Qualität nach unterscheidet man enge (geschlossene) und weite (offene) Vokale. Die
Qualität der Vokale hängt von der Zungenhebung, der Lippenöffnung und der
Spannung der Sprachorgane bei der Artikulation der Vokale ab.
Wenn die Lippenöffnung kleiner, die Zungenhebung größer und die Artikulatuionsspannung stark ist, entstehen enge Vokale. Wenn die Öffnung des
Mundraums weit ist, entstehen Vokale, die offen (weit) sind. Die langen Vokale sind eng, die kurzen Vokale sind weit. Wichtig: Ausnahmen sind das lange [ɑ:] und das lange [ε:]. Sie sind immer weit.
Übungen
Übung 16. Üben Sie. Beachten Sie die kurzen und langen Vokale:
Bahn – Bann
bieten - bitten
Stil – still
fahl – Fall
fehlen – fällen
Miete – Mitte