Немецкий язык. Новая Российская дипломатия. Учебное пособие
.pdfhigkeit des Gebietes Kaliningrad als Subjekt der Russischen Föderation zu erarbeiten, das auf gegenseitig vorteilhafter Zusammenarbeit zwischen Russland und der EU bei voller Respektierung der russischen Interessen gründet. Kaliningrad könnte zum vorgeschobenen Stützpunkt der wirtschaftlichen Zusammenarbeit Russlands mit den europäischen Staaten werden. Alle diese Fragen waren bereits Gegenstand eines aktiv geführten Dialogs zwischen Russland und der EU.
Kurz gesagt, in Nordeuropa besteht heute die Möglichkeit einer langfristigen, stabilen, gegenseitig vorteilhaften Zusammenarbeit, und diese Chance heiβt es mit Umsicht zu nutzen.
Zusammenfassend lässt sich zur europäischen Richtung der russischen Auβenpolitik mit Zuversicht feststellen, dass sie für einen langen Zeitraum ihre Vorrangigkeit behalten wird. Europa ist unter günstigen Voraussetzungen in das neue Jahrhundert eingetreten: die Gefahr eines groβen militärischen Konfliktes ist beseitigt, und die Entwicklung des Kontinents vollzieht sich auf der Grundlage gemeinsamer demokratischer Werte. Jetzt steht Europa eine nicht weniger komplizierte Aufgabe bevor - zur Triebkraft bei der Schaffung einer gerechten demokratischen internationalen Ordnung zu werden, die der Welt Stabilität und Prosperität bringen kann. Erreichbar ist dieses edle Ziel nur, wenn die Europäer ihre Kräfte vereinen und wenn eine zuverlässige Struktur der Sicherheit, Stabilität und Zusammenarbeit auf dem europäischen Kontinent gestaltet wird.
Übungen zum Text 8
Übung 1. a) wie verstehen Sie die folgenden Wörter und Wortgruppen?
Sehen Sie die Lernhilfe im Anhang!
Die historische Labilität der Sicherheitslage; Höchstmaβ an Umsicht; an Kraft gewinnen; Beitrag leisten; zum Verhaltenskodex der Mittelmeeranrainerstaaten; die vertrauensbildenden und sicherheitsfördernden Maβnahmen; Seekriegsflottenbewegungen; Vorabinformationen über bestimmte Flottenbewegungen; diesbezügliche Jahrespläne; allergefährlichste Waffenarten; massenvernichtungswaffenund trägermittelfreie Zonen schaffen; unlösbare Verflechtung; das wechselseitige Streben einen; die Erhöhung der Strah-
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lungssicherheit; mit Zuversicht feststellen; Vorrangigkeit behalten; unter günstigen Voraussetzungen.
b)Sie wissen: das Bestimmungswort in der Wortkomposition von Nomen steht immer links und spezifiziert das Grundwort rechts. Der Wortakzent des Kompositums liegt immer im Bestimmungswort. Zwischen den Kompositionsteilen steht oft ein Fugen -n oder –s. Bitte sprechen Sie alle
Komposita aus der Übung richtig aus!
c)bilden Sie mit einigen Wörtern eigene Sätze und machen Sie Notizen. Tragen Sie danach mindestens 3 Sätze im Plenum vor!
Übung 2. Beantworten Sie die folgenden Fragen:
1.Was ist erforderlich, um die Sicherheitslage am Mittelmeer zu schaffen?
2.Wie ist Russlands Beitrag zur Entwicklung der ―Nördlichen Dimension?‖
3.Wie fördert Russland die soziale und wirtschaftliche Sicherung in der nördlichen Ostregion?
Übung 3. Schreiben Sie die Sätze mit den in Klammern angegebenen Wörtern neu.
1.Trotz aller Schwierigkeiten, greifbare Ergebnisse zu erzielen, gewinnt diese Initiative an Kraft und fördert objektiv die Gesundung der Situation in der Region. (die Vorbereitung)
2.Darauf müssen auch die verschiedenen für den Mittelmeerraum ins Auge gefassten regionalen und subregionalen Initiativen abzielen. (Verhaltenskodex)
3.Nicht weniger aktuell erscheint die Aufgabe, die vertrauensbildenden und sicherheitsfördernden Maβnahmen am Mittelmeer insbesondere auf die dortigen Seekriegsflottenbewegungen zu übertragen, wobei es um Vorabinformationen über bestimmte Flottenbewegungen, um den Austausch diesbezüglicher Jahrespläne, um die Beobachtung tatsächlicher Bewegungen und um eine erweiterte Zusammenarbeit zwischen den Flotten geht.
