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Stilistik der deutschen Sprache. Учебное пособие

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TEIL II. WORTSCHATZ DER DEUTSCHEN GEGENWARTSSPRACHE AUS STILISTISCHER SICHT
Zeitkolorits oder zu den individualisierenden Porträtzeichnungen. Das sind vorübergehende Neologismen.
Zu dieser Gruppe gehören in erster Linie die Modewörter: Darling, clever. Interessant sind die okkasionellen anglo-amerikanischen Neolo gismen:
Perfekt gestylt: Max in Adventure-Jeans.
Was den Bedeutungsumfang der Anglo-Amerikanismen betrifft, so werden die Wörter entweder in ihrer vollen Bedeutung übernommen (Co mic, Babysitter, Strips, Motel) oder sie gelangen nur mit einem Teil ihrer Bedeutung ins Deutsche: Job ist nicht mit Arbeit identisch, Job ist Mittel zum Gelderwerb, nicht als auffüllende Aufgabe und steht an der unters ten Stufe des Wortfeldes “Arbeit”, aber es hat dennoch einen fest um grenzten Platz darin. Es enthält überdies einen ganz speziellen Unterton, der in keinem Wort des sprachlichen Feldes “Arbeit” so zum Ausdruck kommt. Es füllt damit eine Lücke und macht das Wortfeld umfangreicher und nuancenstärker. Die Konkurrenz zu einem deutschen Wort ist häu fi g, aber selten ergibt sich Synonymität: Society ist nicht gleich die Gesell schaft, sondern bezeichnet eine bestimmte besitzende Gesellschafts schicht, die so genannte Große Welt. Fans sind oft Jugendliche,
Anhänger sind in Bezug auf das Alter neutral. Die traditionellen deutschen Fest spiele können keine Festivals sein. Sex ist nicht mit Geschlecht identisch. Trend deckt sich nicht in allen Beziehungen mit Tendenz und clever hat
andere Implikationen als klug. Weitere Beispiele ließen sich leicht auf führen. Das Aussterben eines deutschen Wortes unter dem Einfl uss eines aus der fremden Sprache übernommenen ist bisher noch nicht belegt. Für die nationale Sprachsituation ist das aber bezeichnend, dass heute oft ein englisches Wort ein älteres romanisches aussticht: Ticket verdrängt Billet, Boom steht für Chaos, High Society verdrängt Hautevolee, Team übernimmt einen Teil der Bedeutungen von Ensemble, Manager ist häufi ger als Impresario. In anderen Fällen beschert der englische Einfl uss der deutschen Sprache eine neue Unterabteilung der Kategorie “weißer Schimmel”: Testversuch, Testprüfung,
Research-Forschungen, Servicedienst und Konjunkturboom.
Dass ein Eindringling aus dem Englischen ein deutsches Wort ver- drängt oder bedroht, ist außerordentlich selten. Teenager ist sicher sehr viel häufi ger als das zurückweichende Back sch, das die Angehörigen die- ser Altersgruppe selbst nicht mehr verwenden, Band hat die Bedeutung von Kapelle verschoben usw.
Dazu ist auch festzustellen, dass es überhaupt eine nicht geringe Zahl von Wortfeldern gibt, in denen Fremdwörter vor allem Anglo-Amerikanismen einen festen Platz haben. Meistens ist der neu erschienene Angli zismus eine Bereicherung im quantitativen Sinne, d. h. er bringt ein neues Wort und damit neue Differenzierungsmöglichkeiten ins Deutsche. Dafür einige Beispiele:
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Im Bereich der Mode geben die aus dem Französischen entlehnten Adjektive: elegant, modern, modisch und schick/chick sowie die Anglizismen fashionable und das darauf entstandene fesch den Ton an. Die deut schen Wörter hübsch, reizvoll, ott und geschmacksvoll spielen hier nur eine sekundäre Rolle.
Selbstverständlich gibt es viele Wortfelder, die keine Anglizismen ent­halten, wie besonders deutlich die Adjektive (mutig, treu, mager, still, schüchtern, gewaltig) zeigen. Die Felder um schnell, klug und einige ande re Adjektive sind in diesem Zusammenhang als Ausnahme zu betrachten, da in ihnen quick, clever etc. durchaus eine Rolle spielen.
