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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_2897_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана

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☆
3.7 Szintigrafische Untersuchungen
Computertomografie
▶
Computergesteuerte Anfertigung transversaler Querschnittsbilder verschiedenster Körperabschnitte (z. B. CCT = kraniale Computertomografie) unter Verwendung von Röntgenstrahlen (hohe Strahlenbelastung).
▶
■
Beachte: Bei den meisten Fragestellungen werden jodhaltige Kontrastmittel (S. 63)
eingesetzt.
▶
Einschränkungen können sein: Unruhige unkooperative Patienten, Klaustrophobie, Kontrastmittelallergie, kürzlich vorausgegangene Kontrastmitteluntersuchungen des Gastrointestinaltraktes (bei Abdomen- und Becken-CT).
Magnetresonanztomografie (MRT)
▶
Prinzip: keine Verwendung von Röntgenstrahlen, sondern Messung der Energie, die unter dem Einfluss eines von außen angelegten starken Magnetfeldes bei Relaxati­on der durch einen kurzen Hochfrequenzimpuls angeregten Kernspins (charakteris­tischer Eigendrehimpuls von Atomkernen) aus dem Körper in Form von elektro­magnetischen Wellen austritt. Synonym: Kernspintomografie.
▶
Durch Wichtung der kontrastbestimmenden Faktoren (Protonendichte, T 1- u. T 2­Relaxationszeiten) sind Bildkontraste veränderbar und können so bestimmten Ge­websstrukturen besser zugeordnet werden als im konventionellen CT. Z. B. erschei­nen Flüssigkeiten oder entzündliches Gewebe im T 1-gewichteten Bild signalarm (dunkel), im T 2-gewichteten Bild dagegen signalreich (hell).
▶
In Abhängigkeit der Fragestellung höhere Sensitivität und Spezifität in der Diagno­sestellung als konventionelles CT. Keine Belastung durch Röntgenstrahlen.
▶
Durch computergestützte Verarbeitung können Bilder aus beliebigen Schnittebenen (z. B. transversal, frontal, sagittal) verschiedenster Körperabschnitte erzeugt wer­den.
▶
Aufgrund der längeren Untersuchungszeit ist eine ausreichende Patientenkoope­ration erforderlich.
▶
Kontraindikationen: Herzschrittmacher, intrakorporales magnetisches Metall (in Abhängigkeit von der Lage).
▶
Spezielle Anwendungen,z.B.:
• MR-Angiografie: Alternative Untersuchungstechnik zur konventionellen Angio- grafie oder DSA, insbesondere bei Patienten mit Kontraindikationen zur Unter­suchung mit jodhaltigen Kontrastmitteln (S. 63)
• MR-Cholangiopankreatografie (MRCP): Ermöglicht nicht-invasive Darstellung der Gallengänge und des Pankreasgangs, vergleichbar der ERCP (S. 71). Im Gegensatz zur ERCP aber keine therapeutische Intervention möglich
• MR-Enteroklysma (S. 64): Methode der Wahl zum Nachweis pathologischer Ver- änderungen im Dünndarm.
3
Nicht invasive Diagnostik
3.7 Szintigrafische Untersuchungen
Grundlagen
▶
Prinzip: Applikation kurzlebiger, jeweils spezieller Radionuklide (i. v. oder oral) führt zur Aktivitätsverteilung im untersuchten Organ(-system), zweidimensionale Registrierung mit dem Scanner oder der Gammakamera.
▶
Methoden: Nierensequenz-, Nebennieren- (S. 532), 131J-MIBG-Szintigrafie (S. 539), unten genannte sowie zahlreiche weitere.
67
3.7 Szintigrafische Untersuchungen
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3
Schilddrüsenszintigrafie
▶
Standarduntersuchung: Szintigrafie mit teilung und der aufgenommenen Gesamtmenge (= Tc-uptake = TcU).
