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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_2897_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана

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☆
30.3 Spondylitis ankylosans
▶
Röntgen:
• Iliosakralgelenke, Gradeinteilung der Sakroiliitis: 1: verdächtige Veränderungen 2: umschriebene Erosionen oder Sklerosierungen ohne Veränderungen der Ge­lenkspaltweite 3: deutliche Erosionen, Sklerosierung oder partielle Ankylosierung, Gelenkspalt erweitert 4: totale Ankylose
• Wirbelsäule: Syndesmophyten (Knochenspangen), Verkalkungen des Wirbelkör- perbandapparates, Kyphosierung, später „Bambusstabform“.
▶
MRT (S. 67 ) der Iliosakralgelenke: Wesentlich höhere Sensitivität als Röntgen. In der frühen Erkrankungsphase erscheinen die Iliosakralgelenke im Röntgenbild noch normal (sog. nicht-röntgenologische SpA), wogegen mit der MRT bereits aktiv-ent­zündliche Sakroiliitis-Zeichen entdeckt werden können, was die Frühdiagnose er­leichtert.
▶
Differenzialdiagnose der Arthritiden (S. 222).
▶
Klassifikationskriterien der ASAS (= Assessment of SpondyloArthritis international Society) für axiale Spondyloarthritiden (SpA):
• Sakroiliitis im Röntgen oder MRT* + mindestens 1 weiterer SpA-Parameter** oder
• HLA-B27 positiv + mindestens 2 andere SpA-Parameter** – *definitive röntgenologische Sakroiliitis (s. o.) oder im MRT sichtbare akut ent-
zündliche sakroiliitis-typische Veränderungen
– **SpA-Parameter: entzündlicher Rückenschmerz (s. o. unter Klinik), Arthritis,
Enthesitis = Entzündung der Sehnenansätze, Uveitis, Daktylitis (= Entzündung eines ganzen Fingers bzw. Zehe), Psoriasis, M. Crohn / Colitis ulcerosa, gutes Ansprechen auf NSAR, positive Familienanamnese für SpA, HLA-B27 positiv, er­höhtes CRP.
Therapie – Prognose
▶
Nächtliche Flachlagerung, Physiotherapie, Sport (z. B. Schwimmen).
▶
NSAR (Tab. 30.4): hemmen bei SpA die Verknöcherung und wirken schmerzlin­dernd.
▶
Bei Versagen von 2 verschiedenen NSAR in höchster Dosis: Anti-TNF-α-Therapeuti­ka (Tab. 30.3) oder Secukinumab (Cosentyx
▶
Glukokortikoide intraartikulär: nur bei schwerem Schub der peripheren Arthritis, bzgl. Wirbelsäule wenig effektiv.
▶
Bei peripherer Arthritis Sulfasalazin, Methotrexat (Tab. 30.2) oder TNF-α-Blocker (Tab. 30.3).
▶
Variabler Verlauf, Lebenserwartung kaum eingeschränkt, im Falle eines progredien­ten Verlaufs nach etwa 10 Jahren schwere Bewegungseinschränkungen der Wirbel­säule zu erwarten.
Tab. 30.4 • Nicht steroidale Antiphlogistika/Antirheumatika (NSAR).
Substanz Handelsname (z. B.) Dosierung
unselektive COX-1/2-Inhibitoren
schwächer wirksame NSAR (bei milder Symptomatik):
Acetylsalicylsäure (ASS) Ibuprofen
stärker wirksame NSAR (bei hochaktiven Synovialitiden)
Diclofenac Indometacin
ASS-, Aspirin Tabalon
Diclofenac-, Voltaren Indometacin- 25|50 mg/Kps.
®
®
400 mg/Tbl.
500 mg/Tbl.
®
50|100 mg/Drg.
®
).
4 – 6 × 500 mg/d 2 – 3 × 400 mg/d
2 – 3×50– 100 mg/d 4×25– 50 mg/d
30
Rheumatische und immunologische Erkrankungen
467
30.4 Reaktive Arthritis
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30
Tab. 30.4 • Fortsetzung
Substanz Handelsname (z. B.) Dosierung
lang wirksame NSAR (bessere Compliance, dafür schlechter steuerbar):
Piroxicam Pirobeta
selektive COX-2-Inhibitoren
Celecoxib Etoricoxib
Nebenwirkungen: häufig gastrointestinale Beschwerden, Ulzera und Blutungen (bei selektiven COX­2-Inhibitoren seltener), Allergien, Bronchospasmen; seltener Leuko-, Thrombopenie, Nierenschäden, Ödeme, Transaminasen ↑. Selek tive COX-2-Inhibitoren sind bei KHK, Herzinsuffizienz NYHA > I und zerebrovaskulären Erkrankungen kontraindiziert. Arzneimittelinteraktionen (S.149)
®
, Piroflam®10|20 mg/Tbl. 1× 10 – 20 mg/d
®
100|200 mg/Kps.
