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ivanov666
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Файл:Немецкий язык. Учебно-методическое пособие
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verständlicher, anschaulicher? 3. Was bedeutet Ihrer Meinung nach ein
schöpferischer Arbeitsprozess für den Lehrer und ein schöpferischer
Arbeitsprozess für die Schüler? 4. Hat die Schulleiterin das Recht, von
ihren Kollegen Selbstlosigkeit zu fordern? 5. Muss man die Schweigsamen
im Unterricht in Ruhe lassen oder zum Mitreden bringen? Wie kann man
es erreichen? 6. Warum kommt es vor, dass der Lehrer den Schülern jede
Antwort abringen muss? 7. Lohnt es sich, zusätzliche Bücher,
Lehrmaterialien, Nachschlagewerke zu empfehlen, wenn der Lehrer schon
im Voraus weiß, dass nur ein Teil von Schülern sie nachlesen wird? 8.
Verfügen alle Lehrer über eine besondere Beobachtungsgabe? Oder gibt es
so was überhaupt nicht? 9. Warum ist es gerade für einen Lehrer wichtig,
konzentriert arbeiten und Zeit einteilen zu können?
4. Lesen Sie die Kurztexte. Nehmen Sie Stellung zu folgenden
Problemen.
a) Wie sehen Sie sich in Ihrem künftigen Beruf?
b) Finden Sie es richtig, dass die Schüler über ihre Lehrer Zeugnis
schreiben?
Die "Junge Welt"-Korrespondentin Marion Klotz führte ein Gespräch
mit dem Lehrer Rainer Werner.
Korr: Was ist für dich das Schönste am Lehrerberuf?
Lehrer: Die Abwechslung. Jede Stunde ist anders. Je nach der Klasse
musst du dir etwas Besonderes einfallen lassen, um die Schüler aus der
Reserve zu locken. Schön ist auch, wenn du Erfolg siehst.
Korr.: Was willst du künftig besser in den Griff kriegen?
Lehrer: Als Klassenleiter auch den Letzten erreichen. Das ist schwer.
Ich habe das Gefühl, dass da noch zwei, drei Schüler in meiner 10. sind, an
denen ich vorbeirede.
Die Schüler der 10 c der Carl-Bobach-Oberschule Chemnitz
schrieben ihrem Lehrer Rainer Werner ein Zeugnis:
Otto: In seinen beiden Fächern, Mathe und Physik, ist Herr Rainer
Werner wirklich Spitze: er kann gut erklären. Und in Physik macht er jede
Menge Experimente. Sind wohl sein Hobby. Auch uns macht's Spaß. Mit
ihm kann man über alles reden. Hervorzuheben ist auch der freundlich
kameradschaftliche Umgangston von Herrn Werner.
Horst: Unser Lehrer hat bei uns Lernpatenschaften in Gang gebracht.
Er sagte einfach: der Ralf, der braucht Unterstützung in Mathe, ich gebe
ihm Aufgaben zum Üben, helft ihm dabei. Es gibt nichts, wofür er sich
nicht verantwortlich fühlt. Er ist Genosse. Überhaupt regt er uns immer
mit neuen Ideen an.
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Nora: Er ist konsequent. Darin ist er Vorbild. Wenn er bloß
manchmal ein bisschen ausgeglichener, ruhiger wäre. Und uns hin und
wieder mehr helfen würde, ganz praktisch. Bei unserer Abschlussfahrt im
Juni nach Lübben zum Beispiel. Wenn ihr euch nicht kümmert, dann
wird's nicht damit, meinte Herr Werner. Waren wir da sauer auf unseren
Klassenlehrer! Lässt uns einfach alleine strampeln. Das waren wir nicht
gewohnt. Obwohl es ihm eigentlich doch auch dabei wieder nur um uns
geht.
"Junge Welt"
c) Wie muss das Lehrer-Schüler-Verhältnis sein? Lesen Sie eine
Meinung dazu and äußern Sie Ihre eigene Meinung.