(Rat der Ostseestaaten und der Euro-arktische Barentssee-Rat)
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4. Die Entwicklung der Situation in der nördlichen Ostseeregion wird dem Gebiet Kaliningrad als russische Exklave im EU-Raum unterliegen.
(Stützpunkt)
Übung 4. Wortstellung. Korrigieren Sie die folgenden Sätze:
1.haben sich Diverse Probleme haben sich angehäuft, die dringend einer Lösung bedürfen, allen voran der Strahlungssicherheit die Ökologie und die Erhöhung .
2.Ein energisches internationales Engagement ist die Weiterverbreitung erforderlich, um der allergefährlichsten Waffenarten im Mittelmeerraum zu verhindern.
3.Entschiedenste Unterstützung verdient Zonen die Idee, im Nahen Osten massenvernichtungswaffen – und trägermittelfreie zu schaffen.
4.Es wird erforderlich sein, ein dieser neuen Situation entsprechendes für die soziale und wirtschaftliche Modell Entwicklung und die Sicherung der Lebensfähigkeit des Gebietes Kaliningrad als der Russischen Föderation zu erarbeiten, gründet das auf gegenseitig Subjekt vorteilhafter Zusammenarbeit zwischen Russland und der EU bei voller Respektierung der russischen Interessen.
Übung 5. Suchen Sie alle Konnektoren im Text, wie z.B.: und, oder, sowie, das heißt, falls, obwohl, wenn, weil, sodass, umso mehr als, wohingegen, woraufhin, zumal, vorausgesetzt, angenommen, gesetzt den Fall, allerdings, dagegen, indessen, schließlich, zum Beispiel, andernfalls, anstatt dessen, folglich, nichtsdestominder, sowieso, aber, allein, doch, eh, sogar, zumal sonst, dann, danach, deswegen, darum, insofern, trotzdem, infolgedessen zweigliedrige Konnektoren: teils....teils, nicht nur....sondern auch, weder....noch, sowohl....als auch, u.s.w. und auch andere satzverbindende
Wörter.
Übung 6. Fassen Sie den Inhalt des Textes schriftlich kurz zusammen! Als Plan könnte Ihnen Übung 2 dienen. Gehen Sie den Inhalt des Textes noch einmal im Geiste durch!
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Vor den Kontrollaufgaben gehen Sie den Inhalt der Lektion noch einmal im Geiste durch! In Ihren Sprachhandlungen könnten Sie die Formulierungen aus der Lektion1 gebrauchen.
Beim Referieren betonen Sie bitte die G l i e d e r u n g, z. B.:
1)G r u s s: Guten Tag, meine Damen und Herren!
2)E i n l e i t u n g, d. h., kurzen Überblick machen: Ich möchte Ihnen heute… Zunächst berichte ich über ……., dann ….. und schliesslich informiere ich Sie über … .
3) H a u p t t e i l, d. h. Überlegungen und Erfahrungen zum Thema, z.B.:
Ich habe... an der Uni Berlin (Moskau) studiert und danach ein
Praktikum beim Auswärtigen Amt (Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten) gemacht, in dem ich....
4) |
S c h l u s s, d. h. Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen: |
Im Grossen und Ganzen kann ich sagen, dass.... |
|
5) |
s i c h b e d a n k e n: Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. |
6) |
z u r D i s k u s s i o n die Zuhörer a u f f o r d e r n: Und was denken |
Sie darüber?
Kontrollaufgaben zur Lektion 2
Mündlicher Ausdruck
Sie haben eine kurze Pause (15 Minuten), um Ihre Notizen zu formulieren. Eine verkürzte Ausdrucksweise, soweit sie verständlich ist, genügt es auch:
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1.Sie besuchen ein Tutorium zur Politologie. Dort werden Sie gefragt: Wie ist das Hauptziel der Russischen Aussenpolitik in der Richtung Europa?
2.Sie besuchen ein Seminar, wo über OSZE gesprochen wird. Sie werden gebeten, kurz über den politischen Charakter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) zu erzählen.