Celebrex
®
60|90|120 mg/Tbl.
Arcoxia
1 × 100 – 400 mg/d 1×60– 120 mg/d
30.4 Reaktive Arthritis
Definition
▶
Entzündliche Gelenkerkrankungen, die als Zweiterkrankungen im Anschluss an bak­teriell verursachte intestinale oder urogenitale Infektionen (postinfektiöse Arthri­tis) auftreten = sterile Arthritis im Gegensatz zur direkten bakteriellen (eitrigen) Ar-
Rheumatische und immunologische Erkrankungen
thritis.
Ursachen – Epidemiologie
▶
Genetische Prädisposition: bei 60 – 90 % der Patienten HLA-B27-assoziiert.
▶
Urethritis: Chlamydien, Ureaplasmen, Gonokokken.
▶
Enteritis: Campylobacter, Salmonellen, Shigellen, Yersinien.
▶
Auftreten bei etwa 3 % der Patienten mit den genannten Infektionen nach etwa 1 – 4 Wochen.
Klinik
▶
Arthralgien im Bereich großer Gelenke (Monarthritis, Oligoarthritis).
▶
Nächtliche Kreuzschmerzen, klopfschmerzhafte Iliosakralgelenke (Sakroiliitis).
▶
Gerötete Augen mit brennenden Schmerzen (Konjunktivitis, Iridozyklitis).
▶
Schmerzen im Bereich der Sehnen- und Bandansätze (Enthesiopathie).
▶
Reiter-Syndrom: Vollbild der Reaktiven Arthritis (ca. 30–40 % d.F.): Arthritis – Ure- thritis – Konjunktivitis/Iritis – Reiterdermatose (Balanitis, Onychopathie, psoriasi­forme Hautveränderungen).
Diagnostik
▶
Anamnese (ca. 1 – 4 Wo. vorher durchgemachte Urethritis oder Enteritis, chronische Darmerkrankungen) und Klinik.
▶
Labor: Entzündungsparameter (BSG und CRP erhöht), HLA-B27 (in > 60 % positiv, Normalbevölkerung in 8 %), Serologie. Bei Urethritis Chlamydien-PCR im Urin. Meist kein Erregernachweis mehr im Stuhl oder im Urethraabstrich möglich. Rheumafak­tor negativ.
▶
Röntgen/MRT: vgl. Kap. Spondylitis ankylosans (S. 466).
Differenzialdiagnose
▶
Differenzialdiagnose der Arthritiden (S. 222).
▶
Rheumatisches Fieber: Systemerkrankung infolge einer infektallergischen Reaktion gegen Streptokokkenantigene 1–3 Wochen nach Infektion mit β-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A (z. B. Scharlach, Tonsillitis, Otitis media); in hoch ent-
468
30.5 Psoriasis-Arthritis
wickelten Ländern inzwischen sehr selten. Erkrankungsgipfel 5 – 15 Jahre. Typische Symptome sind Fieber, akute (wandernde) Polyarthritis meist der großen Gelenke mit symmetrischem Befall, Karditis (Herzgeräusch, Herzinsuffizienz), subkutane Rheumaknötchen, seltener Erythema anulare (rötliche ringförmige F lecken am Stamm) und Chorea minor (Dyskinesien mit unkontrollierten „ungeschickten“ Be- wegungsabläufen). Therapie: hochdosiert Penicillin, ASS.
Therapie – Prognose
▶
Evtl. Antibiotische Therapie bei florider Urethritis (S. 435).
▶
Symptomatische Behandlung:
• Physiotherapie / physikalische Therapie (Kälte bei akuter Arthritis)
• NSAR (Tab. 30.4): z. B. Diclofenac; bei hochakutem Verlauf oder/und extraartiku-
lären Manifestationen Glukokortikoide, Dosierung (S.464)
• bei seltenen chronischen Verlaufsformen Sulfasalazin (Tab. 30.2).
▶
In ca. 70 % d. F. Ausheilung nach 6 – 12 Mon., beim voll ausgebildeten Reiter-Syn­drom schlechtere Prognose mit häufigeren chronischen Verlaufsformen.
30.5 Psoriasis-Arthritis
Definition
▶
Auftreten einer seronegativen Arthritis bei (10 – 20 % der) Patienten mit einer Pso­riasis der Haut oder Nägel (Synonym: Arthritis psoriatica).
