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ivanov666
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DIE TRAUMDEUTUNG
durch sie die Rede über die Erziehung, die noch mehr Zusammenhang mit den Traumgedanken aufweist, da sie so nahe an
die später geäußerten Besorgnisse meiner Frau rührt. So findet selbst meine Angst, daß N. mit den Bemerkungen über die
Erziehungsschwierigkeiten bei den Buben recht behalten möge, Eingang in den Trauminhalt, indem sie sich hinter der
Darstellung meines Wunsches, daß ich mit solchen Befürchtungen unrecht haben möge, verbirgt. Dieselbe Phantasie
dient unverändert der Darstellung beider gegensätzlichen
Glieder der Alternative.
VI. Marcinowski: "Heute früh erlebte ich zwischen Traum
und Wachen eine sehr hübsche Wortverdichtung. Im Ablauf
einer Fülle von kaum erinnerbaren Traumbruchstücken
stutzte ich gewissermaßen über ein Wort, das ich halb wie geschrieben, halb wie gedruckt vor mir sehe. Es lautet: 'erzefi-
lisch' und gehört zu einem Satz, der außerhalb jedes Zusammenhanges völlig isoliert in mein bewußtes Erinnern
hinüberglitt; er lautete: 'Das wirkt erzefilisch auf die Geschlechtsempfindung.' Ich wußte sofort, daß es eigentlich 'erzieherisch' heißen solle, schwankte auch einige Male hin und
her, ob es nicht richtiger 'erzifilisch' hieße. Dabei fiel mir das
Wort Syphilis ein, und ich zerbrach mir, noch im Halbschlaf
zu analysieren beginnend, den Kopf, wie das wohl in meinen
Traum hineinkäme, da ich weder persönlich noch von Berufs
wegen irgend welche Berührungspunkte mit dieser Krankheit habe. Dann fiel mir ein 'erzehlerisch', das e erklärend,
und zu gleicher Zeit erklärend, daß ich gestern abend von
unserer 'Erzieherin' veranlaßt wurde, über das Problem der
Prostitution zu sprechen, und ich hatte ihr dabei tatsächlich,
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SIGMUND FREUD
um 'erzieherisch' auf ihr nicht ganz normal entwickeltes
Empfindungsleben einzuwirken, das Buch von Hesse 'Über
die Prostitution' gegeben, nachdem ich ihr mancherlei über
das Problem erzählt hatte. Und nun wurde mir auf einmal
klar, daß das Wort 'Syphilis' nicht im wörtlichen Sinne zu
nehmen sei, sondern für Gift stand, in Beziehung natürlich
zum Geschlechtsleben. Der Satz lautet also in der Übersetzung ganz logisch: 'Durch meine Erzählung habe ich auf meine Erzieherin erzieherisch auf deren Empfindungsleben einwirken wollen, aber habe die Befürchtung, daß es zu gleicher
Zeit vergiftend wirken könne.' Erzefilisch = erzäh– (erzieh–)
(erzifilisch)."
Die Wortverbildungen des Traumes ähneln sehr den bei
der Paranoia bekannten, die aber auch bei Hysterie und
Zwangsvorstellungen nicht vermißt werden. Die Sprachkünste der Kinder, die zu gewissen Zeiten die Worte tatsächlich wie Objekte behandeln, auch neue Sprachen und artefizielle Wortfügungen erfinden, sind für den Traum wie für die
Psychoneurosen hier die gemeinsame Quelle.
Wo in einem Traume Reden vorkommen, die ausdrücklich
als solche von Gedanken unterschieden werden, da gilt als
ausnahmslose Regel, daß Traumrede von erinnerter Rede im
Traummaterial abstammt. Der Wortlaut der Rede ist entweder unversehrt erhalten oder leise im Ausdruck verschoben;
häufig ist die Traumrede aus verschiedenen Redeerinnerungen zusammengestückelt; der Wortlaut dabei das sich gleich
gebliebene, der Sinn womöglich mehr- oder andersdeutig verändert. Die Traumrede dient nicht selten als bloße Anspie-
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lung auf ein Ereignis, bei dem die erinnerte Rede vorfiel
.
