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Die Traumdeutung

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DIE TRAUMDEUTUNG
ders wertvoll wird die Umkehrung aber im Dienste der Zen­sur, indem sie ein Maß von Entstellung des Darzustellenden zu stande bringt, welches das Verständnis des Traumes zu­nächst geradezu lähmt. Man darf darum, wenn ein Traum sei­nen Sinn hartnäckig verweigert, jedesmal den Versuch der Umkehrung mit bestimmten Stücken seines manifesten In­haltes wagen, worauf nicht selten alles sofort klar wird.
Neben der inhaltlichen Umkehrung ist die zeitliche nicht zu übersehen. Eine häufige Technik der Traumentstellung besteht darin, den Ausgang der Begebenheit oder den Schluß des Gedankenganges zu Eingang des Traumes darzustellen und am Ende desselben die Voraussetzungen des Schlusses oder die Ursachen des Geschehens nachzutragen. Wer nicht an dieses technische Mittel der Traumentstellung gedacht hat, steht dann der Aufgabe der Traumdeutung ratlos gegen-
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über
.
Ja in manchen Fällen erhält man den Sinn des Traumes erst, wenn man an dem Trauminhalt eine mehrfache Umkeh­rung, nach verschiedenen Relationen, vorgenommen hat. So z. B. verbirgt sich im Traume eines jungen Zwangsneurotikers die Erinnerung an den infantilen Todeswunsch gegen den ge­fürchteten Vater hinter folgendem Wortlaut: Sein Vater schimpft mit ihm, weil er so spät nach Hause kommt. Allein der Zusammenhang der psychoanalytischen Kur und die Einfälle des Träumers beweisen, daß es zunächst lauten muß: Er ist bö-
se auf den Vater und sodann, daß ihm der Vater auf alle Fälle zu früh (d. h. zu bald) nach Hause kam. Er hätte es vorgezo-
gen, daß der Vater überhaupt nicht nach Hause gekommen wäre, was mit dem Todeswunsch gegen den Vater identisch
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ist (v. S. 192). Der Träumer hatte sich nämlich als kleiner Knabe während einer längeren Abwesenheit des Vaters eine sexuelle Aggression gegen eine andere Person zu Schulden kommen lassen und war mit der Drohung gestraft worden: Na wart’, bis der Vater zurückkommt!
Die Qualitäten der Lebhaftigkeit und der Deutlichkeit.
Will man die Beziehungen zwischen Trauminhalt und Traumgedanken weiter verfolgen, so nimmt man jetzt am bes­ten den Traum selbst zum Ausgangspunkte und stellt sich die Frage, was gewisse formale Charaktere der Traumdarstellung in bezug auf die Traumgedanken bedeuten. Zu diesen forma­len Charakteren, die uns im Traume auffallen müssen, gehö­ren vor allem die Unterschiede in der sinnlichen Intensität der einzelnen Traumgebilde und in der Deutlichkeit einzel­ner Traumpartien oder ganzer Träume untereinander vergli­chen. Die Unterschiede in der Intensität der einzelnen Traumgebilde umfassen eine ganze Skala von einer Schärfe der Ausprägung, die man – wiewohl ohne Gewähr – geneigt ist, über die der Realität zu stellen, bis zu einer ärgerlichen Verschwommenheit, die man als charakteristisch für den Traum erklärt, weil sie eigentlich mit keinem der Grade der Undeutlichkeit, die wir gelegentlich an den Objekten der Re­alität wahrnehmen, vollkommen zu vergleichen ist. Gewöhn­lich bezeichnen wir überdies den Eindruck, den wir von ei­nem undeutlichen Traumobjekt empfangen, als "flüchtig", während wir von den deutlicheren Traumbildern meinen, daß sie auch durch längere Zeit der Wahrnehmung standge­halten haben. Es fragt sich nun, durch welche Bedingungen
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im Traummaterial diese Unterschiede in der Lebhaftigkeit der einzelnen Stücke des Trauminhaltes hervorgerufen wer­den.
Man hat hier zunächst gewissen Erwartungen entgegen­zutreten, die sich wie unvermeidlich einstellen. Da zu dem Material des Traumes auch wirkliche Sensationen während des Schlafes gehören können, wird man wahrscheinlich vor­aussetzen, daß diese oder die von ihnen abgeleiteten Traum­elemente im Trauminhalt durch besondere Intensität hervor­stechen, oder umgekehrt, daß, was im Traume ganz besonders lebhaft ausfällt, auf solche reale Schlafsensationen zurück­führbar sein wird. Meine Erfahrung hat dies aber niemals be­stätigt. Es ist nicht richtig, daß die Elemente des Traumes, wel­che Abkömmlinge von realen Eindrücken während des Schlafes (Nervenreizen) sind, sich vor den anderen, die aus Erinnerungen stammen, durch Lebhaftigkeit auszeichnen. Das Moment der Realität geht für die Intensitätsbestimmung der Traumbilder verloren.
