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Немецкий язык. Учебное пособие по практике устной речи-1

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Präsenzuniversität, die – очный университет; wirtschaftswissenschaftlich – экономический;

promovieren – защитить кандидатскую диссертацию, полу- чать ученую степень кандидата каких-л. наук;

jmdn. (Akk.) zum Doktor der Rechte promovieren – присудить кому-л. ученую степень кандидата юридических наук;

habilitieren – защитить докторскую диссертацию, получать ученую степень доктора каких-л. наук;

Ordinariat, das – должность ординарного профессора; заве- дование кафедрой.

Aufgaben

1. Beantworten Sie die Fragen:

Welche Studienmöglichkeiten gibt es in Deutschland?

Welche Unterschiede gibt es zwischen einer Fachhochschule und einer Universität?

Welche Voraussetzungen gibt es für die Zulassung an eine Hochschule oder an eine Universität in Deutschland?

Wie lange dauert das Studium? Was bietet eine Fernuniversität an?

Von wem wird das Studium finanziert? Womit endet gewöhnlich das Studium?

2. Stellen Sie anhand des Textes thematische Schwerpunkte zusammen und geben Sie nach diesen Schwerpunkten den Inhalt des Textes wieder.

3. Geben Sie einen Überblick über die Hochschulen Deutschlands. Benutzen Sie dabei andere Informationsquellen.

4. Übersetzen Sie ins Deutsche:

Немецкие вузы это центры науки, культуры и искус- ства, чему способствуют проводимые в них научные иссле- дования и исследовательская деятельность преподаватель- ского состава.

Большинствонемецкихвузовявляютсягосударственными, они полностью финансируются государством или получают существенные государственные дотации. В государственных вузах не надо платить за учебу.

За расширение вузов и строительство новых федерация и земли отвечают совместно.

Вдухе Гумбольдта немецкие вузы прочно придержива- ются принципа единства научных исследований и передачи знаний: студенты по возможности подключаются к осущест- влению научно-исследовательских проектов.

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Вузы являются важнейшими очагами научных исследо- ваний во многих областях, прежде всего в сфере естествен- нонаучных фундаментальных исследований и гуманитар- ных наук.

Врезультате реформ, ставших следствием студенческого движения 60-х и 70-х годов, появилась модель «группового университета», пришедшая на смену вузам, где тон задавал преподавательский состав.

Вуниверситетах и приравненных к ним вузах можно за- щищать кандидатские диссертации, в некоторых из них до- кторские. Кандидатские диссертации нельзя защищать в спе- циализированных вузах.

Большинство студентов по-прежнему учится в универси- тетах и приравненных к ним вузах, где учеба заканчивает- ся сдачей государственных экзаменов, защитой диплома или сдачей экзаменов на звание магистра.

Учеба в высшем учебном заведении заканчивается защи- той диплома. С 1998 г. в вузах Германии существует програм- ма обучения, в соответствии с которой выпускникам выдаются свидетельства о присвоении звания бакалавра или магистра англо-саксонского образца.

Сегодня каждый четвертый студент выбирает такой тип вуза, где сроки учебы короче, а процесс обучения лучше струк- турирован.

5. Informieren Sie sich mit Hilfe der Nachschlagewerke über das System der Hochschulbildung in Russland. Vergleichen Sie das System der russischen Hochschulbildung mit dem deutschen System. Finden Sie Gemeinsames und Unterschiedliches.

Der Text „Das deutsche Bildungssystem ist überfordert – wir brauchen nationale Bildungsstandards“ stellt eine gekürzte Variante des Interviews mit Eva-Maria Paaß-Nielsen, Chief Operational Officer des Weblearning-Anbieters Teia – Teles European Internet Academy dar. Lesen Sie die Antworten, die sie auf die Fragen der Journalisten gegeben hat und versuchen Sie die Fragen, die gestellt wurden, selbst zu formulieren. Tragen Sie Ihre Variante in die Tabelle ein.

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Text 2. Das deutsche Bildungssystem ist überfordert –

 

wir brauchen nationale Bildungsstandards

 

 

 

1.

 

Deutschland braucht Bildungsstandards, die nicht län-

 

 

derabhängig sind: Die Länder sind überfordert, auf die

 

 

Bildungsfragen der Zukunft eine Antwort zu geben.

