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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5546_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана.pdf
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Psychopharmakotherapie: Grundwissen

Inhaltsverzeichnis
2.1 Aufnahme und Ausscheidung
von Psychopharmaka – 8
2.2 Wirkungsweise von Psychopharmaka – 10
2.2.1 Allgemeine Wirkmechanismen – 10
2.2.2 Wirkung am Neurotransmitterrezeptor – 10
2.2.3 Veränderung der Neurotransmitterverfügbarkeit – 12
2.3 Wirkungen am Rezeptor – 14
2.3.1 Dopamin (. Tab. 2.2) – 14
2.3.2 Gammaaminobuttersäure (GABA) (. Tab. 2.3) – 15
2.3.3 Noradrenalin (. Tab. 2.4) – 16
2.3.4 NMDA (. Tab. 2.5) – 17
2.3.5 Serotonin (. Tab. 2.6) – 18
2.3.6 Andere Neurotransmitter: Histamin
und Acetylcholin (.
Tab. 2.7) – 19
2
© Der/die Autor(en), exklusiv lizenziert an Springer-Verlag GmbH, DE, ein Teil von Springer Nature 2025 J. P. Klein, E. M. Klein, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-71440-9_2
8 Kapitel 2 · Psychopharmakotherapie: Grundwissen
Das Ziel dieses Kapitels ist es, allgemeine Grundprinzipien kurz zu wiederholen, welche für die alltägliche klinische Praxis relevant sind. Alle darüber hinaus ge­hende Prinzipien können in den einschlägigen Lehrbüchern nachgelesen werden (Benkert und Hippius 2023). In diesem Kapitel wird viel Wissen stark komprimiert
2
und in zahlreichen Tabellen präsentiert. Das liegt daran, dass es in diesem Kapitel weniger darum geht, Wissen neu zu vermitteln. Das Ziel ist vielmehr, für die alltäg­liche Arbeit wichtiges Wissen griffbereit zu haben.

2.1 Aufnahme und Ausscheidung von Psychopharmaka

Die Pharmakokinetik beschreibt die Charakteristika der Absorption (Aufnahme), Distribution (Verteilung), Metabolisierung (Verstoffwechselung) und Elimination (Ausscheidung) von Wirkstoffen. Die Bioverfügbarkeit eines Wirkstoffes hängt ab von der Geschwindigkeit und dem Umfang der Aufnahme auf der einen Seite und der Geschwindigkeit der Verstoffwechselung und Ausscheidung auf der anderen Seite.
In diesem Zusammenhang werden einige wichtige Kennwerte angegeben:
Die Bioverfügbarkeit bezeichnet den Anteil eines Pharmakons, der nach Re­sorp ti on und Leberpassage (First-Pass-Effekt) dem Organismus zur Verfügung steht.
Die tmax beschreibt die Zeitdauer von der Aufnahme des Wirkstoffs bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration.
Die Halbwertszeit (HWZ oder t
) beschreibt die Zeit von der Aufnahme des
1/2
Wirkstoffs bis zum Abfall der Plasmakonzentration auf die Hälfte des maximalen Plasmaspiegels. Bei wiederholter Applikation eines Wirkstoffes werden nach etwa 4–5 Halbwertszeiten stabile Plasmaspiegel erreicht. Ein Pharmakon ist üb li cher­wei se nach etwa 5 Halbwertszeiten wieder aus dem Körper eliminiert.
Die Aufnahme (Absorption) der meisten Psychopharmaka erfolgt oral. Die Ge­schwin dig keit der Aufnahme aus dem Gastrointestinaltrakt hängt vor allem ab von der Größe und Fettlöslichkeit des Wirkstoffs. Bei der parenteralen Applikation wird zwischen intramuskulärer (i. m.), subkutaner (s. c.) und intravenöser (i. v.) Gabe unterschieden. Nur bei der i. v.-Gabe gelangt die vollständige Dosis des Pharmakons in den Kreislauf. Bei der i. m.- und der s. c.-Gabe ist die Aufnahme abhängig von der Stärke der Durchblutung in der Applikationsgegend. Um ihren Wirkort im Gehirn zu erreichen, müssen Psychopharmaka die Blut-Hirn-Schranke passieren.