Die Annahme, dass sich Anglizismen besonders in solchen Wortfel dern nden, die vor allem Entlehnungsschübe durch die Entwicklung der modernen Technik etc. verzeichnen, erweist sich grundsätzlich als nicht falsch, erklärt jedoch nicht: Warum im Wortfeld Mannschaft die beiden Anglizismen Team und Crew eine so wesentliche Rolle spielen? Warum Show neben die alte deutsche Schau trat? Warum Frust ins Deutsche kam? Viele weitere Fragen bleiben offen oder fi nden nur die Antwort, dass das Englische, speziell in seiner transatlantischen Variante, Weltsprache ge worden ist.
Deutsche Sprache ist wie jede Sprache zweckbestimmte Mitteilung. Trotz aller Vermutungen kann man eines feststellen, dass deutsche Spra che diese Übernahmen aus dem Englischen überall dort braucht, wo neue Gegenstände neues Denken und Fühlen begriffl ich mitgeteilt werden sol len, aber noch keine deutschen Wörter für sie bestehen, wohl aber engli sche. Übernahmen sind nicht notwendig, aber wünschenswert, wenn sie ein Wortfeld feiner gliedern helfen.
Wenn man über den Stilwert eines Fremdwortes spricht, so kann man behaupten, dass der Amerikanismus meistens an der unteren Grenze des Wortfeldes (wie bei Job) platziert. Dennoch können diese ungeschriebe­nen Regeln über die Wertigkeit des Fremdwortes durchbrochen werden, wenn ironische, humoristische, satirische oder andere Untertöne ange­schlagen werden sollen. In dieser Beziehung zeichnen sich wieder deut­sche Zeitschriften, besonders “Der Spiegel” aus. Aber das Spielen mit dem Fremdwort zur Erzielung eines ganz bestimmten Effektes ist auch in anderen Publikationen zu verzeichnen; es eignet sich dazu offensichtlich besser als das deutsche Wort. Dafür ein Beispiel mit Fan:
Sicher ist, dass ... manch diplomatischer Kollege ... sich über ein Stol pern des Bismarck-Fans freuen würde. (Ztg.)
Nach allgemeinem Sprachgebrauch ist man kein Fan eines Politikers oder Christi, sondern ein Fan ist “ein begeisterter, leidenschaftlicher, meist jugendlicher Anhänger einer Person (Schauspieler, Sänger) oder einer Sache (Sport, Film, Tanz usw.)”. Die erzielte Wirkung ist komisch, iro nisch und satirisch.
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Im Wortschatz zeichnen sich bestimmte Sachbereiche der anglo-ame­rikanischen Neologismen ab:
Reisen, Verkehr und Tourismus
• Sport
Kleidung und Mode
Kosmetik und Körperpfl ege
• Farbenbezeichnungen
Kultur und Musik
• Wissenschaft und Technik
Handel, insbesondere Essen, Getränke und Genussmittel
• Werbebranche
• Publizistik, Fernsehen
Der englische Einfl uss auf den Wortschatz des Verkehrs ist sehr alt. Wenn man die Lehnübersetzungen der althochdeutschen Zeit außer Acht lässt, begegnet man den ersten Übernahmen gerade auf diesem Gebiet in der Sprache der Schifffahrt. In der Neuzeit ist neben der Schifffahrt die Eisenbahn als ein Gebiet zu nennen, dessen Wortschatz Anglizismen ent­hält. Heute ist der englische Einfl uss nicht so bedeutend wie früher. Aber es gibt doch ziemlich viele anglo-amerikanische Neuerscheinungen auf dem Gebiet des Tourismus, Verkehrs und Reisens, z. B. Cockpit, (ein)cheken,
Gate, Airline, Jet, Airport, Arrival, Departure, Nonstop, VIP, First Class, Economy Class, Stewardess, Transfer, Airbus, Standby, Stop over, fasten your seat-belts, Jumbo-Jet oder:
Unser Hotel hat einen 24 Stunden-Room Service.
Mit Sight, Sound und Speed zur Karibischen See.
Beachten Sie Schilder an Privathäusern mit der Aufschrift “Bed and Breakfast”.
Im Zeitalter des Massentourismus sind Duty-Free-Shops allen bekannt.
Prüfen Sie quick Ihre Tickets!
