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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5808_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана

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6
6.3 Diffuse Bauchschmerzen
x
Zöliako-/Mesenterikographie.
x
Suche nach der Emboliequelle und/oder Zeichen von Atherosklerose.
Sonographischer Befund:
x
Langstreckige, segmentale echoarme erhebliche Wandschwellung, später geringer ausgeprägt.
x
Akute Lumeneinengung, später Dilatation durch ischämisch bedingter
Leitsymptome
Resorptionsstörung.
x
Verminderte, später aufgehobene Peristaltik.
x
Dopplersonographie: Arteriosklerose der Mesenterialgefäße, gelegentlich mit Stenose des Truncus coeliacus oder der A. mesenterica superior nachweisbar (Abb. 117).
Abb. 115 Mesenterialinfarkt: Abschnittsweise verdickte echoarme Darmwand (DW) mit aufgehobener Peristaltik. Das Darmlumen ist als echoreiches Band erkennbar
Abb. 116 Akute Pfortaderthrombose: In der Vena portae (VP) Raumforderung mit leberidentischem Binnenecho (Pfeile). Dopplersonographisch kein Flussnachweis
ab
Abb. 117 a–c a Stenose der A. me­senterica superior (AMS): Echoreiche Plaques im Abgangsbereich der A. me­senterica superior, zunächst kaum zuzuordnen. b FKDS: Bunte Farbpixel (Aliasing) als Hinweis für Turbulenzen, hohe Strömungsgeschwindigkeiten. c Spektralkurve der PW-Doppler-Ablei­tung: Flussbeschleunigung bis 4 m/sek
c
88
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6.3 Diffuse Bauchschmerzen
Sicherheit der sonographischen Diagnose: Typische sonographische Zeichen
erlauben die Eingrenzung der Diagnose. Eine Ausschlussdiagnose ist nicht mög­lich. Die endgültige Diagnose wird intraoperativ gestellt, da sonographisch oft keine Differenzierung zwischen arteriell stenotischem oder thrombotischem und venösem Gefäßverschluss möglich ist.
Intraabdominelle Blutung (Abb. 118)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Klinik: Akutes Schmerzereignis, lokal oder diffus; bei bedeutsamen Blutungen
Kreislaufschock, aufgetriebenes Abdomen, Abwehrspannung.
Diagnostik:
x
Anamnese: Vorangegangenes Trauma mit Schmerzereignis (Unfall, Tritt, Sturz etc.), Tumorleiden (eingeblutete Metastase).
x
Sonographie; sonographische Verlaufskontrollen, da eine zweizeitige Organ­ruptur möglich ist
x
Labor: Kontrolle des HK- und Hb-Wertes sind zwingend!
x
Probepunktion: Im Zweifelsfall und bei größeren Mengen intraabdominaler Flüssigkeit kann probepunktiert werden.
x
Probelaparotomie (diagnostisch).
Sonographischer Befund:
x
Annähernd echofreie Flüssigkeit um die Organe.
x
Ältere organisierte Hämatome sind meist inhomogen und echoreicher.
x
Lokalisiertes oder im gesamten Bauchraum verteiltes Blut.
x
Kapselkonturunterbrechung bei Organruptur (Niere, Milz, Leber etc.).
Sicherheit der sonographischen Diagnose: Bereits 10–15 ml Flüssigkeit können
sonographisch nachgewiesen werden. Die Art der Flüssigkeit kann mit einer gezielten Probepunktion bestimmt werden. Selten können auch Tumoren und Metastasen rupturieren und heftig bluten.
6
Leitsymptome
ab
Abb. 118 a u. b a Intraabdominelle Blutungen: a Echoreiche Koagel (2 Tage) rechter Unterbauch. b Noch in Gang befindliche arterieller Blutung, nahezu echofrei. Skiunfall
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6.4 Diarrhö, Obstipation
6.4 Diarrhö, Obstipation
Grundlagen
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Einteilung: Akut/chronisch; infektiös; bei organischen Veränderungen.
