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ivanov666
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Файл:Die Traumdeutung
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DIE TRAUMDEUTUNG
sem Beispiele aus mit gutem Recht die Bedeutung der Pollutionsträume für die Theorie des Träumens überhaupt.
In solche Lage, Klarheit oder Verworrenheit des Traumes
auf Sicherheit oder Zweifel im Traummaterial umdeuten zu
können, kommt man aber nach meiner Erfahrung nicht in allen Fällen. Ich werde späterhin den bisher nicht erwähnten
Faktor bei der Traumbildung aufzudecken haben, von dessen
Einwirkung diese Qualitätenskala des Traumes wesentlich
abhängt.
In manchen Träumen, die ein Stück weit eine gewisse Situation und Szenerie festhalten, kommen Unterbrechungen
vor, die mit folgenden Worten beschrieben werden: "Es ist
dann aber, als wäre es gleichzeitig ein anderer Ort, und dort
ereignete sich dies und jenes." Was in solcher Weise die
Haupthandlung des Traumes unterbricht, die nach einer
Weile wieder fortgesetzt werden kann, das stellt sich im
Traummaterial als ein Nebensatz, als ein eingeschobener Gedanke heraus. Die Kondition in den Traumgedanken wird im
Traume durch Gleichzeitigkeit dargestellt (wenn – wann).
Was bedeutet die so häufig im Traume erscheinende Sensation der gehemmten Bewegung, die so nahe an Angst streift?
Man will gehen und kommt nicht von der Stelle, will etwas
verrichten und stößt fortwährend auf Hindernisse. Der Eisenbahnzug will sich in Bewegung setzen und man kann ihn
nicht erreichen; man hebt die Hand, um eine Beleidigung zu
rächen, und sie versagt usw. Wir sind dieser Sensation im
Traume schon bei den Exhibitionsträumen begegnet, haben
ihre Deutung aber noch nicht ernstlich versucht. Es ist bequem aber unzureichend, zu antworten, im Schlafe bestehe
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motorische Lähmung, die sich durch die erwähnte Sensation
bemerkbar macht. Wir dürfen fragen: Warum träumt man
dann nicht beständig von solchen gehemmten Bewegungen?
und wir dürfen erwarten, daß diese im Schlafe jederzeit hervorzurufende Sensation irgend welchen Zwecken der Darstellung diene und nur durch das im Traummaterial gegebene Bedürfnis nach dieser Darstellung erweckt werde.
Das Nichtzustandebringen tritt im Traume nicht immer
als Sensation, sondern auch einfach als Stück des Trauminhaltes auf. Ich halte einen solchen Fall für besonders geeignet,
uns über die Bedeutung dieses Traumrequisites aufzuklären.
Ich werde verkürzt einen Traum mitteilen, in dem ich der Unredlichkeit beschuldigt erscheine. Die Örtlichkeit ist ein Ge-
menge aus einer Privatheilanstalt und mehreren anderen Lokalen. Ein Diener erscheint, um mich zu einer Untersuchung zu
rufen. Im Traume weiß ich, daß etwas vermißt wird, und daß die
Untersuchung wegen des Verdachtes erfolgt, daß ich mir das Verlorene angeeignet. Die Analyse zeigt, daß Untersuchung zweideutig zu nehmen ist und ärztliche Untersuchung mit einschließt.
Im Bewußtsein meiner Unschuld und meiner Konsiliarfunktion
in diesem Hause gehe ich ruhig mit dem Diener. An einer Tür
empfängt uns ein anderer Diener und sagt, auf mich deutend:
Den haben Sie mir mitgebracht, der ist ja ein anständiger Mensch.
Ich gehe dann ohne Diener in einen großen Saal, in dem Maschinen stehen, der mich an ein Inferno mit seinen höllischen Strafaufgaben erinnert. An einem Apparat sehe ich einen Kollegen
eingespannt, der allen Grund hätte, sich um mich zu bekümmern;
er beachtet mich aber nicht. Es heißt dann, daß ich jetzt gehen
kann. Da finde ich meinen Hut nicht und kann doch nicht gehen.