• Indikationen: Schilddrüsenf unktionsstörungen, abklärungsbedürftige sonogra-
fische Befunde
• Interpretation: Lage, Größe und Form der Schilddrüse sowie ektoper Anteile,
Funktionsbeurteilung des Gesamtorgans und fokaler Veränderungen, dabei Ver­gleich mit Sonografie:
– hoher Tc-uptake: Morbus Basedow, disseminierte Autonomie – kalter Knoten mit verminderter Speicherung: z. B. Zyste (sonografisch echo-
Nicht invasive Diagnostik
frei), Karzinom? (sonografisch nicht echofrei)
– heißer Knoten mit vermehrter Speicherung: Hinweis für fokale Auto-
nomie = autonomes Adenom (uni- oder multifokal), bei gleichzeitig suppri­mierter Speicherung der übrigen Schilddrüse spricht man vom dekompensier- ten autonomen Adenom (kann klinisch euthyreot oder hyperthyreot sein), sonst vom kompensierten autonomen Adenom (immer euthyreot).
▶
Suppressionsszintigrafie: Tc-uptake-Bestimmung nach medikamentöser Suppres­sion (z. B. 150 – 200 μg/Tag L-Thyroxin über 14 Tage). Indikation: V. a. funktionelle Schilddrüsenautonomie bei unauffälligem Standardszintigramm.
▶
Szintigrafie mit Radiojodisotopen ( und p. o. Kontrolle bei Schilddrüsenkarzinom, vor Radiojodtherapie.
99 m
Tc-Pertechnetat. Bestimmung der Ver-
123J,131
J): spezielle Indikationen, z. B. Nachsorge
Skelettszintigrafie (Knochenszintigrafie)
▶
Untersuchung des Skeletts mit
▶
Indikationen: Metastasensuche, Diagnostik von Entzündungen, V. a. frische Fraktur bei fraglichem Röntgenbefund u.a.
99 m
Tc-Phosphatverbindungen.
Lungenszintigrafie
▶
Nuklearmedizinische Untersuchung der Lunge. Methoden:
• Perfusionsszintigrafie mit
Lungendurchblutung
• Ventilationsszintigrafie mit
▶
Indikationen: V. a. Lungenembolie (S.699), präoperativ vor Lungenresektion.
99 m
Tc-markierten Mikrosphären: Untersuchung der
133
Xenon-Gas: Untersuchung der Lungenbelüftung.
Myokardszintigrafie
▶
Nuklearmedizinische Untersuchung der Myokarddurchblutung mit nach ergometrischer Ausbelastung.
▶
Indikationen: V. a. koronare Herzkrankheit bei unklaren Befunden im Belastungs­EKG, Erfolgskontrolle nach PTCA (S. 73) oder CABG (S.282), Nachweis von Infarkt­narben in der Spätaufnahme (nach Erholung).
201
Thallium
68
4.1 Endoskopie
4 Invasive Diagnostik und Therapie
4.1 Endoskopie
Einführung
▶
Prinzip: Untersuchung von Hohlräumen mit starren oder flexiblen Endoskopen mit oder ohne Videotechnik. Die Geräte besitzen eine Spül- und Absaugvorrichtung so­wie mindestens einen Arbeitskanal, durch den sich Instrumente für diagnostische (Biopsie) und therapeutische (z. B. Polypektomie) Maßnahmen einführen lassen.
▶
Voraussetzung aller Methoden: Patientenaufklärung.
Bronchoskopie
▶
Methoden:
• flexible Bronchoskopie (am häufigsten): Nach Prämedikation (s. u.) und Lokalanäs- thesie Einführen des Instruments über Nase oder Mund, Beurteilung der Bron­chien bis auf Segment-, teilweise auch auf Subsegmentebene
• starre Bronchoskopie: Untersuchung in Vollnarkose mit Hilfe eines Metallrohrs und der zugehörigen Optik, ermöglicht bei deutlich höherer Invasivität erweiter­te diagnostische und therapeutische Maßnahmen.
▶
Vorbereitung: Röntgen-Thorax, EKG, Lungenfunktion, Gerinnungsstatus, nüchter­ner Patient, Pulsoxymetrie, EKG-Monitoring, O bereitung bei starrer Bronchoskopie.
▶
Prämedikation: bei bronchialer Hyperreagibilität 50 mg Prednisolon (S. 340) am Vorabend+ 2 Hübe β vor Untersuchungsbeginn 7,5 – 15 mg Hydrocodon (= ½ – 1 Amp. Dicodid) + evtl. 0,5 mg Atropin s. c. Vor Untersuchung 2,5 – 5 mg Midazolam (S. 133) i. v.
