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ivanov666
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Файл:Die Traumdeutung
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DIE TRAUMDEUTUNG
Mittel der Darstellung zur Verfügung. Zumeist läßt er all
diese Konjunktionen unberücksichtigt und übernimmt nur
den sachlichen Inhalt der Traumgedanken zur Bearbeitung.
Der Traumdeutung bleibt es überlassen, den Zusammenhang
wieder herzustellen, den die Traumarbeit vernichtet hat.
Es muß am psychischen Material liegen, in dem der Traum
gearbeitet ist, wenn ihm diese Ausdrucksfähigkeit abgeht. In
einer ähnlichen Beschränkung befinden sich ja die darstellenden Künste, Malerei und Plastik, im Vergleich zur Poesie,
die sich der Rede bedienen kann, und auch hier liegt der
Grund des Unvermögens in dem Material, durch dessen Bearbeitung die beiden Künste etwas zum Ausdruck zu bringen
streben. Ehe die Malerei zur Kenntnis der für sie gültigen Gesetze des Ausdruckes gekommen war, bemühte sie sich noch,
diesen Nachteil auszugleichen. Aus dem Munde der gemalten
Personen ließ man auf alten Bildern Zettelchen heraushängen, welche als Schrift die Rede brachten, die im Bilde darzustellen der Maler verzweifelte.
Die Darstellung der logischen Relationen.
Vielleicht wird sich hier ein Einwand erheben, der für den
Traum den Verzicht auf die Darstellung logischer Relationen
bestreitet. Es gibt ja Träume, in welchen die kompliziertesten
Geistesoperationen vor sich gehen, begründet und widersprochen, gewitzelt und verglichen wird wie im wachen Denken.
Allein auch hier trügt der Schein; wenn man auf die Deutung
solcher Träume eingeht, erfährt man, daß dies alles Traum-
material ist, nicht Darstellung intellektueller Arbeit im Traume.
Der Inhalt der Traumgedanken ist durch das scheinbare Denken des Traumes wiedergegeben, nicht die Beziehungen der
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SIGMUND FREUD
Traumgedanken zueinander, in deren Feststellung das Denken
besteht. Ich werde hiefür Beispiele erbringen. Am leichtesten
ist es aber zu konstatieren, daß alle Reden, die in Träumen
vorkommen und die ausdrücklich als solche bezeichnet werden, unveränderte oder nur wenig modifizierte Nachbildungen von Reden sind, die sich ebenso in den Erinnerungen des
Traummaterials vorfinden. Die Rede ist oft nur eine Anspielung auf ein in den Traumgedanken enthaltenes Ereignis; der
Sinn des Traumes ein ganz anderer.
Allerdings werde ich nicht bestreiten, daß auch kritische
Denkarbeit, die nicht einfach Material aus den Traumgedanken wiederholt, ihren Anteil an der Traumbildung nimmt.
Den Einfluß dieses Faktors werde ich zu Ende dieser Erörterung beleuchten müssen. Es wird sich dann ergeben, daß diese Denkarbeit nicht durch die Traumgedanken, sondern
durch den in gewissem Sinne bereits fertigen Traum hervorgerufen wird.
Es bleibt also vorläufig dabei, daß die logischen Relationen zwischen den Traumgedanken im Traume eine besondere Darstellung nicht finden. Wo sich z. B. Widerspruch im
Traume findet, da ist es entweder Widerspruch gegen den
Traum oder Widerspruch aus dem Inhalt eines der Traumgedanken; einem Widerspruch zwischen den Traumgedanken
entspricht der Widerspruch im Traume nur in höchst indirekt vermittelter Weise.
