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Немецкий язык. Учебное пособие по практике устной речи-1

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Wo Glaube, da Liebe; wo Liebe, da Friede; wo Friede, da Gott;

wo Gott, da keine Not (unbekannter Autor). Der Glaube versetzt Berge (unbekannter Autor). Denken ist eine Anstrengung,

Glauben ist Komfort (unbekannter Autor).

Wo das Leid ist, da kommen leicht auch die Liebe und der Glaube (österreichischer Schriftsteller Peter Rosegger).

Viele glauben nichts, aber fürchten alles (deutscher Dramatiker Christian Friedrich Hebbel).

Niemand ist so abergläubisch, dass er das 13. Monatsgehalt zurückweist (einer der bekanntesten Moderatoren Norddeutschlands Lutz Ackermann).

9.Beschreiben Sie Situationen, in denen diese Sprüche passen würden.

10.Lesen Sie den Text “Religion und Kirchen in Deutschland. Glaube ohne Kirche”, formulieren Sie das Problem, das im Text beleuchtet wird und die Gründe, die zu diesem Problem geführt haben.

Text 2. Religion und Kirchen in Deutschland

Glaube ohne Kirche

Den Kirchen stehen radikale Reformen bevor

Die Tendenz der letzten Jahre in Deutschland sieht so aus: die Kirchen haben ihr jahrhundertealtes Monopol in religiösen Fragen verloren. Der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog betonte in seiner Rede zum Luther-Jahr: Unter den Bundesdeutschen fänden sich nicht nur “Christen und Nichtchristen”, sondern “Gläubige und Nichtgläubige” als eigene Kategorie. Kirchenmitgliedschaft allein sagt nur noch wenig aus.

Eine Zeitbombe tickt für die beiden großen Kirchen in Deutschland. 23 Prozent der evangelischen Christen und 24 Prozent der Katholiken haben nach einer Umfrage der Zeitschrift FOCUS des Meinungsforschungsinstituts INRA schon einmal ernsthaft an Austritt gedacht. Ein Viertel von ihnen will schon in nächster Zeit Taten folgen lassen.

“Glaube und Kirche sind zwei verschiedene Paar Schuhe, wovon ich mir das eine nicht unbedingt anziehen würde, die Kirche”, diktiert ein Interviewer dem Meinungsforschungsinstitut Allens-

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bach ins Bandgerät und fährt mit einem Plädoyer für christliche Lebensgrundsätze und Erziehung nach den zehn Geboten fort. Viele Bundesbürger fühlen sich moralisch autark – ohne feste Bindung an Kircheninstanzen und Katechismus.

Fast ein Drittel der Konfessionslosen findet mindestens einmal im Jahr den Weg in den Gottesdienst, 21 Prozent beten regelmäßig, belegt die FOCUS-Umfrage. Ein Drittel der Konfessionslosen sieht sich selber als gläubig an – und nur 27 Prozent als “überzeugte Atheisten”.

“Viele von ihnen sind durchaus im christlichen Sinne als religiös zu bezeichnen”, erklärt der Kölner Religionssoziologe Robert Kecskes gegenüber FOCUS. Ob es ein jüngstes Gericht gibt oder man schon einmal die Hilfe Gottes erfahren habe, der Wissenschaftler versuchte im Kölner Stadtteil Riehl, Seelen zu vermessen: Gerade Konfessionslose schätzen christliche Rituale für Hochzeit und Beerdigung, 40 Prozent von ihnen wollen sogar ihre Kinder taufen lassen.

Selbst unter den Menschen, die keinen oder nur geringen christlichen Glauben besitzen, existiert bei immerhin 40 Prozent noch der Glaube an “eine höhere geistige Macht”. “Ein großes Potential für nichtchristliche Religionen”, erkennt der Soziologe.

Ob Buddhismus, Esoterikzirkel oder Sekten, alle machen sie der Kirche Konkurrenz. Glaube oder wenigstens die diffuse Sehnsucht danach ist vorhanden, “aber viele Menschen fühlen sich mit ihren Fragen woanders besser betreut”, formuliert Pfarrer Gerhard Dauwen seinen Frust.

