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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten = Историко-правовое страноведение немецкоязычных государств. Ein Lehrbuch

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LEKTION 2
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2. Wann hat man
in Deutschland verstanden, dass man demokratische Reformen braucht?
3. Konnten sich
demokratische Ideen im 19. Jahrhundert in Deutschland durchsetzen? Wie war die Situation damals?
4. Welche Ziele
hatten die Bürger?
5. Welche
Folgen hatten die politischen Spannungen in den deutschen Ländern in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts?
Nach der Zeit der Aufklärung und der Französischen Revolution haben viele Deutsche verstanden, dass Deutschland demokratische Reformen braucht.
Nein, sie konnten sich nicht durchsetzen, denn die deutschen Könige und Fürsten wollten auf ihre Macht nicht verzichten.
Die Bürger bekamen immer größere wirtschaftliche Macht. Daher wollten sie auch politischen Einuss. Ein anderes Ziel war vereinigtes Deutschland. Aber die Monarchen hatten ihre eigenen Interessen. Diese Gegensätze führten zu politischen Spannungen.
1848 führten die politischen Spannungen in einigen deutschen Staaten sowie in Österreich zu Revolutionen. Die Könige versprachen wieder Verfassungen und führten Presse- und Versammlungsfreiheit ein.
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
6. Was passierte
am 18. Mai 1848? Hat Deutschland eine Verfassung bekommen?
7. Welchen
Einuss hatten die Revolutionen auf die weitere Politik der deutschen Länder?
8. Wer hat
das Deutsche Reich 1871 gegründet? Welche Staatsorgane gab es im neuen Kaiserreich?
9. Erzählen Sie
über das Parlament im Deutschen Reich. Hatte der Reichstag große Macht?
Am 18. Mai 1848 trat die Deutsche Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt zusammen. Die Abgeordneten aus deutschen Staaten beschlossen eine demokratische Verfassung. Aber die Fürsten und die Armee waren dagegen. Die Verfassung trat nie in Kraft.
Der Druck der demokratischen Kräfte war stark, und die Einzelstaaten bekamen von ihren Monarchen Verfassungen. Diese Verfassungen garantierten die Herrschaft des Rechts und gewisse Menschenrechte. So wurden die Einzelstaaten zu konstitutionellen Monarchien.
Der Kanzler Otto von Bismarck hat das neue Deutsche Reich im Jahre 1871 gegründet. Deutschland bekam einen Kaiser, Wilhelm den Ersten, einen Reichskanzler – das war Bismarck, und ein Parlament – den Reichstag.
Der Reichstag durfte zwar Gesetze erlassen, aber er hatte keine Kontrolle über das Einhalten von Gesetzen. Die Abgeordneten führten fruchtlose Debatten. Das Parlament war nicht effektiv.
LEKTION 3
А1. Grammatik: Reexive Verben
○ Reexive Verben sind Verben mit einem Reexivpronomen, das im Akkusativ oder im Dativ stehen kann. ○ ○ Das Reexivpronomen steht im Akkusativ, wenn sich die Handlung auf das Subjekt bezieht: ⟩⟩ Ich wasche mich. ○ Du kämmst dich. ○ Reexive Verben, in denen das Reexivpronomen im Akkusativ steht, haben oft zusätzlich noch eine Präpositionalergänzung: ⟩⟩ Wir freuen uns auf die Sommerferien. ○ Das Reexivpronomen steht im Dativ, wenn sich die Handlung nicht ans Subjekt, sondern ans Akkusativobjekt richtet:
⟩⟩ Ich wasche mir die Hände. ⟩⟩ Du kämmst dir die Haare. ⟩⟩ Sie kauft sich neue Kleider.
Reexivpronomen im
Akkusativ
Ø
Ich wundere mich. Ø Ich merke mir Gesichter gut.
Ø
Du wunderst dich. Ø Du merkst dir Gesichter gut.
Er/sie/es wundert sich. Er/sie/es merkt sich Gesichter gut. sich (A,D)
Wir wundern uns. Ihr wundert euch.