Einmal aufgenommene Wirkstoffe können durch P-Glykoproteine (P-gp) unmittel bar wieder ins Darmlumen zurück transportiert werden. P-gp werden daher auch als Efuxtransporter bezeichnet. Sie beeinussen maßgeblich die orale Bioverfügbarkeit von Arzneistoffen. P-gp spielen aber auch an anderen Trenn­ächen im Körper eine Rolle, beispielsweise an der Blut-Hirn-Schranke, wo sie dazu beitragen, Wirkstoffe aus dem Gehirn zurück ins Blut zu pumpen. P-gp haben
2.1 · Aufnahme und Ausscheidung von Psychopharmaka
9
eine wichtige Bedeutung für interindividuelle Unterschiede in der Arzneimittel­wirkung (Pharmakogenetik) und für Arzneimittelwechselwirkungen, weil be­stimmte Wirkstoffe (z. B.Johanniskraut) die Aktivität von P-gp steigern und damit die Bioverfügbarkeit von Wirkstoffen vermindern (z. B. orale Kontrazeptiva oder Quetiapin).
Die Ausscheidung der meisten Psychopharmaka erfolgt nach Verstoffwechse­lung des Wirkstoffs in der Leber über die Niere. Die Verstoffwechselung in der Leber gliedert sich in eine Phase I und eine Phase II.In der Phase I spielen be­stimmte Enzyme eine entscheidende Rolle, die zur Familie der Cytochrom P 450-Enzyme (kurz CYP) gezählt werden; in der Phase II sind die Glukuronyltrans­ferasen von zentraler Bedeutung. An beiden Enzymgruppen kann es zu Wechsel­wirkungen zwischen Medikamenten kommen (Interaktionen). CYP-Enzyme be­ein us sen darüber hinaus die interindividuellen Unterschiede im Abbau von Psychopharmaka (Pharmakogenetik). Die Verstoffwechselung durch Cytochrome kann auch zur Aktivierung bestimmter Wirkstoffe führen, indem sogenannte Pro- drugs zu wirksamen Metaboliten umgewandelt werden. Die meisten psychiatri­schen Medikamente werden über folgende CYP-Isoenzyme der Leber verstoff­wechselt: CYP2D6, CYP3A4 und CYP2C19.
Besonders klinisch relevant sind folgende Interaktionen an CYP2D6 (Voigt etal. 2019):
5 Inhibitoren von CYP2D6
– Antidepressiva: Fluoxetin, Paroxetin (besonders große Bedeutung) aber
auch Venlafaxin
– Antipsychotika: Melperon
5 Risiko von Nebenwirkungen durch Hemmung des Abbaus
– Betablocker wie Carvedilol, Metoprolol, Nebivolol, Propranolol und Timo-
lol (Substrat): Bradykardie, Blutdruckabfall, Synkope
5 Risiko von Therapieversagen durch Hemmung der Überführung von Prodrug
zur aktiven Form
– Opioide (Codein und Tramadolol) – Tamoxifen: möglicherweise jedoch dennoch kein erhöhtes Risiko für
Mammakarzinommortalität bei gemeinsamer Verordnung von Tamoxifen und Paroxetin/Fluoxetin (Bradbury etal. 2022)
2
Im Laufe des Lebens verändert sich die Verstoffwechselung von Medikamenten. Das hat zur Folge, dass ältere Menschen bei derselben Dosierung höhere Wirk­spiegel aufbauen:
5 Doppelte Wirkstoffkonzentration bei der selben Dosierung (Tveit etal. 2024)
– Citalopram: 79 Jahre – Escitalopram: 81 Jahre – Venlafaxin: 86 Jahre – Mirtazapin: 90 Jahre
10 Kapitel 2 · Psychopharmakotherapie: Grundwissen
Es gibt darüber hinaus erste Hinweise darauf, dass eine Genotypisierung von CYP­Genen einen Einuss auf den Behandlungserfolg haben könnte:
5 Depressionsbehandlung (Xu etal. 2024): Genotypisierung von 2D6, 2C19 und
2
2B6 beeinusst die Wirksamkeit, und zwar für folgende Substrate der jeweiligen CYP-Enzyme:
– 2D6: Fluoxetin, Fluvoxamin, Mianserin, Mirtazapine, Paroxetin, Vortioxe-
tine, Venlafaxine
– 2C19: Citalopram, Escitalopram, Sertralin, Moclobemid – CYP2B6: Bupropion, Sertralin
5 Schizophreniebehandlung (Jürgens etal. 2020): Genotypisierung von 2D6 und
2C19 hat keinen Einuss auf die Wirksamkeit der Behandlung

2.2 Wirkungsweise von Psychopharmaka

2.2.1 Allgemeine Wirkmechanismen
Die Kenntnis der Wirkungsweise von Psychopharmaka auf Rezeptorebene (Pharmakodynamik) erleichtert es, einen Überblick über die im Rahmen der psycho­pharmakologischen Behandlung zu erwartenden Haupt- und Nebenwirkungen zu bekommen. Zu diesem Zweck werden an dieser Stelle die für die Psychopharmako­logie entscheidenden Rezeptorsysteme und entsprechenden Wirkungen aufgeführt. Bei den einzelnen Präparaten werden anschließend im 7 Kap. 4 jeweils die Neuro­transmitter genannt, welche durch die Substanz beeinusst werden.
