Добавил:
ivanov666
Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз:
Предмет:
Файл:Немецкий язык. Учебно-методическое пособие
.pdf
In jedem Fall nehmen die Studenten selbst stärker Einfluss auf die
Gestaltung ihres Studiums, die Ausprägung ihrer individuellen
Fähigkeiten.
Korr.: Ausprägung individueller Fähigkeiten – das meint immer den
ganzen Menschen ...
Prof.: Selbstverständlich. Wir wollen schließlich keine "Fachidioten"
heranbilden, sondern Leute, die mit beiden Beinen im Leben
stehen.
Aufgaben zum Text "Alma mater – die nährende Mutter"
(Teil 2)
1. Nehmen Sie Stellung zu folgenden Fragen:
1. Wem muss der Lehrer mehr Aufmerksamkeit in der Stunde
schenken: den Musterschülern oder den Zurückbleibenden? 2. Wann muss
man in der Schule mit Fremdsprachen beginnen? Und wie viel müssen es
sein?
2. Was denken Sie von:
1) den in Russland existierenden Schulen mit erweitertem Unterricht
einiger Fächer? (Vergleichen Sie diese Schulen mit den im Text
beschriebenen Eliteschulen);
2) den neu gebildeten Gymnasien? Bekräftigen Sie Ihre Meinung mit
konkreten Beispielen.
3. Beantworten Sie folgende Fragen:
1. Was bedeutet für Sie Ihre "Alma mater"? 2. Auf welche Weise
werden die Studenten Ihrer Hochschule in die Forschung einbezogen? 3.
Nehmen die Studenten Ihrer Hochschule Einfluss auf die Gestaltung ihres
Studiums? 4. Welche Veränderungen sind Ihrer Ansicht nach in der
Gestaltung Ihres Studiums notwendig?
4. Setzen Sie in folgende Sätze das passende Verb aus dem
aktiven Wortschatz ein:
1. In diesem Sommer soll die erste Eliteklasse ... werden. 2. Jeder
Student dieser Hochschule kann mit Computern ... . 3. Es ist sehr wichtig,
die Studenten schon früh mit den Problemen ihres Fachs zu ... . 4. Die
Hochschule muss die Studenten für das ... , was jetzt und in den
kommenden Jahrzehnten den Gang der Dinge in Ökonomie und
Wissenschaft bestimmt. 5. Die künftigen Ingenieure müssen in der Lage
sein, selbst Software für ihr spezielles Arbeitsgebiet zu ... . 6. Die
Sprachenfolge wird ...: man beginnt mit der zweiten Fremdsprache bereits
in Klasse 6 und mit der dritten in Klasse 8.
101

5. Äußern Sie Ihre Meinung zum Modell der
Grundlagenausbildung, das von der Technischen Universität (Teil 2)
entwickelt wurde.
Es ist so weit
Abenteuer Studium
Für alle Studierwilligen in Deutschland ist die Dortmunder
Zentralstelle für die Vergabe von Studienplatzen (ZVS) ein Begriff. Das
zentrale Auswahlverfahren für zulassungsbeschränkte Studienfächer ist
eine deutsche Besonderheit. Es wird seit dem Numerus clausus Urteil 1972
praktiziert.
Es ist September, und es ist wieder so weit. Die Studierwilligen
haben sich Monate vorher bei der ZVS beworben. Nun hat das
ungeduldige Warten ein Ende. Die Neuen schreiben sich jetzt an den
Hochschulen ein. Wir mochten ein paar frischgebackene Studenten
interviewen.
Korrespondent: Meinen Glückwunsch! War das Warten hart für Sie?
Stefanie: Ich glaube, für viele ist das ein Gefühl wie beim Lotto. Werde
ich angenommen oder abgelehnt? Das war die Frage!
Korrespondent: Nun haben Sie grünes Licht erhalten und können jetzt
Aktivitäten entfalten.
Stefanie: Ja, die Heidelberger Universität ist meine Wunschhochschule.