Sie wundern sich. Sie merken sich Gesichter gut. sich (A,D)
Reexivpronomen im Dativ
Wir merken uns Gesichter gut.
Ihr merkt euch Gesichter gut.
Reexivpronomen
im Akkusativ und
im Dativ
mich (A) mir (D)
dich (A) dir (D)
uns (A,D)
euch (A,D)
NB: Vergleichen Sie die Deklination des Personalpronomens –
der Unterschied ist, dass die Form der 3. Person Sg. des Reexivpronomens immer „sich“ ist.
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
○ Stellung des Reexivpronomens im Hauptsatz ○
direkte Wortfolge:
I. Subjekt II. nites Verb III. Reexivpronomen
⟩⟩ Karl Benz
interessierte
sich
Andere
Satzglieder
immer für
Maschinen.
○ Inversion: а) wenn das Subjekt ein Nomen ist, ist die Wortfolge wie folgend:
I. Objekt oder
Adverb
⟩⟩ Als Kind
II. nites Verb +
Reexivpronomen
interessierte sich Karl Benz immer für Maschinen.
III. Subjekt u.a. Satzglieder
b) wenn das Subjekt ein Personalpronomen ist, ist die Wortfolge wie folgend:
I. Objekt /
Adverb
⟩⟩ Als Kind
II. nites
Verb
interessierte
III. Subjekt
er
IV. Reexiv-
pronomen
sich
Andere
Satzglieder
immer für
Maschinen.
○ Stellung des Reexivpronomens im Nebensatz ○
а) wenn das Subjekt ein Nomen ist, ist die Wortfolge wie folgend: Zuerst steht das Reexivpronomen, dann das Subjekt:
Haupt-
satz
Ich
weiß,
I. Sub-
junktion
dass
II. Re.-
Pron.
sich
III. Subjekt
Karl Benz
Objekt /
Adverb
immer für
Maschinen
(Ende)
nites Verb:
interessierte.
LEKTION 3
b) wenn das Subjekt ein Personalpronomen ist, ist die Wortfolge wie folgend: Zuerst steht das Subjekt, dann das Reexivpronomen:
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Hauptsatz
Karl Benz
wurde
Ingenieur,
I. Sub-
junktion
weil er
(Pronomen)
II. Subjekt
III. Re.-
Pron.
sich
Objekt /
Adverb
immer für
Maschi-
nen
(Ende)
nites Verb
interessierte.
NB: Merken Sie die Regel: Was kürzer ist, steht am Anfang.
А2. Grammatik + Lexik. Ergänzen Sie die Reexivpronomen im Akkusativ oder im Dativ.
Bewerbung: Vorstellungsgespräch
Worum kann man ________ (Akk.) bewerben?
1. Man kann ________ um eine Stelle (Arbeitsstelle), um einen Studienplatz, um ein Stipendium oder um einen Ausbildungsplatz bewerben.
2. Wenn wir ________ um etwas bewerben, bedeutet das, wir versuchen es zu bekommen. Empfehlungen für die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch:
3. Du bereitest ___________________ (Akk.) vorher auf das Vorstellungsgespräch vor.
4. Du informierst ________ (Akk.) über das Unternehmen / die Uni / die Ausbildungsstätte.
5. Du siehst ________ (Dat.) zur Vorbereitung auf das Gespräch deinen Lebenslauf und das Anschreiben der Bewerbung noch einmal genau an.
6. Dein Anschreiben endet mit dem Satz: „Ich freue ________ (Akk.) auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen“.
7. Du solltest ________ (Akk.) nicht verspäten.
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
8. Du stellst ________ (Akk.) mit Name, Alter und deiner
aktuellen Situation vor.
9. Du kannst ________ (Dat.) während des Gesprächs Notizen
machen.
10. Merk ________ (Dat.) den Namen deines Gesprächspartners
und sprich ihn bei der Verabschiedung mit Namen an (z.B. „Danke für das Gespräch, Frau / Herr …“).
Was du im Gespräch sagst:
11. Ich möchte ________ (Akk.) kurz vorstellen.
12. Ich interessiere ____________ (Akk.) schon lange für Ihr
Unternehmen / für diese Studienrichtung / für diesen Beruf.
