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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten = Историко-правовое страноведение немецкоязычных государств. Ein Lehrbuch

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LEKTION 7
⟩⟩ Wo liegt der Bleistift? – Auf dem Schreibtisch. ⟩⟩ Wohin hast du den Bleistift gelegt? – Auf den Schreibtisch.
Die Wechselpräpositionen fordern auch den Dativ, wenn sie
auf die Frage wann? antworten:
⟩⟩ An diesem Tag, auf/in der Woche, in zwei Monaten, vor dem nächsten Montag.
Aber falls man andere Präpositionen benutzt, ist ihre Rektion oder die Verbrektion wichtiger:
⟩⟩ – Wohin fährst du? ⟩⟩ – Zur Universität. (zu + Dat.). ⟩⟩ Auf wen wartest du? (warten auf + Akk.).
Merken Sie sich Unterschiede zwischen Verwendung der Präpositionen im Deutschen und Russischen:
⟩⟩ zu Hause sein ⟩⟩ aus diesem Grund ⟩⟩ sich für etw. interessieren (aber: an etw. interessiert sein) ⟩⟩ Fragen beantworten
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A8. Wählen Sie die richtigen Präpositionen aus und bestimmen Sie den Kasus von den unterstrichenen Präpositionalobjekten:
Asyl, Flucht, Flüchtlinge
1. Das Wort Asyl ([aˈzyːl], von griech. ἄσυλος) kommt _______ d____ griechisch_____ Sprache und heißt übersetzt so viel wie „sicher“ oder „nicht ________ Räuber ________ (Pl.) überfallen werden“.
2. Gründe _________ ein __________ Flucht (f) können sehr unterschiedlich sein.
3. Asyl (n) wollen z.B. die Menschen haben, die ______ ein____ Krieg (m) geüchtet sind.
4. Ein Flüchtling kann seine Heimat nicht immer ________ d______ normale Grenze verlassen.
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5. Manche Leute bringen Geüchtete ________ Geld _____ ein____ sicher____ Land (n).
6. Ein Flüchtling sucht einen sicheren Ort _______ sich und sein____ Familie (f).
7. ______ Asyl darf man _____ ein____ anderen Land bleiben.
8. Wer sich _______ Asyl bewirbt, ist ein Asylbewerber.
9. Wer kein Asyl bekommt, muss zurück ___________ seine Heimat (gehen).
А9. Grammatik + Lexik: Ursache und Wirkung beschreiben Historiker und Juristen müssen oft Ursache-Wirkungs-
Beziehungen zwischen Ereignissen verstehen. Dabei beantworten sie folgende Fragen:
⟩⟩ Was führte zu... (Dat.)? ⟩⟩ Was führte dazu, dass... (+ Nebensatz)? ⟩⟩ Wozu führte(n)... (Nom.)?
Ein Aussagesatz kann wie folgt lauten: Ereignis A führt/ führte zum Ereignis B“:
⟩⟩ Ein Missverständnis (Ursache) führte zum Konikt (Wirkung).
Übung: Bilden Sie korrekte und logisch gültige Aussagen nach dem Muster. a) Ursache U und Wirkung W sind durch Substantive
ausgedrückt.
1. U: der Preußisch-Österreichische Krieg von 1866 um die Vorherrschaft im Deutschen Bund
W: Gründung des deutschen Kaiserreiches ohne Österreich
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2. U: andauernde Streitigkeiten zwischen den großen europäischen Mächten
W: der Erste Weltkrieg
3. U: der Streit zwischen Siegermächten
W: die Teilung Deutschlands
b) Ursache U und Wirkung W sind durch ganze Sätze
ausgedrückt.
Muster: ⟩⟩ Ursache: Eine Frau (63) hat am Abend des Ostersonntags
vergessen, einen Bekannten an einer Bushaltestelle zu grüßen.
Wirkung: Das führte dazu, dass der Betrunkene ausrastete1 (Nebensatz).
