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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5272_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана.pdf
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☆
LDL-Erhöhung
• Familiäre Hypercholesterinämien, die z. B. mit einer Mutation
des LDL-Rezeptors einhergehen können
• Chronische Nierenkrankheit (Niereninsuffizienz),
nephrotisches Syndrom
• Chronische Leber- und Gallenwegserkrankungen
• Lebensstil: Bewegungsmangel, Überernährung, fettreiche Kost
• Hypothyreose
• Medikamente: Glukokortikoide, Kontrazeptiva, Thiazide,
Betablocker
LDL-Erniedrigung
• Hyperthyreose
• Schwere konsumierende Erkrankungen, z. B. Malignome,
Polytrauma
• Medikamentöse Therapie mit Lipidsenkern
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
Physiologische und pathologische Bedeutung des Markers
Praxis
• Die Bestimmung des LDL dient der Beurteilung des
Arterioskleroserisikos sowie der Kontrolle diätetischer und
medikamentöser lipidsenkender Maßnahmen.
• Die Bestimmung muss aus Nüchternblut erfolgen;
postprandiale Werte sind nicht verwertbar.
• Bei erhöhten Werten empfiehlt sich die Bestimmung von
Gesamtcholesterin, Triglyzeriden, HDL, Lipoprotein (a) und
ggf. Homocystein.
• Das Risiko für ein arteriogenes Geschehen steigt bei
gleichzeitig vorhandenem Diabetes mellitus, Nikotinabusus,
Bluthochdruck, Adipositas und familiärer Disposition.

7.4 HDL-Cholesterin

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Das High Density Lipoprotein (HDL) entsteht in der Leber und in
der Darmmukosa. Es transportiert freies Cholesterin von den
peripheren Zellen zurück zur Leber. Das HDL wirkt sich im
Hinblick auf Entstehung und Progredienz einer Arteriosklerose
protektiv aus.
Normwert
• HDL-Cholesterin:
– Frauen: SI: Einheit: > 1,2 mmol/l, konventionelle Einheit:
> 48 mg/dl
– Männer: SI-Einheit: > 1,0 mmol/l, konventionelle Einheit:
> 40 mg/dl
• Der LDL-/HDL-Quotient kann zur Abschätzung des KHK-
Risikos herangezogen werden:
– < 2: niedriges Risiko
– 3–4: mittleres Risiko
– > 4: hohes Risiko
Abweichungen vom Normwert
HDL-Erhöhung
Körperliche Bewegung
HDL-Erniedrigung
• Adipositas, metabolisches Syndrom
• Diabetes mellitus
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische und pathologische Bedeutung des Markers
• Ursachen einer HDL-Erhöhung und -Erniedrigung
Praxis
• Jede HDL-Erhöhung ist wünschenswert, da das
Arterioskleroserisiko reduziert wird.
• Eine HDL-Erniedrigung, insbesondere in Kombination mit
einer Erhöhung von LDL, Lipoprotein (a) und Homocystein,
erhöht das Risiko einer arteriosklerotischen Erkrankung.

7.5 Lipoprotein (a)

1 ml Serum
Physiologische Bedeutung
Lipoprotein (a) [Lp(a)] ist ein cholesterinreiches Lipoprotein. Es
wird in der Leber gebildet und gilt als stärkster arteriogener
Parameter (eigenständiger Risikofaktor). Strukturell hat Lp(a)
Ähnlichkeit mit dem Plasminogen (das eine fibrinolytische und
thrombolytische Funktion hat), ohne aber dessen Funktion zu
haben. Die Folge bei hohen Konzentrationen ist die Verdrängung
des Plasminogens vom Rezeptor und damit ein erhöhtes Risiko für
thrombotische und arteriogene Folgeschäden.
Normwert
• SI-Einheit: < 75 nmol/l
• Konventionelle Einheit: < 30 mg/dl
Abweichungen vom Normwert
Lp(a)-Erhöhung
• Chronische Nierenkrankheit (Niereninsuffizienz)
• Infektionen, Myokardinfarkt, da Lp(a) ein Akute-Phase-
Protein ist
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
Physiologische Bedeutung des Markers
Praxis
• Die Konzentration des Lp(a) im Serum ist in erster Linie von
genetischen Faktoren abhängig.
• Die Lp(a)-Konzentration lässt sich gezielt (diätetisch und
medikamentös) nur schwer beeinflussen.
• Serumwerte können zwischen 0 und 90 mg/dl schwanken.
Jede Erhöhung > 30 mg/dl geht mit einem erhöhten
arteriogenen Risiko einher.

