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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5546_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана.pdf
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31.3 · Anamnese
343
c. Hochgradig begrenzte, xierte Interessen, die in ihrer Intensität oder ihrem
Inhalt abnorm sind (z. B. starke Bindung an oder Beschäftigen mit un­gewöhnlichen Objekten, extrem umschriebene oder perseverierende Interes­sen).
d. Hyper- oder Hyporeaktivität auf sensorische Reize oder ungewöhnliches
Interesse an Umweltreizen (z. B. scheinbare Gleichgültigkeit gegenüber Schmerz/Temperatur, ablehnende Reaktion auf spezische Geräusche, Strukturen oder Oberächen, exzessives Beriechen oder Berühren von Ob­jekten, visuelle Faszination für Licht oder Bewegungen).
Im DSM-IV wurde unterschieden zwischen:
5 frühkindlichem Autismus: allgemeine Verzögerung der Entwicklung von Spra-
che, kognitiven und intellektuellen Fertigkeiten sowie des Sozialverhaltens be­reits ab dem Säuglingsalter,
5 Asperger-Syndrom: normale Entwicklung in den ersten 3 Lebensjahren, die
Symptomatik entwickelt sich im Laufe des Kindesalters (nicht erst in der Ju­gend oder im Erwachsenenalter).
Diese Störungen sind jetzt in der Autismus-Spektrum-Störung zu sammengefasst.
31

31.3 Anamnese

Die Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung basiert nicht allein auf den Selbstauskünften des Patienten, sondern auch auf:
5 Fremdbeurteilung: Hier nden sich unter anderem in Schulzeugnissen wichtige
Hinweise auf das Vorliegen von Deziten in der sozialen Interaktion wie zum Beispiel „Obwohl andere Kinder sich bemühen, ihn/sie einzubeziehen, scheitern sie häug daran. Das Verhalten dieser Person irritiert andere Kinder“).
5 Beobachtung des nonverbalen Verhaltens: Beispielsweise fehlende Fertigkeit,
durch Blickkontakt die Interaktion mit andern zu steuern, zu beginnen oder zu beenden; konkret beim Wechseln eines Themas Blickkontakt aufnehmen, um sicherzustellen, dass die andere Person einem folgt.
5 Beobachtung des verbalen Verhaltens: Es gibt beispielsweise Anhaltspunkte für
fehlende sozio-emotionale Gegenseitigkeit oder fehlende Empathie im Ge­spräch; konkret: Kein Nachfragen bei der Äußerung des Untersuchers wie „Ich erinnere mich noch wie gestern, das ist schon fünf Jahre her, da ist mir was Schlimmes passiert“ (kognitive Empathie) oder kein Mitgefühl, wenn der Untersucher dann berichtet „Da bin ich in die Brennnesseln gefallen“ (emotio­nale Empathie).
Weitere Informationen zur Diagnostik einer Autismus-Spektrum-Störung kann man auch hier nden: 7 https://www. autismus- lotse. de/.
Darüber hinaus sollten immer auch Differenzialdiagnosen und komorbide Stö­rungen erwogen werden, welche die Symptomatik auch oder besser erklären kön­nen, z. B.Aufmerksamkeitsdezits- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS), Persön-
344 Kapitel 31 · Autismus-Spektrum-Störung
lichkeitsstörungen (v. a. ängstlich-vermeidend), soziale Angststörung, Zwangs­störung.
Ein Verdacht auf eine Autismus-Spektrum-Störung sollte in darauf speziali­sierten Zentren mittels strukturierter Diagnostik bestätigt werden (DGKJP und DGPPN 2016).

31.4 Therapie

5 Bei falscher Diagnose Autismus-Spektrum-Störung oder einseitiger Fo kus sie-
rung auf diese Diagnose droht die Chronizierung der eigentlichen/komorbi-
den Störung; diese sollte immer ebenfalls behandelt werden (z. B.Psy cho the ra-
pie der sozialen Phobie, siehe 7 Abschn.18.5.3).
5 Für die Behandlung der Autismus-Spektrum-Störung wird eine den individuel-
len Fertigkeiten angepasste verhaltenstherapeutisch-übende Behandlung emp-
foh len. Dabei können beispielsweise Fertigkeiten der sozialen Kompetenz und
im Umgang mit Stress im Mittelpunkt stehen. Daneben können auch die Res-
sourcen und Stärken der Betroffenen unterstützt und genutzt werden (z. B. of-
fene Kommunikation ohne versteckte Andeutungen und Wertschätzung von
Details). Die Psychotherapie sollte gut strukturiert und an klar vereinbarten
Zielen orientiert werden und auf einer individuellen Verhaltensanalyse basieren.
31

