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ivanov666
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Файл:Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten = Историко-правовое страноведение немецкоязычных государств. Ein Lehrbuch
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LEKTION 7
191
4. Was passierte in
Österreich Anfang des
19. Jahrhunderts?
5. Was war in den
Jahren 1848/49 in
Österreich?
6. Wann und
warum kam es zum
Deutschen Krieg?
7. Erzählen Sie über
die Doppelmonarchie.
8. Wie begann der
Erste Weltkrieg?
Die Habsburger waren über
Jahrhunderte Kaiser vom Heiligen
Römischen Reich. Das Reich
zerel 1806 im Laufe von den
napoleonischen Kriegen. Das
Kaisertum Österreich entstand 1804.
Kanzler Metternich war ein mächtiger
Politiker, er wollte die absolute
Monarchie in Europa restaurieren.
Metternich wurde verjagt, aber die
Revolution dauerte auch nicht lange.
Der neue Kaiser, Franz Joseph der
Erste, beendete sie.
Preußen und Österreich kämpften um
die Herrschaft im Deutschen Bund.
Im Jahre 1866 kam es zum Deutschen
Krieg. Der Deutsche Bund löste sich
auf.
Aus dem Kaisertum Österreich
entstanden 1867 zwei konstitutionelle
Monarchien unter einem Herrscher,
die sogenannte „Doppelmonarchie
Österreich-Ungarn“. Die Ungarn
bekamen eine weitgehende
Autonomie, aber die Slawen bekamen
keine. Deshalb gab es oft Konikte.
Am 28. Juni 1914 wurde der
österreichische Thronfolger Franz
Ferdinand ermordet. Das war die
Ursache für den Krieg zwischen
Österreich und Serbien und der
Auslöser für den Ersten Weltkrieg.

192
Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
9. Wie waren die
Folgen des Ersten
Weltkrieges für
Österreich?
10. Erzählen Sie über
die 1930er Jahre in
Österreich
11. Wie entwickelte
sich Österreich
nach dem Zweiten
Weltkrieg?
Die Monarchie el 1918 auseinander.
Österreich verlor Ungarn, Tschechien,
die Slowakei und andere Länder und
wurde eine kleine Republik. Es gab
schwere wirtschaftliche und politische
Probleme.
1934 gab es einen sehr kurzen
Bürgerkrieg in Österreich. Der
Bundeskanzler Dollfuß errichtete
einen autoritären Staat. Dann wollten
die Nationalsozialisten an die Macht
kommen. Sie begannen einen Putsch.
Dollfuß wurde getötet. 1938 erfolgte
der „Anschluss“ von Österreich an
Nazi-Deutschland.
Die Alliierten besetzten Österreich.
Seit 1955 ist es ein souveräner und
neutraler Staat.

LEKTION 8
A1. Grammatik: Konjunktionen und Konjunktionaladverbien
○ Es gibt nebenordnende und unterordnende Konjunktionen.
○ Nebenordnende Konjunktionen (und, aber, denn, oder, sondern,
doch2) sind keine Satzglieder und stehen auf Position 0:
⟩⟩ Wir bleiben lieber zu Hause, denn es regnet ziemlich stark.
(Vgl.: Es regnet ziemlich stark.)
○ Unterordnende Konjunktionen schicken das Verb ans Ende des
Satzes.
Das heißt: Ein Nebensatz (= ein abhängiger Satz) beginnt mit
einer unterordnenden Konjunktion (dass, weil, obwohl, wenn,
als…) und endet mit dem niten Verb:
⟩⟩ Als ich mich an der Uni immatrikulierte, war ich 17 Jahre alt.
(Vgl.: Ich immatrikulierte mich...)
○ Konjunktionaladverbien sind vollständige Satzglieder.
Sie stehen auf Position I und nicht auf Position 0, wie die
nebenordnenden Konjunktionen. Auf der Position II steht das
nite Verb und auf der Position III das Subjekt:
⟩⟩ Du bist ganz müde. Trotzdem arbeitest du weiter. (Vgl.: Du
arbeitest weiter.)
Möglich ist auch die Stellung des Konjunktionaladverbs nach
dem Subjekt und dem Vollverb:
⟩⟩ Du bist ganz müde. Du arbeitest trotzdem weiter.
○ Es gibt viele Typen von Konjunktionaladverbien:
○ kopulative
Konjunktionaladverbien
außerdem; dazu; daneben;
darüber hinaus; auch; ebenso;
weiter; zusätzlich
○ temporale K. davor; danach; dann; (und) da;
daraufhin; noch; inzwischen
2
Die Konjunktion doch kann auch in der Position 1 stehen.