Die Entfremdung zwischen Kirche und Gläubigen ist gewaltig: Jeweils drei Viertel oder mehr der Katholiken lehnen das Verbot vorehelicher Sexualität (82%), die Unfehlbarkeit des Papstes (78%), das Zölibat (75%) und den Ausschluss der Frauen vom Priesteramt (75%) ab.

Wenig Anhänger findet auch das protestantische Modell der politisch gefärbten Predigt: 81 Prozent könnten auf politische Wegweisung von der Kirchenkanzel verzichten.

Seit einem knappen Jahrzehnt verliert die evangelische Kirche stetig ein Prozent ihrer Mitglieder pro Jahr, die katholische ein halbes Prozent. Eine vorsichtige Schätzung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) rechnet mit einem Rückgang um mehr als ein Viertel bis zum Jahr 2040.

Die beiden großen Volkskirchen stecken in einer Krise, die radikales Umdenken unumgänglich macht.

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Als erbarmungsloser Modernisierer zwingt der Geldmangel viele Diözesen und Landeskirchen zu Reformen. Seit Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit (und weniger wegen der Austritte) fließt die Kirchensteuer spärlicher.

Die Konsequenz: alle Bereiche müssen über erneute Kürzungen nachdenken. Die spannende Frage ist: Wo setzt die Kirche künftig Prioritäten? Die These, die Kirche brauche nur cleveres Management, um sich besser zu verkaufen, findet einen nachdrücklichen Protest: “Wenn die Kirche sich auf diesen Weg begibt, ist sie am Ende. Dann verdient sie es auch nicht anders.“ meint Ernst Benda, Präsidiumsmitglied des Deutschen Evangelischen Kirchentags.

Das Fazit: “Die evangelische Kirche ist der Gefahr erlegen, dass sich in ihr die unterschiedlichen Meinungen nicht mehr treffen und die Menschen aus den Kirchen heraus gepredigt werden”.

Es ist die Zeit ungewöhnlicher Ideen, um leere Gotteshäuser wieder zu füllen. Die Kirchen können in Wohnhäuser für Sozialmieter umgebaut, oder unter der Woche als Markthalle benutzt werden, um am Sonntag dort aber weiterhin Gottesdienst zu feiern. Ein Teil der Gotteshäuser wird zum überflüssigen Ballast.

Die kirchliche Geldknappheit trifft in Zukunft auch kommunale Kassen. In Oberbayern betreibt die katholische Kirche die Hälfte aller Kindergärten: “Damit ist die Obergrenze der Leistungsfähigkeit erreicht”, kündigt Prälat Friedrich Fahr, Finanzchef des Erzbistums München-Freising an.

Nach Vater Staat sind die Kirchen der größte Arbeitgeber in Deutschland, es geht um 1,2 Millionen Beschäftigte. Probleme in den Kirchenfinanzen wirken tief in die Gesellschaft.

Beträchtliche 15 bis 20 Prozent könnten die Kirchen wie Städte und Gemeinden einsparen, wenn sie sich moderner Kostenrechnung unterwerfen würden: man könnte gemeinsame Rechenzentren einrichten, Arbeitsheime verkaufen und zurückleasen oder Zeitarbeitsfirmen für Verwaltungsjobs beschäftigen.

Rettung könnte eine neue Basis für die Kirchensteuer bringen. Bisher hängt sie an der Einkommensteuer. Wer keine Einkommensteuer abliefert, dem kann die Kirche nicht helfen. Für soziale Aufgaben braucht die Kirche Geld. Und der Bundesbürger ordnet die Kirchen in erster Linie als Sozialagenturen ein.

“Wohin geht die Kirche?” fragt der Jesuit Medard Kehl in seinem gleichnamigen Buch. Das Dilemma: Der Großteil der Bürger sucht nur noch an den Wendepunkten des Lebens wie Geburt

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und Heirat “eine Institution für die religiösen Bedürfnisse. Aber gerade ein bloßer religiöser Dienstleistungsbetrieb wirkt für Menschen, die mehr suchen, abstoßend”, diagnostiziert Kehl, der an der Hochschule St. Georgen in Frankfurt lehrt.

