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Kultur der Schweiz

Die Kultur der Schweiz ist von den Nachbarländern beeinflusst, aber über die Jahre hat sich eine eigenständige Kultur entwickelt. Die Aufteilung der Schweiz in mehrere Sprach- und somit auch Kulturregionen macht es schwierig, von einer einheitlichen Schweizer Kultur zu sprechen. Die drei grösseren Sprachregionen werden von den jeweiligen Nachbarländern sowie von den angelsächsischen Ländern stark beeinflusst, während die rätoromanische Kultur keinen «grossen Bruder» hat.

Schweizer Alphornbläser

Regionale Bräuche werden von Vereinen in der gesamten Schweiz aufrecht erhalten. Bräuche umfassen vor allem Musik, Tanz, Theater, Dichtung, Schnitzerei und Stickarbeiten. Eine grosse Anzahl von lokalen Bräuchen und Riten steht in Zusammenhang mit den Jahreszeiten. Obwohl Jodeln oft mit der Schweiz verbunden wird, ist es nicht weit verbreitet. Jodeln war ursprünglich auf einige Bergregionen beschränkt. Dasselbe gilt für die Handorgel (Harmonika), die manchmal Schwiizerörgeli genannt wird. Dies impliziert ein typisch schweizerisches Musikinstrument.

Das Alphorn, auch Alpenhorn genannt, ist ein trompetenähnliches Blasinstrument aus Holz. Das Alphorn hatte vor dem Aufkommen des Tourismus' nur eine kleine Verbreitung, hat sich aber zusammen mit der Handorgel und dem Jodeln als Sinnbild der Schweizer Musik durchgesetzt.

Die Melodien der Volkslieder variieren zwischen den einzelnen Regionen. Beliebte Themen sind Liebe, das Heimatland, Bauernarbeit und Jagd.

Die traditionelle Kultur in den Bergen zeigt sich vor allem in den verschiedenen Tänzen. Kleine Musikensembles können in vielen Gebieten gefunden werden, speziell aber in den Bergen und in der Westschweiz.

Schnitzereien werden meist zur Verzierung von Alltagsobjekten verwendet. Beispiele sind verzierte Melkstühle, Glockenbänder, Holzlöffel oder Gehstöcke. Es werden auch häufig Figuren geschnitzt, speziell Krippenfiguren. In einigen Regionen werden die Fassaden der Häuser mit Schnitzereien verziert. Dies ist besonders im protestantischen Berner Oberland der Fall. Der Beruf des Schnitzers wird heute nur noch an der Schule für Holzbildhauerei in Brienz ausgebildet.

Eine lange Tradition hat in der Schweiz die Textilindustrie. Stickerei findet in der Verzierung von Trachten Verwendung. Die Trachten sind häufig nur an prominenten Punkten bestickt, wie beispielsweise Kragen oder Hut. In der Vergangenheit war Stickerei ein bedeutender Zweig der Heimindustrie, heute produzieren nur noch ein paar wenige, ausgewählte Firmen die weltberühmten St. Galler Stickereien, die beispielsweise in der Pariser Haute Couture Verwendung finden.

Daneben war die Schweiz im 19. Jahrhundert berühmt für ihre Spitzen, die ebenfalls in den Sonntagstrachten der Frauen (Hauben, Handschuhe) Verwendung fand sowie in der viktorianischen Modewelt.

Die Schweiz wird nicht gemeinhin als eine der grossen Musiknationen betrachtet. Im 20. Jahrhundert jedoch hat sie eine Anzahl von bekannten Komponisten hervorgebracht. Arthur Honegger, Othmar Schoeck und Frank Martin haben es alle zu internationalem Ruhm gebracht. In Luzern findet jährlich ein internationales Musikfestival statt, das Lucerne Festival. Auch in anderen Orten gibt es ähnliche Veranstaltungen. Das Montreux Jazz Festival ist besonders bekannt. Zudem ist die Schweiz das Land mit den meisten Open-Air-Veranstaltungen der Welt. Daneben existiert seit den 1950er-Jahren eine lebendige Musikszene aus dem Pop- und Rock-Bereich. Vor allem seit den späten Siebzigerjahren etablierte sich in der Deutschschweiz mehr und mehr auch die Pop-/Rock-Musik mit Dialekttexten (Mundartrock). Heute finden sich Mundarttexte in allen Bereichen der Musik. Besonders erfolgreiche Pop- und Rockmusiker sind etwa DJ BoBo, Polo Hofer, Patrick Nuo, Stephan Eicher, Yello, Gotthard, Sina und Andreas Vollenweider. Viele davon haben in mehreren Ländern Erfolg, einige wie zum Beispiel Polo Hofer und Sina sind aufgrund der Dialekttexte quasi an die Schweiz gebunden. Krokus ist bis heute die einzige Schweizer Band, die in den USA einige Jahre erfolgreich auf Tour waren. Den Eurovision Song Contest gewann die Schweiz zweimal: bei der Erstausgabe 1956 sowie 1988 mit Céline Dion. Zudem ist eine breite Palette an Volksmusik und Volksliedern in allen Sprachregionen bekannt.

Da die Schweiz vier Landessprachen besitzt, unterscheidet man oft vier Bereiche: die Literatur der deutschsprachigen, französischsprachigen, italienischsprachigen und rätoromanischen Schweiz.

Schon im Mittelalter gab es literarisches Schaffen in verschiedenen Klöstern. Im Kloster Muri entstand um 1250 das älteste deutschsprachige Osterspiel und das erste Weihnachtsspiel etwas später in St. Gallen. Auch höfische Lyrik entstand im Gebiet der heutigen Schweiz, z.B. in Zürich die «Manessische Liederhandschrift». Im 16. Jahrhundert verfasste Aegidius Tschudi die «Schweizerchronik». Dieses Werk war für Schiller die Grundlage zu seinem «Wilhelm Tell».

Obwohl die deutschsprachige Schweizer Literatur immer im Schatten Deutschlands stand, gibt es trotzdem einige Werke, die im ganzen deutschen Sprachraum bekannt sind, darunter jene von Friedrich Glauser, Johanna Spyri, Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch, Adolf Muschg, Jeremias Gotthelf, Gottfried Keller und Conrad Ferdinand Meyer. Carl Spitteler und Hermann Hesse haben für ihre Werke den Nobelpreis erhalten.

Geschrieben wird, im Gegensatz zur Musik, wo oft in Mundart gesungen wird, fast ausschliesslich im Schweizer Hochdeutsch.

Bedeutende Literaturveranstaltungen in der Schweiz sind die Solothurner Literaturtage und die Messe Buch Basel.

Wie in allen europäischen Ländern ist auch das Schweizer Filmschaffen heute auf staatliche Filmförderung angewiesen. Die Fördermittel reichen jedoch nur für einen geringen jährlichen Filmausstoß. Der erfolgreichste Schweizer im internationalen Filmgeschäft ist zweifellos der Produzent Arthur Cohn, der bereits sechs Oscars gewonnen hat. Das jüngste Festival in der Schweiz ist das Zurich Film Festival, welches 2005 zum ersten Mal stattfand.

aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Schweiz

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