Postpartale psychische Störungen

Inhaltsverzeichnis
32.1 Epidemiologie – 346
32.2 Anamnese – 346
32.3 Diagnostik – 347
32.4 Therapie – 347
345
32
© Der/die Autor(en), exklusiv lizenziert an Springer-Verlag GmbH, DE, ein Teil von Springer Nature 2025 J. P. Klein, E. M. Klein, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-71440-9_32
32
346 Kapitel 32 · Postpartale psychische Störungen

32.1 Epidemiologie

Während der Schwangerschaft und der Postpartalperiode können jegliche For­men von psychischen Störungen auftreten. Die Auftretenswahrscheinlichkeit von bestimmten psychischen Störungen ist vor allem in der postpartalen Phase erhöht. So werden beispielsweise bei Frauen mit affektiven Störungen in der postpartalen Phase etwa 3,5× so häug affektive Episoden (v. a. depressive Episoden) be­obachtet wie in der Schwangerschaft (Viguera etal. 2011). Insgesamt kommt es bei etwa 5% aller Lebendgeburten zu depressiven Störungen. Deutlich seltener kommt es zu postpartalen Psychosen (1–2/1000 Lebendgeburten), diese treten vor allem bei Patientinnen mit bipolaren Störungen auf, aber auch bei Patientinnen mit einer Schizophrenie (Spinelli 2009). Etwa 4% aller Frauen mit einer postpar­talen Psy cho se töten ihr Kind (Spinelli 2009). Daher ist es wichtig, bei einer post­partalen Psychose immer nach evtl. vorhandenen Gedanken bezüglich Kinds­tötung zu fragen.

32.2 Anamnese

Im Vordergrund steht der übliche Ablauf der Anamnese, wie er auch bei anderen psychischen Störungen durchgeführt wird. Eine Besonderheit sollte jedoch be­achtet werden: Manchmal hegen Mütter (und auch Väter) den Gedanken, ihr Kind zu schädigen. Manchmal treten aber auch Gedanken an Kindstötung auf. Dabei muss unterschieden werden zwischen:
5 Gedanken, welche in erster Linie Ausdruck eines Überforderungserlebens sind,
beispielsweise im Rahmen einer postpartalen Depression.
5 Gedanken an Kindstötung, die eher Eigenschaften von Zwangsgedanken haben
(z. B. das Kind aus dem Fenster zu werfen; diese werden als ungewollt erlebt
und lösen starke Angst aus; die Mutter versucht, diese zu unterdrücken). Diese
Gedanken treten bei etwa der Hälfte aller Mütter auf (Spinelli 2009). In einem
solchen Fall ist es wichtig, den Müttern deutlich zu machen, dass es einen
Unterschied gibt zwischen Gedanken und Handlung, dass also keine Gefahr
besteht, dass der Gedanke automatisch zur Handlung führt. Das Beste ist, die-
sem Gedanken nicht so viel Bedeutung zu schenken.
5 Wahnhafte Gedanken an Kindstötung (z. B. das Kind muss getötet werden, weil
die Familie in großer Gefahr ist, von fremden Mächten beherrscht zu werden);
wenn diese Gedanken wahnhaft ausgeprägt sind, also einer Realitätstestung
nicht mehr zugänglich sind, muss dringend gehandelt werden. Es handelt sich
dann um einen psychiatrischen Notfall.
5 Kindstötung kann auch im Zusammenhang mit einer verleugneten Schwan ger-
schaft (beispielsweise im Zusammenhang mit einer dissoziativen Störung, siehe
7 Kap.21) auftreten. Dabei werden zum Teil bis zum Eintreten der Wehen von
der Schwangeren keine Schwangerschaftszeichen wahrgenommen (Spinelli
2001; Sablone etal. 2023). Eine verleugnete Schwangerschaft ist selten (1/475
bis zur 20. Schwangerschaftswoche, 1/2455 bis zur Geburt).
32.4 · Therapie
347

32.3 Diagnostik

Bei der Diagnose einer depressiven Episode oder einer manischen Episode kann kodiert werden, wenn sie um die Geburt herum aufgetreten sind („mit periparta­lem Beginn“). Bei der Diagnose einer kurzen psychotischen Störung ist dies eben­falls möglich („mit postpartalem Beginn“). Für die diagnostischen Kriterien dieser Störungen siehe 7 Abschn.17.2 (depressive Episode) 7 Abschn. 16.2 (manische Episode) und 7 Abschn.15.2 (kurze psychotische Störung).