Ich werde nun ein paar Jahre in Heidelberg verbringen, deshalb
muss ich mich um eine Bude kümmern, dann auch den BafögAntrag stellen. Vor allem aber muss ich mich bis zum 16.
September an der Hochschule einschreiben.
Korrespondent: Haben Sie sich über das Studienprogramm informiert?
Vielleicht sollte man sich erkundigen, ob es in den Wochen vor dem
Vorlesungsbeginn Einführungsveranstaltungen gibt. Oder ob
Einstufungsklausuren geschrieben werden müssen. Wer ein
Studium beginnt, braucht vor allem zwei Dinge: Mut und
Engagement, um im Hochschuldschungel den Spaß am Lernen zu
behalten. Also, viel Spaß!
Schwerer hat es der abgelehnte Bewerber. Er stellt sich die Frage,
wie er die Zeit bis zum nächsten Bewerbungstermin nutzen kann. Volker
hatte diesmal Pech.
Korrespondent: Sie haben sich um einen Studienplatz in Jura beworben.
Ist der Numerus clausus diesmal hoch ausgefallen?
Volker: Ja, wie auch jedes Jahr. In den meisten zulassungsbeschränkten
Studiengängen ist der Numerus clausus deutlich niedriger
102

ausgefallen, nur nicht in Jura und Medizin. In Betriebswirtschaft und
Biologie konnten sogar alle Studierwilligen zugelassen werden.
Korrespondent: Hoffen Sie im nächsten Jahr zum Zuge zu kommen?
Volker: Offen gestanden, gibt es an diesem planwirtschaftlichen Verfahren
viel zu bemängeln. Die Leistung zählt beim Platzverteilen nur als ein
Kriterium unter vielen. Nach geduldigem Warten kommen die
schlechteren Bewerber auch noch zum Ziel.
Hier lassen wir Studenten zu Worte kommen
Im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
wurde die Hochschulbildung durch das Humboldtsche Bildungsideal
bestimmt. Die Hochschule war für eine kleine Zahl von Studenten gedacht.
Sie sollte vor allem eine Stätte reiner Wissenschaft, Zweck freier
Forschung und Lehre sein.
Horst, Philosophie-Student, 8. Semester
Unsere Massenuni ist eine Bildungsmaschine. Die Studenten
kämpfen in überfüllten Hörsälen um Sitzplätze. Es wird viel zu viel
praxisfremde Theorie und viel zu wenig Vorbereitung auf das Berufsleben
vermittelt.
Christian, Betriebswirtschaft-Student, 6. Semester
Nicht nur die Auswahl der Studenten, auch die der Professoren muss
stärker kontrolliert werden. An den Unis gilt noch immer der Satz: Über
einem deutschen Professor steht nur der liebe Gott – und der auch nur
bedingt.
Max, Soziologie-Student, 3. Semester
Gut ausgestattete Bibliotheken, kein Numerus clausus, finanzielle
Unterstützung der Studenten durch den Staat sind heute an den meisten
Universitäten eine Utopie.
Monika, Mathematik-Studentin, 4. Semester
Ein Studium kostet den Studenten im Durchschnitt 45.000 Euro. Die
meisten leben nicht bei den Eltern, so brauchen sie 600 Euro bis 650 Euro
im Monat. Einen Großteil des Studiums finanzieren die Eltern. Allerdings
müssen viele Studenten jobben. Folge: verlängerte Studienzeiten.
Markus, Physik-Student, 8. Semester
Ich studiere im vierten Semester Wirtschaftswissenschaften und
jobbe vier Tage in der Woche in einer Firma. Da bleibt für die Uni keine
Zeit. Ich will aber auf Nummer Sicher gehen, und ich lasse mich vom
103

Repetitor fürs Examen vorbereiten. Der Stoff wird vorgekaut wie in der
Schule. Das spart mir eine Menge Zeit, und ich kann arbeiten gehen.