▶
Indikationen:
• diagnostisch: – unklare Lungenrundherde, Infiltrate, Atelektasen oder Hilusveränderungen im
Thorax-Röntgenbild
– V. a. Bronchialkarzinom, z. B. bei chronischem Husten oder Hämoptysen – bronchoalveoläre Lavage (BAL): Diagnostik interstitieller, maligner oder ent-
zündlicher Lungenerkrankungen (über Spülkatheter werden fraktioniert je­weils 20 – 60 ml NaCl 0,9 % instilliert und abgesaugt (insgesamt ca. 200 ml)
– transbronchiale Lungenbiopsie: Diagnostik interstitieller Lungenerkrankungen
oder verdächtiger extrabronchialer Herde
– transbronchiale Lymphknotenbiopsie: Ermöglicht zytologische Untersuchung
unklarer mediastinaler Lymphknotenvergrößerungen
– Bronchografie: Bronchoskopische Applikation von Röntgenkontrastmittel bei
der Diagnostik von Bronchiektasen oder Bronchusanomalien
• therapeutisch: – Absaugen von Aspiraten oder Sekreten (z. B. beim Intensivpatienten) – Extraktion inhalierter Fremdkörper – Laser therapie: Blutstillung bei schweren Hämoptysen, palliative Behandlung
tumorbedingter Stenosen
– endobronchiale Strahlentherapie oder Stentimplantation: z. B. Behandlung
eines stenosierenden zentralen Bronchialkarzinoms.
▶
Kontraindikationen (relativ, Durchführung nur bei vitaler Indikation): Ausgeprägte respiratorische Globalinsuffizienz, schwere kardiale Dekompensation, akutes Koro­narsyndrom bzw. akuter Myokardinfarkt, Blutgerinnungsstörungen. Übliche Nar­kosekontraindikationen bei starrer Bronchoskopie.
-Mimetikum (S.338) 1 Std. vor Untersuchungsbeginn. 30 Min.
2
-Anschluss + übliche Narkosevor-
2
4
Invasive Diagnostik und Therapie
69
4.1 Endoskopie
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4
▶
Komplikationen: Bronchospasmus, Hypoxämie, Blutungen und Pneumothorax in Abhängigkeit von der Methode, den durchgeführten diagnostischen und therapeu­tischen Verfahren und vom Untersucher.
Thorakoskopie
▶
Methode: Untersuchung der Pleurahöhle mit einem transthorakal eingeführten En­doskop nach Lokalanästhesie und Erzeugung eines Pneumothorax durch Gasinsuf­flation oder in vorhandene freie Räume (z. B. Pleuraerguss).
▶
Indikationen:
• diagnostisch: Pleurale Erkrankungen wie z. B. unklare Pleuraergüsse, verdächtige
Pleuraverschattungen im Röntgenbild, Biopsie bei disseminierten oder peripher lokalisierten Lungenerkrankungen
• therapeutisch: Rezidivierender Pneumothorax, Pleurodese bei rezidivierenden
malignen Pleuraergüssen (z. B. Fibrinklebung).
▶
Kontraindikationen: Ausgeprägte Blutgerinnungsstörungen.
Invasive Diagnostik und Therapie
▶
Komplikationen: Blutungen, Pneumothorax, Luftembolie.
Mediastinoskopie
▶
Methode: Untersuchung des vorderen Mediastinums in Vollnarkose mit einem oberhalb des Jugulums eingeführten Endoskop nach Präparation eines Hohlraumes.
▶
Indikationen: Unklare mediastinale Prozesse oder Lungenhilusveränderungen und ggf. im Rahmen des Stagings beim Bronchialkarzinom als Ergänzung zur Computer­tomografie oder bei notwendiger histologischer Untersuchung.
▶
Kontraindikationen: ausgeprägte obere Einflussstauung, Blutgerinnungsstörungen, Kontraindikationen gegen Narkose.
▶
Komplikationen: Blutung (Gefahr der Verletzung größerer Gefäße), Pneumothorax, linksseitige Rekurrensparese.
Ösophago-Gastro-Duodenoskopie
▶
Methode: Untersuchung des Ösophagus, Magens und oberen Duodenums (ggf. auch bis Flexura duodenojejunalis) mit einem flexiblen Endoskop (S.69).
▶
Vorbereitung: Patientenaufklärung, nüchterner Patient, Gerinnungsstatus, bei ge­fährdeten Patienten Pulsoxymetri e und EKG-Monitoring.
