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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten = Историко-правовое страноведение немецкоязычных государств. Ein Lehrbuch

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stttnden – fand statt – hat stattgefunden
5. Die DSH-Prüfung fand in der Regel 6 Wochen vor Vorlesungsbeginn statt. (DSH = Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang)
um etwas (Akk.) kämpfen – kämpfte – hat gekämpft
6. Die Athleten kämpften um die Medaillen [meˈdaljən] hart.
die Ursache für etw. (Akk.) sein – war – ist gewesen
7. Was war die Ursache für die Epidemie?
zu j-m / etw. (Dat.) zählen – zählte – hat gezählt
8. Frankfurter Hauptbahnhof zählte zu den besten Bahnhöfen Europas.
blehnen – lehnte ab – hat abgelehnt
9. Große Teile der Bevölkerung lehnten bürgerliche Demokratie und Republik ab.
scheitern – scheiterte – ist gescheitert
10. Das ehrgeizige Projekt scheiterte aus unterschiedlichen Gründen.
an j-n / etw. (Akk.) gehen – ging – ist gegangen
11. Der Friedensnoblpreis ging an drei Frauen – zwei aus Afrika, eine aus dem Nahen Osten.
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
sich zu etw. (Dat.) entwickeln – entwickelte sich – hat sich entwickelt
12. Im Mittelalter entwickelte sich Köln zur damals größten Stadt Deutschlands.
T7. Lesen und übersetzen Sie den Text:
TEXT 7: Geschichte Österreichs
(1) Österreich wurde als „Ostarrichi“ erstmals im Jahr 996
erwähnt. Ab dem Ende des 13. Jahrhunderts stand das Land unter der Herrschaft der Habsburger. Sie bauten durch eine geschickte Heirats- und Bündnispolitik ein Weltreich auf. Ab 1438 trugen die Habsburger fast ununterbrochen die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches.
Aufstieg zur Großmacht
(2) Im 16. Jahrhundert erfolgte die Teilung des Hauses Habsburg
in eine spanische und in eine österreichische Linie. Letztere bekam 1526 durch Inkrafttreten eines Erbvertrages Böhmen und Ungarn und legte so den Grundstein für den späteren Vielvölkerstaat. Durch die Abwehr der Osmanen im 16. und die Siege über sie im 17. Jahrhundert begann der Aufstieg Österreichs zur Großmacht. Im 18. Jahrhundert schufen die Herrscherin Maria Theresia und ihr Sohn Joseph II. mit ihren Reformen die Grundlagen für einen modernen Staat: zentrale Verwaltung, Schulpicht, Aufhebung der Leibeigenschaft.
(3) Kaiser Franz II.
(später Franz I. von Österreich)
(Nom.)
begründete 1804 das Kaisertum Österreich, 1806 legte er die bedeutungslos gewordene römisch-deutsche Kaiserkrone nieder.
(Nom.)
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Kaisertum Österreich (1804–1867)
(4) Österreich war ein Vielvölkerstaat, in dem viele Sprachen
gesprochen wurden. Ab 1815 gehörte es zum Deutschen Bund. Klemens von Metternich (1773–1859), österreichischer Staatskanzler, wurde zu einem der mächtigsten Männer Europas. Sein Ziel war die Restauration – er wollte die alte Ordnung in Europa wiederherstellen und die absolute Monarchie erhalten.
(5) Die Revolution von 1848/49 fand auch in Österreich
statt. Metternich wurde verjagt. Die Menschen forderten Demokratie und Unabhängigkeit. Mit der Übernahme des Throns durch Franz Joseph I.(Akk.) (1830–1916) wurde die Revolution beendet.
(6) Preußen und Österreich kämpften nun um die Vorherrschaft im
Deutschen Bund. 1866 kam es zum Deutschen Krieg und der Deutsche Bund löste sich auf. Preußen und seine Verbündeten gewannen den Krieg. 1871 wurde das Deutsche Kaiserreich ausgerufen – ohne Österreich.
