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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten = Историко-правовое страноведение немецкоязычных государств. Ein Lehrbuch

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LEKTION 2
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⟩⟩ Der Gast ging nach Hause, ohne sich zu verabschieden. (= Der Gast ging nach Hause und [aber] verabschiedete sich nicht) ⟩⟩ Der Kollege surft im Internet, statt zu arbeiten. (= Der Kollege arbeitet nicht, sondern er surft im Internet) (surfen: [ˈsœːɐfn])
A2. a) Braucht man ein „zu“ vor dem Innitiv oder nicht? Das Satzglied, von dem der Innitiv abhängt, ist in Kursivschrift dargestellt.
Etikette / Verhaltensregeln
1. «Etikette» bedeutet die Kunst, taktvoll mit anderen Menschen
um____ gehen. (Vgl.: Takt m, Taktgefühl n)
2. Eine Gesellschaft kann ohne Verhaltensregeln gar nicht ____
funktionieren.
3. Es gibt viele Möglichkeiten, um sich rücksichtsvoll ____
verhalten. (Vgl.: auf j-n Rücksicht nehmen)
4. Oft reicht es aus, einfach anderen zu____hören.
5. Zur Höichkeit zählt es zum Beispiel, sich ____ entschuldigen.
6. Die beiden Zauberwörter „Bitte“ und „Danke“ sollen bereits
für Kinder selbstverständlich ____ werden.
7. Die meisten Menschen schätzen Pünktlichkeit. Planen Sie
lieber etwas mehr Zeit ein, wenn Sie pünktlich an____kommen wollen. Wer andere ____ warten lässt, gilt als respektlos.
8. Es ist sehr unhöich, einfach wortlos an einem Bekannten
vorbei____gehen, ohne ihn ____ begrüßen.
9. Wie kann ich jemanden höich bitten, etwas ____ tun? Zum
Beispiel: „Würden Sie bitte rein ____ kommen?“ oder „Würdest du mir bitte die Kaffeesahne ____ reichen?“ (würde + Inf.)
10. Einen Vorschlag kann man an____nehmen oder höich ab____
lehnen: „Ja, sehr gern! Ich werde mit____kommen“ oder „Es tut mir Leid, aber es wird heute nicht ____ gehen.“ (Futur I)
Nach: https://karrierebibel.de/hoeichkeit/ (abgerufen am 27.04.2023)
b) Unterstreichen Sie alle Substantive, die in ihrer Bedeutung dem Wort „Etikette“ ähnlich sind.
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
A3. Grammatik: Präteritum ○ Das Prätritum ist die schriftliche (historische) Vergngenheit○
⟩⟩ Papst Leo III. krönte im Jahre 800 den Frankenkönig Karl den Großen zum Kaiser des Römischen Reiches.
Wie bildet man das Präteritum?
Zuerst muss man den Prätẹritum·stamm bekommen. ○ Bei schwachen Verben bildet man den Präteritumstamm aus dem Innitiv, in dem man das Sfx „-(e)n“ durch „-(e)te“ oder „-ete“ nach -d und -t ersetzt:
⟩⟩ lern-en → lernte, lächel-n → lächel-te, aber: arbeit-en → arbeitete, red-en → redete
Starke Verben haben (im Vergleich zum Innitiv) kein Sufx und wchseln den Stmmvokal: ⟩⟩ komm-en → kam, schreib-en → schrieb. ○ Gemischte und Modalverben haben die beiden Merkmale: sie bekommen nicht nur das „-te“ im Präteritum, sondern sie verändern auch den Stammvokal: ⟩⟩ dürf-en → durfte, bring-en → brachte. NB: Merken Sie sich das Präteritum von Hilfsverben: ⟩⟩ sein → war, haben → hatte, werden → wurde.