2.

 

Trotz Reformen in der Organisation der beruflichen Wei-

 

 

terbildung verfehlen die Arbeitsämter die tatsächlichen

 

 

Bedürfnisse sowohl der Jobsuchenden als auch des Ar-

 

 

beitsmarktes. Eines der wichtigen Probleme am Arbeits-

 

 

markt ist trotz fehlender Jobs immer noch ein Mangel an

 

 

qualifiziertem Personal.

3.

 

Das deutsche Bildungssystem hält man nur für bedingt ge-

 

 

eignet, auf die Herausforderungen der Zukunft eine Ant-

 

 

wort zu geben: Bildungsfragen gehörten vielmehr in die

 

 

Verantwortung des Bundes, der sicherstellen muss, dass

 

 

Schüler, Auszubildende und Studenten eine Ausbildung

 

 

bekommen, die sie auch im internationalen Vergleich für

 

 

die beruflichen Anforderungen fit macht.

4.

 

Politiker und Arbeitgeber sehen, dass die Arbeitslosigkeit

 

 

nicht nur eine Frage fehlender Arbeitsplätze, sondern auch

 

 

mangelnder Qualifikation ist. Arbeitslose sollen weiterge-

 

 

bildet werden. Die Bundesanstalt für Arbeit soll einen Bei-

 

 

trag zur beruflichen Qualifikation von Arbeitslosen leisten.

5.

 

Es stellte sich heraus, dass der Einzelne eine hohe Medi-

 

 

enkompetenz benötigt, damit er seine Chancen wahrneh-

 

 

men kann – die ohnehin sehr spärlich sind. Wer diese Basis

 

 

nicht mitbringt, hat es in Zukunft noch schwerer. Man hat

 

 

bei Einstellungsgesprächen bemerkt, dass die Medien-

 

 

kompetenz der Bewerber häufig sehr dürftig ist.

6.

 

Es muss eine gleiche Verteilung von Rechten und Pflichten

 

 

beibehalten werden. Den Arbeitslosen kann man nicht

 

 

nur Pflichten auferlegen, ohne dafür zu sorgen, dass die

 

 

Chancen gegeben sind. Der Schwerpunkt muss bei der

 

 

gezielten Qualifikation von Arbeitslosen liegen. Da sind

 

 

ganz klare Defizite erkennbar.

7.

 

Der Wettbewerb unter den Bildungsträgern wird verstärkt.

 

 

Für den Arbeitslosen bringt der Bildungsgutschein aber

 

 

zunächst mehr Probleme mit sich, weil die Beratungslei-

 

 

stung fehlt. Seine Chancen am Markt hängen davon ab, an

 

 

welchen Arbeitsberater er gerät. Es geht aber nicht darum,

 

 

ziellos jeden Arbeitslosen zu qualifizieren. Der Effekt wäre

 

 

ja nur, dass kurzfristig die Statistiken bereinigt würden.

113

8.

Es sollte vielmehr im Einzelfall überprüft werden, wo es

 

an Qualifikation fehlt. In der Folge müssten dann pass-

 

genaue und modulare Angebote zur Weiterbildung ent-

 

wickelt werden.

 

Die besten Angebote nutzen nur dann etwas, wenn dem

 

Arbeitslosen auf dem Amt ein Mitarbeiter gegenüber

 

sitzt, der den Arbeitsmarkt versteht und sich mit den sich

 

schnell entwickelnden Anforderungen an berufliche Qua-

 

lifikation auskennt.

9.

Ein Problem in Deutschland ist, dass Ausbildung zu

 

lange dauert. Die Möglichkeiten, dass sich neue Be-

 

rufe in Deutschland etablieren, sind im bestehen-

 

den Bildungssystem stark eingeschränkt. Weil die

 

technologische Entwicklung so schnell ist – gerade

 

im Kommunikationsbereich – muss es möglich sein,

 

Menschen viel schneller auszubilden, die zu diesen

 

Arbeitsplätzen passen.

10.

Außerdem muss im Beruf mehr gelernt werden, es muss

 

mehr training on the Job stattfinden. Sie können die Anfor-

 

derungen des Arbeitsmarktes nicht immer in einen Aus-

 

bildungsgang pressen.

11.