Lehrer sein – das heißt Vorbild sein. Warum entschied ich mich für
diesen verantwortungsvollen und zugleich schönen Beruf? Die ersten
Impulse erhielt ich als 14- jähriger im Leipziger Kinderheim "Kurt
Löwenstein". Hier fand ich genug die Gelegenheit, gute und schlechte
Erzieher und Lehrer aus der Kinderperspektive kennen zu lernen. Solche,
die sich uns gegenüber gleichgültig und launisch verhielten, die morgens
den Abend schon ersehnten und glücklich waren, uns nach dem
Achtstundendienst nicht mehr zu sehen.
Dann gab es auch aber jene – sie in der Überzahl, – die uns die Eltern
ersetzten; die uns liebten und sich beharrlich um uns bemühten; die nur
selten die Geduld verloren, die uns zu aufrichtigen und ehrlichen
Menschen erzogen, die uns lehrten, den Krieg zu hassen und den Frieden
zu bejahen. Damals habe ich mir gesagt, wenn du einmal Lehrer werden
solltest, dann wirst du so handeln, wie es deine besten Erzieher taten.
Viele kleine Mosaiksteinchen trugen und tragen dazu bei, meinen
Werdegang zu bestimmen. So auch die ersten Jahre meines Studiums an
der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Das Verhältnis zwischen
Lehrenden und Lernenden ist verschieden. Für einige Seminarleiter und
Dozenten beschränkt sich der Kontakt zu den Studierenden auf die
Vorlesung oder Übung. Es sind aber nur wenige. Sie erscheinen unnahbar,
aus Angst, sie könnten ihre Autorität verlieren. Die Autorität ist aber mit
einem echten Vertrauensverhältnis verbunden ...
5. Führen Sie Gespräche mit Ihren Studienkollegen. Sie haben
mehr Erfahrung und geben Ihrem Gesprächspartner Ratschläge:
1. Bei der Besprechung der Schüler-Leistungen.
2. Nach der Hospitation bei ihm.
3. Zum Verhalten des Lehrers im Unterricht.
4. Bei der Vorbereitung auf eine Probestunde.
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5. Beim Durchführen der außerschulischen Arbeit.
a) Hausaufgaben sind überholt.
Was die Schüler nicht begreifen,
verstehen sie auch nicht, wenn sie
sich zu Hause allein damit
befassen.
b) Hausaufgaben dienen dazu, das
Wissen und Können der Schüler zu
festigen, es zu üben und anzuregen.
Außerdem üben sie bei ihren
Hausaufgaben, mit Büchern und
anderen Hilfsmitteln zu arbeiten.
a) Ab 8. Klasse dürften sich die
Schüler selber entscheiden, ob sie
sich mehr naturwissenschaftlichen
oder humanitären Fächern
widmen sollten. Es sollten mehr
fakultative Lehrveranstaltungen
gestaltet werden, und dabei nicht
nur in "Schulfächern".
b) Bis zur zehnten Klasse sollten
alle Schüler die gleiche Bildung
bekommen. Dabei sollte man viel
mehr Aufmerksamkeit solchen
Fächern wie Literatur und
Geschichte schenken. Das gehört
zum Gebildetsein.
Gebrauchen Sie die folgenden Klischees:
Was würdest du dazu sagen?
Und wie wäre es mit ...?
Könntest du etwas mehr darüber sagen / mitteilen?
Aus meiner Sicht, ... (Как я вижу, ... Как мне представляется, …)
Egal, ob ... (Безразлично, ...)
6. Führen Sie eine Diskussion. Teilen Sie sich in zwei Gruppen.
Jeder findet Argumente für eine These und vertritt sie beim
Diskutieren.
1. Welchen Sinn hat die Hausaufgabe?
2. Wie muss sich die Schule in Zukunft entwickeln?
Übungen 2 zum Text "Im letzten Schuljahr"
7. Erwidern Sie. Gebrauchen Sie die Wendungen: быть
неприятно удивленным, случайно узнать, чувствовать себя
ответственным за ..., быть компетентным в ...