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DIE TRAUMDEUTUNG
B) DIE VERSCHIEBUNGSARBEIT
Eine andere, wahrscheinlich nicht minder bedeutsame
Relation mußte uns bereits auffallen, während wir die Beispiele für die Traumverdichtung sammelten. Wir konnten bemerken, daß die Elemente, welche im Trauminhalt sich als
die wesentlichen Bestandteile hervordrängen, in den Traumgedanken keineswegs die gleiche Rolle spielen. Als Korrelat
dazu kann man auch die Umkehrung dieses Satzes aussprechen. Was in den Traumgedanken offenbar der wesentliche
Inhalt ist, braucht im Traume gar nicht vertreten zu sein. Der
Traum ist gleichsam anders zentriert, sein Inhalt um andere
Elemente als Mittelpunkt geordnet als die Traumgedanken.
So z. B. ist im Traume von der botanischen Monographie Mittelpunkt des Trauminhaltes offenbar das Element "botanisch"; in den Traumgedanken handelt es sich um die Komplikationen und Konflikte, die sich aus verpflichtenden
Leistungen zwischen Kollegen ergeben, in weiterer Folge um
den Vorwurf, daß ich meinen Liebhabereien allzu große Opfer zu bringen pflege, und das Element "botanisch" findet in
diesem Kerne der Traumgedanken überhaupt keine Stelle,
wenn es nicht durch eine Gegensätzlichkeit locker damit verbunden ist, denn Botanik hatte niemals einen Platz unter
meinen Lieblingsstudien. In dem Sapphotraume meines Patienten ist das Auf- und Niedersteigen, Oben- und Untensein
zum Mittelpunkte gemacht; der Traum handelt aber von den
Gefahren sexueller Beziehungen zu niedrig stehenden Personen, so daß nur eines der Elemente der Traumgedanken, dies
aber in ungebührlicher Verbreiterung, in den Trauminhalt
eingegangen scheint. Ähnlich ist im Traume von den Maikä-
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SIGMUND FREUD
fern, welcher die Beziehungen der Sexualität zur Grausamkeit zum Thema hat, zwar das Moment der Grausamkeit im
Trauminhalt wieder erschienen, aber in andersartiger Verknüpfung und ohne Erwähnung des Sexuellen, also aus dem
Zusammenhang gerissen und dadurch zu etwas Fremdem
umgestaltet. In dem Onkeltraume wiederum scheint der blonde Bart, der dessen Mittelpunkt bildet, außer aller Sinnbeziehung zu den Größenwünschen, die wir als den Kern der
Traumgedanken erkannt haben. Solche Träume machen
dann mit gutem Rechte einen "verschobenen" Eindruck. Im
vollen Gegensatz zu diesen Beispielen zeigt dann der Traum
von Irmas Injektion, daß bei der Traumbildung die einzelnen
Elemente auch wohl den Platz behaupten können, den sie in
den Traumgedanken einnehmen. Die Kenntnisnahme dieser
neuen, in ihrem Sinne durchaus inkonstanten Relation zwischen Traumgedanken und Trauminhalt ist zunächst geeignet, unsere Verwunderung zu erregen. Wenn wir bei einem
psychischen Vorgang des Normallebens finden, daß eine Vorstellung aus mehreren anderen herausgegriffen wurde und
für das Bewußtsein besondere Lebhaftigkeit erlangt hat, so
pflegen wir diesen Erfolg als Beweis dafür anzusehen, daß der
siegenden Vorstellung eine besonders hohe psychische Wertigkeit (ein gewisser Grad von Interesse) zukommt. Wir machen nun die Erfahrung, daß diese Wertigkeit der einzelnen
Elemente in den Traumgedanken für die Traumbildung nicht
erhalten bleibt oder nicht in Betracht kommt. Es ist ja kein
Zweifel darüber, welches die höchstwertigen Elemente der
Traumgedanken sind; unser Urteil sagt es uns unmittelbar.