Katrin, Wiwi-Studentin, 4. Semester
Schwierige Startbedingungen haben viele Studenten. Nur etwa jeder
fünfte Student kann mit der staatlichen Unterstützung rechnen. Auch die
Unterbringungsmöglichkeiten für Studenten sind nicht immer gut.
Natürlich möchten die meisten am liebsten alleine oder mit Freund oder
Freundin in den eigenen vier Wänden wohnen. Mehr oder weniger
freiwillig ziehen allerdings viele in Studentenwohnheime.
Anette, Germanistik-Studentin, 2. Semester
Der Internationale Wettbewerb nimmt zu. Es ist klar, dass man
Fremdsprachen beherrschen muss. Englisch gilt als selbstverständlich.
Punkte macht, wer ungewöhnliche Sprachen wie Russisch oder Japanisch
beherrscht. Unternehmen achten darauf, dass Hochschulabsolventen ein
Auslandsstudium oder noch lieber Auslandspraktika hinter sich haben.
Thomas, Jura-Student, 7. Semester
Die deutschen Abschlüsse Staatsexamen und Diplom sind außerhalb
der Bundesrepublik weitgehend unbekannt und erschweren es den
Absolventen, auf dem internationalen Arbeitsmarkt einen Job zu finden.
Es sollten die im Ausland verbreiteten Titel Bachelor und Master von den
deutschen Universitäten vergeben werden.
Dagmar, Medizin-Studentin, 9. Semester
Wissen wird heute immer wichtiger, aber Büffeln allein reicht längst
noch nicht. Gute Noten haben auch die anderen. Man sollte also in den
Semesterferien arbeiten – und zwar nicht nur bei McDonald's. Das heißt:
Praktika machen. Diese Schnupperlehren helfen, Kontakte zu künftigen
Arbeitgebern zu knüpfen.
Dirk, Wiwi-Student, 7. Semester
Aufgaben zum Text "Es ist so weit"
1. Setzen Sie richtige Endungen ein:
Die im Ausland verbreitet... Titel Bachelor und Master sollten von
den deutsch... Universitäten vergeben werden. Das ist eine unter den
deutsch... Studenten verbreitet... Meinung.
In den deutsch... Hochschulen kommen auf 900.000 Studienplätze
mehr als 1,8 Millionen Studierwillig... . Überfüllt... Hörsäle sind heute
Realität.
104

Das Studium an den deutsch... Universitäten dauert im Durchschnitt
13 Semester. Verlängert... Studienzeiten sind darauf zurückzuführen, dass
viele Studenten jobben müssen.
Verlängert... Studienzeiten müssen verkürzt werden. Von gut...
Bibliotheken kann man nur träumen. In den meist... Universitäten sind
schlecht ausgestattet... Bibliotheken leider Realität.
Wir, Studenten, wollen an der Universität auf unser künftig...
Berufsleben vorbereitet werden. Wir brauchen keine praxisfremd…
Theorie und wir protestieren gegen praxisfremd. Lehrmethoden.
Ich möchte gern in einer Firma Praktika machen, weil es sehr wichtig
ist, Kontakte zu künftig... Arbeitgebern zu knüpfen. Außerdem kann man
schon verstehen, wie sein künftig... Arbeitsplatz ist.
Die ältest... deutsch... Hochschule, die Universität Heidelberg, wurde
1386 gegründet. Ander... Universitäten haben bereits ihre 500. Jahrfeier
hinter sich, darunter die traditionsreich... Universitäten von Leipzig
(gegründet 1409) und Rostock (gegründet 1419). Daneben bestehen auch
ganz jung... Universitäten.
Neben den Universitäten entstanden im zwanzigst... Jahrhundert
Technisch... Hochschulen, Pädagogisch... Hochschulen und
Fachhochschulen.