1. Lässt Sie diese Arbeit gleichgültig? 2. War die Begegnung mit
Ihrem ehemaligen Kollegen für Sie angenehm? 3. Ich glaube, ihr Kollege
versteht von diesem Problem wenig. Stimmt das? 4. Hat Sie jemand über
unser Vorhaben informiert? 5. Ich glaube, man braucht nicht so viel zu
wissen, um dieses Problem zu lösen. Nicht wahr? 6. Ich glaube, deine
Freundin nimmt diesen Auftrag nicht ernst. Habe ich recht? 7. Ich dachte,
dass du dich über diesen Brief gefreut hast. Stimmt das? 8. Hat dir jemand
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gesagt, dass morgen die Lehrveranstaltungen eine Stunde später beginnen
werden?
8. Antworten Sie auf die Fragen. Gebrauchen Sie das Wort sich
vornehmen.
1. Wollt ihr diesen Sommer am Schwarzen Meer verbringen? (die
Ostsee) 2. Wollen Ihre Freunde diesmal wieder eine Auslandsreise
unternehmen? (die altrussischen Städte) 3. Wollen Sie das Geld für KrimiBände ausgeben? (eine London-Sammlung) 4. Wollen Sie auch weiter
Selbstheilmethoden anwenden? (Facharzt) 5. Wie will Ihre
Studienkollegin ihre nächste Unterrichtsstunde aufbauen? (die
Wiederholung, der neue Stoff, Übungen, Texte, der Grundgedanke, ein
Übersetzungsdiktat)
9. Wie könnte der erste Satz lauten? Gebrauchen Sie sich
einstellen.
1. ..., aber Martina hatte leider keine Zeit, mich gestern zu besuchen.
2. ..., aber die Situation hat sich plötzlich verändert. 3. ..., aber das Seminar
fiel leider aus. 4. ..., aber der Mentor hospitierte nicht bei mir, sondern bei
Kurt. 5. ..., aber man gab gestern "Othello" statt "Hamlet". 6. ..., aber es
regnete den ganzen Tag und aus dem Ausflug ist nichts geworden. 7. ...,
aber der Autor beendete seine Geschichte mit keinem Happyend, sondern
ließ seinen Helden umkommen.
10. Sagen Sie es anders, gebrauchen Sie dabei das Verb bestehen
und beachten Sie seine Rektion.
1. Unsere Hochschule ist schon mehr als 50 Jahre alt. 2. Für Renate
existiert in ihrem Leben jetzt nur noch Arbeit. 3. Die Prüfung hat mir keine
Schwierigkeiten bereitet. 4. Martina will nur diese neuen Methoden
anwenden und keine anderen. 5. Zum Frühstück isst Ralf nur Eier und
Brot. 6. Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen den Verben
"kämpfen" und "bekämpfen". 7. Ich halte ausschließlich meinen Plan für
richtig.
11. Antworten Sie auf die Fragen, beachten Sie dabei die Rektion
der Verben.
1. Soll Ihr Kollege den literarischen Abend vorbereiten?
(verantwortlich) 2. Widmet Ihr jüngerer Bruder auch genug Zeit Ihrer
kranken Großmutter? (sich kümmern) 3. Haben Sie wirklich einen großen
Wunsch, Ihre alten Schulfreunde wieder mal zu sehen? (sich sehnen) 4.
Will der Mentor morgen Ihre Probestunde besuchen? (hospitieren) 5. Fällt
Ihnen das Briefeschreiben schwer? (sich zwingen) 6. Müssen Sie sich
innerlich vorbereiten, um eine verantwortliche Arbeit zu erfüllen? (sich
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einstellen) 7. Ist es Ihnen schwer, Unterstützung Ihrer Kollegen in
manchen Fragen zu bekommen? (gewinnen) 8. Ist es Ihnen leicht, die
Sympathie eines Menschen zu gewinnen? (sich bemühen) 9. Ist Ihr
Kollege mit den Problemen des Fernsehens vertraut? (sich zurechtfinden)
10. Hat der Moderator die Zusammensetzung des Programms mit dem
Redakteur besprochen? (sich beraten) 11. Werden Sie bei oder vor einem
verantwortlichen Gespräch sehr nervös? (kosten)
12. Was halten Sie für sinnvoll in folgenden Situationen?
Gebrauchen Sie dabei die würde-Form und das angegebene
Sprachmaterial.
