Добавил:
ivanov666
Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз:
Предмет:
Файл:Die Traumdeutung
.pdf
DIE TRAUMDEUTUNG
Der Einfall "Dysenterie" im Injektionstraume ist gleich-
falls mehrfach determiniert, einerseits durch den paraphrasischen Gleichklang mit Diphtherie, anderseits durch die Beziehung auf den von mir in den Orient geschickten Patienten,
dessen Hysterie verkannt wird.
Als ein interessanter Fall von Verdichtung erweist sich
auch die Erwähnung von "Propylen" im Traume. In den
Traumgedanken war nicht "Propylen", sondern "Amylen" enthalten. Man könnte meinen, daß hier eine einfache Verschiebung bei der Traumbildung Platz gegriffen hat. So ist es auch,
allein diese Verschiebung dient den Zwecken der Verdichtung, wie folgender Nachtrag zur Traumanalyse zeigt. Wenn
meine Aufmerksamkeit bei dem Worte "Propylen" noch einen
Moment haltmacht, so fällt mir der Gleichklang mit dem
Worte "Propyläen" ein. Die Propyläen befinden sich aber nicht
nur in Athen, sondern auch in München. In dieser Stadt habe
ich ein Jahr vor dem Traume meinen damals schwerkranken
Freund aufgesucht, dessen Erwähnung durch das bald auf
Propylen folgende Trimethylamin des Traumes unverkennbar
wird.
Ich gehe über den auffälligen Umstand hinweg, daß hier
und anderswo bei der Traumanalyse Assoziationen von der
verschiedensten Wertigkeit, wie gleichwertig, zur Gedankenverbindung benutzt werden, und gebe der Versuchung nach,
mir den Vorgang bei der Ersetzung von Amylen in den Traumgedanken durch Propylen in dem Trauminhalt gleichsam
plastisch vorzustellen.
Hier befinde sich die Vorstellungsgruppe meines Freun-
des Otto, der mich nicht versteht, mir unrecht gibt und mir
371

SIGMUND FREUD
nach Amylen duftenden Likör schenkt; dort durch Gegensatz
verbunden die meines Freundes Wilhelm, der mich versteht,
mir recht geben würde, und dem ich so viel wertvolle Mitteilungen, auch über die Chemie der Sexualvorgänge, verdanke.
Was aus der Gruppe Otto meine Aufmerksamkeit beson-
ders erregen soll, ist durch die rezenten, den Traum erregenden Anlässe bestimmt; das Amylen gehört zu diesen ausgezeichneten, für den Trauminhalt prädestinierten Elementen.
Die reiche Vorstellungsgruppe "Wilhelm" wird geradezu
durch den Gegensatz zu Otto belebt und die Elemente in ihr
hervorgehoben, welche an die bereits erregten in Otto anklingen. In diesem ganzen Traume rekurriere ich ja von einer
Person, die mein Mißfallen erregt, auf eine andere, die ich ihr
nach Wunsch entgegenstellen kann, rufe ich Zug für Zug
den Freund gegen den Widersacher auf. So erweckt das Amylen bei Otto auch in der anderen Gruppe Erinnerungen aus
dem Kreise der Chemie; das Trimethylamin, von mehreren
Seiten her unterstützt, gelangt in den Trauminhalt. Auch
"Amylen" könnte unverwandelt in den Trauminhalt kommen,
es unterliegt aber der Einwirkung der Gruppe "Wilhelm", indem aus dem ganzen Erinnerungsumfang, den dieser Name
deckt, ein Element hervorgesucht wird, welches eine doppelte
Determinierung für Amylen ergeben kann. In der Nähe von
Amylen liegt für die Assoziation "Propylen"; aus dem Kreise
"Wilhelm" kommt ihm München mit den Propyläen entgegen. In Propylen-Propyläen treffen beide Vorstellungskreise
zusammen. Wie durch einen Kompromiß gelangt dieses mittlere Element dann in den Trauminhalt. Es ist hier ein mittle-
res Gemeinsames geschaffen worden, welches mehrfache De-
372

