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Агабалаева О.А., Бондарь С.С., Бурак А.В. Немецкий язык- пособие по практике устной речи.doc.doc
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Ein liebenswürdiger Mensch

Er war damals ein liebenswürdiger Mensch, und jeder Mensch sah freundlich lächelnd auf ihn herab. Niemand nahm ernstlilch an, daß er es zu etwas bringen werde. Schon an seiner äußeren Erscheinung fiel auf, daß, sobald er zu sprechen anfing, jedes Glied seines Körpers eine andere Lage einnahm; die Augen wichen zur Seite aus, Achsel, Arm und Hand bewegten sich nach entgegengesetzten Richtungen, und mindestens ein Bein federte im Kniewinkel wie eine Briefwaage. Wie gesagt, er war damals ein liebenswürdiger Mensch, bescheiden, schüchtern, ehrfürchtig; und manchmal war er auch das Gegenteil von all dem, aber man blieb ihm schon aus Neugierde gewogen. Robert Musil

Texterläuterungen

liebenswürdig – любезный;

auf j-m herabsehen – смотреть свысока на кого-либо

es zu etw. (D) bringen – достигнуть известного положения, выбиться (выйти) в люди

Neugierde, f Syn. Neugier, f - любопытство

j-m gewogen sein – быть расположенным (благосклонным), доброжелательно относиться, благоволить к кому-либо

Beschreibung von Personen

Vermißt

Seit den Abendstunden des 9.Dezember wird der achtjährige Albert Hummel aus Stuttgart vermißt. Der Knabe verließ nach 17 Uhr die elterliche Wohnung in der Sophienstraße, um einen Freund in der Nachbarschaft aufzusuchen, und ist seitdem nicht zurückgekehrt. Albert Hummel ist 1,20 m groß, schlank, aber kräftig; er hat dunkles, leicht welliges Haar, graue Augen und eine bräunliche Hautfarbe. Der Vermißte trug ein grau-rot-kariertes Sporthemd, eine schwarze Kordsamthose, einen weinroten Pullover, einen dunkelbraunen Lodenmantel und schwarze Schuhe. Sachdienliche Mitteilungen sind zu richten an die Kriminalpolizei in Stuttgart oder jede andere Polizeidienststelle.

2000 Dm Belohnung Gesucht wird wegen einer großen Anzahl von Trickdieb- stählen der Schausteller

A D A L B E R T M Ü L L E R

geb. am 17.3.1944 in Arnsberg

Personenbeschreibung: 174 cm groß, sehr breite und kräftige Figur (wirkt wessentlich älter), braune Augen, trägt manchmal Brille mit Fensterglas, vermutlich Oberlippenbart, kurzes dunkelblondes Haar (wahrscheinlich gefärbt), er trägt häufig einen Hut.

Vorsicht, Schußwaffe!

Wer kennt den Aufenthalt von Adalbert Müller?

Aufgaben

Vergleichen Sie beide Texte!

Welchem Zweck dienen sie?

Welche Angaben sind besonders wichtig, damit der Zweck erreicht wird?

Kann man sich nach diesen Angaben die Personen vorstellen?Begründen Sie!

Lesen Sie folgende Auszüge und geben Sie den Inhalt wieder.

a) Vor hundert Jahren wurde in der Familie des Soldaten Pawlow in Petersburg die Tochter Anna geboren. Das schmächtige, ungelenk wirkende Mädchen sollte später eine berühmte Balletttänzerin werden, mit der der große Choreograph Marius Petipa arbeitete. Auf der Bühne bewegte sie sich leicht, graziös und exakt.

Anna Pawlowa lebte bescheiden, trug weder Schmuck noch teure Pelze und mied jeden Luxus. Sie war ein einfacher und herzensguter Mensch, konnte jedoch manchmal ihre Launen und ihr Temperament nicht zügeln.

b) … So war Herr Amtsrichter in moralischer Hinsicht; in körperlicher war er ein dicker Mann, obwohl er noch nicht seinen vollen Umfang erreicht hatte. Seine Gestalt glich einer nach unten erweiterten Ellipse, man konnte ihn mit einem Straußenei vergleichen, das zwei Beine hatte… In seiner Haltung war der Herr Amtsrichter stets so steif wie eine Bildsäule auf ihrem Sockel.

Aus Claude Tillier: „Mein Onkel Benjamin“

Lesen Sie und übersetzen Sie folgenden Text:

UNGLEICHE EHE“

Kennst du das berühmte Gemälde von Pukirew „Ungleiche Ehe“? Nein? Schade! Das ist ein Bild, das auf die meisten einen sehr starken Eindruck macht. Stell dir vor: Ein Brautpaar. Er ein alter Mann, wahrscheinlich hoher Beamter, mit Ordenbändern und Sternen. Ein hochmütiges Gesicht, umrahmt von grauen Koteletten, ein grauer Schnurrbart. Spärliches weißes Haar umringt die Glatze. Rotumränderte, wässerige Augen mit Tränensäcken, herabhängende, faltige Wangen, sein mageres Gesicht verrät einen egoistischen und herrischen Charakter. Er steht kerzengerade, man sieht, wie er sich Mühe gibt, jünger auszusehen.

Daneben steht sie, ein reizendes, schlankes Mädchen mit blonden Locken, die auf ihren nackten Hals und ihre Schultern fallen. Sie trägt ein reiches Hochzeitskleid. Die Braut ist wahrscheinlich 50 Jahre jünger als der Bräutigam. Ebenmäßiges bleiches Gesicht, zarte, schwache Hände. In den dünnen Fingern zittert die Kerze. Die verweinten Augen sind gesenkt, die Lider sind noch ganz rot vom Weinen. Ihre ganze Gestalt drückt tiefe Trauer und Ergebenheit in ihr Schicksal aus.

Und im Hintergrund sieht man viele Gesichter: neugierig, schadenfroh oder gleichgültig sehen sie das Paar an.

Aber rechts, dicht hinter der Braut steht ein dunkelhaariger hochgewachsener junger Mann mit gekreuzten Armen. Seine ausdrucksvollen, dunklen Augen schauen ernst und nachdenklich. Man sieht, daß das Schicksal der jungen Frau ihn tief berührt. Sicher weiß er, welche traurigen Umstände – Armut oder Ehrgeiz der Eltern – sie gezwungen haben, den Alten zu heiraten. Der junge Mann steht da wie ein Ankläger; er klagt die Gesellschaft an, in der die Frau rechtlos war und die Ehe zu einem Geschäft wurde.

Du sollst unbedingt bei der ersten besten Gelegenheit die Tretjakow-Galerie besuchen und dir das Bild ansehen. Den Eindruck von diesem Bild vergißt du nie.