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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_2897_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана

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☆
20.17 Herzinsuffizienz
• besonders bei Rechtsherzinsuffizienz oft gestörte Resorption der Medikamente durch intestinales Mukosaödem: vorübergehende intravenöse Applikation der Diuretika
• bei unzureichender Wirksamkeit von Schleifendiuretika Kombination mit Xipa­mid, welches die Na
+
-Resorption im proximalen Tubulus hemmt und damit die Wirksamkeit des Schleifendiuretikums verbessert („sequenzielle Nephronblocka­de“).
Digitalisglykoside
▶
Wirkung: Positiv inotrop (Kontraktilität) und bathmotrop (Erregbarkeit), negativ chronotrop (Herzfrequenz) und dromotrop (Erregungsleitung).
▶
Indikationen: Frequenzkontrolle bei tachyarrhythmischem Vorhofflimmern trotz Betablocker oder Kalziumantagonisten. Bei Herzinsuffizienz und Sinusrhythmus Re­serveoption ohne sichere positive Beeinflussung der Prognose (vgl. Abb. 20.11).
▶
Arzneimittelinteraktionen (S.152).
▶
Dosierung: Tab. 20.9.
Tab. 20.9 • Digitalisglykoside – Präparate und Dosierung.
Freinamen Handelsnamen (z. B.) HWZ orale Erhaltungsdosis/d
Digoxin Lanicor®0,25 mg/Tbl.,
Acetyldigoxin Novodigal
Methyldigoxin Lanitop
Digitoxin Digimerck
Dosierung bei Therapiebeginn:
• schnelle Aufsättigung, selten indiziert (z. B. bei schwerer Tachyarrhythmie): z. B. 3 × 0,4 mg Digoxin oder 3 × 0,25 mg Digitoxin i. v. in 24 h
– dann Erhaltungsdosis
• mittelschnelle Aufsättigung: z.B. – Digoxin und Derivate: 0,4 mg/d i. v. oder doppelte Erhaltungsdosis/d oral über 3 Tage – Digitoxin: 0,3 mg/d i. v. oder oral über 3 Tage – dann Erhaltungsdosis
• langsame Aufsättigung: Beginn mit Erhaltungsdosis (Vollwirkdosis bei Digoxin nach 8 Tagen, bei
Digitoxin nach etwa 1 Monat erreicht).
Dosierung bei Nieren- oder Leberinsuffizienz:
Digoxinpräparate: bei Niereninsuffizienz Dosisreduktion erforderlich. Digitoxin: bei Niereninsuffizienz überwiegend hepatisch-enterale Ausscheidung, weshalb auch
dann normal dosiert werden kann. Bei Leberinsuffizienz Dosisreduktion z. B. durch Wochen­endpause („drug holiday“).
Therapeutische Serumspiegel (Bestimmung wird in der Literatur teilweise auch für verzichtbar gehalten, dann Orientierung an den häufigen Nebenwirkungen Übelkeit und Farbsensationen.): Digoxin: 0,8 – 2 ng/ml, Digitoxin: 15 – 25 ng/ml
0,25 mg/Amp.
®
0,2|0,4 mg/Amp.
Lanitop
Tbl. 0,1|0,25 mg/Amp.
0,1|0,2 mg/Tbl.
®
0,05|0,1|0,15 mg/Tbl.
®
liquidum 0,6mg/ml
®
0,05|0,07|0,1 mg/
1½ d 0,25 – 0,375 mg
1½ d 0,2 –-0,3 mg
1½ d 0,1 – 0,2 mg
6 – 8 d 0,07 – 0,1 mg
20
Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs
▶
Kontraindikationen:
• bradykarde Arrhythmien, Sick-Sinus, höhergradige SA-/AV-Blockierungen
• Kammertachykardie, WPW-Syndrom
• Hyperkalzämie, Hypo-, Hyperkaliämie
• frischer Myokardinfarkt (außer Tachyarrhythmia absoluta)
277
20.18 Koronare Herzkrankheit (KHK)
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• hypertrophische obstruktive Kardiomyopathie, konstriktive Perikarditis
• thorakales Aortenaneurysma.
▶
Digitalisintoxikation:
• Ursachen:
– Überdosierung: Iatrogen, fehlende Compliance (z. B. ältere Patienten, die Digi-
talis „bei Bedarf“ einnehmen), suizidal – Nichtbeachtung von Kontraindikationen (s. o.) – Nichtbeachtung von Zuständen mit verminderter Glykosidverträglichkeit: Hö-
heres Lebensalter (geringere Muskelmasse, verminderte glomeruläre Filtrati-
on), Hypoxämie (z. B. Lungenerkrankungen), koronare Herzkrankheit, Myokar-
ditis, Nieren- und Leberinsuffizienz, Arzneimittelinteraktionen (S. 152).
