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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten = Историко-правовое страноведение немецкоязычных государств. Ein Lehrbuch

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EINFÜHRUNG: Sprache, Geograe und allgemeine Informationen
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A22. Tragen Sie die wichtigsten Informationen über die Staaten in die Tabelle ein. Wenn die Antwort nicht aus den Texten bekannt ist, suchen Sie in Online-Quellen nach Informationen.
Land Deutschland Österreich die Schweiz
Ofzielle
Bezeichnung Fläche
Einwohnerzahl
Amtssprache(n)
Hauptstadt
Flagge
Gliedstaaten (Name)
Währung
Wirtschaft: Brutto-
inlandsprodukt pro Kopf
Mitglied der internationalen Organisationen
(UNO, EU, NATO?)
Top-Level-Domain
(z.B. www.
thefreedictionary. com)
. _ _ . _ _ . _ _
32
Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
B1. Zusätzliche Informationen
Wo sonst spricht man in Europa Deutsch als Muttersprache?
In Europa gibt es drei große Länder, in denen hauptsächlich Deutsch gesprochen wird: Deutschland, Österreich und die Schweiz. Hinzu kommen noch zwei kleinere Länder: Liechtenstein und Luxemburg.
Das Fürstentum Liechtenstein ist ein winziger Staat (etwa
40.000 Einw.) in der Mitte Europas. Er hat nur zwei Nachbarländer: die Schweiz im Westen und Österreich im Osten. Der Rhein ist in Liechtenstein noch nicht sehr breit. Er bildet die Grenze zwischen Liechtenstein und der Schweiz. Die Hauptstadt heißt Vaduz.
Luxemburg ist ein etwas größeres Land (etwa 680.000 Einw.) im Westen Europas, aber auch nicht sehr groß. Im Großherzogtum Luxemburg leben ungefähr so viele Menschen wie in Düsseldorf (eine Stadt in Deutschland). Die Hauptstadt heißt ebenfalls Luxemburg. Der Staat hat drei ofzielle Sprachen: Lëtzebuergesch (Luxemburgisch), Deutsch und Französisch. Luxemburgisch ist eine moselfränkische Sprachvarietät des Westmitteldeutschen. Fast die Hälfte der Einwohner sind Ausländer.
Auch im Osten Belgiens und in Südtirol im Norden Italiens (italienisch: Bolzano – Alto Adige) spricht man Deutsch. Da gibt es ofziell „deutschsprachige Gemeinschaften“.
B2. Schweizer Dialekte
Sie sehen Sätze in verschiedenen Schweizer Dialekten. Versuchen Sie zu verstehen, worum es geht. Übersetzen Sie sie ins Hochdeutsch, indem Sie die Vokabeln aus der Liste unten verwenden.
EINFÜHRUNG: Sprache, Geograe und allgemeine Informationen
1. I heisse Francesca. I bi vierzgi. I chume us St. Gallä u red Sangallerdütsch. I schaff als Tütschlehrerin. Waa isch din Prüaf? (St.-Gallen)
2. Guata Obig! I heissa Andreas. I bin füfadrissig. I kuma vo Khur im Kanton Graubünda und i reda Khurerdütsch. (Chur, Graubünden)
3. Wie gahts dier? – Mier gahts guet. (Zürich)
4. Was machsch hüt no? – Hüt Obe unterricht i no e Klass. (Bern)
5. I muss no unterrichta und denn trink es Piarli.
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Heute Abend St.-Galler-Deutsch noch reden = spreche Beruf schaffen = arbeiten dann kommen ein Bierchen
Hier können Sie hören, wie diese und andere Ausdrücke
im Dialekt klingen: https://www.youtube.com/ watch?v=nEAcepckl5U
LEKTION 1
А1. Grammatik: ○ Rektion der Verben ○
1. ○ Das Verb fordert ein Objekt in einem bestimmten Kasus
(Fall) – ohne Präposition. ○ ⟩⟩ Ich gratuliere dir (Dat.). Man unterscheidet drei Objẹkte: kkusativ·objekt, Dativ·objekt und Genitiv·objekt.