13. Ich halte ___________ (Akk.) für eine sehr zuverlässige
Person.
14. Ich bedanke ____________ (Akk.) für das interessante
Gespräch!
Fragen deines Gesprächspartners:
15. Erzählen Sie doch kurz was (= etwas) von ________ (Dat.)!
Stellen Sie ________ bitte kurz vor!
16. Warum haben Sie ________ (Akk.) bei uns beworben?
Haben Sie ________ (Akk.) woanders beworben?
17. Wie stellen Sie ________ (Dat.) Ihre Arbeit / Ihren späteren
Beruf vor?
18. Wohin möchten Sie ________ (Akk.) entwickeln? Wo sehen
Sie ________ (Akk.) in 5 Jahren?
А3. Lernen Sie die Konstruktionen aus dem Text 3 kennen. Ergänzen Sie die Sätze im Präteritum.
sich weigern, etwas zu tun – weigerte sich – hat sich
geweigert
1. Der König _________________________ __________, die Delegation _______ empfangen.
LEKTION 3
abdanken – dankte ab – hat abgedankt
2. Am 9. November 1918 ______________________ der Kaiser ______.
j-n / etw. (Akk.) unter Druck setzen – setzte – hat gesetzt
3. Die königliche Familie ______________________ den Prinzen unter ________________, zu heiraten.
für j-n / etw. (Akk.) verntwortlich sein – war – ist gewesen
4. Wo_________ (≈ für was) bist du in deiner Abteilung _____________________________?
zu (Dat.) kommen – kam – ist gekommen
5. Es _________________ zu heftigen Protesten und einem Generalstreik.
sich von etw. (Dat.) erholen – erholte sich – hat sich erholt
6. Er ________________ schnell von der Operation, musste aber noch lange Medikamente nehmen.
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sich auf etw. (Akk.) einigen – einigten sich – haben (Pl.)
sich geeinigt
7. Die Parteien im Parlamnt __________________________ auf einen Termn für Neuwahlen.
T3. Lesen Sie den Text.
TEXT 3: Weimarer Republik (1918 bis 1933)
(1) Der Erste Weltkrieg endete im Deutschen Reich mit einer
Revolution. Anfang November 1918 weigerten sich die Matrosen in Kiel, noch einmal in den Krieg zu ziehen. Denn der Krieg war schon verloren. Die Aufstände erfassten bald das ganze Land. Der Kaiser Wilhelm II. dankte ab und die
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
Revolutionäre riefen am 9. November 1918 die Republik aus. Das Zeitalter der Monarchie war in Deutschland vorbei.
(2) Die Weimarer Nationalversammlung wählte den
Sozialdemokraten Friedrich Ebert am 11. Februar 1919 zum „vorläugen“ Reichspräsidenten. Er blieb aber auch später Reichspräsident, bis zu seinem Tod 1925. Am
14. August 1919 trat die Weimarer Verfassung in Kraft. Sie ist nach der Stadt Weimar in Thüringen benannt, weil dort die verfassungsgebende Nationalversammlung tagte. Die Abgeordneten waren aus Berlin geohen: Dort herrschte in den ersten Monaten des Jahres 1919 fast ein Bürgerkrieg.
(3) Die ersten Jahre (1919–1923) waren politisch sehr schwierig.
Die neue Regierung unterschrieb 1919 den Versailler Vertrag und musste damit die Folgen des Ersten Weltkriegs tragen. Die Republik hatte große Schwierigkeiten wegen der Ruhrbesetzung und Ination. Dabei war eigentlich nicht die Republik dafür verantwortlich, sondern die Politik des alten Kaiserreiches. In dieser Zeit gab es viele Krisen und Putsche. Die radikalen Kräfte setzten die erste deutsche Demokratie unter großen Druck. Das waren vor allem die linken „Spartakisten“ und die rechtsextremen Freikorps. Im November 1923 kam es zum sogenannten „Hitlerputsch“ in München. Der Versuch scheiterte jedoch.
