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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5272_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана.pdf
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worden ist. Bei der Citrullinierung wird im Fillagrin die
Aminosäure Arginin in Citrullin umgewandelt. Es handelt sich
dabei zunächst um einen physiologischen Prozess, der bei der
Keratinisierung von Hautzellen und bei der Apoptose eine Rolle
spielt. Bei Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis
richten sich die CCP-Ak gegen diese citrullinierten Proteine, die
von Synovialhäuten der betroffenen Gelenke exprimiert werden.
Die Folge ist eine Knorpel- und Knochenzerstörung.
Normwert
Konventionelle Einheit: < 7 U/ml
Abweichungen vom Normwert
CCP-Nachweis bzw. -Erhöhung
Rheumatoide Arthritis (RA)
Prüfungs- und Praxistipps
Praxis
• Bei der Diagnostik der RA erweisen sich CCP-Ak spezifischer
als Rheumafaktoren. Sie sind im frühen Erkrankungsstadium
und meist auch bei seronegativen Verläufen nachweisbar.
• CCP-Ak besitzen eine hohe prognostische Bedeutung: Ihr
Nachweis geht mit einem hohen Risiko für eine
Gelenkzerstörung einher.
• CCP-Ak ist als Verlaufsparameter weniger geeignet (unklare
Korrelation mit der Krankheitsaktivität).

9.6 HLA-B27-Antigen

4 ml EDTA-Blut
Physiologische Bedeutung
Humane Leukozyten-Antigene (HLA) sind bestimmte Antigene,
die sich auf fast allen Zellen des menschlichen Körpers finden. Sie
sind ein Zelloberflächenmarker, der sich bei ca. 6–9 % der
gesunden europäischen Bevölkerung findet. Sie sind zuständig für
die Erkennung von „selbst“ und „fremd“, dienen also als
„Personalausweis“ einer Zelle. Fremde Antigene lösen eine
Immunreaktion aus, z. B. im Rahmen von Abstoßungsreaktionen
nach Organtransplantation. Bei einigen Antigenen ist der positive
Nachweis mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer
Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis assoziiert, der
negative Nachweis schließt sie jedoch nicht aus.
Normwert
Negativ
Abweichungen vom Normwert
HLA-B27 findet sich gehäuft bei bestimmten rheumatischen
Erkrankungen, z. B. bei:
• Morbus Bechterew
• Reaktive Arthritis (Morbus Reiter)
• Arthritis psoriatica
• Postinfektiöse Arthritiden
• Morbus Crohn
• Colitis ulcerosa
• Akute Uveitis
Prüfungs- und Praxistipps
Praxis
• Die Bestimmung des HLA-B27 eignet sich nicht als Suchtest,
sondern als ein Bestätigungstest bei vorhandenen
Symptomen.
• Ein positives HLA-B27 beweist die o. g. Erkrankungen nicht;
das Risiko, daran zu erkranken, ist lediglich erhöht.
Patientinnen und Patienten, die an einer der o. g. Krankheiten
leiden, sind nicht automatisch HLA-B27-positiv.

9.7 Antinukleäre Antikörper (ANA)

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Antinukleäre Antikörper (ANA) sind eine heterogene Gruppe von
Proteinen, die sich gegen den Zellkern und Zellkernbestandteile (z.
B. Histone, DNA, RNA) richten (Autoantikörper). Durch die
Bindung der Antikörper wird die Zelle in den meisten Fällen unter
Bildung einer Entzündungsreaktion zerstört.
Zu den ANA gehören u. a.:
• dsDNA-Ak: Antikörper gegen DNA (Doppelstrang)
• ssDNA-Ak: Antikörper gegen DNA (Einzelstrang)
• rRNP-Ak: Antikörper gegen Ribosomen
• Scl-70-Ak: Antikörper gegen DNA-Topoisomerase I
• CENP-Antikörper: Antikörper gegen Centromere
Normwert
Titer < 1 : 80
Abweichungen vom Normwert
ANA-Erhöhung
• Systemischer Lupus erythematodes
• Mixed Connective Tissue Disease (MCTD; Sharp-Syndrom)
• Dermatomyositis, Polymyositis
• Sklerodermie
• Sjögren-Syndrom
• Rheumatoide Arthritis
• Alkoholtoxische Leberzirrhose, Virushepatitis, primär biliäre
Zirrhose
• Thyreoiditis
• Alveolitis/Lungenfibrose
• Alter > 60 Jahre
Prüfungs- und Praxistipps
Praxis
• ANA eignen sich zur Bestimmung und als Verlaufsparameter
bei Kollagenosen.
• ANA finden sich auch im Rahmen von
Autoimmunkrankheiten, chronischen persistierenden
Infektionen und im Alter.

