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Файл:Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5272_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана.pdf
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- •Inhaltsverzeichnis
- •Impressum
- •Vorwort
- •Benutzerhinweise
- •Abkürzungen
- •Abbildungsnachweis
- •Fehler gefunden?
- •1. Präanalytik
- •1.1 Patientenbezogene Einflussgrößen
- •1.4 Durchführung der Blutentnahme
- •1.5 Fehlerquellen bei der Blutentnahme
- •1.6 Lagerung und Transport der Proben
- •1.7 Maßeinheiten der klinischen Chemie
- •1.8 Reagenzien
- •1.9 Abnahmesysteme
- •1.11 Uringewinnung
- •2. Elektrolyte
- •3. Hämatologie
- •3.1 Hämatokrit (Hkt)
- •3.3 Erythrozyten
- •3.4 MCV, MCH und MCHC
- •3.6 Retikulozyten
- •3.7 Leukozyten
- •3.8 Neutrophile Granulozyten
- •3.9 Basophile Granulozyten
- •3.10 Eosinophile Granulozyten
- •3.11 Monozyten
- •3.12 Lymphozyten
- •3.13 Thrombozyten
- •4. Eisenhaushalt
- •4.1 Eisen
- •4.2 Transferrin
- •4.3 Ferritin
- •5. Gerinnung
- •5.1 Partielle Thromboplastinzeit (PTT)
- •5.3 D-Dimere
- •6. Proteinstoffwechsel
- •6.1 Gesamtprotein
- •6.2 Eiweiß-Elektrophorese
- •6.3 Albumin
- •7. Fettstoffwechsel
- •7.1 Triglyzeride
- •7.3 LDL-Cholesterin
- •7.4 HDL-Cholesterin
- •7.5 Lipoprotein (a)
- •7.6 Homocystein
- •8. Kohlenhydratstoffwechsel
- •8.1 Glukose
- •8.3 Oraler Glukosetoleranztest (oGTT)
- •9.1 BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit)
- •9.2 CRP (C-reaktives Protein)
- •9.3 Anti-Streptolysin (ASL)
- •9.4 Rheumafaktor (RF)
- •9.6 HLA-B27-Antigen
- •9.7 Antinukleäre Antikörper (ANA)
- •9.8 Tumormarker
- •10. Leberdiagnostik
- •10.1 GOT/AST
- •10.2 GPT/ALT
- •10.4 Glutamatdehydrogenase (GLDH)
- •10.5 Cholinesterase (CHE)
- •10.6 Bilirubin
- •10.7 Alkalische Phosphatase (AP)
- •11. Pankreasdiagnostik
- •11.1 Lipase
- •11.2 Pankreatische Elastase 1
- •11.3 α-Amylase
- •12. Nierendiagnostik
- •12.1 Kreatinin
- •12.3 Cystatin C
- •12.4 Harnstoff
- •12.5 Harnsäure
- •13. Herzdiagnostik
- •13.1 Myoglobin
- •13.2 Troponin T und Troponin I
- •13.3 BNP (B-natriuretisches Peptid)
- •13.4 Laktatdehydrogenase (LDH)
- •14. Schilddrüsendiagnostik
- •14.3 Schilddrüsen-Antikörper
- •15.2 Phosphat
- •15.3 Vitamin D
- •15.4 Parathormon
- •15.5 CK (Kreatinkinase)
- •17. Urindiagnostik
- •17.1 Makroskopische Beurteilung
- •17.3 Spezifisches Gewicht
- •17.4 pH-Wert
- •17.6 Nitrit
- •17.7 Glukose
- •17.8 Eiweiß
- •17.9 Ketonkörper
- •17.10 Erythrozyten
- •17.11 Bilirubin und Urobilinogen
- •17.12 Sedimentuntersuchung
- •18. Stuhldiagnostik
- •18.1 Okkultes Blut
- •18.2 Pankreatische Elastase 1
- •19.1 Parameter und Indikationen
- •19.1 Parameter und Indikationen

Prüfung
• Physiologische Bedeutung
• Normwerte und Ursachen für erhöhte und erniedrigte
Erythrozytenzahlen
Praxis
Falsch niedrige Erythrozytenzahlen werden gemessen, wenn eine
extrakorporale Hämolyse eingetreten ist, z. B. durch warme
Lagerung des Bluts, zu schnelle Blutentnahme oder zu lange
Stauung bei der Blutentnahme. Proben sollten deshalb nicht
geschüttelt, sondern lediglich vorsichtig geschwenkt werden.
3.4 MCV, MCH und MCHC
4 ml EDTA-Blut (Blutbild)
Physiologische Bedeutung
MCV (mittleres korpuskuläres Volumen): Gibt die
Größe/Volumen des Erythrozyten an. Erythrozyten können zu
groß (makrozytär, > 94 fl), normal groß (normozytär, 80–94 fl)
oder zu klein (mikrozytär, < 80 fl) sein.
MCH (mittleres korpuskuläres Hämoglobin): Gibt die Menge
des Hämoglobins in einem Erythrozyten an. Erythrozyten können
blass (hypochrom, < 26 pg), normal gefärbt (normochrom, 26–34
pg) oder zu stark gefärbt (hyperchrom, > 34 pg) sein.
MCHC (mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration): Gibt
die mittlere Hämoglobinkonzentration des einzelnen Erythrozyten

