Добавил:
kiopkiopkiop18@yandex.ru t.me/Prokururor I Вовсе не секретарь, но почту проверяю Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз: Предмет: Файл:

Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5808_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана

.pdf
Скачиваний:
0
Добавлен:
31.08.2026
Размер:
25 Мб
Скачать
6
6.7 Vergrößerte Lymphknoten
.
Tabelle 19
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Stadium
yyyyyyyyyyyyIyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Leitsymptome
II1 Befall von zwei benachbarten Lymphknotenregionen ober- oder unterhalb des
II2 Befall von zwei nicht benachbarten Lymphknotenregionen oder von mehr als
III Befall von Lymphknoten ober- oder unterhalb des Zwerchfells (III)
IV Lymphknotenbefall mit diffusem oder disseminiertem Befall extralympha-
Stadieneinteilung maligner Lymphome mit primär nodalem Befall nach der modifizierten Ann-Arbor-Klassifikation
Befall einer Lymphknotenregion (I) oder eines extralymphatischen Organs oder Gewebes (IE)
Zwerchfells (II1) oder einer Lymphknotenregion mit lokalisiertem Übergang auf ein benach-
bartes Organ oder Gewebe (II1E)
zwei benachbarten Lymphknotenregionen ober- oder unterhalb des Zwerch­fells (II2)
einschließlich eines lokalisierten Befalls eines extralymphatischen Organs oder Gewebes (II2E)
einschließlich eines lokalisierten Befalls eines extralymphatischen Organs oder Gewebes (IIIE)
oder eines Befalls der Milz (IIIS) oder von beiden (IIISE)
tischer Organe und Gewebe
Abb. 154 Ausgeprägter Lymphom­befall der paraaortalen Lymphknoten­region (L) sowie des Mesenteriums
Abb. 155 Konfluierende, um die Milzarterie gelegene Hiluslymphome
(L) bei Non-Hodgkin-Lymphom. M = Milz (MES) bei Non-Hodgkin-Lymphom. WS = Wirbelsäule
Sonographische Diagnose:
x
Sichere Abgrenzung zu benignen und metastatischen LK rein sonomorpholo­gisch nicht möglich.
x
Variable Größe (Abb. 156 u. 157), L/B-Quotient häufig I 2.
118
Aus G. Schmidt.: Checkliste Sonographie, 3. Aufl. (ISBN 3-13-106873-6) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
6.7 Vergrößerte Lymphknoten
6
Leitsymptome
Abb. 156 Multiple kleinere para­aortale und mesenteriale Lymphknoten (L) bei Morbus Hodgkin. VC = V. cava, AO = Aorta, WS = Wirbelsäule
x
Echogener Hilus meist aufgebraucht; variable Befallsmuster mit gelegentlich extremer Größe, häufig konfluierend (Abb. 158); multipel auftretende varia­ble Echogenität. Infiltrationsmuster s. Abb. 159.
x
Häufiger verstärkte Gefäßdarstellung in der FKDS.
Abb. 157 Großes solitäres para­aortales Lymphom (L) bei malignem Non-Hodgkin-Lymphom. AO = Aorta, WS = Wirbelsäule
Abb. 158 Konfluierende Lymphom­platte (L), welche die Aorta (AO) ummauert (Pfeile) bei malignem Non­Hodgkin-Lymphom. WS = Wirbelsäule
Weiterführende Diagnostik: Bei gesichertem malignen Lymphom und Ver-
größerung i 2 cm LK wahrscheinlich befallen. Computertomographie des Abdo­mens nur bei fehlender sonographischer Beurteilbarkeit notwendig. Staging­Laparotomie (Morbus Hodgkin) nur bei therapeutischen Konsequenzen indi­ziert; große Bedeutung der sonographischen Verlaufsuntersuchung unter der Therapie.
Aus G. Schmidt.: Checkliste Sonographie, 3. Aufl. (ISBN 3-13-106873-6) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
119
6
6.7 Vergrößerte Lymphknoten
Leitsymptome
Abb. 159 Sonographische Infiltrationsmuster abdomineller Lymphknoten. Beispiel Ober­bauchquerschnitt: Abgang des Truncus coeliacus
Verwechslungsmöglichkeiten
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Sie sind vielseitig und lokalisationabhängig:
x
Hals p Zysten, Abszesse.
x
Abdomen p Darmstrukturen (meist durch Peristaltik abgrenzbar, Abb. 160), Zysten, Abszesse, Hämatome (charakteristische Klinik).
x
Leiste p Hämatome, Hernien, Aneurysmata.
