Добавил:
ivanov666
Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз:
Предмет:
Файл:Практический курс немецкого языка. Oberstufe. Teil 1. Учебное пособие
.pdf
gleichberechtigtsein derEhering
dieEhelosigkeit dieWeiblichkeit
dasEherecht(jurist.)
dieEhesache(jurist.)
derEhekrach(fam.),derEhestreit dieVerlobung
derEhestand(hochl.) dieTrauung
dieEifersucht,eifersüchtigsein dieVermählung
dieEhescheidung,dieScheidungsquote
dieEhescheidungsklage,die
Scheidungs-Präventionsforschung
dieReibungsächeninderFamilie dasFamilienbuch
dieHandzumEhebundreichen
j-mdenHofmachen
j-meinenKorbgeben
einenHeiratsantragmachen
fremdgehen=einenSeitensprungmachen
Treuebrechen
dasEhekreuz(aufsichnehmen,
geduldigtragen)(scherzh.)
dasliegtinderFamilie derUnterhalt
einenEhebruchbegehen(treiben)
etwasakzeptieren
sichscheidenlassenvon(D.) dieAbtreibung
sichauseinandersetzenmit(D.) dieVehütungsmittel
sichvertragen(mitD.) diePillen
dieMännlichkeit
dieHäuslichkeit
derTrauzeuge
dasFamilienbudget
dieFamilienfeier=dasFamilienfest
über(Akk.)Familienrathalten
dieAdoption=dieAnnahme
anKindesstatt
derFamilienoberhaupt
dieGeburtenzahl
derFamilienstand
dieFamilienverhältnisse
dasFamilienvermögen
derFamilienzuwachs
dasKindergeld
dieAlimente
dieEntbindung
derElternteil
gleichgeschlechtlich
derErziehungsberechtigte
31

Eine Familie (lat. familia „Hausgemeinschaft“) ist soziologisch
einedurchHeiratund/oderAbstammungbegründeteLebensgemeinschaft,imwestlichenKulturkreismeistausElternundKindernbestehend, gelegentlich durch im gleichen Haushalt wohnende Verwandte
erweitert.DieFamilieistdemnacheineengereVerwandtschaftsgruppe.
DerlateinischeBegrifffamilia(dieHausgemeinschaft),abgeleitet
vonlat.famulus(derHaussklave),bezeichneteursprünglichnichtdie
heutigeFamilie(EhepaarunddessenKinder),sonderndenBesitzeinesMannes(despaterfamilias),dengesamtenHausstand:seineEhefrau,Kinder,SklavenundFreigelassenesowiedasVieh.
DieFamiliebündeltbiologischundsozialvieleFunktionen:
ZurbiologischenBasiseinerFamiliegehörendieGebärfähigkeit
unddieZeugungsfähigkeit.DiesistjedochnichtderFallwennzum
BeispieleinEhepaarkeineKinderbekommenkannundeinKindadoptiert.TrotzdemkannvoneinerFamiliegesprochenwerden.KennzeichnendistjedochdasZusammenlebenvonmindestenszweiGenerationen.JenachderFormdesZusammenlebensistvoneinemMehrgenerationenhaushaltbzw. einer Mehrgenerationenfamilie die Rede.
Die ReproduktionsfunktiondientderSicherungderGenerationsfolge
durchWeitergabedesLebens.DieFamilieprägtevtl.dieQualitätder
ReproduktioneinerGesellschaft.
Eslassensichdreielementaresoziale Funktionenhervorheben:
• Die Sozialisationsfunktion(auch:erzieherische Funktion)wird
durchihreFähigkeitzursozialenKontrolle,zurErleichterungderSozialisationundderFormierungvonMotivationenundFähigkeitenvon
Heranwachsendenerleichtert;siebildeteinerstesdichtessozialesNetzwerkbereitsfürdenSäuglingundbildetKinderundJugendlicheauch
primäraus.DieFamilieistRaumfürWachstum,EntwicklungundGe-
32