Leitsymptome:
x
Leitsymptome
Stuhlfrequenz häufiger als 4 Stühle am Tag bzw. 2 oder weniger pro Woche.
x
Stuhlmenge mehr als 250 g pro Tag bzw. deutlich zu wenig (normal ca. 80–150 g).
x
Konsistenz weich bis flüssig bzw. hart.
x
Der Stuhlgang kann mit und ohne begleitende Beschwerden, schleimig, blu­tig, wässrig oder körnig sein und deutlich sichtbare Nahrungsreste enthalten.
Vorbemerkungen:
x
Die Anamnese ist besonders wichtig, da die Deutung der Stuhlgewohnheit nicht einheitlich ist. Günstig ist eine „Stuhlvisite“.
x
Alle Diarrhöen müssen sowohl auf das Vorliegen einer Infektion als auch einer organischen Krankheit hin untersucht werden. Dazu gehören Blutunter­suchungen, ggf. auch zum Erregernachweis (Blutkultur, KBR), und Stuhlunter­suchungen zum Erregernachweis bzw. Antikörpernachweis (z. B. Clostridien­AK).
x
Alle echten Obstipationen lassen einen stenosierenden Prozess vermuten.
x
Nur wenige Krankheitsbilder lassen sich sonographisch klären. Meist ist eine Endoskopie mit Probeentnahme und histologischer Beurteilung notwendig und sinnvoll.
Differenzialdiagnosen werden nach ihrer Häufigkeit im Allgemeinkrankenhaus
in Tab. 12 aufgelistet.
.
Tabelle 12
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Diagnose Sonographische Zeichen
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
häufig
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Morbus Crohn (S. 91)
Colitis ulcerosa (S. 92) kontinuierlicher Befall, unregelmäßige Wandbegrenzung
abdominaler Tumor, Passagehindernis (S. 92)
chronische Pankreatitis, Pankreasinsuffizienz (S. 92)
Divertikulitis (S. 93) verdickte echoarme Darmwand, inkompletter
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
weniger häufig
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Hernie (S. 80)
Differenzialdiagnose der Diarrhö und Obstipation
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
homogene echoarme Wandverdickung, oft i 10 mm, diskontinuierlicher Befall, mangelnde Peristaltik
zum Lumen (Pseudopolypen), seltener Wandverdickung Tumor: Kokarde, umschriebene Wandverdickung bis 8 mm Passagehindernis: Pendelperistaltik, weit gestellte,
vermehrt flüssigkeitsgefüllte Darmschlingen inhomogenes Parenchym mit groben echoreichen
Binnenechos (Fibrose, Verkalkung)
Schallschatten durch Luftansammlung
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Bruchsack mit wandverdickten Darmschlingen, Lücke im Peritoneum
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6.4 Diarrhö, Obstipation
.
Tabelle 12
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Differenzialdiagnose der Diarrhö und Obstipation – Fortsetzung
Diagnose Sonographische Zeichen
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
selten
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Pseudoobstruktion (S. 94)
sonographisch nicht zu klären: häufig: viraler, bakterieller und parasitärer Darmbefall, Morbus Whipple, Panarteriitis nodosa der Mesenterialgefäße, Medikamente, Intoxikation, Colon irritabile weniger häufig: Laktasemangel, reflektorisch bei Schmerzen, Flüssigkeitsmangel, Elektro­lytstörungen selten: Lymphangitis toxoplasmatica abdominalis, Malabsorptionssyndrom (Diagnostik s. Abb. 436, S. 311), Darmpolypen, Karzinoidsyndrom, hormonaktiver Tumor, Hyperthy­reose/Hypothyreose, Lebensmittelallergie, Antikörpermangelsyndrom, Mukoviszidose , Mesenteriallymphknoten-Tbc
Morbus Crohn
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
s. auch unter Dünndarm S. 374; Dickdarm S. 378.
Klinik: Diarrhö, gelegentlich blutig; abdominelle Schmerzen im Bereich des
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
weit gestellte Darmschlingen, verminderte Peristaltik, kein Passagehindernis
Entzündungsmaximums; Fieber und Abgeschlagenheit, Malabsorptionssyn­drom.
