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ivanov666
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Файл:Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten = Историко-правовое страноведение немецкоязычных государств. Ein Lehrbuch
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LEKTION 2
61
⟩⟩ Der Gast ging nach Hause, ohne sich zu verabschieden. (= Der
Gast ging nach Hause und [aber] verabschiedete sich nicht)
⟩⟩ Der Kollege surft im Internet, statt zu arbeiten. (= Der Kollege
arbeitet nicht, sondern er surft im Internet) (surfen: [ˈsœːɐfn])
A2. a) Braucht man ein „zu“ vor dem Innitiv oder nicht? Das
Satzglied, von dem der Innitiv abhängt, ist in Kursivschrift
dargestellt.
Etikette / Verhaltensregeln
1. «Etikette» bedeutet die Kunst, taktvoll mit anderen Menschen
um____ gehen. (Vgl.: Takt m, Taktgefühl n)
2. Eine Gesellschaft kann ohne Verhaltensregeln gar nicht ____
funktionieren.
3. Es gibt viele Möglichkeiten, um sich rücksichtsvoll ____
verhalten. (Vgl.: auf j-n Rücksicht nehmen)
4. Oft reicht es aus, einfach anderen zu____hören.
5. Zur Höichkeit zählt es zum Beispiel, sich ____ entschuldigen.
6. Die beiden Zauberwörter „Bitte“ und „Danke“ sollen bereits
für Kinder selbstverständlich ____ werden.
7. Die meisten Menschen schätzen Pünktlichkeit. Planen Sie
lieber etwas mehr Zeit ein, wenn Sie pünktlich an____kommen
wollen. Wer andere ____ warten lässt, gilt als respektlos.
8. Es ist sehr unhöich, einfach wortlos an einem Bekannten
vorbei____gehen, ohne ihn ____ begrüßen.
9. Wie kann ich jemanden höich bitten, etwas ____ tun? Zum
Beispiel: „Würden Sie bitte rein ____ kommen?“ oder „Würdest
du mir bitte die Kaffeesahne ____ reichen?“ (würde + Inf.)
10. Einen Vorschlag kann man an____nehmen oder höich ab____
lehnen: „Ja, sehr gern! Ich werde mit____kommen“ oder „Es
tut mir Leid, aber es wird heute nicht ____ gehen.“ (Futur I)
Nach: https://karrierebibel.de/hoeichkeit/ (abgerufen am 27.04.2023)
b) Unterstreichen Sie alle Substantive, die in ihrer Bedeutung dem
Wort „Etikette“ ähnlich sind.

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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
A3. Grammatik: Präteritum ○
○ Das Prätritum ist die schriftliche (historische) Vergngenheit○
⟩⟩ Papst Leo III. krönte im Jahre 800 den Frankenkönig Karl den
Großen zum Kaiser des Römischen Reiches.
Wie bildet man das Präteritum?
Zuerst muss man den Prätẹritum·stamm bekommen.
○ Bei schwachen Verben bildet man den Präteritumstamm aus
dem Innitiv, in dem man das Sfx „-(e)n“ durch „-(e)te“ oder
„-ete“ nach -d und -t ersetzt:
⟩⟩ lern-en → lernte, lächel-n → lächel-te, aber: arbeit-en →
arbeitete, red-en → redete
○ Starke Verben haben (im Vergleich zum Innitiv) kein Sufx
und wchseln den Stmmvokal:
⟩⟩ komm-en → kam, schreib-en → schrieb.
○ Gemischte und Modalverben haben die beiden Merkmale: sie
bekommen nicht nur das „-te“ im Präteritum, sondern sie verändern
auch den Stammvokal:
⟩⟩ dürf-en → durfte, bring-en → brachte.
NB: Merken Sie sich das Präteritum von Hilfsverben:
⟩⟩ sein → war, haben → hatte, werden → wurde.
○ Die Hauptformen von starken und gemischten Verben ndet man
in besonderen Tabellen:
Partizip II (oft
als Perfektform
mit haben / sein
angegeben – sieh
Lektion 3)
(ist) gefahren
3.Person
Sg. im
Präsens
Innitiv
fahren — fuhr —
|
fährt
Präteritum
(stamm)