borgenheit,undalssolchermitentscheidendfürdieEntwicklungvon
KompetenzenundHandlungspotentialdernachfolgendenGeneration.
• Die wirtschaftliche FunktionistfürvieleFamilieneinewichti-
geFunktion.SoerbringtsieSchutzundFürsorge(auchmaterielle)für
Säuglinge,aberauchfürkrankeundalteFamilienangehörige,ernährt,
kleidetundbehaustsie.
• Die politische Funktionistzunächsteineverortende:Fürinihr
geboreneKindererbringtsieeinelegitimePlatzierunginderjeweiligenGesellschaft.
Ausdiesenkönnenweitere Funktionenabgeleitetwerden:
• Die religiöse Funktion(auch:Wertevermittlung)lässtsichaus
derSozialisationsfunktionableiten,etwainderGestaltungvonFamilienfesten.DasistinmodernenKleinfamilienunauffällig(Beispiele:
VatersprichtdasTischgebet;erschmücktdenWeihnachtsbaum).
• Die rechtliche Funktion ist verfassungs- und privatrechtlich
(dortim Familienrecht) auch heute nochlebendig.Nach dem deutschen Grundgesetz steht die Familie unter besonderem staatlichem
Schutz.ImprivatrechtlichenBereich hatsiezahlreiche Gestaltungsrechte(soimUnterhalts-,Vormundschafts-,Adoptions-undErbrecht).
• Die „Freizeit- und Erholungsfunktion“isteinemoderneVari-
antederWirtschaftsfunktion.SiefasstBasisleistungenzurErhaltung
undWiederherstellungderGesundheitderFamilienmitgliederunddie
Bereitstellung von Erholungsmöglichkeiten bzw.AusgleichsleistungenderFamiliegegenüberbestehendengesellschaftlichen undwirtschaftlichenOrganisationsformenzusammen.
InmodernenGesellschaftenwerdenpolitische,religiöse,wirtschaftlicheunderzieherischeFunktionenderFamiliezumTeilaufanderegesellschaftlicheInstitutionen(z.B.Staaten,politischeGemeinden,Versicherungsanstalten,Schulwesen,Sport)übertragenundtretenimFamilienalltagdannzurück,wassichinNotzeitendurchausraschändernkann.
ImwestlichenKulturkreiswirdheuteunter„Familie“meistdieso
genannteKernfamilie verstanden,dasheißtVater,Mutter undderen
33

Kinder.Die Kernfamilie erscheintinderTat indenmeisten modernenGesellschaftenalsüberwiegendvorkommendesModell.Moderne
Formen,wieWohngemeinschaftenoder dasZusammenleben zweier
ElternteilemitjeeigenenKindern(obverheiratetodernicht)bleiben
minoritär,wennauchzunehmend.
HistorischbetrachtetgibtesinEuropaeineganzeReihevonFamilienformen.InmatriarchalischenGesellschaftenwurdedieFamilie
vonderMuttergeleitet,inpatriarchalischenFamilienvomVater.
Als„Ganzes Haus“ wird nachWilhelmHeinrichRiehldie seit
demMittelaltervorallemin„Westeuropa“entstandeneFamilienform
derBauernundStadtbürgerbezeichnet,dienebenderKernfamilieprimärdurchdenEinbezugvonGesindeundunverheiratetenVerwandtenausgezeichnetist.
Die„Groβe Haushaltfamilie“bezeichnetLebensformen,beidenen mehrere Generationen und unter Umständen mehrere parallele
Ehen(z.B.vonBrüdern)inklusiveGesindeuntereinemDachineinemLebens-undWirtschaftsverbandlebten.
Wandel der Familienstruktur — Die bürgerliche Kleinfamilie
(ca.1850–1950)
MitdemWachstumderStädteundderEntwicklungdesBürgertums
undderVerbürgerlichungdesIndustrieproletariatsinEuropaseitderMittedes19.JahrhundertsentstandaucheinestarknormativeVorstellungder
FamiliealsbürgerlicheKleinfamilie.DieseVorstellungentwickeltesich
biszurMittedes20.Jahrhunderts,umdannfolgendesBildzubieten:
• verheiratetesElternpaar(EntscheidungfürEhepartnerausLiebe)
• eigene(leibliche)Kinder(EntscheidungfürKinderausLiebe,
kaumnochauswirtschaftlichenÜberlegungen)
• HaushaltsgemeinschaftauseinemverheiratetenPaarunddes-
seninderRegelleiblichen,unmündigenKindern
• lebenslangeEhe(auchMonogamieundheterosexuelleEhe)
• traditionelleRollenverteilung innerhalb der Geschlechter: Vater
war der Haupternährer, besaβ höchste Autorität („Familienvorstand“);
MutterfürdenHaushaltunddenemotionalenBereichzuständig
• Wohn-undArbeitsstättewarenräumlichgetrennt.
34

