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Deutsch für Elektriker. Учебное пособие

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gesendet werden, zu illuminieren. Er verriet aber nicht genug Einzelheiten, damit man sei­nen Gedanken, wie er dies bewerkstelligen wollte, verfolgen kann.
Vakuumröhre
Er erfand eine Vakuumröhre, die unter Einfluss eines hochfrequenten Stroms einen Strahl aussendet, der auf elektrostatische und magnetische Einflüsse mit erstaunlicher Empfind­lichkeit reagierte. Heute würde man diese Idee gerne verwenden, doch hat Tesla diese Entdeckung nie weiterverfolgt.
Oszillator
Tesla entwickelte einen Oszillator, der den Erdboden erschütterte und der die Polizei auf den Plan rief, die er aber freundlich darauf hinwies, dass sie wieder gehen könnten. Diese Erfindung ist für unsere Seismologen heute Goldwert, aber zu Teslas Zeit konnte man mit dieser Entdeckung noch nichts anfangen.
Tesla Turbine
Ihre Verwendungsmöglichkeiten scheinen unendlich. Mit Benzin konnte sie Autos, Flug­zeuge und Schiffe antreiben. Im Bergbau könnte man sie verwenden, egal, ob mit Dampf oder Benzin betrieben. Sie würde billiger sein als alles, das bis jetzt da gewesen war.
Der große Verdienst Teslas
Nikola Tesla ist der große Erfinder, Elektrotechniker und Physiker. Der große Ver­dienst Teslas liegt in der Einführung von Wechselstrom in einen weiten Anwendungsbe­reich. Seine Erfindungen, die sich auf dem Wechselstrom basierten, wurden der Grund­stein für die gesamte Weiterentwicklung der Elektrotechnik. Er machte etwa tausend Er­findungen und Patente - erfand den Induktionsmotor, das Dreiphasensystem für die Über­tragung von elektrischem Strom, den Generator und Transformator für Hochfrequenzstrom ("Teslas Ströme") und anderes.
Tesla war auch einer der Pioniere im Bereich der Radio-Technik: er entdeckte das System für die Fernbedienung und für das Geben von Zeichen in die Ferne; er entdeckte das Beleuchtungssystem mit Hilfe von Bögen, konstruierte Hochfrequenzalternatoren als Grundlage von Emissionsrundfunkstationen, stellte ungedämmte elektromagnetische Wel­len her, entdeckte und patentierte das Resonanz-Prinzip für Funkverbindungen, legte seine
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Idee über die interplanetare Kommunikation mit Hilfe von ultrakurzen Wellen dar und er­dachte das gesamte Radarsystem.
Anlässlich des hundertsten Geburtstages von Tesla benannte der Internationale Elektroausschuß die Einheit der magnetischen Induktion mit seinem Namen (wird mit T gekennzeichnet).
Die Gewinnung elektrischer Energie
Um einen dauernden Elektronenfluss zu erhalten, muss eine ständige Spannungs­quelle vorhanden sein. Als solche Quelle dient ein Generator, der eine magnetische Richt­kraft besitzt. Die magnetische Richtkraft, die als elektromotorische Kraft (EMK) bezeich­net wird, bringt die Elektrizitätsträger in eine geordnete Bewegung.
Als Antriebsmaschinen für die Generatoren kennen wir Wärmekraftmaschinen (Dampfmaschinen, Dampf- und Gasturbinen, Dieselmotoren), Wasser- und Windturbinen. Als Treibmittel für Wärmekraftmaschinen dienen feste, flüssige und gasförmige Brenn­stoffe, für Wasserturbinen- fließendes Wasser, für Windturbinen- bewegte Luft. Zur Ge­winnung elektrischer Energie benutzt man gegenwärtig auch heiße Quellen, Erdwärme, Energie des strömenden Wassers bei Ebbe und Flut, Atomenergie usw.