Klinik
▶
Arthritis in der Regel erst Jahre nach den ersten Psoriasis-Hautmanifestationen auf­tretend.
▶
5 klinische Kategorien nach Moll und Wright (1973):
• Asymmetrische Oligoarthritis (ca. 60 %): häufigste Form bei Psoriasisarthritikern, hohe HLA-B 27-Assoziation, oft alle Gelenke eines Fingers betroffen mit dem Bild des "Wurstfingers"
• Symmetrische Polyarthritis (ca. 20 %): wie bei rheumatoider Arthritis
• Spondyloarthritis mit Sakroiliitis (ca. 10 %): ähnlich Spondylitis ankylosans, hohe
HLA-B 27-Assoziation
• Befall von Fingermittel- und Fingerendgelenken (ca. 5 %): ähnlich Bouchard- oder Heberden-Arthrose (S. 488)
• Mutilierende = deformierende Polyarthritis (ca. 5 %) mit ossärer Destruktion der Phalangen („Teleskopfinger“).
▶
SAPHO-Syndrom (Synovitis – Akne – Psoriasis pustulosa – Hyperostosis – Osteitis): Variante mit schmerzhaften Hyperostosen an Wirbelsäule und Sternoklavikularge­lenk, peripherer Arthritis, steriler multifokaler Osteitis sowie einer Psoriasis pustu­losa an Handflächen und Fußsohlen.
▶
Bei HIV-Patienten oft schwere Verläufe der Psoriasis sowohl kutan als auch artikulär.
Diagnostik
▶
Anamnese, Klinik: bekannte Psoriasis bzw. typische Hautmanifestationen, Arthritis (s. o.).
▶
Labor: HLA-B27 (in ca. 30–50 % positiv), meist negativer Rheumafaktor.
Therapie - Prognose
▶
Physiotherapie.
▶
Sulfasalazin (Tab. 30.2): bei leichtem Gelenkbefall / Oligoarthritis.
▶
Immunsuppressiva wie Methotrexat (Tab. 30.2): bei schwerem erosivem Gelenkbe­fall.
30
Rheumatische und immunologische Erkrankungen
469
30.6 Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
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30
▶
Glukokortikoide: möglichst vermeiden (Verschlechterung der Hautmanifestatio­nen).
▶
Biologika (Tab. 30.3): bei Therapieresistenz und nach Rücksprache mit spezialisier­tem Zentrum.
▶
Variabler Verlauf: Schwere Verläufe bei ausgeprägten Hautveränderungen, hohen Entzündungszeichen und Polyarthritis. Günstigerer Verlauf bei frühzeitigem Thera­piebeginn.
30.6 Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
Definition
▶
Chronisch-entzündliche systemische Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen.
▶
Kollagenosen: Autoimmunerkrankungen, bei denen es zu Entzündungen an Binde­gewebe und Blutgefäßen kommt. Bei den systemischen Formen kann im Prinzip je­des Organ betroffen sein. Typisch ist der Nachweis bestimmter Auto-Antikörper im Blut. Krankheitsbilder: SLE, Sjögren-Syndrom, Progressive Systemische Sklerose, Polymyositis, Dermatomyositis, Sharp-Syndrom.
Ursachen – Epidemiologie
▶
Autoimmunerkrankung unbekannter Ursache.
Rheumatische und immunologische Erkrankungen
▶
Prävalenz ca. 50/100 000 Einwohner, meist jüngere Frauen betroffen (Verhältnis Frauen : Männer = 9 : 1).
Klinik
▶
Unspezifische Symptome: Fieber, Leistungsschwäche, Gewichtsabnahme, in ca. 50 % d.F. Lymphknotenschwellungen.
▶
Charakteristisch: Schubweiser Verlauf.
▶
Hautbeteiligung: Schmetterlingsförmiges Erythem der Wangen, Lichtempfindlich­keit, rote schuppende Papeln (diskoider Lupus erythematodes), Alopezie, akrale Ul­zera, orale und nasopharyngeale Schleimhautulzera.
▶
Nicht-erosive Arthritis oder Arthralgien: In ca. 15 % mit Gelenkdeformierungen und Myalgien.
▶
Raynaud-Syndrom (S. 323).
▶
Organbeteiligung:
• Pleura (~ 70 %): Pleuritis
• Nieren (~ 70 %): Glomerulonephritis (S. 430), nephrotisches Syndrom (S. 431). His-
tologische Klassifikation der Lupusnephritis in Typ I-VI
• Herz (~ 60 %): Perikarditis, Libman-Sacks-Endokarditis, Myokarditis
• Blut: Anämie (~ 60 %), Leukopenie (~ 40 %), Thrombopenie (10 %)
• Nervens ystem (~ 50 %): Cephalgien, Parästhesien, Psychosen (z. B. Depression),
Krampfanfälle, extrapyramidalmotorische Störungen
• Lunge (~ 40 %): Restriktive Ventilationsstörung, selten pulmonalarterielle Hyper-
tonie mit Ausbildung eines Cor pulmonale, selten Pneumonitis.