Das Studium an den deutsch... Hochschulen wird mit einer Diplom-,
Magister- oder Staatsprüfung abgeschlossen. Die Studierend... zahlen an
den staatlich... Hochschulen keine Studiengebühren. Bund und Länder sind
daran interessiert, dass Ausländer an deutsch... Hochschulen studieren.
Außer den staatlich... Hochschulen gibt es auch einige privat... und
kirchlich... Hochschulen. Heute bewirbt sich jeder Dritt... eines
Altersjahrgangs um einen Studienplatz. Die Studiensituation an den
deutsch... Hochschulen hat sich in den letzt... Jahren ungünstig entwickelt:
viel mehr Studierwillig... als Studienplätze. Auch die durchschnittlich...
Studienzeiten sind zu lang. Eine Hochschulreform ist erforderlich.
2. Beantworten Sie folgende Fragen:
1. Über welche Institution können die deutschen Studierwilligen
Studienplätze erhalten? Wie verfahren sie dann? 2. Wann erfahren
Studierwillige, ob sie angenommen oder abgelehnt wurden? Welches
Gefühl haben sie dabei? Wann schreiben sie sich an den Hochschulen ein?
3. Welche Aktivitäten entfalten sie danach? Was geschieht noch vor dem
Vorlesungsbeginn? 4. Was machen die abgelehnten Bewerber? 5. Welche
Studienfächer gelten als zulassungsbeschränkte Studienfächer? 6. Haben
leistungsschwächere Bewerber denn überhaupt keine Chancen,
105

Studienplätze zu erhalten? 7. Fassen Sie zusammen, was Sie aus den
Antworten der beiden Jugendlichen erfahren haben (Berichten Sie nur über
die Tatsachen, die sich auf das Bildungswesen beziehen). 8. Sind Sie
schon bei Ihrer ersten Bewerbung zum Ziel gekommen? Was war die
Voraussetzung dafür? 9. Teilen Sie die Meinung "Man braucht Mut und
Engagement, um im Hochschuldschungel den Spaß am Lernen zu
behalten"? 10. Welches Bildungsideal war im 19. Jahrhundert und in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestimmend? Charakterisieren Sie es.
11. Warum werden die deutschen Universitäten Massenunis genannt?
Warum werden die Massenunis Bildungsmaschinen genannt? 12. Was gilt
heute an den meisten deutschen Unis als eine Utopie? 13. Von wem wird
das Studium finanziert? Was kostet ein Studium den Studenten? 14. Wie
sehen die Unterbringungsmöglichkeiten für deutsche Studenten aus? 15.
Warum ist es wichtig, Fremdsprachen zu beherrschen? Was macht dabei
Punkte? 16. Warum ist es für deutsche Studenten schwer, auf dem
internationalen Arbeitsmarkt einen Job zu finden? 17. Warum reicht
Wissen allein langst noch nicht? Fassen Sie alle Meinungen zusammen.
18. Wie geht es Ihnen finanziell? Müssen Sie mit Nachhilfestunden und
(Ferien)jobs ihr Geld verdienen? Führen Sie Gespräche. 19. Wie ist der
Kontakt zwischen Studenten und Professoren an Ihrer Uni? Wie sollte
Ihrer Meinung nach der Kontakt zwischen Studenten und Professoren
sein? 20. Möchten Sie ein Auslandsstudium oder Auslandspraktika
machen? Warum?
3. In Deutschland und Russland bestehen unterschiedliche
Immatrikulationsverfahren. Versuchen Sie diese Verfahren zu
vergleichen und ein optimales zu finden.
Studentenleben in Rostock
Rostock ist eine Universitätsstadt in den neuen Bundesländern. Hier
leben rund 11.000 Studentinnen und Studenten. Einige von ihnen studieren
Deutsch als Fremdsprache an der philosophischen Fakultät.
Thorsten, 23, studiert neben Deutsch als Fremdsprache (DaF)
Germanistik, Religion und Geschichte. Er ist im 6. Semester und im 2.