Auf dem Gebiet des Sports ist der Einfl uss des Englischen früher sehr stark gewesen. Selbst das Wort Sport stammt aus dem Englischen. Ebenso sind viele Sportarten aus England gekommen. Sport in seinem heutigen Sinn wird in Deutschland erst seit dem 19. Jh. getrieben, aber schon in jenem Jahrhundert ist die Zahl der englischen Sportausdrücke und -Wör ter im Deutschen groß. Dieser Einfl uss hat keineswegs nachgelassen, z. B. Jogging,
Kafl ing, Penalty, Corner, Keeper, Body-Bulding oder
Schwimmen, Tennis, Golf, Jachting – das macht die ganze Familie mit.
In einem Country-Club oder Hotel kann man Golf spielen.
Wir bewähren uns auf dem Tennis-Court, beim Fliegen, Fahren, Lau fen, Springen...
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Sebastian, 21, ist ein Snowboarder aus Kempten im Allgäu.
Ob Mountainbiking, Skysurfi ng oder House Running – Hauptsache: Der Nervenkitzel ist groß.
In den USA werden jährlich 1,7 Millionen Offi road-Fahrzeuge verkauft.
Eines der Hauptgebiete des englischen Einfl usses ist heute ohne Zweifel das der Mode. Viele dieser Wörter sind schon in deutschen Wör terbüchern verzeichnet. Es kommen aber dauernd neue hinzu und eine ganze Menge von diesen Bezeichnungen, denen man z. B. in Anzeigen begegnet, wird man wahrscheinlich nie in Wörterbüchern fi nden.
Auf dem Gebiet der Kosmetik war der englische Einfl uss früher nicht so sehr bedeutend. Aber seit dem zweiten Weltkrieg wird dieser Einfl uss außerordentlich stark. In der Werbesprache ist die Kosmetik neben Klei dung, Nahrungs- und Genussmitteln eines der Hauptgebiete von Über nahmen aus dem Englischen. Einerseits werden Produkte amerikanischer und englischer Firmen nach Deutschland importiert, andererseits geben auch viele deutsche Firmen ihren Erzeugnissen englische Namen:
Hosenanzüge setzen jetzt auf Shirts.
Auch die Designer ließen sich von der Mode inspirieren.
Hosenanzüge und Kostüme tauschen smarte Hemden und Westen gegen Shirts.
Raffi niertes Styling: in einem hauchfeinem Pullover.
Das Material ist leicht gestretcht.
Sportwear trifft auf Klassik.
Sein Outfi t stammt aus dem HSV Fan-Shop.
Bei einem fülligen Hals ist auch langes Haar okay.
Superbequem und total hip: Frühjahrs-Basics von Free Soul.
Mit dem schnellen Wechsel der Mode sind die Farbenbezeichnungen eng verbunden. Eigentlich sind sie jedoch eine Modeerscheinung. – Es ist kein Wunder, dass so viele neue Farbennamen jeweils mit dem neuen Modetrend entstehen. Unter Farbenbezeichnungen fi ndet man erstaun- lich viele Fremdwörter. Manchmal werden neue Fremdwörter durch Far­benbezeichnungen in die Sprache eingeführt. Dass neue Farbenbezeich­nungen gerade aus dem Englischen entlehnt werden, ist auch nicht er staunlich – heutzutage kommen solche Erscheinungen häufi g vor:
Diese Wickelbluse kommt zur weiten Workerjeans in Darkblue ganz groß raus.
Black is beautiful: Bandmitglieder von “New Generation im Cafe de Pa ris”
Modisch interessanter Herrenschuh in Farbe derby-antik und derby­braun.
Reisekoffer... in arizonabraun.
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Atlantikblaue großräumige Reisetasche ist superbequem.
Echter Mokassin in Virginia braun.
Top-Model in den fünf neuen beat-Farben fl ieder, apfelgrün, cuclamrot, beatgelb und orange.
Ein Kapuzenmantel beatgelb, türkis, pink oder exotic.
Auf dem Gebiet der Kultur ist der Einfl uss Amerikas und Englands stärker als je zuvor zu beobachten. Wenn man z. B. heutige Lage in der Unterhaltungsmusik mit der “goldenen Zeit” des deutschen Schlagers vor dem Zweiten Weltkrieg vergleicht, fallt sofort auf, dass die amerikani sche und heute auch immer mehr die englische Popmusik bei weitem über wiegt. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern ist in anderen Län dern zu beobachten. Die Jugendlichen haben heute dank des ansteigen den Lebensstandards mehr Geld zur Verfügung und sind daher ein wich tiger Faktor z. B. in der Werbung geworden. Ein beträchtlicher Anteil der Werbung wird heute direkt an sie gerichtet. Kein Wunder, dass die Aus drücke der Popmusik ihren Weg in die Werbesprache gefunden haben.
