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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_2897_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана

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☆
5.2 Punktionen
Auffangbehälter, sterile Tupfer, sterile Handschuhe, sterile Abdecktücher, Des­infektionslösung, 10 ml Lokalanästhetikum (z. B. Lidocain 1 %), 10-ml-Spritzen (halbgefüllt mit 0,9 % NaCl), Verbandsmaterial.
▶
Durchführung (Abb. 5.13):
• Reanimationsbereitschaft, EKG-Monitor
• evtl. Sedierung mit 5 – 7,5 mg Midazolam
• Lagerung: halbsitzend (30 – 60°)
• Hautdesinfektion, sterile Handschuhe anziehen, Abdecken
• Lokalanästhesie
• Punktion:
– echokardiografische Bestimmung von Punktionsrichtung und -tiefe – Einstichstelle: zwischen Xiphoid und linkem Rippenbogen – Punktionsrichtung: retrosternal nach kranial in Richtung des sonografisch
sichtbaren Perikardergusses (Richtung linkes Schulterblatt)
– wiederholte Aspirationen während der Punktion; lässt sich (blutiger) Perikard-
erguss aspirieren (meist in 3 – 4 cm Tiefe), Stahlkanüle etwas zurückziehen und Plastikkanüle vorschieben. Je nach Set Vorschieben des Führungsdrahtes und Einführen des Katheters in Seldinger-Technik (S. 77)
• Dreiwegehahn, Spritze und Ableitungsschlauch anschließen und Erguss entwe­der passiv oder durch wiederholte Aspirationen mit der Spritze ablassen.
5
Injektions- und Punktionstechniken
Abb. 5.13 • Perikardpunktion.
Punktionsrichtung
Peritonealpunktion (Aszitespunktion)
▶
Indikationen:
• diagnostisch: Differenzialdiagnose des Aszites (S. 213)
• therapeutisch: Entlastungspunktion bei aszitesbedingten Beschwerden.
▶
Kontraindikationen (relativ): Gerinnungsstörungen (S. 85).
▶
Komplikationen: Infektion, Blutung, Verletzung intraabdomineller Organe.
▶
Material:
• allgemein: Punktionskanülen (z. B. graue oder gelbe Braunüle schläuche (z. B. Infusionssystem), Dreiwegehahn, Auffangbehälter, sterile Tupfer, sterile Handschuhe, sterile Abdecktücher, Desinfektionslösung, 5 – 10 ml Lokal­anästhetikum (z. B. Lidocain 1 %), Kanülen, Spritzen, Verbandsmaterial
• diagnostische Punktion: Zusätzlich Blutkulturflaschen, Probengefäße für klinische Chemie (spezifisches Gewicht, Eiweiß, pH, Glukose, Cholesterin, Triglyzeride, LDH, Lipase, Zellzahl und -differenzierung, evtl. Hk, Laktat), Tbc-Diagnostik und zytologische Untersuchung.
▶
Durchführung (Abb. 5.14):
• Lagerung: Rückenlage
®
), Verbindungs-
87
5.2 Punktionen
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• Markierung der Punktionsstelle im rechten oder linken Unterbauch lateral der epigastrischen Gefäße unter sonografischer Kontrolle
• Hautdesinfektion, sterile Handschuhe anziehen, Abdecken
• Lokalanästhesie: Wechsel zwischen Injektion und Aspiration, nach Aspiration von
Aszites ungefähre Punktionstiefe merken
• Punktion: Senkrecht zur Hautoberfläche unter Aspiration mit aufgesetzter Spritze punktieren; lässt sich Aszites aspirieren, Stahlkanüle etwas zurückziehen und Plastikkanüle vorschieben
• ggf. Material für die Diagnostik (S.214) entnehmen, dann Ableitungsschlauch an­schließen und Aszites ablassen. Bei der therapeutischen Punktion kann unter engmaschigen Puls- und RR-Kontrollen der gesamte Aszites langsam auf einmal abgelassen werden, wobei die Humanalbumin-Substitution (S. 419) umstritten ist, ggf. durch Lagerung des Patienten auf die Punktionsseite kontralateral gelege­nen Aszites mobilisieren.