Semester DaF. Sein Studienziel: das 1. Staatsexamen für das Lehramt an
der Sekundarstufe. Mit Deutsch als Fremdsprache erhofft er sich "ein
zweites Standbein": "Damit kann man zum Beispiel an einer Schule im
Ausland Deutsch unterrichten." Das DaF-Studium gefällt ihm, weil es
nicht so theoretisch ist. Begeistert berichtet er von der Umsetzung eines
Theaterstücks im Unterricht.
106

Thorsten hat sich sofort nach dem Zivildienst in Rostock
immatrikuliert, weil Universitäten in Westdeutschland oft überfüllt sind.
Er hatte Angst vor Massenbetrieb und Anonymität. In Rostock ist alles
überschaubar. Im Fachbereich kennt jeder jeden. Dabei hat die
philosophische Fakultät 2.770 Studentinnen und Studenten. Aber in den
Seminaren sitzen 20 bis höchstens 40 Kommilitoninnen und
Kommilitonen. Lehramtsstudenten in Mecklenburg-Vorpommern müssen
mindestens ein Semester im Ausland studieren. Thorsten plant sein
Auslandssemester im niederländischen Groningen. Dafür will er ein
Stipendium im Rahmen des europäischen Erasmus-Programms
beantragen.
Thorsten kommt aus Ostfriesland. Ein Wessi im Osten? "Die WessiOssi-Diskussion ist hier kein Thema", versichert Thorsten. Er hat diese
Frage satt: "Ich weiß gar nicht, wer aus dem Westen kommt und wer aus
dem Osten. Es interessiert mich auch nicht!" Er lebt in einer WG mit 2
Kommilitonen, mit denen er sich gut versteht. Die Wohnung liegt zentral.
Man braucht nur wenige Minuten bis zur Uni und in die Innenstadt. Jeder
bewohnt ein Zimmer. Küche, Diele und Bad teilen sich die drei.
Bis zum 4. Semester bekam Thorsten BAföG, ein Teil davon als
Darlehen. Nachdem ihm ein Schein fehlte, fiel er aus der Regelstudienzeit
heraus – die BAföG-Zahlungen waren zu Ende. Jetzt bekommt Thorsten
Geld von seinen Eltern. In den Semesterferien jobbt er, zum Beispiel als
Betreuer einer Zeltfreizeit mit Kindern und Jugendlichen oder am
Fließband des Volkswagenwerks in Emden.
Wie stellt sich Thorsten seine Zukunft vor? "Ich träume von einer
Anstellung als Lehrer und von einer Kleinfamilie mit 2 Kindern", sagt er.
"Geld und Karriere interessieren mich nicht."
Susann, 25, kommt aus Schwerin. Das lag bis 1990 in der DDR. Sie
war 14, als der sozialistische Staat zusammenbrach. "Genau im richtigen
Moment", wie sie heute meint: "Für uns Jugendliche war die Zeit der
Wende unheimlich spannend. Für die Erwachsenen dagegen brach eine
Welt zusammen." Mit 18 bestand Susann das Abitur. Ihr Verhältnis zu
ihren Eltern verschlechterte sich, so dass sie von zu Hause auszog. Sie
verbrachte ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Thüringen, dann studierte
sie Anglistik und Psychologie an der Universität Leipzig, dann schrieb sie
sich an der Universität Rostock für ein Lehramtsstudium ein. Ihre Fächer
sind Germanistik und Biologie. Später kommt Deutsch als Fremdsprache
hinzu. Sie jobbt in einer Kneipe. Dort lernt sie viele Leute kennen. Susann
107

ist WG-erfahren. Heute lebt sie lieber allein. Sie hat in Rostock eine
Wohnung gemietet und nach ihrem Geschmack eingerichtet.
