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Немецкий язык. Учебно-методическое пособие

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☆
4. Ты представляешь себе свою профессию в радужном свете.
Ты рассказываешь так, как будто ты будешь стоять на театральной сцене, а не в школьном классе. Не будь смешной. Преподавательский труд – тяжелая работа.
5. Ваша дочь очень избалована. Она ведет себя так, как будто у неё нет времени помочь Вам. Следовало бы воззвать к её совести.
6. Я не воображаю себе, что мои слова что-то для Вас значат, Но меня устроило бы, если бы Вы меня все-таки выслушали.
2. Übersetzen Sie ins Deutsche.
– Тетя Юли, ты не могла бы перенести свой вечер на другой
день? Я обещал Ангелике поехать с ней завтра в Дюссельдорф к отцу.
– Не будь смешным: у меня завтра будет бельгийский консул. – Тогда мне придется отказать тебе: я не приеду, иначе совесть
не даст мне покоя.
– Не воображай, что твоя девушка не простит тебя. Поедете
через неделю. Сделай мне одолжение, иначе мне не хватит кавалера для моей гостьи из Южной Америки. Именно ты смог бы повозить её по Германии. Ты мог бы сделать это для меня?
– Не старайся отговорить меня от моего плана, тетя Юли. Это
для меня очень важно Ты, конечно, представляешь себе это знакомство в радужных красках, а я деловой человек, то есть у меня свободен только конец недели, если ничего не произойдёт.
– Пауль, я не хотела бы вмешиваться в твои дела, ты знаешь, я
человек без предрассудков. Но эта девушка из Южной Америки, она родом из Кёльна. Ты мог бы показать ей этот город.
– Кёльн? Это меня устраивает. Я там буду на следующей неделе – Чудесно! Я не избалована твоим вниманием, а это настоящий
подарок!
3. Übersetzen Sie ins Deutsche.
– Дорогая Юли, своим звонком ты доставила мне большое удо-
вольствие!
– Не воображай себе, что я хочу поздравить тебя с молодой не­вестой, дорогой мой! Я хочу воззвать к твоей совести: ты со­бираешься жениться на девушке своего сына.
– Юли, не будь смешной. Не вмешивайся в чужие дела.
– Это тебя очень бы устроило! Ты уже представляешь себе свою будущую семейную жизнь в радужном свете.
– Да! И я не допущу, чтобы что-то мне помешало!
– Дай Паулю вернуться из Канады. Отложи свадьбу.
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– Он-то очень легко дал себя отговорить от своего брака! Но ты не старайся отговорить меня от моего намеренья! Скажи, пожалуйста, идея позвонить мне исходит от Элли?
– Мы, конечно, говорим о делах в семье. Кстати, Элли не избалована твоим вниманием! Тебе следовало бы помнить не только о ней, но и о твоей внучке: ты даже не поздравил Сибиллу с днём рождения.
– Я чувствую, что семья – это сила. Но сделай одолжение, не говори больше со мной об этом.
4. Schreiben Sie fünf Situationen mit irrealen Konditionalsätzen,
die sich auf die Gegenwart/Zukunft beziehen. Fertigen Sie nach der Korrektur eine Übung mit Schlüsseln für die Arbeit zu zweit an.
5. Schreiben Sie je drei Situationen mit irrealen Vergleichssätzen mit Gleich-, Vor- und Nachzeitigkeit. Fertigen Sie nach der Korrektur eine Übung mit Schlüsseln für die Arbeit zu zweit an.
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Schulpraktikum
Wortschatz 1 zum Thema "Schulpraktikum"
aufnehmen (nahm auf, hat aufgenommen) 1. принимать в члены, 2.