Wie es aber endlich der Malerei gelungen ist, wenigstens
die Redeabsicht der dargestellten Personen, Zärtlichkeit,
Drohung, Verwarnung u. dgl. anders zum Ausdruck zu bringen als durch den flatternden Zettel, so hat sich auch für den
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DIE TRAUMDEUTUNG
Traum die Möglichkeit ergeben, einzelnen der logischen Relationen zwischen seinen Traumgedanken durch eine zugehörige Modifikation der eigentümlichen Traumdarstellung
Rücksicht zuzuwenden. Man kann die Erfahrung machen,
daß die verschiedenen Träume in dieser Berücksichtigung
verschieden weit gehen; während sich der eine Traum über
das logische Gefüge seines Materials völlig hinaussetzt, sucht
ein anderer dasselbe möglichst vollständig anzudeuten. Der
Traum entfernt sich hierin mehr oder weniger weit von dem
ihm zur Bearbeitung vorliegenden Text. Ähnlich wechselnd
benimmt sich der Traum übrigens auch gegen das zeitliche
Gefüge der Traumgedanken, wenn ein solches im Unbewußten hergestellt ist (wie z. B. im Traume von Irmas Injektion).
Durch welche Mittel vermag aber die Traumarbeit die
schwer darstellbaren Relationen im Traummaterial anzudeuten? Ich werde versuchen, sie einzeln aufzuzählen.
Zunächst wird der Traum dem unleugbar vorhandenen
Zusammenhang zwischen allen Stücken der Traumgedanken
dadurch im ganzen gerecht, daß er dieses Material in einer
Zusammenfassung als Situation oder Vorgang vereinigt. Er
gibt logischen Zusammenhang wieder als Gleichzeitigkeit; er
verfährt darin ähnlich wie der Maler, der alle Philosophen
oder Dichter zum Bilde einer Schule von Athen oder des
Parnaß zusammenstellt, die niemals in einer Halle oder auf
einem Berggipfel beisammen gewesen sind, wohl aber für die
denkende Betrachtung eine Gemeinschaft bilden.
Diese Darstellungsweise setzt der Traum ins einzelne fort.
So oft er zwei Elemente nahe beieinander zeigt, bürgt er für
einen besonders innigen Zusammenhang zwischen ihren
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SIGMUND FREUD
Entsprechenden in den Traumgedanken. Es ist wie in unserem Schriftsystem: ab bedeutet, daß die beiden Buchstaben in
einer Silbe ausgesprochen werden sollen, a und b nach einer
freien Lücke läßt a als den letzten Buchstaben des einen Wortes und b als den ersten eines anderen Wortes erkennen.
Demzufolge bilden sich die Traumkombinationen nicht aus
beliebigen, völlig disparaten Bestandteilen des Traummaterials, sondern aus solchen, die auch in den Traumgedanken in
innigerem Zusammenhang stehen.
Darstellung der Kausalbeziehung und der Alternative.
Die Kausalbeziehungen darzustellen, hat der Traum zwei
Verfahren, die im Wesen auf dasselbe hinauslaufen. Die häufigere Darstellungsweise, wenn die Traumgedanken etwa lauten: Weil dies so und so war, mußte dies und jenes geschehen,
besteht darin, den Nebensatz als Vortraum zu bringen und
dann den Hauptsatz als Haupttraum anzufügen. Wenn ich
recht gedeutet habe, kann die Zeitfolge auch die umgekehrte
sein. Stets entspricht dem Hauptsatz der breiter ausgeführte
Teil des Traumes.
Ein schönes Beispiel von solcher Darstellung der Kausalität hat mir einmal eine Patientin geliefert, deren Traum ich
späterhin vollständig mitteilen werde (p. 258 f.). Er bestand
aus einem kurzen Vorspiel und einem sehr weitläufigen
Traumstück, das in hohem Grade zentriert war und etwa
überschrieben werden konnte: Durch die Blume. Der Vortraum lautete so: Sie geht in die Küche zu den beiden Mägden
und tadelt sie, daß sie nicht fertig werden "mit dem Bissel Essen".