Auch Ursprung und Schwerpunkt der von Jugendlichen konsumier­ten Musik liegen in England und Amerika, sodass man mit der Feststel­lung, die Sprache der Pop-/Rock-Kultur sei ein einziger, mit deutschen Funktionswörtern gesprenkelter Anglizismus, keineswegs übertreibt, z. B.
Nonstopmusik, Festival, hot music, Sound oder
Mit ihren intelligenten, provokanten Popsongs wurde sie in Frankreich zum Superstar.
Go-Go-Party. Wer macht mit?
Luxus, Komfort, Service und Entertainment enthalten in diesem Hotel neue Akzente in der Saison.
Musik macht happy. Musik mit dem Sound, der unter die Haut geht.
Hier geht es um den Einfl uss der Showbusiness-Sprache und um die englischsprachigen Lieder, die sich bei heutigen Jugendlichen hoher Be­liebtheit erfreuen und die deutsche Sprache befruchten.
Das Gebiet der Wirtschaft und Technik ist immer entlehnungsfreudig gewesen. Heute dringt besonders die Sprache der Datenverarbeitung stark hervor. Die elektronische Datenverarbeitung fi ndet sich gerade heute sehr stark im Ausbau, und die Zahl der Menschen, die mit diesen Anlagen unmittelbar zu tun haben, wird immer größer. Die Sprache der Daten­verarbeitung ist heute sehr uneinheitlich und von amerikanischen Fremd­wörtern durchdrungen. Ein Fachmann ist im Allgemeinen im Stande, diese sonderliche Sprache zu verstehen, kaum dagegen ein Laie, Anfän ger. Es gibt zwar Lexika der Datenverarbeitung, aber sie sind vor allem für den betriebsinternen Gebrauch bestimmt und die Terminologie variiert oft von Betrieb zu Betrieb. Außerdem sind die Wörterbücher der Daten verarbeitung
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sehr kurzlebig. Die Entwicklung schreitet so schnell voran, dass die Wörterbücher kaum Schritt halten können.
Trotz alledem beeinfl usst die Sprache im Bereich Computer schon jetzt die Gemeinsprache und erobert immer neue Wirkungsbereiche. Vielen sind solche Wörter und Ausdrücke bekannt wie etwa Hard- und Software,
Operations-Research, Server, Marketing, Management für Italien, Produkt­Ma nager, Non-Food-Abteilung bzw. Non-Food-Spezialist, Service oder:
Programmieren Sie Ihre Bein-Schönheit (aus einer Damenzeitschrift)
Das Floaten des Dollars war in aller Munde.
Das ist eine der größten Time-Sharing-Organisationen.
Unser Programm umfasst die Herstellung aller Endlos-Formulardrucke und Snap-out-Sätze.
Besonders die Werbesprache ist mit englischen Ausdrücken übersät tigt. Ein Grund dafür ist, dass die Werbeagenturen der USA einerseits Vorbilder für deutsche Agenturen sind und andererseits auch amerikani sche Agenturen in Deutschland arbeiten. Überhaupt wirkt das amerika nische Wirtschaftsleben vorbildlich. Die Effektivität des amerikanischen Kaufmanns erregt bei den Europäern Bewunderung und spornt zur Nach ahmung an. Das amerikanische Moneymaking bestimmt das Leben von immer weiteren Kreisen der Bevölkerung. Die Stellenangebote der Ta geszeitungen sind ein Gebiet, wo man den sprachlichen Einfl uss deutlich sieht. Oft fi ndet man in ihnen so ungewöhnliche Wörter und Wendun gen, dass man die Anzeigen kaum versteht. Nicht nur Fremdwörter sind daran schuld, auch deutsche Neubildungen können schwerverständlich sein. Bei vielen diesen Bildungen versagen sogar die Lexika. “Es bleibt nur zu hoffen, dass es die verstehen, die es angeht.” Klagen über “Deng lisch” auf dem Gebiet hört man dauernd von vielen Seiten – diese Fremd neubildungen haben keine klaren, feststehenden Bedeutungen und “auch in Amerika wisse man nicht immer, was diese Wörter bedeuten...”
