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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5272_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана.pdf
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10.3 Gamma-Glutamyltransferase (γ-GT)
1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Die Gamma-Glutamyltransferase (γ-GT) ist ein
zellmembrangebundenes Enzym, das in den höchsten Mengen in
den Leberzellen vorkommt. Sie ist der empfindlichste Indikator
bei Störungen der Leber und der Gallenwege.
Normwert
• Männer: SI-Einheit: < 1,00 kat/l, konventionelle Einheit: < 60
U/l
• Frauen: SI-Einheit: < 0,65 kat/l, konventionelle Einheit: < 40
U/l
Abweichungen vom Normwert
Leichte γ-GT-Erhöhung
• Fettleber
• Chronischer Alkoholabusus
• Infektiöse Mononukleose (EBV)
• Medikamentöse Leberschädigung
Starke γ-GT-Erhöhung
• Akutes Leberversagen
• Alkoholtoxische Hepatitis
• Medikamentöse Leberschädigung
• Cholestase
• Chronische Hepatitis
• Leberzirrhose
• Lebertumoren, Lebermetastasen
• Akute und chronische Pankreatitis
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische Bedeutung des Enzyms
• Ursachen einer Erhöhung des Enzyms
Praxis
• Bei hohen γ-GT-Werten sollten gleichzeitig GOT/AST,
GPT/ALT, alkalische Phosphatase, Bilirubin und die
Syntheseparameter der Leber (Albumin, Quick-Wert und
Cholinesterase) bestimmt werden.
• Die Höhe des Enzymanstiegs korreliert mit dem Ausmaß der
Leberzellschädigung. Leichte Leberschäden führen zu einem
Anstieg der zellmembrangebundenen γ-GT, der zytosolischen
Enzyme GPT/ALT und z. T. der GOT/AST. Schwere
Leberzellschädigungen führen zusätzlich zu einem Anstieg der
mitochondrialen Enzyme GLDH und z. T. der GOT/AST und
zu einem Abfall der Syntheseparameter der Leber (Albumin,
Quick-Wert und Cholinesterase).

10.4 Glutamatdehydrogenase (GLDH)

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Die Glutamatdehydrogenase (GLDH) ist ein zytoplasmatisches
Enzym, das in sehr hohen Konzentrationen in Hepatozyten
vorkommen. Es kann als leberspezifisches Enzym angesehen
werden und verhindert letztlich die Ammoniakanhäufung und -
erhöhung im Körper. Anstiege der GLDH im Serum sind immer
ein Hinweis auf eine massive, nekrotisierende
Leberzellschädigung.
Normwert
• Männer: SI-Einheit: ≤ 0,12 kat/l, konventionelle Einheit ≤ 7
U/l
• Frauen: SI-Einheit: ≤ 0,08 kat/l, konventionelle Einheit: ≤ 5
U/l
Abweichungen vom Normwert
GLDH-Erhöhung
• Nekrotisierende Leberzellschädigung
• Verschlussikterus
• Akutes Rechtsherzversagen, Cor pulmonale nach
Lungenembolie
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
Physiologische Bedeutung des Enzyms
Praxis
Bei hohen GLDH-Werten sollten gleichzeitig GOT/AST, GPT/ALT,
γ-GT, alkalische Phosphatase, Bilirubin und die
Syntheseparameter der Leber (Albumin, Quick-Wert und
Cholinesterase) bestimmt werden.

10.5 Cholinesterase (CHE)

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Cholinesterasen (CHE) sind Enzyme, die Cholinester spalten. Sie
werden in der Leber gebildet und dienen der Beurteilung der
Synthesefunktion der Leber.
Normwert
• Männer: SI-Einheit: 76,9–190 kat/l, konventionelle Einheit:
4620–11500 U/l
• Frauen: SI-Einheit: 65,7–180 kat/l, konventionelle Einheit:
3920–10800 U/l
Abweichungen vom Normwert
CHE-Erhöhung
• Diabetes mellitus
• Fettstoffwechselstörungen
• KHK
• Renaler oder enteraler Eiweißverlust
CHE-Erniedrigung
• Lebererkrankungen mit verminderter Syntheseleistung der
Leber, z. B. Hepatitis, Leberzirrhose oder toxische
Leberschäden durch u. a. Vergiftungen mit Organophosphaten
(E605, E600)
• Colitis ulcerosa
• Myokardinfarkt
• Unterernährung
• Medikamente (CHE-Inhibitoren), z. B. Neostigmin,
Physostigmin, Pyridostigmin
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
Physiologische Bedeutung des Enzyms
Praxis
• Bei Erniedrigung der CHE ist die Bestimmung von Albumin,
Quick-Wert, PTT, GOT/AST, GPT/ALT, γ-GT, GLDH,
alkalischer Phosphatase und Bilirubin sinnvoll.
• Eine lange Blutentnahme und eine starke Stauung können
falsch hohe Werte ergeben.
• In der Schwangerschaft ab dem 2. Trimenon sind niedrigere
Werte zu erwarten.