194
Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
○ kausale K. also; folglich; damit; daher,
deshalb, deswegen, darum;
nämlich
○ konditionale und
konsekutive K.
sonst/ansonsten; andernfalls; so;
dann
○ konzessive K. dennoch, trotzdem; allerdings;
sowieso
○ restriktive K. nur, lediglich; erst
○ adversative K. dagegen; stattdessen; allerdings,
jedoch; dennoch; nur; vielmehr
A2. Vollenden Sie die Sätze richtig, indem Sie den Kommentaren
folgen.
Die Konjunktionen denn; weil, da; deshalb, darum, deswegen
gehören zwar zu unterschiedlichen Gruppen, aber sie drücken
alle Ursache-Wirkung-Beziehungen. Die nebenordnende
Konjunktion denn sowie die unterordnenden weil und da
geben die Ursache an, während die Adverbien deshalb, darum,
deswegen die Folge ausdrücken:
⟩⟩ Sie müssen entscheiden, denn es ist Ihr Schiff.
⟩⟩ = Sie müssen entscheiden, weil es Ihr Schiff ist.
⟩⟩ = Es ist Ihr Schiff, deshalb müssen Sie entscheiden.
1. a) Die Matrosen wollten 1918 nicht in den Krieg ziehen, denn
der Krieg war schon verloren.
b) Die Matrosen wollten nicht in den Krieg ziehen, weil
______________________________.
c) __________________ schon verloren, deshalb _________
___________________________.
2. a) ________________ eher schwach, denn ______________
_________________________.

LEKTION 8
195
b) Weil es viele mächtige Fürsten gab, war das Reich eher
schwach. (HRR, 10 Jh. – 1806)
c) ______________ viele mächtige Fürsten, deshalb _______
___________________________.
3. a) _____________ oft Konikte, denn __________________
_________________________.
b) _____________ oft Konikte, weil ___________________
__________________________.
c) Die Slawen bekamen keine Autonomie, deshalb gab es oft
Konikte. (Österreich-Ungarn, 19 Jh.)
Die Konjunktionen obwohl, trotzdem/dennoch drücken eine
Konzession aus. Dabei führt die unterordnende Konjunktion
obwohl die Einschränkung ein, und die Konjunktionaladverbien
trotzdem/dennoch geben eine Situation an, die sich trotz einer
Einschränkung realisiert hat:
⟩⟩ Er rauchte, obwohl der Arzt ihm das Rauchen verboten hatte.
⟩⟩ Der Arzt hatte ihm das Rauchen verboten, trotzdem rauchte er.
1. a) __________________________________________ in den
Westen zu iehen,
b) Die Mauer war schon gebaut, dennoch versuchten viele
Menschen in den Westen zu iehen. (DDR, 1961)
2. a) 1933 wird Hitler Reichskanzler, obwohl die NSDAP nicht
die Mehrheit im Reichstag hat.
b) _____________________________ nicht die Mehrheit im
Reichstag, trotzdem
3. a) Obwohl Hindenburg Hitler eigentlich nicht mochte, hat er
ihm zur Macht verholfen.
b) ________________________________ eigentlich nicht,
trotzdem

196
Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
A3. Wandeln Sie Präteritum und Perfekt ins Präsens um.
sich zusammenschließen – schlossen sich zusammen –
haben sich zusammengeschlossen
1. Die beiden Gruppen haben sich zusammengeschlossen, um
das gemeinsame Ziel zu erreichen.
Präsens: __________________________________________
__________________________________________________
j-n/etw. (Akk.) j-n/etw. (Akk.) nennen – nannte – hat
genannt
2. Wieso nanntest du ihn einen armen Mann?
Präsens: __________________________________________
_________________________________________________
etwas für sich (Akk.) behalten – behielt – hat behalten
3. Du hast deine Notizen niemandem gezeigt, du hast sie ganz
für dich behalten.
Präsens: __________________________________________
__________________________________________________
sich j-m/etw. (Dat.) anschließen – schloss sich an – hat
sich angeschlossen
4. Er hat sich uns in Paris angeschlossen.
Präsens: __________________________________________
__________________________________________________
j-n/etw. (Akk.) in j-n/etw (Akk.) verwandeln – verwandelte –
hat verwandelt
5. Die böse Zauberin verbannte mich in dieses Land und
verwandelte in ein Ungeheuer.
Präsens: __________________________________________
__________________________________________________