фотографировать; 3. начинать: das Studium an der Hochschule ~
sich aufregen (regte sich auf, hat sich aufgeregt) über A, vor D,
волноваться: sich vor der Prüfung, über die schlechte Zensur ~
die Aufregung (-, -en) über A, vor D волнение: vor ~ kein Wort
sagen (können)
aufgeregt взволнованный; взволнованно: vor D ~ sein; ~ sprechen ausbilden (bildete aus, hat ausgebildet) A 1. обучать, готовить:
fachlich ~; Lehrer ~; 2. вырабатывать, формировать: ein Interesse, selbständiges Denken, bestimmte Eigenschaften bei den Studenten ~
die Ausbildung (-, -en) обучение, подготовка, образование: allgemeine, berufliche, fremdsprachliche, humanistische ~; eine einseitige, allseitige ~ haben, bekommen, geben; ~ als Sprachlehrer haben, bekommen; 2. выработка, формирование: ~ des Könnens, der Gewohnheit
ausgleichen (glich aus, hat ausgeglichen) А выравнивать, исправлять: eine schlechte Zensur ~
sich bemühen (bemühte sich, hat sich bemüht) стараться: sich ~, etwas zu tun. Ich werde mich bemühen, fleißiger zu sein.
beraten (beriet, hat beraten) 1. A (über А) консультировать, советовать: die Eltern über die Erziehungsfragen ~; 2. А обсуждать: die Probleme der Volksbildung öffentlich ~; 3. sich ~ mit D, über А совещаться, советоваться: Er berät sich mit seinem Kollegen über die
Arbeit.
bestehen (bestand, hat bestanden) 1. А выдержать: die Prüfung mit einer Drei ~; 2. auf D настаивать: auf seiner Meinung ~ ; Ich bestehe darauf. 3. aus D состоять из: aus zwei Teilen ~; 4. in D состоять в: Der Unterschied besteht in folgendem:... 5. существовать: Die Schule besteht seit vielen Jahren.
einschulen (schulte ein, hat eingeschult) ein Kind ~ определять ребенка в школу
sich einstellen (stellte sich ein, hat sich eingestellt) auf А
ориентироваться, настраиваться: sich auf pädagogische Arbeit, den Lehrerberuf, die Bedürfnisse der Zeit ~; Ich habe mich darauf eingestellt,
das Studium aufzunehmen.
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die Einstellung (-, -en) zu D отношение, позиция: eine bewusste, gewissenhafte, ehrliche ~ zum Studium, zur Arbeit, zu seinen Pflichten haben; humanistische ~ zum Menschen
gewinnen (gewann, hat gewonnen) А выигрывать: ein Spiel ~; (Antonym: verlieren); 2. А приобретать: Kenntnisse, Erfahrungen ~; 3. für А привлекать: j-n für sich ~
hospitieren (hospitierte, hat hospitiert) bei D in D 1. посещать урок: bei Kollegen ~; im Unterricht ~
die Hospitation (-, -en) посещение занятий учителя с целью кон- троля, обмена опытом: gegenseitige ~
kosten (kostete, hat gekostet) 1. стоить; 2. А (по)требоваться: viel Mühe, Kraft, Nerven, Zeit ~; Gute Leistungen kosteten mich viel Arbeit.
sich kümmern (kümmerte sich, hat sich gekümmert) um А заботиться: sich um die Kinder, um die Erziehung der Schüler, um die
Hausarbeiten, um gar nichts ~
loben (lobte, hat gelobt) A (für А) хвалить: einen Schüler vor der Klasse für gute Leistungen ~ (Antonym: tadeln)
sich melden (meldete sich, hat sich gemeldet) вызываться, заявлять о своей готовности: sich in der Stunde ~ (поднимать на уроке руку); sich zum Wort ~ (просить слова)
nachlassen (ließ nach, hat nachgelassen) А, in D ослабевать, уменьшаться: in seinen Leistungen ~ (снижать успеваемость); Die Aufmerksamkeit lässt nach.
sich sehnen (sehnte sich, hat sich gesehnt) nach D страстно стремиться, тянуться душой: sich nach Wissen, Ruhe, guter Musik,
seiner Heimat ~
überwiegen (überwog, hat überwogen) преобладать, превышать: In der Klasse überwiegen gute Zensuren.