▶
Antiphospholipid-Syndrom: Autoimmunerkrankung, die häufig gemeinsam mit einem SLE auftritt; erhöhte Gefahr thromboembolischer Komplikationen wie Schlaganfall, Thrombose, Lungenembolie.
Diagnostik
▶
Labor:
• Screening, hohe Sensitivität (> 90 %), niedrige Spezifität: Nachweis und hohe Titer
von antinukleären Antikörpern (ANA)
470
30.6 Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
• Bestätigung, hohe Spezifität, geringere Sensitivität: Antikörper gegen Doppel- strang-DNA (Anti-dsDNA-AK) in ~ 70 %, Anti-Nukleosomen-AK in ~ 60 % und An­ti-Sm-AK in ~ 25 % nachweisbar (weitere Antikörperbefunde, Tab. 17.2)
• Blutbildveränderungen: Anämie, Leuko-, Lympho-, Thrombopenie
• Aktivitätsparameter: BSG, Anti-dsDNA-AK-Titer,C
• Antiphospholipid-Antikörper (Anticardiolipin-Antikörper, Lupus-Antikoagulans):
falls positiv, Suche nach klinischen Manifestationen eines Antiphospholipid-Syn­droms.
▶
Klassifikationskriterien (S.471) der American College of Rheumatology
Klassifikationskriterien der ACR (American College of Rheumatology) beim systemi­schen Lupus erythematodes (SLE)
▶
Schmetterlingserythem
▶
diskoide Hautveränderungen
▶
Photosensibilität
▶
Schleimhautulzera
▶
nicht erosive Arthritis an zwei oder mehr peripheren Gelenken
▶
Serositis: Pleuritis oder Perikarditis
▶
Nierenbeteiligung: persistierende Proteinurie > 0,5 g/d oder Zylindrurie
▶
ZNS-Beteiligung: Krampfanfälle oder Psychosen
▶
hämatologische Beteiligung: hämolytische Anämie oder Leukopenie < 4 000/μl oder Lymphopenie < 1500/μl oder Thrombopenie < 100 000/μl
▶
immunologische Befunde: Anti-dsDNA-Antikörper oder Anti-Sm-Antikörper oder Antiphospholipid-Antikörper
▶
antinukleäre Antikörper
SLE wahrscheinlich, wenn mindestens 4 Kriterien vorliegen
-Komplement-Erniedrigung.
3/C4
Differenzialdiagnose
▶
Differenzialdiagnose der Arthritiden (S. 222).
▶
Medikamentös induzierter SLE: Procainamid, Chinidin, Hydralazin, α-Methyldopa, Reserpin, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Isoniazid, Propylthiouracil, Chlor­promazin, D-Penicillamin, Kontrazeptiva u. a. Kennzeichen:
• Nach Absetzen der Medikation meist völlige Rückbildung
• ANA positiv, Anti-dsDNA-AK negativ, Anti-Histon-AK meist positiv.
▶
Andere ANA-positive Autoimmunerkrankungen: Anti-dsDNA-AK negativ.
Therapie – Prognose
▶
Bei mildem Verlauf ohne Befall von Niere, Herz oder ZNS: Antimalariamittel (Tab. 30.2), Dosierung wie bei rheumatoider Arthritis, NSAR (Tab. 30.4) bei Bedarf. Bei Therapieversagern niedrig dosiert Glukokortikoide.
▶
Bei hochaktivem Verlauf ohne Befall von Niere, Herz oder ZNS: Antimalariamittel und Glukokortikoide: Dosierung (S. 464); an Osteoporoseprophylaxe (S. 491) den­ken. Bei Therapieversagern Azathioprin, Methotrexat (Tab. 30.2) oder Belimumab.
▶
Bei Nieren-, Herz- oder ZNS-Beteiligung (Therapie in spezialisiertem Zentrum): Glu­kokortikoid-Pulstherapie (S. 464) und Immunsuppressiva (Azathioprin, in schweren Fällen und bei Lupusnephritis Typ IV Cyclophosphamid-Pulstherapie oder Myco­phenolat).
▶
Begleittherapie (z. B.):
• Lichtschutzsalben, glukokortikoidhaltige Externa bei Hauterscheinungen
• Behandlung einer nephritisbedingten arteriellen Hypertonie (z. B. ACE-Hemmer)
• Thromboembolieprophylaxebei Antiphospholipid-Syndrom (z. B. ASS, Marcumar
• Kalziumantagonisten (z. B. Nifedipin, Tab. 20.25) bei Raynaud-Syndrom.