7.6 Homocystein

2 ml Serum oder NaF (Natriumfluorid)-Plasma
Physiologische Bedeutung
Homocystein ist ein körpereigenes Zwischenprodukt, das aus der
schwefelhaltigen Aminosäure Methionin entsteht und unter
normalen Umständen rasch zu Cystein oder zu Methionin
umgebaut wird. Dazu werden die Vitamine B
6
, B
2
, B
12
, Folsäure
und Vitamin C benötigt. Homocystein zeigt ausgedehnte
Reaktionen mit den Gefäßwänden, die in der letzten Konsequenz
arteriosklerotische Plaques zur Folge haben. Es ist ein
unabhängiger Risikofaktor für Arteriosklerose und
thrombembolische Erkrankungen.
Normwert
• SI-Einheit: < 10 µmol/l
• Konventionelle Einheit: < 1,35 mg/l
Abweichungen vom Normwert
Homocystein-Erhöhung
• Vitaminmangel (Vitamin B
6
, Vitamin B
12
und Folsäure)
• Heterozygote oder homozygote Homocysteinämie
• Homocystinurie
• Hypothyreose
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
Physiologische Bedeutung des Markers
Praxis
• Die Blutentnahme sollte nüchtern erfolgen.
• Die entnommene Probe sollte schnellstmöglich zentrifugiert
und das Plasma pipettiert werden. Wenn keine Zentrifuge
vorhanden ist, sollten spezielle Röhrchen (NaF-Röhrchen)
verwendet werden.
• Falsch hohe Werte können durch eine lange Lagerung der
Probe auftreten.

8: Kohlenhydratstoffwechsel

8.1 Glukose

4 ml NaF-Blut oder 4 ml NaF-Plasma
Physiologische Bedeutung
Glukose ist ein wichtiger Energielieferant, v. a. für die Versorgung
der Gehirn- und Muskelzellen. Der Glukosespiegel wird hormonell
reguliert. Beteiligt an der Regulation sind Insulin, Glukagon,
Katecholamine, Kortisol und Wachstumshormone. Insulin senkt
den Glukosespiegel, indem es die Glukose in die Zelle einschleust.
Alle anderen o. g. Hormone führen zu einer Erhöhung des
Glukosespiegels.
Die Glukosebestimmung erfolgt zum Ausschluss einer
diabetogenen Stoffwechsellage, von Hypoglykämien, zur
Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus und bei Neugeborenen.
Normwert
• Blut:
– SI-Einheit: 3,89–5,55 mmol/l
– Konventionelle Einheit: 70–100 mg/dl
• Plasma:
– SI-Einheit: 3,89–6,38 mmol/l
– Konventionelle Einheit: 70–115 mg/dl
Abweichungen vom Normwert
Hypoglykämie
• Überdosierung von Antidiabetika oder Insulin
• Geringe Kohlenhydratzufuhr, sportliche Aktivität
• Alkoholismus, Leberzirrhose
• Anorexie
• Katecholamin-Mangel
• Insulinom
Hyperglykämie
• Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2
• Diabetes mellitus Typ 3:
– Pankreatitis, Pankreaskarzinom
– Hämochromatose, Mukoviszidose
– Hyperkortisolismus, Phäochromozytom, Akromegalie
• Diabetes mellitus Typ 4: Schwangerschaftsdiabetes
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Glukosestoffwechsel und die Funktion der beeinflussenden
Hormone
• Detaillierte Kenntnisse der Ursachen und Symptome einer
Hypo- und Hyperglykämie
Praxis
• Der Glukosespiegel und das HbA
1c
sollten bei Patientinnen
und Patienten mit Adipositas in regelmäßigen Abständen
kontrolliert werden.
• Glukose sollte aus speziellen Röhrchen (Natriumfluorid-
Röhrchen) bestimmt werden. Eine Bestimmung aus
Serumröhrchen liefert falsch niedrige Werte, wegen des
Glukoseabbaus in vitro.
8.2 HbA
1c
1 ml EDTA-Blut
Physiologische Bedeutung
Das HbA
1c
ist ein glykiertes Hämoglobin, das bei jedem Menschen
im Blut vorzufinden ist. Der Anteil der Glykierung korreliert mit
der Höhe und Dauer der hyperglykämischen Zustände. Es fungiert
als ein „Blutzuckergedächtnis“ und erlaubt die Beurteilung der
Stoffwechsellage in den letzten 8–9 Wochen.
Normwert
• SI-Einheit: < 39 mmol/mol Hb
• Konventionelle Einheit: < 5,7 %
• Therapieziel bei Diabetes Typ 1 < 58 mmol/l (< 7,5 %) und bei
Diabetes Typ 2 < 48–58 mmol/l (< 6,5–7,5 %)
Abweichungen vom Normwert
Erhöhtes HbA
1c
Diabetische Stoffwechsellage
Erniedrigtes HbA
1c
• Hämolyse
• Erythrozytenverlust bei chronischen Blutungen
Prüfungs- und Praxistipps
Prüfung
• Physiologische Bedeutung des HbA
1c
• Normwerte und Ursachen einer Erhöhung des HbA
1c
Praxis
• Die regelmäßige Bestimmung des HbA
1c
empfiehlt sich bei
Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes etwa alle 3
Monate, bei Patientinnen und Patienten mit Typ-1-Diabetes
unter intensivierter Insulintherapie alle 6–8 Wochen.
• HBA
1c
-Bestimmung und Durchführung eines oGTT bei
Patientinnen und Patienten mit Adipositas, um frühzeitig eine
diabetische Stoffwechsellage zu erkennen.