Gründe zum häufi gen Gebrauch englischer Wörter auf diesem Ge- biet gibt es sicherlich sehr viel. Erstens ist es “modisch”, sich auf Eng lisch auszudrücken. Weiter ist die Anzahl der englischen Anzeigen in deut schen Tageszeitungen nicht unerheblich. Amerikanische Firmen haben Tochter- und Zweiggesellschaften in Deutschland, die ihre Stellenange bote auf Englisch verfassen. Diese Anzeigen erleichtern sicherlich den Entlehnungsvorgang und führen besonders neue Berufsbezeichnungen ein. Es fällt gerade auf, dass es insbesondere Werbeagenturen (auch deut sche) sind, die solches “Denglisch” schreiben. Man könnte wohl mei nen, dass sie die Gelegenheit benutzen, um anschließend auch ein Ar beitsbeispiel, eine Stilprobe sozusagen, zu zeigen.
Schließlich sind die mit fremden Termini überfüllten Anzeigen gewissermaßen ein “Numerus clausus”, es wird sich kaum jemand für die
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offene Stellung bewerben, der nicht einmal richtig weiß, worum es hier eigentlich geht. So z. B. heißt es in seinem Stellenangebot:
Wir erwarten den Typ der technical manager, der mit den gesamten Lie­ferquellen im europäischen Raum vertraut ist.
Als Diplomkaufmann oder Diplomvolkswirt können Sie alle wichtigen Aufgaben dieses Bereichs kennen lernen, wie Finanzplan, Budget, Control, Gewinnplan usw.
Zum Schluss muss man bemerken, dass man vor dem Prozess der Entstehung neuer Wörter und Wendungen auf Grund des Einfl usses von der englischen Sprache keine Angst haben soll. Es gibt wenigstens zwei Gründe dazu.
Man hat erstens Wörter englischer Herkunft in Schriftbild und Aus sprache total “eingedeutscht”, d. h., sobald ein englischsprachiges Fremd wort in die deutsche Sprache aufgenommen wird, kann es einem Assimilationsprozess unterliegen, der sich auf graphischer, morphologischer oder lexikalisch­semantischer Ebene ereignet.
Man hat zweitens viele neue Angebote aus dem Englischen ohne Mühe populär und vernünftig übersetzt, statt sie zu übernehmen: Gehirnwäsche sagt man statt brain washing; auch Kalter Krieg, Luftbrücke, schweigende Mehrheit, Selbstbedienung. Aber wäre es jemandem wirklich lieber, so kann man sagen cold war, airlift, silent majority, self-service. Das ist schon eine persönliche Sache, wenn es korrekt und am Platze gebraucht wird.
Stilistisch interessant ist folgende Spracherscheinung. In übergroßer Begeisterung fürs Englische konservieren die Deutschen ein Wort, das im englischen Sprachraum gestorben ist: Smoking sagt man zu dem Klei­dungsstück, das englisch Dinner jacket heißt; No smoking bedeutet bekanntlich, nicht etwa Smoking unerwünscht, sondern Rauchen verbo ten. Also man erfi ndet englische Wörter, die die englische Sprache nicht kennt:
Dressman, Twen oder
Showmaster schrecken vor nichts zurück.