DIE TRAUMDEUTUNG
terminierung zuläßt. Wir greifen so mit Händen, daß die
mehrfache Determinierung das Durchdringen in den
Trauminhalt erleichtern muß. Zum Zwecke dieser Mittelbildung ist unbedenklich eine Verschiebung der Aufmerksamkeit von dem eigentlich Gemeinten zu einem in der Assoziation nahe Liegenden vorgenommen worden.
Das Studium des Injektionstraumes gestattet uns bereits
einige Übersicht über die Verdichtungsvorgänge bei der
Traumbildung zu gewinnen. Wir konnten die Auswahl der
mehrfach in den Traumgedanken vorkommenden Elemente,
die Bildung neuer Einheiten (Sammelpersonen, Mischgebilde) und die Herstellung von mittleren Gemeinsamen als Einzelheiten der Verdichtungsarbeit erkennen. Wozu die Verdichtung dient und wodurch sie gefordert wird, werden wir
uns erst fragen, wenn wir die psychischen Vorgänge bei der
Traumbildung im Zusammenhange erfassen wollen. Begnügen wir uns jetzt mit der Feststellung der Traumverdichtung
als einer bemerkenswerten Relation zwischen Traumgedanken und Trauminhalt.
Wort- und Namenverdichtungen.
Am greifbarsten wird die Verdichtungsarbeit des Trau-
mes, wenn sie Worte und Namen zu ihren Objekten gewählt
hat. Worte werden vom Traume überhaupt häufig wie Dinge
behandelt und erfahren dann dieselben Zusammensetzungen, Verschiebungen, Ersetzungen und also auch Verdichtungen wie die Dingvorstellungen. Komische und seltsame
Wortschöpfungen sind das Ergebnis solcher Träume. Als mir
einmal ein Kollege einen von ihm verfaßten Aufsatz überschickte, in welchem eine physiologische Entdeckung der
373

SIGMUND FREUD
Neuzeit nach meinem Urteil überschätzt und vor allem in
überschwenglichen Ausdrücken abgehandelt war, da träumte
ich die nächste Nacht einen Satz, der sich offenbar auf diese
Abhandlung bezog: "Das ist ein wahrhaft norekdaler Stil."
Die Auflösung des Wortgebildes bereitete mir anfänglich
Schwierigkeiten; es war nicht zweifelhaft, daß es den Superlativen "kolossal, pyramidal" parodistisch nachgeschaffen war;
aber woher es stammte, war nicht leicht zu sagen. Endlich
zerfiel mir das Ungetüm in die beiden Namen Nora und Ek-
dal aus zwei bekannten Schauspielen von Ibsen. Von demselben Autor, dessen letztes Opus ich im Traume also kritisierte,
hatte ich vorher einen Zeitungsaufsatz über Ibsen gelesen.
II. Eine meiner Patientinnen teilt mir einen kurzen Traum
mit, der in eine unsinnige Wortkombination ausläuft. Sie befindet sich mit ihrem Manne bei einer Bauernfestlichkeit und
sagt dann: Das wird in einen allgemeinen "Maistollmütz" ausgehen. Dabei im Traume der dunkle Gedanke, das sei eine
Mehlspeise aus Mais, eine Art Polenta. Die Analyse zerlegt das
Wort in Mais – toll – mannstoll – Olmütz, welche Stücke sich
sämtlich als Reste einer Konversation bei Tisch mit ihren Verwandten erkennen lassen. Hinter Mais verbargen sich außer
der Anspielung auf die eben eröffnete Jubiläumsausstellung
die Worte: Meißen (eine Meißner Porzellanfigur, die einen Vogel darstellt), Miß (die Engländerin ihrer Verwandten war nach
Olmütz gereist), mies = ekel, übel im scherzhaft gebrauchten
jüdischen Jargon, und eine lange Kette von Gedanken und Anknüpfungen ging von jeder der Silben des Wortklumpens ab.
III. Ein junger Mann, bei dem ein Bekannter spät abends
angeläutet hat, um eine Besuchskarte abzugeben, träumt in der
374