1. Morgen müssen Sie zum ersten Mal in der Klasse als Lehrerin
erscheinen. (проконсультироваться с …, настроиться на …, намереваться, привлечь кого-л. на свою сторону, попытаться преодолеть
волнение, постараться) 2. Sie wollen eine Unterrichtsstunde methodisch
richtig aufbauen. (составить план, не снижать темп, отдать
предпочтение коммуникативным упражнениям, дать опорные слова,
объяснить детали и важные понятия, спросить об отношении к …,
сделать выводы, похвалить / поругать в заключение, просить
учеников поднимать руку) 3. Sie wollen einen guten Kontakt zu Ihren
Schülern haben (беспокоиться о ..., стараться не держаться на
дистанции, не принуждать, дать возможность исправить плохие
оценки)
13. Übernehmen Sie die Rolle Ihres Lektors. Führen Sie den
sprachlichen Stoff ein und festigen Sie ihn.
Übungen 3 zum Text "Im letzten Schuljahr"
14. Ergänzen Sie, beachten Sie den Gebrauch des Konjunktivs:
1. Wenn Frau Zimmermann nicht 60 geworden wäre, …
2. Wenn die Lehrerin im Tempo nachgelassen hätte, …
3. Hätte der Praktikant in der Probestunde alle Schüler im Blick
gehabt, …
4. Hätte die Lehrerin die nötigen Beispiele gebracht, …
5. Wenn die Lehrerin auch die Schweigsamen angesprochen
hätte, …
6. Wärest du von den Erfahrungen der Schüler ausgegangen, …
7. Würde der Lehrer den Schülern mehr vermitteln als Jahreszahlen
und knappe Stichworte, …
8. Wenn …, hätte die Lehrerin den Schülern die Antwort nicht
abringen müssen.
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9. Wenn sich der Praktikant schon in der ersten Probestunde die
Kinder eingeprägt hätte, …
10. Hätte der Lehrer die Zeit richtig einteilen können, …
11. Hätte der Schüler nicht so viel versäumt, …
15. Erklären Sie den Grund, gebrauchen Sie Es liegt daran,
dass … / nämlich… / Die Sache ist die, dass …
1. Der Lehrer musste den Schülern jede Antwort abringen.
2. Die Lehrerin musste leider im Tempo nachlassen.
3. Der Lehrer erteilt die Stunde exakt auf die Minute.
4. Es ist nicht leicht, die Schüler zum Mitdenken anzuregen.
5. Die heutige Stunde hat den Lehrer viel Geduld gekostet.
6. In seinem Fach müssen die Schüler viel nachlesen.
7. Der Praktikant kann in der Stunde das Pensum nicht schaffen.
Übungen 4 zum Text "Im letzten Schuljahr"
16. Erwidern Sie und gebrauchen Sie die Konstruktion mit
dürfte, hätte ... dürfen.
Muster: Heinz, die Kinder möchten gern diesen Krimifilm sehen. –
Das dürften wir ihnen lieber nicht erlauben.
1. "Die Fernsehbrücke" mit amerikanischen Studenten wird heute
leider zu später Stunde gesendet. (versäumen) 2. Olaf hat heute eine Fünf
bekommen, ich habe gesagt: "Heute kein Fernsehen"! (verbieten) 3. Der
junge Interpret hat mich gestern sehr enttäuscht. (auftreten) 4. Mein Sohn
war mir gestern böse, weil ich ein anderes Programm sehen wollte.
(umschalten) 5. Ich muss zugeben, dass ich den Menschen gegenüber sehr
oft zurückhaltend bin. (auf Distanz gehen) 6. Ich gebe meinem Sohn
immer zu verstehen, wenn ich mit ihm unzufrieden bin. (nicht immer
tadeln) 7. Meinem Freund liegt es viel daran, mich von etwas zu
überzeugen. (nicht immer auf seiner Meinung bestehen) 8. Der Vater will,
dass das Kind immer nur seinen Ratschlägen folgt. (zwingen)
17. Antworten Sie argumentiert auf die Fragen, gebrauchen Sie
das angegebene Sprachmaterial.
