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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5272_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана.pdf
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☆
i. U. im Urin
K
+
Kalium
KHK koronare Herzkrankheit
LDH Laktatdehydrogenase
LDL Low Density Lipoprotein
Lp(a) Lipoprotein (a)
MCH mittleres korpuskuläres Hämoglobin
MCHC mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration
MCV mittleres korpuskuläres Volumen
Mg
2+
Magnesium
Na
+
Natrium
NaF Natriumfluorid
NNR Nebennierenrinde
NSAR nichtsteroidale Antirheumatika
O
2
Sauerstoff
oGTT oraler Glukosetoleranztest
pAVK periphere arterielle Verschlusskrankheit
PTT partielle Thromboplastinzeit
SLE systemischer Lupus erythematodes
T
3
Trijodthyronin
T
4
Tetrajodthyronin/Thyroxin
Tbc Tuberkulose
TRH Thyreoidea Releasing Hormone
TSH Thyreoidea-stimulierendes Hormon
U unit
V. Vena
V. a. Verdacht auf
VLDL Very Low Density Lipoprotein

Abbildungsnachweis

Der Verweis auf die jeweilige Abbildungsquelle befindet sich bei
allen Abbildungen im Werk am Ende des Legendentextes in eckigen
Klammern.
V153 SARSTEDT AG & Co. KG, Nümbrecht
V342 Becton Dickinson GmbH, Karlsruhe