3.Sie diskutieren mit Ihren Freunden. Beschreiben Sie die wichtigsten Prozesse der Sozialentwicklung in Europa.
4.Der Seminarleiter will wissen, wie könnten Sie die Frage beantworten: Welche Grundlagen der Beziehungen zur Europäischen Union schafft das Abkommen über Partnerschaft und Kooperation vom 24.Juni 1994 und auch weitere gemeinsame Verträge.
5.Erläutern Sie die Bedeutung der neuen Gas-Pipeline für die wirtschaftliche Entwicklung Russlands.
6.Halten Sie einen kurzen Vortrag. Erzählen Sie über die Weiterentwicklung der europäischen Integrationsprozesse.
7.Erläutern Sie die Aussichten für die Entwicklung der Beziehungen der Russischen Föderation zu Litauen, Lettland und Estland.
Schriftlicher Ausdruck
Das Schreiben eines Aufsatzes am Ende unserer Lektion wird von Ihnen verlangt. Da sind halbfreie/offene Themen:
1.Wie ist das Hauptziel der Russischen Aussenpolitik in der Richtung Europa?
2.Erzählen Sie über den politischen Charakter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit. (OSZE).
3.Beschreiben Sie die wichtigsten Prozesse der Sozialentwicklung in Europa.
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4.Welche Grundlagen der Beziehungen zur Europäischen Union schafft das Abkommen über Partnerschaft und Kooperation vom 24. Juni 1994 und auch weitere gemeinsame Verträge?
5.Begründen Sie Russlands wirtschaftliche Interessen der neuen GasPipeline.
6.Erzählen Sie über die Weiterentwicklung der europäischen Integrationsprozesse.
7.Welche Aussichten bestehen für die Entwicklung der Beziehungen der Russischen Föderation zu Litauen, Lettland und Estland?
Hörverstehen. (Eva-Maria Willkop, Claudia Wiemer.
Auf neuen Wegen. Deutsch als Fremdsprache für die Mittelstufe und Oberstufe. Unterrichtsbegleitung. München, 2003).
„Europa – Vergangenheit und Zukunft".
Hören Sie einen Vortrag von Prof. Dr. Heinz Duchhardt über die Vergangenheit und die Zukunft Europas. Sie hören den Vortrag zwei Mal. Beim ersten Hören dürfen Sie nicht mitschreiben, damit Sie sich darauf konzentrieren können, einen globalen Eindruck über das Thema und den Vorgang zu gewinnen. Nach dem ersten Hören haben Sie 5 Minuten Zeit, das Aufgabenblatt zu lesen. Beim zweiten Hören machen Sie bitte Notizen. Danach haben Sie 45 Minuten Zeit, die Aufgaben zu bearbeiten.
Aufgaben:
1.Geben Sie den Teil des Vortrags in einem zusammenhängenden Text wieder, der sich mit der Geschichte Europas bis zum Nationalsozialismus beschäftigt.
2.Welche Ziele eines gemeinsamen Europas sind heute schon umgesetzt? Nennen Sie zwei Beispiele aus dem Vortrag in Stichpunkten.
3.Warum ist nach Meinung des Sprechers Europa und der Europäisierungsprozess ein Vorbild für andere Länder? Antworten Sie in Sätzen.
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4.Welche Ängste der europäischen Bürger vor einer europäischen Einheit nennt der Sprecher? Nennen Sie zwei der im Vortrag erwähnten Ängste in Stichpunkten.
5.Wo bzw. Wie zeigen sich diese Ängste? Nennen Sie dafür ein Beispiel aus dem Vortrag in Stichpunkten.
6.Ergänzen Sie folgende Aussage in Stichpunkten.
Der Sprecher meint, dass es in Zukunft wichtig sein wird, ein Gleichgewicht zu finden zwischen
a)____________________________________________ und
b)____________________________________________ .
Lektion 3
RUSSLAND UND DIE USA
Text 1
Der Weg zur Unterzeichnung des neuen Abrüstungsvertrags
Die grundlegenden Veränderungen in der internationalen Arena, die sich in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts vollzogen, haben die USA in die Lage einer Groβmacht versetzt, die allen anderen Staaten in allen
Hauptbelangen – militärisch, finanziell-wirtschaftlich und wissenschaftlichtechnisch – weit voraus ist.