Ferner könnte man an der Erwartung festhalten, daß die sinnliche Intensität (Lebhaftigkeit) der einzelnen Traumbil­der eine Beziehung habe zur psychischen Intensität der ih­nen entsprechenden Elemente in den Traumgedanken. In den letzteren fällt Intensität mit psychischer Wertigkeit zu­sammen; die intensivsten Elemente sind keine anderen als die bedeutsamsten, welche den Mittelpunkt der Traumgedanken bilden. Nun wissen wir zwar, daß gerade diese Elemente der Zensur wegen meist keine Aufnahme in den Trauminhalt finden. Aber es könnte doch sein, daß ihre sie vertretenden nächsten Abkömmlinge im Traume einen höheren Intensi-
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tätsgrad aufbringen, ohne daß sie darum das Zentrum der Traumdarstellung bilden müßten. Auch diese Erwartung wird indes durch die vergleichende Betrachtung von Traum und Traummaterial zerstört. Die Intensität der Elemente hier hat mit der Intensität der Elemente dort nichts zu schaffen; es findet zwischen Traummaterial und Traum tatsächlich eine völlige "Umwertung aller psychischen Werte" statt. Gerade in einem flüchtig hingehauchten, durch kräftigere Bilder ver­deckten Element des Traumes kann man oft einzig und allein einen direkten Abkömmling dessen entdecken, was in den Traumgedanken übermäßig dominierte.
Die Intensität der Elemente des Traumes zeigt sich anders determiniert und zwar durch zwei voneinander unabhängige Momente. Zunächst ist es leicht zu sehen, daß jene Elemente besonders intensiv dargestellt sind, durch welche die Wun­scherfüllung sich ausdrückt. Dann aber lehrt die Analyse, daß von den lebhaftesten Elementen des Traumes auch die meis­ten Gedankengänge ausgehen, daß die lebhaftesten gleichzei­tig die bestdeterminierten sind. Es ist keine Änderung des Sinnes, wenn wir den letzten empirisch gewonnenen Satz in nachstehender Form aussprechen: Die größte Intensität zei­gen jene Elemente des Traumes, für deren Bildung die ausgie­bigste Verdichtungsarbeit in Anspruch genommen wurde. Wir dürfen dann erwarten, daß diese Bedingung und die andere der Wunscherfüllung auch in einer einzigen Formel ausge­drückt werden können.
Inhaltliche Darstellung durch die Form des Traumes.
Das Problem, das ich jetzt behandelt habe, die Ursachen der größeren oder geringeren Intensität oder Deutlichkeit
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der einzelnen Traumelemente, möchte ich vor Verwechslung mit einem anderen Problem schützen, welches sich auf die verschiedene Deutlichkeit ganzer Träume oder Traumab­schnitte bezieht. Dort ist der Gegensatz von Deutlichkeit: Verschwommenheit, hier Verworrenheit. Es ist allerdings un­verkennbar, daß in beiden Skalen die steigenden und fallen­den Qualitäten einander im Vorkommen begleiten. Eine Par­tie des Traumes, die uns klar erscheint, enthält zumeist intensive Elemente; ein unklarer Traum ist im Gegenteil aus wenig intensiven Elementen zusammengesetzt. Doch ist das Problem, welches die Skala vom anscheinend Klaren bis zum Undeutlich-Verworrenen bietet, weit komplizierter als das der Lebhaftigkeitsschwankungen der Traumelemente; ja ers­teres entzieht sich aus später anzuführenden Gründen hier noch der Erörterung. In einzelnen Fällen merkt man nicht ohne Überraschung, daß der Eindruck von Klarheit oder Un­deutlichkeit, den man von einem Traume empfängt, über­haupt nichts für das Traumgefüge bedeutet, sondern aus dem Traummaterial als ein Bestandteil desselben herrührt. So er­innere ich mich an einen Traum, der mir nach dem Erwachen so besonders gut gefügt, lückenlos und klar erschien, daß ich noch in der Schlaftrunkenheit mir vorsetzte, eine neue Kate­gorie von Träumen zuzulassen, die nicht dem Mechanismus der Verdichtung und Verschiebung unterlegen waren, son­dern als "Phantasien während des Schlafens" bezeichnet wer­den durften. Nähere Prüfung ergab, daß dieser rare Traum dieselben Risse und Sprünge in seinem Gefüge zeigte wie je­der andere; ich ließ darum die Kategorie der Traumphantasi­en auch wieder fallen. Der reduzierte Inhalt des Traumes war
