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Немецкий язык. Новая Российская дипломатия. Учебное пособие

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c) bilden Sie mit einigen Wörtern eigene Sätze und machen Sie Notizen. Tragen Sie danach mindestens 3 Sätze im Plenum vor!

Übung 2. Beantworten Sie die folgenden Fragen:

1.Wie wurden die Beziehungen Russlands zu den Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas in den Jahren 2000 - 2001 intensiviert?

2.Welche Resolutionen des UN-Sicherheitsrates gestatten, die gewaltsamen

Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinenser zu stoppen und

Verhandlungsprozess in die Wege zu leiten?

3.Wie gelingt es Russland, die Normalisierung der Situationen in hochproblematischen Regionen Asiens voranzutreiben?

Übung 3. Schreiben Sie die Sätze mit den in Klammern angegebenen Wörtern neu.

1.Der Nahe Osten ist die Wiege dreier Weltreligionen. (Schauplatz von Konflikten; starke internationale Resonanz)

2.Hinzu kommt die Bedeutung dieser Region als einer der Hauptquellen der weltweiten Energieversorgung. (keine stabile Befriedung)

3.Auf Grund seiner geopolitischen Lage versteht sich für Russland ein Engagement in der Nahost-Problematik von selbst. (südlich an unser Land angrenzen)

4.Russland ist daran interessiert, dass diese Region zu einer Zone des Friedens und der Stabilität wird.(die Lage im Südlibanon)

Übung 4. Wortstellung. Korrigieren Sie die folgenden Sätze:

1.Dazu gehört auch, in diesem Raum eine massenvernichtungswaffenfreie Zone zu schaffen.

2.Abgesichert werden könnte der Befriedungsprozess durch eine gesamtregionale Organisation, die hätte die Erhaltung von Frieden und Stabilität zu überwachen und in der neben den Golfstaaten die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und wären andere interessierte Seiten vertreten.

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3.Mit eigenen Initiativen wirkt unsere Diplomatie ferner hin darauf, den Raum des Persischen Golfs zu einer Zone des Friedens, der Sicherheit guten Nachbarschaft und der zu entwickeln, wodurch neue Kriege und Konflikte in dieser strategisch so wichtigen Region vermieden werden könnten.

4.Deshalb Russland die syrische und die libanesische Komponente dieses Prozesses ständig im Auge behält.

Übung 5. Suchen Sie alle Konnektoren im Text, wie z.B.: und, oder, sowie, das heißt, falls, obwohl, wenn, weil, sodass, umso mehr als, wohingegen, woraufhin, zumal, vorausgesetzt, angenommen, gesetzt den Fall, allerdings, dagegen, indessen, schließlich, zum Beispiel, andernfalls, anstatt dessen, folglich, nichtsdestominder, sowieso, aber, allein, doch, eh, sogar, zumal sonst, dann, danach, deswegen, darum, insofern, trotzdem, infolgedessen zweigliedrige Konnektoren: teils....teils, nicht nur....sondern auch, weder....noch, sowohl....als auch, u.s.w. und auch andere satzverbindende

Wörter.

Übung 6. Fassen Sie den Inhalt des Textes schriftlich kurz zusammen!

Als Plan könnte Ihnen Übung 2 dienen. Gehen Sie den Inhalt des Textes noch einmal im Geiste durch!

Vor den Kontrollaufgaben gehen Sie den Inhalt der Lektion noch einmal im Geiste durch! Verwenden Sie in Ihren Sprachhandlungen Formulierungen aus den Lektionen 1, 2 und 3.

Schriftlicher Ausdruck

Kontrollaufgabe:

Das Schreiben eines Aufsatzes am Ende dieser Lektion wird von Ihnen verlangt. Das Thema heiβt: ” Ruβlands Engagement in der Nahost-

Problematik.”