▶
Prämedikation: Notwendigkeit abwägen, z. B. mit 2,5 – 5 mg Midazolam (Dormi-
®
), dabei Benzodiazepinantagonist Flumazenil (S. 133) bereithalten und Nach-
cum überwachung des Patienten. Alternativ (mit zusätzlichem Überwachungspersonal) Propofol-Kurznarkose (S. 299). Bei Rachenanästhesie Nahrungs- und Flüssigkeits­karenz bis 2h nach der Untersuchung (Aspirationsgefahr).
▶
Indikationen:
• diagnostisch: Dysphagie, persistierende Oberbauchbeschwerden, Anämieabklä-
rung, Tumorsuche, Tumorvorsorge (z. B. Patienten mit Typ-A-Gastritis), Tumor­nachsorge, Therapiekontrolle z. B. bei Ulzera, Z. n. Magenresektion, akute gas­trointestinale Blutung, portale Hypertension u. a.
• therapeutisch: Endoskopische Blutstillung (Injektionsbehandlung, Laser- und
Elektrokoagulation, Klipptechnik, Gummibandligatur), Polypektomie, Ösopha­gusvarizensklerosierung in der Sekundärprophylaxe nach Blutung, endoskopi­sche Behandlung (peptischer) Stenosen, Entfernung verschluckter Fremdkörper u. a.
▶
Kontraindikationen: Unkooperativer Patient. Vorsicht bei Patienten mit Dysphagie (insbesondere bei Ösophagusdivertikeln, Endoskop unter Sicht einführen), bei Biop­sieentnahme oder Polypektomie schlechte Blutgerinnung.
▶
Komplikationen (selten): Kardiopulmonale Komplikationen insbesondere bei prä­medizierten Patienten, Perforation, Blutungen nach Biopsien oder Polypektomien, Aspirationspneumonie, anaphylaktische Reaktion auf medikamentöse Sedierung.
70
4.1 Endoskopie
Endoskopische retrograde Cholangio-Pankreatikografie (ERCP)
▶
Methode: Untersuchung des Duodenums bzw. der Papillenregion mit gleichzeitiger radiologischer Darstellung (mit Kontrastmittel) von Gallenwegs- und/oder Pankre­asgangsystem (ERC bzw. ERP) mit einem flexiblen Seitblickendoskop oder, in Spezi­alfällen (z. B. B-II-Resektion), mit prograder Optik. Zunehmend sind zur direkten In­spektion beider Gangsysteme auch Feinkaliberendoskope im Einsatz (Cholangio­skopie und Pankreatikoskopie mittels „Mother-Babyscope-System“). Therapeutisch sind Eingriffe wie z. B. Papillotomie mit Steinextraktion oder Implantation biliärer Drainagen oder Stents möglich.
▶
Vorbereitung: Patientenaufklärung, nüchterner Patient, Gerinnungsstatus, Blutbild, Blutgruppe, Cholestasewerte und Lipase; Strahlenschutzmaßnahmen, bei gefähr­deten Patienten Pulsoxymetrie und EKG-Monitoring.
▶
Prämedikation: Sedierung bzw. Kurznarkose wie Gastroskopie (S. 70), einschließlich Nachüberwachung, evtl. zusätzlich 0,5 mg Atropin und 50mg Pethidin (Dolantin dabei Opioidantagonisten Naloxon (Narcanti 20 – 40 mg Buscopan
▶
Indikationen:
®
.
®
) bereithalten; bei starker Peristaltik
• ERC: Choledocholithiasis, V. a. Tumoren der Papille und der Gallenwege, akute bi- liäre Pankreatitis, Cholestase unklarer Genese, benigne Stenosen der Gallenwege und Papille
• ERP: Chronische Pankreatitis, V. a. Pankreaskarzinom, traumatische oder p. o. Pankreasläsionen, Pankreasmissbildungen, vor Pankreasoperationen.
▶
Kontraindikationen, ggf. Diagnostik mittels MRCP (S. 67):
• absolut: Unkooperativer Patient
• relativ: Schwere Gerinnungsstörung, schwere Herzrhythmusstörungen, schwere
Herzinsuffizienz, kurz zurückliegendes akutes Koronarsyndrom bzw. Myokard­infarkt, akut-hämorrhagische Pankreatitis.
