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Die Traumdeutung

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DIE TRAUMDEUTUNG
durch sie die Rede über die Erziehung, die noch mehr Zusam­menhang mit den Traumgedanken aufweist, da sie so nahe an die später geäußerten Besorgnisse meiner Frau rührt. So fin­det selbst meine Angst, daß N. mit den Bemerkungen über die Erziehungsschwierigkeiten bei den Buben recht behalten mö­ge, Eingang in den Trauminhalt, indem sie sich hinter der Darstellung meines Wunsches, daß ich mit solchen Befürch­tungen unrecht haben möge, verbirgt. Dieselbe Phantasie dient unverändert der Darstellung beider gegensätzlichen Glieder der Alternative.
VI. Marcinowski: "Heute früh erlebte ich zwischen Traum
und Wachen eine sehr hübsche Wortverdichtung. Im Ablauf einer Fülle von kaum erinnerbaren Traumbruchstücken stutzte ich gewissermaßen über ein Wort, das ich halb wie ge­schrieben, halb wie gedruckt vor mir sehe. Es lautet: 'erzefi- lisch' und gehört zu einem Satz, der außerhalb jedes Zusam­menhanges völlig isoliert in mein bewußtes Erinnern hinüberglitt; er lautete: 'Das wirkt erzefilisch auf die Ge­schlechtsempfindung.' Ich wußte sofort, daß es eigentlich 'er­zieherisch' heißen solle, schwankte auch einige Male hin und her, ob es nicht richtiger 'erzifilisch' hieße. Dabei fiel mir das Wort Syphilis ein, und ich zerbrach mir, noch im Halbschlaf zu analysieren beginnend, den Kopf, wie das wohl in meinen Traum hineinkäme, da ich weder persönlich noch von Berufs wegen irgend welche Berührungspunkte mit dieser Krank­heit habe. Dann fiel mir ein 'erzehlerisch', das e erklärend, und zu gleicher Zeit erklärend, daß ich gestern abend von unserer 'Erzieherin' veranlaßt wurde, über das Problem der Prostitution zu sprechen, und ich hatte ihr dabei tatsächlich,
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um 'erzieherisch' auf ihr nicht ganz normal entwickeltes Empfindungsleben einzuwirken, das Buch von Hesse 'Über die Prostitution' gegeben, nachdem ich ihr mancherlei über das Problem erzählt hatte. Und nun wurde mir auf einmal klar, daß das Wort 'Syphilis' nicht im wörtlichen Sinne zu nehmen sei, sondern für Gift stand, in Beziehung natürlich zum Geschlechtsleben. Der Satz lautet also in der Überset­zung ganz logisch: 'Durch meine Erzählung habe ich auf mei­ne Erzieherin erzieherisch auf deren Empfindungsleben ein­wirken wollen, aber habe die Befürchtung, daß es zu gleicher Zeit vergiftend wirken könne.' Erzefilisch = erzäh– (erzieh–) (erzifilisch)."
Die Wortverbildungen des Traumes ähneln sehr den bei
der Paranoia bekannten, die aber auch bei Hysterie und Zwangsvorstellungen nicht vermißt werden. Die Sprach­künste der Kinder, die zu gewissen Zeiten die Worte tatsäch­lich wie Objekte behandeln, auch neue Sprachen und artefizi­elle Wortfügungen erfinden, sind für den Traum wie für die Psychoneurosen hier die gemeinsame Quelle.