• Symptome (können auch bei therapeutischen Serumspiegeln auftreten!):
– Appetitlosigkeit (häufig), Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Müdigkeit, Kopfschmer-
zen, Verwirrtheit, Farbensehen (z. B. gelb) – EKG: Typische muldenförmige ST-Senkungen, AV-Blockierung, Sinusbradykar-
die, ventrikuläre Extrasystolen (häufig Bigeminus), Kammertachykardie/-flim-
mern, Vorhoftachykardie mit 2:1-Block u. a.
• Diagnose: Medikamentenanamnese, Klinik, EKG und Serumspiegel, wobei diese
bei verminderter Glykosidverträglichkeit normal sein können.
• Vorgehen und Therapie bei Digitalisintoxikation siehe Box
Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs
Vorgehen und Therapie bei Digitalisintoxikation
▶
Herzglykosid absetzen, bei V. a. schwere Intoxikation Intensivüberwachung
▶
Anheben des K
maximal 20 mmol/h (über ZVK)
▶
symptomatische Behandlung von Rhythmusstörungen:
• Bradykardie: Versuch mit Atropin 1 – 2Amp.(=0,5– 1 mg) i. v., bei Erfolg-
losigkeit temporäre Schrittmachertherapie (S. 688)
• ventrikuläre Salven: 100 mg Lidocain (Tab. 20.17), z. B. Xylocain
Amp., langsam i. v., evtl. Wiederholung nach 15 Min. dann Perfusor. Bei Er­folglosigkeit Phenytoin (Epanutin
• Kammertachykardie: bei Kreislaufstabilität wie bei ventrikulären Salven,
sonst Kardioversion und Rezidivprophylaxe mit Lidocain (Tab. 20.17)
• Kammerflimmern: kardiopulmonale Reanimation, Defibrillation (S.682)
▶
Digitaliselimination:
• bei suizidaler Vergiftung Magenspülung, Aktivkohle, bei Digitoxin zusätzlich Colestyramin (z. B. Quantalan
• Antidottherapie: z. B. 6 × 80 mg Digitalis-Antidot BM teuer), 80 mg binden 1 mg Digoxin oder Digitoxin, Erfolgskontrolle durch EKG
• Hämoperfusion: bei sehr schwerer Intoxikation.
+
-Spiegels auf hochnormale Werte (4,5 – 5,5 mmol/l): parenteral
®
2 % 100 mg/
®
250 mg/Amp.) 125 – 250 mg
®
4g1 – 2 Beutel alle 6 Std. p.o./Sonde)
®
(Cave: Allergien, sehr
20.18 Koronare Herzkrankheit (KHK)
Definition
▶
Manifestation der Arteriosklerose (= Atherosklerose) an den Herzkranzarterien. Die dadurch entstehenden Koronarstenosen führen zur Koronarinsuffizienz = Missver­hältnis zwischen Sauerstoffangebot und -bedarf des Herzmuskels. Nach der An­zahl ≥ 50 % stenosierter Hauptgefäße RCA, RIVA und RCX (vgl. Abb. 4.1) spricht man von einer koronaren Ein-, Zwei- oder Dreigefäßerkrankung.
278
20.18 Koronare Herzkrankheit (KHK)
Ursachen
▶
Risikofaktoren für Arteriosklerose:
• am wichtigsten: Familiäre Belastung, Hypercholesterinämie (S. 499) mit LDL- und
Gesamtcholesterin ↑ und HDL-Cholesterin ↓, Nikotinabusus, Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie
• zusätzlich: Alter (Männer > 60 Jahre, Frauen > 70 Jahre), stammbetonte Adiposi-
tas (S. 505), Stress und psychosoziale Faktoren, Bewegungsmangel, CRP-Erhö­hung, Fibrinogen > 300 mg/dl, Lipoprotein(a) > 30 mg/dl.
▶
Andere Ursachen einer Koronarinsuffizienz:
• Koronarspasmen
• koronare mikrovaskuläre Dysfunktion (MVD)
• Entzündliche Veränderungen an den Koronarien bei Vaskulitiden (S. 475)
• vermindertes Sauerstoffangebot:
– kardial: Vermehrte enddiastolische Wandspannung bei erhöhter Volumenbe-
lastung (z. B. Klappeninsuffizienzen, Shuntvitien)
– extrakardial: z. B. Anämie, Lungenkrankheiten
• vermehrter Sauerstoffbedarf:
– muskuläre Hypertrophie bei erhöhter Druckbelastung (z. B. arterielle und pul-
monale Hypertonie, Aorten- und Pulmonalstenose, hypertrophische obstrukti­ve Kardiomyopathie)
– gesteigerte Herzfrequenz z. B. bei Fieber, Hyperthyreose, psychischer und phy-
sischer Belastung.