▶
Komplikationen: Häufig passagere Amylase/Lipaseerhöhung, selten „Post-ERCP- Pankreatitis“, Cholangitis, Blutungen oder Perforationen nach Papillotomie.
Koloskopie
▶
Methode: Untersuchung des Kolons üblicherweise einschließlich des terminalen Ileums mit einem flexiblen Endoskop (S. 69) mit oder ohne Röntgenkontrolle.
▶
Vorbereitung:
• Patientenaufklärung (auch über mögliche Polypektomie), Gerinnungsstatus, Blut­gruppe bei evtl. Polypektomie, bei gefährdeten Patienten Pulsoxymetrie und EKG-Monitoring, ggf. Strahlenschutzmaßnahmen
• Darmreinigung mit Laxans (z. B. X-Prep ser) mit nicht resorbierbaren Lösungen wie Golytely
®
(3 – 4 l). Mindestens die Hälfte der Flüssigkeit sollte dabei am Abend vor
Prep der Untersuchung eingenommen werden. Ziel: Entleerung klarer Flüssigkeit
• bei V. a. Darmobstruktion keine peroralen Abführmaßnahmen, sondern hohe Reinigungseinläufe.
▶
Prämedikation: Sedierung bzw. Kurznarkose wie Gastroskopie (S. 70).
▶
Indikationen:
• diagnostisch: Peranale Blutungen, Änderungen der Stuhlgewohnheiten, Tumor- suche, Tumornachsorge, Tumorvorsorge (z. B. Präkanzerosen, familiäre Belastung) unklare abdominelle Beschwerden, Subileuserscheinungen, unklarer radiologi­scher Befund, V. a. chronisch entzündliche Darmerkrankungen
• therapeutisch: Polypektomie, endoskopische Blutstillung, Implantation von Stents u. a.
▶
Kontraindikationen: Hochakute Kolitis bzw. Divertikulitis, toxisches Megakolon, schwere kardiopulmonale Erkrankungen, unkooperativer Patient.
®
) und ausreichend Flüssigkeit oder (bes-
®
, Endofalk®oder Klean-
4
®
),
Invasive Diagnostik und Therapie
71
4.1 Endoskopie
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4
▶
Komplikationen: kardiopulmonale Komplikationen insbesondere bei prämedizier­ten Patienten, Perforation, Blutung insbesondere nach Polypektomie.
Rektoskopie – Proktoskopie
▶
Methode: Untersuchung des Rektums und des Analkanals mit starrem Instrument (Rektoskop bzw. Proktoskop) meist in Knie-Ellenbogen-Lage oder Linksseitenlage.
▶
Vorbereitung: Patientenaufklärung, Gerinnungsstatus, Reinigung des Enddarmes mit Einmalklysma 30 Min. vor der Untersuchung, Analinspektion, rektal-digitale Austastung.
▶
Indikationen: Peranale Blutungen, Beschwerden im Analbereich, Krebsvorsorgeun­tersuchung, ergänzende Untersuchung des Analkanals nach Koloskopie.
▶
Kontraindikationen: Keine absoluten, erschwerte schmerzhafte Untersuchung bei Analfissuren, periproktitischen Abszessen oder Analstenosen.
▶
Komplikationen: Perforation, Blutung insbesondere nach Polypektomie.
Invasive Diagnostik und Therapie
Gastroenterologische Endosonografie
▶
Endokavitäre Ultraschalluntersuchung mittels f lexiblen Echoendoskopen, im unte­ren Gastrointestinaltrakt auch mit starren Ultraschallsonden. Ermöglicht z. B. eine verbesserte Darstellung des Pankreas und stellt ein treffsicheres Verfahren im loka­len Staging gastrointestinaler Tumore dar. Problem: Methode ist genauso invasiv wie die entsprechende Endoskopie (s.d.).
Kapselendoskopie
▶
Untersuchung des Dünndarms mit einer ca. 2,6 × 1,1 cm großen kapselförmigen, einmal verwendbaren Videokamera mit LED-Lichtquelle und Sender, die nach gründlicher Darmreinigung (s. o.) geschluckt und auf natürlichem Wege über den Darm ausgeschieden wird. Während der ca. 6–8 Std. dauernden Untersuchung, während der sich der Pat. frei bewegen kann, werden die Signale (ca. 2 Bilder/Sek.) von einem tragbaren Aufnahmegerät gespeichert und später am Computer sichtbar gemacht.