Heute kennt die Familiensoziologie mehrere typische Formen.
ZwarhatdieFamilie nachwie voreinehoheWertigkeitundgehört
festindenLebensplanvielerjungerMenschen,dochdieFormender
Familie entsprechen immer seltener dem Familienideal der bürgerlichenFamilie.EmpirischistderWandelder Familienstrukturen an
einer Schrumpfung der Haushaltsgröβe (zahlreiche kinderlose oder
Ein-Kind-Familien), einem Rückgang der Eheschlieβungen (nicht
notwendigaberder Paarbindungen),derZunahmederScheidungen,
einemRückgangderdurchschnittlichenGeburtenproFrau,einerZunahmederFrauenerwerbsarbeit,verkürzterDauerpartnerschaftlicher
undfamiliärerBindungfeststellbar.
FürdenTrendzumfreiwilligundbewusstgewähltenLebensentwurfderPartnerlosigkeitwurdedasSchlagwortSinglegesellschaftgeprägt.DieRealitäteinessolchenTrendswirdjedochinFragegestellt.
Pluralisierung der Lebensformen(spätes20.Jahrhundert)
DurchdiedemographischeEntwicklungunddenWandelderLebensformenseitden1960erJahrenhatdiemoderneKleinfamilieihre
Stellungeingebüβt undbendet sichinKonkurrenz mitzahlreichen
anderenalternativenLebensformen.MansprichtdahervoneinerPluralisierungder Lebensformen. Indikatoren hierfür sind diesinkende
Geburtenzahl,derRückgangderEheschlieβungenunddasAnsteigen
derScheidungen.
DieserWandelderHaushalts-undFamilienstrukturenzeigtsich
vor allem in derAnzahl derAlleinerziehenden und derkinderlosen
Ehepaare sowie der nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften. Durch
die hohe Scheidungsrate entstehen auch immer mehr Stieffamilien
(auch„Patchworkfamilien“genannt),indenenKinderunterschiedlicherHerkunftleben.AlsUrsachefürdiesenProzesswirdderseitden
1970erJahrenbeschleunigteWertewandelgesehen.
Nebender „Normalfamilie“ habensichverschiedene alternative
Lebensformen herausgebildet: Einpersonenhaushalt, nichteheliche
Lebensgemeinschaft, kinderlose Ehe, getrenntes Zusammenleben,
Wohngemeinschaft, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft, Regenbogenfamilie,Doppelkarrierepaare,FernbeziehungoderCommu-
35

ter-Ehe(beidePartnerarbeitenunterderWochegetrenntwohnendund
sehensichoftnur amWochenende),Adoptiv-FamilienoderStieffamilien; man spricht auch von sogenannten „binuklearen Familien“,
wenndiegeschiedenen—nichtsorgeberechtigten—Elternteileden
KontaktmitihrenKindernaufrechterhalten.
(http://de.wikipedia.org)
1.ErläuternSiefolgendeWörterundWendungenausdemText:
begründete Lebensgemeinschaft, der Mehrgenerationenhaushalt, ein
erstes dichtes soziales Netzwerk, eine legitime Platzierung in der jeweiligen Gesellschaft, die Gestaltungsrechte, die Kernfamilie, minoritär, Schrumpfung der Haushaltsgröße, Singlegesellschaft, „Patchworkfamilien“, die Regenbogenfamilie, die Doppelkarrierepaare,
„binukleare Familien“.
2.NennenSiediewichtigstenFunktionenderFamilie,diederText
behandelt.BeachtenSiedabeidiegedanklicheGliederungdesTextes.
3.MalenSieeinSchema,indemSiediebedeutendstenFamilienformenundderenErklärungfesthalten.SprechenSieüberdieFamilienformen,dieIhnenbesondersinteressantzuseinscheinen.
DieZeitschrift„FürDich“istim„Männergespräch“.Siehatmit
einerneuenDiskussionbegonnen,diesichnichtmit„demMann“beschäftigt,sondernmitjungenMännernheute,dieaufgewachsensind
inunseremStaat.Siesinddazuerzogenworden,dieFraualsgleichberechtigtzuakzeptieren,ihreStellunginunsererGesellschaftzuachten,siealsgleichberechtigtenPartnerimBetrieb,inderFamilie,im
36