an. Berechnet wird die MCHC aus dem Quotienten aus Hb und
Hkt.
Normwert
• MCV: SI-Einheit: 80–94 fl, konventionelle Einheit: 80–94
μm
3
• MCH: SI-Einheit: 0,4–0,53 fmol, konventionelle Einheit:
26–24 pg
• MCHC: SI-Einheit: 4,81–5,74 mmol Hb/l Erythrozyten,
konventionelle Einheit: 31–37 g Hb/dl Erythrozyten
Abweichungen vom Normwert
Ursachen veränderter Erythrozytenindizes
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Definitionen von MCV, MCH und MCHC
• Interpretation der Veränderungen von MCV und MCH
Praxis
Die Bestimmung der Erythrozytenindizes dient der Diagnostik
einer Anämie. Neben den Indizes ist die Bestimmung von Hkt, Hb
und Erythrozytenzahl unabdingbar.

3.5 RDW (red cell distribution width)
4 ml EDTA-Blut (Blutbild)
Physiologische Bedeutung
RDW-Wert (red cell distribution width) oder EVB-Wert
(Erythrozyten-Verteilungsbreite): Gibt die Abweichung der
Erythrozyten von der normalen Größe an und wird anhand des
MCV berechnet. Dabei sind Werte von 11,5–14,6 % physiologisch;
das bedeutet, dass die Erythrozyten relativ gleich groß (homogen)
sind. Sind gleichzeitig Makrozyten und Mikrozyten vorhanden
(wobei die Form gleich bzw. normal ist), spricht man von einer
Anisozytose. Mit anderen Worten: Der RDW-Wert ist das Maß für
eine Anisozytose.
Normwert
SI-Einheit: 11,6–14,6 %
Abweichungen vom Normwert
RDW-Erhöhung
• Anämien
• Osteomyelofibrose
• Infektionen
RDW-Erniedrigung
• Knochenmarkerkrankungen
• Autoimmunerkrankungen

Prüfungs- und Praxistipps
Praxis
Die Bestimmung und Beurteilung des RDW-Werts erfolgt im
Zusammenhang mit den Erythrozytenindizes.
3.6 Retikulozyten
4 ml EDTA-Blut (Blutbild) oder 2 ml EDTA-Blut
(isolierte Bestimmung)
Physiologische Bedeutung
Retikulozyten sind jugendliche Erythrozyten, die ähnlich wie die
Erythrozyten kernlos sind, aber noch Reste des
endoplasmatischen Retikulums enthalten. Die Höhe der
Retikulozyten im Blut gibt Auskunft über die Neubildungsrate der
Erythrozyten und wird im Verhältnis zu den Erythrozyten
angegeben.
Normwert
• SI-Einheit: 0,008-0,022
• Konventionelle Benennung: 8–22 ‰
Abweichungen vom Normwert
Retikulozytose
• Akuter Blutverlust

• Akute Hämolyse oder hämolytische Anämien
• Sauerstoffmangelzustand (Hypoxie)
• Erfolgreiche Anämiebehandlung (verstärkte Erythropoese)
Retikulopenie
• Verminderte Erythropoese bei Eisenmangelanämie,
megaloblastärer Anämie, aplastischer Anämie
• Erythropoetinmangel, z. B. bei renaler Anämie
• Nach Radio- und Chemotherapie
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische Bedeutung von Retikulozyten
• Ursachen der Retikulozytose und Retikulopenie
Praxis
Vor der Blutentnahme sollte die Patientin oder der Patient kein
Eisen, keine Folsäure und kein Vitamin B
12
eingenommen haben.
3.7 Leukozyten
4 ml EDTA-Blut (Blutbild)
Physiologische Bedeutung
Leukozyten werden im Knochenmark gebildet und stellen eine
heterogene Gruppe von Zellen dar. Sie gliedern sich in