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U: Vom 14. Juni 1866 bis zum 23. August 1866 kam es zum sogenannten Deutschen Krieg, bei dem Preußen und Österreich gegeneinander kämpften. W: Österreich wurde nicht Teil des Deutschen Kaiserreiches (1871).
U: Großbritannien, Frankreich, das Deutsche Reich, Österreich­Ungarn und Russland wollten ihre Macht vergrößern. Sie bestrebten mehr wirtschaftlichen Einuss auf den Weltmärkten. W: Mehrere Länder hatten sich verbündet und kämpften gegeneinander (1914 – 1918).
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Nach: https://www.vienna.at/frau-vergass-bekannten-in-wien-donaustadt-zu-
gruessen-mit-umbringen-bedroht/7380385 (abgerufen am 17.04.2024)
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
U: Kurz nach Kriegsende gerieten die USA, Großbritannien und Frankreich mit der Sowjetunion in Streit darüber, wie es mit Deutschland weitergehen sollte.
W: Deutschland wurde von 1949 bis 1990 in zwei Staaten geteilt.
A10. Bedeutung und Gebrauch des Verbs „sich aussuchen“
sich (Dat.) j-n / etw. (Akk.) aussuchen bedeutet (sich) etw.
auswählen. Man gebraucht die beiden nach dem Muster: jemand sucht/wählt sich / j-m (Dat.) etwas (Akk.) aus:
⟩⟩ Die Kinder dürfen sich ihre Kleidung selbst aussuchen. ⟩⟩ Ich suchte mir bewusst Japan als Reiseziel aus, denn ich
hoffte dort abnehmen zu können.
Übung. Stellen Sie den Text wieder her, indem Sie die Begriffe aus dem „Wortspeicher“ sinngemäß einsetzen.
verkaufen – haben – reisen – suchen – arbeiten –
mitbestimmen – aussuchen – auszusuchen – wählen ... mit
Unterstreichen Sie unten die Verben, die im Text nicht als Innitive benutzt werden.
Was bedeutet es, wenn ein Land EU-Mitglied ist?
Im Jahre 1995 traten Schweden, Finnland und Österreich der Europäischen Union bei. Damit waren bereits 15 Länder in der EU. Wenn ein Land Mitglied der Europäischen Union ist, dann hat das Land mehrere Rechte. Die Regierung dieses Landes darf _________, was in der EU passiert. Außerdem _____________ die Staatsbürger so eines Landes das Europäische Parlament _____________.
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Die Staatsbürger eines Landes, das Mitglied ist, sind auch EU­Bürger. Sie _____________ Rechte in der gesamten EU. Zum Beispiel dürfen sie sich _________________ (= „auswählen“), in welchem Land der EU sie wohnen und _____________ wollen. Eine Schwedin kann zum Beispiel nach Belgien _____________, und sich dort eine Wohnung _________________. Das Recht, sich den Wohnort __________________________ (= „auszuwählen“), ist eine der europäischen Freiheiten. Ein Mitgliedsland gehört zum sogenannten Gemeinsamen Markt. Wer Waren oder Dienstleistungen hat, darf sie in allen Mitgliedsländern _____________________.
B1. Lesen Sie die zusätzlichen Informationen zum Text 7 (T7): Heiliges Römisches Reich
Das Heilige Römische Reich war ein Herrschaftsgebiet in der Mitte von Europa. Es war ein Vorläufer des heutigen Deutschlands. Auch die Schweiz und Österreich gehörten im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit dazu. Weil es im Reich viele mächtige Fürsten gab, war das Reich eher schwach. Viele Geschichtswissenschaftler meinen, dass das Heilige Römische Reich im Jahr 962 begann: Damals ließ Otto der Große sich zum Kaiser krönen. Das Heilige Römische Reich wurde seit Ende des Mittelalters manchmal so genannt: „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“. Das Heilige Römische Reich (Deutscher Nation) endete 1806 mit der Abdankung von Kaiser Franz II. Joseph Karl (1768–1835, letzter römischer Kaiser seit 1792, als Franz I. Kaiser von Österreich seit 1804).