Webbasiertes Lernen oder E-Learning wird eine In-

 

dustrialisierung des Lernens mit sich bringen, weil In-

 

halte über das Internet schneller und einem größeren

 

Kreis von Lernenden vermittelt werden als in einem

 

traditionellen Studium. Universitäten werden deshalb

 

verstärkt auf diese Methode zurückgreifen müssen.

 

Ein weiterer Vorteil ist, dass Inhalte schnell aktualisiert

 

werden können.

12.

E-Learning kann aber das traditionelle Studium nicht

 

ersetzen – zumindest nicht kurzfristig. Ein Learning-Ma-

 

nagement-System hilft erst langfristig. Ein komplett virtu-

 

elles Studium wird es nicht geben können, weil zumindest

 

die Prüfungen in einer Präsenzveranstaltung abgenom-

 

men werden müssen.

13.

Was E-Learning leisten kann, lässt sich bei den Großunter-

 

nehmen beobachten, die das virtuelle Lernen für die Qua-

 

lifizierung ihrer Mitarbeiter schon sehr intensiv nutzen.

14.

Die Vermittlung von Medienkompetenz ist häufig da-

 

von abhängig, ob es wenigstens einen oder zwei Lehrer

 

an der Schule gibt, die in diesem Bereich engagiert sind.

 

Die Schulen und die Verantwortlichen in den Kommunen

 

und Ländern sind überfordert, Lehrpläne an die Anforde-

 

rungen der Zukunft anzupassen.

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15. Die Deutschen brauchen nationale Bildungsstandards, die dem internationalen Niveau Stand halten können. Standards, die in erster Linie zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit beitragen und nicht zur Konkurrenz unter Schülern und Lehrern führen.

(www.netzeitung.de/arbeitundberuf/derneuearbeits/263339/html

Aufgaben

1.Welche ähnlichen Probleme gibt es in Russland, mit denen Politiker, Beamte und Arbeitgeber konfrontiert werden? Welche anderen Schwierigkeiten hat man in unserem Land mit den Bildungsstandards, Weiterbildung der Arbeitslosen, E-Learning u.a.?

2.Inszenieren Sie das Interview mit Ihrem Partner.

3.Lesen Sie den Artikel aus der Zeitung „DIE ZEIT“ über die Reformen, die die Hochschulbildung von heute betrifft und erfüllen Sie anschließend die Aufgaben zum Text.

Text 3. Gestufte Studiengänge in Deutschland

Artikel von Marion Schmidt (gekürzt)

Viele Universitäten folgten dem angelsächsischen Vorbild und führten gestufte Studiengänge ein.

Mit der Änderung des Hochschulrahmengesetzes im Jahr 1998 wurde in Deutschland die Einführung gestufter Studiengänge erstmals offiziell festgeschrieben. Zuvor hatte es lediglich Pilotprojekte gegeben.

Mit der neuen Studienstruktur haben Studenten die Möglichkeit, einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss, den Bachelor, bereits nach drei bis vier Jahren zu machen. Wer sein Wissen danach noch vertiefen möchte, kann nach weiteren ein bis zwei Jahren zusätzlich den Master-Grad erwerben. Hochschulpolitiker und Arbeitgeber versprechen sich von den neuen Studiengängen vor allem kürzere Studienzeiten, weniger Studienabbrecher, mehr Mobilität der Studenten durch international anerkannte Abschlüsse und eine stärkere Berufsorientierung.

Viele Hochschulen, insbesondere die Fachhochschulen, nutzen die Chancen, die das geänderte Gesetz bietet: Sie entwickeln völlig neue Studiengänge, international, interdisziplinär, kürzer, flexibler. Sie modularisieren Lehrveranstaltungen, vergeben so genannte Credit Points, integrieren Praktika, Computerkurse und Sprachen. Neue Zielgruppen, wie ausländische Studierende

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und Berufstätige, werden angesprochen, ehemalige Ausbildungsberufe etwa aus dem Gesundheitsbereich akademisiert.

Johanna Witte, Projektleiterin beim Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat gemeinsam mit zwei Kolleginnen vom niederländischen Center for Higher Education Policy Studies im Auftrag des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes und der Hochschulrektorenkonferenz die erste umfassende Studie über die Einführung von Bachelorund Master-Studiengängen vorgelegt.