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Lektion 6

DER LATEINAMERIKANISCHE VEKTOR

DER RUSSISCHEN DIPLOMATIE

Die Beziehungen zu Lateinamerika und den Ländern der Karibik stellen eine eigenständige und überaus zukunftsträchtige Richtung der multivektoriellen Auβenpolitik Russlands dar. Die fortschreitende Annäherung an die

Staaten dieser Region wird durch eine ganze Reihe von Faktoren bedingt. Russland verbinden mit Lateinamerika uralte historische Bande. Die

diplomatischen Beziehungen mit Brasilien waren bereits 1828 aufgenommen worden, mit Argentinien 1885 und mit Mexiko 1890. Die Geschichte der russisch-lateinamerikanischen Beziehungen kennt nicht wenige Beispiele aufrichtiger Sympathie, glanzvoller Begegnungen der nationalen Kulturen, gegenseitiger Solidarität und Unterstützung selbst in den Zeiten der ideologischen Barrieren des Kalten Krieges.

Die forcierte Entwicklung der Wirtschaft und der Integrationsprozesse in Lateinamerika im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts machte diese

Region zu einem wichtigen selbständigen Pol der im Entstehen begriffenen multipolaren Welt. Im weltpolitischen Geschehen spielen die lateinamerikanischen Länder eine zunehmend gröβere Rolle, beschränken sie sich doch nicht auf ihre regionalen Grenzen, sondern bringen sich immer aktiver in die

Lösung der Probleme der Weltpolitik ein. Das Interesse an der Stärkung einer vielfältigen Diplomatie und der Rolle der UNO, das traditionelle Eintreten für das Völkerrecht - diese Charakteristika der Diplomatie der lateinamerikanischen Länder rücken sie objektiv in die Nähe Russlands. Die auβenpolitische Orientierung Lateinamerikas, deren Wesen im 19. Jahrhundert der mexikanische Nationalheld BENITO JUÄREZ in die Worte »Achtung der Rechte anderer – das ist Frieden« kleidete, muss den russischen Interessen einfach imponieren.

In wirtschaftlicher Hinsicht war Lateinamerika in den neunziger Jahren eine der sich am dynamischsten entwickelnden Regionen der Welt. Viele Staaten des Kontinents schlossen hinsichtlich etlicher Kennzahlen ihrer

Entwicklung dicht zu den Industrieländern auf. Obwohl die weltweite Finanzkrise die lateinamerikanische Wirtschaft nicht verschont hat, verfügt dieser expandierende Markt für die russische Industrie über ein groβes Potential auch im Hinblick auf die Möglichkeiten des Absatzes von Hightech-

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produkten (Luftfahrttechnik, Kraftfahrzeuge, Satellitenstarts u. a.). Für

Russland von Interesse sind darüber hinaus die Erfahrungen Lateinamerikas bei der Schaffung effektiver Integrationsmechanismen und regionaler Vereinigungen wie der Organisation Amerikanischer Staaten, der Lateinamerikanischen Integrationsvereinigung, der Rio-Gruppe, des Gemeinsamen Südamerikanischen Marktes (Mercosur), der Andengemeinschaft u.a.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen solche Parallelen in der neuesten

Geschichte Russlands und vieler Länder dieses Kontinents, die mit den Prozessen des demokratischen Umbaus und wirtschaftlicher Reformen zusammenhängen. Seit die lateinamerikanischen Länder der Herrschaft von Militärdiktaturen ein Ende gesetzt haben, konnten sie wertvolle Erfahrungen bei der Errichtung und Konsolidierung demokratischer Machtinstitutionen sammeln. Lateinamerika stellt auch ein einzigartiges »Versuchsfeld« für Markttransformationen dar, deren Ergebnisse mit allem Für und Wider bei gesellschaftlich-politischen Kreisen Russlands erhöhtes Interesse finden.

Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ist zu einer Phase tief greifender Wandlungen in den russisch-lateinamerikanischen Beziehungen geworden. Bei aller Komplexität dieses Prozesses kann die Gesamtbilanz ihrer

Entwicklung in den neunziger Jahren zweifellos positiv bewertet werden. Die Geographie der russischen diplomatischen Präsenz hat sich wesentlich erweitert, da Beziehungen zu einigen früher völlig von Russland »abgeschnittenen« Staaten aufgenommen wurden. Die Russische Föderation unterhält nunmehr diplomatische Beziehungen zu achtundzwanzig von dreiunddreiβig souveränen Staaten des Kontinents (mit Ausnahme einzelner Inselstaaten in der Karibik). Neue Möglichkeiten ergaben sich für die Entwicklung von Kontakten auf multilateraler Grundlage. Begünstigt wurde dies durch die Herstellung von Verbindungen zu regionalen Organisationen und Integrationsvereinigungen sowie vor allem durch den 1992 erlangten

Status des ständigen Beobachters bei der Organisation Amerikanischer Staaten.

Mitte der neunziger Jahre setzte eine Aktivierung der russischlateinamerikanischen Beziehungen ein. Wichtige Meilensteine auf diesem

Weg waren die Reisen des damaligen Auβenministers Russlands JEWGENI

PRIMAKOW nach Mexiko, Venezuela, Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Costa Rica und Kuba im Mai 1996 und November 1997 sowie die Moskau-

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Besuche des Präsidenten Argentiniens (1998), des Vizepräsidenten Brasiliens (2000), des Präsidenten Venezuelas (2001) und der Chefs der Auswärtigen Ämter etlicher lateinamerikanischer Staaten.

Ein wesentlicher Fortschritt bei der Entwicklung der zweiseitigen Beziehungen konnte durch den ersten Besuch des russischen Präsidenten WLADIMIR PUTIN in Lateinamerika – er weilte im Dezember 2000 in Kuba – erzielt werden. Während des Millenniumsgipfels in New York (September

2000) und des Gipfeltreffens der APEC in Brunei (November 2000) kam es zu ersten Kontakten des russischen Präsidenten mit den Staatsoberhäuptern

Mexikos, Venezuelas und Chiles. Im Dezember 2001 reiste der Regierungschef unseres Landes erstmals in diese Region – MICHAIL KASSJANOW besuchte Brasilien und Venezuela.

Erheblich erneuert und erweitert hat sich die vertragsrechtliche Grundlage der russisch-lateinamerikanischen Beziehungen. Im Zeitraum zwischen

1992 und 2000 wurden über hundertvierzig bilaterale Dokumente unterzeichnet, darunter Verträge und Deklarationen »einer neuen Generation«, die die Grundlagen und Prinzipien des Zusammenwirkens regeln, Abkommen über die Zusammenarbeit in Handel und Wirtschaft sowie auf wissen- schaftlich-technischem Gebiet, über die Förderung und den gegenseitigen Schutz der Investitionstätigkeit, über die Zusammenarbeit im kulturellen

Bereich, bei der Weltraumforschung und -nutzung, beim Kampf gegen den Drogenhandel u.a.

Einen qualitativ neuen Inhalt haben die politischen Kontakte mit der Rio-Gruppe gewonnen. Seit 1997 finden während der Tagungen der Generalversammlung der UNO in New York regelmäβig Auβenministertreffen statt. Für den Dialog Russlands mit dieser Vereinigung wurden ein Kalender und eine detaillierte Tagesordnung erarbeitet.

Die russische Diplomatie stellte Verbindungen her zum Iberoamerikanischen Gipfel, der die spanischund portugiesischsprachigen Länder Europas und Amerikas vereint.

Des Weiteren wurden erste Schritte unternommen zur Herstellung von Beziehungen und eines direkten Dialogs mit dem Gemeinsamen Südamerikanischen Markt (Mercosur) und der Andengemeinschaft sowie zur Ausgestaltung des von Russland erlangten Status eines ständigen Beobachters bei der Gemeinschaft der Karibikstaaten.

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Was Lateinamerika betrifft, so konzentriert sich die russische Diplomatie gegenwärtig darauf, die Erweiterung des Zusammenwirkens unserer

Länder in der Weltpolitik sowie die Intensivierung der gegenseitig vorteilhaften wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der vielfältigen Beziehungen im Bereich der Kultur, des Bildungswesens und der Kontakte zwischen den

Menschen maximal zu fördern.