Mit Hilfe der Antriebsmaschinen treibt man die Generatoren(d.h. Stromerzeuger) an. Im Magnetfeld des Generators bewegt sich ein Leiter, in dem eine elektrische Span­nung (EMK) induziert. Die Spannung bringt einen elektrischen Strom zum Fließen, sobald die Drahtenden leitend miteinander verbunden sind. Die Spannung ist umso größer, je stärker das Magnetfeld und je größer die Geschwindigkeit ist, mit der die Feldlinien ge­schnitten werden.
Um mehr Elektroenergie zu gewinnen, verwendet man Stromerzeuger der großen Leistung und in großer Anzahl. Der Betrieb, wo die Stromerzeuger aufgestellt werden, heißt Elektrizitätswerk (Kraftwerk). In den Kraftwerken wird der größte Teil aller elektri­schen Energie erzeugt.
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Den elektrischen Strom kann man auf chemischem Wege gewinnen, d.h. mit Hilfe der galvanischen Elemente. Die Erzeugung des elektrischen Stromes auf chemischem We­ge ist die älteste Art der Stromerzeugung.
Zu den neuen Wegen der Elektroenergieerzeugung gehört direkte Gewinnung von Elektroenergie.
Die große Bedeutung der Elektroenergie rührt nicht zuletzt daher, dass sie sich ver­hältnismäßig einfach in andere Energieformen umwandeln lässt: in mechanische Arbeit bei Motoren, in Wärmeenergie bei den vielerlei Elektrowärmegeräten, in die Energie elektromagnetischer Wellen beim Rundfunk und beim Fernsehen.
Die mechanische Arbeit, die ein Motor verrichtet, die Wärmemengen, die ein Tauchsiedler oder ein anderes Gerät entwickelt, sind messbar.
Je mehr Stromverbraucher – Glühlampen, Motoren usw. – wir einschalten und je länger wir sie eingeschaltet lassen, desto mehr Elektroenergie wird in andere Energiefor­men umgewandelt. Mehr Stromverbraucher, das bedeutet aber – sofern, wie allgemein üb­lich, die Stromverbraucher parallelgeschaltet werden – höhere Stromstärke. Die geleistete elektrische Arbeit wächst also mit der Stromstärke und mit der Zeit. Zwei parallelgeschal­tete Glühlampen setzen doppelt soviel Energie um wie eine, verbrauchen dafür aber auch den doppelten Strom. Man kann das gleiche Ergebnis aber auch erzielen, wenn man die Lampen hintereinander schaltet und die doppelte Spannung anlegt. Die elektrische Arbeit hängt also auch von der Spannung.
Elektrizität
Elektrizität (von griechisch elektron „Bernstein“) ist der Oberbegriff für alle Phä­nomene, die ihre Ursache entweder in ruhender elektrischer Ladung oder bewegter Ladung (Ströme) sowie deren elektrischen und magnetischen Feldern haben. Die Träger der elekt­rischen Ladung sind negativ geladene Elektronen und Anionen und positiv geladene Pro­tonen und Kationen. Gleichnamige Ladungen stoßen sich ab, ungleichnamige Ladungen ziehen einander an. Die Kraft, die auf Ladungen gleichen Vorzeichens wirkt, wird als Ab­stoßung bezeichnet, die Kraft auf Ladungen mit entgegengesetzten Vorzeichen als Anzie-
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hung. Elektrische Ladungen sind die Quellen des elektrischen Feldes, bewegte Ladungen die Ursache für magnetische Felder.
Elektromagnetische Wellen (wie z.B. Licht) sind Erregungen des elektromagneti­schen Feldes und können sich nach Entstehung unabhängig von Ladungsträgern im Raum (als Photonen) ausbreiten, d.h. fortbewegen, sie wechselwirken aber auch mit Materie.
Bewegung elektrischer Ladung findet in elektrischen Leitern durch Bewegung freier Elektronen und in Flüssigkeiten durch Ionenbewegung statt. Bei den Festkörpern unter­scheidet man zwischen Leitern, Nichtleitern und Halbleitern.
