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Немецкий язык. Учебное пособие по практике устной речи-1

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Vom Karfreitag bis zum Ostermontag sind es vier arbeitsfreie Tage. Der Bibel nach ist Jesus am Karfreitag gekreuzigt worden und ist am Ostersonntag aus seinem Grab auferstanden. Symbole von Ostern sind der Osterhase und die versteckten Ostereier, die die Kinder suchen. In manchen Ländern werden am Ostermontag die Mädchen mit Peitschen verdroschen und mit Wasser begossen, damit sie das ganze Jahr lang gesund bleiben. Für die “anstrengende” Arbeit werden die Jungs mit Süßigkeiten oder Bandschleifen belohnt, die sie an ihre Peitschen binden.

Pfingsten:

Pfingsten, sieben Wochen nach Ostern, schenkt zwei offizielle Feiertage, den Pfingstsonntag und den Pfingstmontag. Der Bibel nach ist Pfingsten ein hohes christliches Fest, das an die “Ausgießung des Heiligen Geistes” erinnert.

Texterläuterungen

Silvester – die Bezeichnung geht zurück auf den Papst Sylvester, der, nach der Legende, während der Regierungszeit Kaiser Konstantins Bischof im Rom war (314-335). Kennzeichen Sylvesters ist der Schlüssel: Symbol für das Schließen des alten Jahres und das Aufschließen des neuen Jahres.

Karfreitag – an diesem Tag wurde Christi gemartert und gekreuzigt (страстная пятница);

der Palmsonntag – die Straßen in Jerusalem waren beim Einzug Christi mit Palmenzweigen bedeckt (вербное воскресенье); der Gründonnerstag – an diesem Tag fanden das letzte Abendmahl Christi und sein Abschied von seinen Anhängern statt

(святой/чистый четверг); das Pfingsten Троица.

Glückwünsche an Akk. senden – посылать кому-либо поздравления с добрыми пожеланиями;

Fragen zum Text

1.Mit welchem religiösen Sinn werden die Feste assoziiert:

– Weihnachten

– Ostern

– Pfingsten?

2.Wann wird Silvester gefeiert? Was gibt es Besonderes an diesem Tag?

3.Wann wird Valentinstag gefeiert? Was will man einander an diesem Tag zeigen?

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Text 2. Deutsche Feste

Fasching – Fastnacht – Karneval

Das Fest bedeutet Freude auf den kommenden Frühling. Durch Lärm und Masken sollten die bösen Dämonen, die der erwachenden Natur Schaden zufügen könnten, abgeschreckt und vertrieben werden. Zugleich sollen die guten Geister, die Fruchtbarkeit und Segen bringen, aus dem Schlaf geweckt werden. Das macht man mit Schellen, Peitschenknallen, Rummeltopf usw. Es ist eine Zeit des Übermuts und närrischen Treibens.

Eigentlich beginnt die Karnevalszeit am 11.11 um 11 Uhr 11. Es wird an diesem Tag ein Elferrat gewählt, der alle späteren Veranstaltungen vorbereitet und im Februar durchführt.

Vor allem in Westund Süddeutschland herrscht im Februar die “5. Jahreszeit” vor, so wird die Zeit von Karneval, Fastnacht oder Fasching – die Bezeichnungen sind örtlich sehr unterschiedlich – genannt. In vielen Städten gibt es große Fastnachtszüge, zum Teil in historischen Trachten mit historischen Masken, in Mainz, Köln und Düsseldorf mit vielen Kapellen und Prunkwagen, dazu Motivwagen, in denen aktuelle Ereignisse karikiert werden. Oft gibt es Tanzdarbietungen und Veranstaltungen, bei denen verkleidet und maskiert wird oder Büttenreden gehalten werden, in denen aktuelle Probleme in witziger Form dargestellt werden und die Menschen durch Unsinn, Übertreibung und Satire zum Lachen gebracht werden. Dazwischen gibt es Musikdarbietungen von Laiensängerinnen und – Sängern oder Sängergruppen.