Injektions- und Punktionstechniken
epigastrische Gefäße
Punktions­stellen
Abb. 5.14 • Aszitespunktion.
Lumbalpunktion
▶
Indikation:
• diagnostisch: z. B. V. a. Meningitis (S. 635), Subarachnoidalblutung (blutiger Li- quor), multiple Sklerose (S. 637)
• therapeutisch: z. B. intrathekale Medikamentenapplikation.
▶
Kontraindikationen (relativ): Gerinnungsstörungen (S.85), Hirndruckerhöhung (ggf. bei Meningitisverdacht möglichst wenig Liquor entnehmen).
▶
Komplikationen: Infektion, Nervenverletzung, bei erhöhtem Hirndruck Hirnverlage­rung mit Einklemmung, Kopfschmerzen nach Punktion.
▶
Material:
• atraumatische Spinalnadel (22 G × 90 mm), sterile Tupfer, sterile Handschuhe, ste­rile Abdecktücher, Desinfektionslösung, evtl. Lokalanästhetikum (z. B. Lidocain 1 %), Kanülen, Spritzen, Verbandsmaterial, Sandsack
• zur Diagnostik (s. u.) Blutkulturflaschen, Probenröhrchen für Ausstriche und kli­nische Chemie, g gf. für serologische Diagnostik, Zytologie u. a.
▶
Durchführung (Abb. 5.15 und Abb. 5.16):
• Augenhintergrund spiegeln= Funduskopie (Stauungspapille als Hinweis einer Hirndruckerhöhung?): – evtl. 30 Min. vorher 1 Tropfen Mydriatikum (z. B. Tropicamid) in den Binde-
hautsack tropfen
– Patient blickt geradeaus, Untersucher sieht durch das Sichtfenster des Ophthal-
moskops und nähert sich langsam, etwas von temporal, so nah wie möglich dem Auge, bis Gefäßstrukturen wahrgenommen werden
– durch langsame Bewegung des Ophthalmoskops Papille aufsuchen (befindet
sich etwas nasal, die Makula temporal)
– Stauungspapille:knopfförmige Vorwölbung, glasige Trübung und unscharfe Be-
grenzung der Papille
88
L 2
L 3
L 4
L 5
S 1
S 2
5.2 Punktionen
• Lagerung, 2 Möglichkeiten (Abb. 5.15):
– sitzend, maximal gekrümmter Rücken („Katzenbuckel“), Abstützung durch
Hilfsperson
– Seitenlage am Bettrand, maximal gekrümmter Rücken und angezogene Beine,
Bett flach stellen, Kopf auf kleines Kissen lagern
5
Injektions- und Punktionstechniken
L 3
L 4
L 5
Abb. 5.15 • Lumbalpunktion – Lagerung.
Abb. 5.16 • Lumbalpunktion – anatomische Verhältnisse.
L 3
L 4
L 5
Darmbeinkämme
Dura
Lig. flavum
89
5.3 Biopsien
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• Markierung der Punktionsstelle (L 3/L 4 oder L 4/L 5): Nächster Dornfortsatz-Zwi­schenraum unterhalb der Verbindungslinie beider Darmbeinkämme, auf genaue Mittellinienposition achten
• Hautdesinfektion, sterile Handschuhe anziehen, Abdecken
• evtl. Lokalanästhesie: Hautquaddel und Infiltration bis Lig. flavum (s. u.)
• Punktion: Spinalnadel leicht nach kranial gerichtet vorschieben, dabei Abbiegen
der Nadel und seitliches Abweichen vermeiden, zwischendurch Mandrin heraus­ziehen und prüfen, ob Liquor abtropft, beim Vorschieben durch das Lig. flavum (meist 4 – 5 cm Tiefe) deutlicher Widerstand spürbar, dann Nadel noch ca. 4 – 7 mm weiterschieben und Abtropfen des Liquors abwarten
• Liquor in die Probenröhrchen sammeln, meist ca. 3 – 5 ml ausreichend, bei V. a. Meningitis (S. 635) Untersuchung des Liquors auf Zellen, Eiweiß, Glukose und Laktat, zur Ermittlung des Liquor-Serum-Verhältnisses ergänzend Blutglukose bestimmen
• Spinalnadel herausziehen, Verband, Kompression der Punktionsstelle mit Sand­sack, Bettruhe in Flachlagerung für ca. 24 Std. vermindert die Gefahr postpunk-
Injektions- und Punktionstechniken
tioneller Kopfschmerzen.