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DIE TRAUMDEUTUNG
Es ist offenbar die Wunscherfüllung des Traumes, daß ich
als ehrlicher Mann anerkannt werde und gehen darf; in den
Traumgedanken muß also allerlei Material vorhanden sein,
welches den Widerspruch dagegen enthält. Daß ich gehen
darf, ist das Zeichen meiner Absolution; wenn also der Traum
am Ende ein Ereignis bringt, das mich im Gehen aufhält, so
liegt es wohl nahe, zu schließen, daß durch diesen Zug das
unterdrückte Material des Widerspruches sich zur Geltung
bringt. Daß ich den Hut nicht finde, bedeutet also: Du bist
doch kein ehrlicher Mensch. Das Nichtzustandebringen des
Traumes ist ein Ausdruck des Widerspruches, ein "Nein", wonach also die frühere Behauptung zu korrigieren ist, daß der
(116)
Traum das Nein nicht auszudrücken vermag
.
Die Traumhemmung.
In anderen Träumen, welche das Nichtzustandekommen
der Bewegung nicht bloß als Situation, sondern als Sensation
enthalten, ist derselbe Widerspruch durch die Sensation der
Bewegungshemmung kräftiger ausgedrückt als ein Wille, dem
ein Gegenwille sich widersetzt. Die Sensation der Bewegungshemmung stellt also einen Willenskonflikt dar. Wir werden
später hören, daß gerade die motorische Lähmung im Schlafe
zu den fundamentalen Bedingungen des psychischen Vorganges während des Träumens gehört. Der auf die motorischen Bahnen übertragene Impuls ist nun nichts anderes als
der Wille, und daß wir sicher sind, im Schlafe diesen Impuls
als gehemmt zu empfinden, macht den ganzen Vorgang so
überaus geeignet zur Darstellung des Wollens und des "Nein",
das sich ihm entgegensetzt. Nach meiner Erklärung der Angst
begreift es sich auch leicht, daß die Sensation der Willens-
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hemmung der Angst so nahe steht und sich im Traume so oft
mit ihr verbindet. Die Angst ist ein libidinöser Impuls, der
vom Unbewußten ausgeht und vom Vorbewußten gehemmt
wird. Wo also im Traume die Sensation der Hemmung mit
Angst verbunden ist, da muß es sich um ein Wollen handeln,
das einmal fähig war, Libido zu entwickeln, um eine sexuelle
Regung.
Was die häufig während eines Traumes auftauchende Ur-
teilsäußerung: "Das ist ja nur ein Traum" bedeute und welcher psychischen Macht sie zuzuschreiben sei, werde ich an
anderer Stelle (s. u. p. 350) erörtern. Ich nehme hier vorweg,
daß sie zur Entwertung des Geträumten dienen soll. Das in
der Nähe liegende, interessante Problem, was dadurch ausgedrückt wird, wenn ein gewisser Inhalt im Traum selbst als
"geträumt" bezeichnet wird, das Rätsel des "Traumes im
Traume" hat W. Stekel durch die Analyse einiger überzeugender Beispiele in ähnlichem Sinne gelöst. Das "Geträumte"
des Traumes soll wiederum entwertet, seiner Realität beraubt
werden; was nach dem Erwachen aus dem "Traum im Traume" weiter geträumt wird, das will der Traumwunsch an die
Stelle der ausgelöschten Realität setzen. Man darf also annehmen, daß das "Geträumte" die Darstellung der Realität, die
wirkliche Erinnerung, der fortsetzende Traum im Gegenteil
die Darstellung des bloß vom Träumer Gewünschten enthält.
Der Einschluß eines gewissen Inhaltes in einen "Traum im
Traume" ist also gleichzusetzen dem Wunsche, daß das so als
Traum Bezeichnete nicht hätte geschehen sollen. Die Traumarbeit verwendet das Träumen selbst als eine Form der Ablehnung.