Im 5. Semester ging sie nach Schweden. In Luleå studierte sie von
Januar bis Juni Pädagogik. Susann profitierte mehrfach von ihrem
Auslandsaufenthalt: In einem Sprachzentrum lernte sie Schwedisch. So
konnte sie – zurück in Rostock – an einer Privatschule
Schwedischunterricht geben. Bei einem Schulpraktikum in Schweden
lernte sie Schlittschuh laufen, "weil es an jeder Schule Eislaufflächen
gibt". Und sie lernte ihren Freund Umberto, 25, aus Italien kennen. Mit
ihm will sie demnächst ein halbes Jahr gemeinsam verbringen, "am besten
in Südeuropa". Dort, wo Susann nach dem Studium wegen des Klimas und
wegen der Leute am liebsten unterrichten würde.
Jutta, 22, kommt aus Finnland. Jutta ist an der Universität Jyväskylä
im 3. Studienjahr Deutsch und Französisch. Jutta kennt Rostock seit
langem. Ihre Eltern studierten hier Anfang der 70er Jahre. Ein Studium in
der DDR war damals in Finnland Mode. Auch Juttas Schwester studiert in
Rostock Medizin. Nach schlechten Erfahrungen in einem Studentenhaus
wohnt Jutta jetzt bei ihr.
"Wir haben auch noch Freunde, Bekannte und sogar entfernte
Verwandte in der Gegend", sagt Jutta. Kein Wunder, dass die Germanistik-
Studentin sich für 2 Semester Auslandsstudium in Rostock entschied. Mit
ihren Studienfächern muss sie ohnehin 2 Monate ins Ausland. In Finnland
bekommen alle Studenten 54 Monate lang ein Stipendium und Wohngeld.
Damit können sie studieren, wo sie wollen. Jutta erläutert: "Das Geld
reicht nur knapp zum Leben, man muss sich etwas dazu verdienen."
Das Studentenleben in Rostock gefällt Jutta sehr: "Es gibt zahlreiche
Studentenkneipen und -cafés, wo man sich tagsüber und abends trifft. So
eine Kneipenkultur gibt es in Finnland nicht." Auch das kulturelle Leben
lässt nichts zu wünschen übrig, stellt Jutta fest. Sie geht gerne ins Kino
und besucht Theateraufführungen und Konzerte. Probleme hat Jutta nur
mit dem Rostocker Klima: "Im Winter gibt es keinen Schnee, es ist feucht
und nasskalt; im Sommer regnet es oft – bei Temperaturen unter 20 Grad
Celsius."
Fragen und Aufgaben zu den Texten:
1. Erläutern Sie folgende Begriffe: der Zivildienst; der
Lehramtsstudent; der Fachbereich; der Kommilitone; der Wessi; der Ossi;
die WG; das Darlehen; die Regelstudienzeit; das Wohngeld; die
Kneipenkultur. 2. Erklären Sie den Sinn folgender Aussagen: Er erhofft
sich ein zweites Standbein. / Er hatte Angst vor Massenbetrieb und
108

Anonymität. / In Rostock ist alles überschaubar. / Ihm fehlte ein Schein. /
Sie ist WG-erfahren. / Das Geld reicht nur knapp zum Leben. / Das
kulturelle Leben lässt nichts zu wünschen übrig. 3. Nach welchem Plan
wird in den Texten das Studentenleben in Rostock charakterisiert? Welche
Fragen würden Sie noch als Zeitungsreporter(in) an Rostocker Studenten
stellen? 4. Wodurch unterscheidet sich das Studentenleben in Deutschland
und in Russland? 5. Referieren Sie über die Texte.
Übungen zum Text "Studentenleben in Rostock"
1. Ergänzen Sie:
1) Das Studium in Rostock gefällt dem Studenten, weil (обучение не
столь теоретическое; аудитории не так переполнены, как в Западной
Германии; он не испытывает страха перед поточным производством
специалистов и обезличиванием; в Ростоке все обозримо; нужно как
минимум один семестр проучиться за границей; можно выучить в
лингвистическом центре язык той страны, где проходит зарубежная
практика). 2) Das Mädchen findet das Studentenleben in Rostock toll. Es
liegt daran, dass (в свободное время и в каникулы можно
подрабатывать; в городе много пивных и кафе, в которых можно
встретиться с друзьями днем и вечером; здесь можно ходить в кино,
театр и на концерты).