Russland betrachtet die lateinamerikanischen Staaten als seine natürlichen Partner in der internationalen Arena, vor allem bei der Lösung eines solchen Schlüsselproblems wie des Aufbaus einer auf dem Primat des Völkerrechts und einer gröβeren Wirksamkeit multilateraler Mechanismen der

Steuerung weltweiter Prozesse gründenden gerechten und stabilen Weltordnung. Uns verbinden zum einen die Idee, dass die tragende Rolle der

UNO gestärkt und der Sicherheitsrat die Hauptverantwortung für die Erhaltung von Frieden und Sicherheit in der Welt haben muss, und zum anderen das Interesse an der Stärkung der strategischen Stabilität und an der Suche nach kollektiven Antworten auf die neuen Bedrohungen und Herausforderungen.

So sprachen sich auf der 55. Tagung der Generalversammlung der UNO fünfzehn lateinamerikanische und karibische Staaten mit ihrem Votum für den russischen Resolutionsentwurf dafür aus, dass der ABM-Vertrag von 1972 als Eckstein der strategischen Stabilität in der Welt in Kraft bleiben müsse. Dazu gehörten nicht nur groβe Mitglieder der interamerikanischen Gemeinschaft (Mexiko, Kolumbien), sondern auch solche Länder wie Honduras, Panama und karibische Inselstaaten. Russland weiβ diese Unterstützung sehr zu schätzen.

Lateinamerika gestaltet schrittweise seine eigene Konzeption der regionalen Sicherheit, zu deren Hauptgrundlagen die vertragsrechtliche Festschreibung des atomwaffenfreien Status der Region entsprechend dem bereits vor drei Jahrzehnten abgeschlossenen Tlatelolco-Vertrag gehört. Die Position der führenden lateinamerikanischen Staaten in dieser Frage, insbesondere Brasiliens und Argentiniens, ist zweifellos ein bedeutsamer Beitrag zur Lösung des globalen Problems, die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen durchzusetzen. Die Aktivität der Länder der Region nimmt auch in anderen Richtungen des Abrüstungsprozesses zu; dies betrifft insbesondere den Vorschlag, die westliche Hemisphäre zur infanterieminenfreien Zone zu

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erklären, die Annahme einer regionalen Konvention, die die widerrechtliche

Herstellung von Feuerwaffen und den damit getriebenen Handel verbietet u.a.

Ein wichtiger Bereich der russisch-lateinamerikanischen Kooperation ist die Friedensstiftung. Die lateinamerikanischen Staaten haben nützliche Erfahrungen bei der selbständigen Beilegung innerer und regionaler Konflikte mit politischen Mitteln gesammelt. Russland hat diese Bemühungen stets unterstützt und eine konstruktive Rolle dabei gespielt, dass einige Dauerkonflikte in Mittelamerika (Nicaragua, El Salvador, Guatemala) einer Lösung zugeführt werden konnten. Die russische Seite hat darüber hinaus wiederholt ihre Bereitschaft bekräftigt, mitzuhelfen, einen Ausweg aus der schwierigen inneren Situation in Kolumbien zu finden, wo das Problem der linken Rebellen eng verquickt ist mit dem Kampf gegen den Drogenhandel und dem Schutz der Menschenrechte.

Besondere Würdigung verdient der bedeutende Beitrag Lateinamerikas zur Erarbeitung der politischen Prinzipien und der praktischen Zielrichtung des Kampfes gegen die widerrechtliche Herstellung und Verbreitung von

Drogen einschlieβlich der Vorbereitung der im Jahre 1997 abgehaltenen

Sondertagung der Generalversammlung der UNO zum Drogenproblem.

Ausdruck der wachsenden Intensität des russisch-lateinamerikanischen Zusammenwirkens auch auf diesem Gebiet sind acht mit Staaten des Kontinents geschlossene bilaterale Abkommen, die es den Rechtsschutzorganen beider Seiten ermöglichen, ihre Kräfte im Kampf gegen die lateinamerikanischen Drogenhersteller und gegen kriminelle Gruppierungen in Russland zu vereinigen.