Den Höhepunkt des Festes bilden drei Fastnachtstage: der Rosenmontag (Tag der großen Karnevalsumzüge), der Fastnachtsdienstag (Narrenfastnacht) und der Aschermittwoch als Beginn der Fastenzeit (die Fastenzeit umfasst 40 Tage vor Ostern).

Oktoberfest

In München und Stuttgart gibt es im Herbst große Feste; in München das Oktoberfest, das Ende September stattfindet. Es ist eigentlich ein Bierfest und beginnt damit, dass die Brauereien mit großen Pferdespannen die Bierfässer zur Festwiese fahren, wo dann der Oberbürgermeister der Stadt das erste Fass Bier ansticht (anzapft) und das erste Glas dem bayerischen Ministerpräsidenten überreicht. Große Bierzelte bestimmen das Bild des Oktoberfestes, neben Bier spielen gebratene Hähnchen eine große Rolle. Ein ähnliches Fest gibt es auch in Stuttgart, den Wasen.

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Konfirmation und Jugendweihe

Ein besonderes Fest in Deutschland ist auch die Konfirmation (bei Protestanten) oder die Kommunion (bei Katholiken). Das ist ein religiöses Bekenntnis am Tag der Volljährigkeit der Jungen und Mädchen, das in der Kirche stattfindet. Nach der feierlichen Zeremonie in der Kirche wird ein Festessen mit der Übergabe der Geschenke und mit dem festlichen Kuchen veranstaltet. Dazu trägt man schöne Kleidung, zahlreiche Geschenke werden im Voraus gekauft, Gäste werden eingeladen. Die meisten Menschen im Westen erleben eine Konfirmation oder Kommunion wie Weihnachten, d.h. aus einem rein religiösen Fest wird ein kommerzieller „häuslicher“ Höhepunkt, der dazu noch unter den Fanfaren der Massenmedien abläuft und den rein säkularen Festcharakter unübersehbar macht.

Anstelle religiöser Bekenntnisse ist im 19. Jahrhundert als feierliche Einführung Jugendlicher in die Welt der Erwachsenen die Jugendweihe entstanden. In der DDR war das ein offizieller Festakt, ein weltlicher Ersatz für die kirchliche Konfirmation. Sie wurde stark propagiert und entsprechend politisiert. Aber auch heute noch wird die Jugendweihe in manchen Regionen Deutschlands gefeiert.

Regionale Feste

In den Weinregionen gibt es Winzerfeste und im Herbst den frisch vergorenen Wein (Rauscher, Federweißer), oft mit Zwiebelkuchen.

Das Spezifische des Ortes kommt bei zahlreichen Festen zum Ausdruck, die z.B. die Pflanzenwelt widerspiegeln. So gibt es in einem Ort ein Parkfest, Rosengartenfest oder Fliederfest, in einem anderen ein Waldoder Forstfest. Die Tierparks begehen ihr Tierparkfest. In der Lausitz gibt es ein Windmühlenfest, in Reichenbach ein Brückenfest und in Wernigerode ein Rathausfest. An der Müritz feiert man ein Seefest und an der Ostsee ein Strandfest.

Mehrere Feste haben besonderen Wert und werden vielerorts gefeiert. Zu diesen Festen gehören Erntedankfeste. Als Dank für die reiche Ernte bringen die Gläubigen in vielen Gegenden zum Erntedankfest Früchte des Gartens und der Felder in die Kirche. Beim großen fränkischen Erntedankzug in Bayern präsentieren viele Dörfer und Gemeinden auf großen und kleinen Wagen, die mit Girlanden geschmückt sind, die Früchte des Landes.

In Deutschland sind auch Maifeste beliebt. Im Landkreis Marburg wird bei dem Fest ein Junge als Maimann verkleidet. Der

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Maimann, eine junge Gestalt, ist der Mittelpunkt der Feier. Im Oberbayern wird ein Maibaum aufgestellt, ein schlanker hoher Stamm, der mit Kränzen oder Figuren reich geschmückt wird. Dazu gibt es schöne Musik, Maitänze, Unterhaltung und Spiele.