1. Mit wie viel Jahren sollten die Kinder zur Schule gehen? (sich mit
Ärzten beraten, zuständig, verantwortlich, einschulen lassen, viel Mühe
kosten, sich kümmern, das Interesse, die Aufmerksamkeit, nachlassen,
entwickeln)
2. Denken Sie an Ihre Schuljahre gern zurück? (sich sehnen, die
Mädchen als Krankenschwestern und die Jungen als Radiotechniker
ausbilden, zuständige Lehrkräfte, nie auf Distanz gehen, anregen, zur
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Verantwortlichkeit erziehen, Oberschule, erweiterte Oberschule, peinlich,
Beziehungen, Einzelheiten, bestehen, (nicht) zufällig)
18. Sammeln Sie und ordnen Sie Vokabeln und Wendungen zu
folgenden Teilthemen:
1. Lehrerpersönlichkeit.
2. Aufgaben des Lehrers im Unterricht.
3. Lehrer-Schüler-Verhältnis.
Eine Hospitation
Im Lehrerzimmer summt es wie in einem Bienenhaus. Es herrscht
Aufregung. Der Schulrat Bulkowski will kommen.
"Ha, ha", lacht Lemmel, "sieh mal, wie belebend sich so ein
Schulratsbesuch auswirken kann." Da stehen die Lehrer und sehen ihre
Klassenbücher nach, bringen noch alles in Ordnung und erarbeiten sich
eine Konzeption. Da sagt mir, einem jungen Lehrer, der Schuldirektor
Rendshagen: "Herr Krenzin, Sie haben am Sonnabend zwei Stunden
ausfallen lassen. Sie holen sie am Mittwoch nach."
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Als erster kommt
Weizenberger, Sektorenleiter für Volksbildung bei der Kreisleitung der
Partei. Weizenberger kann, wenn er sich mit jemandem unterhält,
stundenlang zuhören, ohne zu unterbrechen. Anschließend lässt er den
ganzen persönlichen Kleinkram unter den Tisch fallen, sondert das
Wesentliche vom Unwesentlichen, fasst zusammen und macht Vorschläge
zur Lösung einer Aufgabe.
Weizenberger arbeitet emsig, und er weiß, was er will. Zuerst sieht er
die Klassenbücher nach. Wie viel Zensuren hat ein Schüler bisher
durchschnittlich erhalten? Welche Zensuren überwiegen? Treten viele
Fünfen auf? In welchen Fächern treten sie auf? Daraus lassen sich
Schlussfolgerungen ziehen. Daran kann man die geleistete Arbeit
messen ...
Wie kommt es, Krenzin, dass bei dir mehrere Schüler im September
eine Fünf erhalten haben und erst wieder Ende November Gelegenheit
hatten, die Fünf auszugleichen? Warum hast du ihnen nicht früher die
Möglichkeit gegeben? Sie hätten dann mehr Interesse gezeigt. In der
deutschen Rechtschreibung treten gehäuft Fünfen auf. Hast du schon
einmal über die Ursachen nachgedacht?
Noch nicht, aber man kennt die Ursachen. Weil die Hefte zu lange
auf dem Schreibtisch gelegen haben. Weil man dauernd etwas anderes zu
tun hatte. Darum. Aber das sagt man nicht.
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– Wie erklärt ihr euch überhaupt die Häufung von schlechten
Leistungen in einigen Klassen und in einigen Fächern?
– Na ja, die Schüler lernen nicht. Oder zu wenig. Sie setzen sich
nicht auf den Hosenboden. Sie mögen nicht. Haben andere Interessen.
– So! Und warum lernen die Schüler nicht?
– Weil sie keine Lust haben.