Diagnostik:
x
Untersuchung: Palpabler Tumor (Verklebung entzündeter Darmabschnitte infolge der transmuralen Entzündung beim M. Crohn); häufig Fistelnachweis.
x
Sonographie.
x
Hohe Koloskopie mit Ileoskopie und Probeentnahme in allen Darmabschnitten (ein Morbus Crohn muss sich nicht makroskopisch zeigen, wenn nur die tie­fen Wandabschnitte betroffen sind, daher bei jedem Verdachtsfall reichlich Biopsien entnehmen).
x
Ggf. auch Gastroduodenoskopie, dann auch mit Probeentnahme aus dem tiefen Duodenum, ggf. unter Einsatz der Watson-Kapsel (zur Klärung einer Sprue).
x
Radiologisch: Kolonkontrasteinlauf mit Doppelkontrast nur notwendig, wenn eine endoskopische Untersuchung nicht möglich ist oder Divertikel vermutet werden.
Sonographischer Befund:
x
Homogene echoarme, langstreckige Wandverdickung, oft über 10 mm, gele­gentlich dreifache Schichtung.
x
Mangelnde Peristaltik.
x
Lumeneinengung mit prästenotischer Dilatation.
x
Diskontinuierlicher Befall.
x
Befall des Zökums und des terminalen Ileums.
x
Häufig betonte Lymphknoten in der Umgebung der entzündeten Darm­abschnitte.
x
Komplikationen sind deutlich erkennbar: – Abszess (echoarme bis -freie, unregelmäßig begrenzte Formation, ohne
Bewegung). – Konglomerattumor. – Fistel. – Aszites.
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Leitsymptome
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6.4 Diarrhö, Obstipation
Sicherheit der sonographischen Diagnose: Die sonographisch erkennbaren
Darmwandveränderungen sind nicht spezifisch für eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Die Summe der Veränderungen und deren Verteilungsmuster in Verbindung mit der Anamnese machen die Diagnose jedoch wahrscheinlich. Insbesondere die erkennbaren Komplikationen legen die Diagnose nahe.
Colitis ulcerosa
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Leitsymptome
s. auch unter Dickdarm S. 379.
Klinik: Chronische Diarrhö, häufig blutig; Anämie, selten Schmerzen.
Diagnostik:
x
Sonographie.
x
Hohe Koloskopie mit Ileoskopie und Probeentnahme in allen Darmabschnitten auch zum Karzinomausschluss bei langjähriger Krankheit, insbesondere Rek­tumbiopsie (auch zur sicheren Unterscheidung zum M. Crohn).
x
Ggf. auch Gastroduodenoskopie.
x
Radiologisch: Kolonkontrasteinlauf mit Doppelkontrast nur notwendig, wenn eine endoskopische Untersuchung nicht möglich ist.
Sonographischer Befund:
x
Kontinuierlicher Darmbefall, meist auf Rektum, Sigma und Colon descendens beschränkt.
x
Seltener Wandverdickung erkennbar bis max. 8 mm (nicht so ausgeprägt wie bei M. Crohn), die Wanddicke scheint mit der Krankheitsaktivität zu kor­relieren.
x
Unregelmäßige echoarme oder echoreiche Wandbegrenzung zum Lumen, als Zeichen der Pseudopolypenausbildung.
x
Starres Rohr mit fehlenden Haustren bei länger bestehender Erkrankung.
x
Komplikation: Toxisches Megakolon.
Sicherheit der sonographischen Diagnose: Die sonographischen Zeichen kön-
nen auch bei erregerbedingten Darmerkrankungen auftreten, daher ist die Endo­skopie mit Biopsieentnahme wichtig.
Abdominaler Tumor, Passagehindernis
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
s. auch diffuse Bauchschmerzen, mechanischer Ileus S. 85; Dickdarm, diffus infil­trierendes Karzinom S. 382, kolorektales Karzinom S. 384.
Hinweis: Der abdominale Tumor bleibt lange asymptomatisch und wird erst mit
dem Auftreten von Verdrängungserscheinungen bzw. durch Lumenverlegung oder andere Seiteffekte (z. B. Thrombose) symptomatisch.
Chronische Pankreatitis, Pankreasinsuffizienz
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
s. auch Pankreas, chronische Pankreatitis S. 308, Pankreaskopf-/Pankreas­schwanzpankreatitis S. 314, fokale Pankreatitis S. 315.