9.8 Tumormarker

0,5 ml Serum pro Tumormarker
Physiologische Bedeutung
Tumormarker sind Proteine oder Glykoproteine, die entweder von
den Tumorzellen selbst oder von benachbarten gesunden Zellen
als Reaktion auf ein Tumorgeschehen ausgeschüttet werden. Sie
sind weder tumor- noch organspezifisch. Nachfolgend werden
einige ausgewählte Tumormarker beschrieben.
Normwert
• CEA (carcinoembryonales Antigen): < 4,6 ng/ml
• CA 125 (Cancer Antigen 125): < 35 U/ml
• CA 19–9 (Cancer Antigen 19–9): SI-Einheit: < 22 U/ml,
konventionelle Einheit: < 37 U/ml
• AFP (alpha-Fetoprotein): SI-Einheit: < 7 U/ml, konventionelle
Einheit: < 8,5 U/ml
• hCG (humanes Choriongonadotropin): < 5 U/l
• NSE (neuronenspezifische Enolase): SI-Einheit: < 12,5 µg/l,
konventionelle Einheit: < 12,5 ng/ml
• PSA (prostataspezifisches Antigen):
– < 40 Jahre: < 1,3 ng/ml
– 41–50 Jahre: < 2,0 ng/ml
– 51–60 Jahre: < 3,0 ng/ml
– 61–70 Jahre: < 4,0 ng/ml
– > 71 Jahre: < 4,5 ng/ml
Abweichungen vom Normwert
Prüfungs- und Praxistipps
Praxis
Tumormarker eignen sich zur Beurteilung des Verlaufs einer
Tumorerkrankung, nicht aber als Suchparameter in der Diagnostik
(Ausnahme: PSA).

10: Leberdiagnostik

10.1 GOT/AST

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase) oder AST (Aspartat-
Aminotransferase) befinden sich im Zytoplasma und in den
Mitochondrien der Leberzellen, Herzmuskelzellen und Zellen der
quergestreiften Muskulatur. Dieses Enzym ist nicht
leberspezifisch, in Verbindung mit der GPT/ALT gibt sie jedoch
Hinweise auf Leberzellschädigungen.
Normwert
• Männer: SI-Einheit: < 0,85 kat/l, konventionelle Einheit: < 50
U/l
• Frauen: SI-Einheit: < 0,60 kat/l, konventionelle Einheit: < 35
U/l
Abweichungen vom Normwert
Leichte GOT/AST-Erhöhung
• Leberschädigung durch Medikamente
• Leberbeteiligung im Rahmen systemischer Infektionen
• Lebertumoren, Lebermetastasen
• Akute Stauungsleber
• Herzmuskelschädigung (ohne GPT/ALT-Anstieg)
Starke GOT/AST-Erhöhung
• Akutes Leberversagen
• Akute Virushepatitis
• Leberzirrhose
• Chronische Hepatitis
• Ausgedehnter Untergang des Herzmuskelgewebes beim
Myokardinfarkt
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische Bedeutung des Enzyms
• Ursachen einer GOT/AST-Erhöhung
Praxis
• Hämolyse und lange Stauung vor der Blutentnahme oder
starke körperliche Belastung führen zu falsch hohen Werten.
• Leicht erhöhte Werte sind häufig unspezifisch.
• Bei erhöhten GOT/ASL-Werten sollten gleichzeitig GPT/ALT,
γ-GT, CK-Gesamt, CK-MB und LDH bestimmt werden.

10.2 GPT/ALT

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Die Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) oder Alanin-
Aminotransferase (ALT) ist ein weitgehend leberspezifisches
Enzym, das im Zytoplasma der Hepatozyten lokalisiert ist.
Anstiege der GPT/ALT im Serum sind ein Hinweis auf eine
gestörte/erhöhte Permeabilität der Leberzellmembran.
Normwert
• Männer: SI-EInheit: < 0,85 kat/l, konventionelle Einheit: < 50
U/l
• Frauen: SI-Einheit: < 0,60 kat/l, konventionelle Einheit: < 35
U/l
Abweichungen vom Normwert
Leichte GPT/ALT-Erhöhung
• Fettleber
• Lebertumoren, Lebermetastasen
• Chronischer Alkoholkonsum
Starke GPT/ALT-Erhöhung
• Akutes Leberversagen
• Akute und chronische Virushepatitis
• Alkoholhepatitis
• Stauungsleber
• Leberzirrhose
• Extrahepatische Cholestase
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische Bedeutung des Enzyms
• Ursachen einer GPT/ALT-Erhöhung
Praxis
• Hämolyse und starke Muskelarbeit können falsch hohe Werte
liefern.
• Bei hohen GPT/ALT-Werten sollten gleichzeitig GOT/AST, γ-
GT, GLDH, alkalische Phosphatase, Bilirubin und die
Syntheseparameter der Leber (Albumin, Quick-Wert und
Cholinesterase) bestimmt werden.
• Der Schweregrad einer Leberzellschädigung kann mit dem
GOT/GPT-Quotienten (de-Ritis-Quotient) abgeschätzt
werden. Bei leichten Leberzellschädigungen liegt der de-Ritis-
Quotient < 1, bei schweren Schädigungen und
nichthepatischen Schädigungen (Trauma, Myokardinfarkt) >
1.