▶
10-Jahres-Überlebensrate im Mittel 90 %.
®
)
30
Rheumatische und immunologische Erkrankungen
471
30.7 Sjögren-Syndrom (SS)
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30
30.7 Sjögren-Syndrom (SS)
Definition
▶
Zur Gruppe der Kollagenosen (S. 470) gehörende chronische Autoimmunerkran­kung mit Befall exokriner Drüsen. Auftreten als primäres SS oder als sekundäres SS bei anderen Kollagenosen oder rheumatoider Arthritis.
Ursachen – Epidemiologie
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Unbekannte Ursache, Verhältnis Frauen : Männer = 9 : 1, nach der chronischen Poly­arthritis zweithäufigste Autoimmunerkrankung.
Klinik
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Sicca-Syndrom:
• Xerophthalmie = Augenaustrocknung infolge einer Keratoconjunctivitis sicca
• Xerostomie = trockener Mund (Speicheldrüsenbefall), evtl. Parotisschwellung.
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Evtl. Beteiligung anderer exokriner Drüsen: z. B. Heiserkeit und Hustenreiz bei Be­fall des Tracheobronchialsystems.
▶
Häufig Arthritiden.
▶
Selten Befall innerer Organe: z. B. Lunge, Gastrointestinaltrakt: Pankreatitis, Asso­ziation mit primär biliärer Cholangitis (S.422), Niere: tubuläre Azidose (Tab. 28.2).
▶
Selten nach Jahren Entstehung eines Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL).
Rheumatische und immunologische Erkrankungen
Diagnostik
▶
Klinik: Sicca-Syndrom. Schirmer-Test: Einlegen eines Filterpapierstreifens in das Unterlid, positiv bei Durchfeuchtung< 5 mm/5 Min.
▶
Spaltlampenuntersuchung durch den Augenarzt: Keratitis?
▶
Labor:
• BSG- und γ-Globulinerhöhung, seltener Anämie, Leuko-, Thrombopenie
• positiver Rheumafaktor (~ 50 %)
• Autoantikörpernachweis: Anti-SS-A (Ro) in 40 – 80 %, Anti-SS-B (La) in 50 – 60 %
sowie AK gegen Epithelzellen der Ausführungsgänge von Speicheldrüsen.
▶
Biopsie (bei weiterer diagnostischer Unsicherheit): aus der Lippeninnenseite oder aus einer Speicheldrüse (fokale Lymphozyteninfiltrate, myoepitheliale Inseln). Bei progredienter, insbesondere einseitiger Größenzunahme einer Speicheldrüse MRT und/oder Biopsie (Hinweise für NHL?).
Differenzialdiagnose
▶
Andere Speicheldrüsenerkrankungen: z. B. chronische Sialadenitis, Neoplasien.
▶
Virusinfektionen: z. B. Mumps, Influenza, Epstein-Barr, CMV, HIV.
▶
Sicca-Syndrom medikamentöser Ursache: z. B. trizyklische Antidepressiva, Betablo­cker, Antihistaminika.
▶
Differenzialdiagnose bei Arthritis (S. 222).
Therapie – Prognose
▶
Bei sekundärem Sjögren-Syndrom Behandlung der Grundkrankheit.
▶
Symptomatische Maßnahmen: künstlicher Speichel und Augentropfen.
▶
Immunsuppressive Therapie bei Befall extraglandulärer innerer Organe.
▶
Einschränkung der Lebenserwartung bei Befall innerer Organe, Prognose bei sekun­därer Genese abhängig von der Grunderkrankung.
472
30.8 Progressive Systemische Sklerose (PSS)
30.8 Progressive Systemische Sklerose (PSS)
Definition
▶
Zur Gruppe der Kollagenosen (S. 470) gehörende chronische Autoimmunerkran­kung mit diffuser Fibrose der Haut, Synovia und innerer Organe infolge einer Kolla­genanhäufung, verbunden mit einer obliterierenden Angiopathie. Synonym: Syste- mische Sklerodermie.
Ursachen - Epidemiologie
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Ursache unbekannt.
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Inzidenz ca. 1/100 000 Einwohner/Jahr, meist Frauen betroffen, Manifestation im mittleren Lebensalter.