Klinik: Rezidivierende Oberbauchschmerzen (bei ausgebranntem Pankreas keine
Schmerzen mehr); breiig, fettig glänzende Stühle; Gewichtsverlust, Diabetes.
Diagnostik:
x
Anamnese: Bei rezidivierenden Pankreatitiden in der Anamnese auslösende Ursache erfragen (oft Alkoholkrankheit, Gallensteinleiden, Medikamente, zystische Fibrose, Mangelernährung, Enzymmangel).
x
Stuhlvisite: Stuhlsammeln über drei Tage, wiegen. Mittleres Tagesgewicht von
i 150 g spricht für Pankreasinsuffizienz (eine Sprue muss dabei ausgeschlos­sen sein, s. Abb. 436, S. 311).
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6.4 Diarrhö, Obstipation
x
Labor: Glukoseintoleranz bis manifester Diabetes mellitus; oft erhöhte Cho­lestasewerte; ggf. Stuhlfettbestimmung (mehr als 7 g Fett/d ist pathologisch); seltener Chymotrypsinbestimmung und/oder Pankreaselastase im Stuhl; oft Vitamin-Mangel.
x
Sekretin-Pankreozymin-Test selten notwendig.
x
Sonographie; ggf. Röntgen-Pankreas-Zielaufnahme (grobschollige Verkalkung).
x
Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP).
Sonographischer Befund:
x
Pankreas kann normal groß sein, verkleinert oder auch vergrößert erscheinen.
x
Parenchym in der Regel etwas inhomogen mit groben echoreichen Binnen­echos (Fibrose, Verkalkung).
x
Echoarme bis -freie unregelmäßige Anteile sind als Zeichen der Pseudo­zystenbildung möglich.
x
Organoberfläche kann unscharf und gewellt erscheinen.
x
Unregelmäßig geformter, etwas aufgeweiteter Pankreasgang mit und ohne Kalk.
x
Darmwandverdickung im duodenalen C möglich.
x
Mangelnde Kompressibilität und „En-bloc“-Bewegung des fibrotischen Organs entsprechend der Aortenpulsation.
Sicherheit der sonographischen Diagnose:
x
Sind Gangerweiterung, Verkalkung und Pseudozysten erkennbar, so ist die Diagnose sicher und gelingt in fast 85 % der Fälle sonographisch. Darüber hinaus scheint die CT-Untersuchung bei unsicheren Befunden eine etwas höhere Treffsicherheit zu bieten.
x
Feinnadelpunktionen können bei der Unterscheidung zwischen einer seg­mentalen Pankreatitis/Zysten und einem Pankreastumor helfen, allerdings ist die Zytologie/Histologie auch nicht immer eindeutig.
x
Wegen der Gefahr der Metastasierung im Stichkanal sollte keine perkutane Probepunktion bei sonographisch gesichertem Tumor bzw. bei unklarem Befund und geplanter bzw. noch möglicher Operation erfolgen. Eine endoso­nographisch geführte Punktion ist möglich, da der Stichkanal später mitrese­ziert werden kann.
Divertikulitis (Abb. 119)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
s. auch unter Dickdarm S. 383; unter Unterbauchschmerzen S. 79.
Hinweis: Eine „Rechtsseitendivertikulitis“ des nach rechts geschlagenen Sigmas
kann mit einer Appendizitis verwechselt werden.
6
Leitsymptome
Abb. 119 Pathologische Kokarde im rechten Unterbauch: Sigmadi­vertikulitis mit Peridivertikulitis; DD: V. a. Appendizitis mit beginnend perityphlitischem Abszess
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6.4 Diarrhö, Obstipation
Hernie
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
s. unter Unterbauchschmerzen S. 80; unter tastbare Resistenzen S. 109.
Pseudoobstruktion (Abb. 120)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Einteilung:
x
Leitsymptome
Chronisch, intermittierend, sekundär (Diabetes mellitus, Myxödem, Amyloi­dose, Sklerodermie, Dermatomyositis, Muskeldystrophie, endokrine Störun­gen).
x
Idiopathisch.
x
Akut (Ogilvie-Syndrom) nach schweren Krankheiten oder chirurgischen Ein­griffen.