○ Die Hauptformen von starken und gemischten Verben ndet man in besonderen Tabellen:
Partizip II (oft
als Perfektform
mit haben / sein
angegeben – sieh
Lektion 3)
(ist) gefahren
3.Person
Sg. im
Präsens
Innitiv
fahren fuhr
|
fährt
Präteritum
(stamm)
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○ Dann hängt man an den Präteritumstamm die Personal·ndungen an: ○
sagen sprechen an·rufen denken
ich
sag-te sprach rief ... an dach-te
Sg.
er/sie/es/man
Pl.
sie, Sie
du
wir
ihr
-st
sag-te-st sprach-st rief-st ... an dach-te-st
sag-te sprach rief ... an dach-te
-(e)n
sag-te-n sprach-en rief-en ... an dach-te-n
-t
sag-te-t sprach-t rief-t ... an dach-te-t
-(e)n
sag-te-n sprach-en rief-en ... an dach-te-n
○ Wie bei der Konjugation im Präsens, steht das trennbare Präx am Satzende:
⟩⟩ Hauptsatz: Seine Eltern riefen ihn jeden Tag an. ⟩⟩ Nebensatz: Wir wussten, dass seine Eltern ihn jeden Tag
anriefen.
A4. Lernen Sie die Konstruktionen kennen und ergänzen Sie die Sätze korrekt im Präteritum.
j-n / etw. (Akk.) ab·lösen – löste ab (Präteritum)
1. Der Tonlm _____________ den Stummlm _____.
zu etw. (Dat.) führen – führte
2. Der große Reichtum der Westindischen Inseln ________________ ______ Kriegen zwischen Spanien, Großbritannien und Frankreich.
etw. (Akk.) durch·führen – führte durch
3. Wir ________________ letztes Jahr eine Reihe von Tests __________.
4. Die Regierung __________ vor Kurzem wichtige Reformen im Gesndheits·wesen ________.
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
etw. (Akk.) durch·setzen – setzte durch
5. Er ________________ erfolgreich seinen Geschäftsplan ________________.
etw. (Akk.) beschließen – beschloss
6. Die Europa-Abgeordneten ________________ das Budget zusammen mit dem Ministerrat.
[byˈdʒeː]
etw. (Akk.) erlassen (erlässt) – erließ
7. Der Herzog ________________ eine Verordnung zu einer umfassenden Schulreform.
in Kraft treten (tritt) – trat
8. Letzten Monat ________________ neue Gesetze ________ _______________.
etw. (Akk.) ein·schränken – schränkte ein
9. Wir ________________ unsere Ausgaben _______.
auf j-n / etw. (Akk.) Einuss haben – hatte
10. Sie ________________ großen _______________ auf die Politik ihres Mannes.
T2. Lesen Sie den Text.
TEXT 2: Die deutschen Länder im 19. Jahrhundert
(1) Heute ist Deutschland einе parlamentarisch-demokratische
Republik. Aber es hat lange gedauert, bis sich in Deutschland eine republikanische Regierungsform durchsetzte. Erst im zwanzigsten Jahrhundert, später als in den anderen Industriestaaten Europas, löste sie die Monarchie ab.
(2) Es gab aber schon früher Bestrebungen, in den deutschen
Monarchien demokratische Reformen durchzuführen. Man verstand nach der Aufklärung und der Französischen
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Revolution (1789–1799): Die Zeiten hatten sich geändert und der Staat musste sich anpassen.
(3) Der preußische König und andere deutsche Herrscher
versprachen Verfassungen sowie Beteiligung der Bürger an der Macht. Aber dann hielten sie diese Versprechen nicht. Denn mit dem Sieg über Frankreich 1815 glaubten die Fürsten, dass auch die demokratischen Ideen erledigt (besiegt) waren. Das war aber ein Irrtum: In den deutschen Fürstentümern waren immer mehr Menschen unzufrieden. Denn mit dem Aufblühen der Industrie bekamen die Bürger immer größere wirtschaftliche Macht. Jetzt wollten sie auch politischen Einuss.