Deutschland bewahrt auch seine alten Schützentraditionen. Sowohl im Norden des Landes als auch im fränkischen Raum sind Schützenfeste anzutreffen. Sie werden in Stadt und Land gefeiert. Das Fest beginnt mit einem großen historischen Umzug. Das interessante Programm, das auch Schießübungen einschließt, endet mit einem Bierfest. Beim Fest wird ein Zentner schwerer Vogel zum Schützenplatz gebracht. Auf diesen Vogel wird später geschossen, in manchen Orten mit der Armbrust, wie es in der Ritterzeit war. Eines der größten Schützenund Heimatfeste wird seit 600 Jahren in Düsseldorf gefeiert. Da entsteht auf den Rheinwiesen fast über Nacht eine bunte Jahresmarktstadt. In diesen Tagen gibt es alles: einen historischen Festzug mit Musikkapellen und Reitergarden, Platzkonzerte, Fackelzüge, ein Kinderschützenfest und zum Schluss ein Riesenfeuerwerk am Rhein.

Deutschland ist also an vielen schönen Festen reich.

Wortschatz

heidnisch – языческий;

karge Winterzeit – скудная зима;

die Bescherung – одаривание подарками, раздача подарков; einander mit Geschenken bescheren – одаривать друг друга

подарками;

Da haben wir die Bescherung! – Вот так сюрприз! Das ist die ganze Bescherung? – И это все? (ирон.); die Krippe – ясли (для скота); ясли (детские);

Jetzt geht‘s an die Krippe – А теперь за стол! (Приглашение к столу);

an der Krippe stehen – занимать теплое (доходное) местечко;

der Putenbraten – жаркое из индейки; der Eber – кабан;

Wütend wie ein angeschossener Eber – злой как черт; der Pfefferkuchen – пряник;

die schneeweiße Windel – белоснежная пеленка;

die Ausgiessung des Heiligen Geistes – нисшествие Святого Духа;

die Tracht – национальный костюм;

geistliche Tracht – облачение, церковное одеяние;

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das Winzerfest – праздник сбора винограда; das Schützenfest – праздник стрелков; traditionsgemäß – по традиции;

die Traditionen pflegen, bewahren – соблюдать традиции; die alten Traditionen wieder aufnehmen, weiter entwickeln –

продолжать, развивать традиции;

einen Umzug vorbereiten, gestalten, durchführen – подготав-

ливать, организовывать, проводить шествие; es weihnachtet – скоро рождество;

der festliche Trubel, vom festlichen Trubel erfasst sein – праз-

дничная толкотня, быть охваченным праздничной суетой; in Hochstimmung sein – быть в наилучшем настроении; etwas einfallsreich gestalten – организовывать что-либо с

юмором;

die Überlieferung – предание, der Überlieferung nach – по преданию;

das Feuerwerk – пиротехника; фейерверк; firmen – конфирмировать;

die Jugendweihe – гражданская конфирмация;

der Rosenmontag – der letzte Montag der Fastenzeit (день карнавального шествия);

der Aschermittwoch – Mittwoch in der ersten Fastenwoche.

Aufgaben

1.Erzählen Sie über ein deutsches Fest, das Sie besonders interessant finden.

2.Besprechen Sie den Inhalt eines der Texte mit Ihren Studienkollegen. Beginnen Sie Ihre Äußerungen folgendermaßen:

– Was findest du an dem … fest besonders einprägsam?

– Solch ein unvergesslich schönes Fest möchte ich einmal miterleben.

– Es war für mich sehr erfreulich zu erfahren, dass in Deutschland … gefeiert wird.

3.Nehmen Sie Stellung zur These: Weihnachten ist ein ausgesprochen deutsches Volksfest.

4.Welche Feste feiern Sie besonders gern? Wie feiern Sie diese Feste? Erzählen Sie darüber.

5.Wie interpretieren Sie die Sprüche?

Ein tiefer Sinn wohnt in den alten Bräuchen; man muss sie ehren (Schiller).

Brauchtum ist ein Gruß aus der guten alten Zeit (Sprichwort). Andre Länder, andre Sitten (Sprichwort).