gesellschaftlichenLebenanzuerkennen.Dassetztvoraus,überholten
Traditionenadezusagen,neueGewohnheitenzuerproben—Veränderungen, die nicht immereinfach sind. Wie vollziehen die jungen
MännervonheutediesenWandel?Sindsiebereit,etwasdafürzutun?
WasunterscheidetjungeMännerheutevonihrenVäternundGroßvätern?HäuslichkeitausMännersicht—wiewirdsiebeurteilt?
LesenSie,was„FürDich“bisherfeststellenkonnte!
DerMann,kernigundstreitbar,Ernährer,Beschützer,Familienherrscher—wardasnichtnochzuGroßvatersZeitenunumstrittenes
Erziehungsideal?WirhabenmitjungenArbeitern,Studenten,Genossenschaftsbauern,IngenieurenundKünstlerngeredet.Vieleerinnern
sichgutanFamilienlebenundFamiliensinnihrerGroßelternundsehendenGroßvaternochdeutlichvorsich:
„Mein Opa? Wie aus dem Bilderbuch. Bart forsch nach oben,
sonntagssteiferKragen.IchhabeeinFoto.Ersitzend,selbstbewusster
HerrscherblickvorLandschaftskulisse.Omasitzenddahinter.Eswar
einePosefürdenFotografen,hataberSymbolwert“.„MeinGroßvaterwarBeamter,soeinganzkleineraufderPost.ImGrundewarer
gutmütig,spielteaberdenHerrschertyp,kontrollierteOmasReinemachenundmeckerteübersEssen.DieKinderhattenAngstvorihm.“
AndereErinnerungenpassennichtindiesesBild.„MeinGroßvaterhatsichabgerackertfürseineFamilie.Zumirhatergesagt:“Streng
dichanbeimLernen,damitdudeineFrauernährenkannst...“
Altmodisch,abergutgemeint...
Auch das Ehe- und Familienleben der Großvätergeneration ist
alsounterschiedlichgewesen.EsgabOberherrschaftundWillkürder
Männer,DemutundSichduckenderFrauen.UndesgabLiebe,AchtungundZusammenhalt.DieGenerationderVäterwollenunsereGesprächspartnerdeutlichvonderGroßväterunterschiedenhaben.
„MeineEltenlebtennichtsofriedlichwieOmaundOpa,obwohl
meinVaterdasvielleichtgernwollte.MehrReibungsächen.Meine
Mutterwarnichtruhig,wennihrwasnichtpasste.“
DasFamilienlebenindenerstenJahrzeitenunseresAufbauswar
fürvieleeinschwierigerAnfang.Die MachtderGewohnheitistgewaltig,undsiekämpftimmeraufderSeitedesAlten.
37

„Vater war fortschrittlich, unermüdlich, im Betrieb ein richtiger
AktivistvonderbestenSorte.MeinVorbild.Ehrlich.AberzuHause...
MutterhatsichscheidenlassenundihnnachdreiJahrenwiedergenommen.AbererkriegtedenAdamnichtaussich‚raus“.
DieseVäterhattenesnichtleicht. IhraltesBildvomMannund
vonder Frau kollidierte schon mitder neuen Umwelt. Sie mussten
Abschied nehmen von angestammten Männer-Vorrechten. Manche
schafften’snicht,sehrvieletatensichschwerdabei—undvielehalfen,imBetriebundzuHauseneueVerhältnissezwischenMannund
Frau durchzusetzen, veränderten sich mit ihren Frauen, wenn auch
vielleichteinweniglangsamer,weilesseineSchwierigkeitenhat,sich
vonPrivilegienzuverabschieden.
IndenEheerwartungenderjungenMännerhatsichnunderAnspruchandiePartneringewandelt,dabeiamallermeistendieEinstellungzurBerufstätigkeitderFrau.NochNietzschesagte:„Dereinzige
BerufdesWeibesist,GattinundMutterzusein —mitihmistkein
anderervereinbar.“DemstehtdieMeinungeinesjungenMannesunsererZeitgegenüber:„AuchdieFrauhatmehraufderWeltzutunals
verheiratetzu sein.Ichwürdemich langweilenmiteinerFrau ohne
Beruf.“Über die Frage „Berufstätigkeit derFrau — ja oder nein?“
gerätmannichtmehrinStreit.Aktuellerunddurchausnichtallgemein
zustimmendbeantwortetistdaschondieFrage:„Bistdudafür,dass
deineFraualle ihre Qualizierungsmöglichkeiten nutzt?“ Oder gar:
„Bistdu dafür,dass deineFraueine leitende Position übernimmt?“
Prinzipell ja, hörten wirvon mehreren.Aber es sei fürdie Familie
leichterzu bewältigen, wenn derMann eine leitende Position hat...
Warum?Über diesesproblematischeWarumwerden nochvieleGesprächenötigsein,undabsolutnichtnurmitMännern.Darüberwird
esauchnochvieleAuseinandersetzungenin somancherEhegeben.
EsistdaskleineAberimgroßenJaderjungenMännerzuqualizierter
BerufsarbeitihrerFrauen.
VorJahrengabesinder„FürDich“einelebhafteLeserdiskusion
unterdemMotto„WieklugdarfdieFrausein?“Diemeistenjungen
Männerndennicht,dasssie unbedingtklüger seinmüssenalsihre
38