Bei der Traumbildung können diese wesentlichen, mit inten-
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sivem Interesse betonten Elemente nun so behandelt werden,
als ob sie minderwertig wären, und an ihre Stelle treten im
Traume andere Elemente, die in den Traumgedanken sicherlich minderwertig waren. Es macht zunächst den Eindruck,
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als käme die psychische Intensität
der einzelnen Vorstellungen für die Traumauswahl überhaupt nicht in Betracht,
sondern bloß die mehr oder minder vielseitige Determinierung derselben. Nicht was in den Traumgedanken wichtig ist,
kommt in den Traum, sondern was in ihnen mehrfach enthalten, könnte man meinen; das Verständnis der Traumbildung wird aber durch diese Annahme nicht sehr gefördert,
denn von vornherein wird man nicht glauben können, daß
die beiden Momente der mehrfachen Determinierung und
der eigenen Wertigkeit bei der Traumauswahl anders als
gleichsinnig wirken können. Jene Vorstellungen, welche in
den Traumgedanken die wichtigsten sind, werden wohl auch
die am häufigsten in ihnen wiederkehrenden sein, da von ihnen wie von Mittelpunkten die einzelnen Traumgedanken
ausstrahlen. Und doch kann der Traum diese intensiv betonten und vielseitig unterstützten Elemente ablehnen und andere Elemente, denen nur die letztere Eigenschaft zukommt,
in seinen Inhalt aufnehmen.
Die Überdeterminierung.
Zur Lösung dieser Schwierigkeit wird man einen anderen
Eindruck verwenden, den man bei der Untersuchung der
Überdeterminierung des Trauminhaltes empfangen hat. Vielleicht hat schon mancher Leser dieser Untersuchung bei sich
geurteilt, die Überdeterminierung der Traumelemente sei
kein bedeutsamer Fund, weil sie ein selbstverständlicher ist.
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SIGMUND FREUD
Man geht ja bei der Analyse von den Traumelementen aus
und verzeichnet alle Einfälle, die sich an dieselben knüpfen;
kein Wunder dann, daß in dem so gewonnenen Gedankenmaterial eben diese Elemente sich besonders häufig wiederfinden. Ich könnte diesen Einwand nicht gelten lassen, werde
aber selbst etwas ihm ähnlich Klingendes zur Sprache bringen: Unter den Gedanken, welche die Analyse zu Tage fördert, finden sich viele, die dem Kern des Traumes fernerstehen, und die sich wie künstliche Einschaltungen zu einem
gewissen Zweck ausnehmen. Der Zweck derselben ergibt sich
leicht; gerade sie stellen eine Verbindung, oft eine gezwungene und gesuchte Verbindung, zwischen Trauminhalt und
Traumgedanken her, und wenn diese Elemente aus der Analyse ausgemerzt würden, entfiele für die Bestandteile des
Trauminhaltes oftmals nicht nur die Überdeterminierung,
sondern überhaupt eine genügende Determinierung durch
die Traumgedanken. Wir werden so zum Schlusse geleitet,
daß die mehrfache Determinierung, die für die Traumauswahl entscheidet, wohl nicht immer ein primäres Moment
der Traumbildung, sondern oft ein sekundäres Ergebnis einer
uns noch unbekannten psychischen Macht ist. Sie muß aber
bei alledem für das Eintreten der einzelnen Elemente in den
Traum von Bedeutung sein, denn wir können beobachten,
daß sie mit einem gewissen Aufwand hergestellt wird, wo sie
sich aus dem Traummaterial nicht ohne Nachhilfe ergibt.