Klinik
▶
Leitsymptom: Angina pectoris (AP): typischerweise retrosternaler oder linksthora- kaler Schmerz bzw. Druckgefühl mit/ohne Ausstrahlung in: linke (rechte) Schulter, linken (rechten) Arm, Unterkiefer, Oberbauch. Auslösung durch körperliche oder psychische Belastung oder Kälte. Besserung in Ruhe oder auf Nitrate; Verlaufsfor­men:
• stabile AP: Regelmäßig z. B. durch Belastung auslösbar, nitratsensibel, Besserung
in Ruhe (Stadieneinteilung, CCS-Klassifikation: Tab. 14.2)
• instabile AP: hohes akutes Infarktrisiko (20–25 %): erstmalig auftretende AP, AP in Ruhe, zunehmende Häufigkeit, Dauer, Intensität der Schmerzanfälle = Präinfarkt- syndrom oder Crescendo-Angina. Im Vergleich zum NSTEMI (S. 283) Troponin aber negativ
• Sonderform: Prinzmetal-Angina: durch Koronarspasmen ausgelöste Ruhe-Angina mit reversiblen EKG-Veränderungen ohne Herzenzymerhöhung. Gefahr von Ar­rhythmien. Ansprechen auf Nifedipin.
▶
Herzinsuffizienz (S. 270)
▶
Akutes Koronarsyndrom (S. 283) und Myokardinfarkt (S. 283)
▶
Herzrhythmusstörungen (S. 291)
▶
Stumme Ischämie (bis 20 % der Myokardinfarkte sind stumm): Fehlende Beschwer­den bei angiografisch nachweisbarer KHK, z. B. bei diabetischer autonomer Neuro­pathie (S. 507).
Diagnostik
▶
Anamnese: Angina pectoris (belastungsabhängig?, Häufigkeit?, nitropositiv? Wich­tig für die Risikostratifizierung und die gezielte Therapieeinleitung ist die Abgren­zung typische – atypische AP bzw. nicht-anginöser Thoraxschmerz), Risikofak­toren? Differenzialdiagnose der Brustschmerzen (S. 177).
▶
Prätestwahrscheinlichkeit: hiermit kann anamnestisch vor apparativen Unter­suchungen abgeschätzt werden, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass tatsäch­lich eine stenosierende KHK vorliegt, was f ür die Indikationsstellung zu weiteren Untersuchungen Bedeutung hat (Tab. 20.10).
20
Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs
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20.18 Koronare Herzkrankheit (KHK)
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Tab. 20.10 • Prätestwahrscheinlichkeit für eine stenosierende KHK bei Patienten mit
Alter* (Jahre)
30–39 59 % 28 % 29 % 10 % 18 % 5 %
40–49 69 % 37 % 38 % 14 % 25 % 8 %
50–59 77 % 47 % 49 % 20 % 34 % 12 %
60–69 84 % 58 % 59 % 28 % 44 % 17 %
70–79 89 % 68 % 69 % 37 % 54 % 24 %
> 80 93 % 76 % 78 % 47 % 65 % 32 %
*Schätzwerte für Patienten im Alter von 35, 45, 55, 65, 75 bzw. 85 Jahren
Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs
▶
Labor:
stabiler Brustschmerzsymptomatik in Abhängigkeit von Alter und Ge­schlecht (ESC 2013).
typische Angina pectoris
Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen
atypische Angina pectoris
nicht-anginöse Thoraxschmerzen
• bei instabiler Angina: CK, CK-MB, Troponin T oder I, D-Dimere (S. 699), DD Lun-
genembolie
• Differenzialdiagnose, Nachweis aggravierender Erkrankungen: BSG/CRP, BB, Krea-
tinin, Elektrolyte, TSH-basal
• Nachweis von Risikofaktoren (S. 279): Blutglukose (ggf. HbA
LDL-Cholesterin, Triglyzeride, CRP, Fibrinogen.
▶
Ruhe-EKG: Kann völlig unauffällig sein. Evtl. Zeichen eines abgelaufenen Infarktes
), Gesamt-, HDL-,
1c
(S.284) oder unspezifische Veränderungen (z. B. T-Negativierung).
▶
Belastungs-EKG: Kontraindikationen, Durchführung (S. 46); typisch sind
• reversible horizontale oder deszendierende ST-Senkungen > 0,1 mV in den Extre­mitäten und > 0,2 mV in den Brustwandableitungen unter Belastung
• belastungsabhängige Angina pectoris, Besserung in der Ruhephase oder nach Ap­plikation von Nitroglycerin-Spray
• belastungsabhängige Arrhythmien, welche sich in Ruhe bessern.
▶
Langzeit-EKG: Ergänzend bei V. a. Rhythmusstörungen als Ursache thorakaler Be­schwerden. Die ST-Streckenanalyse ermöglicht den Nachweis von Ischämien (auch nächtlichen) oder einer Prinzmetal-Angina (s. o.).