Die Rezeptorsysteme können nach der Geschwindigkeit des Eintritts der
Signalweiterleitung zunächst grob in 2 Gruppen unterschieden werden (. Tab.2.1). Nur bei Psychopharmaka, deren Wirkung über Rezeptorsysteme mit schneller Signalweiterleitung vermittelt wird, kann im Allgemeinen mit einem rascheren Eintritt der Wirkung gerechnet werden. So erklärt man sich beispielsweise den ver­zögerten Wirkeintritt der Antidepressiva damit, dass der antidepressive Effekt nicht unmittelbar auf die serotonerge Wirkung zurückgeht. Wichtiger für diesen Effekt sind möglicherweise die sich über Tage bis Wochen entfaltenden bio­chemischen Veränderungen, beispielsweise im Bereich der Nervenwachstums­faktoren (z. B. Brain Derived Neurotrophic Factor, BDNF).
2.2.2 Wirkung amNeurotransmitterrezeptor
Die natürlich vorkommenden Neurotransmitter wirken an dem zugehörigen Re­zep tor jeweils stimulierend (agonistisch). Die Wirkung von Psychopharmaka auf einen Rezeptor kann grob eingeteilt werden in eine stimulierende (agonistische) und eine blockierende Wirkung (antagonistisch).
2.2 · Wirkungsweise von Psychopharmaka
. Tab 2.1 Eigenschaften von Rezeptorsystemen mit langsamer bzw. schneller Signalweiter-
leitung
Signalweiterleitung Beispiele
Geschwindigkeit Mechanismus Rezeptorsysteme Psychopharmaka
Schnell
Langsam
- Über Ionenkanäle ver­mittelte Veränderung der Erregbarkeit der Nerven­zelle (Millisekunden)
- Beeinussen Antwort der Nervenzelle auf folgende Si­gnale (mehrere Milli­sekunden bis Sekunden)
- über „second messenger“ (z. B. cAMP) vermittelte biochemische Ver­änderungen der Zelle (Tage)
GABA (wichtigster hemmender Neuro­transmitter)
Glutamat (wich­tigster erregender Neurotransmitter)
Monoamine (Sero­tonin, Nor­adrenalin, Dopa­min)
11
Agonist: Benzo­diazepine
Antagonist: Eske­tamin, Ketamin
Antidepressiva (meist Wiederauf­nahmehemmer), Antipsychotika (meist Antagonis­ten)
2
Ein Agonist bindet an den Rezeptor und stimuliert diesen. Ein Antagonist bin­det an den Rezeptor, hat jedoch keine eigene stimulierende Wirkung, er verhindert lediglich die Bindung des natürlich vorkommenden Neurotransmitters an seinem Rezeptor. Beispiele für antagonistisch wirkende Psychopharmaka sind Antipsy­chotika, welche über eine Blockade des Dopaminrezeptors wirken. Aber auch be­stimmte Nebenwirkungen, beispielsweise von Antipsychotika oder Antidepressiva, werden über antagonistische Wirkung vermittelt (z. B.Mundtrockenheit oder deli­rante Syndrome durch anticholinerge Wirkung).