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..
D) DIE RUCKSICHT
AUF DARSTELLBARKEIT
Wir haben es bisher mit der Untersuchung zu tun gehabt,
wie der Traum die Relationen zwischen den Traumgedanken
darstellt, griffen dabei aber mehrfach auf das weitere Thema
zurück, welche Veränderung das Traummaterial überhaupt
für die Zwecke der Traumbildung erfährt. Wir wissen nun,
daß das Traummaterial, seiner Relationen zum guten Teile
entblößt, einer Kompression unterliegt, während gleichzeitig
Intensitätsverschiebungen zwischen seinen Elementen eine
psychische Umwertung dieses Materials erzwingen. Die Verschiebungen, die wir berücksichtigt haben, erwiesen sich als
Ersetzungen einer bestimmten Vorstellung durch eine andere ihr in der Assoziation irgendwie nahestehende und sie
wurden der Verdichtung dienstbar gemacht, indem auf solche Weise anstatt zweier Elemente ein mittleres Gemeinsames zwischen ihnen zur Aufnahme in den Traum gelangte.
Von einer anderen Art der Verschiebung haben wir noch keine Erwähnung getan. Aus den Analysen erfährt man aber,
daß eine solche besteht und daß sie sich in einer Vertauschung
des sprachlichen Ausdruckes für den betreffenden Gedanken
kundgibt. Es handelt sich beidemale um Verschiebung längs
einer Assoziationskette, aber der gleiche Vorgang findet in
verschiedenen psychischen Sphären statt, und das Ergebnis
dieser Verschiebung ist das einemal, daß ein Element durch
ein anderes substituiert wird, während im anderen Falle ein
Element seine Wortfassung gegen eine andere vertauscht.
Diese zweite Art der bei der Traumbildung vorkommen-
den Verschiebungen hat nicht nur großes theoretisches Inte-
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resse, sondern ist auch besonders gut geeignet, den Anschein
phantastischer Absurdität, mit dem der Traum sich verkleidet, aufzuklären. Die Verschiebung erfolgt in der Regel nach
der Richtung, daß ein farbloser und abstrakter Ausdruck des
Traumgedankens gegen einen bildlichen und konkreten eingetauscht wird. Der Vorteil und somit die Absicht dieses Ersatzes liegt auf der Hand. Das Bildliche ist für den Traum dar-
stellungsfähig, läßt sich in eine Situation einfügen, wo der
abstrakte Ausdruck der Traumdarstellung ähnliche Schwierigkeiten bereiten würde, wie etwa ein politischer Leitartikel
einer Zeitung der Illustration. Aber nicht nur die Darstellbarkeit, auch die Interessen der Verdichtung und der Zensur
können bei diesem Tausche gewinnen. Ist erst der abstrakt
ausgedrückte, unbrauchbare Traumgedanke in eine bildliche
Sprache umgeformt, so ergeben sich zwischen diesem neuen
Ausdruck und dem übrigen Traummaterial leichter als vorher die Berührungen und Identitäten, welcher die Traumarbeit bedarf, und die sie schafft, wo sie nicht vorhanden sind,
denn die konkreten Termini sind in jeder Sprache ihrer Entwicklung zufolge anknüpfungsreicher als die begrifflichen.