2. ○ Das Verb fordert eine bestimmte Präposition, die einen
bestimmten Kasus verlangt. ○ ⟩⟩ Sie hofft auf unsere Hilfe (auf (Akk.) hoffen). Rektion in der Praxis:
1) Die Verbrektion kann gleich der im Russischen sein:
⟩⟩ j-n / etw. (Akk.) sehen ⟩⟩ Ich kann dich gut sehen.
2) Die Verbrektion kann auch anders von der im Russischen sein:
⟩⟩ j-n (Akk.) anrufen ⟩⟩ Rufen Sie mich an! ⟩⟩ mit etw. (Dat.) fahren ⟩⟩ Sie fährt mit der U-Bahn.
3) Es kann auch ein Präpositionalobjekt (im Unterschied zum
Russischen) stehen: ⟩⟩ auf (Akk.) warten ⟩⟩ Ich warte auf dich.
А2. Grammatik: ○ Frage zum Präpositionalobjekt ○
Manche Verben fordern ein Präpositionalobjekt:
⟩⟩ Ich spreche mit meinem Nachbarn. ⟩⟩ Nach dem Unterricht gehen wir essen.
1. Wenn man die Frage nach Personen oder Tieren stellt, dekliniert
man das Fragepronomen „wer“: „wen“ (Akkusativ) oder „wem“
(Dativ):
⟩⟩ Sie wartet auf jemanden.
Auf wen (Akk.) wartet sie denn?
⟩⟩ Zu wem (Dat.) fährt er?
Er fährt zu seinem Kunden, um ihn zu beraten.
LEKTION 1
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Interrogative Pronominaladverbien
2. Wenn man nach Schen oder Begrffen fragt, gebraucht man ein
interrogatives Pronominal·adverb (Pl. Pronominal·adverbien): «wo(r)- +Präposition». „wo“ steht vor den Präpositionen auf Konsonant: womit, wovon, wovor, wozu usw. „wor“ steht vor Präpositionen auf Vokal: woran, worauf, worum, worüber usw.
⟩⟩ Wofür interessierst du dich?
Ich interessiere mich für den neuen Film.
⟩⟩ Wovon träumt deine Schwester?
Sie träumt von einer Karriere als Musikerin.
⟩⟩ Woran denkt ihr?
Wir denken an den Urlaub.
Demonstrative Pronominaladverbien
Wenn man in einer Behauptung eine Sache oder einen Begriff ersetzen möchte, gebraucht man:
1. «da(r)- + Präposition»: damit, dafür, darauf (da- → dar-) wie
im Fall mit «wo(r)-»
2. seltener: «hier- + Präposition »: hiermit, hierauf, hierfür
⟩⟩ Bist du gut in Mathematik?
Nein, darin bin ich nicht gut.
⟩⟩ Ich kann dazu / hierzu nichts mehr sagen.
A3. Füllen Sie die Lücken aus und beachten Sie dabei die Regeln, die im Grammatikteil A2 angegeben sind.
Verkehrsregeln in Fragen und Antworten
a) Interrogative Pronominaladverbien oder “Präposition + wen/ wem
1. ___________________ müssen alle Menschen aufpassen? –
Alle müssen auf den Straßenverkehr aufpassen. (Sache/Begriff)
2. ___________________ sollen wir achten, damit keine Unfälle
passieren? – Wir sollen auf andere im Verkehr achten. (Personen)
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
3. ___________________ gelten die Verkehrszeichen? – Sie gelten
nicht nur für Autofahrer, sondern auch für alle anderen, die am Verkehr teilnehmen, also für Radfahrer, Motorradfahrer oder Fußgänger. (Personen)
b) Demonstrative und interrogative Pronominaladverbien. Nach den demonstrativen Pronominaladverbien stehen in Klammern die ihnen im Kontext synonymen Ausdrücke.
Demonstrative Pronominaladverbien
4. Die Autos halten sich da_______ (= an die Vorgaben der
Ampeln), was ihnen die Ampeln sagen. Wo______ halten sich
die Autos?