überwiegend преобладающий: die ~e Mehrheit
sich D vornehmen (nahm sich vor, hat sich vorgenommen)
намереваться: Ich habe mir vorgenommen, die schlechte Zensur auszugleichen.
sich zurechtfinden (fand sich zurecht, hat sich zurechtgefunden) ориентироваться: sich gut, schlecht im Plan, auf der Landkarte, im Buch, in der Stadt, in diesem Bereich ~
zwingen (zwang, hat gezwungen) A (zu D) заставлять, принуждать: Er zwingt mich zu diesem Schritt. Es zwingt mich niemand,
das zu tun.
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der Begriff (-(e)s, -e) понятие: ein neuer, allgemeiner, enger, weiter, abstrakter, wissenschaftlicher ~
die Distanz (-, -en) дистанция: ~ halten; auf A ~ gehen (держаться на расстоянии)
die Geduld (-, ohne Pl) терпение: viel, wenig, keine, große ~ mit den Schülern haben; (nicht) die ~ verlieren
die Oberschule (-, -n) десятилетняя общеобразовательная школа (без аттестата зрелости) ГДР; die erweiterte ~ полная средняя общеобразовательная школа (12 классов): an / in der ~ lernen
die Schlussfolgerung (-, -en) вывод, заключение: aus dem Gesagten ~en ziehen
das Stichwort (-(e)s, -worte) 1. стержневое, ключевое слово: Schreiben Sie aus dem Text Stichworte heraus. 2. краткие тезисы к докладу: Ich schreibe immer Stichworte zu meinen Vorträgen.
peinlich: (eine) ~e Frage щекотливый вопрос
streng строгий: ein ~er Lehrer, eine ~e Ordnung; ~ prüfen, erziehen
verantwortlich ответственный: ein ~er Mensch, eine ~e Aufgabe
zufällig случайный: eine ~e Begegnung; Weißt du zufällig, dass...
zuständig компетентный: für A ~ sein; Er ist für die
Erziehungsprobleme zuständig. Ich bin dafür nicht zuständig.
Wortschatz 2 zum Thema "Schulpraktikum"
die schulische / außerschulische / außerunterrichtliche Arbeit
das Tagebuch
der Direktor / der Schulleiter
der ABC-Schüler / der ABC-Schütze / der Schulanfänger
die unteren / mittleren / oberen Klassen
die Unterstufe / die Grundstufe / die Mittelstufe / die Oberstufe
der Elternbeirat / der Pädagogische Rat
die pädagogische Meisterschaft
die Maßnahme Maßnahmen treffen / durchführen
die Leistungen
der Leistungsstand; den Leistungsstand berücksichtigen
für j-n A einspringen
Der Schüler besucht, versäumt, schwänzt die Schule / folgt den
Ausführungen des Lehrers / hört aufmerksam zu / erledigt (löst) seine Aufgaben / fertigt seine schriftlichen Arbeiten an / kommt an die Tafel / schreibt an die Tafel / hebt die Hand / leistet gesellschaftliche Arbeit /
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schwatzt / rutscht hin und her / schreibt ab / sagt vor / ist nicht bei der Sache
zurückbleiben der Zurückbleiber
die Disziplin ist ins Wanken geraten
(nicht) mitkommen
sitzen bleiben
stark / schwach im Fach sein
in einem Fach abrutschen
Dreien und immer wieder Dreien
das Tagebuch von den Eltern unterschreiben lassen
ins Reine / ins Unreine schreiben
sich (D) Kenntnisse aneignen
in der Stunde aufpassen / bei der Sache sein
sich mit Nebendingen beschäftigen / sich ablenken / abschalten
Der Lehrer erteilt Unterricht (in etw. D) / vermerkt die Abwesenden / ruft die Schüler auf / erklärt den neuen Stoff / wendet sich (an j-n A) / verlangt / leitet verschiedene Zirkel / gibt (erteilt) gute / schlechte Noten (Zensuren) / macht Bemerkungen / tadelt / lobt
ein Vorbild sein (in Kleidung / in der Sprache / in der Disziplin / im gesamten Auftreten
eine ausgezeichnete / interessante / ausgefüllte Stunde; eine leere / verlorene Stunde
die fehlende Lernatmosphäre
eine bewusste / vorbildliche / strenge / eiserne Disziplin
die Disziplin wahren / halten; die Disziplin untergraben / verletzen Nachhilfestunden erteilen
(keinen) Kontakt zu den Schülern bekommen / finden
den Unterricht interessant gestalten
das Interesse für das Fach erwecken
die Schüler zur aktiven Arbeit heranziehen
Im letzten Schuljahr
"... Und nun bin ich 60. Wie viele Gratulanten mögen am Vormittag in die Schule gekommen sein? 60 bestimmt. In meiner Wohnung sieht es wie im Blumenladen oder noch besser aus. 60 rote Rosen. 60 rote Nelken. Orchideen, Gerbera ... Bin ich jetzt alt?