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In Rom tu, was Rom tut (Sprichwort). Der alte Brauch ist der beste (Sprichwort). Geben Sie Ihre Übersetzungsvariante.

6. Sehen Sie sich die Tabelle an, in die die wichtigsten Feste Deutschlands eingetragen sind. Können Sie die Tabelle ergänzen? Erzählen Sie kurz über die deutschen Feste.

 

Tabelle 1.

Die wichtigsten Feste Deutschlands

 

 

Feste

Datum

Weihnachten

25. Dezember

Silvester

31. Dezember

Heiligen drei Könige

6. Februar, Feier der Ankunft der drei Könige in

 

Bethlehem

Valentinsstag

14. Februar

Walpurgisnacht

In der Nacht vom 30.April auf den 1. Mai

Tag der Arbeit

1. Mai

Muttertag

13. Mai

Christi Himmelfahrt

20.Mai

(Vatertag)

 

Fronleichnam

14. Juni

Maria Himmelfahrt

15. August

Einschulung

1. September

Tag der Deutschen Einheit

3. Oktober, Feier der Wiedervereinigung

 

Deutschlands

Reformationstag

31. Oktober

Halloween

 

Allerheiligen

1. November

Buß – und Bettag

21. November

Oktoberfest in München

Ende September – Anfang Oktober

(Bierfest)

 

7. Übersetzen Sie ins Deutsche:

1) Традиции и обычаи народа часто находят свое отраже- ние в праздниках. 2) К наиболее значительным праздникам в Германии относятся Пасха, Рождество и Троица. 3) Их отме- чают почти все, независимо от вероисповедания и возраста. 4) „Счастливого рождества!“ – желают люди друг другу от всего сердца во время одного из самых любимых народных празд- ников. 5) До Рождества Христова этот день был праздником Бога света, пробуждающего природу к новой жизни, а рождес-

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твенские обычаи были связаны со стремлением людей к свету и теплу. 6) Сегодня Рождество это праздник семьи, мира, радости и счастья. 7) По традиции День Святого Валентина празднуется 14 февраля. 8) Карнавал праздник наступаю- щей весны. Раньше считалось, что шумом можно отпугнуть злых демонов, способных причинить вред пробуждающейся природе. 9) Пасха праздник Воскресения Христа. Важными днями для Пасхи считаются вербное воскресенье, чистый чет- верг, страстная пятница, пасхальное воскресенье и пасхаль- ный понедельник. По Библии Христос был распят в страст- ную пятницу и воскрес в воскресенье. 10) Троица празднуется через 7 недель после Пасхи. Этот праздник считается своего рода напоминанием о Нисшествии Святого Духа. 11) Очень популярен был всегда и праздник урожая. По традиции в бла- годарность за богатый урожай верующие приносили в церковь фрукты и цветы из своих садов.

8. Merken Sie sich Wörter und stehende Redewendungen zum Thema:

der Volksglaube – народная примета, суеверие; der Aberglaube – суеверие;

das Vorzeichen – предзнаменование; das Anzeichen – признак, примета;

das Orakel – загадочное предсказание, пророчество;

den Teufel an die Wand malen – рисовать всякие ужасы,

пугая кого-л.;

Leb wohl, iss Kohl – живи хорошо, ешь капусту (квашеная капуста считалась у немцев целебным средством);

j-n in den April schicken – обманутького-л., сыгратьшутку с кем-либо;

mir ist ein Hase über den Weg gelaufen – мнесегодняневезет,

меня преследует неудача;

Katze von rechts bedeutet was Schlecht´s – если кошка перебежала дорогу слева направо это не к добру;

wenn Ostern und Pfingsten zusammenfallen – последождичка в четверг.

Beschreiben Sie die Situationen, in denen diese Redewendungen gebraucht werden können. Aktualisieren Sie diese Redewendungen in Sätzen.