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1: Präanalytik

1.1 Patientenbezogene Einflussgrößen

Physiologische Bedeutung
Unter Präanalytik versteht man alle Prozesse und Bedingungen,
die vor der eigentlichen Durchführung der Laboranalyse von
Bedeutung sind und Einfluss auf das Laborergebnis haben. Dazu
zählen v. a. patientenbezogene Einflussgrößen, die
Probengewinnung (Materialgewinnung), die
Probenlagerung und der Transport ins Labor.
Die patientenbezogenen Einflussgrößen können eingeteilt
werden in veränderliche und unveränderliche oder in:
• Kurzfristige, schnell wechselnde Einflussfaktoren: z.
B. vorangegangene körperliche und seelische Belastung,
Veränderung der Körperlage, Nahrungsaufnahme,
tagesbedingte Schwankungen, Medikamenteneinnahme
• Längerfristige Einflüsse: z. B. Konsum von Alkohol,
Nikotin und bestimmten Nahrungsmitteln, Lebensalter,
Schwangerschaft, Medikamenteneinnahme
• Permanente Einflussfaktoren: z. B. ethnische
Zugehörigkeit, Geschlecht
Die fehlerhafte oder mangelnde Beachtung dieser Parameter
kann zu veränderten, unplausiblen Laborergebnissen führen.
Beispiele für Auswirkungen der Einflussfaktoren auf das
Messergebnis:
• Eine Veränderung der Körperlage vom Stehen ins Liegen führt
zu einer Verdünnung des Bluts, weil das Körperwasser vom
Interstitium in die Gefäße gelangt. Damit werden z. B.
korpuskuläre Anteile (Hämatokrit) niedriger gemessen. Im
umgekehrten Fall, bei einer Lageveränderung vom Liegen ins
Stehen, wird der Hämatokrit höher gemessen.
• Je nach Tageszeitpunkt der Abnahme können Unterschiede
der Blutzellen um bis zu 20 % variieren.
• Eine übermäßige körperliche Belastung vor der Blutentnahme
führt meist zu höheren Leukozytenzahlen, einem Anstieg von
CK, LDH und GOT/AST.
• Fettreiche Mahlzeiten führen zur Erhöhung von freien
Fettsäuren, Triglyzeriden, AP und LDH.
• Fastenkuren und proteinarme Diäten gehen mit einer
Erniedrigung von Albumin und Harnstoff einher.
• Bei Patientinnen und Patienten mit Nikotinabusus können das
CRP und der Tumormarker CEA erhöht sein.
• Chronischer Alkoholabusus geht mit einer Erhöhung von γ-GT,
GPT/ALT, GOT/AST, MCV und CDT einher.
• Geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen bei einigen
Parametern, z. B. höhere Normbereiche für CK, Erythrozyten
oder Hämoglobin bei Männern und andere Referenzwerte für
Geschlechtshormone.
• Unter Einnahme von bestimmten Diuretika, Analgetika oder
Antibiotika können die Leukozytenzahlen sinken.
Prüfungs- und Praxistipps
Praxis
Genaue Kenntnisse der patientenbezogenen Einflussgrößen auf
die Laborergebnisse sind von Vorteil und ermöglichen eine
bessere Interpretation der Befunde.
1.2 Materialgewinnung, Allgemeines zur
Blutentnahme
Physiologische Bedeutung
Die korrekte Blutentnahme ist eine wesentliche Voraussetzung für
plausible Laborwerte. Nachfolgende Punkte sollten beachtet
werden:
• Eine Blutentnahme erfüllt den Tatbestand der
Körperverletzung; das Einverständnis der Patientin oder des
Patienten ist einzuholen und zu dokumentieren.
• Die Anamneseerhebung ist vor der Blutentnahme zwingend
nötig.
• Die patientenbezogenen Einflussgrößen müssen beachtet
werden (→ Karte 1).
• Die unterschiedlichen Blutröhrchen sollten in folgender
Reihenfolge entnommen werden:
1. Serum
2. Citratplasma
3. Heparinblut
4. EDTA-Blut
5. NaF-Plasma
• Vor der Blutentnahme (aber auch vor der Entnahme anderer
Materialen wie Urin und Stuhl) ist eine korrekte Organisation
der Probenröhrchen und des Begleitscheins (leserlich
ausgefüllt) mit Datum und Tageszeit, Erfassung der
relevanten Diagnosen, Fragestellungen und der korrekten
Zuordnung zum Patienten notwendig.
• Nach der Materialentnahme erfolgt die Nachbereitung der
Probe, z. B. Etikettierung mit einem Barcode, ggf.
Zentrifugation.
• Auf eine korrekte Lagerung der Proben (liegend, stehend,
gekühlt, bei Raumtemperatur, gefroren) ist je nach
Fragestellung und Material zu achten (→ Karte 6).
• Die Dokumentation der Probenentnahme erfolgt im
Laborbuch und in der Patientenakte.
• Die Vereinbarung eines Folgetermins zur Besprechung der
Laborbefunde sollte avisiert werden.
Kurzanamnese
Vor der Blutentnahme sollte ein Vorgespräch stattfinden, das
folgende Aspekte beinhaltet:
• Erhebung der Anamnese im Hinblick auf aktuelle
Erkrankungen, Vorerkrankungen (auch infektiöse
Erkrankungen, z. B. Hepatitis B, C, HIV) und
Medikamenteneinnahme
• Aufklärung der Patientin oder des Patienten über den Zweck
der Blutentnahme, die zu untersuchenden Parameter und die
Kosten
• Wenn möglich, Einsicht in die Vorbefunde
• Erfragung von möglichen allergischen Erkrankungen und
Reaktionen
Prüfungs- und Praxistipps
Praxis
Eine gute Organisation und die Kenntnisse über die Reihenfolge
der Röhrchen bei der Blutentnahme sollten sicher beherrscht
werden.
1.3 Organisation und Vorbereitung der
Blutentnahme
Physiologische Bedeutung
• Blutentnahmen sollten morgens zwischen 7 und 9 Uhr
erfolgen.
• Die Patientin oder der Patient sollte nüchtern zur
Blutentnahme erscheinen, d. h. 12–14 Stunden kein Essen und
nach Möglichkeit keine Getränke zu sich genommen haben,
und in den letzten 3 Tagen keine übermäßige körperliche
Aktivität betrieben haben. Kaffeekonsum am Morgen sollte
auch unterbleiben.
• Unmittelbar vor der Blutentnahme sollte der Patient
mindestens 10 Minuten ruhen.
• Auf Alkoholkonsum sollte mindestens 24 Stunden vor der
Blutentnahme verzichtet werden.
• Auf Nikotinkonsum sollte vor der Blutentnahme verzichtet
werden.
• Medikamenteneinnahmen vermerken.
• Keine Punktionen in ödematöse Gebiete, Hämatome, Narben
oder entzündlich veränderte Hautgebiete.
• Keine Blutentnahme am Shuntarm oder nach einer
Lymphadenektomie, z. B. beim Mammakarzinom mit
Axillaresektion.
• Keine Blutentnahme oberhalb eines liegenden Katheters.
• Das Tragen von Schutzhandschuhen, die Beachtung von
Schutzmaßnahmen und gesetzlichen Hygienevorgaben, z. B.
im Hinblick auf eine Pandemie, sollten selbstverständlich
sein.
Vorbereitung der Materialien
• Händedesinfektion
• Vorbereitung der Materialien: Sauberes, desinfiziertes Tablett
mit Hautdesinfektionsmittel, sterilisierten Tupfern, Kanülen
und Entnahmeröhrchen, Pflaster, Handschuhen und
Stauschlauch, ggf. eine saugfähige Unterlage
• Abwurfbehälter für spitze Gegenstände und sonstigen Abfall