Klinik: Intermittierende abdominelle Schmerzen, aufgeblähtes Abdomen, Übel-
keit, Erbrechen (lässt an mechanischen Ileus denken); Obstipation, ggf. intermit­tierend Diarrhö mit Steatorrhö (bei Blindsacksyndrom mit Überwucherung von Darmbakterien); Ernährungsstörung bis zur Anorexie.
Diagnostik:
x
Anamnese, klinische Untersuchung. Wichtig: Rektale digitale Untersuchung (Rektumampulle bei Pseudoobstruktion stuhlgefüllt, bei echter Obstruktion leer).
x
Labor mit Überprüfung auf endokrine Störungen.
x
Sonographie.
x
Endoskopie mit Biopsie (Amyloidose, Muskeldystrophie). Luftabsaugen kann auch gleich Therapie sein.
Sonographischer Befund:
x
Weit gestellte Darmschlingen mit vermehrtem Flüssigkeitsgehalt.
x
Dünn- und Dickdarm kann betroffen sein.
x
Verminderte Peristaltik.
x
Kein Passagehindernis.
x
Darmwand erscheint ausgedünnt.
x
Die dorsale Wand kann oft wegen Dehiszenz und Luftansammlung in den ventralen Anteilen nicht eingesehen werden.
Abb. 120 Pseudoobstruktion: Über­mäßig aufgeblähte Kolonschlingen mit ventraler Luftansammlung (echoreiche Sicheln). Bei diesem Patienten sind die Plicae (Pfeile) und Haustren noch abgrenzbar
Sicherheit der sonographischen Diagnose: Der sonographische Befund ist ein-
deutig; die Diagnose bleibt unsicher, da die Ursache nicht erkannt werden kann. Ein stenosierender Prozess könnte übersehen werden. Klärung bringt die Endo­skopie und histologische Beurteilung der Biopsie.
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6.5 Unklares Fieber
6.5 Unklares Fieber
Grundlagen
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Leitsymptome: Krankheitsgefühl; meist undulierend subfebrile Temperaturen,
aber auch Fieber möglich; Blutbildveränderungen, Anämie, BSG-Erhöhung; Gewichtsverlust, Nachtschweiß; Obstipation/Diarrhö, ggf. beides im Wechsel.
Bemerkungen:
x
Grundsätzlich müssen Infektionskrankheiten ausgeschlossen werden.
x
Häufig sind unbekannte Abszesse für Krankheit und Fieber verantwortlich. Danach muss gezielt gesucht werden, ggf. auch mit CT-Untersuchung.
x
Es kommen annähernd alle Tumoren in Frage.
x
Werden vergrößerte Lymphknoten gefunden, kann anhand der Lymphab­flussbahnen nach dem Primärtumor gesucht werden (Tab. 13 und Abb. 131, S. 103). Allgemein gilt, dass oberflächliche Lymphgefäße mit den Hautvenen verlaufen, tiefe den Arterien folgen.
.
Tabelle 13
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Lymphknotenstation Ausgangstumor
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
untere mesenteriale Lymphknotenmetastasen obere mesenteriale Lymphknotenmetastasen rechtsseitiges Kolon, Dünndarm, Pankreas zöliakale Lymphknotenmetastasen unterer Ösophagus, Magen Lymphknotenmetastasen der Leberpforte unterer Ösophagus, Magen, Kolon, Leber,
Differenzialdiagnosen werden nach der Häufigkeit im Allgemeinkrankenhaus in
Tab. 14 gelistet. Es werden solche Tumoren genannt, die wenig spezifische Beschwerden machen und daher auch schwerer zu finden sind. Man muss daran denken, nach ihnen zu suchen.
Viszerale Lymphknotenstationen und ihre Beziehung zum Ausgangstumor
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyy
linksseitiges Kolon, Sigma
Gallenblase, Pankreas, Urogenitalsystem
6
Leitsymptome
.
Tabelle 14
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Diagnose Sonographische Zeichen
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
häufig
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
gastrointestinale Tumoren
Pankreastumor (S. 97) echoarme Raumforderung, aufgeweiteter
Abszess (S. 98) echoarme glatt begrenzte Raumforderung,
Differenzialdiagnose des unklaren Fiebers
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
echoarme Rundherde, Darmkokarden, Subileuszeichen
Pankreasgang und Gallengang
ggf. echoreiche Binnenechos
Lungenembolie (S. 69)
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6.5 Unklares Fieber
.
