Добавил:
ivanov666
Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз:
Предмет:
Файл:Немецкий язык. Учебно-методическое пособие
.pdf
ich. Darf man hinein? Man darf. In zwei großen verdunkelten Zimmern
stehen an die 40 Kinderbettchen, in jedem ein winziges Kind, weiß oder
schwarz. Sie schlafen alle, Nachmittagsruhe. Mit einigen geben sich die
Mütter, Schülerinnen dieser Schule, ab. Nach dem Gesetz der Stadt
Cleveland darf die Geburt eines Kindes kein Grund für die Relegation
sein. Wenn eine Schülerin ein Kind zur Welt bringt, kommt sie mit dem
Baby zur Schule, lässt es in der Krippe und geht in den daneben liegenden
Klassenraum zum Unterricht. Eine höchst normale Sache.
"Wenn Sie erfahren, dass eine 14-jährige Schülerin ein Kind
erwartet, was unternehmen Sie dann?" fragte ich den Direktor, einen
robusten Schwarzen. Er zuckt die Achseln: "Nichts. Ich empfehle ihr ein
Gespräch mit einer Krankenschwester."
Typisch amerikanische Schule. Die halbwüchsigen Mütter rufen eine
große Besorgnis im Lande hervor, über sie wird geschrieben und von
verschiedenen Tribünen aus gesprochen, dennoch werden die Rechte der
Schülerinnen aufs Genaueste geschützt.
Aufgaben zum Thema "Amerikanische Schule" (Teil 2)
1. Nennen Sie deutsche Äquivalente:
вопреки обычному для нас представлению, забит чудесами
техники, быть заинтересованным в технических средствах обучения,
привыкать к мысли, необходимый, следовать обязательным
моральным правилам, уважать / создавать многообразие, вырастить
(создать) различных людей, требовать (призывать), право быть
другим, уважать, обращать внимание, позиция (отношение) к,
отчисление (исключение) из учебного заведения.
2. Lesen Sie den Teil 2. Äußern Sie Ihre Meinung zu den
Gedanken des Textes: "Die Quelle der Moral liegt in einem selbst"
und "das Herz der Erziehung ist die Erziehung des Herzens."
Bekräftigen Sie Ihre Meinung mit der Information aus dem Text und
den Übungen.
3. Nehmen Sie Stellung zur folgenden Situation:
Ihr Kind besucht eine Schule. Eines Tages bekommen Sie einen
Brief vom Schuldirektor, worin er Ihrem Kind und Ihnen mitteilt, er sei
zum Direktor ernannt worden, darüber berichtet, wo er früher gearbeitet
hat, und sie wissen lässt, dass er nur vier Regeln für alle habe: "Sei hier.
Sei dabei. Handle bewusst und verantwortungsvoll. Erfahre jeden Tag
etwas Neues."
81

4. Nehmen Sie Stellung zur folgenden Behauptung:
Die Bewegung "vom Menschen zur Gesellschaft" erfordert weit
mehr Kunst und Mühe, gibt jedoch eine Erzogenheit fürs Leben. Die
Parole "Alles für den Menschen, alles für das Wohl des Menschen" scheint
uns der Gipfel des Humanismus zu sein, dabei ist das eine Parole für
Infantile.
Ich lerne in einer amerikanische Schule (Teil 3)
In einer Schule bat ich den Direktor, mir die Karte eines Schülers zu
zeigen. Ich wollte sehen, nach welchem System die Noten erteilt werden.
Der Direktor geriet in Verlegenheit – die Amerikaner schlagen einem Bitte
nur ungern ab –, dann erfuhr ich von ihm, dass das Gesetz verbietet,
jemandem die Zensuren eines Schulkindes ohne schriftliche Genehmigung
seiner Eltern zu zeigen. Eine schriftliche Genehmigung!