LEKTION 2
63
○ Dann hängt man an den Präteritumstamm die Personal·ndungen
an: ○
sagen sprechen an·rufen denken
‒
ich
sag-te sprach rief ... an dach-te
Sg.
er/sie/es/man
Pl.
sie, Sie
du
wir
ihr
-st
sag-te-st sprach-st rief-st ... an dach-te-st
‒
sag-te sprach rief ... an dach-te
-(e)n
sag-te-n sprach-en rief-en ... an dach-te-n
-t
sag-te-t sprach-t rief-t ... an dach-te-t
-(e)n
sag-te-n sprach-en rief-en ... an dach-te-n
○ Wie bei der Konjugation im Präsens, steht das trennbare Präx
am Satzende:
⟩⟩ Hauptsatz: Seine Eltern riefen ihn jeden Tag an.
⟩⟩ Nebensatz: Wir wussten, dass seine Eltern ihn jeden Tag
anriefen.
A4. Lernen Sie die Konstruktionen kennen und ergänzen Sie die
Sätze korrekt im Präteritum.
j-n / etw. (Akk.) ab·lösen – löste ab (Präteritum)
1. Der Tonlm _____________ den Stummlm _____.
zu etw. (Dat.) führen – führte
2. Der große Reichtum der Westindischen Inseln
________________ ______ Kriegen zwischen Spanien,
Großbritannien und Frankreich.
etw. (Akk.) durch·führen – führte durch
3. Wir ________________ letztes Jahr eine Reihe von Tests
__________.
4. Die Regierung __________ vor Kurzem wichtige Reformen
im Gesndheits·wesen ________.

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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
etw. (Akk.) durch·setzen – setzte durch
5. Er ________________ erfolgreich seinen Geschäftsplan
________________.
etw. (Akk.) beschließen – beschloss
6. Die Europa-Abgeordneten ________________ das Budget
zusammen mit dem Ministerrat.
[byˈdʒeː]
etw. (Akk.) erlassen (erlässt) – erließ
7. Der Herzog ________________ eine Verordnung zu einer
umfassenden Schulreform.
in Kraft treten (tritt) – trat
8. Letzten Monat ________________ neue Gesetze ________
_______________.
etw. (Akk.) ein·schränken – schränkte ein
9. Wir ________________ unsere Ausgaben _______.
auf j-n / etw. (Akk.) Einuss haben – hatte
10. Sie ________________ großen _______________ auf die
Politik ihres Mannes.
T2. Lesen Sie den Text.
TEXT 2: Die deutschen Länder im 19. Jahrhundert
(1) Heute ist Deutschland einе parlamentarisch-demokratische
Republik. Aber es hat lange gedauert, bis sich in Deutschland
eine republikanische Regierungsform durchsetzte. Erst
im zwanzigsten Jahrhundert, später als in den anderen
Industriestaaten Europas, löste sie die Monarchie ab.
(2) Es gab aber schon früher Bestrebungen, in den deutschen
Monarchien demokratische Reformen durchzuführen.
Man verstand nach der Aufklärung und der Französischen