Weiterführende Diagnostik bei unklaren Befunden :
x
Im Zweifelsfall diagnostische Punktion, insbesondere bei Abszessverdacht oder bei pankreatogenen Pseudozysten.
x
Aneurysmata sind durch farbkodierte Dopplersonographie abgrenzbar.
ab
Abb. 160 a u. b Echoarme lymphomverdächtige mesenteriale Raumforderun­gen, durch peristaltische Größenveränderung als Darmschlingen identifizi erbar
120
Aus G. Schmidt.: Checkliste Sonographie, 3. Aufl. (ISBN 3-13-106873-6) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
6.8 Ödeme
6.8 Ödeme
Grundlagen
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Leitsymptome: Geschwollene Extremitäten, Luftnot mit Lungenstauung, ggf.
Pleuraerguss, Aszites und Anasarka.
Differenzialdiagnosen werden nach der Häufigkeit im Allgemeinkrankenhaus in
Tab. 20 aufgelistet.
.
Tabelle 20
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Diagnose Sonographische Zeichen
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
generalisiert
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
häufig
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Rechtsherzinsuffizienz (S. 122)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
weniger häufig
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Leberkrankheiten (S. 122, 240)
Schwangerschaftsödeme (S. 122)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
selten
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Myxödem (S. 123)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
akute Glomerulonephritis (S. 123)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
sonographisch nicht zu klären:
häufig: idiopathisches Ödem, prämenstruell weniger häufig: nephrotisches Syndrom, Medikamente selten: Quincke-Ödem, exsudative Enteropathie, intestinale Lymphangiektasie, M. Whipple,
Ménétrier-Syndrom, Cushing-Syndrom, Malabsorptionssyndrom, Beriberi, Hungerödem, Mehlnährschaden, Morbus haemolyticus neonatorum
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
lokalisiert
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
häufig
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Beinvenen-/Beckenvenen­thrombose (S. 125)
Varikosis des tiefen Bein­venensystems (S. 126)
Linksherzinsuffizienz (S. 124)
Differenzialdiagnose der Ödeme
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
echofrei gestaute Venen, Echokardiographie: dilatative Rechtsherzabschnitte
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Ausschlussdiagnose; unauffälliges Venensystem, kein Aszites o. Pleuraerguss
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Schilddrüsenatrophie
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
vergrößerte Nieren, echoreiches Parenchym, betont echo­arme Markpyramiden, verwaschene Parenchym-Pyelon­Grenze
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
deutlich erweiterte Venen, ggf. echoreicheres Binnenecho, fehlende Komprimierbarkeit
dilatierte Venen, gut komprimierbar, pathologische Flussverhältnisse
Pleuraerguss; Echokardiographie: vergrößerter linker Ventrikel, eingeschränkte Pumpfunktion
6
Leitsymptome
Aus G. Schmidt.: Checkliste Sonographie, 3. Aufl. (ISBN 3-13-106873-6) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
121
6
6.8 Ödeme
.
Tabelle 20
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Differenzialdiagnose der Ödeme – Fortsetzung
Diagnose Sonographische Zeichen
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
selten
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
Phlegmasia coerulea dolens (S. 128)
Leitsymptome
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
oberes/unteres V. cava­Syndrom (S. 127)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
sonographisch nicht zu klären:
häufig: postthrombotisches Syndrom weniger häufig: lymphatische Ödeme (Elephantiasis nostra [rezidivierendes Erysipel mit
Lymphangitis obliterans]), thermische, mechanische, chemische oder bakterielle Kapillar­schäden selten: Lymphangiopathia obliterans, Lymphödem praecox Meige, kongenitales Lymphödem Millroy, Osteomyelitis, Skleronychie-Syndrom
Rechtsherzinsuffizienz (Abb. 161)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
s. auch unter Aszites S. 160; Niereninsuffizienz, Schockniere S. 140.