▶
Echokardiografie: Abgrenzung anderer kardialer Ursachen von Brustschmerzen (Tab. 14.2), insbesondere Perikarditis, Aortendissektion, Aortenstenose sowie Rechtsherzbelastung bei Lungenembolie. Hinweise für abgelaufene Infarkte? (um­schriebene Wandbewegungsstörungen).
▶
Stressechokardiografie (S. 59): Quantifizierung von Wandbewegungsstörungen und Ejektionsfraktion (S. 59) in Ruhe und bei Belastung.
▶
Kardiales Stress MRT = CMR (S. 250): höhere Sensitivität und Spezifität als Stresse­chokardiographie.
▶
Myokardszintigrafie (S.68): Nachweis von belastungsabhängigen, reversiblen Spei­cherdefekten als Hinweis für ischämische Myokardbezirke oder irreversible Spei­cherdefekte als Hinweis für Infarktnarben.
▶
Koronarangiografie: Direkter Nachweis und Schweregradbestimmung von Koro­narstenosen. Indikationen: Tab. 4.1. Goldstandard bei der Diagnose einer KHK.
▶
Kardio-CT: Nicht invasives bildgebendes Verfahren in der KHK-Diagnostik; sinnvoll zur Ausschlussdiagnostik einer KHK, wenn wenig oder kein Koronarkalk vorliegt (dann ausreichende Sensitivität und Spezifität). Die Quantifizierung von Koronar-
280
20.18 Koronare Herzkrankheit (KHK)
stenosen vor allem bei Kalk bzw. im Stentbereich ist weiterhin schlechter als bei der Koronarangiographie.
▶
Positronen-Emissionstomografie (PET): Ermöglicht in Spezialfällen (hohe Kosten) die Beurteilung des Myokardstoffwechsels (Vitalitätsdiagnostik). CMR (s. o.) ist in der Regel überlegen.
Therapie
▶
Allgemeine und kausale Maßnahmen:
• beeinflussbare Risikofaktoren ausschalten: z. B. Nikotinabstinenz, Gewichtsnorma-
lisierung, fett- und cholesterinarme Kost, Stressbewältigung
• Therapie beeinflussender Begleitkrankheiten: z. B. arterielle Hypertonie, Hyperlipi-
dämie, Diabetes mellitus, Vitien, Anämie, Hyperthyreose etc. (s. o.)
• dosierte körperliche Bewegung, Alltagsaktivität, bei stabilen Patienten Ausdauer­training.
▶
Medikamentöse Therapie:
• Thrombozytenaggregationshemmer (S.112): Reduktion der Infarktrate, dadurch prognoseverbessernd, z. B. 100 mg/d Acetylsalicylsäure (ASS).
• Betablocker (Tab. 20.18): Senken Blutdruck und Herzfrequenz und vermindern dadurch den myokardialen Sauerstoffbedarf. Zusätzlich Prognoseverbesserung. Bei KHK bevorzugte Anwendung von Betablockern ohne ISA. Dosierung einschlei- chend unter RR- und Pulsfrequenzkontrollen (Therapieziel bei KHK: Ruhepuls 50 – 60/min). Die Bedeutung der Betablockade ist für Pat. mit Z. n. Myokard­infarkt oder eingeschränkter LV-Funktion belegt. Bei KHK ohne Infarkt mit nor­maler LV-Funktion und Ruhe-Herzfrequenz < 70/min eher verzichtbar.
• Nitrate: Verbessern die myokardiale O Vor- und geringer auch der Nachlast, was zu einer Verringerung der enddiasto­lischen Wandspannung führt (Tab. 20.11). Symptomatische Wirkung bei Angina­pectoris-Beschwerden ohne nachgewiesene Prognoseverbesserung, daher nach Revaskularisation Auslassversuch sinnvoll.
Tab. 20.11 • Nitrate.
Freinamen Handelsnamen (z. B.) Dosierung
Isosorbiddinitrat (ISDN) Isoket®5|10|20|40 mg/Tbl.
Isosorbidmononitrat (ISMN) Ismo
Nitroglycerin (= Glyceroltrinitrat) z. B. Nitrolingual® (S.690): als Spray (Einzeldosis 1 – 2 Hübe) oder Zerbeiß-Kapseln (1 – 2) sublingual rasch wirksam und deshalb besonders zur Anfalls­behandlung oder als Perfusor in der Intensivmedizin geeignet. Die Wirkung in Pflasterform (z. B.
®
Nitroderm
Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, orthostatischer Kollaps infolge RR-Abfall, Reflextachykardie (einschleichend mit kurz wirksamem Präparat unter RR-Kontrollen beginnen), Toleranzent­wicklung (Nitratpause einhalten, z. B. 1–1–0). Kontraindikationen: Schwere Hypotonie, hypertrophische obstruktive Kardiomyopathie, toxisches Lungenödem.
) ist unsicher, Einsatz mehr unter psychologischem Aspekt.
retard. 20|40|60|80|120 mg/Tbl.