Klinik
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Haut, zunächst meist Befall der Hände mit zentripetaler Ausbreitung:
• Stadium I: Hand- und Fingerödeme, Raynaud-Syndrom (S. 323)
• Stadium II: Zunehmende derbe Induration
• Stadium III: Atrophie mit straffer, gespannter Haut und Auftreten von gangränö-
sen Veränderungen der Fingerspitzen („Rattenbissnekrosen“). Bei Einbeziehung der Gesichtshaut Mikrostomie und periorale Fältelung. Auftreten von Teleangiekt­asien.
▶
Magen-Darm-Trakt:
• Sklerose des Zungenbändchens
• Dysphagie infolge Wandstarre des Ösophagus.
▶
Lunge: Dyspnoe infolge einer zunehmenden Lungenfibrose, Ausbildung einer pul­monalen Hypertonie mit Cor pulmonale (S. 328).
▶
Herz: Globale Herzinsuffizienz (S. 270) durch Myokardfibrose, Perikarditis und Cor pulmonale.
▶
Niere: Niereninsuffizienz und renale Hypertonie.
▶
Gelenke: Arthralgien infolge nicht erosiver Polyarthritis.
Diagnostik
▶
Klinik: Insbesondere dermatologische Untersuchung.
▶
Labor:
• BSG-Erhöhung, evtl. Anämie
• Antinukleäre Antikörper (ANA)
• Antikörper gegen Scl-70 (50 – 70 %), hohe Spezifität
• Anticentromer-Antikörper (in> 50 % bei CREST-Syndrom nachweisbar)
• Kreatinin, Urinstatus: Hinweise für Nierenbeteiligung?
▶
Intravitale Kapillarmikroskopie (Nagelfalz): Megakapillaren und avaskuläre Areale.
▶
Lungenfunktionsprüfung (S. 48) (Restriktion?) und Messung der CO-Diffusionskapa- zität (S. 50).
▶
Röntgen-Thorax, bei pathologischer Lungenfunktion CT-Thorax: Lungenfibrose?
▶
Echokardiographie: pulmonalarterielle Hypertonie?, Herzinsuffizienz?
▶
Ösophagogastroduodenoskopie, ggf. Manometrie: Motilitätsstörung?
Differenzialdiagnose
▶
Sclerodermia circumscripta: Umschriebene Sklerosierung der Haut ohne Befall der Hände und innerer Organe.
▶
CREST-Syndrom (Unterform der PSS): Calcinosis, Raynaud-Syndrom, Ö(E)sophagus- dysfunktion, Sklerodaktylie und Teleangiektasien. Diagnose: Anti-Scl-70 negativ (s. u.), meist Nachweis von Anticentromer-Antikörpern.
▶
Shulman-Syndrom = eosinophile Fasziitis: Entzündung und nachfolgende Sklerose tiefer Faszien. In der Frühphase Eosinophilie. Diagnose: Biopsie, MRT.
30
Rheumatische und immunologische Erkrankungen
473
30.9 Polymyositis und Dermatomyositis
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30
▶
Sharp-Syndrom = „mixed connective tissue disea se“: Überlappung einer systemi- schen Sklerose mit systemischem Lupus erythematodes, Polymyositis und rheuma­toider Arthritis (= Mischkollagenose). Relativ günstige Prognose. Diagnose: Nachweis von ANA, bei positivem Befund Bestimmung von Anti-U1RNP. Therapie wie bei SLE (S.471).
▶
Vinylchlorid-Erkrankung: Ähnliches Krankheitsbild wie bei der systemischen Skle­rose durch Langzeitexposition z. B. von Chemiearbeitern (Herstellung von PVC = Po­lyvinylchlorid).
Therapie – Prognose
▶
Da eine kausale Therapie fehlt, steht die symptomatische Behandlung im Vorder­grund.
▶
Allgemeinmaßnahmen:
• Kälteschutz, Hautschutzsalben
• Physikalische Therapie zur Vermeidung von Bewegungseinschränkungen: Phy-
siotherapie, Infrarotbestrahlung, Moorbäder, Lymphdrainage u. a.
▶
Spezielle Therapiemaßnahmen:
• Raynaud-Syndrom: Nifedipin (Tab. 20.25) 3 × 5 – 10 mg/d
• drohende akrale Nekrose: Prostaglandinanaloga (z. B. Iloprost, Ilomedin
zidivierenden Nekrosen Bosentan (S.330)
• Arthralgien: NSAR (Tab. 30.4), bei Arthritis Methotrexat (Tab. 30.2)
• Frühstadium entzündlicher Haut- oder Organmanifestationen wie aktive fibrosie-
Rheumatische und immunologische Erkrankungen
rende Alveolitis, Synovitis, Myositis: Glukokortikoide (z. B. 5 – 20 mg Prednisolon/d p. o.; Langzeittherapie vermeiden), bei progredienterLungenfibrose Cyclophospha­mid oder Mycophenolat
• schwere oder fortschreitende Dermatofibrosen: Methotrexat (Tab. 30.2): 1 × wö-
chentlich 15 mg p. o. oder s. c.