5. Je nach Land gibt es da______ (= für dieses Dokument)
verschiedene Ausdrücke: Führerschein oder Fahrerlaubnis (Deutschland), Lenkberechtigung (Österreich), Führerausweis oder Fahrausweis (die Schweiz). – Wo_______ gibt es verschiedene Ausdrücke?
6. Experten weisen da_______ (= auf die Tatsache) hin, dass
Smartphones auch für Fußgänger gefährlich sein können. – Wo_______ weisen Experten hin?
A4. Machen Sie sich mit der Rektion der Verben bekannt. Setzen Sie die Verben in der richtigen Form im Präsens in die Sätze ein. Beachten Sie dabei die 2. und 3. Person Singular bei den Verben, die einen Vokalwechsel haben (sieh in Klammern).
auf etw. (Akk.) verzichten
1. – Wollen Sie vielleicht einen Kaffee? – Danke, ich ___________________ _______ den Kaffee!
sich an etw. (Akk.) halten (hältst, hält)
2. Jeder Spieler muss sich _______________ die Spielregeln
_________________________. (Innitiv)
3. Der Mann _____________ sich ______ Verpichtungen.
LEKTION 1
für j-n / etw. (Akk.) gelten (giltst, gilt)
4. Das Gesetz _________________ ________ dich genau wie für jeden anderen.
sich um j-n / etw. (Akk.) kümmern für j-n / etw. (Akk.) sorgen
5. Jeder Staat soll sich ___________________ seine Bürger ________________________ . (Innitiv)
auf j-n / etw. (Akk.) Rücksicht nehmen (nimmst, nimmt)
auf (Akk.) achten(Akk.) beachten
6. Du sagst alles, was dir in den Sinn kommt, und ____________ keine __________________ ______ die Konsequenzen deiner Worte!
zu etw. (Dat.) einen Beitrag leisten
7. Die Autoren des Artikels __________________ einen wichtigen ___________________ zur Diskussion über die Entwicklung der EU.
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mit j-m (Dat.) einen Vertrag schließen
8. Der Käufer ______________________ den Vertrag ________ dem Hersteller.
etw. (Akk.) aus·üben
9. Herr Müller _________________ seit 2011 den Beruf eines Rechtsanwalts _______.
T1. Lesen Sie den Text.
TEXT 1: Mensch, Gemeinschaft, Staat
(1) Jeder Mensch braucht andere Menschen. Daher leben wir alle
in Gruppen zusammen: Eltern und Kinder bilden die Familie. Mehrere Familien wohnen in einem Dorf, viele in einer Stadt. Menschen mit gleicher Kultur, Geschichte und Lebensweise –
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
und meistens auch gemeinsamer Sprache – bilden zusammen ein Volk.
(2) Davon hat jedes Mitglied der Gemeinschaft (oder: der
Gesellschaft) Vorteile. Gleichzeitig bedeutet dieses Zusammenleben aber auch eine Einschränkung: Man kann nicht einfach tun und lassen, was man will, sondern muss auf die Wünsche und Gewohnheiten der Anderen Rücksicht nehmen. Die Freiheit des Einzelnen hört da auf, wo die Freiheit und die Rechte des Anderen beginnen.
(3) Ein gutes Beispiel ist der Straßenverkehr. Wenn jeder
so fährt, wie er will, ohne Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer, ohne Ampeln und Verkehrsschilder, gibt es sofort ein völliges Durcheinander und keiner kommt mehr vorwärts. Deshalb muss man auf einen Teil seiner persönlichen Freiheit verzichten.
(4) Damit das Zusammenleben in einem Staat funktioniert, gibt
es Regeln und Verbote – sie heißen Gesetze. Sie gelten für alle und alle müssen sich daran halten. Der Staat muss aber dafür sorgen, dass man die Gesetze einhält, und diejenigen bestrafen, die sie verletzen. Jeder Einzelne gibt an den Staat einen Teil seiner persönlichen Freiheit ab und bekommt dafür Schutz und Sicherheit.