LEKTION 2
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Revolution (1789–1799): Die Zeiten hatten sich geändert und
der Staat musste sich anpassen.
(3) Der preußische König und andere deutsche Herrscher
versprachen Verfassungen sowie Beteiligung der Bürger an
der Macht. Aber dann hielten sie diese Versprechen nicht. Denn
mit dem Sieg über Frankreich 1815 glaubten die Fürsten, dass
auch die demokratischen Ideen erledigt (besiegt) waren. Das
war aber ein Irrtum: In den deutschen Fürstentümern waren
immer mehr Menschen unzufrieden. Denn mit dem Aufblühen
der Industrie bekamen die Bürger immer größere wirtschaftliche
Macht. Jetzt wollten sie auch politischen Einuss.
(4) Ein anderes großes Ziel war es, ein vereinigtes deutsches
Reich zu schaffen. Denn damals gab es keinen großen
deutschen Staat, sondern viele große und kleine Fürstentümer
und Königreiche.
(5) 1848 führten die politischen Spannungen in einigen deutschen
Staaten sowie in Österreich zu Revolutionen. Der Auslöser
war hierfür die Februarrevolution in Frankreich. Die deutschen
Könige versprachen wieder Verfassungen und führten Presseund Versammlungs·freiheit ein.
(6) Am 18. Mai 1848 trat in der Paulskirche in Frankfurt erstmals
die Deutsche National·versammlung zusammen. Da trafen
sich Abgeordnete aus allen deutschen Staaten. Sie sollten
ein Gesetz über die Grundrechte des deutschen Volkes
beschließen und ein Deutsches Reich gründen. Am 28. März
1849 verabschiedete die Versammlung die erste demokratische
Verfassung der Deutschen. Aber die demokratischen Kräfte
konnten sich noch nicht gegen die Fürsten behaupten. Denn
die Fürsten bestimmten über Heer (Armee) und Verwaltung.
Die Reichsverfassung trat nicht in Kraft.
(7) Dennoch bekamen in der Folgezeit viele Fürstentümer
Verfassungen. Aber sie wurden nicht von gesetzgebenden
Versammlungen verabschiedet. Die Fürsten erließen die

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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
Verfassungen unter dem Druck der demokratischen Kräfte.
Aber diese Verfassungen schränkten doch die Macht der
Obrigkeit ein und garantierten die Herrschaft des Rechts und
gewisse Menschenrechte. Man nennt eine Monarchie, deren
Herrscher zwar allein regiert, aber sich an eine Verfassung
hält, „konstitutionelle Monarchie“.
(8) Diese Herrschaftsform übernahm auch das Deutsche Reich,
das Kanzler Otto von Bismarck (1815–1898) im Jahre
1871 gründete. Das war ein Bund der Fürsten und Freien
Städte mit einem mächtigen Kaiser an der Spitze und
seinem Reichskanzler als Regierungschef. Aber das war
auch ein Rechtsstaat, in dem zum Beispiel Meinungs- und
Religionsfreiheit herrschte. Und es gab ein Parlament, den
Reichstag. Die Abgeordneten wählte man in freier und
geheimer Wahl. Wählen durften allerdings nur die Männer,
nicht die Frauen. Aber das war damals in allen europäischen
Demokratien so üblich.
(9) Politisch waren die Abgeordneten einusslos: Sie durften
zwar Gesetze erlassen, aber sie hatten keinen Einuss darauf,
ob man sie auch einhielt. Denn das war das Vorrecht der
Regierung, und die war nur dem Kaiser verantwortlich, nicht
dem Reichstag. Die Parteien führten endlose Debatten, die
aber ohne Erfolg blieben. So bekam der Reichstag einen
schlechten Ruf als „Quasselbude“.
A5. Begriffe aus T2 mit Lautschrift:
Begriff Lautschrift
○ Entstehung f
○ Industriestaat m, Pl.: -en
○ konstitutionlle Monarchie
f, Pl.: Monarchien
[ɛntˈʃteːʊŋ]
[ɪndʊsˈtʁiːˌʃtaːt]
[ˌkɔnstitutsioˈnɛlə monaʁˈçiː],
Pl.: [monaʁˈçiːən]