Viele Hunderte schmale blaue Metallschränke stehen an den
Korridorwänden aller amerikanischen Schulen (sie haben keine
Garderoben). Die Schränke haben ein Codenschloss, innen ist aber, als
Kinder mir so einen Schrank aufmachten, ein undenkbares Durcheinander
von Kleidungsstücken, Spielsachen und Büchern. Ja und? Eine private
Angelegenheit eines jeden. Hier sind gemäß der Novelle IV zur US-
Verfassung alle Durchsuchungen und Revisionen verboten, es gibt nur
eine einzige Ausnahme: Ein Polizist darf einen privaten Schrank öffnen,
wenn er mit einem Hund nach Rauschgiften sucht. Nach meiner Heimkehr
erzählte ich das unseren Lehrern. Man fragte auf der Stelle: "Ja, und wenn
eine krepierte Maus im Schrank ist?"
Die Amerikaner haben keine Angst vor toten Mäusen. Die Rechte
des Kindes und seine innere Ruhe sind ihnen mehr wert.
Auch der Lehrer ist geschützt. Hier ein auf den ersten Blick
unscheinbares Detail, das jedoch die Schule von Grund auf verändert.
Der amerikanische Lehrer hat einen mehrjährigen Vertrag, und es ist
unmöglich, sein Gehalt zu senken: Die Zahl der Unterrichtsstunden wirkt
sich in keiner Weise darauf aus. Die amerikanischen Lehrer sind, was ihr
Wissen und pädagogisches Können angeht, nicht besser als die unsrigen,
ebenso wie die Lehrer hier sind sie manchmal nach 15 Jahren des
ununterbrochenen Lehrens ausgebrannt, sie schimpfen genauso über die
Vorherrschaft der Bürokratie. "Stellen Sie sich nur vor, es gibt etwa 20
Mathematiklehrbücher, unser Schulrat aber erlaubt uns, nur unter sieben
davon zu wählen!" empörte sich eine Lehrerin in meiner Anwesenheit
allen Ernstes. Aber in Amerika befinden sich die Lehrer unter besseren
82

Bedingungen und haben deshalb mehr Zuwendung für die Schulkinder. Sie
sind nicht abgehetzt, werden nicht durch endlose Kontrollen kopfscheu
gemacht, unterrichten ohne Nervosität, ohne Eile, ohne von allen Kindern
gleiches Wissen zu verlangen: Wer lernt, der lernt, wer nicht lernen will,
da kann man eben nicht viel ausrichten. Den Lehrplan stellt der Lehrer
nach seinem Ermessen auf, deshalb hat er keine Angst, dass er ihn zeitlich
nicht schafft. In Amerika gilt die Meinung, dass ein Lehrer nach eigenem
Lehrplan besser unterrichtet, selbst wenn dieser erklärterweise ärmlicher
ist als einer, der große Kapazitäten, aufstellen könnte. Die Literaturlehrer,
haben keine Listen von Pflichtlektüre, nicht einmal Liste von empfohlenen
Autoren. "Wenn aber ein Schulkind nichts von Shakespeare wissen wird?"
stellte ich einmal die dumme sowjetische Frage ("Und wenn im Schrank
eine tote Maus ist?"). "Dann wird er eben nichts von Shakespeare wissen"
wurde mir geantwortet. Hier macht man sich keine Sorgen darum, was aus
einem Schulkind bei eventuellem Schulwechsel wird – die größte Sorge
unserer Leiter: "Was, wenn ein Schüler in eine andere Stadt zieht, was um
Himmels willen ist dann?!" Und so fühlen sie sich als Sieger: Wir werden
unser Recht auf den Lehrplan nicht aufgeben! Um dieses falschen
Arguments willen müssen alle Schulkinder unseres ganzen Landes an ein
und demselben Tag dasselbe pauken, denn: Jemandem könnte es plötzlich
einfallen, aus Omsk nach Tomsk zu ziehen. In Amerika gibt es keine
Anmeldepflicht, alle wechseln ständig ihren Wohnort, in so mancher
Schule erneuert sich die Schülerzahl um ein Viertel im Jahr – kein Grund
Fürchten! Das habe ich in Amerika begriffen: Es gibt keinen Grund zum
Fürchten! Uns schüchtert man absichtlich ein! Hier fügt sich kein Lehrplan
nahtlos in einen anderen ein, jeder lehrt und lernt auf seine Weise, jeder
Lehrer hat seine Regeln, dazu ist er Lehrer und keine Schachfigur. In
William-Cobb-Schule von San Francisco sah ich "Regeln des Zimmers
Nr. 14", und in Seattle, in Samantha-Smith-Schule, "Regeln von Miss
Bernable", einer hervorragenden Lehrerin des Staates Washington (ihr
offizieller Titel). Die Regeln von Miss Bernable für die Kinder der 5. Klasse
lauten: "Seid gut, respektvoll und fürsorglich. Hört aufeinander. Das Glück
ist nicht zu haben, was man liebt, sondern zu lieben, was man hat."