Weizenberger fasst die Einzelaussprachen zu einem vorläufigen
Ergebnis zusammen. Die Häufung von schlechten Schülerleistungen
können auf keinen Fall den Schülern vorgeworfen werden. Noch nennt er
die Ursachen nicht. Mögen die Kollegen ihm die Arbeit abnehmen und
selbst die Antwort finden ... Am nächsten Nachmittag sitze ich und sehe
die Hefte nach. So lange, bis ich nicht mehr weiß, ob Zahn mit h oder ohne
h geschrieben wird. Die Verhältnisse zwingen dazu. Morgen kommt der
Schulrat. Der Mann ist schließlich eine Autorität. Er sitzt da und passt auf
jedes Wort auf, das du sagst. Und du musst in einer Stunde bald auf
hundert Dinge achten, damit alles richtig läuft. Alle Schüler sollen
mitarbeiten. Weißt du, was das heißt, dreißig Schüler zur Mitarbeit zu
bringen? Du sollst den Stoff, du kannst den Stoff nicht eintrichtern1. Sie
sollen mit Lust gestellte Probleme lösen. Sollen Erkenntnisse gewinnen.
Sollen die Erkenntnisse auch noch in der Stunde anwenden. Du musst
recht oft die Tafel benutzen, musst Bilder zeigen und die Leistungen
zensieren. Du musst hier loben und dort loben, sehr sparsam sein mit dem
Tadeln. Die Hausaufgaben musst du nachsehen und vor allen Dingen alle
Schüler, auch wirklich alle Schüler in Begeisterung mitreißen. Habe große
Geduld mit den schwachen Schülern! Übe Nachsicht! Schimpfe nicht,
wenn sie die Hausaufgaben vergessen haben oder wenn sie nicht
aufgepasst haben! Denke an jeden einzelnen Schüler und habe alle Fakten
des Stoffes sicher im Kopf! Lass dich nicht durch Zwischenfragen vom
methodischen Aufbau der Stunde abbringen! Und denke auch daran, dass
die Stunde nur 45 Minuten hat!
Die Stunde beginnt. Nehmt die Hausaufgaben vor! Verflixt, sechs
Mann haben keine. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, ihnen vorher
zu sagen, dass der Schulrat kommt. Jetzt bloß nicht schimpfen. Schreibt
ein, dass ihr die Hausaufgaben zu morgen anfertigt. Dieter, lies die Lösung
der Aufgaben vor! Und weiter, Regina! Richtig. Ich sehe mir nachher eure
Aufgaben an. Endlich kommt die eigentliche Stunde.
Was wisst ihr über Berlin?
Es kann eine schöne Stunde werden. Wer wüsste nichts über Berlin?
Man muss nur aufpassen und ordnen.
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Kurt, komm nach vorne und schreib es an die Tafel! Sie werden im
Eifer unzulässig laut. Schnipsen mit den Fingern
2
. Halt, das geht aber
nicht! Sie müssen wieder ruhiger werden, aber das liegt natürlich am
Lehrer.
Nehmt den Atlas vor! Wir arbeiten mit der Karte. Da meldet sich
Thomas. Thomas stellt immer eigenwillige Fragen, die manchmal nicht in
die Unterrichtsstunde passen. Hoffentlich bringt er nicht alles
durcheinander.
– Herr Krenzin, warum liegt Westberlin bei uns in der DDR?
Das ist eine Frage. Die passt ins Konzept3.
Bulkowski sitzt hinten und schreibt. Der Stundenverlauf wird genau
fixiert. Frage für Frage, Antwort für Antwort. Damit man nachher jede
Einzelheit besprechen kann.
Westberlin hatten wir. Weiter. Wo liegen die wichtigsten Betriebe
unserer Hauptstadt? Halt, man muss mehr auf Ingrid und Werner
aufpassen, sie öfter fragen, weil sie sonst abschalten. Wie ein Dirigent
arbeiten. Alle müssen mitspielen, sonst klingt das Orchester nicht. Und
keinen Takt überspringen. Es gerät sonst alles durcheinander. Wir
schreiben die wichtigsten Industriezweige in unser Heft. Ja, auch einige
Namen der Betriebe. Die Schüler müssen immer etwas zu tun haben. Der
Martin findet sich nicht zurecht. Brigitte zeigt es ihm. Jetzt sind es noch
zehn Minuten.