Tabelle 14
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Differenzialdiagnose des unklaren Fiebers – Fortsetzung
Diagnose Sonographische Zeichen
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
weniger häufig
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Hypernephrom (S. 98)
Leitsymptome
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Nebennierentumor (S. 99)
malignes Lymphom (S. 100) diffuse Organinfiltration bzw. multiple echoarme
Mammakarzinom (S. 100) variable Echogenität, unscharfe Begrenzung mit
Endokarditis (S. 101) verdickte Klappen, echoreiche Auflagerungen,
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
selten
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
inhomogener Tumor, variable Echogenität, Pseudokapsel
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
echoarme Raumforderung zwischen V. cava bzw. Aorta und oberem Nierenpol
Rundherde extra- und intraabdominell entlang der Gefäßstraßen
Tumorausläufern, meist inhomogenes Binnenecho
Klappeninsuffizienz (TTE oder TEE)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Sarkom (S. 101) Vorhofmyxom (S. 101) intrakavitäre echoreiche Masse, meist gut
sonographisch nicht zu klären: häufig: zentrales Bronchialkarzinom (thoraxwandständige Tumoren können sonographisch nachgewiesen und punktiert werden)
weniger häufig: Leukämie selten: Melanom
Gastrointestinale Tumoren (Abb. 121 u. 122)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
s. auch diffuse Bauchschmerzen, mechanischer Ileus S. 85, paralytischer Ileus S. 86.
Klinik: Wechselndes Stuhlverhalten, Blutabgänge, Gewichtsverlust.
Diagnostik: Anamnese mit gezielter Befragung; klinische Befunderhebung mit
rektaler Untersuchung; Laboruntersuchungen; Endoskopie; CT-Abdomen.
Sonographischer Befund:
x
Echoarme Rundherde entlang des Mesenteriums oder der Gefäße.
x
Darmkokarden.
x
Subileuszeichen, ggf. intermittierend.
beweglich
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Aus G. Schmidt.: Checkliste Sonographie, 3. Aufl. (ISBN 3-13-106873-6) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
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6.5 Unklares Fieber
Abb. 122 Kolontumor im Bereich der Abb. 121 Darmtumor: Pathologische Raumforderung (T) mit verdickter Darmwand (DW)
Sicherheit der sonographischen Diagnose: Pathologische Darmveränderungen
rechten Flexur: Inhomogen echoarme
Raumforderung des Kolons, Wandver-
schwellung. Klinisch tastbarer Tumor
können vom geübten Untersucher mit hoher Sicherheit erkannt werden. Mit Hilfe der Sonographie kann dann die Tumorsuche rationell gestaltet werden. Zur Klärung sind zusätzliche Untersuchungen mit gezielter Fragestellung not­wendig.
Pankreastumor (Abb. 123)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
s. auch Pankreas, Pankreaskarzinom S. 315.
Klinik: Der Tumor bleibt je nach Lage (Pankreasschwanz) lange symptomfrei,
beim Auftreten von Symptomen ist der Tumor meist nicht mehr heilbar (vor allem dann, wenn lokale/Fernmetastasen und/oder Gefäßinfiltrationen nach­gewiesen sind). Symptome sind: Ikterus, unteres Kavasyndrom durch Verdrän­gung, Oberbauchschmerzen.
Diagnostik: Sonographie; ERCP; ggf. CT. Probepunktion nur bei inoperablen
Tumoren zur Diagnosesicherung. Histologische Diagnose intraoperativ.
Sonographischer Befund:
x
Echoarme Raumforderung.
x
Aufgeweiteter Pankreasgang.
x
Aufgestauter Gallengang.
6
Leitsymptome
Abb. 123 Metastase eines Pankreas­tumors: Durch die Metastase (M) wird die A. hepatica komprimiert (Pfeil), der Tumor (T) komprimiert den Pankreas­gang (DP), der erheblich aufgeweitet ist. VL = Vena lienalis, TR = Truncus coeliacus
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