DIE TRAUMDEUTUNG
darauffolgenden Nacht: Ein Geschäftsmann wartet spät abends,
um den Zimmertelegraphen zu richten. Nachdem er weggegangen ist, läutet es noch immer nicht kontinuierlich, sondern nur in
einzelnen Schlägen. Der Diener holt den Mann wieder, und der
sagt: Es ist doch merkwürdig, daß auch Leute, die sonst tutelrein
sind, solche Angelegenheiten nicht zu behandeln verstehen.
Der indifferente Traumanlaß deckt, wie man sieht, nur ei-
nes der Elemente des Traumes. Zur Bedeutung ist er überhaupt nur gekommen, indem er sich an ein früheres Erlebnis
des Träumers angereiht hat, das, an sich auch gleichgültig,
von seiner Phantasie mit stellvertretender Bedeutung ausgestattet wurde. Als Knabe, der mit seinem Vater wohnte, schüttete er einmal schlaftrunken ein Glas Wasser auf den Boden,
so daß das Kabel des Zimmertelegraphen durchtränkt wurde,
und das kontinuierliche Läuten den Vater im Schlafe störte. Da
das kontinuierliche Läuten dem Naßwerden entspricht, so
werden dann "einzelne Schläge" zur Darstellung des Tropfen-
fallens verwendet. Das Wort "tutelrein" zerlegt sich aber nach
drei Richtungen und zielt damit auf drei der in den Traumgedanken vertretenen Materien: "Tutel" = Kuratel bedeutet Vormundschaft; Tutel (vielleicht "Tuttel") ist eine vulgäre Bezeichnung der weiblichen Brust, und der Bestandteil "rein"
übernimmt die ersten Silben des Zimmertelegraphen, um
"Zimmerrein" zu bilden, was mit dem Naßmachen des Fußbodens viel zu tun hat und überdies an einen der in der Familie
(105)
des Träumers vertretenen Namen anklingt
.
Wortneubildungen.
IV. In einem längeren wüsten Traume von mir, der eine
Schiffsreise zum scheinbaren Mittelpunkte hat, kommt es
375

SIGMUND FREUD
vor, daß die nächste Station Hearsing heißt, die nächst weitere aber Fließ. Letzteres ist der Name meines Freundes in B.,
der oft das Ziel meiner Reise gewesen ist. Hearsing aber ist
kombiniert aus den Ortsnamen unserer Wiener Lokalstrecke, die so häufig auf ing ausgehen: Hietzing, Liesing, Mödling
(Medelitz, "meae deliciae" der alte Name, also "meine Freud’")
und dem englischen Hearsay = Hörensagen, was auf Verleumdung deutet und die Beziehung zu dem indifferenten
Traumerreger des Tages herstellt, einem Gedichte in den
"Fliegenden Blättern" von einem verleumderischen Zwerge,
"Sagter Hatergesagt". Durch Beziehung der Endsilbe "ing"
zum Namen Fließ gewinnt man "Vlissingen", wirklich die Station der Seereise, die mein Bruder berührt, wenn er von England zu uns auf Besuch kommt. Der englische Name von Vlis-
singen lautet aber Flushing, was in englischer Sprache Erröten
bedeutet und an die Patienten mit "Errötensangst" mahnt,
die ich behandle, auch an eine rezente Publikation Bechte-
rews über diese Neurose, die mir Anlaß zu ärgerlichen Empfindungen gegeben hat.
V. Ein anderes Mal habe ich einen Traum, der aus zwei ge-
sonderten Stücken besteht. Das erste ist das lebhaft erinnerte
Wort "Autodidasker", das andere deckt sich getreu mit einer
vor Tagen produzierten, kurzen und harmlosen Phantasie des
Inhaltes, daß ich dem Professor N., wenn ich ihn nächstens
sehe, sagen muß: "Der Patient, über dessen Zustand ich Sie
zuletzt konsultiert habe, leidet wirklich nur an einer Neurose, ganz wie Sie vermutet haben." Das neugebildete "Autodi-
dasker" hat nun nicht nur der Anforderung zu genügen, daß
es komprimierten Sinn enthält oder vertritt, es soll auch die-
376