Daneben gibt es auch partiell agonistisch wirkende Psychopharmaka. Diese binden an den Rezeptor, wirken jedoch schwächer als der dazugehörige natürlich vorkommende Neurotransmitter. Partielle Agonisten führen somit zu einer ge wis­sen Aktivierung des Rezeptors, diese wird jedoch dadurch limitiert, dass das Psychopharmakon an den Rezeptor gebunden ist und somit der stärker stimulie­rende natürlich vorkommende Neurotransmitter nur noch in begrenztem Ausmaß an den Rezeptor binden kann. Ein Beispiel für ein partiell agonistisch wirkendes Medikament ist Aripiprazol. Dieses Antipsychotikum führt im Gegensatz zu vie­len anderen Antipsychotika zu einer Senkung des Prolaktinspiegels. Diese wird mit den partiell agonistischen Eigenschaften von Aripiprazol in Verbindung ge­bracht.
12 Kapitel 2 · Psychopharmakotherapie: Grundwissen
2.2.3 Veränderung der Neurotransmitterverfügbarkeit
Neben den direkt an den Rezeptoren wirkenden Psychopharmaka gibt es Wirk­stoffe, welche die Verfügbarkeit der natürlich vorkommenden Neurotransmitter
2
beeinussen. Das wichtigste Beispiel sind Psychopharmaka, die an Transportern ihre Wirkung entfalten, welche Neurotransmitter wieder in das präsynaptische Neuron zurückbefördern und so die Wirkung des Neurotransmitters am post­synaptischen Rezeptor beenden. Zahlreiche Antidepressiva sind Wiederaufnahme- hemmer (z. B. selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer, SSRIs). Sie verstärken auf diese Weise die Wirkung der monoaminergen Neurotransmitter Serotonin und/oder Noradrenalin. Andere Antidepressiva verzögern den Abbau der mono­aminergen Neurotransmitter durch eine Blockade der Monoaminoxidase (MAO- Hemmer, z. B.Tranylcypromin).
Schließlich kann die Verfügbarkeit von Neurotransmittern im synaptischen
Spalt durch die Hemmung bestimmter präsynaptischer Rezeptoren auch erhöht werden. So hat beispielsweise an einigen monoaminergen Synapsen ein Alpha-2­adrenerger Rezeptor die Aufgabe, die weitere Ausschüttung von Serotonin und Noradrenalin bei steigenden Spiegeln dieser Transmitter im synaptischen Spalt zu bremsen. Diese Bremse kann wiederum durch einen Antagonisten an diesem Re­zep tor funktionsuntüchtig gemacht werden. Auf diese Weise bewirkt das An ti de­pres si vum Mirtazapin eine Verstärkung der serotonergen und noradrenergen Transmission. Der Wirkmechanismus von Mirtazapin unterscheidet sich damit von dem der Wiederaufnahmehemmer. Daher gilt Mirtazapin als geeigneter Kombinationspartner in der Psychopharmakotherapie von Depressionen (. Abb.2.1).
Ein Beispiel für ein Psychopharmakon, das seine Wirkung zum Teil auch über
eine allosterische Bindungsstelle vermittelt, ist Escitalopram. Wenn Escitalopram an die allosterische Bindungsstelle im Serotonintransporter anhaftet, wird der Rückweg für das an die darüber hinaus an die zentrale Bindungsstelle anhaftende Escitalopram sozusagen „versperrt“. Auf diese Weise wird die hemmende Wirkung des Escitaloprams auf den Serotonintransporter verstärkt.