Die Neologismen der letzten Jahre
Die Erneuerung des Wortschatzes jeder Sprache ist ununterbrochen. In den letzten Jahren wird in allen Sprachen der neologische Boom beobachtet, der durch interlinguistische und extralinguistische Faktoren bedingt wird. Zu den extralinguistischen Faktoren gehören gesellschaftlich-politische, ökonomische, materielle Veränderungen der menschlichen Tätigkeit, wenn die notwendig neue Bezeichnungen in die Sprache einzuführen auftaucht. Zu den intralinguistischen Faktoren zählt man Entlehnungen, Wortbildung und Zusammensetzung. Die Neologie als selbständiger Zweig erschien in
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der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in der Zeit der wissenschaftlichen Erkenntnisse, die die ganze Welt und den Menschen selbst verändert haben. (А. Н. Иванов, 1984)
Die neuen Arbeiten zu diesem Thema von A. A. Polikarpow, W. P. Usotowa, G. B. Bukowa zeugen von der Bildung besonderer Art der Linguistik, – die Wahrscheinlichkeitstheorie, die nicht realisierten Möglichkeiten des Wortbildungssystems und Erscheinungsmöglichkeiten der neuen Wege der Wortbildung prognosiert. In den letzten Jahren beobachtet man Entlehnungen auf dem Gebiet der Computertechnologie: z.B. Facebookpartyвечеринка
организованная посредством фейсбука, Internetsurfen – поиск информации в интернете, Klammeraffe – собака, x-came – экстремальные игры, модная музыка – Kuschelrock – мягкая рок-музыка, MP3-Spieler – любой прибор, проигрывающий MP3-музыку, McDonaldisierung – распространение в обществе системы по типу Mc-Donalds usw., Entlehnungen (Basejumping – прыжки с парашютом с скал, домов или мостов, Metapher – “Tschernobyl” –
eine x-beliebige große Katastrophe und das Epiteton “kulturelles Tschernobyl” wird aktiv von den Theaterkritikern in Bezug auf die nicht gekonnten Aufführungen gebraucht: Phraseologie (Ende Gelände
– “уже достаточно”),
Paronomasie (lieber leicht aufhören, als “light” rauchen).
Unter den Neologismen herrschen vor, Neubildungen: Besserwessi
представитель старого света, который ведёт себя заносчиво, Bauchgefühl – интуиция, All-inklusiv-Reise – путешествие «всё включено».
Das Wort – das Mobben, das Mobbing – третирование коллег und dazu eine Menge substantivierten Neubildungen: 1. mobben – das Mobben – der Mobber;
2. Mobbenberatung – Mobbinggewinler – Mobbingopfer – Mobbingtelefon – Anti-Mobbing-Verband. Es wäre interessant die Neologismen zu erwähnen, die in den letzten 12 Jahren erschienen sind, gebildet von dem aus dem Englischen entlehnten Wort “Internet” (Л. В. Новикова, 2010).
Die allerneusten Neologismen, die von “Duden-Allgemeinbildung kompakt. Frisches Wissen” angeführt werden.
Berufsleben.
Ein-Euro-Job. Bei einem Ein-Euro-Job handelt es sich um eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung Homeof sse. Das hat zur Folge, dass einige Arbeitnehmer teilweise oder komplett von zu Hause arbeiten.
Trendscout – der Beruf des Trendscouts kommt aus der Marktforschung. Seine Hauptaufgabe ist es, Trends in der Mode, bei Schmuck, Software, Lifestyle, Möbel und Spielwaren zu analysieren und zu defi nieren.
Assenssment-Center. Assenssment-Center ist ein psychologisches Testverfahren.
Jobhopping – dieser Begriff bezeichnet einen häufi gen Arbeitswechsel.
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Bildung.
Exzellenzinitiative. Die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern wurde von der rot-grünen Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) angestoßen. Sie sollte die deutschen Universitäten in Forschung und Lehre stärken und gliederte sich in drei einzelne Förderprogramme. Vor allem wurden Universitäten für ihr Zukunftskonzept ausgezeichnet, was in der Öffentlichkeit häufi g als “Eliteuniversität” bezeichnet wurde.
Juniorprofessor. Es wurde in den deutschen Universitäten die Position Juniorprofessor eingeführt. Damit soll jungen Wissenschaftlern mit herausragender Promotion ohne die bisher übliche Habilitation direkt die Forschung und Lehre an Hochschulen ermöglicht werden.
Biowelle.
Bionik. Die Bionik beschäftigt sich mit den Entschlüsselungen der Natur.
Biosiegel. Ein Biosiegel ist ein gutes Prüfsiegel, mit dem Erzeugnisse aus
der ökologischen Landwirtschaft gekennzeichnet sind.
Add-on. Das Wort stammt aus dem Englischen und bedeutet etwas “Hinzugefügtes”.
FA Q – oder Fak. FAQ ist die Abkürzung für häu g gestellte Fragen.
Icon. (aikn) Als Ikon werden kleine Symbole in der Computerwelt
bezeichnet.
Fremdwörter
Der Begriff “Fremdwort” lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Nicht jedes Wort, das aus einer fremden Sprache stammt, bleibt ein Fremd wort. Viele Wörter fremden Ursprungs passen sich mit der Zeit der auf nehmenden Sprache so an, dass sie von einheimischen Wörtern nicht zu unterscheiden sind. Sie heißen “Lehnwörter”, z. B. Kirche, Fenster.