Granulozyten (eosinophile, neutrophile und basophile),
Monozyten und Lymphozyten. Die Zellen dienen der
Immunabwehr.
Normwert
• SI-Einheit: 4,3–10,0 Gpt/l
• Konventionelle Einheit: 4,3–10,0 x 10
3
/μl
Abweichungen vom Normwert
Leukozytose
• Bakterielle Infektionen, Pilzinfektionen
• Chronische Entzündungen, z. B. Morbus Crohn, Colitis
ulcerosa
• Rheumatische Erkrankungen, z. B. rheumatoide Arthritis
• Myeloproliferative Erkrankungen und solide Tumoren
• Morbus Cushing, Therapie mit Kortikosteroiden
• Stress
• Trauma, Verbrennung, Schock
• Allergie
• Nikotinkonsum
Leukopenie
• Massiver Verbrauch von Leukozyten bei septischen
Erkrankungen, z. B. Typhus abdominalis

• Autoimmunprozesse, z. B. SLE
• Bildungsstörung, z. B. bei Vitamin-B
12
-Mangel
• Virusinfektionen
• Splenomegalie
• Knochenmarkdepressive Substanzen oder
medikamenteninduziert (z. B. Analgetika, Antibiotika,
Diuretika)
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische Bedeutung
• Normwerte und Ursachen der Leukozytose und Leukopenie
Praxis
Neben der Gesamtleukozytenzahl kann die Anfertigung eines
Differenzialblutbilds wichtig sein. Im Differenzialblutbild werden
die einzelnen Fraktionen der Leukozyten prozentual angegeben.
3.8 Neutrophile Granulozyten
4 ml EDTA-Blut (Blutbild)
Physiologische Bedeutung
Neutrophile Granulozyten dienen der unspezifischen Abwehr. Sie
besitzen eine hohe Phagozytosefähigkeit. Der Kern der reifen
Granulozyten ist segmentiert. Noch nicht vollständig ausgereifte
Granulozyten haben einen stabkernigen Kern. Bei bakteriellen

Infekten und großem Verbrauch segmentierter Granulozyten
werden kompensatorisch aus dem Knochenmark stabkernige
Granulozyten ausgeschieden. Im Differenzialblutbild wird dies als
Linksverschiebung bezeichnet. Von einer pathologischen
Linksverschiebung spricht man, wenn blastäre Vorstufen der
Granulozyten im Blut erscheinen.
Normwert
• SI-Einheit: 42–77 %
• Agranulozytose: < 500/µl
• Stabkernige Granulozyten: 0–5 %
Abweichungen vom Normwert
Neutrophilie
• Akute, v. a. bakterielle Infektionen
• Schwere körperlicher Belastung, Stress, Rauchen
• Autoimmunerkrankungen
• CML, Polycythaemia vera, Myelofibrose
• Therapie mit Kortikosteroiden, Kontrazeptiva, Lithium
Neutropenie
• Knochenmarkdepressive Zustände, z. B. nach einer Radio-
oder Chemotherapie, oder durch Nebenwirkungen von z. B.
Phenothiazinen, Thyreostatika, Chloramphenicol

• Knochenmarkinfiltration bei Leukämie, malignen
Lymphomen, Karzinomen
• Infektionen, z. B. Typhus, Tbc, Masern, Mumps, Influenza
Agranulozytose
Medikamenteninduziert; auslösende Medikamente sind häufig
Metamizol, NSAR, Thyreostatika, Sulfonamide, Clozapin. Die
Symptome entstehen akut und sind Fieber, Schüttelfrost,
Tonsillitis (ohne Eiterbildung), Stomatitis aphthosa und
Lymphknotenschwellung.
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische Bedeutung von neutrophilen Granulozyten
• Normwerte und Ursachen von Neutrophilie, Neutropenie,
Agranulozytose und Linksverschiebung
3.9 Basophile Granulozyten
4 ml EDTA (Blutbild)
Physiologische Bedeutung
Basophile Granulozyten enthalten Heparin und Histamin. Im
Rahmen entzündlicher und v. a. allergischer Reaktionen
degranulieren die Zellen. Histamin hat eine vasodilatierende,
bronchokonstriktorische Wirkung und beschleunigt die Peristaltik.
Die Basophilie geht der Eosinophilie im Rahmen entzündlicher

Prozesse voraus. Basophile Granulozyten, die ins Gewebe
ausgewandert sind, werden Mastzellen genannt.
Normwert
SI-Einheit: < 1,8 %
Abweichungen vom Normwert
Basophilie
• Entzündliche Erkrankungen (z. B. Sinusitis oder Windpocken)
oder in der Rekonvaleszenzphase
• Polycythaemia vera, CML
• Leberzirrhose
• Östrogeneinnahme
Basopenie
• Akute allergische Reaktionen
• Therapie mit Kortikosteroiden (Cushing-Syndrom)
• Hyperthyreose
• Radiochemotherapie und damit verbundene
Knochenmarkschädigung
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische Bedeutung von basophilen Granulozyten
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