Die Kirche der Zukunft muss die Nöte der Menschen ohne das alte “oberlehrhafte Denken” wahrnehmen, fordert Hildesheims Bischof Josef Homeyer: “Wir leben in einer neuen Wertewelt, in der kein Mensch mehr betreut, sondern gefördert werden will”.

Längst Realität: Der Interessierte pilgert quer durch die Stadt, um eine Gemeinde seiner Richtung zu finden, ob fundamentalistisch, charismatisch oder sozial engagiert. In diesen kleinen Zellen erlebt der Gläubige die Gemeinschaft, die er sucht. Diese Tendenz beobachtet man bereits auf dem Land. Damit zieht das Ende der Nachbarschaftsgemeinde herauf.

Davor graut es noch der Mehrheit der Deutschen. 42 Prozent aber, so die FOCUS-Umfrage, würde eine Kultur ohne christliche Kirchen nicht ängstigen.

(nach Deutsch)

Wortschatz

das Plädoyer –s,-sзаключительная речь (защитника или прокурора); прения сторон;

die Diözese – епархия, приход (евангелической церкви); brüten (über D.) – долго думать (о чём-л.); ломать голову

(над чем-л.);

autark – автаркический, независимый (от импорта); Die Unfehlbarkeit – непогрешимость; безошибочность; pilgern – паломничать, идти на богомолье.

Aufgaben

1.Stellen Sie einen Plan zu diesem Text zusammen, formulieren Sie, welche Probleme darin behandelt werden.

2.Formulieren Sie 10 Fragen zum Text.

3.Charakterisieren Sie die moderne Sachlage “Glaube und Kirche”. Was hat zu den Problemen, die im Text hervorgehoben werden, geführt? Kann diese Lage verbessert werden?

4.Gestalten Sie auf Grundlage des Textes Gespräche zu den Themen:

Viele Deutsche schustern sich ihr Bild von Gott selbst zusammen – ohne Papst und Pastor.

Den Kirchen stehen radikale Reformen bevor.

Die Entfremdung zwischen Kirche und Gläubigen ist gewaltig.

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5.Meinen Sie, es gibt ähnliche Probleme in Russland? Informieren Sie sich über die Probleme der Kirche in Russland anhand von Zeitungen und Zeitschriften. Machen Sie einen Bericht darüber.

6.Übersetzen Sie ins Deutsche:

В последнее время наблюдается тенденция к тому, что люди верят в Бога, не связывая при этом свою веру с церковью и священником. Некоторые считают, что церковь потеряла свою монополию в религиозных вопросах. Отчуждение между верующими и церковью становится все больше и больше. Церковь будущего должна учитывать нужды человека, так какмыживемвмире, гдечеловекнуждаетсявпомощи. Темне менее, все больше и больше становится число людей, верящих

ввысшие духовные силы.

7.Gestalten Sie mit Ihren Studienkollegen Diskussionen zu den Themen:

Welche Prognose kann man für die Zukunft geben, was den Glauben und die Kirche betrifft?

Brauchen die Menschen eine Institution für ihre religiösen Bedürfnisse? Wie muss diese Institution sein?

Die Absätze des Textes LERNEN MIT JESU sind durcheinander geraten. Finden Sie die richtige Reihenfolge.

Text 3. Lernen mit Jesus

1.

Die Erzieher der anderen Lehranstalten bangen oft wegen Nachwuchsmangels um ihre Existenz, während die Privatschule sich vor Interessenten kaum retten kann. Es war eine Elterninitiative, dass man eine konfessionelle Schule einrichtet.

Während die Schülerzahlen zurückgehen und manche Schulen von Schließung bedroht sind, erfreuen sich Privatschulen immer größerer Beliebtheit. Besonders die katholische Kirche hat den Trend für sich entdeckt und unterstützt Eltern, die sich bewusst von öffentlichen Schulen abwenden. In den ostdeutschen Bundesländern entstanden in den letzten Jahren über 30 katholische Schulen, mehr als doppelt soviel wie auf Seiten der evangelischen Kirche.

2.