Elektrizität im Alltag
Spannung, Strom und Zeit miteinander multipliziert ergeben bei Ohmschen Lasten die elektrische Energie. Elektrizität ist von der vorhandenen elektrischen Energie abhän­gig, wobei die Auswirkungen von Elektrizität mit steigender Energie ebenfalls steigen können.
Piezoelektrische Zünder, zum Beispiel für Feuerzeuge oder Gasherde, erzeugen ho­he Spannungen (zirka 2000 Volt), sind jedoch wegen der geringen Stromstärke oder der geringen Zeit des Stromflusses nahezu unschädlich. Kurzzeitige Stromstöße mit einer Stromstärke von bis zu mehreren Ampere sind für den Menschen in der Regel nicht le­bensbedrohlich, können aber durchaus Verletzungen hervorrufen.
Eine Autobatterie liefert eine Spannung von ungefähr 12 Volt. Sie kann Ströme von über 100 Ampere erzeugen, wenn der Belastungswiderstand klein ist. Der menschliche Körper hat in der Regel jedoch einen so großen elektrischen Widerstand, dass Spannungen bis 40 Volt ungefährlich sind.
Die Netzsteckdose liefert bei einer Wechselspannung von 230 Volt einen dauerhaf­ten Strom von bis zu 16 Ampere, was lebensgefährlich ist.
Im heutigen Alltag ist Elektrizität im Sinne von elektrischer Energie unentbehrlich, was dem Menschen meistens erst durch Ausfälle von Versorgungsnetzen wieder bewusst wird. Die Erzeugung dieses Energieträgers erfolgt fast immer in Kraftwerken, die Vertei­lung erfolgt flächendeckend durch Unternehmen der Energieversorgung. Seit über einem
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Jahrhundert bestimmen Anwendungen von Elektrizität, wie Licht, Wärme und Kraft mehr und mehr das menschliche Leben. Eine ständig wachsende Bedeutung erlangt heute elekt­rische Energie in der Kommunikations- und Informationstechnologie.
Elektrizität hat je nach Stärke unterschiedliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Entscheidend für die Auswirkung sind die Stärke der Durchströmung in der Maß­einheit A(Ampere) und die Zeitdauer des Stromflusses. Geringe Durchströmungen werden beispielsweise zur Förderung von Hellungsprozessen in der Elektrotherapie eingesetzt oder als Impulsgeber für das Herz (Herzschrittmacher). Starke und anhaltende Durchströmungen, insbesondere bei Wechselstrom, ab zirka 30 Milliampere können ge­fährliche Ströme darstellen und tödlich wirken. Die Elektroschockpistole beispielsweise gibt mehrfach starke elektrische Impulse an das Opfer ab und verursacht schmerzhafte, nicht kontrollierbare Muskelkontraktionen. Bei empfindlichen Personen können Atem­lähmungen und Herzstillstand auftreten. Derartige Durchströmungen werden auch einge­setzt, um Menschen gezielt zu töten, wie dieses auch mit dem elektrischen Stuhl geschieht.
Elektroantriebe werden im Alltag in den unterschiedlichsten Gebieten eingesetzt. Ob im Lüfter eines Computers, zum Kühlen des Motors im Auto oder zum Herunterlassen der Jalousien und Rollläden im Haus. Ihren Einsatzgebieten sind kaum Grenzen gesetzt.
Die große Bedeutung der elektrischen Energie liegt darin, dass sie mit außerordent­lich geringem Gefahrenpotential im Vergleich mit anderen Energieträgern wie Erdgas transportiert und verwendet werden kann. So sind beispielsweise „Gassteckdosen“ für ge­legentliche Verbraucher sowohl in Industriebetrieben als auch Privathäusern unvorstellbar.