Hartmut war neulich mit seinem Vater in Berlin. Er möchte gerne
vom neuen Fernsehturm am Alex erzählen. Bitte, Hartmut!
Zum Schluss sprechen wir über den Verkehr. Aber das ist jetzt so
wie manchmal beim Autofahren. Du willst Gas geben, trittst das Gaspedal
durch, ganz durch, aber der Motor zieht nicht mehr. Beinahe hast du
vergessen, dass Bulkowski hinten sitzt. Es ist gut, als es zur Pause klingelt.
Zehn Minuten tief Luft holen. Die nächste Stunde durch den Kopf gehen
lassen. Bulkowski will noch einmal mitkommen. Soll er doch!4
Am Nachmittag um drei Uhr soll die Auswertung sein. Da muss die
bittere Medizin geschluckt werden ...
Sie sind schon da. Sitzen bei Rendshagen im Direktorzimmer in den
Sesseln ... "Kollege Krenzin", beginnt Bulkowski, "im Großen und Ganzen
haben Sie mit Ihren Stunden das Ziel erreicht. Lassen Sie uns zu einigen
Einzelheiten kommen. Zum ersten. Warum haben Sie die teilweise guten
Leistungen bei den Hausaufgaben nicht zensiert? Das spornt die Schüler
an. Wir alle begehen den Fehler, dass wir oft nur die Schwachen bemerken
und registrieren. Im Laufe der Stunde haben Sie übrigens vergessen, die
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Hausaufgaben zu kontrollieren, obwohl Sie es vorher versprochen hatten."
Sie nennen alles beim Namen. Weizenberger die wenigen
Leistungskontrollen und Rendshagen den versäumten Sonnabend.
Rendshagen nimmt sogar die Brille ab und sagt, dass ihn als Leiter ein
gewisser Teil Schuld träfe, denn auch er hätte durch Kontrollen bemerken
müssen, dass zu wenige Zensuren im Klassenbuch standen. Überhaupt
hatte man sich an der Schule mehr mit Krenzin beschäftigen müssen. Es ist
peinlich, dass durch die eigene Schuld andere auch Schuld haben.
"Und nun möchten wir Ihnen zum Schluss vorschlagen", sagt
Bulkowski, "dass Sie, um die Möglichkeit zu haben, sich
weiterzuentwickeln, ein Fernstudium aufnehmen. Wobei wir sowohl an
Sie als auch an die Schule denken. An die Perspektive."
(Nach Bodo Liermann: "Ein Jahr ist wie ein Tag")
Texterläuterungen
1. eintrichtern (разг.) – вдалбливать в голову.
2. mit den Fingern schnipsen – щелкать пальцами разрешается на
занятиях для выражения желания получить слово.
3. Das passt ins Konzept – зд.: Это по существу.
4. Soll er doch! – Пусть приходит!
Übungen zum Text "Eine Hospitation"
1. Fertigen Sie eine Gliederung des Textes an.
2. Fassen Sie anhand der Gliederung den Inhalt des Textes kurz
zusammen.
3. Antworten Sie auf die Fragen.
1. Wie war die Atmosphäre im Lehrerzimmer vor dem
Schulratsbesuch? Wovon zeugt das? 2. Was hat Weizenberger interessiert?
War das prinzipiell wichtig oder nebensächlich? 3. Finden Sie, dass die
Lehrer bei der Erklärung der Ursachen der schlechten Leistungen der
Schüler aufrichtig waren? Kennen Sie vielleicht auch andere Ursachen? 4.
Beschreiben Sie die Überlegungen des jungen Lehrers vor der Stunde. 5.
Wie verlief die Stunde? Welche Fragen musste der Lehrer während der
Stunde improvisiert lösen? 6. Welche Schlussfolgerungen wurden nach der
Hospitation gezogen?
4. Veranstalten Sie eine Diskussion nach der Hospitation bei
Ihrem Studienkollegen. Jeder der Teilnehmer übernimmt eine Rolle:
1. ein Methodiker, der den Aufbau der Stunde einschätzt;
2. ein Psychologe, dem das Verhalten des Praktikanten im Unterricht
gefallen hat;
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