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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5272_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана.pdf
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• Nierenerkrankungen, die zu einem erhöhten Verlust führen, z.
B. nephrotisches Syndrom
• Malabsorption, z. B. Zöliakie, chronische Durchfälle
• Synthesestörungen, z. B. Antikörpermangelsyndrom,
Leberinsuffizienz, Mangelernährung
• Verbrennungen (erhöhter Verlust über die Haut)
• Schwangerschaft
Hyperproteinämie
• Multiples Myelom (Plasmozytom)
• Chronisch entzündliche Erkrankungen
• Leberzirrhose, wenn γ-Globulin-Erhöhung > Albumin-
Erniedrigung
• Schwere Dehydratation
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Kenntnis der unterschiedlichen Proteinklassen im Blut
• Ursachen einer Hypo- und Hyperproteinämie
Praxis
Das Blut muss hämolysefrei sein und zentrifugiert werden.

6.2 Eiweiß-Elektrophorese

0,5 ml Serum
Physiologische Bedeutung
In der Eiweiß-Elektrophorese werden Serumeiweiße in fünf
Fraktionen nach Ladung und Dichte aufgetrennt und grafisch
dargestellt. Die fünf Fraktionen enthalten unterschiedliche
Eiweiße:
• Albumin
• α
1
-Globuline (u. a. α
1
-Antitrypsin, HDL)
• α
2
-Globuline (u. a. Haptoglobin, Coeruloplasmin)
• β-Globuline (u. a. Transferrin, Fibrinogen, LDL,
Komplementfaktoren)
• γ-Globuline (IgM, IgG, z. T. IgA, CRP)
Normwert
• Albumin: SI-Einheit: 0,58–0,70, konventionelle Einheit: 58–
70 %
• α
1
-Globuline: SI-Einheit: 0,013–0,035, konventionelle Einheit:
1,3–3,5 %
• α
2
-Globuline: SI-Einheit: 0,05-0,1, konventionelle Einheit: 5–
10 %
• β-Globuline: SI-Einheit: 0,08–0,13, konventionelle Einheit: 8–
13 %
• γ-Globuline: SI-Einheit: 0,1–0,19, konventionelle Einheit: 10–
19 %
Abweichungen vom Normwert
• Erhöhung der α
1
- und α
2
-Globuline im Frühstadium akuter
Entzündungen
• Erhöhung der γ-Globuline (polyklonale Gammopathien) im
Spätstadium akuter Entzündungen, Leberzirrhose (mit
Albumin-Erniedrigung) und bei chronischen Entzündungen
• Erhöhung der γ-Globuline (monoklonale Gammopathien) bei
Multiplem Myelom (Plasmozytom), Morbus Waldenström
• Erniedrigung der γ-Fraktion bei
Antikörpermangelsyndromen
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
Physiologische Bedeutung von Albuminen und γ-Globulinen
Praxis
Die Elektrophorese ermöglicht Diagnostik und Verlauf von u. a.
akuten und chronischen Entzündungen, Leber- und
Nierenkrankheiten, Gammopathien und
Antikörpermangelsyndromen.

6.3 Albumin

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Albumin wird in der Leber synthetisiert. Die Produktion ist u. a.
von der Nahrungszufuhr und der Leberfunktion abhängig.
Albumin hat vielfältige Wirkungen im Körper, z. B.
Aufrechterhaltung des onkotischen Drucks, Transport und
Bindung von Bilirubin, freien Fettsäuren, Aminosäuren,
Hormonen, Medikamenten oder Elektrolyten und mobiles
Eiweißdepot. Eine verminderte Albuminkonzentration im Serum
hat u. a. symmetrische, eindrückbare Ödeme zur Folge.
Normwert
• SI-Einheit: 35–52 g/l
• Konventionelle Einheit: 3,5–5,2 g/dl
Abweichungen vom Normwert
Hypoalbuminämie
• Leberzirrhose im dekompensierten Stadium, chronische
Lebererkrankungen
• Nephrotisches Syndrom (gleichzeitige Erhöhung der α
2
- und
β-Fraktion)
• Verbrennungen (gleichzeitige Erhöhung der α
1
-, α
2
- und β-
Fraktion)
• Gastrointestinale Störungen, z. B. Malnutrition, oder hohe
gastrointestinale Verluste
• Akute Entzündungen
Hyperalbuminämie
Dehydratation
Prüfung- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische Bedeutung von Albumin
• Ursachen einer Hypo- und Hyperalbuminämie