Der Gedanke verfolgt mich durch dieses Schuljahr: Ich mache jetzt alles zum letzten Mal. Letzte Einschulung der Kleinen. Letzte
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Jugendweihe der Großen. Und heute ist eben zum letzten Mal der Montag nach den Frühlingsferien. Die Stunden, die ich in meiner Schule
unterrichten werde, zahle ich nicht."
Studienrätin
1
Sigrid Zimmermann, die Direktorin, Lehrerin für
Geschichte, geht durch ihre Schule, es ist ihr erster Arbeitstag nach dem
60. Geburtstag. Sie geht durch das alte Gebäude mit den breiten Gängen, den großen Fenstern. Das alte Gebäude mit dem kaputten Dach (ein langjähriges Problem für die Direktorin). Seit 35 Jahren arbeitet sie hier,
seit fast 18 Jahren leitet sie die Schule. Wie schon Hunderte Male zuvor geht sie jetzt in den Raum 42. Sie unterrichtet die beiden zehnten Klassen in Geschichte. Vier Stunden in der Woche, zwei davon am Montag, die schönste Zeit ihres Tages. Ob das die Schüler ahnen?
Um 7.30 klingelt es. Die Klasse steht, Annegret gratuliert der
Lehrerin, überreicht Blumen, die Klasse klatscht. Frau Zimmermann lächelt. Sie bedankt sich herzlich und bittet darum, schnell zur Tagesordnung überzugehen. Sie kündigt eine kurze Wiederholung an. An
der Tafel stehen Jahreszahlen.
Sie spricht konzentriert, hat alle Schüler im Blick. Man spürt: Sie weiß in jedem Moment, wie viel sie sich für die Stunde vorgenommen hat. Im Tempo nachzulassen kommt nicht in Frage. Die Schüler bemühen sich,
nicht immer mit Erfolg. Die Lehrerin fordert: "Wer hat sich besonders mit dem Schlesischen Weberaufstand2 beschäftigt? Wissenschaftlich? Und
literarisch?" Ein Mädchen sagt: "Friedrich Wolf". Die Direktorin muss lachen. Sie rezitiert eine Strophe: "Im düstren Auge keine Trane ...
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". Also
Heine.
"Ich mag die 10a. Eine aufgeschlossene Klasse. Die Annegret hätte
ich gern zur erweiterten Oberschule geschickt. Aber sie will Toningenieur
werden. Dafür braucht man erst eine Berufsausbildung.
Ich fühle mich für die Berufswahl der Schüler besonders
verantwortlich. Ich sage mir immer, wenn sie zehn Jahre durch deine Schule laufen, setz auch noch diesen I-Punkt drauf. Ich berate die Schüler. Manche haben keine konkrete Vorstellung. Ihnen schlage ich aus meiner
Sicht dies oder jenes vor. Ich kümmere mich darum, wenn's beim ersten
Versuch mit dem Traumberuf nicht geklappt hat.
Ja, man kann, man sollte, auch als Direktor, eine Beziehung zum Schüler knüpfen. Ich gehe nicht auf Distanz. Nach einer Hospitation, in der Pause, wenn mich einer einfach anspricht – ich rede mit den Kindern. Weil ich das schön finde."
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Exakt auf die Minute: Wichtige Begriffe stehen an der Tafel (das war schon vor der Stunde vorbereitet), Hausaufgabe, bitte notieren Sie. Alles klar? Schluss, Klingelzeichen, Pause.
Sie geht den Gang entlang. Pause, einen Moment Abstand gewinnen.