▶
Indikationen: V. a. Dünndarmblutungen (z. B. aus Angiodysplasien oder Polypen), V. a. Dünndarmbefall bei Morbus Crohn, familiäre Polyposis-Syndrome.
▶
Kontraindikationen: V. a. Stenosen, bekannte tiefe Dünndarmdivertikel, schwere Motilitätsstörungen.
Ballon-Enteroskopie
▶
Endoskopische Untersuchung des Dünndarms. Dabei wird der Dünndarm entweder mittels eines Ballons (Single-Ballon-Enteroskopie) oder mittels zweier Ballone (Dop- pelballon-Enteroskopie) und eines Übertubus schrittweise aufgefädelt und damit endoskopisch untersuchbar. Die Darstellung des kompletten Dünndarms erfordert in der Regel eine Untersuchung von oral (obere Hälfte) und von rektal (untere Hälf­te).
▶
Die Ballon-Enteroskopie ist für Patient und Untersucher belastender als die Kapsel­endoskopie, dafür ermöglicht sie die Entnahme von Biopsien und die Durchführung interventioneller Maßnahmen wie Polypenabtragung oder Laserkoagulation von Angiodydplasien.
(Mini-)Laparoskopie
▶
Spiegelung der Abdominalhöhle mit starrem Endoskop in Lokalanästhesie nach vor­heriger Anlage eines Pneumoperitoneums. Im internistischen Bereich finden meist Mini-Laparoskope mit einem Durchmesser von nur wenigen mm Verwendung. Ein­satz z. B. in der Diagnostik chronischer Lebererkrankungen, bei Aszites unklarer Ge­nese oder im Rahmen des Stagings maligner Lymphome.
72
4.2 Invasive kardiologische Methoden
4.2 Invasive kardiologische Methoden
Übersicht
▶
Herzkatheteruntersuchung: Einführung von Kathetern über periphere und zentrale Arterien und Venen zur Darstellung der Herzhöhlen und Koronargefäße (Abb. 4.1) mittels röntgenologischer Kontrastmitteldarstellung, Gewinnung hämodyna­mischer Parameter, zur elektrophysiologischen Diagnostik und zur Durchführung therapeutischer Maßnahmen.
R.
A.
coronaria sinistra
(ACS, LCA)
A. coronaria dextra (ACD, RCA)
R.
posterolateralis
dexter (RPLD)
R.
interventricularis
posterior (RIP)
R.
marginalis
dexter (RMD)
Abb. 4.1 • Schema der wichtigsten Koronararterien (Abkürzungen in Klammern).
▶
Diagnostische Verfahren: Tab. 4.1.
▶
Therapeutische Verfahren,z.B.:
• PCI = perkutane koronare Intervention mit PTCA = perkutane transluminale koro- nare Angioplastie: Dilatation einer Koronarstenose mit einem Ballonkatheter meist in Kombination mit Stentimplantation selten bei speziellen Indikationen auch mit Laser-, Rotations-, Hochfrequenzangioplastie:
– Durchführung bei koronaren 1- oder 3-Gefäßerkrankungen – Komplikationen: akut: Koronararteriendissektion, -perforation und -ver-
schluss; chronisch: Restenosierung. Restenoserate kann durch Thrombozyten­aggregationshemmer (vgl. Tab. 8.5) und bei der Stentimplantation durch Be­schichtung („drug eluting stents“) z. B. mit Sirolimus reduziert werden
• therapeutische Ablation von Rhythmusstörungen (thermisch: Wärme, Kälte): Therapie typischer supraventrikulärer Tachykardien (AV-Knoten-Reentry, Vor­hofflattern, Vorhofflimmern, Präexzitationssyndrome), Ablationstherapie bei symtomatischer ventrikulärer Extrasystolie, idopathischen und sekundären vent­rikuläre Tachykardien.
▶
Vorbereitung von Herzkatheteruntersuchungen:
• Beachtung der Richtlinien für Kontrastmitteluntersuchungen (S. 63)
• Voruntersuchungen: Echokardiographie, Ruhe-EKG, möglichst Belastungs-EKG
• Labor: Blutbild, INR, PTT, Kreatinin, Elektrolyte, Herzenzyme, TSH-basal
• Aufklärung und schriftliche Einwilligung des Patienten.