(7) Diese Ereignisse schwächten Franz Joseph I.
politisch,
(Akk.)
und er musste einige tiefgreifende Reformen durchführen. Aus dem einheitlichen Kaisertum Österreich entstanden zwei konstitutionelle Monarchien.
Doppelmonarchie Österreich-Ungarn (1867–1918)
(8) 1867 entstand die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn als
Zusammenschluss („Realunion“) von zwei unabhängigen Staaten unter einem gemeinsamen Herrscher. So wurde der lange währende Widerstand der Ungarn gegen die habsburgische Herrschaft gebrochen. Der „Ausgleich“ brachte den Ungarn eine weitgehende Autonomie. Aber er führte zum Protest anderer Nationalitäten, insbesondere der Slawen.
(9) Letztlich war der Nationalitätenkonikt die Ursache für den
Ersten Weltkrieg und den Zerfall der Donaumonarchie. Am
28. Juni 1914 erschoss ein serbischer Nationalist in Sarajevo
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand. Österreich-Ungarn erklärte am 28. Juli 1914 Serbien den Krieg. Dieser Konikt entwickelte sich zum Ersten Weltkrieg.
(10) Die Doppelmonarchie zählte zu den europäischen
Großmächten. Nach der Fläche war Österreich-Ungarn der zweitgrößte Staat Europas, von der Bevölkerung her – der drittgrößte.
Nach dem 1. Weltkrieg
(11) Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs (1918) el das Land
auseinander. Seitdem gab es Österreich („Deutschösterreich“) und Ungarn als die eher kleinen Länder, die man heute kennt. Andere Teile gingen an die Tschechoslowakei, Polen, Italien, Jugoslawien und Rumänien.
(12) Österreich wurde zur Republik. Die „Erste Republik“ musste
mit vielen Problemen kämpfen: Nach dem Ersten Weltkrieg war die wirtschaftliche Lage schlecht, das Geld wurde immer weniger wert (Ination), und viele Menschen waren arbeitslos und hungerten. Politisch war die Zeit – wie in Deutschland – nicht stabil.
(13) 1934 kam es in Österreich zu einem Bürgerkrieg. Mit der
Maiverfassung 1934 errichtete Bundeskanzler Engelbert Dollfuß (1892–1934) einen autoritären Ständestaat. Dollfuß stand dem italienischen Faschismus nah, lehnte aber den Nationalsozialismus in Deutschland ab. Im Juli desselben Jahres starteten die österreichischen Nationalsozialisten einen Putschversuch. Der Putsch scheiterte, doch Bundeskanzler Dollfuß wurde in seinen Regierungsräumen getötet.
(14) Am 12. März 1938 marschierte die Deutsche Wehrmacht
in Österreich ein und gliederte das Land als „Ostmark“ ins nationalsozialistische Deutsche Reich ein.
Die „Zweite Republik“ (nach 1945)
(15) Nach dem 2. Weltkrieg war Österreich zunächst von den
Alliierten besetzt, erhielt 1955 jedoch durch den Staatsvertrag
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seine Souveränität zurück. Österreich wurde ein neutrales Land.
Seit 1. Januar 1995 ist Österreich Mitglied der Europäischen
Union.