Hinweis zur Untersuchung: Während der Ultraschalluntersuchung des Ober-
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
maximal dilatierte Venen, thrombotisches Material, fehlender Fluss, fehlende Komprimierbarkeit
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
dilatierte V. cava; ggf. Darstellung des verursachenden Tumors
bauchs kann der Schallkopf im medianen Oberbauchquerschnitt nach kranial gekippt werden, wodurch der vergrößerte rechte Vorhof mit der einmündenden gestauten V. cava inferior und in der Regel auch der vergrößerte rechte Ventrikel gut dargestellt werden können.
Leberkrankheiten
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
s. auch Niereninsuffizienz, hepatorenales Syndrom S. 139; Aszites, Leberzirrhose S. 161; Leber, Leberzirrhose S. 245 u. 248.
Hinweis zur Untersuchung: Eine farbkodierte Duplexuntersuchung oder Dopp-
leruntersuchung im Power-Mode ist wichtig, um Gefäßveränderungen wie Venenverschlüsse und Pfortaderthrombose oder eine Flussumkehr bei portaler Hypertonie zu erkennen.
Schwangerschaftsödem
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Klinik: Bekannte Schwangerschaft, generalisierte Ödeme, vermehrte Gewichts-
zunahme.
Diagnostik: Ausschluss anderer Ursachen wie: Herzinsuffizienz, Medikamente,
tiefe Beinvenenthrombose, Nierenerkrankung. Besonders wichtig ist die Diffe­renzierung zu einer drohenden EPH-Gestose (Eiweißausscheidung im Urin, Blut­hochdruck).
Sonographischer Befund:
x
Unauffälliges Venensystem mit guter Komprimierbarkeit.
x
Keine Flüssigkeitsansammlung in präformierten Höhlen (Pleura, intraperito­neal).
x
Normale Darstellung der Nieren.
x
Normales Echokardiogramm.
Sicherheit der sonographischen Diagnose: Das banale Schwangerschaftsödem
ist der sonographischen Darstellung nicht zugänglich. Weitere Ursachen eines
122
Aus G. Schmidt.: Checkliste Sonographie, 3. Aufl. (ISBN 3-13-106873-6) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
6.8 Ödeme
Ödems in der Schwangerschaft sind aber mit hoher Sicherheit auszuschließen. Damit ist die Diagnose als Ausschlussdiagnose durch die Sonographie zu sichern.
Myxödem
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Klinik: Ödeme, tiefe Stimme, Bradykardie, Hypothyreose.
Diagnostik: TSH, T
Sonographischer Befund:
x
Kleine hyporeflexive Schilddrüse.
x
Fakultativ Narben, Kalk.
-Werte, TPO-AK hoch.
3T4
Abb. 161 Myxödem infolge vollstän­diger Schilddrüsenatrophie (SD) mit Mikrokalk und Schallschatten (S)
Akute Glomerulonephritis
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
s. auch unter Niere S. 280.
Klinik: Generalisierte Ödeme, beginnend periorbital; Aszites und Pleuraerguss
möglich; Hämaturie, Proteinurie (nach schäumendem Urin fragen); Bluthoch­druck.
Diagnostik:
x
Urinuntersuchung, Urinstatus: Proteinurie, Hämaturie, ggf. Erythrozytenzylin­der und Leukozytenzylinder; 24-h-Sammelurin : Proteinurie kann mehr als 3 g/d betragen, Blutchemie, Hypalbuminämie (I 2,5 g/dl).
x
Abdominelle Sonographie.
x
Röntgen-Thorax (Lungenstauung ohne Herzvergrößerung, ohne Dyspnoe).
x
Nierenbiopsie nicht zwingend erforderlich, jedoch zur Ursachenklärung hilfreich.
Sonographischer Befund:
x
Beidseits vergrößerte Nieren.
x
Verdicktes echoreiches Parenchym; kann bei anderen akuten Nephritiden echoärmer erscheinen, je nach Ausmaß des entzündlichen Ödems.
x
Betonte echoarme Markpyramiden.
x
Verschmälerung des zentralen Echokomplexes.
x
Ggf. lokaler Druckschmerz.
x
Verwaschene Parenchym-Pyelon-Grenze.
6
Leitsymptome
Aus G. Schmidt.: Checkliste Sonographie, 3. Aufl. (ISBN 3-13-106873-6) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
123
6
6.8 Ödeme
x
Ggf. dorsale Schallverstärkung, je nach Ödem.
x
Ggf. perirenale Flüssigkeit.