9. Informieren Sie sich über die Herkunft des Weihnachtsfestes. Geben Sie den Inhalt des Textes wieder.

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Text 3. Weihnachten

Herkunft des Namens

„Ze den wihen nahten“ hieß auf Hochdeutsch „zu den Heiligen Nächten“. Welch ein Zauber geht von diesen Worten aus, mit dem wir das mit dem „Heilig Abend“ eingeleitete Fest der Geburt Christi bezeichnen.

Festlegung des Datums für Weihnachten

Der 25. Dezember, der Tag der Sonnenwende war in vielen Kulturen ein besonders wichtiger Tag. Im vorderasiatischen Mithraskult wurde an diesem Tag die Geburt des Lichtgottes gefeiert. Bei den Ägyptern wurde mit dem Isiskult die Geburt des Horus auf diesen Tag gelegt. Die Römer begingen ihre feierlichen Saturnalien zu Ehren des Gottes Saturn, des unbesiegbaren Sonnengottes, an diesem Tag. Die Germanen feierten im norddeutschen Raum bis hinauf nach Skandinavien ihr Mittwinterfest oder Julfest, zugleich ein Totenund Fruchtbarkeitsfest. Um diese Feste rankt sich allerlei Geisterglauben, der sich in der Tradition, gerade in abgelegenen Gegenden z.B. in den Alpen, bis heute gehalten hat. Da in Rom sowohl das asiatische und ägyptische als auch das römische Fest mit großem Pomp gefeiert wurden, versuchte Papst Hyppolit bereits um 217 all diese Kulte damit zu beseitigen, indem er das Fest der Geburt Christi auf diesen Tag, den 25. Dezember, verlegte. Man verwies darauf, dass schon das Alte Testament den erwarteten Erlöser als „Sonne der Gerechtigkeit“ bezeichnet. Außerdem habe sich Christus selbst das „Licht der Welt“ genannt, der als das „Wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet“, in diese Welt gekommen sei. Mit der Datierung des Weihnachtsfestes auf das Fest des „Unbesiegbaren Sonnengottes“ gaben die Christen den Heiden zu verstehen: Die Sonne ist gut, und wir freuen uns ihres immer neuen Sieges nicht weniger als ihr. Aber sie hat ja keine Macht aus sich selbst, sondern sie hat nur Kraft, weil Gott sie erschaffen hat. So kündet sie uns von dem wahren Licht, von Gott, dem Schöpfer aller Dinge. Deshalb feiern wir an Weihnachten das Kommen des wahren Gottes. Den Urquell allen Lichtes, nicht aber sein Werk, die Sonne, die kraftlos wäre ohne ihn. Das ist der Sinn von Weihnachten: Es ist der Geburtstag Christi, die Wintersonnenwende der Weltgeschichte, die uns in allen Aufund Niedergängen der Geschichte die Gewissheit gibt, das die dunklen Mächte der Finsternis keine endgültige Macht besitzen.

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Durchsetzen konnte es aber erst Papst Liberius 354. Zum Dogma, Glaubenssatz, wurde es auf dem 2. Konzil von Konstantinopel 381 unter Kaiser Theodosius erklärt.

Im 7. und 8. Jahrhundert setzte sich der Brauch, das Fest am 25. Dezember zu feiern auch in Deutschland durch. Die Mainzer Synode erklärt 813 diesen Tag offiziell zum „festum nativitas Christi“. Mit ihm begann damals das Kalenderjahr. Der erste Januar wurde erst ca. 800 Jahre später mit Einführung des Gregorianischen Kalenders zum Jahresbeginn. Im Verlaufe der Christianisierung der Menschheit hat das Weihnachtsfest dann seine heutige weltweite Verbreitung gefunden. Der christliche Weihnachtsfestkreis beginnt mit der vierwöchigen Vorbereitungszeit des Advents und reicht in den katholischen Bereichen bis zum 6.1. (Dreikönig). Die Griechisch-Orthodoxen feiern die Geburt Jesu erst am 6.1., die Armenier am 18./19. 1.