Die Ergebnisse der Studie haben gezeigt: Die Zahl der Studienanfänger mit Abschlussziel Bachelor steigt langsam. Vielen Abiturienten sind diese Programme unbekannt, oder entsprechende Abschlüsse existieren in dem Studiengang, den sie anstreben, noch nicht. Verantwortlich sind aber die Hochschulen, die häufig nicht offensiv genug für ihr Angebot werben. Die Hochschulen sollen ein Produkt vermarkten, von dem sie selbst nicht ganz überzeugt sind.

Einige Hochschulen wollten besonders schnell sein, da ist dann manches mit der heißen Nadel gestrickt worden. Es gibt große Qualitätsunterschiede im Angebot – von innovativen, modularisierten Studiengängen mit Credit Points bis zu traditionellen Studiengängen, die sich vor allem auf neue Abschlussbezeichnungen beschränken.

Um die Spreu vom Weizen zu trennen, erprobt man ein in Deutschland bislang unbekanntes Instrument der Qualitätssicherung: die Akkreditierung, also die Begutachtung der Studiengänge von außen. Das übernehmen nur die vom Akkreditierungsrat genehmigten Agenturen. Die kommen mit ihrer Arbeit kaum nach, und mit bis zu 25 000 Euro pro Studiengang belastet ein solches Verfahren den Hochschuletat.

Die Hochschulen tun sich daher schwer mit dem Prüfverfahren.

Ein guter Teil der neuen Studiengänge hat sich inhaltlich überhaupt nicht reformiert. Etwa 10 bis 15 Prozent fielen bei der ersten Begutachtung durch. Die Gründe: das Lehrangebot zu schmal, die fachliche Vertiefung nicht ausreichend.

Das Doppelangebot ist für die Hochschulen sehr teuer.

An den meisten Hochschulen laufen die neuen Studiengänge parallel zu den alten Magisterund Diplomprogrammen, was fi- nanziell und personell zu großen Belastungen führt. Trotzdem will die Mehrheit der Hochschulen am kostenintensiven Doppelangebot festhalten. Besonders die Technischen Universitäten tun sich schwer mit der Abschaffung des klassischen Diploms.

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Nur wenige Hochschulen haben schon länger Erfahrung mit dem Modell.

Überdies werden mehr reine Master-Studiengänge angeboten als aufeinander aufbauende „Bachelor-Master-Pakete“. Master-Stu- diengänge ohne ein vorgeschaltetes Bachelor-Studium richten sich allerdings an Absolventen, die bereits ein Diplom oder einen Magisterabschluss und einige Jahre Arbeitserfahrung haben. Zur Studienzeitverkürzung tragen sie also nicht bei. Für die Hochschulen ist es verlockend, vor allem auf Master-Angebote zu setzen. Denn in der Regel ist es weniger aufwändig, einen Master-Studiengang zu konzipieren als ein Bachelor-Programm zu gestalten.

Außerdem können die Hochschulen ihre Studenten für den Master-Studiengang selbst auswählen, wenn sie nicht inhaltlich auf einen Bachelor aufsetzen. Und sie können, anders als bei Ba- chelor-Master-Kombinationen, Studiengebühren erheben.

Die Wirtschaft wartet ab

Ein echter Vorteil des neues Systems sieht man auf dem Arbeitsmarkt: man hat festgestellt, dass sich die Bachelor-Absolventen trotz ihres verkürzten Studiums bei der Jobsuche nicht schwerer tun als ihre Magisterkollegen. Im Gegenteil: Sie besetzen die gleichen Berufsfelder, die gleichen Positionen und verdienen auch nicht weniger; sie verdienen vor allem früher, weil sie jünger einsteigen. Es ist egal, ob jemand auf seinem Examenszeugnis Bachelor, Master, Magister oder Diplom stehen hat – entscheidend sind für sie praktische Erfahrungen, Zusatzqualifikationen und das Alter.

Nicht alle sehen die Situation so positiv. Auch wenn global agierende Großunternehmen wie Siemens beteuern, die neuen Absolventen gern zu nehmen – die Mehrheit der Arbeitgeber in Deutschland zögert noch.