Aufgaben zum Thema "Amerikanische Schule" (Teil 3)
1. Nennen Sie deutsche Äquivalente:
смутиться, отказать в просьбе, письменное разрешение
родителей, невообразимый беспорядок, личное дело каждого,
внутренний покой, цениться, незначительная деталь, на первый
83

взгляд, фундаментально, многолетний договор, уменьшить зарплату,
сказываться / отражаться, знания и педагогические умения, на полном
серьёзе, быть в лучших условиях, запугивать, быть вымотанным, по
своему усмотрению, список обязательных книг для чтения,
приспосабливаться.
2. Lesen Sie den Text 3. Antworten Sie auf die Frage: Was
würden Sie als ein Schullehrer gerne bei den amerikanischen Lehrern
übernehmen und was nicht und warum?
3. Gestalten Sie eine Diskussion zum Thema: "Der Sinn der
Geschichte ist die Menschenwürde." Gebrauchen Sie dabei die
gelesenen Texte, die gelernten Kommunikationsformeln und die
folgende Information.
Der hervorragende österreichische Pädagoge Herrman Gmeiner
(1919 – 1986), der in 105 Ländern Waisendörfer anlegen half, schrieb:
"Die Zukunft der Menschheit wird nicht allein vom technischen Fortschritt
und von politischer Machtentfaltung, sondern vor allem davon bestimmt
werden, wie es uns überall in der Welt gelingt, die heranwachsende
Generation zur Menschenwürde zu erziehen."
84

Japanische Erziehung und Bildung
ablehnen
отклонять, отвергать,
отказываться от чего-л.
abschaffen
отменять, упразднять,
der, die Andersdenkende
ликвидировать, устранять
инакомыслящий, ...щая
anpassen, sich D
приспосабливаться к чему-л.
die Ausnahmen anerkennen
(erkannte an, anerkannt)
признавать исключения
begünstigen
благоприятствовать, помогать
чему-л.
drillen
разг. зубрить, долбить,
муштровать
die Eintrittsprüfung
вступительный экзамен
ertappt werden
попасться на чем-л.
das Erziehungssystem
система воспитания
fügsam
покладистый, послушный,
податливый, покорный
gesetzwidrig
противозаконный
den Herausforderungen genügen
удовлетворять требованиям
einen Job erhalten
получать работу
die Regeln befolgen
придерживаться правил
aus der Reihe tanzen
разг. нарушать общий порядок,
идти своим собственным путем
rügen
ругать кого-л. за что-л.
selbstsüchtig
себялюбивый, эгоистичный,
корыстный
die Tugend -, -en
добродетель
Wortschatz zum Thema "Japanische Erziehung"
85

ungehorsam
непослушный, непокорный
die Verirrung -, -en
ошибка, заблуждение, упущение,
промах
vorschreiben (ie, ie)
зд.: предписывать
die Vorschule
подготовительная школа
weigern, sich
отказываться, сопротивляться,
уклоняться от чего-л. отставать от
кого-л., от чего-л.,
zurückstehen
уступать кому-л., чему-л.
Die Schule züchtet dressierte Robben (Teil 1)
Jeden Morgen quellen sie in dichten Scharen aus den MetroStationen – die Mädchen in dunkelblauem Faltenrock mit Matrosenkragen,
die Jungen in schwarzen Hosen und bis zum Hals zugeknöpftem Jackett:
Japans Schüler, eine uniformierte, disziplinierte Masse kleiner Soldaten.
Alle Schüler sehen gleich aus, aber jede Schule hat ihre eigenen
Regeln, die streng befolgt werden müssen. Details, etwa die Länge der
Röcke und die Farbe der Socken, sind genau vorgeschrieben: Die
kurzgeschorenen Haare der Jungen haben ganz unter der Mütze zu
verschwinden. Die Haare der Mädchen dürfen weder gefärbt noch gelockt
sein. Mädchen mit natürlichen Locken oder hellerem Haarton müssen den
schriftlichen Dispens von dieser Regel immer bei sich tragen.