(4) Ein anderes großes Ziel war es, ein vereinigtes deutsches
Reich zu schaffen. Denn damals gab es keinen großen deutschen Staat, sondern viele große und kleine Fürstentümer und Königreiche.
(5) 1848 führten die politischen Spannungen in einigen deutschen
Staaten sowie in Österreich zu Revolutionen. Der Auslöser war hierfür die Februarrevolution in Frankreich. Die deutschen Könige versprachen wieder Verfassungen und führten Presse­und Versammlungs·freiheit ein.
(6) Am 18. Mai 1848 trat in der Paulskirche in Frankfurt erstmals
die Deutsche National·versammlung zusammen. Da trafen sich Abgeordnete aus allen deutschen Staaten. Sie sollten ein Gesetz über die Grundrechte des deutschen Volkes beschließen und ein Deutsches Reich gründen. Am 28. März 1849 verabschiedete die Versammlung die erste demokratische Verfassung der Deutschen. Aber die demokratischen Kräfte konnten sich noch nicht gegen die Fürsten behaupten. Denn die Fürsten bestimmten über Heer (Armee) und Verwaltung. Die Reichsverfassung trat nicht in Kraft.
(7) Dennoch bekamen in der Folgezeit viele Fürstentümer
Verfassungen. Aber sie wurden nicht von gesetzgebenden Versammlungen verabschiedet. Die Fürsten erließen die
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
Verfassungen unter dem Druck der demokratischen Kräfte. Aber diese Verfassungen schränkten doch die Macht der Obrigkeit ein und garantierten die Herrschaft des Rechts und gewisse Menschenrechte. Man nennt eine Monarchie, deren Herrscher zwar allein regiert, aber sich an eine Verfassung hält, „konstitutionelle Monarchie“.
(8) Diese Herrschaftsform übernahm auch das Deutsche Reich,
das Kanzler Otto von Bismarck (1815–1898) im Jahre 1871 gründete. Das war ein Bund der Fürsten und Freien Städte mit einem mächtigen Kaiser an der Spitze und seinem Reichskanzler als Regierungschef. Aber das war auch ein Rechtsstaat, in dem zum Beispiel Meinungs- und Religionsfreiheit herrschte. Und es gab ein Parlament, den Reichstag. Die Abgeordneten wählte man in freier und geheimer Wahl. Wählen durften allerdings nur die Männer, nicht die Frauen. Aber das war damals in allen europäischen Demokratien so üblich.
(9) Politisch waren die Abgeordneten einusslos: Sie durften
zwar Gesetze erlassen, aber sie hatten keinen Einuss darauf, ob man sie auch einhielt. Denn das war das Vorrecht der Regierung, und die war nur dem Kaiser verantwortlich, nicht dem Reichstag. Die Parteien führten endlose Debatten, die aber ohne Erfolg blieben. So bekam der Reichstag einen schlechten Ruf als „Quasselbude“.