Man kann sich vorstellen, daß ein gutes Stück der Zwischenarbeit bei der Traumbildung, welche die gesonderten Traumgedanken auf möglichst knappen und einheitlichen Ausdruck im Traume zu reduzieren sucht, auf solche Weise,
durch passende sprachliche Umformung der einzelnen Gedanken vor sich geht. Der eine Gedanke, dessen Ausdruck etwa aus anderen Gründen feststeht, wird dabei verteilend und
auswählend auf die Ausdrucksmöglichkeiten des anderen
einwirken und dies vielleicht von vornherein, ähnlich wie bei
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der Arbeit des Dichters. Wenn ein Gedicht in Reimen entstehen soll, so ist die zweite Reimzeile an zwei Bedingungen gebunden; sie muß den ihr zukommenden Sinn ausdrücken
und ihr Ausdruck muß den Gleichklang mit der ersten Reimzeile finden. Die besten Gedichte sind wohl die, wo man die
Absicht, den Reim zu finden, nicht merkt, sondern wo beide
Gedanken von vornherein durch gegenseitige Induzierung
den sprachlichen Ausdruck gewählt haben, der mit leichter
Nachbearbeitung den Gleichklang entstehen läßt.
In einigen Fällen dient die Ausdrucksvertauschung der
Traumverdichtung noch auf kürzerem Wege, indem sie eine
Wortfügung finden läßt, welche als zweideutig mehr als einem der Traumgedanken Ausdruck gestattet. Das ganze Gebiet des Wortwitzes wird so der Traumarbeit dienstbar gemacht. Man darf sich über die Rolle, welche dem Worte bei
der Traumbildung zufällt, nicht wundern. Das Wort, als der
Knotenpunkt mehrfacher Vorstellungen, ist sozusagen eine
prädestinierte Vieldeutigkeit und die Neurosen (Zwangsvorstellungen, Phobien) benutzen die Vorteile, die das Wort so
zur Verdichtung und Verkleidung bietet, nicht minder ungescheut wie der Traum
(117)
. Daß die Traumverstellung bei der
Verschiebung des Ausdruckes mitprofitiert, ist leicht zu zeigen. Es ist ja irreführend, wenn ein zweideutiges Wort anstatt
zweier eindeutiger gesetzt wird; und der Ersatz der alltäglich
nüchternen Ausdrucksweise durch eine bildliche hält unser
Verständnis auf, besonders da der Traum niemals aussagt, ob
die von ihm gebrachten Elemente wörtlich oder im übertragenen Sinne zu deuten sind, direkt oder durch Vermittlung
eingeschobener Redensarten auf das Traummaterial bezogen
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SIGMUND FREUD
werden sollen. Es ist im allgemeinen bei der Deutung eines
jeden Traumelementes zweifelhaft, ob es:
a) im positiven oder negativen Sinne genommen werden
soll (Gegensatzrelation);
b) historisch zu deuten ist (als Reminiszenz);
c) symbolisch oder ob
d) seine Verwertung vom Wortlaute ausgehen soll.
Trotz dieser Vieldeutigkeit darf man sagen, daß die Darstellung der Traumarbeit, die ja nicht beabsichtigt, verstanden zu
werden, dem Übersetzer keine größeren Schwierigkeiten zumutet als etwa die alten Hieroglyphenschreiber ihren Lesern.
Beispiele von Darstellungen im Traume, die nur durch
Zweideutigkeit des Ausdruckes zusammengehalten werden,
habe ich bereits mehrere angeführt ("Der Mund geht gut auf"
im Injektionstraume; "Ich kann noch nicht gehen" im letzten
Traume, p. 250 usw.). Ich werde nun einen Traum mitteilen,
in dessen Analyse die Verbildlichung des abstrakten Gedankens eine größere Rolle spielt. Der Unterschied solcher
Traumdeutung von der Deutung mittels Symbolik wie im Altertum läßt sich noch immer scharf bestimmen; bei der symbolischen Traumdeutung wird der Schlüssel der Symbolisierung vom Traumdeuter gewählt; in unseren Fällen von
sprachlicher Verkleidung sind diese Schlüssel allgemein bekannt und durch feststehende Sprachübung gegeben. Verfügt
man über den richtigen Einfall zur rechten Gelegenheit, so
kann man Träume dieser Art auch unabhängig von den Angaben des Träumers ganz oder stückweise auflösen.