Es gibt keine andere Energieart, die sich so einfach, vielfältig und verlustarm in an­dere Energiearten wie mechanische Arbeit, Wärme, Licht oder Schall umwandeln lässt. Ein ungelöstes Problem ist die Speicherung großer Mengen elektrischer Energie. Das funktioniert bisher nur über verlustbehaftete Umwege wie beispielsweise Pumpspeicher­kraftwerke oder chemische Umwandlungen in Akkumulatoren, das auch nur in geringen Mengen.
Das Wesen der Elektrizität
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Wir wissen heute, dass die Atome die kleinsten Teile eines Elements sind, die man weder auf physikalischem noch auf chemischem Wege teilen kann, ohne die Eigenschaf­ten dieser Elemente zu ändern.
Das Atom hat einen Kern, welcher positiv geladen ist und aus Protonen und Neutro­nen besteht. Die positive Ladung des Atomkerns bestimmt die Anzahl der negativen Elekt­ronen.
Die Elektronen sind die Elementarquanten negativer Elektrizität. Sie sind nahezu masselos. Diese negativen Elektronen kreisen mit großer Geschwindigkeit um den Atom­kern. Sie stoßen sich gegenseitig ab und bewegen sich auf verschiedenen Bahnen. Die An­ziehungskräfte zwischen den positiven Ladungen des Kerns und den negativen Ladungen der Elektronen binden die letzteren an den Kern.
In den metallischen Leitern befindet sich eine große Anzahl freier Elektronen. Das sind Elektronen, die sich völlig ungeordnet zwischen den Metallatomen bewegen. Wird aber eine Spannung angelegt, so fließen diese Elektronen zum positiven Pol. In den Nicht­leitern sind keine freien Elektronen vorhanden, da alle Elektronen im Atomgitter fest ge­bunden sind.
Die Protonen sind die Elementarquanten der positiven Elektrizität. Die Masse eines Protons ist 1836-mal größer als die Masse eines Elektrons. Neutronen sind elektrisch neut­rale Massenteilchen.
Gibt ein Atom Elektronen ab oder nimmt er sie auf, so wird das elektrische Gleich­gewicht zwischen der positiven Kernladung und den negativen Elektronen gestört. Das Atom ist dann elektrisch positiv oder negativ geladen. Ein Atom ist dann elektrisch positiv oder negativ geladen. Ein solches elektrisch geladenes Atom wird als Ion bezeichnet.
Verbindet man zwei Metallkörper durch einen Draht, so fließen die überschüssigen Elektronen des negativ geladenen Körpers zum positiv geladenen Körper, um dort den Elektronenmangel auszugleichen.
Das Bestreben zweier elektrisch geladener Körper, sich auf einen elektrisch neutra­len Zustand auszugleichen, nennen wir die Spannung. Ist dieser Ausgleich vollzogen, so fließen keine Elektronen mehr von einem zum anderen Pol. Um einen dauernden Elektro­nenfluss zu erhalten, muss eine ständige Spannungsquelle vorhanden sein.
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Elektronen
Lange Zeit konnte man die in einem elektrischen Stromkreis abspielenden Vorgänge trotz der verschiedenen Theorien nicht erklären. Erst die Forschungen der letzten Jahr­zehnte über den Bau der Materie brachten auch in dieser Frage Klarheit. Bekanntlich sind die kleinsten Teile der Materie, die sich weder mechanisch noch chemisch trennen lassen, Atome. Aber auch diese sind, wie die Atomzertrümmerung beweist, aus noch kleineren Teilchen zusammengesetzt: dem positiv geladenen Atomkern (Protonen – Neutronen) und den negativ geladenen Elektronen, die mit sehr großer Geschwindigkeit in meist mehreren Bahnen (sog. Schalen) um den Kern kreisen. Da die Elektronen von dem positiven Atom­kern angezogen werden, können sie ihre Bahnen nicht verlassen. Das ganze kann man et­wa mit einem Sonnensystem von unvorstellbar kleinem Ausmaß vergleichen, wobei der Atomkern die Sonne und die Elektronen die Planeten darstellen. Mit welchen winzigen Abmessungen man hierbei aber in Wirklichkeit zu rechnen hat, zeigt z.B. das Wasserstoff­atom, das einen Durchmesser von nur einem Zehnmillionstel Millimeter hat.