Zwei Schüler aus der fünften bringen ihr Blumen. Sie strahlt.
"... Ursprünglich wollte ich doch nie Lehrerin werden. Es war eine zufällige Entscheidung, rational getroffen.
In Hamburg wurde unsere Familie 1942 ausgebombt und evakuiert.
Wir zogen nach Westpreußen und blieben dort bis Januar 1945. Als die Front näher rückte, fuhren wir nach Dresden. Wir erreichten Dresden am
10. Februar. Drei Tage vor dem großen Angriff.
Im Mai 1945 kam der Frieden, und es war das schönste Wetter, das
man sich denken kann. Ich ging wieder zur Schule und legte das Abitur ab. Was sollte ich nun anfangen? Medizin hatte ich gern studiert, vielleicht auch bei einer Zeitung gearbeitet. Aber das ging alles nicht. Also lernte ich
bei einem Buchhändler. Wir verkauften auch "Die neue Schule", den Vorläufer unserer Lehrerzeitung. Ein Schulrat holte die immer bei uns.
Und eines Tages fragte er mich: Wollen Sie nicht Neulehrerin4 werden? Gott, dachte ich, Lehrerin ... Aber die bekamen eine gute
Lebensmittelkarte. Also habe ich meine Prüfung gemacht. Ich bestand und
konnte anfangen als Lehrerin."
Die zweite Stunde, die zweite zehnte Klasse, die gleiche Wiederholung des gleichen Stoffes. Die gleiche Stunde?
Die Schüler reagieren anders, die Lehrerin bringt neue Beispiele, unterschiedliche Ergänzungen, berichtet spontan (so scheint es jedenfalls) von einem eigenen Erlebnis. Es ist ein intensives und lebendiges Gespräch. Ein schöpferischer Arbeitsprozess. Im Idealfall auch ein schöpferischer Arbeitsprozess für die Schüler. Das gelingt nicht immer, nicht bei jedem Schüler, bei einer Wiederholung vielleicht besonders selten. Das Bemühen
kostet Kraft und Wissen natürlich, Geduld, Strenge. Auch Humor, Charme. Sie versucht, jeden zum Mitdenken anzuregen – und zum Mitreden. Deshalb fragt sie gerade die Schweigsamen. Deshalb spricht sie,
wenn es um jüngst vergangene Geschichte geht, manchmal von ihren eigenen Erfahrungen und geht so oft wie möglich vom Geschehen in der Umgebung der Schüler aus.
Sie will den jungen Leuten mehr vermitteln als Jahreszahlen und knappe Stichworte. Geschichte kann ein emotionales Fach sein. Je mehr
man erfährt, je mehr man darüber nachdenkt, desto spannender wird es. Die Lehrerin wünscht sich, dass möglichst viele Schüler das spüren.
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Deshalb fordert sie – auch von denen, die lieber nicht gefragt werden
möchten – gründliches Wissen und gibt sich damit nicht immer zufrieden, stellt Fragen, über die man nachdenken muss.
Im zweiten Teil der Stunde geht es um die Geschichte, die weit zurückliegt – im doppelten Sinne. Die Zeit um 1848 wurde in der achten Klasse behandelt, lange her, man merkt's. Frau Zimmermann sagt den Schülern offen, wie schwer es sei, ihnen jede Antwort abzuringen. Als es klingelt, ist sie nicht so weit gekommen wie in der 10a. Sie ist darauf
eingestellt, gibt eine andere Hausaufgabe auf, nennt Bücher, in denen man nachlesen kann. Sie weiß genau, wer sich die Mühe machen wird, extra in die Bibliothek zu gehen, wer nicht. Genauso, wie sie weiß, wer von den Mädchen und Jungen in wen verliebt ist und war, warum eine Freundschaft in die Brüche ging. Eine besondere Beobachtungsgabe? Sie weiß es eben.
"Natürlich kenne ich sie. Nicht alle 163 Schüler gleich gut, aber ich kenne sie. Ich habe ein spezielles Gedächtnis für Schüler entwickelt. Sonst vergesse ich schon so manches. Aber Schüler nicht. Ich präge sie mir ein.