Wo in einem Traume Reden vorkommen, die ausdrücklich
als solche von Gedanken unterschieden werden, da gilt als ausnahmslose Regel, daß Traumrede von erinnerter Rede im Traummaterial abstammt. Der Wortlaut der Rede ist entwe­der unversehrt erhalten oder leise im Ausdruck verschoben; häufig ist die Traumrede aus verschiedenen Redeerinnerun­gen zusammengestückelt; der Wortlaut dabei das sich gleich gebliebene, der Sinn womöglich mehr- oder andersdeutig ver­ändert. Die Traumrede dient nicht selten als bloße Anspie-
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lung auf ein Ereignis, bei dem die erinnerte Rede vorfiel
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B) DIE VERSCHIEBUNGSARBEIT
Eine andere, wahrscheinlich nicht minder bedeutsame
Relation mußte uns bereits auffallen, während wir die Bei­spiele für die Traumverdichtung sammelten. Wir konnten be­merken, daß die Elemente, welche im Trauminhalt sich als die wesentlichen Bestandteile hervordrängen, in den Traum­gedanken keineswegs die gleiche Rolle spielen. Als Korrelat dazu kann man auch die Umkehrung dieses Satzes ausspre­chen. Was in den Traumgedanken offenbar der wesentliche Inhalt ist, braucht im Traume gar nicht vertreten zu sein. Der Traum ist gleichsam anders zentriert, sein Inhalt um andere Elemente als Mittelpunkt geordnet als die Traumgedanken. So z. B. ist im Traume von der botanischen Monographie Mit­telpunkt des Trauminhaltes offenbar das Element "bota­nisch"; in den Traumgedanken handelt es sich um die Kom­plikationen und Konflikte, die sich aus verpflichtenden Leistungen zwischen Kollegen ergeben, in weiterer Folge um den Vorwurf, daß ich meinen Liebhabereien allzu große Op­fer zu bringen pflege, und das Element "botanisch" findet in diesem Kerne der Traumgedanken überhaupt keine Stelle, wenn es nicht durch eine Gegensätzlichkeit locker damit ver­bunden ist, denn Botanik hatte niemals einen Platz unter meinen Lieblingsstudien. In dem Sapphotraume meines Pati­enten ist das Auf- und Niedersteigen, Oben- und Untensein zum Mittelpunkte gemacht; der Traum handelt aber von den Gefahren sexueller Beziehungen zu niedrig stehenden Perso­nen, so daß nur eines der Elemente der Traumgedanken, dies aber in ungebührlicher Verbreiterung, in den Trauminhalt eingegangen scheint. Ähnlich ist im Traume von den Maikä-
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fern, welcher die Beziehungen der Sexualität zur Grausam­keit zum Thema hat, zwar das Moment der Grausamkeit im Trauminhalt wieder erschienen, aber in andersartiger Ver­knüpfung und ohne Erwähnung des Sexuellen, also aus dem Zusammenhang gerissen und dadurch zu etwas Fremdem umgestaltet. In dem Onkeltraume wiederum scheint der blon­de Bart, der dessen Mittelpunkt bildet, außer aller Sinnbezie­hung zu den Größenwünschen, die wir als den Kern der Traumgedanken erkannt haben. Solche Träume machen dann mit gutem Rechte einen "verschobenen" Eindruck. Im vollen Gegensatz zu diesen Beispielen zeigt dann der Traum von Irmas Injektion, daß bei der Traumbildung die einzelnen Elemente auch wohl den Platz behaupten können, den sie in den Traumgedanken einnehmen. Die Kenntnisnahme dieser neuen, in ihrem Sinne durchaus inkonstanten Relation zwi­schen Traumgedanken und Trauminhalt ist zunächst geeig­net, unsere Verwunderung zu erregen. Wenn wir bei einem psychischen Vorgang des Normallebens finden, daß eine Vor­stellung aus mehreren anderen herausgegriffen wurde und für das Bewußtsein besondere Lebhaftigkeit erlangt hat, so pflegen wir diesen Erfolg als Beweis dafür anzusehen, daß der siegenden Vorstellung eine besonders hohe psychische Wer­tigkeit (ein gewisser Grad von Interesse) zukommt. Wir ma­chen nun die Erfahrung, daß diese Wertigkeit der einzelnen Elemente in den Traumgedanken für die Traumbildung nicht erhalten bleibt oder nicht in Betracht kommt. Es ist ja kein Zweifel darüber, welches die höchstwertigen Elemente der Traumgedanken sind; unser Urteil sagt es uns unmittelbar. Bei der Traumbildung können diese wesentlichen, mit inten-
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sivem Interesse betonten Elemente nun so behandelt werden, als ob sie minderwertig wären, und an ihre Stelle treten im Traume andere Elemente, die in den Traumgedanken sicher­lich minderwertig waren. Es macht zunächst den Eindruck,
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als käme die psychische Intensität
der einzelnen Vorstel­lungen für die Traumauswahl überhaupt nicht in Betracht, sondern bloß die mehr oder minder vielseitige Determinie­rung derselben. Nicht was in den Traumgedanken wichtig ist, kommt in den Traum, sondern was in ihnen mehrfach ent­halten, könnte man meinen; das Verständnis der Traumbil­dung wird aber durch diese Annahme nicht sehr gefördert, denn von vornherein wird man nicht glauben können, daß die beiden Momente der mehrfachen Determinierung und der eigenen Wertigkeit bei der Traumauswahl anders als gleichsinnig wirken können. Jene Vorstellungen, welche in den Traumgedanken die wichtigsten sind, werden wohl auch die am häufigsten in ihnen wiederkehrenden sein, da von ih­nen wie von Mittelpunkten die einzelnen Traumgedanken ausstrahlen. Und doch kann der Traum diese intensiv beton­ten und vielseitig unterstützten Elemente ablehnen und an­dere Elemente, denen nur die letztere Eigenschaft zukommt, in seinen Inhalt aufnehmen.
Die Überdeterminierung.
Zur Lösung dieser Schwierigkeit wird man einen anderen Eindruck verwenden, den man bei der Untersuchung der Überdeterminierung des Trauminhaltes empfangen hat. Viel­leicht hat schon mancher Leser dieser Untersuchung bei sich geurteilt, die Überdeterminierung der Traumelemente sei kein bedeutsamer Fund, weil sie ein selbstverständlicher ist.