▶
Nachsorge: Bettruhe, Druckverband für 2 – 12 Std. (je nach Größe der Punktion), Überwachung über 24 Std., Kontrolle von EKG, Herzenzymen und Punktionsstelle.
▶
Kontraindikationen (relativ): Floride extrakardiale Erkrankungen, erhöhtes Risiko bei Gerinnungsstörungen.
▶
Komplikationen: Kontrastmittelunverträglichkeit, kardiale Dekompensation, Rhyth­musstörungen, zerebrale Embolien, Myokardinfarkt, Tod. An der Punktionsstelle lo-
interventricularis
anterior (RIA, RIVA, LAD)
R.
circumflexus (RCX, LAC)
R.
septalis
anterior (RSA)
R.
marginalis
sinister (RMS)
R.
diagonalis (RD)
R.
posterolateralis
sinister (RPLS)
4
Invasive Diagnostik und Therapie
73
4.2 Invasive kardiologische Methoden
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4
kale Gefäßkomplikationen in 1 – 3 % (z. B. Hämatome, Gefäßdissektion). Die Zahl le­bensbedrohlicher Komplikationen liegt bei diagnostischen Eingriffen < 1:1000, bei
therapeutischer Intervention < 1:100.
Tab. 4.1 • Herzkatheteruntersuchungen (diagnostische Verfahren).
Methode Untersuchungsziel Indikationsbeispiele
Rechtsherz-Einschwemm­katheter = Pulmonalarte­rienkatheter (Swan-Ganz­Katheter)
Koronarangiografie selektive Darstellung der Koronar-
Invasive Diagnostik und Therapie
Ventrikulografie Auskunft über Größe, Form, Kon-
Elektrophysiologische Un­tersuchung (EPU), diag­nostische Elektrostimula­tion
Myokardbiopsie Gewinnung von Myokardgewebe
differenzierte Steuerung der Volu­mengabe und/oder Katecholamin­therapie, Bestimmung der Druckwerte und Widerstände im kleinen Kreislauf
arterien (Abb. 4.1), Beurteilung von Ausmaß und Lokalisation ko­ronarer Gefäßstenosen
traktionsverhalten des linken (oder rechten) Ventrikels, dessen Maß die Ejektionsfraktion (S.59) ist, Erkennung und Quantifizierung angeborener oder erworbener Klappendysfunktionen oder ande­rer Herzfehlbildungen, Druckmes­sungen zur Funktionsdiagnostik des Myokards
Differenzierung von Herzrhyth­musstörungen, Beispiele:
• Vorhofstimulation
• His-Bündel-EKG
• programmierte Ventrikelstimula-
tion (Mapping)
• Dreidimensionale Rekonstruktion von Rhythmusstörungen mittels Mapping-Systemen, z. T. als inte­grierte Bildgebung mit beste­henden Daten (CT, MRT)
zur histologischen Untersuchung
nur noch selten: z. B. schwe­rer Schock, nach größerem operativem Eingriff, aus­gedehnter Myokardinfarkt, bei herzchirurgischen Eingrif­fen
Akutes Koronarsyndrom, Myokardinfarkt, V. a. Koro­narinsuffizienz bei typischer Symptomatik oder patholo­gischem Belastungs-EKG, vor herzchirurgischen Eingriffen
Koronare Herzkrankheit, not­wendige Evaluation patholo­gischer Echkardiographiebe­funde, vor herzchirurgischen Eingriffen
Diagnostik von (im EKG) un­klaren, insbesondere tachy­karden Erregungsbildungs­und -leitungsstörungen
Diagnose primärer und se­kundärer Kardiomyopathien, Myokarditis, nach Herztrans­plantation (Abstoßungsreak­tion?)
74
5.1 Injektionstechnik
5 Injektions- und Punktionstechniken
5.1 Injektionstechnik
Maßnahmen bei allen Injektionsarten
▶
Ampulle kontrollieren: richtiges Medikament?, Haltbarkeitsdatum?
▶
Hautdesinfektionsmittel auftragen und mindestens 30 s einwirken lassen.
▶
Vor Injektion Überprüfung der Kanülenlage durch Aspiration: bei i. c., s. c. und i. m. Injektionen darf dabei kein Blut zurückfließen.
Intrakutane Injektion (i. c.)