LEKTION 8
sich aus etwas (Dat.) heraushalten – hielt sich heraus –
hat sich herausgehalten
6. Aus diesem Streit hielt ich mich heraus.
Präsens: __________________________________________
__________________________________________________
etw (Akk.) festhalten – hielt fest – hat festgehalten
7. Ihre Erlebnisse hat sie in ihrem Tagebuch festgehalten.
Präsens: __________________________________________
__________________________________________________
j-m (Dat.) etw. (Akk.) ermöglichen – ermöglichte – hat
ermöglicht
8. Diese Technologien haben unsere moderne Welt ermöglicht.
Präsens: __________________________________________
__________________________________________________
sich an etwas (Dat.) beiteiligen – beteiligte – hat beteiligt
197
9. Er beteiligte sich lebhaft an der Diskussion.
Präsens: __________________________________________
__________________________________________________
T8. Lesen und übersetzen Sie den Text:
TEXT 8: Schweizer Geschichte
(1) Die Schweiz ist eine Willensnation: Sie bildet weder ethnisch
noch sprachlich noch religiös eine Einheit. Seit 1848 ist sie ein
Bundesstaat – einer von weltweit 28 und unter diesen, nach
den Vereinigten Staaten von Amerika, der zweitälteste.
Die Gründung der Eidgenossenschaft
(2) Der Kern der heutigen Schweiz entstand im 13. Jahrhundert.
Die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden schlossen

198
Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
sich gegen die Habsburger zusammen. Der Legende nach
haben sich drei Männer auf der Rütliwiese getroffen und
geschworen, sich gegenseitig zu helfen. Man nennt dies
den Rütlischwur. Später wurde ein Vertrag geschrieben, der
Bundesbrief. Er ist heute im Bundesbriefarchiv in Schwyz
ausgestellt. Als Datum steht „Anfang August 1291“ darunter.
So feiern die Schweizer auch heute noch ihren Nationalfeiertag
am 1. August.
(3) Der Bund hieß ursprünglich die Eidgenossenschaft, weil
die drei Genossen einen Eid geleistet hatten. Jeder Kanton
behielt aber viele Rechte für sich. Zwischen den Kantonen
gab es Grenzen mit Zollstationen und die Währungen
waren verschieden. Immer mehr Kantone schlossen sich der
Eidgenossenschaft an. Andere Gebiete wurden erobert. So
wuchs die Eidgenossenschaft. Seit dem Jahr 1815 hat sie die
heutigen Grenzen.
Die Reformation und der Dreißigjährige Krieg
(4) Ulrich Zwingli (1484–1531) war Pfarrer in Zürich. Er war
von Martin Luthers (1483–1546) Schriften begeistert. Er
hatte jedoch eine andere Vorstellung von der Bedeutung
des christlichen Abendmahls als Luther. Für ihn hatte das
Abendmahl eine symbolische Bedeutung, während Luther der
Überzeugung war, dass Christus Wein und Brot tatsächlich
verwandelt hat.
(5) So kam es in der Schweiz zu einer anderen Reformation
als in Deutschland. Wenn man die Anhänger Zwinglis und
später auch Calvins (1509–1564) meint, spricht man von
den „Reformierten“. Die Anhänger Luthers nennt man
dabei die „Lutheraner“. Auch heute noch unterscheidet man
„evangelisch-reformiert“ und „evangelisch-lutherisch“.
(6) Wie überall in Europa kam es auch in der Schweiz zu
heftigen Religionskriegen. Die Schweiz beschloss am
Ende, dass die Entscheidung, welchem Glauben man nun