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aber, daß ich meinem Freunde eine schwierige und lange ge­suchte Theorie der Bisexualität vortrug, und die wunscherfül­lende Kraft des Traumes hatte es zu verantworten, daß uns diese Theorie (die übrigens im Traume nicht mitgeteilt wur­de) klar und lückenlos erschien. Was ich also für ein Urteil über den fertigen Traum gehalten hatte, war ein Stück, und zwar das wesentliche Stück des Trauminhaltes. Die Traumar­beit griff hier gleichsam in das erste wache Denken über und übermittelte mir als Urteil über den Traum jenes Stück des Traummaterials, dessen genaue Darstellung im Traume ihr nicht gelungen war. Ein vollkommenes Gegenstück hiezu er­lebte ich einmal bei einer Patientin, die einen in die Analyse gehörigen Traum zuerst überhaupt nicht erzählen wollte, "weil er so undeutlich und verworren sei", und endlich unter wiederholten Protesten gegen die Sicherheit ihrer Darstel­lung angab, es seien im Traume mehrere Personen vorgekom­men, sie, ihr Mann und ihr Vater, und als ob sie nicht gewußt hätte, ob ihr Mann ihr Vater sei oder wer eigentlich ihr Vater sei, oder so ähnlich. Die Zusammenstellung dieses Traumes mit ihren Einfällen in der Sitzung ergab als unzweifelhaft, daß es sich um die ziemlich alltägliche Geschichte eines Dienstmädchens handle, welches bekennen mußte, daß sie ein Kind erwarte, und nun Zweifel zu hören bekomme, "wer
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eigentlich der Vater (des Kindes) sei"
. Die Unklarheit, die der Traum zeigte, war also auch hier ein Stück aus dem traum­erregenden Material. Ein Stück dieses Inhaltes war in der
Form des Traumes dargestellt worden. Die Form des Traumes oder des Träumens wird in ganz überraschender Häufigkeit zur Darstellung des verdeckten Inhaltes verwendet.
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Glossen über den Traum, anscheinend harmlose Bemer­kungen zu demselben dienen oft dazu, ein Stück des Ge­träumten in der raffiniertesten Weise zu verhüllen, während sie es doch eigentlich verraten. So z. B. wenn ein Träumer äu­ßert: Hier ist der Traum verwischt, und die Analyse eine in­fantile Reminiszenz an das Belauschen einer Person ergibt, die sich nach der Defäkation reinigt. Oder in einem anderen Falle, der ausführliche Mitteilung verdient. Ein junger Mann hat einen sehr deutlichen Traum, der ihn an bewußt geblie­bene Phantasien seiner Knabenjahre mahnt: Er befinde sich abends in einem Sommerhotel, irrt sich in der Zimmernum­mer und kommt in einen Raum, in dem sich eine ältere Dame und ihre zwei Töchter entkleiden, um zu Bette zu gehen. Er setzt fort: Dann sind einige Lücken im Traum, da fehlt etwas, und am Ende war ein Mann im Zimmer, der mich hinauswer­fen wollte, mit dem ich ringen mußte. Er bemüht sich verge­bens, den Inhalt und die Absicht jener knabenhaften Phanta­sie zu erinnern, auf die der Traum offenbar anspielt. Aber man wird endlich aufmerksam, daß der gesuchte Inhalt durch die Äußerung über die undeutliche Stelle des Traumes bereits gegeben ist. Die "Lücken" sind die Genitalöffnungen der zu Bette gehenden Frauen; "da fehlt etwas" beschreibt den Hauptcharakter des weiblichen Genitales. Er brannte in je­nen jungen Jahren vor Wißbegierde, ein weibliches Genitale zu sehen und war noch geneigt, an der infantilen Sexualtheo­rie, die dem Weibe ein männliches Glied zuschreibt, festzu­halten.
In ganz ähnliche Form kleidete sich eine analoge Remi­niszenz eines anderen Träumers ein. Er träumt: Ich gehe mit
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Frl. K. in das Volksgartenrestaurant . . . dann kommt eine dunk­le Stelle, eine Unterbrechung . . . dann befinde ich mich in ei-
nem Bordellsalon, in dem ich zwei oder drei Frauen sehe, eine in Hemd und Höschen.
Analyse: Frl. K. ist die Tochter seines früheren Chefs, wie er
selbst zugibt, ein Schwesterersatz. Er hatte nur selten Gele­genheit, mit ihr zu sprechen, aber einmal fiel eine Unterhal­tung zwischen ihnen vor, in der "man sich gleichsam in sei­ner Geschlechtlichkeit erkannte, als ob man sagen würde: Ich bin ein Mann und du ein Weib". Im angegebenen Restaurant war er nur einmal in Begleitung der Schwester seines Schwa­gers, eines Mädchens, das ihm vollkommen gleichgültig war. Ein andermal begleitete er eine Gesellschaft von drei Damen bis zum Eingang in dieses Restaurant. Die Damen waren sei­ne Schwester, seine Schwägerin und die bereits erwähnte Schwester seines Schwagers, alle drei ihm höchst gleichgültig, aber alle drei der Schwesterreihe angehörig. Ein Bordell hat er nur selten besucht, vielleicht zwei- oder dreimal in seinem Leben.