▶
Indikation: z. B. Tuberkulintest, Allergietestung und Quaddelung mit Lokalanästhe­tikum im Rahmen einer lokalen Schmerztherapie.
▶
Durchführung: Mit feiner Kanüle fast parallel zur Hautoberfläche punktieren. Die Bildung einer Quaddel und die heller werdende Hautfarbe deuten auf eine korrekte intrakutane Injektion hin.
Subkutane Injektion (s. c.)
▶
Indikation: z. B. Insulin- und Heparin-Injektion, auch Analgetika wie Morphin oder Antihypertensiva wie Clonidin können s. c. appliziert werden.
▶
Durchführung: Beste Applikationsorte sind Unterbauch (schnellere Resorption) und Oberschenkel (langsamere Resorption). Bei der Injektion mit Daumen und Zeigefin­ger Hautfalte bilden und in diese im Winkel von ca. 45° einstechen.
Intramuskuläre Injektion (i. m.)
▶
Indikation: z. B. Applikation von Schmerzmitteln, Antibiotika, Impfungen
• Vorteile: schnelle Durchführbarkeit, relativ schnelle Wirksamkeit des injizierten
Medikaments (daher im hausärztlichen Bereich beliebt).
• Nachteile: hohes Infektionsrisiko (Abszesse!), Gefahr der Bildung größerer Häma-
tome (unter Antikoagulation kontraindiziert!).
▶
Durchführung: Am häufigsten ventrogluteale Injektion (nach v. Hochstetter, Abb. 5.1): unter Spreizung von Zeige- und Mittelfinger berührt die jeweils ventral
5
Injektions- und Punktionstechniken
Abb. 5.1 • Intramuskuläre Injektion nach v. Hochstetter.
Beckenkamm Spina iliaca anterior superior Injektionsbereich
75
5.2 Punktionen
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5
liegende Fingerspitze die Spina iliaca anterior superior, die dorsal liegende Finger­spitze den Beckenkamm. Das dabei entstehende Dreieck bildet den Injektions­bereich, in den je nach Fettpolster 2 – 5 cm tief senkrecht zur Haut eingestochen wird. Andere Injektionsorte: Oberschenkel, Oberarm (M. deltoideus).
Intravenöse Injektion (i. v.)
▶
Indikation: Kontrollierte Applikation von Medikamenten.
▶
Durchführung:
• Technik der Punktion (S. 76)
• Stauschlauch nach korrekter Venenpunktion und vor Injektion öffnen!
• während der Injektion durch wiederholte Aspirationen korrekte Kanülenlage
prüfen, um eine paravasale Injektion zu vermeiden
• bezüglich der Injektionsgeschwindigkeit Angaben des Herstellers beachten
• nach dem Herausziehen der Kanüle Kompression der Einstichstelle mit einem
Tupfer und Anheben des Armes.
Injektions- und Punktionstechniken
5.2 Punktionen
Punktion peripherer Venen
▶
Indikation: Blutabnahme, i. v. Injektion, Anlage von Verweilkanülen (z. B. Braunü-
®
, Abb. 5.2).
len
▶
Punktionsorte: Ellenbeuge, Unterarm, Handrücken, V. jugularis externa (oft einziger peripherer Zugangsweg im kardiogenen Schock), Fußrücken (hohe Thrombophlebi­tisgefahr), V. femoralis (Ultima ratio wenn sonst keine Blutabnahme möglich ist).
▶
Durchführung (allgemein) (Abb. 5.3):
• Arm soweit wie möglich senken
• Anlage der Staumanschette proximal des Punktionsortes so fest, dass die peri-
pheren Pulse gerade noch gut tastbar sind
▶
■
Beachte: Die „beste“ Vene ist nicht die, die man am besten sieht, sondern die, die
sich beim Betasten wie ein Gummischlauch anfühlt
• Beklopfen und Reiben des Armes sowie wiederholter Faustschluss des Patienten fördern die Venenfüllung
• bei sehr dünnkalibrigen Venen vorher den Arm mit warmen Tüchern einwickeln und/oder Vene mit Nitrospray besprühen
• Desinfizieren und Desinfektionsmittel mindestens 30 Sek. einwirken lassen
Griffplatte
Injektionsventil
Blutfängerstopfen
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Abb. 5.2 • Braunüle®.
Abb. 5.3 • Punktion mit Venen-Verweilkanüle.