Mono Mack
-Versorgung durch Senkung der kardialen
2
®
20 mg/Tbl., retard 40 mg/Drg.
®
retard 100mg/Tbl.
2 × 1 Tbl./d z. B. 1–1–0 retard: 1 Tbl/d z. B. 1–0–0
20
Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs
• Molsidomin (z. B. Corvaton®2|4 mg/Tbl., 8 mg/Ret.-Tbl., 2 mg/Amp.): Wirkungs­weise und Nebenwirkungen ähnlich den Nitraten, jedoch keine Toleranzentwick­lung, seltener Kopfschmerzen. Dosierung: oral: 2 × ½– 2 Tbl./d oder 1 – 2 Ret.­Tbl./d; i. v.: Einzeldosis 2 – 4 mg, Dauerinfusion: 1 – 3 mg/h (RR-Monitoring).
• Kalziumantagonisten: Senken Nachlast und Blutdruck, bei Verapamiltyp auch Herzfrequenz, vermindern dadurch den myokardialen O
-Verbrauch und verbes-
2
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20.18 Koronare Herzkrankheit (KHK)
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sern die myokardiale O2-Versorgung. Reservemittel bei unzureichendem Erfolg oder Unverträglichkeit von Nitraten oder Betablockern. Dosierung einschleichend unter RR- und Pulsfrequenzkontrollen. Beachte: Langzeittherapie (S.316). Eintei­lung: – Kalziumantagonisten vom Verapamiltyp (S. 297): Gefahr höhergradiger AV-Blo-
ckierung in Kombination mit Betablocker v. a. bei Verapamil; dagegen bietet sich Kombination mit Nitraten an
– Kalziumantagonisten vom Dihydropyridintyp (S. 316): Mittel der Wahl bei
Prinzmetal-Angina (S. 279), insbesondere langwirksame Substanzen wie Amlo­dipin oder Felodipin besitzen gutes antihypertensives und antianginöses Po­tential.
• ACE-Hemmer (Tab. 20.23), Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker (Tab. 20.24): Prognose
verbessernder Effekt für Patienten nach Myokardinfarkt.
• Ivabradin (Procoralan
®
5 mg/Tbl.): If-Kanalhemmer, der die Herzfrequenz senkt und bei stabiler Angina pectoris dadurch antianginös und antiischämisch wirkt. Dosierung: 2 × 5 – 7,5 mg/d. Nebenwirkungen: Sehstörungen, bradykarde Ar­rhythmien, Kopfschmerzen, und Schwindel.
• Ranolazin (Ranexa
®
375|500|750 mg/Tbl.): Selektive Hemmung des späten Ein­stroms von Natriumionen in die Herzmuskelzellen, was sekundär zur Vermin­derung von einströmenden Kalziumionen führt. Dadurch antianginöser und an-
Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs
tiischämischer Effekt. Ergänzende Anwendung bei nicht ausreichender Wirksam­keit oder Unverträglichkeit anderer antianginöser Erstwahlmittel wie Betablo­cker oder Kalziumantagonisten. Anfangsdosis 2 × 375 mg/d. Steigerung nach 2 – 4 Wo. auf 2 × 500 mg/d, max. 2 × 750 mg/d. Nebenwirkungen: Obstipation, Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, ZNS-Symptome wie Som­nolenz.
▶
Revaskularisationstherapie:
• PTCA, sog. perkutane transluminale Koronar-Angioplastie (S. 73): Durchführung
besonders bei symptomatischer koronarer 1- bis 3-Gefäßerkrankung mit hämo­dynamisch wirksamen Stenosen (möglichst nach Ischämienachweis), Restenosie­rung nach PTCA oder nach Bypass-OP. Bei Hauptstammstenose der LCA nur in speziellen Situationen. Nachbehandlung mit ASS + Clopidogrel (Tab. 8.5). Bei sta- biler Angina pectoris im Vergleich zur optimalen medikamentösen Therapie (Tab. 20.12) gleiche Ergebnisse bezüglich Prognose aber auf Dauer bessere Symp­tomfreiheit.
Tab. 20.12 • Konservative Therapie der stabilen Angina pectoris.
