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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5272_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана.pdf
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☆
Prüfungs- und Praxisstipps
Prüfung
Korrekte Technik der Blutentnahme
Praxis
• Die Technik und Organisation der Blutentnahme sollten sicher
beherrscht werden, will man die Patientin, den Patienten und
auch die eigene Person keinen unnötigen Gefahren oder
Unannehmlichkeiten aussetzen.
• Es empfiehlt sich, die Blutentnahmetechnik zunächst am
Phantomarm und dann am menschlichen Arm zu üben.

1.4 Durchführung der Blutentnahme

Physiologische Bedeutung
Durchführung
• Vor Blutentnahme erfolgt eine hygienische Händedesinfektion.
• Danach Tablett mit Röhrchen und Blutentnahmematerialien
bereitstellen.
• Am sitzenden oder liegenden Patienten zunächst eine
geeignete Vene (V. cephalica, V. mediana cubiti) aufsuchen.
Bei schlecht sicht- und tastbaren Venen können feuchtwarme
Wickel aufgebracht werden.
• Den Stauschlauch eine Handbreit oberhalb der Punktionsstelle
anbringen.
• Zunächst die Vene lokalisieren (ggf. Stauschlauch benutzen),
betasten, um Verlauf und Beschaffenheit der Vene
festzustellen, falls sie nicht langstreckig sichtbar ist.
• Nach dem Aufsuchen der Vene Stauschlauch lösen,
Punktionsstelle desinfizieren und nicht mehr nachtasten.
• Einwirkzeit nutzen, um Handschuhe anzuziehen.
• Unmittelbar vor der Venenpunktion den Stauschlauch
schließen. Der Puls muss distal der Stauung tastbar sein. Die
Stauung möglichst nur 30 Sekunden belassen.
• Kanülen-Schutzhülle oder Multifly-Kanüle entfernen und im
30°-Winkel mit dem Anschliff der Kanüle nach oben in die
Vene einstechen.
• Die Stauung lösen, sobald ausreichend Blut fließt.
• Ist der Blutfluss träge, die Stauung beibehalten, aber so
moderat wie möglich wählen. Die Füllung der Röhrchen
geduldig abwarten.
• Nach der Blutentnahme Kanüle entfernen. Sobald die Spitze
der Kanüle die Vene verlassen hat, die Punktionsstelle
komprimieren (nicht vorher, da sonst die Vene längs eröffnet
werden kann, was Hämatome nach sich zieht).
• Der Patient darf die Punktionsstelle ca. 3 Minuten bei
gestrecktem Arm komprimieren, danach diese mit Pflaster
versorgen.
• Blutproben vorsichtig 3 × schwenken (nicht schütteln),
beschriften, sachgerecht etikettieren.
• Die Kanüle sofort in der entsprechenden Box entsorgen.
• Soll das Blut zentrifugiert werden, sollte es etwa 20 Minuten
stehen.
• Infektiöses Material muss besonders gekennzeichnet werden.
• An abschließende Dokumentation in der Patientenkartei und
im Laborbuch denken.
Prüfungs- und Praxisstipps
Prüfung
Korrekte Durchführung der Blutentnahme
Praxis
• Bei schlechten Venenverhältnissen kann vorab ein warmes
Tuch auf die betroffene Stelle aufgebracht werden und es
empfiehlt sich, eine Multifly-Kanüle zu verwenden.
• Ein träger oder unterbrochener Blutfluss kann
unterschiedliche Gründe haben, z. B. Lage der
Kanülenöffnung an der Venenwand oder die Vene ist
durchstochen. In beiden Fällen die Kanüle etwas
zurückziehen, bis der Blutfluss einsetzt.