▶
Liquordiagnostik – Normalbefunde:
• Aussehen:Klar
• Zellzahl: Auszählung von 3 μl in der Fuchs-Rosenthal-Kammer, daher häufig An-
gabe in Drittel: < 12/3 = 4/μl
• Zelldifferenzierung: Lymphozyten, Monozyten
• Glukose: Liquor-Serum-Quotient > 50 %
• Eiweiß:15– 45 mg/dl
• Laktat: < 2,0 mmol/l
• Liquordruck: Im Liegen 6 – 20 cmH
• Gramfärbung
• evtl. Elektrophorese, oligoklonales-IgG, vgl. hierzu Lumbalpunktion mit Liquor-
diagnostik (S. 637), u. a.
• IgG Index = Liquor-Ig G × Serumalbumin/Liquoralbumin × Serum IgG ≤ 0,7.
▶
Liquordiagnostik – pathologische Befunde (S.635)
O, im Sitzen 15 – 25 cmH2O
2
5.3 Biopsien
Knochenmarkpunktion – Grundlagen
▶
Indikation: Verdacht oder Verlaufskontrolle bei hämatologischen Erkrankungen oder Malignomen mit Knochenmarkinfiltration.
▶
Kontraindikation: Gerinnungsstörung (INR > 1,5, PTT > 50 Sek., Thrombozyten < 50 000/μl), lokale Infektionen.
▶
Komplikationen: Wundinfektion, Hämatome, bei Sternalpunktion Verletzung des Herzbeutels und großer Gefäße, Pneumothorax.
▶
Methoden:
• Beckenkammpunktion: Ermöglicht zytologische und histologische Diagnostik, ist ungefährlicher, aber technisch etwas schwieriger als die Sternalpunktion
• Sternalpunktion: Ermöglicht zytologische Diagnostik, wegen höherer Komplika- tionsrate Durchführung nur in Ausnahmefällen.
▶
Material: Punktions- bzw. Stanznadel (s. u.), sterile Tupfer, sterile Handschuhe, ste­rile Abdecktücher, Desinfektionslösung, 5 – 10 ml Lokalanästhetikum (z. B. Lidocain 1 %), Kanülen, Spritzen, Skalpell, Verbandsmaterial, Sandsack, 15 Objektträger, klei­nes Plastiktablett, Nierenschale, Gefäße für Biopsiematerial.
▶
■
Beachte: Die Aspirationszytologie kann nativ (leere 20-ml-Spritze, Vorteil: gute
Darstellung der Einzelzellen, Nachteil: rasche Gerinnung des Markblutes) oder mit EDTA-Antikoagulation (1 ml EDTA in 20 ml Spritze, Vorteil: mehr Zeit zum
90
Ausstreichen, größere Zahl von Ausstrichen möglich) erfolgen.
5.3 Biopsien
▶
Punctio sicca: Keine Aspiration von Knochenmark möglich. Vorkommen: falsche Technik, primäre Myelofibrose, Haarzell-Leukämie, aplastische Anämie.
Beckenkammpunktion
▶
Material: Punktionsnadel für Aspirationszytologie sowie Biopsienadel (z. B. Jams- hidi), alternativ Kombinationssystem, sonstiges s. o.