Therapiemaßnahmen
Indikation: • Nachweis einer koronaren Herzkrankheit
Basistherapie: •allgemeine und kausale Maßnahmen (S.281)
Bei Prinzmetal-Angina langwirksame Kalziumantagonisten
• invasive Therapie (z. B. PTCA, Bypass) nicht indiziert oder nicht möglich
• Thrombozytenaggregationshemmer
• Betablocker (kardioselektiv, ohne ISA: Tab. 20.18)
• CSE-Hemmer (S. 503) bei erhöhtem LDL-Cholesterin; Zielwerte (S. 502)
• ACE-Hemmer, bevorzugt bei arterieller Hypertonie und zur Prognosever-
besserung bei vorausgegangenem Myokardinfarkt
• Nitrate zur symptomatischen Behandlung, bei Angina-pectoris-Anfällen als Nitroglycerin (1 – 2 Hübe)
• Koronarchirurgie (CABG = coronary artery bypass graft): – wichtigste Verfahren: Aortokoronarer Venenbypass (ACVB), Arteria-Mammaria-
interna-Bypass (selten andere Arterien)
282
20.19 Akutes Koronarsyndrom (ACS) – Herzinfarkt
– Indikation: konservativ nicht ausreichend therapierbare KHK mit Haupt-
stammstenose der linken Koronararterie oder Mehrgefäßerkrankung, ins­besondere bei Diabetikern und/oder Patienten mit eingeschränkter LV-Funk­tion.
▶
Konservative Therapie der stabilen Angina pectoris: siehe Box.
▶
Therapie der instabilen Angina pectoris bzw. des akuten Koronarsyndroms: s. Erst­maßnahmen bei akuten Thoraxschmerzen (S.283)und Praktisches Vorgehen und Therapie (S. 286)
Erstmaßnahmen bei akuten Thoraxschmerzen
▶
bei Hinweisen für vitale Bedrohung (s. o.) stationäre Behandlung (Rettungs­dienst alarmieren)
▶
Bettruhe, Oberkörper hochlagern
▶
Nitro-Spray (z.B. 2 Hübe), Besserung des Brustschmerzes unter Nitraten inner­halb von Minuten spricht für eine Angina pectoris
▶
über Nasensonde
O
2
▶
venösen Zugang legen, Blutabnahme: Untersuchung mindestens von BB, CK, CK-MB, GOT, Troponin, D-Dimere, Lipase, Wdhl. nach 6 und 24 h
▶
Nitro-Perfusor (z. B. Nitrolingual 6 – 9 mg/h, cave: hypertrophische Kardiomyopathie) unter RR-Kontrollen
▶
Ruhe-EKG (s. u.)
▶
Diazepam (z. B. 5 – 10 mg Valium
▶
therapeutische Heparinisierung bei fehlenden Kontraindikationen (z. B. Aorten­dissektionsverdacht) und Gabe von ASS (initial 250 mg, dann ggf. 100 mg/d) zur Thrombozytenaggregationshemmung
Wichtig: Ausschluss eines akuten Koronarsyndroms, zusätzlich v. a. denken an: Lungenembolie, Spontanpneumothorax, Aortendissektion und Ösophagusruptur
®
50 mg/50 ml mit 2 – 3 ml/h anfangen, max.
®
i. v.) bei Unruhe
20.19 Akutes Koronarsyndrom (ACS) – Herzinfarkt
Definition
▶
Herzinfarkt = Myokardinfarkt: akut auftretender Verschluss einer Koronararterie mit nachfolgender ischämisch bedingter Myokardnekrose.
▶
Akutes Koronarsyndrom = Arbeitsdiagnose, umfasst (Labor, vgl. Tab. 20.13):
• NSTE-ACS:
– Instabile Angina pectoris (S.279): typische Klinik ohne Troponinanstieg – NSTEMI = non-ST-segment elevation myocardial infarction = Myokardinfarkt
ohne ST-Streckenhebung: keine ST-Strecken-Hebung im EKG bei Troponin­anstieg
• STEMI = ST-segment elevation myocardial infarction = Myokardinfarkt mit ST-Stre- cken-Hebung im EKG: klassischer Herzinfarkt entsprechend o. g. Definition: ST-
Strecken-Hebung> 20 Min., Troponinanstieg, CK-MB erhöht
▶
■
Beachte: Insbesondere bei der Verwendung von hochsensitiven Troponin-Tests ist
die Dynamik entscheidend: Eine stabile Troponinerhöung ohne Dynamik ist kein eindeutiger Hinweis auf einen Infarkt, wohl aber ein erheblicher Anstieg oder ra­scher Abfall, verbunden mit der typischen Klink.
Ursachen
▶
Ursachen der KHK (S. 279).
▶
Ursachen des Myokardinfarkts: Am häufigsten Aufbrechen (= Plaqueruptur) oder Unterbluten arteriosklerotischer Plaques mit Freisetzung thrombogenen Materials und folgendem thrombotischem Verschluss. Am zweithäufigsten ist die sog. Plaque-
20
Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs
283
20.19 Akutes Koronarsyndrom (ACS) – Herzinfarkt
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erosion mit Thrombus auf einem nicht aufgebrochen Plaque. Seltener Gefäßspas­mus, embolischer Gefäßverschluss, Gefäßentzündung mit oder ohne vorbestehende Stenose.
Klinik
▶
Akuter anhaltender nitrorefraktärer Brustschmerz meist retrosternal und/oder linksthorakal.
▶
Schmerzausstrahlung häufig in die linke Schulter und/oder den linken Arm, selte­ner in den Hals, Unterkiefer, abdominell oder den rechten Arm.