10.6 Bilirubin

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Häms. Die Konjugation und die
Exkretion in die Gallengänge erfolgen in der Leber
(konjugiertes/direktes Bilirubin). Störungen bei der Konjugation
und Ausschleusung in die Gallengänge oder ein erhöhtes Angebot
an unkonjugiertem (indirektem) Bilirubin manifestieren sich als
Ikterus.
Normwert
• Gesamt-Bilirubin: SI-Einheit: < 18,8 μmol/l, konventionelle
Einheit: < 1,1 mg/dl
• Direktes Bilirubin: SI-Einheit: < 5,1 μmol/l, konventionelle
Einheit: < 0,3 mg/dl
Abweichungen vom Normwert
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische Bedeutung von Bilirubin
• Kenntnisse über Abweichungen der Normwerte bei den
unterschiedlichen Ikterusformen
Praxis
• Hämolytisches Serum ergibt falsch hohe Werte.
• Bei hohen Bilirubinwerten im Serum empfehlen sich die
Bestimmungen von Bilirubin und Urobilinogen im Urin.
• Bei V. a. eine Lebererkrankung sollte die Messung von AP,
GOT/AST, GPT/ALT, γ-GT, GLDH und der
Syntheseparameter der Leber (Albumin, Quick-Wert und
Cholinesterase) erfolgen.

10.7 Alkalische Phosphatase (AP)

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Die alkalische Phosphatase (AP) ist ein gewebeunspezifisches
Isoenzym, das sich in Knochen, Niere, Leber und
Gallengangsepithelien findet. Sie hydrolysiert Phosphatester im
alkalischen Milieu.
Normwert
• Männer: SI-Einheit: 0,65–2,2 kat/l, konventionelle Einheit:
40–105 U/l
• Frauen: SI-Einheit: 0,60–1,75 kat/l, konventionelle Einheit:
35–105 U/l
Abweichungen vom Normwert
AP-Erhöhung
• Cholestatische Verläufe bei Leber- oder
Gallenwegserkrankungen, z. B. akutes Leberversagen, akute
Hepatitis, Leberzellkarzinome oder Metastasen, Okklusion des
Ductus choledochus durch Gallensteine, papilläres Karzinom
oder Pankreaskopfkarzinom, chronische Hepatitis,
Leberzirrhose
• Deutliche Umbauprozesse am Knochen, z. B. Rachitis,
Osteomalazie, Morbus Paget, Osteosarkom,
Knochenmetastasen, Knochenfrakturen,
Hyperparathyreoidismus, renale Osteopathie (durch
chronische Nierenkrankheit [Niereninsuffizienz] mit
verminderter Bildung von Vitamin D und sekundärem
Hyperparathyreoidismus)
• Andere Ursachen, z. B. Sarkoidose, Einnahme von
Antikonvulsiva
• Schwangerschaft, besonders im letzten Trimenon
AP-Erniedrigung
Hypothyreose
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
Physiologische Bedeutung des Enzyms
Praxis
• Hämolytisches Serum ergibt falsch hohe Werte.
• Bei hohen AP-Werten sollte an Leber- und
Gallenwegserkrankungen sowie Knochenerkrankungen
gedacht werden. Eine Messung von GOT/AST, GPT/ALT, γ-
GT, Bilirubin, Kalzium und Phosphat erlaubt eine
Verdachtsäußerung bzgl. des erkrankten Organsystems.

11: Pankreasdiagnostik

11.1 Lipase

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Lipasen sind Enzyme, die u. a. Triglyzeride in Glyzerin und
Fettsäuren spalten. Die Pankreaslipase stammt aus dem exokrinen
Teil des Pankreas und ist als pankreasspezifisch anzusehen.
Normwert
• SI-Einheit: < 1,0 kat/l
• Konventionelle Einheit: < 60 U/l
Abweichungen vom Normwert
Lipase-Erhöhung
• Akute Pankreatitis
• Akuter Schub einer chronischen Pankreatitis
• Pankreastumoren im Spätstadium
• Geringe Lipase-Erhöhungen bei chronischer Nierenkrankheit
(Niereninsuffizienz), Hepatitis oder diabetischer Ketoazidose