▶
Durchführung (Abb. 5.17):
• evtl. Prämedikation:z.B.2,5– 5 mg Midazolam (Dormicum
• Lagerung: Seitenlage, Beine angezogen, Bett flach stellen
• Markier ung der Punktionsstelle (Spina iliaca posterior superior): Am Becken-
kamm nach dorsal entlang tasten, tastbare Knochenverdickung entspricht der Spina iliaca posterior superior
• Hautdesinfektion, sterile Handschuhe anziehen, Abdecken
• Lokalanästhesie: Auf ausreichende Periostinfiltration achten
• Stichinzision der Haut mit dem Skalpell
• Aspirationszytologie:
– Punktion: Richtung Spina iliaca anterior superior mit gleichmäßiger Drehbe-
wegung der Punktionsnadel, der Zeigefinger der Punktionshand dient dabei zur besseren Kontrolle als „Anschlag“; Nachlassen des Widerstands im Kno­chen deutet korrekte Position der Nadelspitze im Markraum an
– Aspiration: Mandrin herausziehen, Spritze (20 ml) aufsetzen und rasch ca. 3 ml
Knochenmark aspirieren (ist schmerzhaft!, vorher Patient informieren)
– Knochenmark auf Objektträger ausspritzen, die sich steil aufgestellt in einer
Nierenschale befinden (Markblut läuft ab)
–„Bröckelchen“ z. B. mit Deckglas entnehmen und auf den flach auf einem Tab-
lett liegenden Objektträgern (ca. 10 – 12) ausstreichen, dabei rasche Verarbei­tung am besten durch Hilfsperson. Später Versand ins hämatologische Labor in speziellen Behältern
– Nadel herausziehen
• Biopsie: Einführen der Biopsienadel in Richtung Spina iliaca anterior superior
(von dort aus mit der anderen Hand Gegendruck ausüben), nach Erreichen des Knochens Mandrin entfernen und unter Drehbewegungen Biopsienadel in glei­cher Richtung noch ca. 2 – 3 cm weiter vorführen, dann Biopsienadel leicht ab­winkeln und drehen (dadurch Abscheren des Stanzzylinders), danach herauszie­hen, Stanzzylinder mit Hilfe des Mandrins oder Drahts in vorbereitetes Gefäß ge­ben
• steriler Verband, Kompression der Wunde mit kleinem Sandsack für 30 Min.
®
)i.v.
5
Injektions- und Punktionstechniken
Abb. 5.17 • Beckenkammpunktion.
Spina iliaca anterior superior
Punktions­stelle
Spina iliaca posterior superior
Punktions­richtung
91
5.3 Biopsien
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5
Perkutane Leberbiopsie
▶
Indikation: Diagnostik und Verlaufskontrolle diffuser Lebererkrankungen.
▶
Kontraindikationen: Gerinnungsstörung (INR > 1,5, PTT > 50 Sek., Thrombozy­ten < 50 000/μl), lokale Infektionen, Peritonitis, Cholangitis, schwere extrahepati­sche Cholestase.
▶
Komplikationen: Blutung, Peritonitis, Pneumothorax.
▶
Material: Punktionsnadel (Menghini) mit 20-ml-Spritze oder Einmalset (z. B. Hepa-
®
), sterile Tupfer, sterile Handschuhe, sterile Abdecktücher, Desinfektionslösung,
fix 5 – 10 ml Lokalanästhetikum (z. B. Lidocain 1 %), Kanülen, Spritzen, Skalpell, Ver­bandsmaterial, Gefäß für Biopsiematerial.
▶
Durchführung (Abb. 5.18):
• Vorbereitung: Patient nüchtern, Gerinnungsstatus (s. o.)
• Lagerung: Rückenlage, rechte Körperseite an der Bettkante, rechte Hand unter
dem Kopf liegend
• sonografische Markierung der Punktionsstelle: Interkostal am Rippenoberrand
Injektions- und Punktionstechniken
zwischen vorderer und mittlerer Axillarlinie im sicheren Bereich der Leber und außerhalb der Pleura
• Hautdesinfektion, sterile Handschuhe anziehen, Abdecken
• Lokalanästhesie: Bis zur Interkostalmuskulatur
• Hautinzision mit dem Skalpell
• Punktionsnadel vorbereiten: Stoppsonde (= „Nagel“) einführen und Füllung der
Spritze mit ca. 10 ml sterilem NaCl 0,9 % (bei 10-ml-Spritze nur ca. 3 ml)
• Punktion: – Punktionsnadel zunächst bis vor das Peritoneum parietale einführen, Haut-
zylinder ausspritzen (ca. 2 ml)
– konstanten Sog in der Spritze aufbauen – schnelle und konstante Punktion in Richtung Xiphoid (ca. 5 cm tief), danach
Punktionsnadel sofort wieder zurückziehen (Dauer maximal 1 Sek.)