Die ungeregelte Situation um Kuba ist ein ernsthaftes politisches Problem in der westlichen Hemisphäre.

Für Russland wie auch für die Mehrzahl der anderen Länder sind die bereits vierzig Jahre währende Blockade und das von den USA gegen Kuba verhängte Handelsund Wirtschaftsembargo nicht akzeptabel. Diese Politik stellt sich als ein ins Auge springender Anachronismus dar, der niemandes Interesse entspricht, auch dem der USA nicht. Die Versuche, das Helms- Burton-Gesetz von 1996 exterritorial zur Anwendung zu bringen und so von der inneren amerikanischen Gesetzgebung festgelegte Restriktionen auf die

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Beziehungen souveräner Drittstaaten zu Kuba zu übertragen, stieβen in der ganzen Welt auf Ablehnung.

Russland tritt für die volle Normalisierung dieser Situation ein - für die

Aufhebung des Embargos und die Reintegration Kubas in die regionalen Institutionen der Zusammenarbeit. Unser Land respektiert die Wahl des kubanischen Volkes und bleibt seiner traditionellen These treu, dass die Menschenrechte der Vereinigung und nicht der Trennung von Staaten und Völkern dienen müssen.

Der offizielle Besuch Präsident PUTINS in Havanna vom Dezember 2000 hat gezeigt, dass die russische und die kubanische Führung willens sind, die politischen Beziehungen zu aktivieren, die zu Beginn der neunziger Jahre entstandenen Sperren im beiderseitigen Verhältnis zu beseitigen und Aufschluss über die Perspektiven der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten zu gewinnen. Im Verlauf der Verhandlungen in Havanna wurde eine wichtige prinzipielle Vereinbarung erzielt: Ausgehend vom hohen Niveau ihrer Beziehungen und gestützt auf die ihre Länder und Völker verbindenden Gefühle der Freundschaft und des gegenseitigen Verständnisses, beabsichtigen Russland und Kuba, auch künftig eine aktive Zusammenarbeit zu entwickeln. Dabei müssen sich diese Beziehungen natürlich an den Realitäten in beiden Ländern orientieren und auf den Prinzipien des Völkerrechts und des gegenseitigen Vorteils sowie den Regeln der internationalen Konkurrenz basieren.

Groβe Bedeutung messen wir der russisch-lateinamerikanischen Zusammenarbeit im Bereich des Handels und der Wirtschaft bei. In den letzten

Jahren ist der beiderseitige Handel nach einer gewissen Zeit des Rückgangs wieder angestiegen: 1999 erreichte sein Volumen an die drei Mrd. Dollar.

Ein beträchtlicher Teil davon entfällt auf Lebensmittelkäufe russischer

Privatfirmen. Russland ist zu einem der gröβten Importeure von brasilianischem, kolumbianischem sowie in Chile hergestelltem löslichem Kaffee geworden. Erfolgreich werden auch andere Importlinien erschlossen: Pflanzenöle, Kakao, Südfrüchte und Fruchtkonzentrate, alkoholfreie Getränke sowie Blumen. Unsere wichtigsten Handelspartner in der Region sind Kuba, Ecuador, Argentinien und Chile. Einzelne Projekte der Investitionszusammenarbeit werden mit Argentinien, Brasilien, Kuba, Nicaragua und Ecuador realisiert.

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Befriedigend ist der erreichte Umfang der Handelsund Wirtschaftsbeziehungen jedoch nicht, zumal es in der russischen und lateinamerikanischen Wirtschaft erkennbar Komplementärbereiche gibt, die sie statt zu

Konkurrenten zu potentiellen Partnern auf den Weltmärkten machen.

Ein objektives Hemmnis für die Entwicklung dieser Handelsund Wirtschaftsbeziehungen sind natürlich die groβen Entfernungen. Zu den negativen Faktoren ziehen auch die Konsequenzen der Finanzund Wirtschaftskrise, von der Russland und Lateinamerika im Jahre 1998 gleichermaβen betroffen wurden. Auch sind manche Erscheinungen unfairen Konkurrenzverhaltens gegenüber russischen Exportwaren noch nicht überwunden, wobei allerdings gewisse positive Veränderungen bereits erreicht werden konnten, vor allem über die Andengemeinschaft.