▶
Akutes Vernichtungsgefühl und Todesangst.
▶
Vegetative Symptomatik: Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbruch.
▶
Dyspnoe, Schwächegefühl.
▶
Häufige Manifestation: plötzlicher Herztod.
▶
■
Cave: Schmerzloser Infarkt (häufig: bis 20 % d.F.): z. B. bei diabetischer autonomer
Neuropathie.
Diagnostik – Differenzialdiagnose
Vgl. praktisches Vorgehen und Therapie (S.286).
▶
Klinik (Differenzialdiagnose Thoraxschmerz: Tab. 14.2 und Tab. 14.3).
▶
Labor, „Notfallprogramm“ (S. 24) (Tab. 20.13):
Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs
• Troponin I oder T (S. 245): vorzugsweise hochsensitives kardiales Troponin (hsTn);
relativ spezifisch, auch als Schnelltest (z. B. TROP T
• Herzenzyme: Gesamt-CK, GOT, LDH (nicht spezifisch), CK-MB: spezifisch,
wenn > 6 % der Gesamt-CK; falsch hohe Werte bei Makro-CK (S. 241)
• CRP: Unspezifisch, Erhöhung spricht für gesteigerte kardiale Mortalität
• zusätzlich Blutabnahme für Lipidprof il (HDL- und LDL-Cholesterin)
▶
■
Beachte: Vom klassischen Myokardinfarkt mit der o. g. Pathogenese sind vor allem
Troponinanstiege im Rahmen vielfältiger anderer akuter Erkrankungen abzu­grenzen (z. B. Sepsis, schwere Pneumonie, perioperativ, schwere Anämie, dekom­pensierte Herzinsuffizienz, hypertensive Kr ise, Herzrhythmusstörungen), die auf einem Missverhältnis zwischen koronarem Perfusionsangebot und myokardia­lem Sauerstoffbedarf beruhen. Hier steht die Therapie der Grundkrankheit im Vordergrund. Eine notfallmäßige Koronardiagnostik ist nur bei ST-Hebungen, Troponindynamik und instabilen Patienten sinnvoll (vgl. Abb. 20.14). Weiterhin abzugrenzen sind Troponinanstiege anderer Genese (S. 245).
Tab. 20.13 • Labordiagnostik beim Myokardinfarkt.
Enzym Anstieg Maximum Normalisierung
Troponin I oder T 3 – 6h 24– 48 h 7 – 14 Tage
CK-MB 4 – 8h 12–18 h 2 – 3 Tage
Gesamt-CK 4 – 8h 16– 36 h 3 – 6 Tage
LDH 6 – 12 h 24 – 60 h 7 – 14 Tage
Myoglobin 2 – 6h 8– 12 h 2 Tage
®
).
▶
EKG (Lokalisationen: Tab. 20.14, Abb. 20.13), für einen Myokardinfarkt sprechen:
• pathologische ST-Hebung im Sinne eines STEMI: – Messung am J-Punkt (Abb. 3.8) zweier benachbarten Ableitungen – Ableitungen V2-V3:≥ 0,25 mV bei Männern < 40 J., ≥ 0,2 mV bei Männern > 40 J.
bzw.≥ 0,15 mV bei Frauen
– und/oder in den anderen Ableitungen ≥ 0,1 mV
• oder erstmals diagnostizierter Linksschenkelblock bei typischer Klinik
284
20.19 Akutes Koronarsyndrom (ACS) – Herzinfarkt
• gleichschenklig negatives T ohne QRS-Veränderung: typisch für den Myokard­infarkt ohne ST-Streckenhebung (NSTEMI)
• typische stadienabhängige Veränderungen der ST-Strecke: Abb. 20.12
▶
■
Beachte: In bis zu 15 % der Fälle liegen keine typischen EKG-Veränderungen vor,
weshalb nur wiederholt (nach 3, ggf. noch einmal nach 6 h) unauffällige Tropo­nin-I oder T-Werte ein akutes Koronarsyndrom bzw. einen Myokardinfarkt aus­schließen.
▶
Echokardiografie: Lokalisationsdiagnostik (Wandbewegungsstörungen), Einschät­zung der linksventrikulären Funktion (vgl. Tab. 3.6), Infarktkomplikationen?
▶
Koronarangiografie (Tab. 4.1), Vorgehen s. u.
▶
Röntgen-Thorax: Herzgröße, Herzinsuffizienzzeichen (Lungenstauung, Pleuraergüs- se)?