1.5 Fehlerquellen bei der Blutentnahme

Physiologische Bedeutung
Die sachgerechte Blutentnahme ist ein wesentlicher Bestandteil
für plausible Messergebnisse. Folgende Fehlerquellen sind zu
beachten und unbedingt zu vermeiden:
• Bei Blutentnahme aus einem venösen Gefäß das wiederholte
Öffnen und Schließen der Faust („Pumpen“) vermeiden. Es
führt u. a. zum Anstieg von K
+
und Mg
2+
und einer vorzeitigen
Aktivierung der Gerinnung.
• Eine zu lange Stauung führt zu falsch hohen Werten, u. a. von
Proteinen, Zellzahl, Lipiden, Bilirubin, K
+
, Eisen.
• Starke Aspiration, eine zu dünnlumige Kanüle, langes Stehen
der Blutprobe, warme Lagerung, plötzliche Abkühlung oder
Erwärmung, starkes Schütteln der Probengefäße führen zur
Hämolyse und damit zu falsch hohen Werten, z. B. von LDH,
Glukose, GOT, K
+
, Bilirubin, Mg
2+
. Die zellulären Bestandteile
werden falsch niedrig gemessen.
• Die Bestimmung des Lipidstatus (LDL, HDL, Triglyzeriden,
Cholesterin) muss am nüchternen Patienten erfolgen. Vor der
Blutentnahme eingenommene Mahlzeiten liefern falsch hohe
Werte, die nicht verwertbar sind.
• Eine Blutentnahme aus einem liegenden Katheter oder einer
Kanüle nach einer Infusion führt zu einem
Verdünnungseffekt. Die Folge sind falsch niedrige Elektrolyt-
und Zellzahlwerte.
• Eine unvollständige Befüllung von Blutröhrchen
(Citratplasma) führt zum veränderten Mischungsverhältnis
und zu fehlerhaften Ergebnissen v. a. bei der
Gerinnungsanalyse und der Blutsenkung.
• Kapilläre Blutentnahmen kommen nur für wenige
Untersuchungen in Betracht (Glukose, Erythrozyten, Hb, Hkt,
Laktat). Die Kapillare muss vollständig und ohne
Bläschenbildung gefüllt sein. Es muss eine sofortige
Untersuchung erfolgen.
Prüfungs- und Praxisstipps
Prüfung
Fehlerquellen bei der Blutentnahme und ihre Auswirkungen auf
die Messergebnisse
Praxis
• Im Praxisalltag sollte man genaue Kenntnis über die
Fehlerquellen haben.
• Die Nichtbeachtung der Fehlerquellen ist für Patientinnen und
Patienten teuer und für beide Seiten (Patientin oder Patient
und Therapierender) extrem ärgerlich.

1.6 Lagerung und Transport der Proben

Physiologische Bedeutung
Nach erfolgreicher Blutentnahme muss das Blut sachgerecht
gelagert werden und so schnell wie möglich das Labor erreichen.
Dazu ist der Fahrdienst zu verständigen, der die Proben
zuverlässig abholt. Sollte eine Probe warmgehalten werden oder
tiefgefroren sein, ist vorab die Absprache mit dem Labor
notwendig.
Grundsätzlich sind folgende Punkte zu beachten:
• Serumröhrchen müssen so schnell wie möglich zentrifugiert
werden, wenn folgende Parameter aus dieser Probe bestimmt
werden sollen: Kalium, Phosphat, GOT, Glukose (nicht NaF-
Röhrchen), LDH, Laktat und Homocystein.
• Einige Proben müssen lichtgeschützt gelagert und
transportiert werden, u. a. bei Bestimmung von Vitamin A, B,
K und E und Porphyrinen. Die Röhrchen können mit Alufolie
umwickelt werden.
• Die Bestimmung einiger Parameter, z. B. ADH oder
Katecholamine, erfordert ein Tiefgefrieren (und ggf.
Zentrifugieren) der Probe.
• Serumröhrchen sollten gekühlt (Kühlschrank, 4 °C) gelagert
und transportiert werden.
• EDTA-Röhrchen, z. B. zur Blutbildbestimmung, sollten bei
Raumtemperatur gelagert werden.
• Citratblut, z. B. für die Gerinnungsdiagnostik, sollten bei
Raumtemperatur gelagert werden.
• Urin und Stuhlproben sollten gekühlt gelagert und
transportiert werden.
Prüfungs- und Praxisstipps
Praxis
Die Beachtung der Lagerungs- und Transportbedingungen ist im
Praxisalltag notwendig. Damit vermeidet man
Doppelbestimmungen, wiederholte Blutentnahmen und erneute
Terminvereinbarungen.

1.7 Maßeinheiten der klinischen Chemie

Physiologische Bedeutung
Laboranalysen müssen in bestimmten Maßeinheiten ausgedrückt
werden. Sie orientieren sich an den Einheiten des Système
international d'unités (SI-Einheiten). Die Basisgrößen des SI-
Systems sind:
Größe Basiseinheit Symbol
Länge Meter m
Masse Kilogramm kg
Zeit Sekunden s
Elektrische Stromstärke Ampere A
Temperatur Kelvin, Celsius K, °C
Lichtintensität Candela cd
Stoff- oder Substanzmenge Mol mol
Die Enzymaktivität/katalytische Aktivität wird in Katal
gemessen. Dabei wird Katal definiert als der Substratumsatz von
einem Mol pro Sekunde: 1 kat = 1 mol/s.
Ferner geben die Laboranalysen die Ergebnisse in extrem
kleinen Mengen an. Die Abkürzungstabelle soll eine Hilfe
darstellen.
Vorsilbe Symbol/Abkürzung Faktor
dezi- d 10
−1
centi- c 10
−2
milli- m 10
−3
mikro- μ 10
−6
nano- n 10
−9
pico- p 10
−12
femto- f 10
−15

1.8 Reagenzien

Physiologische Bedeutung
Die vom Labor gestellten Blutröhrchen sind mit unterschiedlichen
Zusätzen versehen. Eine Umfüllung des Bluts sollte vermieden
werden.
Serum-Röhrchen
Serum-Röhrchen enthalten einen Gerinnungsaktivator. Aus
Serum-Röhrchen können sehr viele Parameter bestimmt werden,
u. a. Leberenzyme, harnpflichtige Substanzen, Proteine,
Herzmarker, Elektrolyte und Antikörper.
Citrat-Plasma-Röhrchen
Gepuffertes Citrat bindet Kalzium und ist gerinnungshemmend.
Die Citrat-Röhrchen werden für Gerinnungsuntersuchungen
verwendet, z. B. Quick und PTT. Die Röhrchen müssen exakt mit
Blut befüllt werden, ansonsten ist eine zuverlässige
Gerinnungsdiagnostik nicht möglich.
Heparin-Blut-Röhrchen
Heparin-Blut-Röhrchen enthalten Heparin als Natrium-, Kalium-
oder Lithiumsalz. Dieses Röhrchen ist für die Bestimmung von
Spurenelementen, z. B. Blei, Cadmium, Kupfer, Selen oder
Quecksilber, geeignet.
EDTA-Blut-Röhrchen
EDTA (Ethylendiamidtetraacetat) wirkt gerinnungshemmend.
Dieses Röhrchen eignet sich zur Erstellung des Blutbilds oder auch
zur Bestimmung des HbA
1c
.
Natriumfluorid-(NaF-)Röhrchen
Das Röhrchen enthält Natriumfluorid, das als Antikoagulans wirkt
und die Glykolyse hemmt. Es eignet sich zur Bestimmung des
Blutzuckerspiegels.
Prüfungs- und Praxistipps
Praxis
Im Praxisalltag sollte man genaue Kenntnisse über die
unterschiedlichen Zusätze haben, um Fehlerquellen zu vermeiden.

1.9 Abnahmesysteme

Physiologische Bedeutung
Es gibt zwei Blutentnahmetechniken: die Aspirationstechnik (z. B.
S-Monovette®, Fa. Sarstedt) und die Vakuumtechnik (z. B.
Vacutainer® Röhrchen, Fa. Becton Dickinson; Vacuette®, Fa.
Greiner; S-Monovette®, Fa. Sarstedt).
Bei der Aspirationstechnik werden die Kanüle mit
integriertem Halter und die S-Monovette® als
Blutentnahmeröhrchen direkt miteinander verbunden. Durch das
kontrollierte Zurückziehen der Kolbenstange erfolgt eine
schonende Befüllung der S-Monovette® mit Blut. Der Blutfluss
endet automatisch, sobald die S-Monovette® dem Nennvolumen
entsprechend mit Blut gefüllt ist. Die Aspirationstechnik gilt als
die schonendste Entnahmetechnik und ist selbst bei schwierigen
Venenverhältnissen anwendbar.
Für die Vakuumtechnik werden z. B. das BD Vacutainer®
Röhrchen, eine Kanüle und ein Halter benötigt. Kanüle und Halter
müssen vorab miteinander verschraubt werden. Das
Vakuumröhrchen hat ein vordefiniertes Vakuum, sodass das Blut
bis zum Nennvolumen (Schwankungsbreite des Nennvolumens ±
10 % in Abhängigkeit der Haltbarkeit) in das Vakuumröhrchen
fließt. Bei der Verwendung der S-Monovette® wird ein frisches
Vakuum direkt vor der Blutentnahme erzeugt.
Zur Befüllung weiterer Röhrchen werden diese, unabhängig von
der Entnahmetechnik, nacheinander in die Halter gebracht. Es
kann eine Kanüle oder eine Flügelkanüle verwendet werden. Die
unterschiedlichen Farbkappen weisen auf die verschiedenen
Zusätze in den Blutentnahmeröhrchen hin.