Nach: https://klexikon.zum.de/wiki/Heiliges_Römisches_Reich
(abgerufen am 17.04.2024)
Großdeutsche und kleindeutsche Lösung
In der Frankfurter Nationalversammlung diskutierten Abgeordnete während der Revolution 1848/49 über die
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Streitfrage, ob man für ein vereinigtes Deutschland die „großdeutsche“ oder „kleindeutsche Lösung“ anstreben solle. Während die Großdeutschen Österreich mit einbeziehen wollten, sprachen sich Vertreter der kleindeutschen Lösung für den Ausschluss Österreichs vom deutschen Nationalstaat aus.
Nach: https://www.geschichte-abitur.de/lexikon/uebersicht-
revolution-1848-49/grossdeutsche-und-kleindeutsche-loesung
(abgerufen am 17.04.2024)
Österreichisch-Ungarischer Ausgleich
1867 kam es zum Österreichisch-Ungarischen Ausgleich (Ausgleich heißt hier „Kompromiss, Herstellung eines Gleichgewichts, Versöhnung“): Aus dem Kaisertum Österreich wurde die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Der Herrscher war nun Kaiser von Österreich und zugleich König von Ungarn. Jede Reichshälfte hatte ihre eigene Verfassung, Gesetzgebung und Verwaltung. Franz Joseph I. hatte sich zu diesem Schritt gezwungen gesehen, um den ungarischen Widerstand zu brechen, aber auch, um sich nach dem verlorenen Krieg gegen den Deutschen Bund ein Jahr zuvor zu behaupten. Bis zu seinem Tod 1916 blieb Franz Joseph auf dem Thron, dann folgte ihm sein Großneffe Karl I. Ungarn war in dieser Zeit wesentlich größer als das heutige Staatsgebiet. Viele verschiedene Völker lebten damals in Ungarn, was immer wieder zu Spannungen führte.
Völker und Sprachen in Österreich-Ungarn
1910 hatte Österreich-Ungarn 51,4 Millionen Einwohner. Die „Realunion“ bestand aus zwei Hälften: Cisleithanien („diesseits“, also westlich des Flusses Leitha) und Transleithanien („jenseits“ / östlich der Leitha). In der westlichen Hälfte lebten Deutsche, Tschechen, Italiener und andere Völker. In der östlichen Hälfte
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lebten Ungarn, Rumänen, Serben und ebenfalls noch einige weitere Völker. In der Donaumonarchie wurden gesprochen: Deutsch (von 23,36% der Bevölkerung), Ungarisch (19,57%), Tschechisch (12,54%), Polnisch (9,68%), Kroatisch und Serbisch (8,52%), Ruthenisch (7,78%), Rumänisch (6,27%), Slowakisch (3,83%), Slowenisch (2,44%), Italienisch (1,50%), Sonstige – 4,51%. Im Westen sollten die Menschen Deutsch können, im Osten Ungarisch, auch wenn sie eine andere Muttersprache hatten.
Nach: https://www.österreich-ungarn.de/demograe.html
(abgerufen am 17.04.2024)
Bürgerkrieg in Österreich
Der Österreichische Bürgerkrieg vom 12.2–15.2.1934 war die Folge eines lang schwelenden Konikts zwischen der Heimwehr (diese paramilitärischen „Selbstschutzverbände“ standen dem christlich-sozialen Lager und der Bundesregierung nahe) einerseits und dem Republikanischen Schutzbund (Sozialdemokraten und Gewerkschaften) andererseits. Die Lage eskalierte am 12. Februar 1934, als die Sozialdemokraten gegen eine Waffensuchaktion der Polizei bewaffneten Widerstand leisteten. In deren Folge kam es zu schweren Kämpfen zwischen dem Schutzbund und der Heimwehr, Polizei und Bundesheer. Die Folge dieser blutigen Auseinandersetzungen, die vor allem in Industriegebieten (Wien, Steiermark etc.) ausgetragen wurden, waren 300 Tote.