20
Stadium Zeit nach
Kennzeichen typisches Bild
Infarktbeginn
Initialstadium
Stadium I
Minuten bis wenige Stunden
Stunden bis
T-Überhöhung („Erstickungs-T“)
ST-Hebung
ca. 5 Tage
Zwischenstadium
1
–
7 Tage
R klein ST-Hebung abnehmend T spitz negativ
Stadium II
1 Woche 6 Monate
–
Q pathologisch R klein keine ST-Hebung* T spitz negativ
Stadium III (Endstadium)
6 Monate
>
Q pathologisch R klein** keine ST-Hebung* T positiv
* bleibt die ST-Hebung länger als 6 Wochen bestehen, muss an die Ausbildung eines Ventrikelaneurysmas gedacht werden ** auch kompletter R-Verlust
Abb. 20.12 • EKG-Stadien beim Myokardinfarkt mit ST-Strecken-Hebung (STEMI).
posterior
LV RV
V
5r
V
4r
V
lateral
V
9
V
8
V
7
V
6
anterior
V
5
posterior
V
4
V
3r
V2V
1
inferior
3
anteroseptal
II
Abb. 20.13 • Infarktlokalisationen.
aVF
Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs
III
285
20.19 Akutes Koronarsyndrom (ACS) – Herzinfarkt
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20
Tab. 20.14 • Infarktlokalisationen.
Infarktlokalisation betroffene Koronararterien EKG-Veränderungen
großer Vorderwandinfarkt proximaler RIVA-Verschluss I, aVL,
Anteroseptalinfarkt periphere RIVA-Anteile
apikaler Vorderwandin­farkt
Anterolateralinfarkt periphere RIVA-Anteile
Inferolateralinfarkt Ramus marginalis sinister II,III,aVF,V5,V6,(V7,V8,
inferiorer Hinterwandin­farkt
posteriorer Hinterwandin­farkt
Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs
rechtsventrikulärer Infarkt abhängig vom Versorgungstyp V1,V2,V3r,V4r,V5r
RCA = rechte Koronararterie, RIVA = Ramus interventricularis anterior; Anatomie der Herzkranzgefäße: Abb. 4.1
und Ramus septalis anterior
periphere RIVA-Anteile V3,V4,V5
und Ramus diagonalis
periphere RCA-Anteile oder Ramus circumflexus
periphere Anteile des Ramus circum­flexus
(V1),V2,V3,V4,V5,(V6)
V1,V2,V3,(V4)
I,(II),aVL,(V3),V4,V5,V6
V9)
II,III,aVF,(V7,V8,V9)
V7,V8,V9 invers in V1 und V2
Praktisches Vorgehen und Therapie
▶
Diagnostische und therapeutische Strategie: Abb. 20.14.
▶
Monitorüberwachung bis akutes Koronarsyndrom ausgeschlossen ist.
▶
Bettruhe und Oberkörper-Hochlagerung.
▶
2–4 Hübe Nitr o-Spray (z. B. Glyceroltrinitrat = Nitrolingual > 90 mmHg und bestehenden Stenokardien.
▶
I.v. Zugang legen, dabei Blutabnahme: "Notfallprogramm" (S. 24), einschließlich Herzenzyme und Troponin I oder T.
▶
Auskultation von Herz und Lunge: Herzinsuffizienzzeichen?
▶
Sauerstoffgabe: akut z. B. 4l/min., im weiteren Verlauf entsprechend Pulsoxymetrie (S.51). Ziel: S
▶
Ruhe-EKG schreiben, ggf. mit rechtsventrikulären Ableitungen sowie V7-V9.
▶
Schmerzbekämpfung nach Bedarf mit Morphin; initial 5 mg i. v. ggf. Wiederholung
=94–98%.
PO2
innerhalb weniger Minuten bis Pat. schmerzfrei ist (+ MCP 10 mg/Amp. gegen opio­idbedingte Emesis)
▶
Sedierung bei Bedarf z. B. mit Diazepam (z. B. Valium
▶
Bei Linksherzinsuffizienz Gabe von 20–40 mg Furosemid (z. B. Lasix nitrat (s. u.).
▶
Antikoagulanzien (S. 106). Behandlungsdauer abhängig vom Verlauf und Art der In­tervention, bei rein konservativem Vorgehen bis zur Klinikentlassung. Gabe zusätz­lich zur Thrombozytenaggregationshemmung:
• bei nicht geplanter invasiver Diagnostik 1. Wahl Fondaparinux bzw. Arixtra® (S.107): 1 × 2,5 mg/d s. c.
• bei geplanter perkutaner Koronarintervention Bivalirudin bzw. Angiox® (S. 108) 250 mg/Amp.: Bolus von 0,75 mg/kgKG, gefolgt von einer Dauerinfusion 1,75 mg/ kgKG/h bis nach Abschluss der Koronarintervention
• Enoxaparin (Clexane
®
):
– 1 mg/kgKG alle 12 h s. c. bis zur Koronarintervention – bei Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min.) 1 mg/kgKG Enoxaparin 1 x täglich
286
oder
®
Spray) s. l. bei RR
®
)5–10 mg langsam i. v.
®
) + Glyceroltri-
syst