Die Deutung stützte sich auf die "dunkle Stelle", "Unter- brechung" im Traume und behauptete, daß er in knabenhafter Wißbegierde einigemale, allerdings nur selten, das Genitale seiner um einige Jahre jüngeren Schwester inspiziert habe. Ei­nige Tage später stellte sich die bewußte Erinnerung an die vom Traume angedeutete Untat ein.
Alle Träume derselben Nacht gehören ihrem Inhalt nach zu dem nämlichen Ganzen; ihre Sonderung in mehrere Stü­cke, deren Gruppierung und Anzahl, all das ist sinnreich und darf als ein Stück Mitteilung aus den latenten Traumgedan-
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ken aufgefaßt werden. Bei der Deutung von Träumen, die aus mehreren Hauptstücken bestehen, oder überhaupt solchen, die derselben Nacht angehören, darf man auch an die Mög­lichkeit nicht vergessen, daß diese verschiedenen und aufein­anderfolgenden Träume dasselbe bedeuten, die nämlichen Regungen in verschiedenem Material zum Ausdruck bringen. Der zeitlich vorangehende dieser homologen Träume ist dann häufig der entstelltere schüchterne, der nachfolgende ist dreister und deutlicher.
Schon der biblische Traum des Pharao von den Ähren und von den Kühen, den Josef deutete, war von dieser Art. Er fin­det sich bei Josephus (Jüdische Altertümer, Buch II, Kap. 5 und 6) ausführlicher als in der Bibel berichtet. Nachdem der König den ersten Traum erzählt hat, sagt er: "Nach diesem ersten Traumgesicht wachte ich beunruhigt auf und dachte nach, was dasselbe wohl bedeuten möge, schlief jedoch hierü­ber allmählich wieder ein und hatte nun einen noch viel selt­sameren Traum, der mich noch mehr in Furcht und Verwir­rung gesetzt hat." Nach Anhören der Traumerzählung sagt Josef: "Dein Traum, o König, ist dem Anschein nach wohl ein zweifacher, allein beide Gesichte haben nur eine Bedeutung."
Fortschreitende Deutlichkeit aufeinanderfolgender Traum­bilder.
Jung, der in seinem "Beitrag zur Psychologie des Gerüch­tes" erzählt, wie der versteckt erotische Traum eines Schul­mädchens von ihren Freundinnen ohne Deutung verstanden und in Abänderungen weitergeführt wurde, bemerkt zu einer dieser Traumerzählungen, "daß der Schlußgedanke einer langen Reihe von Traumbildern genau das enthält, was schon
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im ersten Bild der Serie darzustellen versucht worden war. Die Zensur schiebt den Komplex so lange wie möglich weg durch immer wieder erneute symbolische Verdeckungen, Verschiebungen, Wendungen ins Harmlose usw." (l. c. p. 87). Scherner hat diese Eigentümlichkeit der Traumdarstellung gut gekannt und beschreibt sie im Anschluß an seine Lehre von den Organreizen als ein besonderes Gesetz (p. 166). "Endlich aber beobachtet die Phantasie in allen von bestimm­ten Nervenreizen ausgehenden symbolischen Traumbildun­gen das gemeingültige Gesetz, daß sie bei Beginn des Traumes nur in den fernsten und freiesten Andeutungen des Reizob­jektes malt, am Schlusse aber, wo der malerische Erguß sich erschöpft hatte, den Reiz selbst respektive sein betreffendes Organ oder dessen Funktion in Nacktheit hinstellt, womit der Traum seinen organischen Anlaß selbst bezeichnend, das En­de erreicht – – –."
Eine schöne Bestätigung dieses Schernerschen Gesetzes hat Otto Rank in seiner Arbeit: "Ein Traum, der sich selbst deutet" geliefert. Der von ihm dort mitgeteilte Traum eines Mädchens setzte sich aus zwei auch zeitlich gesonderten Träumen einer Nacht zusammen, von denen der zweite mit einer Pollution abschloß. Dieser Pollutionstraum gestattete eine bis ins einzelne durchgeführte Deutung unter weitge­hendem Verzicht auf die Beiträge der Träumerin und die Fül­le der Beziehungen zwischen den beiden Trauminhalten er­möglichte es zu erkennen, daß der erste Traum in schüchterner Darstellung dasselbe zum Ausdruck bringe wie der zweite, so daß dieser, der Pollutionstraum, zur vollen Auf­klärung des ersteren verholfen hatte. Rank erörtert von die-
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