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Man geht ja bei der Analyse von den Traumelementen aus und verzeichnet alle Einfälle, die sich an dieselben knüpfen; kein Wunder dann, daß in dem so gewonnenen Gedanken­material eben diese Elemente sich besonders häufig wieder­finden. Ich könnte diesen Einwand nicht gelten lassen, werde aber selbst etwas ihm ähnlich Klingendes zur Sprache brin­gen: Unter den Gedanken, welche die Analyse zu Tage för­dert, finden sich viele, die dem Kern des Traumes fernerste­hen, und die sich wie künstliche Einschaltungen zu einem gewissen Zweck ausnehmen. Der Zweck derselben ergibt sich leicht; gerade sie stellen eine Verbindung, oft eine gezwunge­ne und gesuchte Verbindung, zwischen Trauminhalt und Traumgedanken her, und wenn diese Elemente aus der Ana­lyse ausgemerzt würden, entfiele für die Bestandteile des Trauminhaltes oftmals nicht nur die Überdeterminierung, sondern überhaupt eine genügende Determinierung durch die Traumgedanken. Wir werden so zum Schlusse geleitet, daß die mehrfache Determinierung, die für die Traumaus­wahl entscheidet, wohl nicht immer ein primäres Moment der Traumbildung, sondern oft ein sekundäres Ergebnis einer uns noch unbekannten psychischen Macht ist. Sie muß aber bei alledem für das Eintreten der einzelnen Elemente in den Traum von Bedeutung sein, denn wir können beobachten, daß sie mit einem gewissen Aufwand hergestellt wird, wo sie sich aus dem Traummaterial nicht ohne Nachhilfe ergibt.
Es liegt nun der Einfall nahe, daß bei der Traumarbeit eine psychische Macht sich äußert, die einerseits die psychisch hochwertigen Elemente ihrer Intensität entkleidet und ander­seits auf dem Wege der Überdeterminierung aus minderwertigen
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neue Wertigkeiten schafft, die dann in den Trauminhalt gelan­gen. Wenn das so zugeht, so hat bei der Traumbildung eine Übertragung und Verschiebung der psychischen Intensitäten der einzelnen Elemente stattgefunden, als deren Folge die Textver­schiedenheit von Trauminhalt und Traumgedanken erscheint. Der Vorgang, den wir so supponieren, ist geradezu das wesent­liche Stück der Traumarbeit; er verdient den Namen der Traumverschiebung. Traumverschiebung und Traumverdichtung sind die beiden Werkmeister, deren Tätigkeit wir die Gestal­tung des Traumes hauptsächlich zuschreiben dürfen.
Ich denke, wir haben es auch leicht, die psychische Macht, die sich in den Tatsachen der Traumverschiebung äußert, zu erkennen. Der Erfolg dieser Verschiebung ist, daß der Trauminhalt dem Kerne der Traumgedanken nicht mehr gleich sieht, daß der Traum nur eine Entstellung des Traum­wunsches im Unbewußten wiedergibt. Die Traumentstellung aber ist uns bereits bekannt; wir haben sie auf die Zensur zu­rückgeführt, welche die eine psychische Instanz im Gedan­kenleben gegen eine andere ausübt. Die Traumverschiebung ist eines der Hauptmittel zur Erzielung dieser Entstellung. Is fecit, cui profuit. Wir dürfen annehmen, daß die Traumver­schiebung durch den Einfluß jener Zensur, der endopsychi-
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schen Abwehr, zu stande kommt
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In welcher Weise die Momente der Verschiebung, Ver­dichtung und Überdeterminierung bei der Traumbildung in­einander spielen, welches der übergeordnete und welches der nebensächliche Faktor wird, das würden wir späteren Unter­suchungen vorbehalten. Vorläufig können wir als eine zweite Bedingung, der die in den Traum gelangenden Elemente ge-
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nügen müssen, angeben, daß sie der Zensur des Widerstandes entzogen seien. Die Traumverschiebung aber wollen wir von
nun an als unzweifelhafte Tatsache bei der Traumdeutung in Rechnung ziehen.