Doch wie der Gang der Ereignisse in der Welt zeigt, reicht diese enorme
Überlegenheit für eine uneingeschränkte Führerschaft auf internationaler Ebene nicht aus. Zu komplex ist das Geflecht der gegenwärtigen internationalen Beziehungen, um für einen Einzelnen beherrschbar zu sein. Heutzutage ist niemand mehr in der Lage, auch nur einen regionalen Konflikt ganz
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allein beizulegen – die Vorgänge der letzten Jahre im Nahen Osten beweisen dies.
Eine allgemein anerkannte Tatsache ist auch, dass die russischamerikanischen Beziehungen ein bedeutendes Gewicht behalten und damit das politische Klima in der Welt beeinflussen. Russland und die USA als ständige Mitglieder des Sicherheitsrates der UN und als gröβte Atommächte tragen eine besondere Verantwortung für die Erhaltung des Weltfriedens und der Sicherheit. Beide Staaten haben globale Interessen, betreiben eine multivektorielle Auβenpolitik, beteiligen sich aktiv am Prozess der Rüstungsbegrenzung und -reduzierung und an der Bewältigung von Krisensituationen. Heute dürfte es kaum noch ein groβes Weltproblem geben, das ohne Beteiligung Moskaus und Washingtons zu lösen wäre.
Andererseits haben sich Charakter und Inhalt der russischamerikanischen Beziehungen radikal verändert, sie gehorchen nicht mehr der Logik der erbitterten militärisch-politischen Konfrontation. Unsere Länder betrachten einander nicht mehr als Gegner. Mehr noch, das Gesamtpotential Russlands und der USA kann für die Gewährleistung von Sicherheit und strategischer Stabilität in der Welt zum ausschlaggebenden Faktor werden.
Realisieren lässt sich dieses Potential natürlich allein auf dem Wege der gleichberechtigten Partnerschaft und der Respektierung der gegenseitigen Interessen sowie im breiten Kontext der internationalen Zusammenarbeit. Von prinzipieller Bedeutung ist, dass dies seinen Niederschlag gefunden hat in der Gemeinsamen Erklärung über die Herausforderungen für die weltweite Sicherheit an der Wende zum 21. Jahrhundert, die von den Präsidenten
BORIS JELZIN und BILL CLINTON im September 1998 in Moskau unterzeichnet wurde. Sie enthielt einen direkten Hinweis darauf, dass diese Herausforderungen allein durch die konsequente Mobilisierung der Kräfte der gesamten internationalen Gemeinschaft abgewehrt werden könnten. Dabei wurde betont, dass Russland und die USA weiterhin eine führende Rolle bei der Erreichung der generellen Ziele im Bereich der Sicherheit spielen würden.
Gewisse Vorgänge in den neunziger Jahren führten jedoch dazu, dass die Interessen beider Mächte in der Weltarena nicht immer übereinstimmten, ja bisweilen in Widerspruch zueinander gerieten. Das geschah in der Regel dann, wenn Washington seine Neigung demonstrierte, im Alleingang
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zu handeln, und nicht nur versuchte souveränen Staaten seinen Willen zu diktieren sondern unter Umgehung der Normen des Völkerrechts auch Gewalt gegen sie anwandte. Auf das beiderseitige Verhältnis wirkte sich ebenfalls aus, dass Moskau und Washington die Situation in der Welt nach dem Ende des Kalten Krieges unterschiedlich bewerteten. Als Russland den Weg tiefgreifender innerer Wandlungen im politischen, sozialen und wirtschaftlichen Leben beschritt, brach es entschlossen mit den Schablonen der Konfrontation und orientierte sich in seinem auβenpolitischen Kurs auf die Notwendigkeit der Gestaltung einer neuen demokratischen Weltordnung. Moskau strebte ehrlich eine gleichberechtigte Partnerschaft mit den USA an, was objektiv seinen nationalen Interessen entspricht, war es doch völlig offenkundig, dass eine anhaltende Konfrontation mit den USA, vor allem im militärisch-technischen Bereich, die Lösung der Aufgaben einer stabilen
Entwicklung Russlands und seiner Wirtschaft ernsthaft erschweren musste. Die Politik der Vereinigten Staaten wurde indessen in nicht geringem
Maβe vom »Syndrom des Siegers« im Kalten Krieg geprägt. Die Folge war das offene Bestreben, die UNO herabzuwürdigen, und der Hang, die allgemein anerkannten Normen des Völkerrechts zu ignorieren, Druck auszuüben bis hin zur Gewaltanwendung, besonders im Raum des Persischen
Golfs und auf dem Balkan. Zu einem neuen Störfaktor in den russischamerikanischen Beziehungen wurden die Versuche der USA, Russland aus dem geographischen Raum der ehemaligen UdSSR herauszudrängen, indem man ihn, einschlieβlich der entsprechenden militärischen Infrastruktur, zur Sphäre »amerikanischer Lebensinteressen« erklärte. Von Seiten Washingtons machte sich hier eine eindeutige Überschätzung der eigenen Möglichkeiten bemerkbar, ebenso wie die Abneigung, objektiven Prozessen in den heutigen internationalen Beziehungen Rechnung zu tragen.