Nach: https://www.kinderweltreise.de/kontinente/europa/
oesterreich/daten-fakten/geschichte-politik/geschichte-oesterreichs-
ii/ https://www.demokratiezentrum.org/bildung/angebote/lernmodule/
demokratieentwicklung-2/probleme-der-ersten-republik/ und
https://www.geschichtslehrer.in/index.php?actualid=34&owtext_id=75
(abgerufen am 14.04.2024)
A4. Begriffe aus dem Text mit Lautschrift:
Begriff Lautschrift
Habsburger, habsburgisch ununterbrochen Heiratspolitik f Heiliges Römisches Reich
[ˈhaːpsˌbʊʁɡɐ] [haːpsˌbʊʁɡɪʃ] [ˈʊnʔʊntɐˌbʁɔxn] [ˈhaɪʁaːtspoliˌtɪk] [ˈhaɪlɪɡəs ˈʁøːmɪʃəs ˈʁaɪç]
(HRR)
österreichische Linie f Inkrafttreten n Erbvertrag m, Pl.: ..träge Böhmen Schulpicht f Aufhebung der
Leibeigenschaft f
Klemens von Metternich Restauration f Unabhängigkeit f Vorherrschaft f der/die Verbündete
[ˈøːstəʁaɪçɪʃə ˈliːniə] [ɪnˈkʁaftˌtʁeːtn] [ˈɛʁpfɛɐˈtʁaːk] [ˈbøːmən] [ˈʃuːlˌpɪçt] [ˈaʊfˌheːbʊŋ deːɐ
ˈlaɪpʔaɪɡnʃaft] [ˈklɛmɛns fɔnˈmɛtɐniç] [ʁestaʊʁaˈtsioːn] [ˈʊnʔapˌhɛŋɪçkaɪt] [ˈfoːɐˌhɛʁʃaft] [fɛɐˈbʏndətə]
(Adjektivdeklination)
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
Ereignis n, Pl.: -se durchführen einheitlich Realunion f weitgehend Autonomie f Donaumonarchie f Sarajevo Thronfolger m Pl. = auseinanderfallen
(= sich auösen)
seitdem eher stabil Engelbert Dollfuß autoritärer Ständestaat m j-m / etw. (Dat.)
nahe¦stehen, Prät.: stand nahe
Souveränität f die EU, Europäische
Union f
[ɛɐˈʔaɪɡnɪs] [ˈdʊʁçˌfyːʁən] [ˈaɪnhaɪtlɪç] [ʁeˈaːluˈnioːn] [ˈvaɪtɡeːənt] [aʊtonoˈmiː] [ˈdoːnaʊmonaʁˌçiː] [zaʁaˈjeːvo] [ˈtʁoːnˌfɔlɡɐ] [ˌaʊsʔaɪˈnandɐˈfalən]
[zaɪtˈdeːm] [ˈeːɐ] [ʃtaˈbiːl] [ˈɛŋlˌbɛʁt ˈdolfu:s] [aʊtoʁiˈtɛːʁɐ ˈʃtɛndəʃtа:t] [ˈnaːəˌʃteːən], [ʃtant ˈnaːə]
[zuvəʁɛniˈtɛːt] [eːˈʔuː], [ˌɔɪʁoˈpɛːɪʃə ʔuˈnioːn]
А5. Ausdrücke aus dem Text 7: Finden Sie Äquivalente.
geschickte Heirats- und
Bündnispolitik
den Grundstein für etw.
(Akk.) legen
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≈ die Grundlagen für etw.
(Akk.) schaffen
Durch die Abwehr der
Osmanen ... begann der Aufstieg zur Großmacht.
Mit der Übernahme des
Throns durch Franz Joseph
I. (den Ersten) wurde der
Krieg beendet.
Es kam zum Krieg.tiefgreifende Reformender lange währende
Widerstand
„großdeutsche“ oder
„kleindeutsche“ Lösung
die Ursache für etw. (Akk.)
sein
≈ etw. (Akk.) verursachen
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Nach der Fläche war
Österreich-Ungarn der zweitgrößte Staat Europas, von der Bevölkerung her – der drittgrößte.
Seitdem gab es Österreich
und Ungarn als die eher kleinen Länder, die man heute kennt.
immer weniger wert werdendurch den Staatsvertrag
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
А6. Bestimmen Sie, ob die folgenden Aussagen laut dem T7 richtig, falsch sind oder die Informationen nicht im T7 erwähnt wurden.
Aussage:
1. In der Doppelmonarchie waren die Slawen mit den Ungarn gleichberechtigt, die Deutschen fühlten sich benachteiligt.
2. Die Donaumonarchie war der ächenmäßig [ˈɛçnˌmɛːsɪç] größte Staat Europas (ausgenommen Russland).
3. Die Gebiete des ehemaligen Österreich­Ungarns wurden Teile von sechs verschiedenen Staaten.
4. Nach dem Zerfall des Reiches war Österreich keine bedeutende Industriemacht mehr, denn die größten Industriezentren gingen an Ungarn und die Tschechoslowakei.