Demnach würden die Unternehmen gern auch IT-Spezialisten und Ingenieure mit Bachelor-Abschluss einstellen, während beispielsweise Physiker und Mathematiker besser ein Diplom haben sollten.

Die Studenten ihrerseits wollen wissen, was sie mit ihrem Studium anfangen können. Hochschulen und Studenten erwarten, dass die Wirtschaft sich deutlicher zu den neuen Absolventen bekennt. Schließlich hat sie jahrelang über zu lange Studienzeiten und zu alte Studenten geschimpft: Magisterstudenten brauchten im Schnitt 14 Semester bis zum Abschluss, und die Studiendauer bis zum Bachelor liegt bei durchschnittlich nur acht Semestern.

Die Ergebnisse der Studie über die Einführung von Bachelorund Master-Studiengängen gelten im Wesentlichen nach wie vor.

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Aufgaben

1.Schreiben Sie aus dem Text die unterstrichenen Wörter und Wendungen. Bilden Sie damit Ihre Beispiele.

2.Vergleichen Sie gestufte Studiengänge in Deutschland mit den gestuften Studiengängen in Russland. Welche Vorund Nachteile hat die neue Studienstruktur?

3.Beantworten Sie die Fragen:

Wann wurde die Einführung gestufter Studiengänge offiziell festgeschrieben?

Warum streben wenig Studenten einen Bachelor-Abschluss an?

Warum haben die Bachelor-Absolventen bei der Jobsuche bessere Chancen?

Welche Möglichkeiten bekommt man durch die Einführung des neuen Systems im Rahmen der europäischen Gemeinschaft? In Russland?

4. Was denken Sie über die Möglichkeiten des Studiums in Deutschland. Besprechen Sie diese Frage mit Ihrem Partner und in der Gruppe.

5. Diskutieren Sie über die neusten Tendenzen im Hochschulwesen, die weltweit zu beobachten sind. Schlagen Sie vor, wie man das Hochschulwesen verbessern könnte.

6. Lesen Sie den Artikel aus der Zeitung „DIE ZEIT“ und erfüllen Sie anschließend die Aufgaben zum Text.

Text 4. Erst pauken, dann Party von Jan-Martin Wiarda

An Deutschlands Hochschulen bahnt sich eine Kulturrevolution an: Die Studenten werden jünger und lernen effizienter. Studieren wird zum bloßen Zwischenstopp auf dem Weg nach oben

Noch leistet sich Deutschland Studenten, die so alt sind wie fast nirgendwo sonst auf der Welt: Im Jahr 2002 lag das Durchschnittsalter hiesiger Universitätsabsolventen bei 28,9 Jahren. 1996 war der typische Absolvent mehr als 30 Jahre alt. Immerhin: Auch die Studienanfänger sind seit 1996 um ein halbes Jahr jünger geworden. Man sieht: ein Verjüngungseffekt deutet sich an. Am Ende sollen die 28-Jährigen auf dem Campus die Exoten sein.

Alle wollen jüngere Studenten, darum wurde eine Reihe von Stellschrauben angezogen, um den Start ins Studium und letztlich ins Berufsleben vorzuverlegen.

Immer mehr Landesregierungen schieben die Einschulung

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nach vorn. Auch die Verkürzung von Wehrund Zivildienst um insgesamt ein halbes Jahr seit der Wiedervereinigung beschleunigt den Start ins Studium.

Das wird künftigen Erstsemestlern einen Vorsprung von bis zu zwei Jahren im Vergleich zu früheren Studentengenerationen bescheren – ein enormer Sprung. Die Studiendauer und die gerade in den Geisteswissenschaften enorm hohe Abbrecherquote dürften abnehmen, und das nicht nur wegen der in einigen Bundesländern eingeführten Gebühren für Langzeitstudierende.

Viel grundlegender soll sich die europaweite Harmonisierung der Abschlüsse auswirken: Geplant wird in Deutschland, alle Studiengänge auf Bachelor und Master umzustellen. Die sind deutlich strukturierter und ermöglichen eine verbesserte Leistungskontrolle.

Das sinkende Alter der Studenten, verbunden mit den neuen, gestuften Studienabschlüssen wird im Ergebnis die Studentenkultur der Bundesrepublik mit ihrem Hang zur Gemächlichkeit verändern.