Wenn man eine Schule gründet, tut man das ja schließlich nicht für fünf oder zehn, sondern für zweihundert oder dreihundert Jahre. Es gibt auch keine Nachwuchssorgen. Trotz des zusätzlichen Schulgeldes, das die Eltern zu zahlen haben, gibt es

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gewöhnlich doppelt so viel Anmeldungen wie Plätze zur Verfügung stehen.

3.

Viele Lehrer sind aber noch nicht bereit, das Klima an den Schulen grundlegend in diese Richtung zu ändern. Vielleicht führt die Konkurrenz der Privatschulen dazu, dass Schule und Erziehung wieder mehr Bedeutung erhalten. Von einem größeren Trend zu Privatschulen kann man aber noch nicht sprechen. Doch überall, wo in den letzten Jahren solche Schulen eröffnet wurden, kann man sich vor Anmeldungen nicht retten.

4.

Während des Unterrichts macht jedes der Kinder etwas anderes, doch was auf den ersten Blick wie Chaos aussieht, ist pädagogisch gewollt. “Wir streben schließlich an, dass die Kinder zu selbständigem Spielen und Arbeiten erzogen werden”, sagt Carola Föschner, Lehrerin der St.-Mauritius-Grundschule in Lichtenberg. Mit normalem Frontalunterricht würde man den Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht werden, erklärt sie. “Kinder sind eben unterschiedlich, und das muss man auch im Unterricht berücksichtigen”.

5.

Die Privatschulen der katholischen Kirche erhalten für Personalkosten dreiviertel ihrer Mittel aus dem öffentlichen Haushalt. Sämtliche baulichen Maßnahmen, Renovierungen oder andere Sachmittel müssen dagegen vom elterlichen Schulgeld und Kirchensteuergeldern finanziert werden.

6.

Während staatliche Schulen um ihre Existenz bangen, werden katholische immer beliebter, obwohl katholische Privatschulen ein Schulgeld pro Kind und Monat in Grundschulen, in Hauptund Realschulen sowie in Gymnasien erheben. In sozialen Härtefällen können aber Ermäßigungen beantragt werden.

7.

Etwa dreiviertel der Bevölkerung gehören keiner der Religionsgemeinschaften an. Selbst unter den Christen bilden die Katholiken eine fast verschwindende Minderheit. Vielleicht gerade deshalb entscheidet man sich, private katholische Schulen zu bauen. Es sind moderne Schulkomplexe mit Aula, Sportplatz und natürlich mit einer Kapelle.

8.

“Da werden ganz grundsätzliche Fragen über Glauben und Gott diskutiert”, erklärt die Schulleiterin. Doch mit Missionie-

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rung oder dem Versuch, die Kinder zum Christentum zu bekehren, habe das nichts zu tun, fügt sie gleich hinzu. Natürlich freue man sich, wenn einige der Kinder sich taufen ließen, aber darum gehe es nicht in erster Linie.

9.

Ostdeutsche Lehrer, kümmern sich im Gegensatz zu Westkollegen sehr viel intensiver um die Familien der Schüler. “Für uns ist die Familie jedoch etwas Geheiligtes”, erklärt man das andere Verständnis, “das ist die Sache der Eltern, da darf man sich nicht einmischen.“

10.

Nur etwa ein Fünftel der Schüler kommt aus katholischen Familien. Die Mehrheit der Schüler ist evangelisch oder überhaupt nicht getauft. Natürlich hätten katholische Familien einen Vorrang, räumt Frau Werfel ein, aber man sei prinzipiell eben für alle Interessenten offen. Viele der Schüler hätten bis zur Einschulung noch nie etwas von Jesus gehört. Für sie bietet die Schule einen Grundkurs Religion.

11.

Das führt wiederum dazu, dass Familien aus Westdeutschland, die in den letzten Jahren aus beruflichen Gründen in die neuen Bundesländer gezogen sind, verstärkt ihre Kinder auf solche Schulen schicken.

“Wir haben eine Weltanschauung, und die vermitteln wir auch, aber jeder kann sich völlig frei dafür oder dagegen entscheiden”. Doch die Eltern, die ihre Kinder auf katholische Schulen schicken, ob getauft oder nicht, müssen sich verpflichten, den Religionsunterricht grundsätzlich zu unterstützen. Und abwählen, wie an öffentlichen Schulen, kann man Religion nicht.