Dabei sieht sie sehr viel grobes Küchengeschirr zum Abtropfen
umgestürzt in der Küche stehen, und zwar in Haufen aufeinan-
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DIE TRAUMDEUTUNG
der gestellt. Die beiden Mägde gehen Wasser holen und müssen
dabei wie in einen Fluß steigen, der bis ans Haus oder in den Hof
reicht.
Dann folgt der Haupttraum, der sich so einleitet: Sie steigt
von hoch herab, über eigentümlich gebildete Geländer, und freut
sich, daß ihr Kleid dabei nirgends hängen bleibt usw. Der Vor-
traum bezieht sich nun auf das elterliche Haus der Dame. Die
Worte in der Küche hat sie wohl oft so von ihrer Mutter gehört. Die Haufen von rohem Geschirr stammen aus der einfachen Geschirrhandlung, die sich in demselben Hause befand.
Der zweite Teil des Traumes enthält eine Anspielung auf den
Vater, der sich viel mit Dienstmädchen zu schaffen machte
und dann bei einer Überschwemmung – das Haus stand nahe am Ufer des Flusses – sich eine tödliche Erkrankung holte.
Der Gedanke, der sich hinter diesem Vortraume verbirgt,
heißt also: Weil ich aus diesem Hause, aus so kleinlichen und
unerquicklichen Verhältnissen stamme. Der Haupttraum
nimmt denselben Gedanken wieder auf und bringt ihn in
durch Wunscherfüllung verwandelter Form: Ich bin von hoher Abkunft. Eigentlich also: Weil ich von so niedriger Abkunft bin, war mein Lebenslauf so und so.
Soviel ich sehe, bedeutet eine Teilung des Traumes in zwei
ungleiche Stücke nicht jedesmal eine kausale Beziehung zwischen den Gedanken der beiden Stücke. Oft scheint es, als ob
in den beiden Träumen dasselbe Material von verschiedenen
Gesichtspunkten aus dargestellt würde; sicherlich gilt dies für
die in eine Pollution auslaufende Traumreihe einer Nacht, in
welcher das somatische Bedürfnis sich einen fortschreitend
deutlicheren Ausdruck erzwingt. Oder die beiden Träume
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SIGMUND FREUD
sind aus gesonderten Zentren im Traummaterial hervorgegangen und überschneiden einander im Inhalt, so daß in dem
einen Traum Zentrum ist, was im anderen als Andeutung
mitwirkt und umgekehrt. In einer gewissen Anzahl von Träumen bedeutet aber die Spaltung in kürzeren Vor- und längeren Nachtraum tatsächlich kausale Beziehung zwischen beiden Stücken. Die andere Darstellungsweise des
Kausalverhältnisses findet Anwendung bei minder umfangreichem Material und besteht darin, daß ein Bild im Traume,
sei es einer Person oder einer Sache, sich in ein anderes verwandelt. Nur wo wir diese Verwandlung im Traume vor sich
gehen sehen, wird der kausale Zusammenhang ernstlich behauptet; nicht wo wir bloß merken, es sei an Stelle des einen
jetzt das andere gekommen. Ich sagte, die beiden Verfahren,
Kausalbeziehung darzustellen, liefen auf dasselbe hinaus; in
beiden Fällen wird die Verursachung dargestellt durch ein
Nacheinander, einmal durch das Aufeinanderfolgen der Träume, das andere Mal durch die unmittelbare Verwandlung eines Bildes in ein anderes. In den allermeisten Fällen freilich
wird die Kausalrelation überhaupt nicht dargestellt, sondern
fällt unter das auch im Traumvorgang unvermeidliche Nacheinander der Elemente.