DIE TRAUMDEUTUNG
ser Sinn in gutem Zusammenhange mit meinem aus dem Wachen wiederholten Vorsatze stehen, dem Professor N. jene
Genugtuung zu geben.
Nun zerlegt sich Autodidasker leicht in Autor, Autodidakt
und Lasker, an den sich der Name Lassalle schließt. Die ersten
dieser Worte führen zu der – dieses Mal bedeutsamen – Veranlassung des Traumes. Ich hatte meiner Frau mehrere Bände
eines bekannten Autors mitgebracht, mit dem mein Bruder
befreundet ist, und der, wie ich erfahren habe, aus demselben
Orte stammt wie ich (J. J. David). Eines Abends sprach sie mit
mir über den tiefen Eindruck, den ihr die ergreifend traurige
Geschichte eines verkommenen Talentes in einer der David-
schen Novellen gemacht hatte, und unsere Unterhaltung
wendete sich darauf den Spuren von Begabung zu, die wir an
unseren eigenen Kindern wahrnehmen. Unter der Herrschaft des eben Gelesenen äußerte sie eine Besorgnis, die sich
auf die Kinder bezog, und ich tröstete sie mit der Bemerkung,
daß gerade solche Gefahren durch die Erziehung abgewendet
werden können. In der Nacht ging mein Gedankengang weiter, nahm die Besorgnisse meiner Frau auf und verwob allerlei anderes damit. Eine Äußerung, die der Dichter gegen meinen Bruder in bezug auf das Heiraten getan hatte, zeigte
meinen Gedanken einen Nebenweg, der zur Darstellung im
Traume führen konnte. Dieser Weg leitete nach Breslau, wohin eine uns sehr befreundete Dame geheiratet hatte. Für die
Besorgnis, am Weibe zu grunde zu gehen, die den Kern meiner Traumgedanken bildete, fand ich in Breslau die Exempel
Lasker und Lassalle auf, die mir gleichzeitig die beiden Arten
(106)
dieser Beeinflussung zum Unheil darzustellen gestatteten
.
377

SIGMUND FREUD
Das "Cherchez la femme", in dem sich diese Gedanken zusammenfassen lassen, bringt mich in anderem Sinne auf meinen noch unverheirateten Bruder, der Alexander heißt. Nun
merke ich, daß Alex, wie wir den Namen abkürzen, fast wie
eine Umstellung von Lasker klingt, und daß dieses Moment
mitgewirkt haben muß, meinen Gedanken die Umwegrichtung über Breslau mitzuteilen.
Die Spielerei mit Namen und Silben, die ich hier treibe,
enthält aber noch einen weiteren Sinn. Sie vertritt den
Wunsch eines glücklichen Familienlebens für meinen Bruder, und zwar auf folgendem Wege. In dem Künstlerroman
L’oeuvre, der meinen Traumgedanken inhaltlich nahe liegen
mußte, hat der Dichter bekanntlich sich selbst und sein eigenes Familienglück episodisch mitgeschildert und tritt darin
unter dem Namen Sandoz auf. Wahrscheinlich hat er bei der
Namensverwandlung folgenden Weg eingeschlagen. Zola
gibt umgekehrt (wie die Kinder so gern zu tun pflegen) Aloz.
Das war ihm wohl noch zu unverhüllt; darum ersetzte sich
ihm die Silbe Al, die auch den Namen Alexander einleitet,
durch die dritte Silbe desselben Namens sand, und so kam
Sandoz zu stande. So ähnlich entstand also auch mein Autodidasker.
Meine Phantasie, daß ich Professor N. erzähle, der von uns
beiden gesehene Kranke leide nur an einer Neurose, ist auf
folgende Weise in den Traum gekommen. Kurz vor Schluß
meines Arbeitsjahres bekam ich einen Patienten, bei dem
mich meine Diagnostik im Stiche ließ. Es war ein schweres organisches Leiden, vielleicht eine Rückenmarksveränderung,
anzunehmen, aber nicht zu beweisen. Eine Neurose zu diag-
378