Eine Schule in Okayama weigerte sich, solche Ausnahmen
anzuerkennen, und schickte Mädchen zum Friseur, ihre rötlichen Haare
schwarz zu färben. Ein Gymnasium in Shimizu lehnte es ab, Fotos von
Mädchen "mit seltsamen Haaren" in Schuljahrbuch abzubilden, und
druckte statt dessen Bilder von Blumengebinden.
Während eines Schulausflugs nach Nara wurde ein Tokioter Schüler
mit Hosen ertappt, die etwas enger waren als vorgeschrieben. Seine Mutter
musste daraufhin unverzüglich aus der 590 Kilometer entfernten
Hauptstadt nachreisen, um ein vorschriftsmäßiges Paar abzuliefern.
Eine Schule hat gar festgelegt, dass Sportschuhe genau zwölf Löcher
für Schnursenkel haben müssen, eine andere, dass Mädchen nur weiße
Unterhöschen tragen dürfen. Wer andersfarbig trug, wurde geziehen, die
"Einstellung von Barhostessen" zu haben, und musste das Corpus delicti
zur Strafe vor der Klasse zur Schau stellen. Ungehorsame Schüler werden
auf vielerlei Weise diszipliniert. Eine Untersuchung des
86

Erziehungsministeriums belegt, dass von je drei Mittelschülern einer eine
Körperstrafe abbekam und 70 Prozent dabei Verletzungen davontrugen.
Obwohl Körperstrafen gesetzwidrig sind, werden sie allgemein
akzeptiert. "Die Eltern sind selbst auf ähnliche Schulen gegangen, es käme
ihnen gar nicht in den Sinn, dass Schlagen etwas anderes sein könnte als
Ausdruck der Hingabe eines Lehrers", sagt Kenichi Nagai, Gründer einer
vor kurzem entstandenen Bürgergruppe "zum Schutz der Kinderrechte."
Anders als im Westen gilt Konformismus in Japan als Tugend. Der
Druck, sich der Norm anzupassen, als Individuum zugunsten der
"gesellschaftlichen Harmonie" zurückzustehen, beginnt schon zu Hause.
"Mütter, die mir ihre kleinen Kinder bringen, bitten mich oft, aus ihnen
Menschen zu machen, welche die anderen nicht stören", sagt der Leiter
eines Kindergartens in Tokio. Und dieser Konformismus scheint Japan gut
zu bekommen. Zur Zeit durchlaufen 28 Millionen Jungen und Mädchen
dieses System wie am Fließband. Ähnlich den anderen japanischen
Produkten sind die Menschen, die aus der Erziehungsfabrik kommen, von
guter Qualität, aber wie alle anderen Produkte sind sie auch standardisiert.
Die Japaner gehen mindestens neun Jahre zur Schule, 94 Prozent von
ihnen besuchen die Oberschule. Trotz der gewaltigen Schwierigkeiten der
japanischen Schrift, die sich aus drei verschiedenen Schriftsystemen
zusammensetzt, können 99,7 Prozent Japaner lesen und schreiben – das ist
die höchste Alphabetisierungsrate der Welt.
In einem jährlich stattfindenden internationalen Mathematikwettbewerb
sind die japanischen Schüler weitaus die besten, und auch in Musik
glänzen sie. Viele Teilnehmer am Chopin-Wettbewerb in Warschau sind
Japaner, keiner allerdings schafft es bis zur letzten Auswahl. "Man kann
den einen nicht vom anderen unterscheiden", sagt einer der Juroren. "Sie
spielen alle gleich."
Aufgaben zum Text "Die Schule züchtet dressierte Robben"
(Teil 1)
1. Lesen Sie folgende Dialoge. Äußern Sie Ihre Meinung dazu:
– Hast du etwas von dem japanischen Prüfungssystem gelesen?
– Soviel ich weiß, laufen alle Examina nach stets dem gleichen
Muster ab.
– Und zwar?
– Die Prüflinge müssen auf Fragebogen die richtigen Antworten
ankreuzen, und Computer berechnen den Rang.