Die Alternative "Entweder – Oder" kann der Traum überhaupt nicht ausdrücken; er pflegt die Glieder derselben wie
gleichberechtigt in einen Zusammenhang aufzunehmen. Ein
klassisches Beispiel hiefür enthält der Traum von Irmas Injektion. In dessen latenten Gedanken heißt es offenbar: Ich bin
unschuldig an dem Fortbestand von Irmas Schmerzen; die
Schuld liegt entweder an ihrem Sträuben gegen die Annahme
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DIE TRAUMDEUTUNG
der Lösung oder daran, daß sie unter ungünstigen sexuellen
Bedingungen lebt, die ich nicht ändern kann, oder ihre
Schmerzen sind überhaupt nicht hysterischer, sondern organischer Natur. Der Traum vollzieht aber alle diese einander
fast ausschließenden Möglichkeiten und nimmt keinen Anstoß, aus dem Traumwunsch eine vierte solche Lösung hinzuzufügen. Das Entweder – Oder habe ich dann nach der
Traumdeutung in den Zusammenhang der Traumgedanken
eingesetzt.
Wo aber der Erzähler bei der Reproduktion des Traumes
ein Entweder – Oder gebrauchen möchte: Es war entweder
ein Garten oder ein Wohnzimmer usw., da kommt in den
Traumgedanken nicht etwa eine Alternative, sondern ein
"und", eine einfache Anreihung, vor. Mit Entweder – Oder
beschreiben wir zumeist einen noch auflösbaren Charakter
von Verschwommenheit an einem Traumelement. Die Deutungsregel für diesen Fall lautet: Die einzelnen Glieder der
scheinbaren Alternative sind einander gleich zu setzen und
durch "und" zu verbinden. Ich träume z. B., nachdem ich längere Zeit vergeblich auf die Adresse meines in Italien weilenden Freundes gewartet habe, daß ich ein Telegramm erhalte,
welches mir diese Adresse mitteilt. Ich sehe sie in blauem
Druck auf den Papierstreifen des Telegrammes; das erste
Wort ist verschwommen,
etwa via,
oder Villa, das zweite deutlich: Sezerno.
oder sogar (Casa).
Das zweite Wort, das an italienische Namen anklingt, und
mich an unsere etymologischen Besprechungen erinnert,
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SIGMUND FREUD
drückt auch meinen Ärger aus, daß er seinen Aufenthalt solange vor mir geheim gehalten; jedes der Glieder aber des Ternavorschlages zum ersten Worte läßt sich bei der Analyse als
selbständiger und gleichberechtigter Ausgangspunkt der Gedankenverkettung erkennen.
In der Nacht vor dem Begräbnis meines Vaters träume ich
von einer bedruckten Tafel, einem Plakat oder Anschlagezettel – etwa wie die das Rauchverbot verkündenden Zetteln in
den Wartesälen der Eisenbahnen, – auf dem zu lesen ist, entweder:
Man bittet, die Augen zuzudrücken.
oder
Man bittet, ein Auge zuzudrücken,
was ich in folgender Form darzustellen gewohnt bin:
Man bittet, die/ein Auge(n) zuzudrücken.
Jede der beiden Fassungen hat ihren besonderen Sinn und
führt in der Traumdeutung auf besondere Wege. Ich hatte das
Zeremoniell möglichst einfach gewählt, weil ich wußte, wie
der Verstorbene über solche Veranstaltungen gedacht hatte.
Andere Familienmitglieder waren aber mit solch puritanischer Einfachheit nicht einverstanden; sie meinten, man werde sich vor den Trauergästen schämen müssen. Daher bittet
der eine Wortlaut des Traumes, "ein Auge zuzudrücken", d. h.
Nachsicht zu üben. Die Bedeutung der Verschwommenheit,
die wir mit einem Entweder – Oder beschrieben, ist hier besonders leicht zu erfassen. Es ist der Traumarbeit nicht gelungen, einen einheitlichen, aber dann zweideutigen Wortlaut
für die Traumgedanken herzustellen. So sondern sich die beiden Hauptgedankenzüge schon im Trauminhalt voneinander.