Trotz dieser kaum vorstellbar kleinen Maße kreisen die Elektronen in einem ziemli­chen Abstand um den Kern. Nehme man beispielsweise an, dass der Atom-kern so groß wie ein Stecknadelkopf ist, dann müssten die Elektronen in einer Ent-fernung von 60m um diesen Kern kreisen. Neben den bisher besprochenen „gebundenen“ Elektronen, d.h. durch die Anziehung des Kernes festgehaltenen, befinden sich in Metallen und sonstigen elekt­risch leitenden Stoffen auch noch „freie“ Elektronen (Leitungselektronen).
Solche Elektronen kann ein Atom abgeben oder aufnehmen. In den sog. Strom­quellen, z.B. galvanischen Elementen oder Stromerzeugungsmaschinen, werden nun diese freien Elektronen durch die in Stromquelle wirksame „Urspannung“ oder elektromotori­sche Kraft nach einer bestimmten Richtung verschoben. Es entsteht auf der einen Seite ein Elektronenmangel, auf der anderen ein Elektronenüberschuss. Verbindet man daher die positive und negative Klemme der Stromquelle durch eine leitende Verbindung, so strö­men die Elektronen vom Überschuss – nach dem Mangelgebiet. Ein elektrischer Strom fließt aber nur so lange, wie die „Urspannung“ oder EMK wirksam ist. Die Wanderungs-
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geschwindigkeit der Elektronen in der Leitung selbst ist sehr gering und beträgt nur 1mm/s und weniger, während die von dem größten Teil der Elektronen in der Leitung erzeugte Energie mit einer Geschwindigkeit von 300 000 km/s übertragen wird.
Die Wirkungen des Stromes treten daher auch bei beliebig langen Leitungen sofort in allen teilen des Stromkreises ein. Man ersieht hier aus vor allem, dass zum Fließen der Elektronen stets ein in sich geschlossener Stromkreis erforderlich ist. Die gleiche Zahl von Elektronen, die von dem Überschussgebiet abfließt, muss dem Mangelgebiet zuströmen. Sind in einem Material keine freien Elektronen vorhanden, so kann dieses auch die Elekt­ronen nicht weiterleiten. Solche Materialien nennt man Nichtleiter oder Isolatoren.
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Halbleiter
Halbleiter sind zwischen Leiter und Nichtleiter (Isolatoren) einzuordnen. In den rei­nen metallischen Leitern befindet sich eine Vielzahl freier Elektronen. Das sind Elektro­nen, die sich völlig ungeordnet zwischen den Metallatomen bewegen. Beim Anlegen einer Spannung tritt eine Flussrichtung zum positiven Pol ein. Die Nichtleiter sind durch einen hohen spezifischen Widerstand gekennzeichnet. In ihnen sind keine freien Elektronen vor­handen, da alle Elektronen im Atomgitter fest gebunden sind.
Zwischen diesen beiden Gruppen liegt die Gruppe der Halbleiter. Das sind jene Stoffe, die sich in keine der beiden Gruppen einordnen lassen. Sie leiten zwar den elektri­schen Strom, können aber nicht als Leiter klassifiziert werden. In der Natur kommen z.B. die Halbleiter Schwefelkies und Bleiglanz vor. Neuerdings können die Halbleiter auch künstlich hergestellt werden. Durch Beifügung von Fremdstoffen erreicht man dabei ganz bestimmte Eigenschaften.