• Biopsiematerial in vorbereiteten Behälter (z. B. 10% Formalin) geben
• Verband, Kreislaufüberwachung und Bettruhe für 8 Std.
Xiphoid
Menghini-Nadel
Interkostal­muskulatur
Stoppsonde
Abb. 5.18 • Leberpunktion.
Nierenbiopsie
▶
Indikationen: Proteinurie unklarer Genese (besonders nephrotisches Syndrom), V. a. rapid progressive Glomerulonephritis (S. 430), unklare Hämaturie, Beurteilung der Transplantatniere bei Funktionsstörung, Systemerkrankungen mit Nierenbetei­ligung.
▶
Kontraindikationen: Hämorrhagische Diathese, unkontrollierte arterielle Hyper­tonie, anatomische oder funktionelle Einzelniere (Ausnahme: Transplantatniere), Niereninfektion bzw. Abszess, Hydronephrose, keine therapeutischen Konsequen­zen in Abhängigkeit vom Biopsieergebnis.
92
5.3 Biopsien
▶
Komplikationen: Hämaturie (2 – 3 %), selten Blasentamponade, perirenale Hämato- me (< 1 %), AV-Fisteln (< 1 %), Infektion, Verletzung anderer Organe.
▶
Durchführung: Nur durch erfahrenen Nephrologen mit hoher Biopsiefrequenz.
▶
Diagnostik: Konventionelle histologische Untersuchung, Immunhistologie, Elektro­nenmikroskopie (sogenannte „Triple-Diagnostik“).
▶
Nachbeobachtung: Stationäre Beobachtung, Bettruhe sowie Überwachung von Puls und Blutdruck über mindestens 24 h. Am folgenden Tag (bei Problemen früher) Urinstatus (Hämaturie?) und Sonografie (Hämatom?).
Feinnadelpunktion der Schilddrüse
Siehe Feinnadelpunktion bei V. a. auf Schilddrüsenmalignom (S. 526).
5
Injektions- und Punktionstechniken
93
Sonden und Katheter
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6 Sonden und Katheter
6.1 Sonden
Magensonde
▶
Indikationen:
• diagnostisch: z. B. Tbc-Diagnostik, Überwachung bei gastrointestinaler Blutung, Magensaftanalyse
Sonden und Katheter
• therapeutisch: z. B. Entlastung bei Magenatonie, Sondenernährung.
▶
Material: Magensonde (je nach Indikation verschiedene Typen), Lokalanästhetikum (z. B. Xylocain evtl. Auffangbeutel.
▶
Durchführung:
• Patienten über den Vorgang aufklären
• Lagerung: Sitzend, leicht nach vorne geneigter Kopf
• Handschuhe anziehen
• Besprühen des Nasen- und Rachenraumes mit Lokalanästhetikum
• Bestreichen der Sonde mit Gleitmittel
• Einführen der Sonde durch die Nase, beim Erreichen des Rachenraumes Patien-
ten zum wiederholten Schlucken auffordern und Sonde bei jedem Schluckvor­gang vorschieben (bei Dyspnoe oder Husten wieder zurückziehen), nach ca. 45 cm wird der Mageneingang erreicht, dann noch etwa 10 – 15 cm weiterschie­ben
• korrekte Lage durch Magensaftaspiration oder durch Luftinsufflation mit der Son- denspritze bei gleichzeitiger Auskultation des Epigastriums überprüfen
• bei geplanter Sondenernährung röntgenologische Lagekontrolle, ggf. Sonde unter Durchleuchtungskontrolle bis ins Duodenum weiterschieben.
Perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG)
▶
Indikation: Enterale Sondenernährung bei chronischen (> 3 Wo.) Schluckstörungen unterschiedlicher Genese. Vorteile: nach komplikationsloser Anlage gegenüber na­saler Sonde für den Patienten weniger belastend, geringere Dislokationsgefahr, lan­ge Liegezeiten möglich. Nachteile: gegenüber nasaler Sonde invasivere Methode, er­möglicht Langzeiternährung auch bei terminal Erkrankten: hier besonders strenge Indikationsstellung, sorgfältige Aufklärung von Patient bzw. Angehörigen, Berück­sichtigung der Patientenverfügung (S. 677).