12.

Mit einem Schulfach Lebenskunde, Ethik, Religion (LER) könne man schließlich keine Werte vermitteln, erklärt Johann Schweizer, der zuständige Schulrat im Bischöflichen Ordinariat. Wie solle ein Zwölfjähriger sich da zurechtfinden, fragt er. Religion und ethische Werte, die damit zu tun haben, könne man eben nicht abstrakt vermitteln. Das sei nur dann möglich, wenn man selbst den Glauben persönlich vorlebt, den man den Schülern vermitteln wollte.

13.

Überhaupt gibt es bei vielen ganz merkwürdige Vorstellungen von katholischen Schulen. Privatschulen haben nichts mit Elite zu tun. Es geht einfach darum, das Kind in den Mittelpunkt zu stellen

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und jeweils die individuellen Fähigkeiten der Schüler zu fördern. Meist ist das aber durch den konventionellen Unterricht nicht möglich. Stattdessen bedient man sich an den meisten anderen katholischen Schulen der Montessori Pädagogik. Nicht das passive Lernen will man fördern, sondern die Neugier der Kinder.

14.

Alle solche Schulen müssen daher eine aktive Zugehörigkeit zum katholischen oder evangelischen Glauben nachweisen. Und das bedeutet in der Praxis, dass an den katholischen Schulen in Ostdeutschland die Mehrzahl der Lehrer aus dem Westen kommt. Im Osten gab‘s einfach zu wenige Lehrer mit christlichem Hintergrund, so dass die jetzt entstehenden Schulen hauptsächlich auf westdeutsche Pädagogen zurückgreifen müssen.

15.

Der Anteil nichtkatholischer Schüler darf in katholischen Privatschulen ca. 20 Prozent nicht überschreiten. Auch nichtgetaufte Schüler werden hier aufgenommen, falls die Eltern sich verpflichten, dem Religionsunterricht der Kinder zuzustimmen.

(gekürzt nach DEUTSCH)

Wortschatz

Erschließen Sie die Bedeutung dieser Ausdrücke und Redewendungen:

auf eine Schule schicken -

die Zugehörigkeit zu etwas nachweisen - sich taufen lassen -

individuelle Fähigkeiten der Schüler fördern - wichtige Werte vermitteln -

den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden – von Schließung bedroht sein –

um die Existenz bangen -

Aufgaben

1. Beantworten Sie die Fragen:

1) Wer wird in katholische Schulen aufgenommen? 2) Gibt es Einschränkungen? 3) Von wem werden die katholischen Schulen finanziert? 4) Warum erfreuen sich solche Privatschulen immer größerer Beliebtheit? 5) Warum müssen die Lehrer eine aktive Zugehörigkeit zum katholischen Glauben nachweisen? 6) Was fördert man in den katholischen Schulen? 7) Wie sind Vor – und Nachteile einer Katholischen Privatschule? 8) Können die katholischen Schulen von heute Probleme der modernen katholischen Kirche lösen?

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2.Nehmen Sie Stellung zu Thema: Braucht man katholische Schulen in der modernen Gesellschaft?

3.Gibt es in Russland orthodoxe Schulen? Wodurch unterscheiden sie sich von den katholischen Schulen in Deutschland?

4.Erzählen Sie den Text nach: 1) in kurzer Zusammenfassung; 2) ausführlich; 3) im Namen der Eltern, deren Kinder in der katholischen Schule lernen; 4) im Namen des Direktors der Schule; 5) im Namen des Absolventen der Schule.

5.Übersetzten Sie ins Deutsche:

1) В то время как количество учащихся сокращается и мно- гим школам грозит закрытие, частные школы в Германии поль- зуются все большей и большей популярностью. 2) Хотя верую- щимиотдаетсяпредпочтение, темнеменее, дверикатолической школы открыты для всех заинтересованных. 3) Если открывают школу, то рассчитывают не на период в два или три года, а на двести-триста лет. 4) Мы стремимся прежде всего к тому, чтобы развивать у учащихся способность к самостоятельному мыш- лению. 5) Родители, отдающие своего ребенка в католическую школу, обещают поддерживать уроки религии. 6) Школа и вос- питание приобретают все большее значение. 7) Речь не идет о том, чтобы обращать детей в католическую веру.