(5) Der Sozialstaat kümmert sich auch um Dinge, die alle
brauchen: Er baut Schulen, Schwimmbäder, Krankenhäuser, Straßen und Flugplätze. Er sorgt für Arme, Kranke und Alte, kümmert sich um die Ausbildung, die Förderung von Wissenschaft und Forschung oder um den Umweltschutz. Natürlich muss dazu jeder Einzelne seinen Beitrag leisten, also Steuern zahlen. Die Steuern sind wichtig, denn man kann damit die Infrastruktur bezahlen, die alle Menschen gemeinsam benutzen.
(6) Zum Staat gehören außer der Regierung auch die Beamten
und Angestellten, die im Staatsdienst stehen und den Staat
LEKTION 1
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vertreten. Zum Beispiel Polizisten, Bürgermeister, Lehrer, Richter, Straßenbahnschaffner, Müllmänner und noch viele andere. Und dann gehören natürlich alle Bürger eines Landes zum Staat; sie sind das Staatsvolk.
(7) Der Staat übt also im Auftrag des Staatsvolks die Herrschaft
aus. Alle Mitglieder der Gemeinschaft haben im Grunde einen Vertrag mit der Gemeinschaft geschlossen – einfach dadurch, dass sie in diesem Staat leben.
Nach: Hutter C.-P. Was ist was: Band 103. Demokratie. S. 6f.
A5. Begriffe aus dem Text mit Lautschrift. Klicken Sie auf die Links.
Begriff Lautschrift
○ daher (Konjunktion) ○ Geschichte f ○ Lebensweise f ○ Volk n, Pl.: Völker ○ Mitglied n, Pl.: -er ○ Gemeinschaft f ○ Gesellschaft f ○ Zusammenleben n
[daˈheːɐ] [gəˈʃɪçtə] [ˈleːbnsˌvaɪzə] [fɔlk], [ˈfœlkɐ] [ˈmɪtˌɡliːt] [ɡəˈmaɪnʃaft] [ɡəˈzɛlʃaft]
[tsuˈzamənˌleːbn] ○ Vorteil m, Pl. -e [ˈfɔʁˌtaɪl],[ˈfoːɐˌtaɪl] ○ Nachteil m, Pl. -e
[ˈnaːxˌtaɪl] ○ der / die Einzelne [ˈaɪntslnə] ○ Freiheit f, Pl.: -en
[ˈfʁaɪhaɪt] ○ bedrohen [bəˈdʁoːən] ○ Verkehr m ○ Durcheinander n
[fɛɐˈkeːɐ]
[ˌdʊʁçʔaɪˈnandɐ],
[ˈdʊʁçʔaɪˌnandɐ] ○ Gesetz n, Pl.: -e
[ɡəˈzɛts]
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Historisch-rechtliche Landeskunde von deutschsprachigen Staaten
○ Regel f, Pl.: -n ○ Verbot n, Pl.: -e ○ Steuer f, Pl.: -n ○ ein Beamter m, Pl.: -e ○ Herrschaft f ○ Vertrag m, Pl.: Verträge
[ˈʁeːɡl]
[fɛɐˈboːt]
[ˈʃtɔɪɐ]
[bəˈʔamtɐ]
[ˈhɛʁʃaft]
[fɛɐˈtʁaːk], [fɛɐˈtʁɛːɡə] ○ der / die Angestellte [ˈanɡəˌʃtɛltə] ○ Straßenbahnschaffner m ○ Staatsgebiet n ○ Staatsvolk n, Pl.: -völker ○ Staatsgewalt f
[ˈʃtʁaːsnbaːnˌʃafnɐ]
[ˈʃtaːtsɡəˌbiːt]
[ˈʃtaːtsfɔlk], [ˈʃtaːtsˌfœlkɐ]
[ˈʃtaːtsɡəˌvalt]
A6. Ausdrücke aus dem Text: Finden Sie Äquivalente.
mit gemeinsamer Sprachezusmmen ein Volk bildentun und lssen, was man willauf einen Teil seiner Freiheit
verzichten
etw. (Akk.) tun und dafür etw.
(Akk.) bekommen
von etw. (Dat.) Vorteile habenohne R für etw. (Akk.) sorgen / dafür
cksicht auf die nderen
sorgen, dass...
diejenigen, die sich nicht daran
halten
etw. (Akk.) an j-n, etw. (Akk.)
abgeben
im Staatsdienst stehen