32.4 Therapie

5 Die allgemeinen Prinzipien der Behandlung postpartaler psychischer Störun-
gen nden sich in den jeweiligen störungsorientierten Abschnitten (siehe oben), zu Besonderheiten zur Pharmakotherapie in Schwangerschaft und Stillzeit siehe 7 Abschn.3.4
5 Darüber hinaus gibt es sogenannte frühe Hilfen:
– Sie richten sich an Familien in belasteten Lebenslagen mit Kindern bis zu 3
Jahren, ab der Schwangerschaft.
– Sie dienen der Stärkung der Beziehungs- und Versorgungskompetenz, um
Kindern eine gesunde Entwicklung und ein gewaltfreies Aufwachsen zu er­mög li chen.
– Sie werden angeboten durch lokale Netzwerke aus dem Bereich der Kinder-
und Jugendhilfe, dem Gesundheitswesen, der Frühförderung und der Schwangerschaftsberatung.
– Weitere Informationen für Eltern: 7 https://www. elternsein. info/ bzw. di-
rekt zu den lokalen Anbietern für frühe Hilfen: 7 https://www. elternsein.
info/fruehe- hilfen/suche- fruehe- hilfen/.
32
Serviceteil
Anhang – 350 Stichwortverzeichnis – 371
349
© Der/die Herausgeber bzw. der/die Autor(en), exklusiv lizenziert an Springer-Verlag GmbH, DE, ein Teil von Springer Nature 2025 J. P. Klein, E. M. Klein, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-71440-9
350

Anhang

Anhang
Mini Mental Status Test (MMST) (. Tab.A.1)
. Tab. A.1 Mini Mental Status Test Auswertung: siehe 7 Abschn.12.3.1
1. Frage nach Jahr, Monat, Wochentag, Tag, Jahreszeit (für jedes 1 Punkt,
maximal 5 Punkte)
2. Frage nach dem aktuellen Aufenthaltsort (nicht dem Wohnort)
und ergänzendes Nachfragen bzgl. Bundesland, Stadt oder Land-
kreis, Ort oder Stadtteil, Name des Krankenhauses (o. ä.), Stockwerk
oder Station
3. Aufgabe, sich 3 Begriffe (Apfel, Pfennig, Tisch) zu merken und
nachzusprechen
4. Aufgabe, von 100 7 zu subtrahieren und vom Ergebnis ebenso und
so fort, 5-mal (für jedes richtige Zwischenergebnis 1 Punkt, auch
wenn vorhergehendes Ergebnis falsch war, aber wiederum richtig sie-
ben subtrahiert wurde) (93, 86, 79, 72, 65)
5. Aufgabe, die 3 gemerkten Begriffe von Aufgabe 3 zu wiederholen (für jeden 1 Punkt,
6. Aufgabe, einen Stift und eine Armbanduhr, die gezeigt werden,
richtig zu benennen
7. Aufgabe, die Phrase „kein Wenn und Aber“ richtig nachzusprechen (1 Punkt)
8. Aufgabe, die 3 Anweisungen richtig zu befolgen: ein Blatt Papier zu
nehmen, es zu falten, es auf den Boden zu legen
9. Aufgabe, die Aufforderung „AUGEN ZU“ von einem Blatt zu
lesen und zu befolgen
10. Aufgabe, irgendeinen Satz zu formulieren und aufzuschreiben.
Richtige Orthograe und Grammatik sind nicht gefordert, jedoch
muss der Satz mindestens ein Subjekt und ein Prädikat enthalten und
ohne Vorgabe spontan erdacht werden
11. Aufgabe, 2 Fünfecke zu zeichnen, die sich überschneiden; eine
Vorlage wird angeboten
(für jedes 1 Punkt, maximal 5 Punkte)
(für jeden 1 Punkt, maximal 3 Punkte)
(für jedes richtige Zwischenergebnis 1 Punkt, maximal 5 Punkte)
maximal 3 Punkte)
(für jedes 1 Punkt, maximal 2 Punkte)
(für jede 1 Punkt, ma­ximal 3 Punkte)
(1 Punkt)
(1 Punkt)
(1 Punkt)
SUMME
Anhang
351