Sicherheit der sonographischen Diagnose: Die sonographischen Veränderun-
gen bei akuter Nephritis sind eindeutig zu erkennen. Die Sonographie kann jedoch die Ursachen einer akuten Nephritis nicht differenzieren.
Linksherzinsuffizienz (Abb. 162 u. 163)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Leitsymptome
s. auch Pleura, transsudativer Erguss S. 415.
Klinik: Dyspnoe, mangelnde Belastbarkeit, ggf. Angina pectoris. Weitere kli-
nische Zeichen je nach Ursache: Hypertonie, Klappenvitium, etc.
Diagnostik:
x
Anamnese, körperliche Untersuchung: Akutes Ereignis?; Lungenstauung, Dämpfung?; Blutdruck.
x
Labor: Kleines Blutbild, CK, CKMB, GOT, AP, Elektrolyte, Kreatinin, BSG.
x
EKG; Röntgen-Thorax.
x
Abdominelle Sonographie; Echokardiographie.
Sonographischer Befund:
x
Pleurasonographie: Echofreie Raumforderung oberhalb des Zwerchfells, oft rechts mehr als links, als Zeichen eines Pleuraergusses. – Gelegentlich echoreiche flottierende Bänder (Fibrin) bei längerem Beste-
hen des Ergusses.
– Echoreiche, wenig bewegliche, kompakt erscheinende Gebilde (Lungenge-
webe) können Anzeichen von Lungenatelektasen sein.
Abb. 162 Linksherzinsuffizienz, FKDS:
Linksventrikuläres Spitzenaneurysma
nach Herzinfarkt mit wandständigem
Thrombus (Pfeil)
ab
Abb. 163a u. b
Pleuraerguss. a Pleuraerguss (PE) links mit Lungenatelektase (LA) durch Kompression. M = Milz. b Pleuraerguss (PE) rechts mit Fibrinfaden (Pfeil). L = Leber
124
Aus G. Schmidt.: Checkliste Sonographie, 3. Aufl. (ISBN 3-13-106873-6) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
6.8 Ödeme
x
Zeichen der Rechtsherzinsuffizienz, wenn die Linksherzinsuffizienz schon lange besteht.
x
Echokardiographie: Vergrößerter linker Ventrikel, eingeschränkte Pumpfunk­tion; ggf. Klappenvitium als Ursache erkennbar; ggf. Zeichen der hypertensi­ven Herzerkrankung (diastolische Pumpfunktionsstörung, linksventrikuläre Hypertrophie).
Sicherheit der sonographischen Diagnose: Eine Linksherzinsuffizienz ist sono-
graphisch durch Pleurasonographie und Echokardiographie mit 100 %iger Sicherheit zu diagnostizieren. Zur Ursachenklärung sind weitere Untersuchun­gen notwendig.
Beinvenen-/Beckenvenenthrombose (Abb. 164 u. 165)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
s. auch unter V. cava und periphere Venen S. 216.
Klinik: Beinschwellung, meist einseitig; häufiger links als rechts (linke Iliakal-
vene unterkreuzt die Arteria iliaca und wird komprimiert); meist schmerzhaft; wenig eindrückbares Ödem.
Diagnostik:
x
Anamnese: Mobilität, Grundkrankheiten, auch Symptome möglicher Folge­krankheiten abfragen (z. B. Hüsteln bei Lungenembolie, atemabhängiger Thoraxschmerz).
x
Labor: Kleines Blutbild mit HKT, Gerinnungsparameter, mit D-Dimere; ggf. Serum- und EDTA-Blut für spätere gerinnungsphysiologische Untersuchung einfrieren.
x
Beinvenensonographie: Verbesserte Darstellbarkeit durch farbkodierte Duplexsonographie; die Unterschenkelvenen werden im Sitzen untersucht.
x
Abdominelle Sonographie.
x
Ggf. in unklaren Fällen Beinenvenenphlebographie.
x
Darüber hinaus nach einem noch unbekannten Tumor als Auslöser suchen!
Sonographischer Befund:
x
Deutlich erweiterte Venen; die Vene ist doppelt so weit wie die begleitende Arterie (bei frischer Thrombose).
x
Ggf. echoreicheres Binnenecho (Thrombus) erkennbar: – Flottierend oder wandständig. – Umspült oder wandständig.
x
Venen nicht oder nur unzureichend komprimierbar.