A5. Begriffe aus T2 mit Lautschrift:
Begriff Lautschrift
Entstehung fIndustriestaat m, Pl.: -enkonstitutionlle Monarchie
f, Pl.: Monarchien
[ɛntˈʃteːʊŋ] [ɪndʊsˈtʁiːˌʃtaːt] [ˌkɔnstitutsioˈnɛlə monaʁˈçiː],
Pl.: [monaʁˈçiːən]
LEKTION 2
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Bestrebung f, Pl.: -en ○ Aufklärung fFranzösische Revolution fPreußen, preußischBeteiligung funzufriedenFürstentum n, Pl.:
Fürstentümer
Aufblühen nwirtschaftlichdahervereinigtKönigreich n, Pl.: -e ○ Pressefreiheit
Versammlungsfreiheit
der / die Abgeordnete
(Adjektivdeklination – siehe Lektion 6)
Deutsches ReichArmee f, Pl.: -n ○ Verfassung, f, Pl.: -enPaulskirche fNationalversammlung fdennochObrigkeit f, Pl.: -enRegierungschef m, Pl.: -s ○ Parlament nReichstag mwählen
[bəˈʃtʁeːbʊŋ], Pl.: [...ŋən] [ˈaʊfˌklɛːʁʊŋ] [fʁanˈtsøːzɪʃə ʁevoluˈtsioːn] [ˈpʁɔɪsn], [ˈpʁɔɪsɪʃ] [bəˈtaɪlɪɡʊŋ] [ˈʊntsuˌfʁiːdn] [ˈfʏʁstnˌtuːm], Pl.: [...ˌtyːmɐ]
[ˈaʊfˌblyːən] [ˈvɪʁtʃaftlɪç] [daˈheːɐ] [fɛɐˈʔaɪnɪçt] / […nɪkt] [ˈkøːnɪkˌʁaɪç] [ˈpʁɛsəˌfʁaɪhaɪt] [fɛɐˈzamlʊŋsˌfʁaɪhaɪt]
[ˈapɡəˌʔɔʁdnətə]
[ˈdɔɪtʃəs ʁaɪç] [aʁˈmeː] [fɛɐˈfasʊŋ], Pl.: [...уӈэн] [ˈpaʊlsˌkɪʁçə] [natsioˈnaːlfɛɐˌzamlʊŋ] [ˈdɛnɔx] [ˈoːbʁɪçkaɪt] [ʁeˈɡiːʁʊŋsˌʃɛf] [paʁlaˈmɛnt] [ˈʁaɪçsˌtaːk] [ˈvɛːlən]
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
geheime Wahl f, Pl.:
Wahlen
Religionsfreiheit fverantwortlichQuasselbude f
[ɡəˈhaɪmə vaːl], Pl.: […ˈvaːlən]
[ʁeliˈɡioːnsˌfʁaɪhaɪt] [fɛɐˈʔantvɔʁtlɪç] [ˈkvaslˌbuːdə]
A6. Ausdrücke aus dem Text 2: Finden Sie Äquivalente.
Demokratische
Regierungsform setzte sich durch.
die Beteiligung der Bürger
an der Macht
glauben, dass die
demokratischen Ideen erledigt sind
Die politischen
Spannungen führten zu ...
(Dat.)
Der Auslöser war hierfür...
Presse- und
Versammlungsfreiheit einführen
das Gesetz über die
Grundrechte des deutschen Volkes
sich gegen j-n behaupten
können
über Heer und Verwaltung
bestimmten
LEKTION 2
von gesetzgebenden
Versammlungen verabschiedet werden
die Macht der Obrigkeit
einschränken
Man nennt eine
Monarchie, deren Herrscher zwar allein regiert, aber sich an eine Verfassung hält, „konstitutionelle Monarchie“.
eine Herrschaftsform
übernehmen
in freier und geheimer Wahl
wählen
Meinungs- und
Religionsfreiheit
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Die Abgeordneten
(…) hatten keinen Einuss darauf, ob
man die Gesetze auch einhielt.
einen schlechten Ruf
bekommen
A7. Stellen Sie richtige W-Fragen und Ja/Nein-Fragen zum T2.
1. Seit wann ○ Deutschland ○ eine Republik ○ ist?
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
2. entstand ○ in Deutschland ○ der Wunsch nach Reformen ○ wann?
3. die Bürger ○ welche Ziele ○ hatten?
4. die Monarchen dazu, ○ Reformen zu versprechen ○ was brachte?
5. die Könige und Fürsten ○ hielten ○ ihre Versprechen ○ ein?
6. in Deutschland und Österreich ○ in den Jahren 1848–1849 ○ was passierte?
7. Deutschland damals ○ bekam ○ eine Verfassung?
8. hatten ○ welchen Einuss ○ die Revolutionen ○ auf die Politik der deutschen Länder?
9. wer ○ das Deutsche Reich ○ 1871 ○ gründete?
10. das Deutsche Kaiserreich ○ war ○ wie?
11. welche ○ der Reichstag ○ spielte ○ Rolle?