Sie interessieren mich eben sehr. Jedes einzelne Kind zu erleben ist spannend. Das macht den Beruf so vielschichtig und individuell. Ich habe mich nie danach gesehnt, etwas anderes zu tun, nicht einmal in meinen Krisenzeiten ...
Zum Lehrer geworden bin ich wohl auf dem Dorf. Wir waren drei Lehrerinnen dort, drei junge Mädchen, 18, 19 und 20 Jahre alt. Der Schulleiter nahm uns an die Hand und brachte uns bei, was er wusste. Wie man eine Stunde aufbaut, wenn Kinder aus zwei Schuljahren in der Klasse sitzen. Da lernte ich konzentriert zu arbeiten, Zeit einzuteilen ..."
Alltag der Direktorin. Eine junge Frau klopft an die Tür: sie möchte hier gern arbeiten. Neun Reinigungskräfte braucht die Schule, es wäre gut, wenn die Frau wirklich käme. Eine Bibliothekarin fragt nach, ob ein Teil der Bücher für einige Monate in der Schule untergebracht werden könnte. Die Bibliothek wird rekonstruiert, und die Schüler seien eifrige Leser. Wäre da die Umlagerung nicht eine günstige Lösung? – Alles betrifft sie, für alles fühlt sie sich zuständig. So muss ein Lehrer sein, meint sie. Sie
erwartet Einsatzbereitschaft (eigentlich mehr: Selbstlosigkeit) und fordert sie als Leiter.
"Wenn wir im Kollegium5 über neue Lehrpläne diskutieren, packt es
mich, ich möchte sie ausprobieren. Das kann ich nun nicht mehr. Es bleibt das Gefühl: Das und das hättest du gern noch getan. Andererseits denke
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ich: Ich habe nichts versäumt. Die Schule – das ist schon das richtige für mich. Oder muss ich "war" sagen?"
Texterläuterungen
1. der Studienrat – (ГДР) школьный советник (почётное звание
педагогов)
2. der Schlesische Weberaufstand – восстание силезских ткачей
1844 года
3. "Im düsteren Auge keine Träne..." строка из сатирической
поэмы "Германия. Зимняя сказка" Генриха Гейне, посвящённая восстанию силезских ткачей
4. der Neulehrer – новый учитель, звание демократически
настроенных учителей, сменивших после переподготовки на основе школьной реформы 1945 г. в советской зоне оккупации старые профашистские педагогические кадры
5. das Kollegium – педагогический совет в полной средней школе
ГДР
Übungen 1 zum Text "Im letzten Schuljahr"
1. Antworten Sie auf die Fragen.
1. Wie ist Frau Zimmermann Lehrerin geworden? 2. Wie unterscheiden sich die beiden zehnten Klassen, die Frau Zimmermann in Geschichte unterrichtet? 3. Wie gestaltet Frau Zimmermann ihre Stunden in den beiden zehnten Klassen am gleichen Tag? Wodurch unterscheiden sich die Haltung und die Methoden von Frau Zimmermann in den zwei
"gleichen" Stunden? 4. Wofür fühlt sich die Lehrerin besonders
verantwortlich? 5. Worin sieht sie ihre Aufgabe als Lehrerin? 6. Woraus besteht der Alltag von Frau Zimmermann als Schuldirektorin? 7. Meinen
Sie, dass die Schule für Frau Zimmermann das richtige "ist" oder "war"? 8. Glauben Sie, dass die Unterrichtsstunden für eine Lehrerin die schönste Zeit ihres Tages sein können? 9. Glauben Sie, dass Geschichte ein
emotionales Fach sein kann?
2. Erzählen Sie über die Lehrertätigkeit von Frau Zimmermann.
3. Äußern Sie Ihre Meinung.
1. Können literarische Parallelen eine Rolle für den Geschichtsunterricht spielen? Könnte ein historischer Roman die Stunde in
Geschichte "beleben"? 2. Wenn der Lehrer im Geschichtsunterricht von seinen Erlebnissen und Erfahrungen berichtet, die mit den Geschehnissen
zusammenhängen, macht das den Unterricht konkreter, lebendiger,
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