Das steuerbare Halbleiterbauelement hat sich in wenigen Jahren bereits zu einem wichtigen und zuverlässigen Bauelement entwickelt, dessen Lebensdauer sehr hoch ist. Das wichtigste Halbleitermaterial ist das Germanium, das im höchsten Reinheitsgrad ein Isolator ist. Ein Stromfluss kann nicht zustande kommen, weil freie Elektronen fehlen. Be­reits die geringste Beimischung verändert aber das elektrische Verhalten des Germaniums vollkommen. Eine solche Beimischung verursacht Störstellen in dem regelmäßigen Gitter­aufbau und gibt dem Germanium eine bestimmte Leitfähigkeit.
Die Vorgänge in den Halbleitern sind außerordentlich kompliziert. Interessant ist der Halbleiter dadurch geworden, dass an den Berührungsstellen zwischen Halbleitern und metallischen Leitern oder an den Grenzgebieten von Halbleitern verschiedenen Typs (p­und n-Leiter) Vorgänge auftreten, deren Ausnutzung sich für die Technik als äußerst wert­voll erwiesen hat.
Eine der wesentlichsten Eigenschaften der Halbleiter ist der Gleichrichtereffekt. Bei einem Halbleiter vom n-Typ (n-negativ) des Germaniums entsteht zwischen Halbleiter und einer metallischen Spitze unmittelbar an der Berührungsstelle eine Zwischenschicht aus p­Germanium (p- positiv), welche der Elektronenflussrichtung einen hohen Widerstand ent-
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gegensetzt, bei Änderung der Polarität jedoch den Widerstand verkleinert. Bei dem p-Typ des Germaniums liegen die Verhältnisse umgekehrt. Befindet sich der p-n-Übergang im Inneren des Halbleitergleichrichters, so bezeichnet man diesen als Flächengleichrichter. Der p-n-Übergang lässt sich jedoch an die Kristalloberfläche verlegen, die von einer fei­nen Drahtspitze berührt wird. Das ergibt einen Spitzengleichrichter, eine Spitzendiode. Sie ist für die Elektronik und für die Hochfrequenztechnik von Bedeutung.
In der Elektronik aber wird vor allem der Flächengleichrichter eingesetzt. Er war als Kupferoxyd- und als Selengleichrichter seit Jahrzehnten bekannt, wird jedoch heute (vor allem im Bereich größerer elektrischer Leistungen) vorwiegend als Siliziumgleichrichter ausgeführt.
Dafür gibt es wichtige technische und ökonomische Gründe: der Wirkungsgrad von Siliziumgleichrichtern liegt über 95% und ist damit dem anderen Gleichrichter weit über­legen. Die Vorzüge der Halbleiterdiode legten es nahe, einen ähnlichen Schritt zu versu­chen wie einst von der gleichrichtenden Röhrendiode zur verstärkten Triode, d.h. ein ver­stärkendes Halbleiterbauelement zu entwickeln: Diese Überlegungen führten zum Transis­tor, einem der wichtigsten Bauelemente der modernen Elektronik.
Innerhalb weniger gelang es, zu den meisten Elektronenröhrenschaltungen „transis­torisierte Parallelen“ zu finden. Darüber hinaus eröffnete der Transistor neue Möglichkei­ten für elektronische Geräte und ihre Baustufen. So ergeben z.B. durch die Kombination von p-n-p- und n-p-n-Transistoren Schaltanordnungen, die mit Röhren nicht ausführbar sind; auch stellte man fest, dass der Transistor nicht nur zur Verstärkung, sondern auch als elektronischer Schalter gut geeignet ist.
Die Stromversorgung des Transistors ist einfacher und ökonomischer als die einer Röhre. Er wird nicht geheizt, ist daher stets betriebsbereit und benötigt nur eine niedrige Betriebsspannung. Erwärmung und Leistungsbedarf bleiben gering, gegen mechanische Erschütterungen ist er unempfindlicher als eine Elektronenröhre mit evakuiertem Kolben und zahlreichen Bauteilen, deren gegenseitige Lage sich nicht verändern darf. Vor allem aber bestechen die geringen Abmessungen von Transistoren und anderen Halbleiterbau­elementen: Für die Verkleinerung von Elektronenröhren legen wenige Kubikzentimeter
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