Sicherheit der sonographischen Diagnose:
x
Die Venensonographie ist leicht zu erlernen und in der Hand des Geübten eine sichere Methode im Bereich der Oberschenkel. Eine Thrombose in die­sem Bereich lässt sich mit hoher Sicherheit nachweisen oder ausschließen. Im abdominellen Bereich, kleinen Becken und im Unterschenkelbereich lässt sich eine Thrombose gut darstellen. Im Unterschenkelbereich kann nur schwer zwischen frischen und alten Thrombosen unterschieden werden.
x
Besteht klinisch der hochgradige Verdacht auf eine Thrombose und zeigt die Sonographie keinen eindeutigen Befund, so sollte eine Phlebographie durch­geführt werden (s. S. 221). Auch diese muss jedoch, insbesondere im Becken bei mangelnder Kontrastierung der Venen, keinen eindeutigen Befund liefern.
6
Leitsymptome
Aus G. Schmidt.: Checkliste Sonographie, 3. Aufl. (ISBN 3-13-106873-6) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
125
6
6.8 Ödeme
Leitsymptome
Abb. 165 Umflossener Thrombus (T) in der V. poplitea; A. poplitea dorsal der V. poplitea
Abb. 164 Thrombose der V. femoralis communis, FKDS: In der dilatierten V. femoralis (VF), unmittelbar an der Mündungsstelle der V. saphena magna (VSM), erkennt man einen blutumflos­senen Thrombus (TH)
Varikosis des tiefen Beinvenensystems (Abb. 166)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
Klinik: Sichtbare Venenzeichnung; Spannungsgefühl; keine ausgeprägten
Schmerzen, eher Spannen und Ziehen; Beinschwellung, vermehrt nach langem Stehen und am Abend.
Diagnostik:
x
Anamnese, klinische Untersuchung.
x
Beinvenensonographie; Dopplersonographie der Venen (Darstellung von Crosseninsuffizienzen).
Sonographischer Befund:
x
Dilatierte Venen.
x
Gute Komprimierbarkeit.
x
Pathologische Flussverhältnisse.
Sicherheit der sonographischen Diagnose: Die Bewertung des Befundes ent-
spricht derjenigen bei der tiefen Beinvenenthrombose.
126
Aus G. Schmidt.: Checkliste Sonographie, 3. Aufl. (ISBN 3-13-106873-6) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!
6.8 Ödeme
b
Abb. 166 a u. b Varikosis. a Erweiterte V. poplitea und V. saphena parva mit echoreichen Spontanechos; Einmün-
a
dung der V. saphena parva in die V. poplitea (Pfeil). b Prüfung der Klappen­insuffizienz und Messung der Refluxzeit
Oberes/unteres Vena-cava-Syndrom (Abb. 167 u. 168)
yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy yyyy
s. auch Leber, chronische Pfortaderthrombose S. 256; Tumorsuche, Verdrän­gung/Fixierung/Infiltration S. 462.
Klinik: Zeichen der globalen Herzinsuffizienz durch mangelnden Rückfluss zum
Herzen: Dyspnoe, Tachykardie, Hypotonie; distal der Kavaverlegung Ödem­bildung.
Diagnostik: Wesentlich ist es, an die Möglichkeit dieser Diagnose zu denken!
x
Abdominelle Sonographie.
x
Tumorsuche.
Sonographischer Befund:
x
Dilatierte Vena cava.
x
Meist kann ein Tumor als Verlegungsursache erkannt werden: – Metastase oder Tumor, Kompression von außen. – Tumorzapfen intraluminal.
Sicherheit der sonographischen Diagnose: Die Diagnose kann in der Regel
sonographisch leicht gesichert werden. Eine Zusatzuntersuchung mit CT und Probepunktion zur Klärung der Therapiemöglichkeit (Chemotherapie, Strahlen­therapie etc.) ist erforderlich.
6
Leitsymptome
ab
Abb. 167 a u. b Unteres Kavasyndrom: Retroperitoneal gelegenes Sarkom (T), welches die V. cava (VC) komprimiert
127
Aus G. Schmidt.: Checkliste Sonographie, 3. Aufl. (ISBN 3-13-106873-6) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form an Dritte weitergegeben werden!