– Und was geschieht weiter?
87

– Innerhalb von zwei Tagen werden die Ergebnisse in ganz Japan
veröffentlicht.
– Und kein persönlicher Kontakt?
– Kein. Alles bleibt anonym.
– Wie meinst du, warum die Hochschulbildung für die Japaner so
viel bedeutet?
– Das ist doch verständlich: nach der Qual der Prüfungen winkt den
Schülern das Paradies.
– Was meinst du unter dem "Paradies"?
– Ich meine, wenn der junge Japaner endlich auf einer der guten
Universitäten landet, so braucht er sich um nichts mehr zu sorgen.
– Wieso?
– Allein die Tatsache, auf einer hochrangigen Universität zu sein,
macht ihn zum Mitglied der Elite.
2. Übersetzen Sie ins Deutsche:
1. В течение двух дней результаты публикуются по всей стране.
2. Экзаменуемые должны отметить крестиком правильные ответы на
опросном листе. 3. Никакого личного контакта, все делается анонимно. 4. Все экзамены всегда проходят одинаково. 5. Если молодой
японец попадает в хороший университет, то ему не нужно больше ни
о чем заботиться.
3. Führen Sie kurze Dialoge zu jeder Aussage:
1. Die Studienzeit wird hauptsächlich genutzt, Beziehungen
aufzubauen, die im späteren Leben weiterhelfen. Den guten Job gibt es
dann fast automatisch.
2. Absolventen der Tokio-Universität gehen vor allem in die
Ministerien – 88 Prozent aller höheren Beamten des Finanzministeriums
und fast die Hälfte der Nachkriegs-Premiers haben an der TokioUniversität studiert.
3. Nicht mal Wissen ist erforderlich. Eine Firma, die
Universitätsabsolventen einstellt, zieht es vor, sie als "leeres Gefäß zu
übernehmen, in das die Firmenkultur gegossen werden kann".
4. Um die Schwächen der japanischen Universitäten auszugleichen,
haben einige private Hochschulen begonnen, ganze Fakultäten und sogar
kleine Universitäten im Ausland zu erwerben.
4. Setzen Sie in folgende Sätze das passende Verb aus dem
aktiven Wortschatz ein:
1. In japanischer Schule sind Details wie die Länge der Röcke und
die Farbe der Socken genau .... 2. Der Druck, sich der Norm …, als
88

Individuum zugunsten der "gesellschaftlichen Harmonie" ..., beginnt schon
zu Hause. 3. Um den Herausforderungen der Zukunft zu ..., braucht man
schöpferische und phantasievolle Menschen. 4. Die Andersdenkenden, die
aus der Reihe ..., sind in der japanischen Gesellschaft unerwünscht. 5.
Kaum war die amerikanische Besetzung zu Ende, ... Japan die Neuerungen
des amerikanischen Erziehungssystems wieder ... . 6. Die Erziehung zu
Disziplin und Hingabe an die Gemeinschaft ermöglichte Japans
wirtschaftlichen Aufschwung, ... aber auch den japanischen Militarismus.
5. Verwandeln Sie die folgende Information in ein Gespräch:
Die Frustrationen, die der ständige Druck verursacht, äußern sich in
Gewalttätigkeit und Kriminalität. Allein 1986 wurden in Japan 186.000
Schüler zwischen 14 und 19 Jahren festgenommen, die meisten wegen
"ijime", der spezifisch japanischen Einschüchterung Schwächerer, solcher
Japaner, die "anders" aussehen oder sich "anders" benehmen.
Ijime und Prüfungsdruck führen oft zum Selbstmord. Unter den
22.795 Japanern, die sich 1988 das Leben nahmen, waren 11.635 Schüler
oder Studenten.
6. Äußern Sie Ihre Meinung zu den folgenden Fragen:
1. Warum gilt Konformismus in Japan als Tugend? 2. Warum
werden die Körperstrafen allgemein akzeptiert? 3. Warum sind die Japaner
im Wettbewerb unter sich selbst schlechte Sieger?