Partnerin und unterscheiden sich darin grundsätzlich von früheren
Männergenerationen, für die der „geistige Führungsanspruch“ des
Mannes außer Frage stand, schon weil „dem WeibeDenkkraft und
Logikversagt“waren.
„SieweiβmehraufihremGebiet,ichmehraufmeinem.“
„Ichwillauchetwasnehmen,etwasvonihrlernenkönnen.“
„Egal,wer von uns beiden mehr weiß. Michwürdenur stören,
wennmeineFrauweigerwüsste,alssiewissenmuss.“
Interessant wäre es sicher,zu diesem Problem auch einmal die
jungenFrauenzubefragen.Gebensiesichdamitzufrieden,zuihrem
Mannals dem Klügeren aufzublicken?Oder—das ist wahrscheinlichdasschwerwiegendereProblem—akzeptierensieihrenMannals
gleichberechtigtenPartner,wennsieihmgeistigüberlegensind?UnterwelchenVoraussetzungenakzeptierensieihn,unterwelchennicht?
SchließlicheinWunsch,denOpaundEnkelingleicherWeisehaben:liebundtreusollsiesein!Esistnichtallesverschwundenvom
FrauenidealfrühererMännergenerationen,mitRechtnicht.DieLiebe
istwieehundjederglückbringendeSterndesMenschendaseins.Die
jungenMännerwünschensichwieihreGroßväterundVäterLiebeund
Weiblichkeit.Wassiedarunterverstehen?Fürsiegehtmehrhineinin
diesenBegriffalsAnmut,Güte,MütterlichkeitunderotischeAnziehungskraft,SelbstbewusstseinverträgtsichfürsiegutmitWeiblichkeit,auchAktivität,besondersinderLiebe.WiehätteGroßvaterauf
einenweiblichenHeiratsantragreagiert?Soferneinsolcherüberhaupt
nochüblichist, fändenunserebefragtenjungenMänneres„schön“,
„schmeichelhaft“, „leider noch selten“. Allerdings räumen einige
gleichnachdererstenBegeisterung ein,dass esihnen mächtigfatal
wäre,demMädchen einenKorbgebenzumüssen.Kavaliersein im
Verhältnis zur gleichberechtigten Frau ist wahrscheinlich überhaupt
schwieriger als das Kavalierspielen der Opa-Generation gegenüber
dem „schwachen Geschlecht“. Manche jungen Männer geben zum
Beispielzu,fürjungeFrauennichtohneweitereseinenSitzplatzopfernzuwollen.„SiehatgenausovielStehvermögenwieich...“Einige
wirklichüberholteVorstellungenvomKavalier-Seinhaltensichdage-
39

genzäh.„Er“muss„sie“freihalten,wenn siegemeinsam ausgehen.
IstdasnochderRestvomOpa-Stolz:“IchkanneineFrauernähren“?
Interessantundmanchmalüberraschendistes,wiehochdieTreue
imKurssteht,wobeiTreuedabeiimengerenSinnegemeintwar,im
Sinnevon„nichtfremdgehen“.„OhneTreuewirdesnichts,nichtauf
dieDauer.“„Wennzweisichnichttreuseinwollen,warumsollensie
dannheiraten?“
UnserVergleichzwischenjungenMännernvonheuteundgestern
isteinBeweisdafür,dassdiegesellschaftlichenBedingungendieEigenschaftendesMenschenverändern.DerGeschlechtercharakterund
dasgeschlechterspezischeVerhaltensindnichtangeboren, sondern
werdenanerzogen.Darin liegt die Basis für unseren pädagogischen
Optimismus,unddarinliegtauchunsereAufgabebeiderHerausbildungunsererKinder.
1. ErläuternSiefolgendeWörterundWendungenausdemText:
etwas akzeptieren, ade sagen, über etwas meckern, sich abrackern,
Oberherrschaft und Willkür der Männer, Demut und Sichducken der
Frauen, die Reibungsächen, den Adam aus sich nicht ‘rauskriegen,
fremdgehen, j-m einen Korb geben, Kavalier sein, im Kurs stehen.
2. Nennen Sie Probleme im Zusammenleben von Mann und
Frau,diederTextbehandelt.BeachtenSiedabeidiegedanklicheGliederungdesTextes.
3. Nennen Siedie wichtigstencharakteristischenMerkmaleder
GenerationenderGroßväter,VäterundderjungenMänner.AnalysierenSieihreVorstellungenüberdieFrauen.
4. Stellen SieArgumentezusammen, die fürdieQualizierung
der Frau sprechen. Sollten die Frauen Ihrer Meinung nach leitende
Positioneneinnehmen?
40
Соседние файлы в предмете [НЕСОРТИРОВАННОЕ]