LEKTION 8
199
anhängt, die einzelnen Kantonen treffen sollten. Schon aus
dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) hielten sich die
Schweizer heraus. Während weite Teile Europas an diesem
Krieg beteiligt waren, blieb die Eidgenossenschaft neutral.
Eine wichtige Folge des Dreißigjährigen Kriegs war die
Unabhängigkeit vom Heiligen Römischen Reich. Man hielt
sie im Westfälischen Friedensvertrag von 1648 fest.
18. und 19. Jahrhundert
(7) Gegen Ende des 18. Jahrhunderts besetzte das revolutionäre
Frankreich die Schweiz und errichtete die Helvetische
Republik, einen zentralistischen Staat nach französischem
Vorbild. Bald brachen innere Kämpfe aus, französische
Truppen kamen erneut in die Schweiz. 1803 unterschrieb
Napoleon in Paris die Mediationsakte, die Helvetische
Republik wurde wieder ein Staatenbund von damals 19
Kantonen.
(8) Der Grundstein für die moderne Schweiz wurde schließlich mit
der Annahme der Verfassung von 1848 gelegt. Sie brachte eine
zentralistischere Form und einen einzigen Wirtschaftsraum,
der den kantonalen Rivalitäten ein Ende setzte und so eine
wirtschaftliche Entwicklung ermöglichte. Trotz dieser
Fortschritte war das 19. Jh. eine schwierige Zeit für viele
Menschen in der Schweiz. Armut, Hunger und schlechte
Arbeitsaussichten führten zu einer Auswanderungswelle,
u.a. nach Nord- und Südamerika.
Die Schweiz im 20. Jahrhundert
(9) Innenpolitisch fand ein Wandel in Richtung
Mehrparteiensystem statt. Während zu Beginn des
Jahrhunderts eine Partei alle Posten im Bundesrat (Schweizer
Regierung) besetzte, gab es Ende des Jahrhunderts vier
Parteien im Bundesrat. Das Agrarland Schweiz entwickelte
sich zu einem Industriestaat. Das hatte zur Folge, dass mehr
Menschen einwanderten als auswanderten. Der Lebensstandard

200
Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
erhöhte sich wesentlich. Arbeitsbedingungen und die soziale
Sicherheit wurden immer besser, das Warenangebot reicher.
Mit der Entwicklung der Exportwirtschaft änderte sich auch
das Verhältnis zu Europa und dem Rest der Welt. Politisch
blieb die Schweiz zwar neutral – sie beteiligte sich nicht aktiv
an den beiden Weltkriegen – die Neutralität war jedoch immer
wieder Gegenstand heftiger Diskussionen.
Nach: https://klexikon.zum.de/wiki/Schweiz, https://www.kinderweltreise.
de/kontinente/europa/schweiz/daten-fakten/geschichte-politik/geschichte-
https://www.myswitzerland.com/de-de/planung/ueber-die-schweiz/
geschichte-der-schweiz/ (abgerufen am 05.05.2024)
А4. Begriffe aus dem Text mit Lautschrift:
Begriff Lautschrift
politik-2/,
○ die Schweiz, die
Schweizerische
[ʃvaɪts]
[ˌʃvaɪtsəʁɪʃə ˈaɪtɡəˌnɔsnʃaft]
Eidgenossenschaft
○ Schwyz [ʃviːts]
○ Willensnation f, Pl.: -en
○ weder ethnisch noch
[ˈvɪlənsnaˌtsioːn]
[ˈveːdɐ ˈeːtnɪʃ nɔx ʁeliˈɡiøːs]
religiös
○ Eidgenossenschaft f
○ Kanton m Pl.: -e
Urkantone Uri, Schwyz und
Unterwalden
[ˈaɪtɡəˌnɔsnʃaft]
[kanˈtoːn]
[ˈuːɐkanˌtoːnə ˈuːʁi ʃviːts ʊnt
ˌʊntɐˈvaldn]
○ die Rütliwiese [ˈʁy:tliˌvi:zə]
○ Rütlischwur m
○ Bundesbrief m
○ Nationalfeiertag m, Pl.: -e
[ˈʁy:tliˌʃvuːɐ]
[ˈbʊndəsˌbʁiːf]
[natsioˈnaːlˌfaɪɐtaːk], [..taːɡə]
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