7: Fettstoffwechsel

7.1 Triglyzeride

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Triglyzeride bestehen aus Glyzerin und Fettsäuren. Sie werden
zum einen mit der Nahrung aufgenommen, zum anderen können
sie in der Leber und im Darm synthetisiert werden. Im
Körperkreislauf werden sie in Chylomikronen und v. a. in VLDL
transportiert. Sie werden im Fettgewebe des Körpers gespeichert
und stellen eine wichtige Energiereserve dar.
Normwert
• SI-Einheit: < 1,69 mmol/l
• Konventionelle Einheit: < 150 mg/dl
Abweichungen vom Normwert
Triglyzerid-Erhöhung
• Familiäre Hypertriglyzeridämie
• Erworbene Hypertriglyzeridämien, z. B. bei Diabetes mellitus,
Adipositas, Alkoholabusus, Leber- und Nierenerkrankungen
• Hypothyreose, Cushing-Syndrom
• Medikamente: Glukokortikoide, Kontrazeptiva, Thiazide,
Betablocker
Triglyzerid-Erniedrigung
Unterernährung
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische Bedeutung des Markers
• Ursachen für Abweichungen vom Normwert
Praxis
• Die Bestimmung der Triglyzeride dient der Beurteilung des
Arterioskleroserisikos sowie der Kontrolle diätetischer und
medikamentöser lipidsenkender Maßnahmen.
• Die Konzentration der Triglyzeride ist 2–6 h nach
Nahrungsaufnahme am höchsten, die Blutentnahme sollte
daher nüchtern (12–14 h Nahrungskarenz) erfolgen.
• Bei erhöhten Werten empfiehlt sich die Bestimmung von
Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Lipoprotein (a) und ggf.
Homocystein.
• Falsch niedrige Werte können nach Einnahme von Vitamin-C,
N-Acetylcystein und bei hohem Bilirubinspiegel verzeichnet
werden.
7.2 Cholesterin
1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Cholesterin wird mit der Nahrung aufgenommen und in hohen
Mengen in Leber und Darm produziert. Cholesterin wird im
Körperkreislauf in höchsten Mengen im LDL transportiert, ferner
in HDL und VLDL. Es wird im Körper zur
Erneuerung/Neubildung von Membranen und Lipoproteinen
benötigt, darüber hinaus zur Herstellung von Hormonen wie
Aldosteron, Kortisol und Geschlechtshormonen sowie Vitamin D
und Gallensäuren.
Normwert
• SI-Einheit: < 5,16 mmol/l
• Konventionelle Einheit: < 200 mg/dl
Abweichungen vom Normwert
Cholesterin-Erhöhung
• Familiäre Hypercholesterinämien
• Erworbene Hypercholesterinämien, z. B. durch hohe Zufuhr,
Lebererkrankungen, Hypothyreose, chronische
Nierenkrankheit (Niereninsuffizienz) und nephrotisches
Syndrom
• Medikamente: Glukokortikoide, Kontrazeptiva, Thiazide,
Betablocker
Cholesterin-Erniedrigung
• Hyperthyreose
• Schwere konsumierende Erkrankungen, z. B. Malignome,
Polytrauma
• Medikamentöse lipidsenkende Therapie
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische Bedeutung des Markers
• Ursachen der Abweichungen vom Normwert
• Auswirkung auf die Entstehung von Arteriosklerose
Praxis
• Bei erhöhten Werten empfiehlt sich die Bestimmung von
Triglyzeriden, LDL, HDL, Lipoprotein (a) und ggf.
Homocystein.
• Hämolytische Blutproben liefern falsch niedrige Werte, ebenso
die Einnahme von N-Acetylcystein.
• Mit steigenden Cholesterinspiegeln steigt das Risiko für
Arteriosklerose und die damit verbundenen Folgekrankheiten
wie z. B. Myokardinfarkt, Apoplex, pAVK.

7.3 LDL-Cholesterin

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Das Low Density Lipoprotein (LDL) entsteht in der Leber aus
VLDL und beinhaltet die höchsten Mengen an Cholesterin. Das
LDL-Cholesterin gilt als ein wichtiger arteriogener Faktor,
insbesondere dann, wenn gleichzeitig das HDL erniedrigt und das
Lp(a) erhöht ist.
Normwert
SI-Einheit: 3,88 mmol/l, konventionelle Einheit: < 150 mg/dl
Die Zielwerte bei kardiovaskulärem Risiko werden viel geringer
angesetzt:
• Niedriges Risiko: SI-Einheit: < 3 mmol/l, konventionelle
Einheit: < 116 mg/dl
• Moderates Risiko: SI-Einheit: < 2,6 mmol/l, konventionelle
Einheit: < 100 mmol/l
• Hohes Risiko: SI-Einheit: < 1,8 mmol/l oder 50 % Reduktion
vom Ausgangswert, konventionelle Einheit: < 70 mg/dl oder
50 % Reduktion vom Ausgangswert
• Sehr hohes Risiko: SI-Einheit: < 1,4 mmol/l oder 50 %
Reduktion vom Ausgangswert, konventionelle Einheit: < 55
mg/dl oder 50 % Reduktion vom Ausgangswert
Abweichungen vom Normwert