Verzeichnis der ICD-Codes

In . Tab.A.2 nden Sie alle im Buch verwendeten ICD-Codes– die dazugehörigen Abschnittsverweise führen Sie an die Stelle im Buch, auf der Sie die diagnostischen Kriterien nden. Neben den ICD-10 Codes nden Sie hier auch die Codes nach ICD-11. Diese werden ab 2022 zur Verschlüsselung von Todesursachen verwendet werden. Der Übergang von ICD-10 zu ICD-11 bei der Verschlüsselung von Krank­heiten (z. B. im Rahmen der Abrechnung mit den Krankenkassen) wird wohl noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
. Tab. A.2 ICD-Codes
ICD-10 Code
F00 Alzheimer-Demenz 6D80
F01 Vaskuläre Demenz 6D81
F02.0 Frontotemporale Demenz 6D83
F02.0 Primär Progressive Aphasie 6D83
F03 Demenz (NNB) 6D8Z
F05 Delir 6D70
F05.1 Delir bei Demenz 6D70.1
F06.0 Organische Halluzinose 6E61.2
F06.1 Katatonie 6E69
F06.2 Organische wahnhafte Störung 6E61.1
F06.3 Organische affektive Störung GE62
F06.4 Organische Angststörung 6E63
F06.5 Organische dissoziative Störung 6E65
F06.8 Organisch bedingte Zwangsstörung 6E64
F07.0 Organische Persönlichkeitsstörung 6E68
F10 Störung im Zusammenhang mit Alkohol 6C40
F11 Störung im Zusammenhang mit Opioiden 6C43
Name der Erkrankung ICD-11
Code
Abschnitt im Buch
Abschn.12.2
7
7
Abschn.12.2
7
Abschn.12.2
(Fortsetzung)
352
Anhang
. Tab. A.2 (Fortsetzung)
ICD-10
Code
F12 Störung im Zusammenhang mit Cannabinoi-
F13 Störung im Zusammenhang mit Sedativa und
F14 Störung im Zusammenhang mit Kokain 6C45
F15 Störung im Zusammenhang mit Stimulanzien 6C46
F16 Störung im Zusammenhang mit
F1X.0 Substanzintoxikation 6C4X.3
F1X.1 Leichte Substanzkonsumstörung (DSM-5) 6C4X.1
F1X.2 Mittelgradige oder schwere Substanzkonsum-
F1X.2 Substanzabhängigkeit (DSM-IV) 6C4X.2
F1X.3 Substanzentzug 6C4X.4
F1X.4 Substanzentzug mit Delir 6C4X.5
F1X.5 Substanzinduzierte psychotische Störung 6C4X.6
F1X.6 Substanzinduziertes amnestisches Syndrom 6D72.0
F20 Schizophrenie 6A20
F20.8 Schizophreniforme Störung 6A23
F21 Schizotype Persönlichkeitsstörung 6A22
F22 Anhaltend wahnhafte Störung 6A24
F23 Kurze psychotische Störung 6A23
F25 Schizoaffektive Störung 6A21
F31.0 Hypomane Episode (Bipolar II) 6A61.0
F31.0 Hypomane Episode (Bipolar I) 6A60.2
F31.1 Manische Episode ohne psychotische
F31.2 Manische Episode mit psychotischen
Name der Erkrankung ICD-11
Code
6C41
den
6C44
Hypnotika
GC49
Halluzinogenen
6C4X.2
störung (DSM-5)
6A60.0
Symptomen
6A60.1
Symptomen
Abschnitt im Buch
Anhang
. Tab. A.2 (Fortsetzung)
353
ICD-10 Code
F31.4 Depressive Episode ohne psychotische
F31.5 Depressive Episode mit psychotischen
F32 Einzelne depressive Episode 6A70
F33 Rezidivierende depressive Störung 6A71
F3X.0 Leicht 6A7X.0
F3X.1 Mittelgradig 6A7X.1
F3X.2 Schwer 6A7X.3
F3X.3 Mit psychotischen Symptomen
F34.1 Dysthymie/persistierende depressive Störung 6A72
F40.0 Agoraphobie 6B02
F40.00 Agoraphobie ohne Panikstörung
F40.01 Agoraphobie mit Panikstörung
F40.1 Soziale Phobie 6B04
F40.2 Spezische Phobie 6B03
F41.0 Panikstörung 6B01
F41.1 Generalisierte Angststörung 6B00
F41.2 Angst und depressive Störung, gemischt 6A73
F41.3 Gemischte Angststörung
F42 Zwangsstörung 6B20
F42.0 Vorwiegend Zwangsgedanken entfällt
Name der Erkrankung ICD-11
Code
Symptome (bipolar)
Leicht 6A61.3
Mittelgradig 6A61.4
Schwer 6A61.6
Symptomen (bipolar)
Mittelgradig 6A61.5
Schwer 6A61.7
Mit psychotischen Symptomen mittelgradig 6A7X.2
Mit psychotischen Symptomen schwer 6A7X.4
Abschnitt im Buch
(Fortsetzung)