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DIE TRAUMDEUTUNG
In einigen Fällen drückt die Zweiteilung des Traumes in
zwei gleich große Stücke die schwer darstellbare Alternative aus.
Gegensatz und Widerspruch.
Höchst auffällig ist das Verhalten des Traumes gegen die
Kategorie von Gegensatz und Widerspruch. Dieser wird
schlechtweg vernachlässigt, das "Nein" scheint für den
Traum nicht zu existieren. Gegensätze werden mit besonderer Vorliebe zu einer Einheit zusammengezogen oder in einem dargestellt. Der Traum nimmt sich ja auch die Freiheit,
ein beliebiges Element durch seinen Wunschgegensatz darzustellen, so daß man zunächst von keinem eines Gegenteils
fähigen Elemente weiß, ob es in den Traumgedanken positiv
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oder negativ enthalten ist
. In dem einen der letzterwähnten Träume, dessen Vordersatz wir bereits gedeutet haben
("weil ich von solcher Abkunft bin"), steigt die Träumerin
über ein Geländer herab und hält dabei einen blühenden
Zweig in den Händen. Da ihr zu diesem Bilde einfällt, wie
der Engel einen Lilienstengel auf den Bildern von Mariä Verkündigung (sie heißt selbst Maria) in der Hand trägt, und
wie die weißgekleideten Mädchen bei der Fronleichnamsprozession gehen, während die Straßen mit grünen Zweigen geschmückt sind, so ist der blühende Zweig im Traume ganz
gewiß eine Anspielung auf sexuelle Unschuld. Der Zweig ist
aber dicht mit roten Blüten besetzt, von denen jede einzelne
einer Kamelie gleicht. Am Ende ihres Weges, heißt es im
Traume weiter, sind die Blüten schon ziemlich abgefallen;
dann folgen unverkennbare Anspielungen auf die Periode.
Somit ist der nämliche Zweig, der getragen wird wie eine Li-
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SIGMUND FREUD
lie und wie von einem unschuldigen Mädchen, gleichzeitig
eine Anspielung auf die Kameliendame, die, wie bekannt,
stets eine weiße Kamelie trug, zur Zeit der Periode aber eine
rote. Der nämliche Blütenzweig ("des Mädchens Blüten" in
den Liedern von der Müllerin bei Goethe) stellt die sexuelle
Unschuld dar und auch ihr Gegenteil. Der nämliche Traum
auch, welcher die Freude ausdrückt, daß es ihr gelungen, unbefleckt durchs Leben zu gehen, läßt an einigen Stellen (wie
an der vom Abfallen der Blüten) den gegensätzlichen Gedankengang durchschimmern, daß sie sich verschiedene
Sünden gegen die sexuelle Reinheit habe zu Schulden kommen lassen (in der Kindheit nämlich). Wir könnten bei der
Analyse des Traumes deutlich die beiden Gedankengänge
unterscheiden, von denen der tröstliche oberflächlich, der
vorwurfsvolle tiefer gelagert scheint, die einander schnurstracks zuwiderlaufen, und deren gleiche aber gegenteilige
Elemente durch die nämlichen Traumelemente Darstellung
gefunden haben.
Einer einzigen unter den logischen Relationen kommt der
Mechanismus der Traumbildung im höchsten Ausmaße zu
gute. Es ist dies die Relation der Ähnlichkeit, Übereinstimmung, Berührung, das "Gleichwie", die im Traume wie keine
andere mit mannigfachen Mitteln dargestellt werden
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kann
. Die im Traummaterial vorhandenen Deckungen
oder Fälle von "Gleichwie" sind ja die ersten Stützpunkte der
Traumbildung, und ein nicht unbeträchtliches Stück der
Traumarbeit besteht darin, neue solche Deckungen zu schaffen, wenn die vorhandenen der Widerstandszensur wegen
nicht in den Traum gelangen können. Das Verdichtungsbe-
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