Die tieferen Ursachen des Problems sind indessen in der offensichtlich unzureichenden Diversifikation der Zusammenarbeit und im Fehlen eines effektiven finanziellen Mechanismus der gegenseitigen Investitionsgarantien zu suchen. Die russische Seite beabsichtigt, die Suche nach Lösungswegen auch auf höchster politischer Ebene zu unterstützen.

Zur Umsetzung der Vorhaben wurde die Tätigkeit der Regierungskommissionen für Zusammenarbeit in Handel und Wirtschaft sowie im wissen- schaftlich-technischen Bereich mit Kuba, Mexiko, Argentinien und Kolumbien bereits wieder aufgenommen. Mit der Bildung einer hochrangigen

Kommission für die Zusammenarbeit mit Brasilien ist dieses Land praktisch unter die wichtigsten Partner Russlands eingereiht worden, gibt es derartige Strukturen doch nur in der Zusammenarbeit mit Staaten wie Frankreich, China und der Ukraine.

1998 wurde das Nationale Komitee für die Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den Ländern Lateinamerikas gegründet, das sich der Anbahnung von Geschäftsbeziehungen und des Informationsaustauschs, der Erforschung aussichtsreicher Richtungen der Zusammenarbeit und der

Schaffung eines günstigen Geschäftsklimas in den russischlateinamerikanischen Beziehungen widmet.

Nachdem diese Anfang der neunziger Jahre eine schwierige, bisweilen mit schmerzlichen Erfahrungen verbundene Umstellungsphase zu überstehen hatten, sind sie jetzt dabei, eine auf konstruktiver Zusammenarbeit und gegenseitigem Vorteil basierende qualitativ neue Entwicklungsstufe zu erreichen.

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Übungen zum Text

Übung 1. a) wie verstehen Sie die folgenden Wörter und Wortgruppen?

Sehen Sie die Lernhilfe im Anhang!

Zukunftsträchtige Richtung; uralte historische Bande; dicht zu den Industrieländern aufschlieβen; die Wirtschaft nicht verschonen; der expandierende Markt; die Möglichkeiten des Absatzes von Hightechprodukte; mit allem Für und Wider; diplomatische Präsenz; Kontakte auf multilateraler Grundlage; die Auswärtigen Ämter etlicher lateinamerikanischer Staaten; der Millenniumsgipfel; sich erheblich erneuern und erweitern; die vertragsrechtliche Grundlage; die Ausgestaltung des von Russland erlangten Status; auf dem Primat des Völkerrechts; die vertragsrechtliche Festschreibung; zur infanterieminenfreien Zone erklären; Dauerkonflikte einer Lösung zuführen; das Problem der linken Rebellen mit dem Schutz der Menschenrechte verquicken; das von den USA gegen Kuba verhängte Handelsund Wirtschaftsembargo; willens sein; Aufschluss gewinnen; Importlinien erschliessen; Komplementärbereiche; ein objektives Hemmnis; zur Umsetzung der

Vorhaben; unter die wichtigsten Partner einreihen.

b)Sie wissen: das Bestimmungswort in der Wortkomposition von Nomen steht immer links und spezifiziert das Grundwort rechts. Der Wortakzent des Kompositums liegt immer im Bestimmungswort. Zwischen den Kompositionsteilen steht oft ein Fugen -n oder –s. Bitte sprechen Sie alle

Komposita aus der Übung richtig aus!

c)bilden Sie mit einigen Wörtern eigene Sätze und machen Sie Notizen. Tragen Sie danach mindestens 3 Sätze im Plenum vor!

Übung 2. Beantworten Sie die folgenden Fragen:

1.Welche Worte des Nationalhelden von Lateinamerika Benito Juärez imponieren auch der russischen Diplomatie?

2.Wie setzt die Aktivierung in den russisch-lateinamerikanischen Beziehungen mitte der neunziger Jahren ein?

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