Die Geschichte der deutschen Sprache zeigt, dass in Zeiten starker politischer, ökonomischer oder kultureller Bindung Deutschlands an an dere Völker fremdes Sprachgut aufgenommen wurde. Dieser Prozess ent spricht völlig dem Wesen der Sprache als Kommunikationsmittel. Ergeb nis des umfangreichen internationalen Verkehrs sind die zahlreichen Fremdwörter, die nach 1945 ins Deutsche aufgenommen wurden (vor al lem aus dem Anglo-Amerikanischen).
Heutzutage gibt es im Wortbestand der deutschen Sprache viele Fremdwörter. Das sind Internationalismen, volkstümliche (populäre) und unpopuläre fremdsprachige Wörter.
Für und wider die Verwendung von Fremdwörtern tobt der Kampf der Sprachkundler seit Jahrzehnten.
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Die Puristen des 18. und des 19. Jhs waren bestrebt, “die Mutterspra­che in Schrift und Rede zu halten”. Man solle, hieß es, nicht bei fremden Sprachen betteln zu gehen. Die Gelehrten des 18. Jhs schlugen vor, statt
Egoist – Selbstling, statt Korrespondent – Briefwechsler, statt Monolog – Alleingespräch, werklich für praktisch zu gebrauchen.
Der Drang, Fremdwörter um jeden Preis zu vermeiden, erscheint heu te komisch. D. Faulseit schreibt: “Wir können nicht generell alle Fremd wörter verdammen oder gutheißen, sondern wir müssen von Fall zu Fall entscheiden, indem wir uns jeweils die Frage stellen: Ist es sprachlich und stilistisch im gegebenen Fall von Nutzen, dass wir uns dieses oder jenes Fremdwortes bedienen.” (D. Faulseit, G. Kühn, 1975)
Im Allgemeinen wird man ein Fremdwort vermeiden, wenn ein gutes Gleichwort in der eigenen Nationalsprache vorhanden ist. Aber die fremd­sprachigen Wörter und Wendungen bieten vielseitige Verwendungsmög­lichkeiten, man muss sie dort nutzen, wo es angebracht ist. Sie verhelfen oft bestimmte Erscheinungen der Wirklichkeit möglichst klar und sprach­ökonomisch auszudrücken: detaillieren – die deutsche Entsprechung wäre eine ganze Umschreibung: Elan für Schwung, Aggression statt Angriff, Dis- kriminierung statt Herabsetzung oder Herabwürdigung. Im Vergleich zu den deutschen Entsprechungen haben sie eine stärkere Ausdruckskraft und können eine stärkere Wertung ausdrücken.
Unter “Fremdwort” verstehen die Linguisten die Wörter, denen noch einige Merkmale fremdsprachiger Abstammung anzusehen sind. Nach W. Fleischer und G. Michel (1975) sind Fremdwörter “...diejenigen Wör-
terfremdsprachiger Herkunft, die sich durch Lautgestalt, Aussprache, Schrei­bung, Betonung, Beugung oder auch einen Teil dieser Merkmale von den im Deutschen sonst geltenden Gesetzen unterscheiden”.
Das Duden-Fremdwörterbuch unterscheidet einige Kriterien zur Er­kennung eines Fremdwortes. Obwohl es dabei zu betonen ist, dass es ei­gentlich keine eindeutigen und zuverlässigen Kriterien gibt, kann man doch vier Merkmale nennen, die oft – wenn auch nicht immer – ein Wort als nicht muttersprachlich erkennen lassen:
die Bestandteile des W ortes, so werden z. B. Wörter mit bestimmten Vor- und Nachsilben als fremd angesehen (expressiv, Kapitalismus, Kon frontation);
die Lautung, d. h. die vom Deutschen abweichende Aussprache (z. B. Team [ti:m] oder die nasale Aussprache von Engagement;
die Betonung, d. h. der nicht auf der ersten oder Stammsilbe liegende Akzent (absolut, Energie, Parität);
die Schreibung, d. h. das Schriftbild zeigt für das Deutsche unübliche Buchstabenfolgen, unübliche graphische Strukturen, z. B. bibliographieren, Bodybuilder, Courage u.Ä. Bestimmte Buchstaben und Lautverbin dungen können Fremdsprachlichkeit signalisieren;
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