DIE TRAUMDEUTUNG
nostizieren wäre verlockend gewesen und hätte allen Schwierigkeiten ein Ende bereitet, wenn nicht die sexuelle Anamnese, ohne die ich keine Neurose anerkennen will, vom Kranken
so energisch in Abrede gestellt worden wäre. In meiner Verlegenheit rief ich den Arzt zur Hilfe, den ich menschlich am
meisten verehre (wie andere auch), und vor dessen Autorität
ich mich am ehesten beuge. Er hörte meine Zweifel an, hieß
sie berechtigt und meinte dann: "Beobachten Sie den Mann
weiter, es wird eine Neurose sein." Da ich weiß, daß er meine
Ansichten über die Ätiologie der Neurosen nicht teilt, hielt
ich meinen Widerspruch zurück, verbarg aber nicht meinen
Unglauben. Einige Tage später machte ich dem Kranken die
Mitteilung, daß ich mit ihm nichts anzufangen wisse, und riet
ihm, sich an einen anderen zu wenden. Da begann er zu meiner höchsten Überraschung, mich um Verzeihung zu bitten,
daß er mich belogen habe; er habe sich so sehr geschämt, und
nun enthüllte er mir gerade das Stück sexueller Ätiologie, das
ich erwartet hatte, und dessen ich zur Annahme einer Neurose bedurfte. Mir war es eine Erleichterung, aber auch gleichzeitig eine Beschämung; ich mußte mir zugestehen, daß mein
Konsiliarius, durch die Berücksichtigung der Anamnese unbeirrt, richtiger gesehen hatte. Ich nahm mir vor, es ihm zu
sagen, wenn ich ihn wiedersehe, ihm zu sagen, daß er recht
gehabt habe und ich unrecht.
Gerade dies tue ich nun im Traume. Aber was für Wun-
scherfüllung soll es denn sein, wenn ich bekenne, daß ich unrecht habe? Gerade das ist mein Wunsch; ich möchte unrecht
haben mit meinen Befürchtungen, respektive ich möchte, daß
meine Frau, deren Befürchtungen ich in den Traumgedanken
379

SIGMUND FREUD
mir angeeignet habe, unrecht behält. Das Thema, auf welches
sich das Recht- oder Unrechtbehalten im Traume bezieht, ist
von dem für die Traumgedanken wirklich Interessanten nicht
weitab gelegen. Dieselbe Alternative der organischen oder
der funktionellen Schädigung durch das Weib, eigentlich
durch das Sexualleben: Tabesparalyse oder Neurose, an welch
letztere sich die Art des Unterganges von Lassalle lockerer anreiht.
Professor N. spielt in diesem festgefügten (und bei sorgfäl-
tiger Deutung ganz durchsichtigen) Traume nicht nur wegen
dieser Analogie und wegen meines Wunsches, unrecht zu behalten, eine Rolle – auch nicht wegen seiner nebenher gehenden Beziehungen zu Breslau und zur Familie unserer
dorthin verheirateten Freundin –, sondern auch wegen folgender kleinen Begebenheit, die sich an unsere Konsultation
anschloß. Nachdem er mit jener Vermutung die ärztliche
Aufgabe erledigt hatte, wandte sich sein Interesse persönlichen Dingen zu. "Wieviel Kinder haben Sie jetzt?" –
"Sechs." – Eine Gebärde von Respekt und Bedenklichkeit. –
"Mädel, Buben?" – "Drei und drei, das ist mein Stolz und
mein Reichtum." – "Nun, geben Sie acht, mit den Mädeln
geht es ja gut, aber die Buben machen einem später Schwierigkeiten in der Erziehung." – Ich wendete ein, daß sie bis jetzt
recht zahm geblieben sind; offenbar behagte mir diese zweite
Diagnose über die Zukunft meiner Buben ebensowenig wie
die früher gefällte, daß mein Patient nur eine Neurose habe.
Diese beiden Eindrücke sind also durch Kontiguität, durch
das Erleben in einem Zuge verbunden, und wenn ich die Geschichte von der Neurose in den Traum nehme, ersetze ich
380
Соседние файлы в предмете [НЕСОРТИРОВАННОЕ]