Bislang war das Ende des Studiums oft als ein weit entferntes Ereignis zu betrachten, das wenig mit dem täglichen Leben zu tun hatte. Wenn es realistisch ist, mit 22 oder 23 die Universität zu verlassen, dann schafft das einen enormen Anreiz, effizient zu studieren.

Junge Menschen um die 20 sind noch eher zum Verzicht bereit, brauchten nicht unbedingt eine eigene Wohnung, den teuren Urlaub oder ein Auto – alles Dinge, die jenseits der 25 eine immer größere Rolle spielen. In Zukunft werden die Leute schon arbeiten, bis sie dieses Stadium erreichen.

Die durchstrukturierten neuen Studiengänge passen exakt zu dieser veränderten Lebenseinstellung jüngerer Studenten: Es gibt 18-Jährige, die können sehr selbstgesteuert lernen. Doch im Schnitt werden weniger Studenten mit dem liberalen Studium zurechtkommen. Die meisten wollen, dass ihnen jemand sagt, wo es langgeht. Sie erwarten persönliche Betreuung und genaue Kriterien, an die sie sich halten können – so, wie sie es aus der Schule gewohnt sind. Eine ungewohnte Aufgabe für Professoren, die bislang oft nur wenige ihrer Studenten persönlich kannten und selten Rechenschaft ablegen mussten über die Kriterien ihrer Benotung. Doch die neuen Studiengänge mit ihren Mentorenmodellen und Credits statt Scheinen lassen ihnen ohnehin keine Wahl.

Nach einer längeren Dominanz liberaler Auffassungen nähert sich das deutsche Bildungssystem realistischeren Erwartungen. Dies ist der Sieg des „bürgerlichen Effizienzmodells“ und bedeutet,

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dass das Studium insgesamt einem Job ähnlicher wird und nicht dem Modell: Büffeln für die Prüfungen, und der Rest ist Party.

Einer Illusion sollten sich Bildungspolitiker allerdings nicht hingeben: Billig wird die Reform der Studiengänge nicht. Man will doch mehr Effizienz und die damit verbundene Ausrichtung der Hochschulen auf jüngere Studenten. Auf die Frage: „Wie kriegt man den Wechsel in den Massenstudiengängen hin?“ ist die Antwort: „Vor allem mit einer besseren Betreuungsquote gerade an den überfüllten westdeutschen Massenuniversitäten.“ Und die gibt es nur über eine bessere finanzielle Ausstattung der Hochschulen.

(gekürzt)

Aufgaben

1.Was für einen Trend beobachtet man im deutschen Bildungswesen? Vergleichen Sie die Situation in Russland und in Deutschland in dieser Hinsicht.

2.Äußern Sie Ihre Meinung dazu, wie alt/jung die Akademiker sein sollen? Warum?

3.Welche im Artikel dargelegten Fakten sind Ihrer Meinung nach die bedeutendsten? Welche Probleme der Hochschulbildung verdienen besondere Beachtung?

4.Nehmen Sie Stellung zur These: Das Studium soll einem Job ähnlich werden und nicht dem Modell: Büffeln für die Prüfungen, und der Rest ist Party. Besprechen Sie diese These mit Ihrem Partner.

5.Gestalten Sie ein Rollenspiel: Meinungsaustausch über das System des Hochschulwesens in Deutschland und in Russland – die Studenten der russischen Universitäten unterhalten sich mit ihren deutschen Freunden.

6.Besprechen Sie mit Ihren Studienkollegen die Bedeutung der Hochschulbildung in der modernen Gesellschaft. Gehen sie dabei auf die Fragen ein:

– Wer ist Ihrer Meinung nach ein guter Student?

– Welche Bedeutung hat die Dauer des Studiums?

– Wie lange soll das Studium an einer Hochschule dauern? Warum?

– Was finden Sie besser, früher das Studium abzuschließen oder mit Verständnis und Erfahrung eine Studienfachrichtung zu wählen. Argumentieren Sie Ihre Meinung.

– Wer ist Ihrer Meinung nach ein gut ausgebildeter Mensch?

– Welche Bedeutung haben die gut ausgebildeten Menschen für die Gesellschaft und für das Land, in dem sie leben und arbeiten?

– Sind Sie mit dem Studium an Ihrer Hochschule zufrieden

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