▶
Kontraindikationen: Gerinnungsstörungen, lokale Infekte der Bauchhaut, Peritoni­tis, ausgeprägte Peritonealkarzinose, massiver Aszites, florides Ulkus ventriculi (vorher behandeln).
▶
Komplikationen: Verletzung intraabdomineller Organe, Wundinfektion, Peritonitis, gastrokolische Fistel, Aspiration von Sondenkost, Einwachsen der inneren Halte­platte in die Magenwand (= Buried-Bumper-Syndrom), Aspiration von Sondenkost.
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Vorbereitung, vgl. Gastroskopie (S. 70): Gerinnungsstatus (INR < 1,5, PTT < 50 s, Thrombozyten > 50 000/μl), Protonenpumpenhemmer und H her absetzen.
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Material: Mundschutz, sterile Handschuhe und Abdecktücher, Gastroskop mit Zu­behör (am besten Videoausrüstung), spezielle PEG-Sets mit Punktionskanüle, Zug­faden und Sonde, 5 – 10 ml Lokalanästhetikum (z. B. Lidocain 1 %).
▶
Durchführung: Am häufigsten mit der Fadendurchzugsmethode (Abb. 6.1, neben En- doskopieassistenz zwei Personen erforderlich):
• Lagerung: Beim Einführen des Gastroskops Linksseitenlage (Aspirationsgefahr), übrige Maßnahmen in Rückenlage
• Mundschutz und sterile Handschuhe für 2. Person
94
®
-Spray), Gleitmittel, Handschuhe, Sondenspritze, Pflaster, Unterlage,
-Blocker 3 Tage vor-
2
6.1 Sonden
Diaphanoskopie Einführen der Punktionsnadel
Verknoten des Zugfadens mit der Sonde
Abb. 6.1 • Perkutane endoskopische Gastrostomie (Fadendurchzugsmethode).
• Darstellung einer Diaphanoskopie mit dem Gastroskop als Lichtquelle (meist Cor­pusvorderwand), Magen mit ausreichend Luft füllen
• durch 2. Person – Markierung der Punktionsstelle dort, wo sich die Diaphanoskopie am besten
darstellt, beim B-II-Magen im Bereich des abführenden Schenkels
– Desinfektion, Abdecken – Lokalanästhesie bis zur Magenwand – Hautinzision mit dem Skalpell (mindestens 0,8 cm Länge) – Einführen der Punktionsnadel, Stahlkanüle nach Erreichen des Magenlumens
zurückziehen
– Einfädeln des Zugfadens durch die Kunststoffkanüle
• Zugfaden im Magen mit der Biopsiezange fassen, dann Gastroskop inklusive
Biopsiezange und Faden herausziehen
• Zugfaden am oralen Ende mit der Sonde verknoten, danach Faden und Sonde durch die Bauchdecke herausziehen, bis die innere Halteplatte der Magenwand anliegt
• Montage der übrigen Sondenbestandteile, steriler Verband
• bei aspirationsgefährdeten Patienten (z. B. bei gastroösophagealem Reflux) kann
im Rahmen einer 2. Gastroskopie zusätzlich eine Duodenalsonde durch die gas­trale Sonde gelegt und endoskopisch im unteren Duodenum platziert werden (Röntgenkontrolle).
▶
Sondenbedienung: ab 2 Std. nach Sondenanlage möglich, bei gastralen Sonden re­gelrechte Magenentleerung durch spätere Aspirationsversuche überprüfen, bei ge­störter Magenentleerung Versuch mit Prokinetika oder Duodenalsondenanlage.
▶
■
Beachte: Zur Vermeidung eines Buried-Bumper-Syndrom (S. 94) sollte die PEG-Son-
de am dritten Tag nach Anlage mobilisiert werden. Dabei die Sonde 3–4 cm in den Stomakanal schieben und (bei gastraler Anlage) um 360° drehen, anschließend zu­rückziehen und äußere Halteplatte so adaptieren, dass etwa 1 cm Spielraum be­steht.