Zusammenfassung
z
5 Wirkung am Rezeptor des Neurotransmitters
– Agonist (z. B.Agonisten am Melatoninrezeptor mit schlafanstoßender Wir-
kung)
– Antagonist (z. B.Antipsychotika der 1. und 2. Generation wie Haloperidol
oder Olanzapin, aber auch bestimmte Antidepressiva wie zum Beispiel Mi­anserin, Mirtazapin und Trazodon)
– Partieller Agonist (z. B.Antipsychotika, die mitunter der „3. Generation“
zugeordnet werden wie Aripiprazol)
Hemmung der Se
otonin:
2.2 · Wirkungsweise von Psychopharmaka
13
2
Hemmung des
Serotonin-Abbaus:
Monoamninoxidase
-Hemmer (MAO-I)
rotonin-
Wiederaufnahme:
ressiva (TZA)
otonin-
Wiederaufnahme-
Hemmer (SSRI)
Beeinflussung der
Serotoninrezeptoren:
z.B. 5-HT2-Antagonismus
MAOA
Serotonintransporter
Sy s
Vesikel
Serotonin
Serontoninrezeptor
Hemmung des neg Feedback durch Ser
• Alpha-2-Hemmer
n
. Abb. 2.1 Unterschiedliche Wirkorte von Psychopharmaka am Beispiel der Antidepressiva
(MAOA = Monoaminoxidase)
Kapitel 2 · Psychopharmakotherapie: Grundwissen
14
5 Wirkung über Modulation der Verfügbarkeit des Neurotransmitters im synap-
tischen Spalt
– Wiederaufnahmehemmer
2
– selektiv: a) rein serotonerg (z. B.selektive Serotonin- und Noradrenalin-
Wiederaufnahme-Inhibitoren, SSRI), b) serotonerg und noradrenerg, d. h. dual wirksam (z. B.selektive Serotonin- und Noradrenalin-Wiederauf­nahme-Inhibitoren, SSNRI)
– nichtselektiv, das heißt neben der Wiederaufnahmehemmung auch anta-
gonistische Wirkung auf andere Rezeptorsysteme wie das cholinerge Sys­tem (trizyklische Antidepressiva [TZA])
– Abbauhemmer (z. B.Monoaminoxidasehemmer wie Tranylcypromin) – Modulatoren der präsynaptischen Ausschüttung des Neurotransmitters
durch Bindung an präsynaptische Rezeptoren, welche eine Hemmung des negativen Feedbacks bewirken (z. B.Mianserin und Mirtazapin)
2.3 Wirkungen amRezeptor
2.3.1 Dopamin (. Tab.2.2)
. Tab 2.2 Wirkungen der dopaminergen Rezeptoren. FGA: Antipsychotika der 1. Genera-
tion („rst generation antipsychotics“), SGA: Antipsychotika der zweiten Generation (se­cond generation „antipsychotics“)
Hauptwirkung Nebenwirkung
Dopamin
- Allgemein
- Agonismus
(z. B.Bupropion oder
MAO-Hemmer)
- D2
- Antagonismus (FGA
und SGA)
- Verbesserung der sexuellen Funktion
- Antriebssteigerung
- Verbesserung von Aufmerksamkeit und Konzentration
- Verminderung von Positivsymptomen (Wahn, Halluzinationen, des­organisiertem Verhalten)
- Extrapyramidal­motorische Symptome (EPS)
- Hyperprolaktinämie
- Malignes neuro­leptisches Syndrom (MNS)
2.3 · Wirkungen amRezeptor
15
2.3.2 Gammaaminobuttersäure (GABA) (. Tab.2.3)
. Tab 2.3 Wirkungen des GABA-Rezeptors
Hauptwirkung Nebenwirkung
Gammaaminobutter-
säure (GABA)
- Agonismus (z. B.Benzo-
diazepine)
- angstlösend
- schlaf­anstoßend
- antikonvulsiv
- Muskelrelaxation (Sturzrisiko)
- Abhängigkeitsgefahr, insbesondere bei kurz­wirksamen Substanzen
2
16
Kapitel 2 · Psychopharmakotherapie: Grundwissen
2.3.3 Noradrenalin (. Tab.2.4)
2
. Tab 2.4 Wirkungen der noradrenergen Rezeptoren. A1: Alpha-1-Rezeptor. FGA: Antip-
sychotika der ersten Generation (rst generation antipsychotics). SSNRI: selektive Sero­tonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Inhibitoren. TZA: trizyklische Antidepressiva
Hauptwirkung Nebenwirkung
Noradrenalin
- Agonismus (z. B.SSNRI) - antidepressiv
- antriebssteigernd
- Verbesserung der Konzentration
- Antagonismus am Α1-Rezeptor (z. B.Doxazosin, TZA oder FGA)
- Evtl. Reduktion von Albträumen
- Achtung bei Suizidalität: Der an­triebsteigernde Effekt setzt vor dem anti­depressiven Effekt ein!
- Blutdruckerhöhung
- Mundtrockenheit
- Harnverhalt
- Schwitzen
- Tremor
- Unruhe
- Senkung des Blut­druck
- orthostatische Dys­regulation