All das brachte gewisse Komplikationen in der Entwicklung der rus- sisch-amerikanischen Beziehungen in den neunziger Jahren mit sich. In entscheidenden Momenten gewann freilich stets der Realismus die Oberhand und die Erkenntnis, dass erstens die Interessengleichheit wesentlich gröβer ist als die Meinungsverschiedenheiten und dass zweitens Russland und die USA bei den wichtigsten strategischen Fragen der Sicherung von Frieden und Stabilität Partner und nicht Gegner sind. Allmählich bildete sich ein neuer Stil der Kooperation zwischen Moskau und Washington heraus, der
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auf der Respektierung der beiderseitigen Interessen und dem gemeinsamen
Bestreben gründete, ungeachtet aller Schwierigkeiten die positive Perspektive der russisch-amerikanischen Beziehungen zu bewahren.
Das ermöglichte Moskau und Washington, einen intensiven politischen Dialog in erster Linie auf höchster Ebene aufzunehmen. Allein im Verlauf des Jahres 2000 traf der russische Präsident WLADIMIR PUTIN viermal mit US-Präsident BILL CLINTON zusammen, und im ersten Jahr nach der Macht-
übernahme durch die republikanische Administration fanden bereits vier
Begegnungen PUTINS mit dem Präsidenten GEORGE W. BUSH statt. Zentrales Thema der russisch-amerikanischen Beziehungen blieb das
Problem der Reduzierung der Kernwaffen. In die neunziger Jahre waren unsere Länder ja mit Arsenalen eingetreten, die je elfbis zwölftausend Atomsprengköpfe zählten.
Seit die Logik des Kalten Krieges ihre Relevanz verloren hat und sich der Charakter der Beziehungen zwischen beiden Ländern grundlegend zu ändern begann, sind derart ungeheure Atomwaffenbestände schlicht anachronistisch geworden. Dass es zum Abschluss des Vertrages über die Begrenzung und Reduzierung der strategischen Offensivwaffen (START I) kam, war deshalb ein Gebot der Zeit. Dieser Vertrag, der am 31. Juli 1991 in Moskau unterzeichnet wurde und am 5. Dezember 1994 in Kraft trat, sah vor, binnen sieben Jahren die Zahl der strategischen Trägermittel beider Seiten auf je 1600 Einheiten und die der Atomsprengköpfe auf 6000 Einheiten zu verringern. Das heißt, insgesamt waren nach START I ca. 40 % der strategischen Atomwaffenarsenale Russlands und der USA abzubauen. Moskau hat die ernsthafte Absicht, die übernommenen Verpflichtungen in vollem
Umfang zu erfüllen, und setzt darauf, dass Washington ebenso verfahren wird.
Zum nächsten bedeutsamen Schritt Moskaus und Washingtons auf dem Gebiet der Atomabrüstung wurde die Unterzeichnung des START-II- Vertrages, die am 3. Januar 1993 erfolgte und den weiteren Abbau der strategischen Offensivwaffen auf insgesamt je 3000 bis 3500 Einheiten vorsieht. Dieses Niveau sollen Russland und die USA bis 2003 erreichen. Wegen der verzögerten Vertragsratifizierung vereinbarten beide Seiten im Jahre
1997 jedoch die Verlängerung der verzögerten Reduzierungsfrist bis zum 31. Dezember 2007. Infolge der Haltung Washingtons sind der
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