• Refluxerkrankung/Motilitätsstörung (S.368)
• renale Hypertonie: Bevorzugte Behandlung mit ACE-Hemmer (Tab. 20.23)
• pulmonal-arterielle Hypertonie (S.330).
▶
Prognose wird v.a. durch eine Beteiligung von Herz, Lunge oder Nieren eingeschränkt. Mittlere Lebenserwartung nach Diagnosestellung ca. 7 Jahre (breiteStreuung).
®
), bei re-
30.9 Polymyositis und Dermatomyositis
Definition
▶
Polymyositis (PM): Zur Gruppe der Kollagenosen (S. 470) gehörende chronische Autoimmunerkrankung mit Beteiligung der Skelettmuskulatur.
▶
Dermatomyositis (DM): Zusätzlich Hautveränderungen.
Ursachen - Epidemiologie
▶
In den meisten Fällen keine Ursache bekannt (Virusinfekt als Auslöser?).
▶
Paraneoplastisch: bevorzugt bei Bronchial-, Mamma-, Ovarial- und Magenkarzino­men (10–20 %.)
▶
Auftreten im Zusammenhang mit anderen Kollagenosen = Overlap-Syndrome (ca. 20 %)
▶
Seltene Erkrankung: Inzidenz ca. 0,5/100000 Einwohner/Jahr, Auftreten meist zwi­schen 20. und 40. Lj. Verhältnis Frauen : Männer = 2 : 1.
Klinik
▶
Symmetrisch auftretende proximal lokalisierte Schwäche und evtl. Schmerzen der Extremitätenmuskulatur im Bereich des Becken- und Schultergürtels: z. B. Schwie­rigkeiten beim Treppensteigen und Heben der Arme über den Kopf.
474
30.10 Vaskulitiden – Übersicht
▶
Hautveränderungen (Dermatomyositis): lilarötliches Erythem im Gesicht mit öde­matöser Schwellung der Augenlider, lichenoide blassrote bis weißliche Papeln (= Gottron’sche Papeln) über den Fingermittelgelenken streckseitig. Sowohl Hyper- pigmentierungen als auch Vitiligo. Evtl. Raynaud-Syndrom (S. 323).
▶
Beteiligung innerer Organe (~ 30 %): Ösophagus (Dysphagie), Herz (interstitielle Myokarditis mit Herzinsuffizienz und Arrhythmien), Lunge (Pneumonitis, Fibrose).
Diagnostik – Differenzialdiagnose
▶
Labor:
• charakteristisch: BSG, Muskelenzyme (CK = Aktivitätsparameter, GOT, LDH) und Myoglobin erhöht
• ergänzende Diagnostik bei Unklarheit oder speziellen Fragestellungen: ANA (20 – 40 %), Histidyl-tRNA-Synthetase-AK (= Anti-Jo-1-AK, 20 – 40 %), Anti-Mi-2-AK (10 %), hochtitrige Anti-U1RNP bei Sharp-Syndrom u. a.
▶
Elektromyogramm (EMG): Myopathie- und Denervierungszeichen.
▶
MRT: Muskelödeme?, Auswahl einer Biopsiestelle zur
▶
Muskelbiopsie: Interstitielle und perivaskuläre Rundzellinfiltrate.
▶
Röntgen-Thorax (Pneumonitis?), Lungenfunktionsprüfung, EKG (Myokarditis?).
▶
Tumorsuche: Zusätzlich Gastro-/Koloskopie, gynäkologische Untersuchung u. a.
▶
Differenzialdiagnose: Polymyalgia rheumatica (S. 479), Myasthenia gravis (zusätz- lich Doppelbilder, Muskelschwäche belastungsabhängig. Diagnose: Antikörper ge­gen Acetylcholinrezeptoren), Muskeldystrophien (Familienanamnese, Muskel­schwund), sekundäre Myositiden: Infektionen, z. B. Trichinose (S.622), Eosinophilie, medikamentös induziert (z. B. Fibrate, CSE-Hemmer).
Therapie – Prognose
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Kausal: z. B. Behandlung des Tumorleidens.
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Glukokortikoide, ggf. aditiv Immunsuppressiva (z. B. Methotrexat, Azathioprin, Ci­closporin A), evtl. auch Cyclophosphamid oder Immunglobuline.
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Unter Therapie in ca. 50 % Vollremissionen, Progression in 20 – 30 %.
30.10 Vaskulitiden – Übersicht
Definition
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Systemerkrankungen infolge immunreaktiv ausgelöster Entzündungsprozesse in den Gefäßwänden.