LEKTION 2
67
○ Bestrebung f, Pl.: -en
○ Aufklärung f
○ Französische Revolution f
○ Preußen, preußisch
○ Beteiligung f
○ unzufrieden
○ Fürstentum n, Pl.:
Fürstentümer
○ Aufblühen n
○ wirtschaftlich
○ daher
○ vereinigt
○ Königreich n, Pl.: -e
○ Pressefreiheit
○ Versammlungsfreiheit
○ der / die Abgeordnete
(Adjektivdeklination – siehe
Lektion 6)
○ Deutsches Reich
○ Armee f, Pl.: -n
○ Verfassung, f, Pl.: -en
○ Paulskirche f
○ Nationalversammlung f
○ dennoch
○ Obrigkeit f, Pl.: -en
○ Regierungschef m, Pl.: -s
○ Parlament n
○ Reichstag m
○ wählen
[bəˈʃtʁeːbʊŋ], Pl.: [...ŋən]
[ˈaʊfˌklɛːʁʊŋ]
[fʁanˈtsøːzɪʃə ʁevoluˈtsioːn]
[ˈpʁɔɪsn], [ˈpʁɔɪsɪʃ]
[bəˈtaɪlɪɡʊŋ]
[ˈʊntsuˌfʁiːdn]
[ˈfʏʁstnˌtuːm], Pl.: [...ˌtyːmɐ]
[ˈaʊfˌblyːən]
[ˈvɪʁtʃaftlɪç]
[daˈheːɐ]
[fɛɐˈʔaɪnɪçt] / […nɪkt]
[ˈkøːnɪkˌʁaɪç]
[ˈpʁɛsəˌfʁaɪhaɪt]
[fɛɐˈzamlʊŋsˌfʁaɪhaɪt]
[ˈapɡəˌʔɔʁdnətə]
[ˈdɔɪtʃəs ʁaɪç]
[aʁˈmeː]
[fɛɐˈfasʊŋ], Pl.: [...уӈэн]
[ˈpaʊlsˌkɪʁçə]
[natsioˈnaːlfɛɐˌzamlʊŋ]
[ˈdɛnɔx]
[ˈoːbʁɪçkaɪt]
[ʁeˈɡiːʁʊŋsˌʃɛf]
[paʁlaˈmɛnt]
[ˈʁaɪçsˌtaːk]
[ˈvɛːlən]

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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
○ geheime Wahl f, Pl.: …
Wahlen
○ Religionsfreiheit f
○ verantwortlich
○ Quasselbude f
[ɡəˈhaɪmə vaːl],
Pl.: […ˈvaːlən]
[ʁeliˈɡioːnsˌfʁaɪhaɪt]
[fɛɐˈʔantvɔʁtlɪç]
[ˈkvaslˌbuːdə]
A6. Ausdrücke aus dem Text 2: Finden Sie Äquivalente.
○ Demokratische
Regierungsform setzte sich
durch.
○ die Beteiligung der Bürger
an der Macht
○ glauben, dass die
demokratischen Ideen
erledigt sind
○ Die politischen
Spannungen führten zu ...
(Dat.)
○ Der Auslöser war hierfür...
○ Presse- und
Versammlungsfreiheit
einführen
○ das Gesetz über die
Grundrechte des
deutschen Volkes
○ sich gegen j-n behaupten
können
○ über Heer und Verwaltung
bestimmten

LEKTION 2
○ von gesetzgebenden
Versammlungen
verabschiedet werden
○ die Macht der Obrigkeit
einschränken
○ Man nennt eine
Monarchie, deren
Herrscher zwar allein
regiert, aber sich an
eine Verfassung hält,
„konstitutionelle
Monarchie“.
○ eine Herrschaftsform
übernehmen
○ in freier und geheimer Wahl
wählen
○ Meinungs- und
Religionsfreiheit
69
○ Die Abgeordneten
(…) hatten keinen
Einuss darauf, ob
man die Gesetze
auch einhielt.
○ einen schlechten Ruf
bekommen
A7. Stellen Sie richtige W-Fragen und Ja/Nein-Fragen zum T2.
1. Seit wann ○ Deutschland ○ eine Republik ○ ist?

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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
2. entstand ○ in Deutschland ○ der Wunsch nach Reformen ○
wann?
3. die Bürger ○ welche Ziele ○ hatten?
4. die Monarchen dazu, ○ Reformen zu versprechen ○ was
brachte?
5. die Könige und Fürsten ○ hielten ○ ihre Versprechen ○ ein?
6. in Deutschland und Österreich ○ in den Jahren 1848–1849 ○
was passierte?
7. Deutschland damals ○ bekam ○ eine Verfassung?
8. hatten ○ welchen Einuss ○ die Revolutionen ○ auf die
Politik der deutschen Länder?
9. wer ○ das Deutsche Reich ○ 1871 ○ gründete?
10. das Deutsche Kaiserreich ○ war ○ wie?
11. welche ○ der Reichstag ○ spielte ○ Rolle?
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