Es liegt nun der Einfall nahe, daß bei der Traumarbeit eine
psychische Macht sich äußert, die einerseits die psychisch
hochwertigen Elemente ihrer Intensität entkleidet und anderseits auf dem Wege der Überdeterminierung aus minderwertigen
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neue Wertigkeiten schafft, die dann in den Trauminhalt gelangen. Wenn das so zugeht, so hat bei der Traumbildung eine
Übertragung und Verschiebung der psychischen Intensitäten der
einzelnen Elemente stattgefunden, als deren Folge die Textverschiedenheit von Trauminhalt und Traumgedanken erscheint.
Der Vorgang, den wir so supponieren, ist geradezu das wesentliche Stück der Traumarbeit; er verdient den Namen der
Traumverschiebung. Traumverschiebung und Traumverdichtung
sind die beiden Werkmeister, deren Tätigkeit wir die Gestaltung des Traumes hauptsächlich zuschreiben dürfen.
Ich denke, wir haben es auch leicht, die psychische Macht,
die sich in den Tatsachen der Traumverschiebung äußert, zu
erkennen. Der Erfolg dieser Verschiebung ist, daß der
Trauminhalt dem Kerne der Traumgedanken nicht mehr
gleich sieht, daß der Traum nur eine Entstellung des Traumwunsches im Unbewußten wiedergibt. Die Traumentstellung
aber ist uns bereits bekannt; wir haben sie auf die Zensur zurückgeführt, welche die eine psychische Instanz im Gedankenleben gegen eine andere ausübt. Die Traumverschiebung
ist eines der Hauptmittel zur Erzielung dieser Entstellung. Is
fecit, cui profuit. Wir dürfen annehmen, daß die Traumverschiebung durch den Einfluß jener Zensur, der endopsychi-
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schen Abwehr, zu stande kommt
.
In welcher Weise die Momente der Verschiebung, Verdichtung und Überdeterminierung bei der Traumbildung ineinander spielen, welches der übergeordnete und welches der
nebensächliche Faktor wird, das würden wir späteren Untersuchungen vorbehalten. Vorläufig können wir als eine zweite
Bedingung, der die in den Traum gelangenden Elemente ge-
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SIGMUND FREUD
nügen müssen, angeben, daß sie der Zensur des Widerstandes
entzogen seien. Die Traumverschiebung aber wollen wir von
nun an als unzweifelhafte Tatsache bei der Traumdeutung in
Rechnung ziehen.
C) DIE DARSTELLUNGSMITTEL
DES TRAUMES
Außer den beiden Momenten der Traumverdichtung und
Traumverschiebung, die wir bei der Verwandlung des latenten
Gedankenmaterials in den manifesten Trauminhalt als wirksam aufgefunden haben, werden wir bei der Fortführung dieser Untersuchung noch zwei weiteren Bedingungen begegnen, die unzweifelhaften Einfluß auf die Auswahl des in den
Traum gelangenden Materials üben. Vorher möchte ich,
selbst auf die Gefahr hin, daß wir auf unserem Wege halt zu
machen scheinen, einen ersten Blick auf die Vorgänge bei der
Ausführung der Traumdeutung werfen. Ich verhehle mir
nicht, daß es am ehesten gelingen würde, dieselben klarzustellen und ihre Zuverlässigkeit gegen Einwendungen zu sichern, wenn ich einen einzelnen Traum zum Muster nähme,
seine Deutung entwickle, wie ich es im Abschnitt II bei dem
Traume von Irmas Injektion gezeigt habe, dann aber die
Traumgedanken, die ich aufgedeckt habe, zusammenstelle,
und nun die Bildung des Traumes aus ihnen rekonstruiere,
also die Analyse der Träume durch eine Synthese derselben
ergänze. Diese Arbeit habe ich an mehreren Beispielen zu
meiner eigenen Belehrung vollzogen; ich kann sie aber hier
nicht aufnehmen, weil mannigfache und von jedem billig
Denkenden gutzuheißende Rücksichten auf das psychische
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DIE TRAUMDEUTUNG
Material zu dieser Demonstration mich daran verhindern. Bei
der Analyse der Träume störten diese Rücksichten weniger,
denn die Analyse durfte unvollständig sein und behielt ihren
Wert, wenn sie auch nur ein Stück weit in das Gewebe des
Traumes hineinführte. Von der Synthese wüßte ich es nicht
anders, als daß sie, um zu überzeugen, vollständig sein muß.