2. Bilden Sie Sätze nach dem Muster:
In der Stadt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, seine Freizeit
interessant zu verbringen. – Die Freizeitmöglichkeiten lassen nichts / nur
wenig / kaum etwas zu wünschen übrig.
1. In den Semesterferien gibt es viele Möglichkeiten zu jobben.
2. Der Student bekam in allen Prüfungen nur gute und sehr gute Noten.
3. Es gibt viele Chancen, von seinem Auslandsaufenthalt zu profitieren.
4. Der Student antwortete in der Prüfung auf alle Fragen des Lektors
absolut richtig. 5. Seine Wohnung in einer WG liegt sehr günstig. 6. Der
Student bekommt Bafög und Geld von seinen Eltern. 7. Während eines
Auslandspraktikums fehlt es nicht an Möglichkeiten Sport zu treiben.
3. Bilden Sie Sätze nach dem Muster:
Der Student bekam in den Prüfungen nicht die besten Noten. – Die
Resultate der Prüfungen lassen viel / etwas zu wünschen übrig.
1. Ihr Verhältnis zu den Eltern verschlechterte sich. 2. Der Student
fiel aus der Regelstudienzeit heraus, und die Bafög-Zahlungen waren zu
Ende. 3. Es war unmöglich, in der WG zu wohnen. 4. In dieser Stadt gibt
109

es nur wenige Kultureinrichtungen. 5. Das Rostocker Klima ist einem
Ausländer zu feucht und im Winter nasskalt.
4. Übersetzen Sie:
– Привет! Давно тебя не видел.
– Я была на практике за границей, в Швеции.
– В Швеции? И что ты там делала? Насколько мне известно, ты
будешь преподавать в школе немецкий язык. Или я ошибаюсь?
– Нет, не ошибаешься. Но я буду учителем немецкого языка как
иностранного. По этой специальности обязательна практика за
границей, которая продолжается один семестр. Вот поэтому я и была
в Швеции.
– Вот здорово! Ты, наверное, теперь можешь говорить на
шведском?
– Да, у меня была возможность выучить шведский в
лингвистическом центре. Это оказалось не так трудно, как я думала
раньше.
– А проблемы были?
– А как же! Например, мы не получали денег на оплату жилья, а
стипендии едва хватало на жизнь. Но все равно практика мне очень
понравилась. Заходи как-нибудь ко мне, покажу фотографии.
– Спасибо за приглашение. Обязательно приду.
Prüfungsangst
Jörn und Sascha haben fast die ganze Woche zusammen gelernt, so
wichtig war ihnen die Matheprüfung. Jörn hatte das Lernen wie immer
noch ein bisschen ernster genommen als Sascha, er war leistungsmäßig
sowieso besser. Dann war es soweit. Sascha musste als erster zur Prüfung.
Er schaffte eine Eins (sehr gut) und freute sich natürlich sehr. Gleich lief er
zu Jörn. "Mensch, ich war so aufgeregt, aber mir sind Sachen eingefallen,
auf die ich sonst noch nicht mal im Traum komme!"
Aber Jörn konnte sich nicht richtig mitfreuen. Er hatte schlecht
geschlafen, er war blass, und ihm war richtig übel. Sascha begleitete ihn
zur Schule und wartete auf ihn. Als Jörn aus der Prüfung kam, war ihm
anzusehen, wie enttäuscht und traurig er war. "Ich habe keinen
vernünftigen Satz raus gebracht, und die selbstverständlichsten Sachen
sind mir im Hals stecken geblieben."
Er, der auf Eins geprüft werden sollte, hatte mit Mühe eine Drei
(befriedigend) geschafft.
110
Соседние файлы в предмете [НЕСОРТИРОВАННОЕ]