Einteilung
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Rheumatische und immunologische Erkrankungen
Revidierte Chapel-Hill Klassifikation der Vaskulitiden (2012)
primäre Vaskulitiden
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Vaskulitiden kleiner Gefäße:
• ANCA-assoziiert (S. 476): – Granulomatose mit Polyangiitis (früher: Wegener’sche-Granulomatose) – Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (früher: Churg-Strauss-Syn-
drom)
– Mikroskopische Polyangiitis (MPA)
• Immunkomplexvaskulitiden (nicht ANCA-assoziiert): – IgA-Vaskulitis (S. 581): früher Purpura-Schoenlein-Henoch, Hypersensitivi-
tätsvaskulitis s. u.
– Kryoglobulinämische Vaskulitis – kutane leukozytoklastische Angiitis: beschränkt auf kutane Manifestation
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30.11 ANCA-assoziierte Vaskulitiden (AAV)
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Vaskulitiden mittelgroßer Gefäße:
• Polyarteriitis nodosa, cPAN (S. 478)
• Kawasaki-Syndrom: häufig assoziiert mit mukokutanem Lymphknotensyn-
drom; Koronararterien häufig, Aorta und Venen z. T. betroffen; üblicherweise im Kindesalter auftretend
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Vaskulitiden großer Gefäße:
• Riesenzellarteriitis (S.479)
• Takayasu-Arteriitis: granulomatöse Entzündung der Aorta (Aortenbogensyn-
drom) und ihrer Hauptäste; meist Frauen < 40. J.
sekundäre Vaskulitiden bei
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Autoimmunerkrankungen: rheumatoide Arthritis, Kollagenosen, Sarkoidose, PBC, Autoimmunhepatitis, Morbus Crohn, Morbus Behçet u. a.
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Allergischen Grunderkrankungen: Hypersensitivitätsvaskulitis (s. u.)
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Infektionen: Streptokokken, Hepatitis B/C, Lues, Borreliose, Tbc, HIV u. a.
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Medikamenten: Antibiotika, Zytostatika, D-Penicillamin, NSAR, Gold, Allopuri­nol, HMG-CoA-Reduktasehemmer, H
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Malignomen: Leukämien, Lymphome, solide Tumoren, Multiples Myelom u. a.
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Hypersensitivitätsvaskulitis (= Hypersensitivitätsangiitis): Sekundäre Vaskulitis im Rahmen einer allergischen Grunderkrankung, oft parainfektiös oder medikamentös induziert. Sonderformen: Serumkrankheit (S. 486), IgA-Vaskulitis (S. 581), Kryoglo-
Rheumatische und immunologische Erkrankungen
bulinämische Vaskulitis. Symptome: Fieber, Arthralgien und Purpura (besonders an den Beinen). Diagnose: Anamnese, Klinik, Labor (je nach Ursache, z. B. Kryoglobuli­ne), Biopsie (Haut), Therapie: kausal, evtl. Glukokortikoide.
-Blocker, ACE-Hemmer, Dextran u. a.
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30.11 ANCA-assoziierte Vaskulitiden (AAV)
Definition
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Systemische Vaskulitiden (S. 475) überwiegend der kleinen Gefäße mit Nachweis antineutrophiler zytoplasmatischer Antikörper (ANCA). Hierzu gehören: Granulo­matose mit Polyangiitis, Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis und die Mi­kroskopische Polyangiitis (MPA).
Ursachen – Epidemiologie
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Ursache unbekannt.
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Seltene Erkrankungen: Inzidenz der Granulomatose mit Polyangiitis ca. 5/1 000 000 Einwohner/Jahr, Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis ca. 1/1 000 000 Ein­wohner/Jahr.
Klinik
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Der klinische Verlauf der AAV ist sehr ähnlich, wobei es typische Merkmale der ein­zelnen Formen gibt (s. u. und Tab. 30.5). Initial treten bevorzugt unspezifische All­gemeinsymptome wie Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust („B-Symptome“), Hauterscheinungen und Arthralgien auf.
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Granulomatose mit Polyangiitis (GPA, früher: Wegener’sche Granulomatose). 2 Sta- dien:
• Initialstadium mit Beteiligung des oberen Respirationstraktes: Blutiger Schnupfen
(borkige Rhinitis), Kopfschmerzen (Sinusitis), Schwerhörigkeit (Otitis), Husten, Hämoptoe, Dyspnoe, Stridor (subglottische Stenose)
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Beachte: Bei rezidivierender oder therapieresistenter Sinusitis oder Otitis an Gra-
nulomatose mit Polyangiitis denken!
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