(4) Mitte der 1920er Jahre stabilisierte sich die Weimarer
Republik. Die Wirtschaft begann sich zu erholen und in der Gesellschaft herrschte Aufbruchstimmung. Die Jahre zwischen 1924 und 1929 bezeichnet man deshalb als „goldene Zwanziger“. Damit ist die Modernisierung sowohl in verschiedenen Lebensbereichen als auch in Kultur, Wissenschaften und Technik gemeint. Die erste große Weltwirtschaftskrise von 1929 beendete aber die Goldenen Zwanziger. Die Wirtschaft kam zum Stillstand, und in kurzer Zeit verloren viele Millionen Menschen ihre Arbeit. Das führte
LEKTION 3
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zur politischen Radikalisierung. Besonders die NSDAP bekam viele neue Mitglieder.
Die Weimarer Verfassung
(5) Die Verfassung von 1919 machte aus Deutschland eine
parlamentarische Demokratie. Es galt nun das allgemeine, gleiche Wahlrecht – auch für Frauen. Es gab auch Meinungs-, Versammlungs- sowie Vereinigungsfreiheit, und die Regierung benötigte das Vertrauen des Reichstags. Die Verfassung war sehr modern, aber sie hatte einige Konstruktionsfehler. So gab sie z.B. dem Reichspräsidenten sehr starke Kompetenzen. Als “Ersatzkaiser“ konnte er das Parlament auösen und Notverordnungen erlassen. Als sich die Parteien ab 1930 nicht mehr auf eine Koalition einigen konnten, ersetzte der zweite Reichspräsident Hindenburg die Regierung durch „Präsidialkabinette“. Damit schwächte er das demokratische System.
Nach: https://segu-geschichte.de/weimarer-republik/
(abgerufen am 28.02.2024)
А4. Begriffe aus T3 mit Lautschrift:
Begriff Lautschrift
Revolutionär m, Pl.: -e [ʁevolutsioˈnɛːɐ] ○ Republik f, Pl.: RepublikenZeitalter n, Pl.: =Weimarer
Nationalversammlung f
vorläug
Versailler Vertrag m
Aufbruchstimmung f
Goldene Zwanziger Jahre (Pl.)
Technik f
[ʁepuˈbliːk], […ˈbliːkn] [ˈtsaɪtˌʔaltɐ] [ˈvaɪmaʁɐ
natsioˈnaːlfɛɐˌzamlʊŋ] [ˈfoːɐlɔɪfɪç] [vɛʁˈzaɪɐ fɛɐˈtʁaːk] [ˈaʊfbʁʊxˌʃtɪmʊŋ] [ˈɡɔldənə ˈtsvantsɪɡɐ ˈjaːʁə] [ˈtɛçnɪk]
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
Ination fNSDAP fRuhrbesetzung fWahlrecht fabdanken viSpartakist, m, Pl. -enFreikorps, n, Pl. =eigentlichsowohl ... als auchErsatzkaiser mNotverordnung f, Pl. -enKonstruktionsfehler m, Pl. =
[ɪnaˈtsioːn] [ˌɛnʔɛsdeːʔaˈpeː] [ˈʁuːɐbəˌzɛtsʊŋ] [ˈvaːlˌʁɛçt] [ˈapˌdaŋkn] [ʃpaʁtaˈkist] [ˈfʁaɪˌkoːɐ] [ˈaɪɡntlɪç] [zoˈvoːl … als aʊx] [ɛɐˈzatsˌkaɪzɐ] [ˈnoːtfɛɐˌʔɔʁdnʊŋ] [kɔnstʁʊkˈtsioːnsˌfeːlɐ]
А5. Ausdrücke aus dem Text 3: Finden Sie Äquivalente.
○ mit etw. (Dat.) enden ○ in den Krieg ziehen ○ etwas ist vorbei ○ nach etw. (Dat.) benannt sein ○ Dort herrschte fast ein
Bürgerkrieg.
j-n / etw. unter großen Druck
setzen
durch etw. große
Schwierigkeiten haben
die Folgen von etw. tragen ○ sich zu erholen beginnen ○ Es herrscht Aufbruchstimmung. ○ mit etw. (Dat.) gemeint sein