Eine vollständige Synthese könnte ich nur von Träumen solcher Personen geben, die dem lesenden Publikum unbekannt
sind. Da aber nur Patienten, Neurotiker, mir dazu die Mittel
bieten, so muß dies Stück Darstellung des Traumes einen
Aufschub erfahren, bis ich – an anderer Stelle – die psychologische Aufklärung der Neurosen so weit führen kann, daß
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der Anschluß an unser Thema herzustellen ist
.
Aus meinen Versuchen, Träume aus den Traumgedanken
synthetisch herzustellen, weiß ich, daß das bei der Deutung
sich ergebende Material von verschiedenartigem Werte ist.
Den einen Teil desselben bilden die wesentlichen Traumgedanken, die also den Traum voll ersetzen und allein zu dessen Ersatz hinreichen würden, wenn es für den Traum keine
Zensur gäbe. Den anderen Teil kann man unter dem Namen
"Kollateralen" zusammenfassen; in ihrer Gesamtheit stellen
sie die Wege dar, auf denen der wirkliche Wunsch, der sich
aus den Traumgedanken erhebt, in den Traumwunsch übergeführt wird. Von diesen "Kollateralen" besteht ein erster
Anteil aus Anknüpfungen an die eigentlichen Traumgedanken, welche, schematisch genommen, Verschiebungen vom
Wesentlichen aufs Nebensächliche entsprechen. Ein zweiter
Anteil umfaßt die Gedanken, welche diese durch Verschiebung bedeutsam gewordenen, nebensächlichen Materialien
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unter sich verbinden und von ihnen bis zum Trauminhalt
reichen. Ein dritter Anteil endlich enthält die Einfälle und
Gedankenverbindungen, durch die man bei der Deutungsarbeit vom Trauminhalt zu den mittleren Kollateralen gerät,
und die nicht notwendig sämtlich auch bei der Traumbildung
beteiligt gewesen sein müssen.
Uns interessieren an dieser Stelle ausschließlich die wesentlichen Traumgedanken. Diese enthüllen sich zumeist als
ein Komplex von Gedanken und Erinnerungen vom allerverwickeltsten Aufbau mit allen Eigenschaften der uns aus dem
Wachen bekannten Gedankengänge. Nicht selten sind es Gedankenzüge, die von mehr als einem Zentrum ausgehen, aber
der Berührungspunkte nicht entbehren; fast regelmäßig steht
neben einem Gedankengang sein kontradiktorisches Widerspiel, durch Kontrastassoziation mit ihm verbunden.
Die einzelnen Stücke dieses komplizierten Gebildes stehen natürlich in den mannigfaltigsten logischen Relationen
zueinander. Sie bilden Vorder- und Hintergrund, Abschweifungen und Erläuterungen, Bedingungen, Beweisgänge und
Einsprüche. Wenn dann die ganze Masse dieser Traumgedanken der Pressung der Traumarbeit unterliegt, wobei die Stücke
gedreht, zerbröckelt und zusammengeschoben werden, etwa
wie treibendes Eis, so entsteht die Frage, was aus den logischen
Banden wird, welche bishin das Gefüge gebildet hatten. Welche Darstellung erfahren im Traume das "Wenn, weil, gleichwie, obgleich, entweder – oder" und alle anderen Konjunktionen, ohne die wir Satz und Rede nicht verstehen können?
Man muß zunächst darauf antworten, der Traum hat für
diese logischen Relationen unter den Traumgedanken keine
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