C) DIE DARSTELLUNGSMITTEL
DES TRAUMES
Außer den beiden Momenten der Traumverdichtung und Traumverschiebung, die wir bei der Verwandlung des latenten Gedankenmaterials in den manifesten Trauminhalt als wirk­sam aufgefunden haben, werden wir bei der Fortführung die­ser Untersuchung noch zwei weiteren Bedingungen begeg­nen, die unzweifelhaften Einfluß auf die Auswahl des in den Traum gelangenden Materials üben. Vorher möchte ich, selbst auf die Gefahr hin, daß wir auf unserem Wege halt zu machen scheinen, einen ersten Blick auf die Vorgänge bei der Ausführung der Traumdeutung werfen. Ich verhehle mir nicht, daß es am ehesten gelingen würde, dieselben klarzu­stellen und ihre Zuverlässigkeit gegen Einwendungen zu si­chern, wenn ich einen einzelnen Traum zum Muster nähme, seine Deutung entwickle, wie ich es im Abschnitt II bei dem Traume von Irmas Injektion gezeigt habe, dann aber die Traumgedanken, die ich aufgedeckt habe, zusammenstelle, und nun die Bildung des Traumes aus ihnen rekonstruiere, also die Analyse der Träume durch eine Synthese derselben ergänze. Diese Arbeit habe ich an mehreren Beispielen zu meiner eigenen Belehrung vollzogen; ich kann sie aber hier nicht aufnehmen, weil mannigfache und von jedem billig Denkenden gutzuheißende Rücksichten auf das psychische
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Material zu dieser Demonstration mich daran verhindern. Bei der Analyse der Träume störten diese Rücksichten weniger, denn die Analyse durfte unvollständig sein und behielt ihren Wert, wenn sie auch nur ein Stück weit in das Gewebe des Traumes hineinführte. Von der Synthese wüßte ich es nicht anders, als daß sie, um zu überzeugen, vollständig sein muß. Eine vollständige Synthese könnte ich nur von Träumen sol­cher Personen geben, die dem lesenden Publikum unbekannt sind. Da aber nur Patienten, Neurotiker, mir dazu die Mittel bieten, so muß dies Stück Darstellung des Traumes einen Aufschub erfahren, bis ich – an anderer Stelle – die psycho­logische Aufklärung der Neurosen so weit führen kann, daß
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der Anschluß an unser Thema herzustellen ist
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Aus meinen Versuchen, Träume aus den Traumgedanken synthetisch herzustellen, weiß ich, daß das bei der Deutung sich ergebende Material von verschiedenartigem Werte ist. Den einen Teil desselben bilden die wesentlichen Traumge­danken, die also den Traum voll ersetzen und allein zu des­sen Ersatz hinreichen würden, wenn es für den Traum keine Zensur gäbe. Den anderen Teil kann man unter dem Namen "Kollateralen" zusammenfassen; in ihrer Gesamtheit stellen sie die Wege dar, auf denen der wirkliche Wunsch, der sich aus den Traumgedanken erhebt, in den Traumwunsch über­geführt wird. Von diesen "Kollateralen" besteht ein erster Anteil aus Anknüpfungen an die eigentlichen Traumgedan­ken, welche, schematisch genommen, Verschiebungen vom Wesentlichen aufs Nebensächliche entsprechen. Ein zweiter Anteil umfaßt die Gedanken, welche diese durch Verschie­bung bedeutsam gewordenen, nebensächlichen Materialien
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unter sich verbinden und von ihnen bis zum Trauminhalt reichen. Ein dritter Anteil endlich enthält die Einfälle und Gedankenverbindungen, durch die man bei der Deutungsar­beit vom Trauminhalt zu den mittleren Kollateralen gerät, und die nicht notwendig sämtlich auch bei der Traumbildung beteiligt gewesen sein müssen.
Uns interessieren an dieser Stelle ausschließlich die we­sentlichen Traumgedanken. Diese enthüllen sich zumeist als ein Komplex von Gedanken und Erinnerungen vom allerver­wickeltsten Aufbau mit allen Eigenschaften der uns aus dem Wachen bekannten Gedankengänge. Nicht selten sind es Ge­dankenzüge, die von mehr als einem Zentrum ausgehen, aber der Berührungspunkte nicht entbehren; fast regelmäßig steht neben einem Gedankengang sein kontradiktorisches Wider­spiel, durch Kontrastassoziation mit ihm verbunden.
Die einzelnen Stücke dieses komplizierten Gebildes ste­hen natürlich in den mannigfaltigsten logischen Relationen zueinander. Sie bilden Vorder- und Hintergrund, Abschwei­fungen und Erläuterungen, Bedingungen, Beweisgänge und Einsprüche. Wenn dann die ganze Masse dieser Traumgedan­ken der Pressung der Traumarbeit unterliegt, wobei die Stücke gedreht, zerbröckelt und zusammengeschoben werden, etwa wie treibendes Eis, so entsteht die Frage, was aus den logischen Banden wird, welche bishin das Gefüge gebildet hatten. Wel­che Darstellung erfahren im Traume das "Wenn, weil, gleich­wie, obgleich, entweder – oder" und alle anderen Konjunktio­nen, ohne die wir Satz und Rede nicht verstehen können?
Man muß zunächst darauf antworten, der Traum hat für diese logischen Relationen unter den Traumgedanken keine
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