5. Der österreichische Staat war zwischen 1934 und 38 zwar faschistisch, aber nicht nationalsozialistisch.
6. Am Anfang seiner Karriere war Metternich als Botschafter in Dresden, Berlin und Paris tätig.
R F NE
7. Österreich ist ächenmäßig größer, als die Schweiz.
8. Die Besatzung Österreichs durch die alliierten Truppen dauerte insgesamt zehn Jahre, von 1945 bis 1955.
9. Der Rheinbund war eine auf Initiative des französischen Kaisers Napoleon 1806 in Paris gebildete Konföderation deutscher Staaten.
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10. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation endete Mitte des 19. Jahrhunderts.
11. Engelbert Dollfuß war ein Anhänger der NSDAP.
A7. Grammatik: Präpositionen ○ Eine Präposition ist ein Wort, das Wörter zueinander in
Beziehung setzt. Alle Präpositionen tragen lokale, temporale, kausale, konzessive, modale u.a. Bedeutungen und weisen seinem Objekt einen Kasus zu. ○
Stellung von Präpositionen
Wie im Russischen stehen sie meist vor dem Nomen oder dem Attribut: ⟩⟩ vor / nach dem Zweiten Weltkrieg Aber manche Präpositionen können auch nach dem Nomen stehen:
⟩⟩ dem Laden gegenüber ⟩⟩ Meiner Meinung nach haben wir zwei Möglichkeiten. ⟩⟩ zwei Jahre her
Es gibt noch Doppelpräpositionen, die vor dem Bezugswort stehen: ⟩⟩ bis zum 15. Juli Manchmal steht das Bezugswort zwischen den Doppelpräpo­sitionen:
⟩⟩ von Bevölkerung her ⟩⟩ Wir mieten die Wohnung vom 1. Januar an.
Die Präposition kann auch eine Sinneinheit mit einem Adverb bilden: ⟩⟩ Um den Bahnhof herum gibt es viele Geschäfte.
Präpositionen mit Akkusativ
bis, durch, für, gegen, je, ohne, per = pro, gegen, wider.
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Präpositionen mit Dativ
aus, bei, entgegen, gegenüber, gemäß, laut, mit, nach, seit, von, zu, zuliebe.
Verschmelzung von Artikel und Präposition ○ Manche Präpositionen bilden ein Wort mit dem bestimmten Artikel: ans (an das), am (an dem), aufs (auf das), beim (bei
dem), ins (in das), im (in dem), vorm (vor dem), vom (von dem), zum (zu dem), zur (zu der).
Präpositionen mit Genitiv
außerhalb, aufgrund, diesseits, halber, infolge, inmitten, innerhalb, jenseits, kraft, laut, oberhalb, seitens, trotz, um … willen, ungeachtet, unterhalb, während.
○ Genitiv oder... Dativ? ○ Einige Präpositionen können sowohl ein Dativobjekt als auch ein Genitivobjekt je nach ihrer Stellung fordern: ⟩⟩ zufolge des Textes (Gen.), aber: dem Text (Dat.) zufolge. Der Dativ ersetzt oft den Genitiv, wenn kein anderes Wort vor dem Nomen steht: ⟩⟩ wegen einiger (Gen.) Probleme mit dem Internet Vgl.:
⟩⟩ falsch: *wegen Probleme (?) mit dem Internet ⟩⟩ richtig: wegen Problemen (Dat.) mit dem Internet
In der gesprochenen Sprache und in der Schweiz verdrängt der Dativ den Genitiv:
⟩⟩ Wegen dir habe ich das getan. (in der schriftlichen Norm: deinetwegen). ⟩⟩ wegen dem schönen Wetter (in der schriftlichen Norm: wegen des schönen Wetters) ⟩⟩ trotz dem Verbot (in der schriftlichen Norm: trotz des Verbots)
○ Wechselpräpositionen (mit Akkusativ / Dativ) Wechselpräpositionen fordern den Akkusativ, wenn sie auf die Frage wohin? antworten und den Dativ, wenn sie auf die Frage wo? antworten: