Добавил:
Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз: Предмет: Файл:

Die Traumdeutung

.pdf
Скачиваний:
0
Добавлен:
07.09.2026
Размер:
2 Мб
Скачать
DIE TRAUMDEUTUNG
sem Beispiele aus mit gutem Recht die Bedeutung der Polluti­onsträume für die Theorie des Träumens überhaupt.
In solche Lage, Klarheit oder Verworrenheit des Traumes auf Sicherheit oder Zweifel im Traummaterial umdeuten zu können, kommt man aber nach meiner Erfahrung nicht in al­len Fällen. Ich werde späterhin den bisher nicht erwähnten Faktor bei der Traumbildung aufzudecken haben, von dessen Einwirkung diese Qualitätenskala des Traumes wesentlich abhängt.
In manchen Träumen, die ein Stück weit eine gewisse Si­tuation und Szenerie festhalten, kommen Unterbrechungen vor, die mit folgenden Worten beschrieben werden: "Es ist dann aber, als wäre es gleichzeitig ein anderer Ort, und dort ereignete sich dies und jenes." Was in solcher Weise die Haupthandlung des Traumes unterbricht, die nach einer Weile wieder fortgesetzt werden kann, das stellt sich im Traummaterial als ein Nebensatz, als ein eingeschobener Ge­danke heraus. Die Kondition in den Traumgedanken wird im Traume durch Gleichzeitigkeit dargestellt (wenn – wann).
Was bedeutet die so häufig im Traume erscheinende Sen­sation der gehemmten Bewegung, die so nahe an Angst streift? Man will gehen und kommt nicht von der Stelle, will etwas verrichten und stößt fortwährend auf Hindernisse. Der Ei­senbahnzug will sich in Bewegung setzen und man kann ihn nicht erreichen; man hebt die Hand, um eine Beleidigung zu rächen, und sie versagt usw. Wir sind dieser Sensation im Traume schon bei den Exhibitionsträumen begegnet, haben ihre Deutung aber noch nicht ernstlich versucht. Es ist be­quem aber unzureichend, zu antworten, im Schlafe bestehe
421
SIGMUND FREUD
motorische Lähmung, die sich durch die erwähnte Sensation bemerkbar macht. Wir dürfen fragen: Warum träumt man dann nicht beständig von solchen gehemmten Bewegungen? und wir dürfen erwarten, daß diese im Schlafe jederzeit her­vorzurufende Sensation irgend welchen Zwecken der Dar­stellung diene und nur durch das im Traummaterial gegebe­ne Bedürfnis nach dieser Darstellung erweckt werde.
Das Nichtzustandebringen tritt im Traume nicht immer als Sensation, sondern auch einfach als Stück des Trauminhal­tes auf. Ich halte einen solchen Fall für besonders geeignet, uns über die Bedeutung dieses Traumrequisites aufzuklären. Ich werde verkürzt einen Traum mitteilen, in dem ich der Un­redlichkeit beschuldigt erscheine. Die Örtlichkeit ist ein Ge-
menge aus einer Privatheilanstalt und mehreren anderen Loka­len. Ein Diener erscheint, um mich zu einer Untersuchung zu rufen. Im Traume weiß ich, daß etwas vermißt wird, und daß die Untersuchung wegen des Verdachtes erfolgt, daß ich mir das Ver­lorene angeeignet. Die Analyse zeigt, daß Untersuchung zwei­deutig zu nehmen ist und ärztliche Untersuchung mit einschließt. Im Bewußtsein meiner Unschuld und meiner Konsiliarfunktion in diesem Hause gehe ich ruhig mit dem Diener. An einer Tür empfängt uns ein anderer Diener und sagt, auf mich deutend: Den haben Sie mir mitgebracht, der ist ja ein anständiger Mensch. Ich gehe dann ohne Diener in einen großen Saal, in dem Maschi­nen stehen, der mich an ein Inferno mit seinen höllischen Straf­aufgaben erinnert. An einem Apparat sehe ich einen Kollegen eingespannt, der allen Grund hätte, sich um mich zu bekümmern; er beachtet mich aber nicht. Es heißt dann, daß ich jetzt gehen kann. Da finde ich meinen Hut nicht und kann doch nicht gehen.
422
DIE TRAUMDEUTUNG
Es ist offenbar die Wunscherfüllung des Traumes, daß ich als ehrlicher Mann anerkannt werde und gehen darf; in den Traumgedanken muß also allerlei Material vorhanden sein, welches den Widerspruch dagegen enthält. Daß ich gehen darf, ist das Zeichen meiner Absolution; wenn also der Traum am Ende ein Ereignis bringt, das mich im Gehen aufhält, so liegt es wohl nahe, zu schließen, daß durch diesen Zug das unterdrückte Material des Widerspruches sich zur Geltung bringt. Daß ich den Hut nicht finde, bedeutet also: Du bist doch kein ehrlicher Mensch. Das Nichtzustandebringen des Traumes ist ein Ausdruck des Widerspruches, ein "Nein", wo­nach also die frühere Behauptung zu korrigieren ist, daß der
(116)
Traum das Nein nicht auszudrücken vermag
. Die Traumhemmung. In anderen Träumen, welche das Nichtzustandekommen
der Bewegung nicht bloß als Situation, sondern als Sensation enthalten, ist derselbe Widerspruch durch die Sensation der Bewegungshemmung kräftiger ausgedrückt als ein Wille, dem ein Gegenwille sich widersetzt. Die Sensation der Bewegungs­hemmung stellt also einen Willenskonflikt dar. Wir werden später hören, daß gerade die motorische Lähmung im Schlafe zu den fundamentalen Bedingungen des psychischen Vor­ganges während des Träumens gehört. Der auf die motori­schen Bahnen übertragene Impuls ist nun nichts anderes als der Wille, und daß wir sicher sind, im Schlafe diesen Impuls als gehemmt zu empfinden, macht den ganzen Vorgang so überaus geeignet zur Darstellung des Wollens und des "Nein", das sich ihm entgegensetzt. Nach meiner Erklärung der Angst begreift es sich auch leicht, daß die Sensation der Willens-
423
SIGMUND FREUD
hemmung der Angst so nahe steht und sich im Traume so oft mit ihr verbindet. Die Angst ist ein libidinöser Impuls, der vom Unbewußten ausgeht und vom Vorbewußten gehemmt wird. Wo also im Traume die Sensation der Hemmung mit Angst verbunden ist, da muß es sich um ein Wollen handeln, das einmal fähig war, Libido zu entwickeln, um eine sexuelle Regung.
Was die häufig während eines Traumes auftauchende Ur-
teilsäußerung: "Das ist ja nur ein Traum" bedeute und wel­cher psychischen Macht sie zuzuschreiben sei, werde ich an anderer Stelle (s. u. p. 350) erörtern. Ich nehme hier vorweg, daß sie zur Entwertung des Geträumten dienen soll. Das in der Nähe liegende, interessante Problem, was dadurch ausge­drückt wird, wenn ein gewisser Inhalt im Traum selbst als "geträumt" bezeichnet wird, das Rätsel des "Traumes im Traume" hat W. Stekel durch die Analyse einiger überzeu­gender Beispiele in ähnlichem Sinne gelöst. Das "Geträumte" des Traumes soll wiederum entwertet, seiner Realität beraubt werden; was nach dem Erwachen aus dem "Traum im Trau­me" weiter geträumt wird, das will der Traumwunsch an die Stelle der ausgelöschten Realität setzen. Man darf also anneh­men, daß das "Geträumte" die Darstellung der Realität, die wirkliche Erinnerung, der fortsetzende Traum im Gegenteil die Darstellung des bloß vom Träumer Gewünschten enthält. Der Einschluß eines gewissen Inhaltes in einen "Traum im Traume" ist also gleichzusetzen dem Wunsche, daß das so als Traum Bezeichnete nicht hätte geschehen sollen. Die Traum­arbeit verwendet das Träumen selbst als eine Form der Ab­lehnung.
424
DIE TRAUMDEUTUNG
..
D) DIE RUCKSICHT
AUF DARSTELLBARKEIT
Wir haben es bisher mit der Untersuchung zu tun gehabt,
wie der Traum die Relationen zwischen den Traumgedanken darstellt, griffen dabei aber mehrfach auf das weitere Thema zurück, welche Veränderung das Traummaterial überhaupt für die Zwecke der Traumbildung erfährt. Wir wissen nun, daß das Traummaterial, seiner Relationen zum guten Teile entblößt, einer Kompression unterliegt, während gleichzeitig Intensitätsverschiebungen zwischen seinen Elementen eine psychische Umwertung dieses Materials erzwingen. Die Ver­schiebungen, die wir berücksichtigt haben, erwiesen sich als Ersetzungen einer bestimmten Vorstellung durch eine ande­re ihr in der Assoziation irgendwie nahestehende und sie wurden der Verdichtung dienstbar gemacht, indem auf sol­che Weise anstatt zweier Elemente ein mittleres Gemeinsa­mes zwischen ihnen zur Aufnahme in den Traum gelangte. Von einer anderen Art der Verschiebung haben wir noch kei­ne Erwähnung getan. Aus den Analysen erfährt man aber, daß eine solche besteht und daß sie sich in einer Vertauschung des sprachlichen Ausdruckes für den betreffenden Gedanken kundgibt. Es handelt sich beidemale um Verschiebung längs einer Assoziationskette, aber der gleiche Vorgang findet in verschiedenen psychischen Sphären statt, und das Ergebnis dieser Verschiebung ist das einemal, daß ein Element durch ein anderes substituiert wird, während im anderen Falle ein Element seine Wortfassung gegen eine andere vertauscht.
Diese zweite Art der bei der Traumbildung vorkommen-
den Verschiebungen hat nicht nur großes theoretisches Inte-
425
SIGMUND FREUD
resse, sondern ist auch besonders gut geeignet, den Anschein phantastischer Absurdität, mit dem der Traum sich verklei­det, aufzuklären. Die Verschiebung erfolgt in der Regel nach der Richtung, daß ein farbloser und abstrakter Ausdruck des Traumgedankens gegen einen bildlichen und konkreten ein­getauscht wird. Der Vorteil und somit die Absicht dieses Er­satzes liegt auf der Hand. Das Bildliche ist für den Traum dar- stellungsfähig, läßt sich in eine Situation einfügen, wo der abstrakte Ausdruck der Traumdarstellung ähnliche Schwie­rigkeiten bereiten würde, wie etwa ein politischer Leitartikel einer Zeitung der Illustration. Aber nicht nur die Darstell­barkeit, auch die Interessen der Verdichtung und der Zensur können bei diesem Tausche gewinnen. Ist erst der abstrakt ausgedrückte, unbrauchbare Traumgedanke in eine bildliche Sprache umgeformt, so ergeben sich zwischen diesem neuen Ausdruck und dem übrigen Traummaterial leichter als vor­her die Berührungen und Identitäten, welcher die Traumar­beit bedarf, und die sie schafft, wo sie nicht vorhanden sind, denn die konkreten Termini sind in jeder Sprache ihrer Ent­wicklung zufolge anknüpfungsreicher als die begrifflichen. Man kann sich vorstellen, daß ein gutes Stück der Zwischen­arbeit bei der Traumbildung, welche die gesonderten Traum­gedanken auf möglichst knappen und einheitlichen Aus­druck im Traume zu reduzieren sucht, auf solche Weise, durch passende sprachliche Umformung der einzelnen Ge­danken vor sich geht. Der eine Gedanke, dessen Ausdruck et­wa aus anderen Gründen feststeht, wird dabei verteilend und auswählend auf die Ausdrucksmöglichkeiten des anderen einwirken und dies vielleicht von vornherein, ähnlich wie bei
426
DIE TRAUMDEUTUNG
der Arbeit des Dichters. Wenn ein Gedicht in Reimen entste­hen soll, so ist die zweite Reimzeile an zwei Bedingungen ge­bunden; sie muß den ihr zukommenden Sinn ausdrücken und ihr Ausdruck muß den Gleichklang mit der ersten Reim­zeile finden. Die besten Gedichte sind wohl die, wo man die Absicht, den Reim zu finden, nicht merkt, sondern wo beide Gedanken von vornherein durch gegenseitige Induzierung den sprachlichen Ausdruck gewählt haben, der mit leichter Nachbearbeitung den Gleichklang entstehen läßt.
In einigen Fällen dient die Ausdrucksvertauschung der
Traumverdichtung noch auf kürzerem Wege, indem sie eine Wortfügung finden läßt, welche als zweideutig mehr als ei­nem der Traumgedanken Ausdruck gestattet. Das ganze Ge­biet des Wortwitzes wird so der Traumarbeit dienstbar ge­macht. Man darf sich über die Rolle, welche dem Worte bei der Traumbildung zufällt, nicht wundern. Das Wort, als der Knotenpunkt mehrfacher Vorstellungen, ist sozusagen eine prädestinierte Vieldeutigkeit und die Neurosen (Zwangsvor­stellungen, Phobien) benutzen die Vorteile, die das Wort so zur Verdichtung und Verkleidung bietet, nicht minder unge­scheut wie der Traum
(117)
. Daß die Traumverstellung bei der Verschiebung des Ausdruckes mitprofitiert, ist leicht zu zei­gen. Es ist ja irreführend, wenn ein zweideutiges Wort anstatt zweier eindeutiger gesetzt wird; und der Ersatz der alltäglich nüchternen Ausdrucksweise durch eine bildliche hält unser Verständnis auf, besonders da der Traum niemals aussagt, ob die von ihm gebrachten Elemente wörtlich oder im übertra­genen Sinne zu deuten sind, direkt oder durch Vermittlung eingeschobener Redensarten auf das Traummaterial bezogen
427
SIGMUND FREUD
werden sollen. Es ist im allgemeinen bei der Deutung eines jeden Traumelementes zweifelhaft, ob es:
a) im positiven oder negativen Sinne genommen werden
soll (Gegensatzrelation);
b) historisch zu deuten ist (als Reminiszenz); c) symbolisch oder ob d) seine Verwertung vom Wortlaute ausgehen soll.
Trotz dieser Vieldeutigkeit darf man sagen, daß die Darstel­lung der Traumarbeit, die ja nicht beabsichtigt, verstanden zu werden, dem Übersetzer keine größeren Schwierigkeiten zu­mutet als etwa die alten Hieroglyphenschreiber ihren Lesern.
Beispiele von Darstellungen im Traume, die nur durch Zweideutigkeit des Ausdruckes zusammengehalten werden, habe ich bereits mehrere angeführt ("Der Mund geht gut auf" im Injektionstraume; "Ich kann noch nicht gehen" im letzten Traume, p. 250 usw.). Ich werde nun einen Traum mitteilen, in dessen Analyse die Verbildlichung des abstrakten Gedan­kens eine größere Rolle spielt. Der Unterschied solcher Traumdeutung von der Deutung mittels Symbolik wie im Al­tertum läßt sich noch immer scharf bestimmen; bei der sym­bolischen Traumdeutung wird der Schlüssel der Symbolisie­rung vom Traumdeuter gewählt; in unseren Fällen von sprachlicher Verkleidung sind diese Schlüssel allgemein be­kannt und durch feststehende Sprachübung gegeben. Verfügt man über den richtigen Einfall zur rechten Gelegenheit, so kann man Träume dieser Art auch unabhängig von den An­gaben des Träumers ganz oder stückweise auflösen.
Eine mir befreundete Dame träumt: Sie befindet sich in der
Oper. Es ist eine Wagnervorstellung, die bis ¾8 Uhr morgens ge-
428
DIE TRAUMDEUTUNG
dauert hat. Im Parkett und Parterre stehen Tische, an denen ge­speist und getrunken wird. Ihr eben von der Hochzeitsreise heimgekehrter Vetter sitzt an einem solchen Tische mit seiner jungen Frau; neben ihnen ein Aristokrat. Von diesem heißt es, die junge Frau habe sich ihn von der Hochzeitsreise mitgebracht, ganz offen, etwa wie man einen Hut von der Hochzeitsreise mit­bringt. Inmitten des Parketts befindet sich ein hoher Turm, der oben eine Plattform trägt, die mit einem eisernen Gitter umgeben ist. Dort hoch oben ist der Dirigent mit den Zügen Hans Rich­ters; er läuft beständig hinter seinem Gitter herum, schwitzt furchtbar und leitet von diesem Posten aus das unten um die Ba­sis des Turmes angeordnete Orchester. Sie selbst sitzt mit einer (mir bekannten) Freundin in einer Loge. Ihre jüngere Schwester will ihr aus dem Parkett ein großes Stück Kohle hinaufreichen mit der Motivierung, sie habe doch nicht gewußt, daß es so lange dauern werde, und müsse jetzt wohl erbärmlich frieren. (Etwa als ob die Logen während der langen Vorstellung geheizt werden müßten.)
Die Verschiebung des sprachlichen Ausdruckes.
Der Traum ist wohl unsinnig genug, obwohl sonst gut auf eine Situation gebracht. Der Turm mitten im Parkett, von dem aus der Dirigent das Orchester leitet; vor allem aber die Kohle, die ihr die Schwester hinaufreicht! Ich habe von die­sem Traume absichtlich keine Analyse verlangt; mit etwas Kenntnis von den persönlichen Beziehungen der Träumerin gelang es mir, Stücke von ihm selbständig zu deuten. Ich wuß­te, daß sie viel Sympathie für einen Musiker gehabt hatte, des­sen Laufbahn vorzeitig durch Geisteskrankheit unterbrochen worden war. Ich entschloß mich also den Turm im Parkett
429
SIGMUND FREUD
wörtlich zu nehmen. Dann kam heraus, daß der Mann, den sie an Hans Richters Stelle zu sehen gewünscht hätte, die übrigen Mitglieder des Orchesters turmhoch überragt. Dieser Turm ist als ein Mischgebilde durch Apposition zu bezeichnen; mit sei­nem Unterbau stellt er die Größe des Mannes dar, mit dem Gitter oben, hinter dem er wie ein Gefangener oder wie ein Tier im Käfig (Anspielung auf den Namen des Unglückli­chen) herumläuft, das spätere Schicksal desselben. "Narren­turm" wäre etwa das Wort, in dem die beiden Gedanken hät­ten zusammentreffen können.
Nachdem so die Darstellungsweise des Traumes aufge­deckt war, konnte man versuchen, die zweite scheinbare Ab­surdität, die mit den Kohlen, die ihr von der Schwester ge­reicht werden, mit demselben Schlüssel aufzulösen. "Kohle" mußte "heimliche Liebe" bedeuten.
"Kein Feuer, keine Kohle
Kann brennen so heiß,
Als wie heimliche Liebe,
Von der niemand was weiß."
Sie selbst und ihre Freundin waren sitzen geblieben; die jüngere Schwester, die noch Aussicht hat zu heiraten, reicht ihr die Kohle hinauf, "weil sie doch nicht gewußt habe, daß es so lange dauern wird". Was so lange dauern wird, ist im Trau­me nicht gesagt; in einer Erzählung würden wir ergänzen: die Vorstellung; im Traume dürfen wir den Satz für sich ins Auge fassen, ihn für zweideutig erklären und hinzufügen, "bis sie heiratet". Die Deutung "heimliche Liebe" wird dann unter­stützt durch die Erwähnung des Vetters, der mit seiner Frau im Parkett sitzt, und durch die dieser letzteren angedichtete
430