Nach: https://mein-lernen.at/geschichte-3/oesterreich-1918–1945/
osterreichischer-burgerkrieg-1934/ (abgerufen am 17.04.2024)
Ständestaat
Im Jahr 1933 gab es Streit im österreichischen Parlament, dem Nationalrat. Bundeskanzler Engelbert Dollfuß nutzte die
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Gelegenheit: Er hinderte das Parlament daran, sich wieder zu treffen und Dinge zu entscheiden. Später verbot er manche Parteien. Das Land erhielt im Jahr 1934 eine neue Verfassung, die Maiverfassung. Seitdem war Österreich ein „christlicher, deutscher Bundesstaat auf ständischer Grundlage“. Mit „ständisch“ war gemeint, dass nicht einfach so das Volk herrschen sollte. Stattdessen war das Volk in Stände gegliedert, also in Gruppen je nach dem, wo man wohnte und welchen Beruf man hatte. Die Regierung des Ständestaats wurde von konservativen und nationalistischen Politikern unterstützt. Die Regierung war gegen alles, was links war: gegen den Liberalismus, gegen die Sozialdemokraten und auch gegen die Kommunisten.
Nach: https://klexikon.zum.de/wiki/Ständestaat_(Österreich)
(abgerufen am 17.04.2024)
Neutralität
Wenn ein Land neutral ist, bedeutet das, dass dieses Land nicht an Kriegen anderer Länder teilnimmt. Viele Länder haben sich für die Neutralität entschieden, in Europa z.B. Irland, die Schweiz und Österreich. Österreich wurde ein neutrales Land im Jahre 1955, also in der Zeit des Kalten Krieges. Das bleibt es bis heute, selbst wenn es inzwischen in der Europäischen Union ist. Österreich ist aber nicht dem Militärbündnis NATO beigetreten, wie das seine Nachbarn getan haben.
Nach: https://www.politik-lexikon.at/neutralitaet/
(abgerufen am 17.04.2024)
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B2. Formen Sie die Passivsätze in Aktivsätze um. Bitte beachten Sie: a) Die Zeit des Satzes – Präsens oder Präteritum – bleibt unverändert; b) Das „von + Dativ“-Objekt wird zum Subjekt des Aktivsatzes; wenn es kein „von + Dativ“ gibt, dann setzen wir das Pronomen „man“ als Subjekt ein.
1. Österreich wurde als „Ostarrichi“ erstmals im Jahr 996
erwähnt.
2. Der Grundstein für den späteren Vielvölkerstaat wurde von
den österreichischen Habsburgern gelegt.
3. 1871 wurde das Deutsche Kaiserreich ausgerufen.
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4. Auch jetzt werden in Österreich viele Sprachen gesprochen.
5. So wurde der lange währende Widerstand der Ungarn gegen
die habsburgische Herrschaft gebrochen.
6. Die Abgeordneten werden von den Staatsbürgern gewählt.
7. Am 28. Juni 1914 wurden der österreichisch-ungarische
Thronfolger und seine Frau von Gavrilo Princip ermordet.
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8. Von welchen Parteien wird die österreichische Politik
geprägt?
9. Im 2. Weltkrieg wurde Österreich von den Alliierten besetzt.
10. Der österreichische Bundeskanzler wird vom
Bundespräsidenten ernannt.
Z7. Zusammenfassung vom Thema 7 in Fragen und Antworten.
Frage Antwort
1. Wann ist Österreich
entstanden? Welche Dynastie regierte dort hauptsächlich?
2. Wie wurde
Österreich zur Großmacht?
Österreich entstand 996. Die Habsburger herrschten dort fast die ganze Zeit ab dem Ende des 13. Jahrhunderts und bis 1918.
Im 16. und im 17. Jahrhundert führte Österreich erfolgreiche Kriege gegen die Türkei. Im 18. Jahrhundert erlebte Österreich unter der Kaiserin Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph dem Zweiten einen Aufstieg.
3. Wie und wann
begann die Entwicklung des österreichischen
Es begann noch im 16. Jahrhundert. Die österreichischen Habsburger wurden Herrscher von Ungarn und Böhmen.
Vielvölkerstaates?