Zur Theologie des Weihnachtsfestes:

Wenn die frühe Christenheit vom „Anfang“ der „Frohen Botschaft von Jesus Christus“ sprach, so meinte sie den Beginn seines öffentlichen Wirkens. Erst später fragte die Kirche nach dem ‚Ursprung Jesu in Gott‘, also nach seiner Geburt, seiner Kindheit und Jugend. Diese Frage wurde im Licht des Osterereignisses gestellt und beantwortet. Die dabei berichteten Ereignisse gehören nicht mehr zur ‚apostolischen Autopsie‘. Sie sind Glaubenszeugnisse, Christusbekenntnisse der jungen Kirche. Dabei leitet Lukas und Matthäus nicht primär ein biographisches Interesse. Die Fachliteratur spricht von einer ‚homologetischen Geschichtsschreibung‘ (von gr. homologeo = zusagen, zusichern, frei heraussagen, bekennen). Dabei steht die Geburtsgeschichte Jesu zusammen mit der Tempelgeschichte im Mittelpunkt. Diese Geburt ist prophetisch angekündigt und direkt vorausgesagt, wobei das Schema: Verheißung – Erfüllung die Kindheitserzählungen strukturiert. Ein Nebenmotiv ist die Verbindung mit den Erzählungen von der Geburt Johannes des Täufers.

Da in Christus die Zeit der Erfüllung und Vollendung anbricht, übernehmen die Hagiographen (Autoren der Lebensbeschreibung) die Stilmittel der Apokalyptik. Die Engel als endzeitliche Gottesboten sind hier vor allem zu nennen. So wird das Weihnachtsevangelium gleichsam von zwei Scheinwerfern angestrahlt: dem (im Licht milderen) der Prophetie und dem helleren, leuchtenderen der apokalyptischen Erfüllung.

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Im Evangelium des Lukas (in dem der größte Teil der Kindergeschichten Jesu beschrieben ist) fällt auf, mit wie kargen Worten die Geburt des Herrn beschrieben wird und wie breit der Evangelist die Verkündigung an die Hirten und deren Kommen darstellt. Matthäus erwähnt die Geburt nur in einem Nebensatz und wendet sich dann dem Stern der Offenbarung und dem Kommen der Magier zu. Wichtig war das Aufleuchten der Herrlichkeit Gottes, die im Kind sichtbar ist, vor den Juden und Heiden. Selbst die Weltmacht Rom (und damit alle irdische Macht) muss in den Dienst des Kindes treten. Mit der Geburt Jesu soll verdeutlicht werden, dass dieses Kind wahrer Gott und wahrer Mensch in einer unauflöslichen Verbindung ist.

(nach „Der Weg“).

Texterläuterungen

Mithraskult: Mithras ist ein altpersischer Gott des Lichts, der auch unter den Staatsgöttern des mesopotamischen Reichs um 1400 v.Chr. Mitanni genannt wurde.

Isiskult: Isis ist in der ägyptischen Mythologie Schwester und Gemahlin des Osiris, von dem sie Horus als Sohn zur Welt brachte. Sie galt auch als Göttin der Toten.

Acht Tage vor dem 25. Dezember wurden im alten Rom die Saturnalien – das Fest zu Ehren des Gottes Saturn – begangen.

Autopsie ist die Untersuchung des Körpers nach dem Tod. Apokalypse ist eine thematisch bestimmte Gattung der reli-

giösen Literatur, die Gottesgericht, Weltuntergang und Zeitenwende in den Mittelpunkt stellt.

Johannes der Täufer ist eine der zentralen Figuren des Christentums, er verkündete die nahe Ankunft des Messias. Seine Bedeutung und seine Leistung in den Evangelien beschränkt sich im Wesentlichen auf die Taufe Jesu am Fluss Jordan.

Verkündung ist das nachdrückliche Kundtun eines wichtigen Sachverhalts, das Wort wird auch im Zusammenhang mit Prophezeiungen verwendet.

Die Weihnachtsgeschichte Gottes Sohn kommt in die Welt

In dieser Zeit befahl der Kaiser Augustus, dass alle Bewohner des römischen Reiches namentlich in Listen erfasst werden sollten. Eine solche Volkszählung hatte es noch nie gegeben. Sie wurde durchgeführt als Quirinius Gouverneur in Syrien war.

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