Eine mir befreundete Dame träumt: Sie befindet sich in der
Oper. Es ist eine Wagnervorstellung, die bis ¾8 Uhr morgens ge-
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dauert hat. Im Parkett und Parterre stehen Tische, an denen gespeist und getrunken wird. Ihr eben von der Hochzeitsreise
heimgekehrter Vetter sitzt an einem solchen Tische mit seiner
jungen Frau; neben ihnen ein Aristokrat. Von diesem heißt es, die
junge Frau habe sich ihn von der Hochzeitsreise mitgebracht,
ganz offen, etwa wie man einen Hut von der Hochzeitsreise mitbringt. Inmitten des Parketts befindet sich ein hoher Turm, der
oben eine Plattform trägt, die mit einem eisernen Gitter umgeben
ist. Dort hoch oben ist der Dirigent mit den Zügen Hans Richters; er läuft beständig hinter seinem Gitter herum, schwitzt
furchtbar und leitet von diesem Posten aus das unten um die Basis des Turmes angeordnete Orchester. Sie selbst sitzt mit einer
(mir bekannten) Freundin in einer Loge. Ihre jüngere Schwester
will ihr aus dem Parkett ein großes Stück Kohle hinaufreichen
mit der Motivierung, sie habe doch nicht gewußt, daß es so lange
dauern werde, und müsse jetzt wohl erbärmlich frieren. (Etwa
als ob die Logen während der langen Vorstellung geheizt werden
müßten.)
Die Verschiebung des sprachlichen Ausdruckes.
Der Traum ist wohl unsinnig genug, obwohl sonst gut auf
eine Situation gebracht. Der Turm mitten im Parkett, von
dem aus der Dirigent das Orchester leitet; vor allem aber die
Kohle, die ihr die Schwester hinaufreicht! Ich habe von diesem Traume absichtlich keine Analyse verlangt; mit etwas
Kenntnis von den persönlichen Beziehungen der Träumerin
gelang es mir, Stücke von ihm selbständig zu deuten. Ich wußte, daß sie viel Sympathie für einen Musiker gehabt hatte, dessen Laufbahn vorzeitig durch Geisteskrankheit unterbrochen
worden war. Ich entschloß mich also den Turm im Parkett
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wörtlich zu nehmen. Dann kam heraus, daß der Mann, den sie
an Hans Richters Stelle zu sehen gewünscht hätte, die übrigen
Mitglieder des Orchesters turmhoch überragt. Dieser Turm ist
als ein Mischgebilde durch Apposition zu bezeichnen; mit seinem Unterbau stellt er die Größe des Mannes dar, mit dem
Gitter oben, hinter dem er wie ein Gefangener oder wie ein
Tier im Käfig (Anspielung auf den Namen des Unglücklichen) herumläuft, das spätere Schicksal desselben. "Narrenturm" wäre etwa das Wort, in dem die beiden Gedanken hätten zusammentreffen können.
Nachdem so die Darstellungsweise des Traumes aufgedeckt war, konnte man versuchen, die zweite scheinbare Absurdität, die mit den Kohlen, die ihr von der Schwester gereicht werden, mit demselben Schlüssel aufzulösen. "Kohle"
mußte "heimliche Liebe" bedeuten.
"Kein Feuer, keine Kohle
Kann brennen so heiß,
Als wie heimliche Liebe,
Von der niemand was weiß."
Sie selbst und ihre Freundin waren sitzen geblieben; die
jüngere Schwester, die noch Aussicht hat zu heiraten, reicht
ihr die Kohle hinauf, "weil sie doch nicht gewußt habe, daß es
so lange dauern wird". Was so lange dauern wird, ist im Traume nicht gesagt; in einer Erzählung würden wir ergänzen: die
Vorstellung; im Traume dürfen wir den Satz für sich ins Auge
fassen, ihn für zweideutig erklären und hinzufügen, "bis sie
heiratet". Die Deutung "heimliche Liebe" wird dann unterstützt durch die Erwähnung des Vetters, der mit seiner Frau
im Parkett sitzt, und durch die dieser letzteren angedichtete
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