6.Was meinen Sie: wie muss eine Staatsschule sein, um beliebt und populär zu sein?

7.Stellen Sie einen Plan zusammen, wonach Sie zum Thema sprechen: “Schule und Religion: Berührungspunkte. Die Rolle der Religion in der Erziehung von Kindern“.

Text 4. Konfession Nebensache?

nach Eduard Kopp

Katholisch und evangelisch zu sein: das bestimmte einmal das ganze Leben.

Die große EMNID-Umfrage des Sonntagsblatts „Was glauben die Deutschen?“ beseitigte den letzten Zweifel daran, dass den Menschen der Sinn nach einer vereinigten Kirche steht. Genau zwei Drittel aller Westdeutschen wünschen den Zusammenschluss der evangelischen und der katholischen Kirche, 19 Prozent wollen den Fortbestand der Kirchenspaltung (im Osten sind es immerhin zehn Prozent mehr). Katholiken und Protestanten erscheinen als immer ähnlicher. Wo vor einem halben Jahrhundert blanke Feindbilder herrschten, waltet üppiges Wohlwollen gegenüber den Schwesterkirchen.

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Katholiken und Protestanten. Ähnlichkeiten und Unterschiede.

Katholiken wachsen im Vergleich zu Protestanten in einer dichteren religiösen Atmosphäre auf. Katholiken haben eine deutlichere konfessionelle Identität, sind überzeugtere Katholiken, als Protestanten überzeugte Protestanten sind, fand der große Sozialforscher der katholischen Kirche Gerhard Schmidchen heraus.

„Der zentrale Glauben der Katholiken ist der, dass die Welt eine moralische Ordnungsstruktur hat. Stärker als die Protestanten betonen die Katholiken den Gedanken an Bewährung und das Bestehen vor dem eigenen Gewissen.“ Die moralische Ordnung der Welt zu bewahren, das ist hohe Katholikenpflicht.

Im Gegensatz zu Katholiken fallen Protestanten durch einen „institutionsfernen Autonomiemythos“ auf. Ohne die entlastenden Institutionen suchen sie nach Außenhalt. Zu reisen und die Welt zu erleben: das finden Protestanten wichtiger als Katholiken. Die Kehrseite ihrer aufgeklärten Unruhe ist ein zerbrechlicheres psychisches Gleichgewicht.

Katholiken sind demgegenüber weniger innovativ, ruhen aber mehr in sich. Dem evangelischen Hang zur Persönlichkeitsdesorganisation folgen Katholiken nur ungern. Das gravierendste Indiz: Die Selbstmordrate bei Protestanten steigt mit dem Alter steiler an als bei Katholiken.

Sozialforscher, Pädagogen, Historiker und Seelsorger machen eine bemerkenswerte Beobachtung: „Nicht die Einbindung in ein bestimmtes konfessionelles Milieu als solches ist heute wesentlich, sondern vielmehr die jeweilige Stärke der Einbindung in das reli- giös-kirchliche Milieu“. Mit anderen Worten: Konfessionelle Unterschiede verlieren an Bedeutung, wichtiger wird die Kirchennähe oder -ferne, und die lässt sich auch am Kirchgang messen.

Im Übrigen treten die Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten immer mehr zurück. Das wird beim Thema Schwangerschaftsabbruch oder in der Übereinstimmung in der Einschätzung von Ehe, Familie und Sexualität deutlich.

Kirchliche Verankerung entscheidet

Mit zunehmender Entfernung von der Kirche nimmt die Bedeutung des Lebensbereichs Familie/Kinder ab, während Freizeit/Erholung nach vorn rücken. Kirchlich stärker Engagierte bewerten die Rücksicht auf das Gemeinwohl und die öffentliche Ordnung höher als kirchlich Distanzierte.

Nach eigenen Auskünften der beiden Kirchen besuchen fast fünf Millionen Katholiken, aber nur etwa 1,4 Millionen Prote-

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