Einfädeln des Zugfadens Herausziehen des Gastroskopes
Herausziehen der Sonde
6
Sonden und Katheter
95
6.2 Harnblasenkatheter
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6
6.2 Harnblasenkatheter
Transurethraler Harnblasenkatheter
▶
Indikationen:
• diagnostisch: z. B. Bilanzierung, mikrobiologische Harnuntersuchung
• therapeutisch: Harnentleerungsstörungen z. B. bei Prostataadenom, Inkontinenz,
postoperativ.
▶
Komplikationen: Verletzungen der Harnwege, aufsteigende Harnwegsinfekte.
▶
Katheterarten:
Sonden und Katheter
• Einmalkatheter
• Dauerkatheter: In der Regel Nelaton-Katheter (s. u.) mit Blockballon
• Spülkatheter: Zusätzlich Spülkanal (z. B. zur Spülung mit physiologischer NaCl-
Lösung bei Koageln in der Harnblase infolge Makrohämaturie)
• nach der Form: Nelaton- (ohne) und Tiemann-Katheter (mit endständiger Krüm-
mung für schwierige anatomische Verhältnisse).
▶
Material: Steriler Katheter (Innendurchmesser meist 14 – 18 Ch. = Charriè- re = French = ⅓ mm), Tupfer, Lochtuch, sterile Handschuhe, Desinfektionsmittel, Nie-
renschale, anästhesierendes Gleitmittel (z. B. Instillagel
▶
Durchführung bei männlichen Patienten:
• Lagerung: Rückenlage mit Kissen unter dem Gesäß
• sterile Handschuhe anziehen: beim Rechtshänder bleibt die rechte Hand steril,
die linke wird unsteril
• mit der linken Hand Penis fassen, Vorhaut zurückstreifen und mit desinfektions­mittelgetränkten Tupfern (rechte Hand) Penis 2-mal desinfizieren
• Lochtuch platzieren, dabei Penis durch das Lochtuch legen
• Penis nochmals desinfizieren (s. o.)
• anästhesierendes Gleitmittel in die Harnröhrenöffnung instillieren, 1 Min. war-
ten, dabei die Harnröhrenöffnung leicht komprimieren
• Katheter 5 cm proximal der Spitze mit der rechten Hand fassen und in den mit der linken Hand nach oben gestreckten Penis einführen (bei Tiemann-K. Spitze nach oben richten), wiederholtes Nachfassen und Weiterschieben des Katheters (muss leicht gehen), nach 15 – 20 cm Erreichen des Sphincter externus (leichter Widerstand), Penis jetzt absenken, wenige cm weiter fließt Urin ab, Katheter bis zu einem erneuten Widerstand weiterschieben dann Blockballon füllen (5 – 10 ml Aqua dest.), anschließend Katheter vorsichtig bis zu einem spürbaren fe­dernden Widerstand zurückziehen und Urinbeutel anschließen, Vorhaut reponie­ren
• bei erfolgloser Harnröhrenpassage Wiederholung mit dünnerem Katheter.
▶
Durchführung bei weiblichen Patienten (Hygienemaßnahmen s. o.):
• Lagerung: Rückenlage, Kissen unter das Gesäß, Beine aufstellen, Fersen aneinan- der und Knie gespreizt
• Desinfektion (von ventral nach dorsal): große und kleine Schamlippen, Urethra- öffnung, letzten Tupfer in den Vaginaleingang legen
• Katheter ca. 5 cm einführen, Blockung (s.o.), Vaginaltupfer entfernen.
▶
Harnblasenkatheter so früh wie möglich wieder entfernen, bei längerer Verweil­dauer alle 2 (max. 4) Wochen wechseln.
▶
■
Beachte: Bei Harnverhalt nicht mehr als 500 ml auf einmal ablassen.
Suprapubische Harnblasenpunktion und -katheterisierung
▶
Indikation:
• diagnostisch: Mikrobiologische Urinuntersuchung
• therapeutisch: Bei erforderlicher länger dauernder Katheteranlage oder wenn
transurethrale Katheterisierung nicht möglich ist.
▶
Kontraindikationen: Gerinnungsstörung (S. 85), Harnblasenkarzinom.
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®
), Urinbeutel.