7. Lesen Sie die folgende Information. Nehmen Sie Stellung dazu.
Bekräftigen Sie Ihre Meinung:
Die meisten Japaner – auch viele Japan-Kenner – glauben, dass der
Erziehungsprozess, der fleißige, fügsame Menschen am laufenden Band
hervorbringt, die Grundlage für Japans Stärke ist, dass das japanische
Wirtschaftswunder auf einem Erziehungswunder beruht.
Andere fürchten, gerade in diesem Erziehungswunder liege Japans
größte Schwäche: "Wenn wir nicht schnell mit der Massenproduktion
zweitklassiger Roboter aufhören, wird Japan im kommenden Jahrhundert
zusammenbrechen. Um den Herausforderungen der Zukunft zu genügen,
braucht man schöpferische und phantasievolle Menschen."
Der Weg zum gesellschaftlichen Aufstieg (Teil 2)
Da Erziehung in Japan der sicherste Weg zum gesellschaftlichen
Aufstieg ist, beginnt ein Drittel der Kinder schon mit drei Jahren zu lernen,
über die Hälfte mit fünf. "Mit 20 sind die Japaner vorwiegend diszipliniert,
voller Respekt vor der Autorität und unrebellisch", sagt Autor Shuichi
Kato.
89

In der Schule steht Auswendiglernen obenan. Auf jede Frage gibt es
nur eine Antwort, und die muss gewusst sein. "Was geschieht, wenn der
Schnee schmilzt?" fragte ein Lehrer in einer Volksschule. "Er wird zu
Wasser", antwortete die Klasse im Chor. Ein einziges Kind, das sagte: "Es
wird Frühling", wurde gerügt.
Von klein auf lernt der Japaner, dass Andersdenkende, die aus der Reihe
tanzen, in der Gesellschaft unerwünscht sind. Da findet denn das alte Prinzip
Anwendung: "Der Nagel, der aufragt, muss runtergehämmert werden."
Was die Kinder in der Schule lernen, wird vom Staat genauestens
kontrolliert. Das Erziehungsministerium verlangte in den neuen
Schulbüchern 237 Korrekturen. So musste der Satz: "Japanische Firmen
errichten ihre Fabriken gern in Südostasien, weil es dort billige
Arbeitskräfte gibt", ersetzt werden durch die Formulierung: "Japanische
Firmen tragen stark zur wirtschaftlichen Entwicklung Südostasiens bei."
"Gerade wenn ein Kind neugierig wird, gerade wenn es zu fragen
anfängt, wird es von der Schule gezwungen, sich zu verschließen", sagt
Professor Mikami Mitzuru, Vizepräsident des Lehrerverbands von Tokio.
"Die Schule erlaubt dem Kind nicht, sich zu entwickeln. Sie gießt es in
eine Form."
Die Form legt ein 54-seitiges gelbes Büchlein fest, das jeder
Schulleiter besitzt. Titel: "Das Bild des wünschenswerten Japaners". Das
Werk, natürlich vom Erziehungsministerium herausgegeben, stellt die
Ziele des japanischen Erziehungssystems genau ab. Danach kommt es vor
allem darauf an, zum "künftigen Wohl des japanischen Staates und der
Japanischen Gesellschaft einen neuen Menschentypus herauszubilden.
Dieser soll sich "einzigartigjapanisch fühlen und seine Genugtuung aus
vollkommener Hingabe an die Arbeit beziehen".
"Das Bild des wünschenswerten Japaners" erschien 1964, noch bevor
die Wirtschaft zum großen Sprung angesetzt hatte. Das Buch wurde zur
Bibel, es hat seither 20 Auflagen erlebt.
Jeder Japaner hat seinen Rang. Um in einer bekannten Firma oder in
einer Regierungsbehörde – ganz oben steht das Finanzministerium, dann
kommt das Miti, dann das Außenministerium – einen guten Job zu erhalten,
muss er auf einer angesehenen Universität studiert haben. An der Spitze
aller Hochschulen steht die Tokio-Universität, kurz "Todai" genannt.
Um aber an einer angesehenen Universität zugelassen zu werden,
muss man auf einer angesehenen Oberschule gewesen sein, dazu
wiederum von einer guten Volksschule und also aus einem guten
Kindergarten kommen.
90
Соседние файлы в предмете [НЕСОРТИРОВАННОЕ]
